[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Siegelmaschine zum Versiegeln von Verpackungen
gemäß Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Versiegeln von Verpackungen mittels einer
Siegelmaschine gemäß Anspruch 11.
Stand der Technik
[0002] Siegelmaschinen sind aus dem Stand der Technik bekannt. Sie werden üblicherweise
genutzt, um entweder mit einer festen Form ausgestaltete Verpackungen oder Beutel
mit variabler Form und jeweils darin eingefülltem Produkt zu versiegeln. Die Verpackungen
bestehen hierzu üblicherweise aus einem Kunststoff.
[0003] Zu diesem Zweck umfassen die Siegelmaschinen eine Siegelkammer, die etwa durch eine
Transportebene und einen Kammerdeckel begrenzt werden kann, wobei in der Siegelkammer
eine Siegeleinrichtung angeordnet ist, die die Verpackungen versiegelt. Dies kann
üblicherweise durch Erhitzen der (Kunststoff)-Verpackungen an den gewünschten Siegelstellen
erfolgen.
[0004] Gängige Siegelmaschinen umfassen eine Absaugung, die Gas, wie etwa Luft, das sich
in dem von Kammerdeckel und Transportebene eingeschlossenen Volumen befindet, absaugen
kann, bevor die Siegeleinrichtung die Verpackungen versiegelt. So wird sichergestellt,
dass das Versiegeln der Verpackungen unter möglichst sterilen Bedingungen abläuft,
was die Haltbarkeit der in den versiegelten Verpackungen verpackten Produkte erhöhen
kann.
[0005] Anschließend muss das eingeschlossene Volumen wieder mit Gas befüllt werden, um die
versiegelten Verpackungen aus der Siegelmaschine zu befördern und neue, zu versiegelnde
Verpackungen einzubringen. Dabei wird auch der Kammerdeckel geöffnet. Aufgrund des
in dem eingeschlossenen Volumen herrschenden Unterdrucks ist hierzu eine große Kraft
notwendig und es kann aufgrund des herrschenden Unterdrucks beim Anheben des Kammerdeckels
zu Verzögerungen kommen. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass der Kammerdeckel üblicherweise
von einem Schutzrahmen umgeben ist, der ein versehentliches Eingreifen eines Bedieners
in den Bereich des Kammerdeckels vermeiden soll.
[0006] Dies limitiert den Durchsatz gängiger Siegelmaschinen aufgrund der Zeit, die für
das Belüften notwendig ist.
Aufgabe
[0007] Ausgehend vom bekannten Stand der Technik besteht die zu lösende Aufgabe darin, eine
Siegelmaschine und ein Verfahren zum Versiegeln von Verpackungen anzugeben, mit denen
ein hoher Durchsatz von versiegelten Verpackungen realisiert werden kann, wobei gleichzeitig
die Sicherheit der Bediener gewährleistet sein soll.
Lösung
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Siegelmaschine gemäß Anspruch 1 bzw.
das Verfahren zum Versiegeln von Verpackungen gemäß Anspruch 11 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen erfasst.
[0009] Die erfindungsgemäße Siegelmaschine zum Versiegeln von Verpackungen umfasst eine
Siegelkammer, in der Verpackungen versiegelt werden können, wobei die Siegelkammer
eine Transportebene, auf der Verpackungen transportiert werden können, einen relativ
zur Transportebene zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen Position beweglichen
Kammerdeckel, eine Siegeleinrichtung zum Versiegeln von Verpackungen, sowie eine Absaugung
zum Absaugen von Gas aus einem von dem Kammerdeckel und der Transportebene eingeschlossenen
Volumen umfasst, wobei die Siegelmaschine weiterhin einen Schutzrahmen umfasst, der
kinematisch mit dem Kammerdeckel verbunden ist, und wobei der Schutzrahmen Perforationen
aufweist, durch die Gas vom Außenraum in das eingeschlossene Volumen strömen kann.
