HINTERGRUND DER ERFINDUNG
1. Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein modular aufgebautes Wartungsshuttle für eine Elektrohängebahn
mit einem Schienensystem.
2. Beschreibung des Standes der Technik
[0002] Hängebahnsysteme sind im Stand der Technik seit langem bekannt und dienen häufig
dem Transport von Werkstücken wie beispielsweise Rädern, Karosserieteilen oder Ähnlichem
in Fertigungshallen. Das zugehörige Schienensystem einer solchen Elektrohängebahn
kann beträchtliche Längen erreichen - beispielsweise mehrere Kilometer - und kann
sich teilweise in Bereichen befinden, die nur über die Elektrohängebahn selbst zu
erreichen sind. Um nun in diesen Bereichen des Schienensystems eine Wartung an demselben
vorzunehmen, ist es erforderlich, eine Bedien- und Wartungsperson an die entsprechenden
Stellen zu befördern.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0003] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Möglichkeit zur Beförderung einer Bedien-
bzw. Wartungsperson für schwer zugängliche Bereiche eines Schienensystem einer Elektrohängebahn
anzugeben, die insbesondere einfach handzuhaben ist.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Wartungsshuttle gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0005] Das erfindungsgemäße Wartungsshuttle für eine Elektrohängebahn mit einem Schienensystem
ist modular aufgebaut und weist ein Fahrwerksmodul sowie ein Wartungskorbmodul. Das
Fahrwerksmodul und das Wartungskorbmodul sind so ausgelegt, dass das Fahrwerksmodul
in das Schienensystem der Elektrohängebahn einhängbar ist, das Wartungskorbmodul mit
dem Fahrwerksmodul koppelbar und entkoppelbar ist und im gekoppelten Zustand einen
Schutz gegen Herabfallen für eine Bedienperson bietet, und dass das Fahrwerksmodul
und das Wartungskorbmodul mittels manuell verriegel- und lösbarer Bolzen am Einsatzort
durch eine Bedienperson montier- und demontierbar sind.
[0006] Erfindungsgemäß ist es also möglich, das Wartungsshuttle in zumindest zwei Teile
- ein Fahrwerksmodul und ein Wartungskorbmodul - zu trennen und aus diesen zusammenzufügen.
Das Tennen und Zusammenfügen sowie das Einhängen des Fahrwerksmoduls in das Schienensystem
ist durch eine einzige Bedienperson durchführbar. Somit kann der Antransport und das
Durchführen einer Wartung durch eine einzige Bedienperson mittels des modular aufgebauten
Wartungsshuttles erfolgen.
[0007] Zusätzlich kann für das Wartungsshuttle eine einhängbare Leiter vorgesehen sein.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Fahrwerksmodul zumindest zwei Laufrollen
und für jede Laufrolle zumindest zwei Führungsrollen auf. Für die Installation des
Wartungsshuttles an dem Schienensystem ist jeweils eine der beiden Führungsrollen
entriegel- und ausschwenkbar bzw. anschwenk- und verriegelbar ausgelegt. Durch das
Entriegeln bzw. Ausschwenken vergrößert sich der Abstand der beiden Führungsrollen
und die Laufrolle kann an dem Schienensystem angebracht werden. Durch das Anschwenken
bzw. Verriegeln wird sichergestellt, dass die jeweilige Laufrolle sich nicht von dem
Schienensystem löst. Vorzugsweise ist das Wartungskorbmodul so mit dem Fahrwerksmodul
koppelbar, dass eine von der Größe der Bedienperson abhängige Montagehöhe des Wartungskorbmoduls
relativ zu dem Fahrwerksmodul erzielbar ist. Somit kann das Wartungsshuttle an die
Körpergröße verschiedener Bedienpersonen angepasst werden, ohne dass eine separate
Vorrichtung hierfür vorgesehen werden muss.
[0009] Bevorzugt ist es, wenn das Wartungsshuttle eine Sicherungsstift-/Sicherungssplint-Kombination
für Kopplungsstellen zwischen Fahrwerksmodul und Wartungskorbmodul aufweist. Sie stellt
eine einfache und sichere Verbindungsmöglichkeit der beiden Module dar.
