[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung, wie Insektenschutzvorrichtung,
Pollenschutzvorrichtung oder Feinstaubschutzvorrichtung, für eine Fahrzeug- oder Gebäudeöffnung,
wobei die Schutzvorrichtung ein Schutztextil umfasst.
[0002] Das Schutztextil kann beispielsweise aus einem Gewebe oder einer Maschenware bestehen,
welche regelmäßige Durchlässe aufweisen, die so dimensioniert sind, dass der Durchtritt
von Insekten, Pollen, Feinstaub oder ähnlichen Kontaminierungen (wie beispielsweise
Viren) durch die Durchlässe nicht möglich ist.
[0003] Das Schutztextil kann in der Regel mit geeigneten Befestigungsmitteln an einem Gebäude
oder an einem Fahrzeug befestigt werden, so dass eine Fahrzeug- oder Gebäudeöffnung,
wie beispielsweise eine Fenster- oder Türöffnung, überdeckt wird. Beispielsweise kann
das Befestigungsmittel als Klettverschluss oder Magnet ausgebildet und an dem Schutztextil
angebracht sein, so dass das Schutztextil mittels entsprechend gebäudeseitig angeordneter
korrespondierender Befestigungsmittel an dem Gebäude/Fahrzeug befestigt werden kann.
Es kann aber auch vorgesehen sein, dass das Schutztextil beispielsweise mittels Keder,
Gummis, Befestigungsleisten oder ähnlichem an einem Rahmen der Schutzvorrichtung befestigt
wird und der Rahmen seinerseits in einer sich bekannten Weise an dem Gebäude/Fahrzeug
angebracht wird. Das Schutztextil ist in seinem die Fahrzeug- oder Gebäudeöffnung
abdeckenden Zustand also mehr oder weniger gespannt.
[0004] Da das Anbringen und Lösen der Schutzvorrichtung aufwendig ist, ist aus
DE 20 2012 102 271 U1 bekannt, eine verschließbare Öffnung in einem Schutztextil für eine Wohnmobiltür
auszubilden, so dass in dem Schutztextil bei geöffneter Öffnung ein Durchgang ausgebildet
wird, durch den ein Benutzer hindurchtreten kann. Die Öffnung in dem die Fahrzeugöffnung
abdeckenden Schutztextil kann mittels eines Reißverschlusses verschlossen werden.
[0005] In manchen Anwendungsfällen ist es wünschenswert, dass eine Betätigung eines hinter
der Schutzvorrichtung angeordneten Fensters oder einer hinter der Schutzvorrichtung
angeordneten Tür erfolgen soll. Wenn in diesem Fall das Schutztextil von der Gebäudeöffnung
entfernt wird oder eine Öffnung in dem Schutztextil freigegeben würde, so besteht
die Gefahr, dass Insekten und/oder Pollen in das Gebäude oder das Fahrzeug eindringen.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die mit Bezug zum Stand der Technik
geschilderten Nachteile zu beseitigen und insbesondere eine Schutzvorrichtung für
eine Fahrzeug- oder Gebäudeöffnung anzugeben, die die Betätigung eines von der Schutzvorrichtung
abgedeckten Fensters oder einer von der Schutzvorrichtung abgedeckten Tür erlaubt,
ohne dass die Gefahr besteht, dass Insekten, Pollen, Feinstaub und/oder ähnliche Kontaminierungen
in das Fahrzeug- oder Gebäudeinnere eindringen.
[0007] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Schutzvorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs. Vorteilhafte Weiterbildungen der Schutzvorrichtung sind in den abhängigen
Ansprüchen sowie in der vorstehenden und nachfolgenden Beschreibung angegeben, wobei
einzelne Merkmale der vorteilhaften Weiterbildungen in technisch sinnvoller Weise
miteinander kombinierbar sind.
[0008] Die Aufgabe wird insbesondere gelöst durch eine Schutzvorrichtung für eine Fahrzeug-
oder Gebäudeöffnung, welche ein Schutztextil umfasst, wobei in dem Schutztextil eine
Öffnung ausgebildet ist. Die Schutzvorrichtung umfasst zudem einen Betätigungsansatz,
welcher die Öffnung überdeckt und in einem Zustand, in dem die Schutzvorrichtung die
Fahrzeug- oder Gebäudeöffnung abdeckt, zu dem Schutztextil beweglich ist.