[0010] Dass der Schutzrahmen kinematisch mit dem Kammerdeckel verbunden ist, ist hier so
zu verstehen, dass der Schutzrahmen im Wesentlichen der Bewegung des Kammerdeckels
folgt. Dies kann entweder durch eine geeignete physische Verbindung zwischen Kammerdeckel
und Schutzrahmen realisiert werden oder auch durch voneinander unabhängige oder gekoppelte
Antriebseinrichtungen für den Kammerdeckel und den Schutzrahmen bewirkt werden. Dass
der Schutzrahmen der Bewegung des Kammerdeckels im Wesentlichen folgt ist auch als
Abweichungen von der Bewegung des Kammerdeckels umfassend zu verstehen. Dies betrifft
etwa den zeitlichen Ablauf der Bewegung des Kammerdeckels verglichen mit der Bewegung
des Schutzrahmens. So kann letzterer ersterem zeitlich nacheilen oder vorauseilen.
Alternativ oder zusätzlich kann es Unterschiede im Bewegungsablauf von Kammerdeckel
und Schutzrahmen geben. So kann der Schutzrahmen sich (zumindest teilweise) in eine
andere Richtung als der Kammerdeckel oder mit einer anderen (maximalen) Bewegungsamplitude
als der Kammerdeckel bewegen.
[0011] Durch die im den Kammerdeckel umgebenden Schutzrahmen angeordneten Perforationen
kann gezielt Gas vom Außenraum der Siegelmaschine (etwa Luft) durch den Schutzrahmen
hindurch in das eingeschlossene Volumen einströmen, wenn das Öffnen des Kammerdeckels
beispielsweise bereits begonnen wird. Ein Druckausgleich kann hierdurch zügiger erfolgen,
wobei ungewünschte Gas- bzw. Luftzirkulationen durch die gezielte Anordnung von Perforationen
vermieden werden können.
[0012] Somit wird zum Einen ein beschleunigter Druckausgleich bei gleichzeitig gewährleisteter
Sicherheit für Bediener erreicht. Zusätzlich wird die Luftströmung durch diese Perforationen
kontrolliert eingeleitet, sodass auch ein unbeabsichtigtes Umherfliegen von Verpackungsresten
vermieden werden kann.
[0013] In einer Ausführungsform erstrecken sich die Perforationen in einem Bereich oberhalb
der Transportebene, wenn der Kammerdeckel in der geschlossenen Position ist und/oder
wenn der Kammerdeckel in der geöffneten Position ist.
[0014] Der Bereich oberhalb der Transportebene kann insbesondere Seitenflächen oder Flächen
des Schutzrahmens umfassen, die sich unmittelbar oberhalb der Transportebene befinden.
Besonders bevorzugt sind Seitenflächen des Schutzrahmens mit Perforationen ausgestattet,
die bei geschlossener Position des Kammerdeckels im Wesentlichen vertikal auf der
Transportebene stehen. Hiermit wird ein zuverlässiger Luftstrom in den Innenraum beziehungsweise
das eingeschlossene Volumen gewährleistet.
[0015] Es kann vorgesehen sein, dass der Schutzrahmen mit dem Kammerdeckel kinematisch so
verbunden ist, dass der Schutzrahmen bei einer Bewegung des Kammerdeckels von der
geschlossenen Position in die geöffnete Position der Bewegung des Kammerdeckels nachläuft.
[0016] Durch das Nachlaufen des Schutzrahmens wird ein unbeabsichtigtes Eingreifen von einem
Bediener verhindert, während durch die vorgesehenen Perforationen gleichzeitig sichergestellt
werden kann, dass ein zuverlässiges Belüften des eingeschlossenen Volumens gewährleistet
ist, auch wenn der Kammerdeckel bewegt wird und der Schutzrahmen dieser Bewegung noch
nicht folgt.
[0017] In einer Ausführungsform umfasst die Siegelmaschine weiterhin einen Absperrmechanismus
zum selektiven Öffnen und Verschließen zumindest eines Teils der Perforationen.
[0018] Die Perforationen können beispielsweise selektiv durch einen Absperrmechanismus in
Form eines Schiebers (beispielsweise auch elektromotorisch angetrieben) verschlossen
werden, sodass ein Nachströmen von Luft durch den Schutzrahmen verhindert wird, wenn
gerade ein Versiegeln von Verpackungen erfolgt, sodass dies möglichst unter sterilen
Bedingungen gewährleistet sein kann.