[0010] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass zumindest eine der Laufrollen
manuell mittels eines Kurbelantriebs antreibbar ist. Besonders bevorzugt ist in diesem
Zusammenhang, wenn der manuelle Kurbelantrieb durch einen Akku betriebenen Elektroschrauber
ersetzbar oder unterstützbar ist. Somit kann die Bedienperson das Wartungsshuttle
an einer Stelle in das Schienensystem der Elektrohängebahn einhängen und sich dann
durch manuelle Betätigung des Kurbelantriebs, bevorzugt durch Unterstützung durch
den akkubetriebenen Elektroschrauber, der zu wartenden Stelle des Schienensystem nähern.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0011] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert. In diesen zeigen:
- Figur 1
- in einer perspektivischen Darstellung eine Vorderansicht und
- Figur 2
- eine Rückansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wartungsshuttles für
eine Elektrohängebahn;
- Figur 3
- eine Schnittansicht der Ausführungsform der Figuren 1 und 2;
- Figuren 4 und 5
- Detailansichten der Aufhängung des Wartungsshuttles der Figuren 1 und 2 bezüglich
einer Offen- bzw. Schließstellung der Führungsrollen;
- Figur 6
- eine Detailansicht der Figur 1 bezüglich des Antriebs des Wartungsshuttles.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0012] Die Figuren 1 und 2 zeigen in perspektivischen Vorder- bzw. Rückansichten und die
Figur 3 in einer schematisierten Schnittansicht eine erste Ausführungsform eines modular
aufgebauten Wartungsshuttles 100 für eine Elektrohängebahn 10 mit einem Schienensystem
12. Das Schienensystem 12 weist in der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Ausführungsform
Haltestreben 14 auf, welche eine Tragschiene 16 in einer bestimmten Höhe über dem
Boden halten. Die Befestigung der Tragschienen 16 mittels Haltestreben 14 kann beispielsweise
direkt an der Hallendecke oder an einem geständerten Stahlbau erfolgen. An der Tragschiene
16 laufen bzw. hängen angetriebene Fahrzeuge und sind die entsprechenden Versorgungs-
und Informationsleitungen befestigt.
[0013] Das Wartungsshuttle 100 ist modular aufgebaut und weist ein Fahrwerksmodul 110 umfassend
zwei Fahrwerkseinheiten 112, 114. Des Weiteren umfasst das Wartungsshuttle 100 ein
Wartungskorbmodul 116 sowie eine Leiter 118.
[0014] Das Wartungskorbmodul 116 weist eine Plattform 120 auf, die so ausgelegt ist, dass
eine Bedienperson darauf stehen kann. Von dieser Plattform erstrecken sich nach oben
zwei Pfosten 122, 124, die an ihrem der Plattform 120 abgewandten Ende jeweils mit
einer Fahrwerkseinheit 112, 114 koppelbar sind. Ein an den Pfosten 122, 124 angebrachtes
und mit der Plattform 120 verbundenes Geländer 126 umläuft das Wartungskorbmodul 116
und begrenzt den über der Plattform 120 befindlichen Raum in horizontaler Richtung,
in dem sich eine Bedienperson aufhalten kann. Das Geländer 126 weist einen Ein-/Ausstieg
in Form einer Aussparung 128 auf. In diesem Bereich kann die Leiter 118 eingehängt
werden. Auch ist vorgesehen, den Ein-/Ausstieg mittels einer Türe 130 zu sichern.
[0015] Die Pfosten 122, 124 überragen das Geländer 126 um eine Kopplungslänge 132 und weisen
in diesem Kopplungsbereich eine Reihe von Bohrungen 134 auf. Dies ist im Detail in
Figur 7 dargestellt. Die Bohrungen 134 korrespondieren mit Bohrungen in den Fahrwerkseinheiten
112, 114. Die Fahrwerkseinheiten 112, 114 werden nachfolgend unter Bezugnahme auf
die Figuren 4 und 5 beschrieben.
[0016] Die Figuren 4 und 5 sind perspektivische Detailansichten der Ausführungsform der
Figuren 1 bis 3 und zeigen jeweils einen vergrößerten Ausschnitt der Fahrwerkseinheit
112 bzw. 114. Es werden für die Bezugszeichen der Details der Fahrwerkseinheiten 112,
114 der Einfachheit halber die gleichen Bezugszeichen verwendet. Die Fahrwerkseinheit
112 weist, wie auch die Fahrwerkseinheit 114, eine Tragrolle 140 sowie vier Führungsrollen
auf, von denen zwei Führungsrollen 142, 144 in den Figuren 4 und 5 erkennbar sind.
Die Tragrolle 140 läuft auf der Oberseite des oberen Flansches 18 der Tragschiene
16 und trägt einen Teil der Last des Wartungsshuttles 100 auf die Tragschiene 116
ab. Die obere erkennbare Führungsrolle 142 ist ortsfest, korrespondiert mit einer
zweiten, in den Figuren 4 und 5 nicht erkennbaren Führungsrolle 143. Die oberen Führungsrollen
142, 143 laufen auf den seitlichen Außenflächen des Flansches 18.
[0017] Die untere dargestellte Führungsrolle 144 korrespondiert ebenfalls mit einer auf
der Rückseite der Tragschiene 16 befindlichen Führungsrolle 145 (in den Figuren 4
und 5 nicht abgebildet) und ist im Gegensatz zur oberen Führungsrolle 142 schwenkbar.
Beide untere Führungsrollen 144, 145 laufen auf den seitlichen äußeren Flächen des
unteren Schenkels bzw. Flanschs 20 der Tragschiene ab.