[0009] Die Erfindung sieht in ihrem Grundgedanken also vor, dass ein Benutzer durch die
Öffnung in dem Schutztextil hindurchgreifen kann und ein hinter dem Schutztextil angeordnetes
Fenster oder eine hinter dem Schutztextil angeordnete Tür bedienen kann, ohne dass
ein Teil des von dem Schutztextil abgedeckten Querschnitts der Fahrzeug- oder Gebäudeöffnung
freigegeben wird, da die Öffnung in dem Schutztextil weiterhin von dem Betätigungsansatz
überdeckt/geschützt ist. Der Betätigungsansatz kann also während der Betätigung des
Fensters oder der Tür von dem Benutzer bewegt (beispielsweise ausgelenkt und/oder
verformt) werden, während das Schutztextil mehr oder weniger in seinem die Fahrzeug-
oder Gebäudeöffnung abdeckenden, gespannten Zustand verbleibt.
[0010] Der Betätigungsansatz ist bevorzugt aus dem gleichen Material wie das Schutztextil
und somit ebenfalls aus einem flächigen, flexiblen Textil ausgebildet. Der Betätigungsansatz
ist also bevorzugt aus einem Gewebe oder einer Maschenware hergestellt, wobei das
Gewebe oder die Maschenware regelmäßige Durchlässe aufweisen, die so dimensioniert
sind, dass sie den Durchtritt von zumindest Insekten, gegebenenfalls auch Pollen,
Feinstaub oder anderen Kontaminierungen (wie beispielsweise Viren) verhindern. Es
kann aber auch vorgesehen sein, dass der Betätigungsansatz aus einem anderen flexiblen
flächigen Material hergestellt ist.
[0011] Der Betätigungsansatz kann beispielsweise als eine Art Tasche ausgebildet sein, wozu
ein Rand des Betätigungsansatzes umlaufend um die Öffnung an dem Schutztextil befestigt
ist. Der Benutzer greift also durch die Öffnung in die durch ein flexibles Material
gebildete Tasche hinein und kann das flexible Material der Tasche so bewegen, dass
er das Fenster oder gegebenenfalls die Tür betätigen kann. So kann ein Benutzer beispielsweise
ein Fenster zumindest einen spaltbreit öffnen, ohne dass ein Teil der von der Schutzvorrichtung
abgedeckten Fensteröffnung für beispielsweise Insekten oder Pollen freigegeben wird.
[0012] Die Öffnung kann beispielsweise als Schlitz oder Aussparung in dem Schutztextil ausgebildet
sein, wobei die Öffnung so dimensioniert ist, dass ein Benutzer mit einer Hand durch
die Öffnung greifen kann.
[0013] Es kann vorgesehen sein, dass die Öffnung in dem Schutztextil verschließbar ist,
wozu ein Verschlussmittel ausgebildet sein kann, welches beispielsweise als einen
Reißverschluss, einen Klettverschluss oder einen Magneten umfasst. Somit müsste die
Öffnung vor der Betätigung des Fensters oder der Tür zunächst geöffnet werden. In
einem geschlossenen Zustand der Öffnung ist das Schutztextil somit stabiler aufgespannt.
[0014] Es kann auch vorgesehen sein, dass mindestens ein Halteelement vorgesehen ist, mit
dem der Betätigungsansatz in einem nicht genutzten Zustand gehalten wird. Beispielsweise
könnte der Betätigungsansatz in einem nicht benutzten Zustand aufgerollt oder aufgefaltet
werden, wobei das Halteelement den Betätigungsansatz in dem aufgerollten oder aufgefalteten
Zustand hält. Die Halteelemente könnten beispielsweise Stoffstreifen umfassen, die
um den aufgerollten oder aufgefalteten Betätigungsansatz miteinander verknotet werden.
In einer Ausführungsform kann auch vorgesehen sein, dass das Halteelement beispielsweise
als eine Art Spiralfeder ausgebildet ist, so dass der Betätigungsansatz bei Nichtbenutzung
automatisch aufgerollt wird, wobei der Benutzer den Betätigungsansatz zur Benutzung
entgegen der Federkraft entrollt, wenn er durch die Öffnung in den Betätigungsansatz
eingreift. Alternativ könnte der Betätigungsansatz mit einem Halteelement an einem
Griff eines Fensters befestigt werden, sodass die funktionstüchtig des Betätigungsansatzes
vorgegeben ist. Auf diese Weise kann das Aufwirbeln von in dem Betätigungsansatz verfangenen
Kontaminierungen verringert werden.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand des in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels
erläutert. Die Figuren zeigen schematisch
- Figur 1:
- eine Perspektivansicht einer an einem Gebäude angebrachten Schutzvorrichtung und
- Figur 2:
- eine Querschnittsansicht durch die Schutzvorrichtung in dem an dem Gebäude angebrachten
Zustand.