[0019] Es kann vorgesehen sein, dass die Perforationen so ausgestaltet sind, dass bei einem
Druckunterschied zwischen dem Außenraum und dem eingeschlossenen Volumen von 0,1bar
oder weniger eine Gasströmung von wenigstens 2l/s oder wenigstens 5l/s oder wenigstens
10l/s oder wenigstens 15l/s vom Außenraum durch die Perforationen in das eingeschlossene
Volumen strömen kann.
[0020] Durch die Wahl der Größe der Perforationen, sodass diese Gasströmung realisiert wird,
kann sichergestellt werden, dass ein schnelles Belüften und damit auch ein ausreichend
schneller Druckausgleich zwischen dem eingeschlossenen Volumen und der Umgebung erfolgt,
sodass der Kammerdeckel zuverlässig und schnell angehoben werden kann.
[0021] Weiterhin kann die Gesamtfläche der Perforationen größer sein als die Gesamtfläche
anderer gasdurchlässiger Flächen zwischen Schutzrahmen und Kammerdeckel. Mit dieser
Ausführungsform wird sichergestellt, dass ein Großteil der Luftströmung oder Gasströmung
durch die Perforationen selbst erfolgt und nicht durch weitere etwa fertigungsbedingt
nicht zu vermeidende gasdurchlässige Flächen, sodass die Luftströmung gezielt kontrolliert
werden kann.
[0022] In einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Schutzrahmen den Kammerdeckel zumindest
teilweise an allen in der geschlossenen Position mit der Transportebene in Kontakt
kommenden Seitenflächen umgibt oder dass der Schutzrahmen alle vom in der geschlossenen
Position eingeschlossenen Volumen wegweisenden Seitenflächen des Kammerdeckels umgibt.
[0023] Hiermit kann zum Einen die Luftströmung möglichst vorteilhaft kontrolliert werden,
zum Anderen wird ein unbeabsichtigtes Eingreifen des Bedieners in den Kammerdeckel
vermieden, was die Sicherheit eines Bedieners weiter erhöhen kann.
[0024] Die Perforationen können in einer oder mehreren sich quer zu einer Transportrichtung
der Verpackungen in der Transportebene erstreckenden Seitenflächen des Schutzrahmens
angeordnet sein.
[0025] In Transportrichtung gesehen, kann es sich bei diesen Seitenflächen des Schutzrahmens
um die Front- und die Rückseite des Schutzrahmens handeln. Mit dieser Ausführungsform
wird erreicht, dass die Luftströmung entlang oder entgegen der Transportrichtung in
das eingeschlossene Volumen hinein erfolgt, was mit Hinblick auf eine Unterstützung
der Absaugleistung vorteilhaft sein kann.
[0026] Insbesondere kann die Siegelmaschine zum Versiegeln von mit Produkt befüllten Beuteln
ausgebildet sein. Beutel sind hier als solche Verpackungen zu verstehen, die für sich
genommen keine fest vorgegebene Form aufweisen.
[0027] Die Transportebene kann ein Transportband umfassen. Mit dieser Ausführungsform wird
ein zuverlässiger Transport der Verpackungen, insbesondere bei einer Ausgestaltung
der Verpackungen als Beutel, gewährleistet.
[0028] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Versiegeln von Verpackungen mittels einer Siegelmaschine,
die Siegelmaschine umfassend eine Siegelkammer, in der Verpackungen versiegelt werden,
wobei die Siegelkammer eine Transportebene, auf der Verpackungen transportiert werden,
einen relativ zur Transportebene zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen
Position beweglichen Kammerdeckel, eine Siegeleinrichtung, die Verpackungen versiegelt,
sowie eine Absaugung, die Gas aus einem von dem Kammerdeckel und der Transportebene
eingeschlossenen Volumen absaugt, umfasst, wobei die Siegelmaschine weiterhin einen
Schutzrahmen umfasst, der kinematisch mit dem Kammerdeckel verbunden ist, und wobei
der Schutzrahmen Perforationen aufweist, durch die zumindest temporär Gas vom Außenraum
in das eingeschlossene Volumen einströmbar ist, umfasst ein Einbringen wenigstens
einer Verpackung in die Siegelkammer bei geöffneter Position des Kammerdeckels, ein
Bewegen des Kammerdeckels in die geschlossene Position, ein Absaugen von Gas innerhalb
des eingeschlossenen Volumens durch die Absaugung, ein Versiegeln der wenigstens einen
Verpackung mit der Siegeleinrichtung und ein anschließendes Bewegen des Kammerdeckels
in die geöffnete Position.