[0018] Die Achsen der oberen Führungsrollen 142, 143 sind senkrecht zu der Führungsrolle
140 orientiert und im Betrieb senkrecht ausgerichtet, während die Längsachse der Laufrolle
140 im Betrieb waagrecht ausgerichtet ist.
[0019] Die verschwenkbare Führungsrolle 144 ist an einem Ende eines Schwenkarms 146 angebracht.
Das andere Ende des Schwenkarms 146 ist an einem Gelenk 148 an einem die obere Führungsrolle
143 und die untere Führungsrolle 145 verbindenden Träger 150 angelenkt. Die Führungsrolle
144 kann somit zwischen einer Stellung (Schließstellung), in der sie an dem unteren
Flansch 20 anliegt (siehe Figur 3 und Figur 5) und einer Stellung (Offenstellung)
verschwenkt werden, in welcher lediglich die untere Führungsrolle 145 an dem unteren
Flansch 20 anliegt und die der unteren Führungsrolle 145 gegenüberliegende Seite freigegeben
ist (siehe Figur 4). In dieser Offen- oder Montageposition ist es möglich, die Fahrwerkseinheit
112 auf die Tragschiene 16 aufzusetzen. Durch Verschwenken des Schwenkarms 146 in
die Geschlossenposition gelangt die Führungsrolle 144 in Anlage an den unteren Flansch
20. In dieser Stellung kann der Schwenkarm 146 mit einem Arretierbolzen 150 verriegelt
werden.
[0020] Die Unterseite der Fahrwerkseinheiten 112, 114 weisen an ihrem jeweiligen unteren
Ende eine Kopplungsstelle 152 auf. An der Kopplungsstelle 152 sind - im Betrieb waagerecht
liegende - Bohrungen 154 vorgesehen. Diese korrespondieren mit den Bohrungen 134 des
Kopplungsüberstandes 132 der Pfosten 122, 124 des Wartungskorbmoduls 116. Wie in Figur
7 dargestellt, kann durch die Bohrungen 154, 134 ein Sicherungsstift 160 geführt werden,
der mit einem Sicherungssplint 162 gegen ein Herausziehen gesichert werden kann. Siehe
hierzu Figur 7.
[0021] Figur 6 zeigt eine Detailansicht der Figur 1. Die dort erkennbare Laufrolle 140 der
Fahrwerkseinheit 112 ist frei beweglich und kann manuell betätigt werden. Hierzu ist
auf der Achse 170 der oberen Laufrolle 140 ein Koppelzapfen 172 vorgesehen. An den
Koppelzapfen 172 kann entweder eine Handkurbel (nicht abgebildet) oder beispielsweise
ein akkubetriebener Elektroschrauber 180 angeschlossen und so die Achse 170 in Drehung
versetzt werden. Auf diese Weise kann das gesamte Wartungsshuttle 100 entlang der
Tragschiene 16 bewegt werden.
1. Modular aufgebautes Wartungsshuttle (100) für eine Elektrohängebahn (10) mit einem
Schienensystem (12), mit
a) einem Fahrwerksmodul (110) sowie einem Wartungskorbmodul (112), wobei Fahrwerksmodul
(110) und Wartungskorbmodul (112) so ausgelegt sind, dass
b) das Fahrwerksmodul (110) in das Schienensystem (12) der Elektrohängebahn (10) einhängbar
ist,
c) das Wartungskorbmodul (112) mit dem Fahrwerksmodul (110) koppelbar und entkoppelbar
ist und im gekoppelten Zustand einen Schutz gegen Herabfallen für eine Bedienperson
bietet, und dass
d) Fahrwerksmodul (110) und Wartungskorbmodul (112) mittels manuell verriegel- und
lösbarer Bolzen (160) am Einsatzort durch eine Bedienperson montier- und demontierbar
sind.
2. Wartungsshuttle nach Anspruch 1, wobei das Fahrwerksmodul (110) zumindest zwei Laufrollen
(140) und je Laufrolle (140) zwei Führungsrollen (142, 144) aufweist, wobei jeweils
eine der Führungsrollen (144) für die Installation des Wartungsshuttles (100) an dem
Schienensystem (12) entriegel- und ausschwenkbar bzw. anschwenk- und verriegelbar
ausgelegt ist.
3. Wartungsshuttle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Wartungskorbmodul
(112) so mit dem Fahrwerksmodul (110) koppelbar ist, dass eine von der Größe der Bedienperson
abhängige Montagehöhe erzielbar ist.
4. Wartungsshuttle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Sicherungsstift-/Sicherungssplint-Kombination
(160, 162) für Kopplungsstellen (132, 152) zwischen Fahrwerksmodul (110) und Wartungskorbmodul
(112).
5. Wartungsshuttle nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei eine der Laufrollen (140)
manuell mittels eines Kurbelantriebs antreibbar ist.
6. Wartungsshuttle nach Anspruch 5, wobei der manuelle Kurbelantrieb durch einen ackubetriebenen
Elektroschrauber (180) ersetz- oder unterstützbar ist.