[0016] Die in den Figuren dargestellten Schutzvorrichtung 1 umfasst ein flächiges Schutztextil
3, welches an seinem umfangsseitigen Rand Befestigungsmittel 6 aufweist.
[0017] Die Schutzvorrichtung 1 ist mittels der Befestigungsmittel 6 an einem Gebäude befestigt.
In dem befestigten Zustand überdeckt das Schutztextil 3 eine Gebäudeöffnung 2, wobei
das Schutztextil 3 in dem Befestigungszustand mittels der Befestigungsmittel 6 mehr
oder weniger gespannt ist. In der Gebäudeöffnung 2 ist ein Fensterflügel 7 angeordnet.
[0018] Es ist ferner zu erkennen, dass in dem Schutztextil 3 eine Öffnung 4 ausgebildet
ist. Auf der dem Fensterflügel 7 zugewandten Seite des Schutztextils 3 ist ein aus
einem flächigen textilen und flexiblen Material gebildeter Betätigungsansatz 5 angeordnet,
welcher in dem in den Figuren dargestellten Zustand zu dem aufgespannten Schutztextil
3 beweglich ist. Der Betätigungsansatz 5 bildet eine Art Tasche aus und stellt sicher,
dass keine Insekten oder Pollen durch die Öffnung 4 treten können.
[0019] Ein Benutzer kann durch die Öffnung 4 in dem Schutztextil 3 in den taschenförmig
ausgebildeten Betätigungsansatz 5 eingreifen und aufgrund der flexiblen/beweglichen
Ausbildung des Betätigungsansatzes 5 den Fensterflügel 7 öffnen oder schließen. Es
ist somit zu jedem Zeitpunkt sichergestellt, dass keine Pollen und/oder Insekten durch
die Gebäudeöffnung 2 in das Gebäudeinnere eindringen können, da die Gebäudeöffnung
2 auch während der Betätigung des Fensterflügels 7 vollständig überdeckt ist und keine
für Pollen und/oder Insekten durchtretbaren Öffnung ausgebildet werden.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Schutzvorrichtung
- 2
- Gebäudeöffnung
- 3
- Schutztextil
- 4
- Öffnung
- 5
- Betätigungsansatz
- 6
- Befestigungsmittel
- 7
- Fensterflügel
1. Schutzvorrichtung (1) für eine Fahrzeug- oder Gebäudeöffnung (2), umfassend ein flächiges
Schutztextil (3), wobei in dem Schutztextil (3) eine Öffnung (4) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzvorrichtung (1) einen Betätigungsansatz (5) umfasst, wobei der Betätigungsansatz
(5) die Öffnung (4) überdeckt und in einem die Fahrzeug- oder Gebäudeöffnung (2) abdeckenden
Zustand der Schutzvorrichtung (1) zu dem Schutztextil (3) beweglich ist.
2. Schutzvorrichtung (1) nach Anspruch 1, wobei der Betätigungsansatz (5) als Tasche
an dem Schutztextil (3) ausgebildet ist.
3. Schutzvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei ein Rand des Betätigungsansatzes
(5) umlaufend um die Öffnung (4) an dem Schutztextil (3) befestigt ist.
4. Schutzvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schutzvorrichtung
(1) mindestens ein Halteelement umfasst, mit welchem der Betätigungsansatz (5) in
einem aufgerollten oder aufgefalteten Zustand haltbar ist.
5. Schutzvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schutzvorrichtung
(1) mindestens ein an dem Schutztextil (3) umlaufend angeordnetes Befestigungsmittel
(6) aufweist.
6. Schutzvorrichtung (1) nach Anspruch 5, wobei mindestens ein Befestigungsmittel (6)
als Klettverschluss, Magnet, Gummi, Keder oder Rahmenstrebe ausgebildet ist.
7. Schutzvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Öffnung (4)
verschließbar ist.
8. Schutzvorrichtung (1) nach Anspruch 7, wobei die Öffnung (4) mittels eines Verschlussmittels
verschließbar ist, wobei das Verschlussmittel bevorzugt einen Reißverschluss, einen
Klettverschluss oder einen Magneten umfasst.
9. Schutzvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Schutztextil
(3) und der Betätigungsansatz (5) aus einem Gewebe oder einer Maschenware besteht,
wobei das Gewebe oder die Maschenware regelmäßige Durchlässe aufweisen, die so dimensioniert
sind, dass sie den Durchtritt von zumindest Insekten oder sogar Pollen verhindern.