[0029] Dieses Verfahren gestattet ein Versiegeln von Verpackungen unter kontrollierten Bedingungen
wobei gleichzeitig ein erhöhter Durchsatz erreicht werden kann.
[0030] In einer Ausführungsform des Verfahrens ist der Schutzrahmen mit dem Kammerdeckel
kinematisch so verbunden, dass der Schutzrahmen bei einer Bewegung des Kammerdeckels
von der geschlossenen Position in die geöffnete Position der Bewegung des Kammerdeckels
nachläuft. Diese Ausführungsform gewährleistet die Sicherheit eines Bedieners.
[0031] Es kann vorgesehen sein, dass die Siegelmaschine weiterhin einen Absperrmechanismus
zum selektiven Öffnen und Verschließen eines Teils der oder aller Perforationen umfasst.
Hiermit kann die Luftströmung und die Menge des eingebrachten Gases kontrolliert werden.
Insbesondere kann der Absperrmechanismus als automatischer Absperrmechanismus beziehungsweise
als automatisch angetriebener Absperrmechanismus, der etwa über eine geeignete Steuereinheit
und/oder einen Elektroantrieb angetrieben wird, ausgestaltet sein.
[0032] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass der Teil der Perforationen oder alle Perforationen
verschlossen wird/werden, bevor Gas innerhalb des geschlossenen Volumens abgesaugt
wird, und dass der Teil der Perforationen oder alle Perforationen geöffnet wird/werden,
nachdem die wenigstens eine Verpackung versiegelt wurde und bevor der Kammerdeckel
in die geöffnete Position bewegt wird. Hiermit wird der Gasfluss und insbesondere
die Strömungsrichtung von aus der Umgebung in das eingeschlossene Volumen eindringender
Gasströmungen kontrolliert.
[0033] Es kann vorgesehen sein, dass durch die Perforationen bei einem Druckunterschied
zwischen dem Außenraum und dem eingeschlossenen Volumen von 0,1bar oder weniger eine
Gasströmung von wenigstens 2l/s oder wenigstens 5l/s oder wenigstens 10l/s oder wenigstens
15l/s vom Außenraum durch die Perforationen in das eingeschlossene Volumen strömt.
[0034] Hierdurch wird die Absaugleistung in dem eingeschlossenen Volumen günstig beeinflusst
und gleichzeitig der erzielbare Durchsatz erhöht.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0035]
- Figuren 1a und 1b
- zeigen eine Ausführungsform einer Siegelmaschine
- Figuren 2a und 2b
- zeigen verschiedene Ausführungsformen des Schutzrahmens
- Figur 3
- zeigt ein Fließschema eines Verfahrens gemäß einer Ausführungsform
Ausführliche Beschreibung
[0036] Fig. 1a zeigt eine Siegelmaschine 100 gemäß einer Ausführungsform.
[0037] Die Siegelmaschine 100 umfasst in der hier dargestellten Ausführungsform einen als
Siegelkammer 110 bezeichneten Bereich, in dem ein Versiegeln von Verpackungen 130
mit darin eingebrachtem Produkt 131 erfolgen kann. Bei den Verpackungen kann es sich
insbesondere um Lebensmittel, wie Wurstwaren oder Käsewaren handeln. Die Verpackungen
können bevorzugt aus Kunststoff bestehen oder Kunststoff umfassen. Dabei müssen die
Verpackungen nicht als starre Verpackungen im Sinne von Verpackungen mit vorgegebener
Form (etwa als eine Verpackungsmulde aufweisend) ausgeführt sein. Umfasst sind auch
Verpackungen ohne feste Form, etwa Beutel.
[0038] Um das Versiegeln der Verpackungen auszuführen, umfasst die Siegelkammer 110 eine
Transportebene E, auf der die Verpackungen 130 transportiert werden und die sich nicht
nur im Bereich der Siegelkammer sondern auch außerhalb der Siegelkammer, etwa im Bereich
eines Transportbandes 180, das Verpackungen entlang der Transportrichtung T der Siegelkammer
zuführen kann, erstrecken kann. Die Transportebene E kann als ein Transportband umfassend
ausgebildet sein, sodass ein Transport der Verpackungen auch innerhalb der Siegelkammer
möglich ist. Dies kann das Positionieren der Verpackungen erleichtern.
[0039] Im Bereich des Transportbandes oder zumindest vor Einbringen der Verpackungen in
die Siegelkammer 110 kann optional eine Schneideinrichtung 181 angeordnet sein, die
überschüssige Teile der Verpackung, die sich beispielsweise über die Siegelkammer
hinaus erstrecken könnten, abtrennen kann.
[0040] Zusätzlich umfasst die Siegelkammer 110 einen Kammerdeckel 101, der in der Fig. 1a
in seiner geöffneten Position dargestellt ist.
[0041] Der Kammerdeckel 101 kann entlang der dargestellten Doppelpfeilrichtung in Richtung
auf die Transportebene E zu und von dieser weg bewegt werden.
[0042] In einer Endposition befindet sich der Kammerdeckel dabei in seiner geschlossenen
Position, in der er zusammen mit der Transportebene E ein Volumen einschließt, innerhalb
dem sich wenigstens eine Verpackung zum Versiegeln der Verpackung befinden kann. In
der anderen Endposition befindet sich der Kammerdeckel in der in Fig. 1a dargestellten,
geöffneten Position, sodass Verpackungen 130 in den Bereich der Siegelkammer verbracht
werden können, und/oder bereits versiegelte Verpackungen aus der Siegelkammer entfernt
werden können. Hierzu kann, muss jedoch nicht stromabwärts der Siegelkammer 110 ein
weiteres Transportband angeordnet sein, das ein Weitertransportieren der versiegelten
Verpackungen bewirken kann.
[0043] Die Siegelmaschine umfasst bevorzugt weitere mit Bezug auf die Fig. 1b beschriebene
Komponenten, die auch allgemein als Siegeleinrichtung bezeichnet werden können, um
ein Versiegeln der Verpackungen zu ermöglichen.
[0044] Weiterhin ist in der Fig. 1a ein Schutzrahmen 102 dargestellt. Dieser umgibt entsprechend
der Darstellung in der Fig. 1a den Kammerdeckel 101 zumindest teilweise.
[0045] In der hier dargestellten Ausführungsform umgibt der Schutzrahmen 102 den Kammerdeckel
zumindest an einem Teil der senkrecht auf der Transportebene E stehenden Seitenflächen
des Kammerdeckels. Es kann auch vorgesehen sein, dass der Schutzrahmen 102 den Kammerdeckel
101 vollständig umgibt, bis auf die den Verpackungen zugewandte Seite des Kammerdeckels
101, da diese Seite, wie mit Bezug auf Fig. 1b noch weiter beschrieben wird, die Versiegelung
der Verpackungen zusammen mit gegebenenfalls weiteren Komponenten der Siegelkammer
bewirken kann oder in diesem Zusammenhang eine Funktion erfüllt.
[0046] Der Schutzrahmen 102 kann aus einem Metall, insbesondere Edelstahl gefertigt sein
oder eine äußere, Edelstahl umfassende Beschichtung aufweisen, sodass Korrosion und
insbesondere Verunreinigungen durch Bakterien oder Ähnliches vermieden werden können.
Alternativ kann der Schutzrahmen 102 auch teilweise oder vollständig aus Plexiglas
oder einem Kunststoff gefertigt sein, sodass der Schutzrahmen beispielsweise ganz
oder teilweise transparent ist. Dies erleichtert dem Bediener die Bewegung des Kammerdeckels
auch im Bereich des Schutzrahmens zu verfolgen, sodass das Verletzungsrisiko minimiert
werden kann.
[0047] Erfindungsgemäß umfasst der Schutzrahmen an zumindest einer Seitenfläche, die bevorzugt
vertikal zur Transportebene E verläuft, eine Anzahl Perforationen 150.
[0048] Diese Perforationen 150 erstrecken sich durch das Material des Schutzrahmens 102
hindurch, sodass bei geschlossener Position des Kammerdeckels 101 durch die Perforationen
eine Verbindung zwischen dem die Siegelkammer 110 umgebenden äußeren Raum und dem
durch den Kammerdeckel und die Transportebene E eingeschlossenen Volumen oder zumindest
dem innerhalb des Schutzrahmens liegenden Bereich des Kammerdeckels 101 eine Verbindung
hergestellt wird.
[0049] Hiermit wird eine Luftströmung in das von dem Kammerdeckel und der Transportebene
E eingeschlossene Volumen durch die Perforationen 150 des Schutzrahmens ermöglicht.
[0050] Während im geschlossenem Zustand des Kammerdeckels Dichtungen ein Eindringen von
Luft verhindern können, sodass die Umgebungsluft oder -gas zumindest während des Versiegelns
der Verpackungen 130 nicht in das eingeschlossene Volumen eindringt, wird nach dem
Versiegeln der Verpackungen der Kammerdeckel wieder angehoben, um die Verpackungen
aus dem eingeschlossenen Volumen heraus zu befördern beziehungsweise neue Verpackungen
in das Volumen einzubringen. Üblicherweise erfolgt das Anheben des Kammerdeckels bereits
bevor ein vollständiger Druckausgleich erfolgt ist.
[0051] Daher muss der Kammerdeckel zumindest teilweise gegen den Umgebungsdruck, der höher
ist als der in dem eingeschlossenen Volumen herrschende Druck, angehoben werden. Um
einen schnelleren Druckausgleich zu erreichen, lenken die Perforationen 150 beim Anheben
des Kammerdeckels eine Luft- oder Gasströmung in dem von dem Kammerdeckel und der
Transportebene E zumindest teilweise eingeschlossenen Bereich beziehungsweise das
zumindest teilweise eingeschlossene Volumen, zumindest während der Kammerdeckel bereits
angehoben wird, sodass der Druckausgleich schneller erfolgt. Dadurch können dem Anheben
des Kammerdeckels entgegenwirkende Kräfte minimiert werden, was es ermöglicht, den
Kammerdeckel schneller anzuheben. Hierdurch kann vorteilhaft der Durchsatz der Siegelmaschine
gesteigert werden.
[0052] Fig. 1b zeigt hierzu einen Querschnitt durch die Siegelkammer 110 entlang einer Ebene,
die senkrecht auf der Transportrichtung T entsprechend der Fig. 1a steht.
[0053] In der hier dargestellten Ausführungsform ist der durch den Kammerdeckel 101 und
die Transportebene E eingeschlossene Bereich beziehungsweise das eingeschlossene Volumen
V zu erkennen. Als den Kammerdeckel 101 zumindest an einer hier dargestellten Seitenfläche
von außen umgebend ist der Schutzrahmen 102 dargestellt.
[0054] Der Schutzrahmen 102 und der Kammerdeckel 101 können durch einen gemeinsamen Antrieb,
etwa einen Elektromotor angetrieben werden. Schutzrahmen 102 und Kammerdeckel 101
können bevorzugt zumindest bei der Bewegung des Kammerdeckels von der geschlossenen
in die geöffnete Position versetzt zueinander bewegt werden, sodass der Schutzrahmen
102 der Bewegung des Kammerdeckels 101 nachläuft. Hierdurch wird ein Eingreifen des
Bedieners unmittelbar unter den Kammerdeckel vermieden. Anstelle eines gemeinsamen
Antriebs können auch separate Antriebe für die Bewegung des Schutzrahmens 102 und
den Kammerdeckel 101 vorgesehen sein, die dann so gesteuert werden, dass die nachlaufende
Bewegung des Schutzrahmens optional realisiert werden kann.
[0055] In der in Fig. 1b gezeigten Ausführungsform ist alternativ zu separaten Antrieben
vorgesehen, dass der Schutzrahmen 102 und der Kammerdeckel 101 über einen Mitnehmer
111 des Kammerdeckels, der in einer Führung 103 des Schutzrahmens bewegt werden kann
(entsprechend der dargestellten Doppelpfeilrichtung) verbunden. In diesem Fall kann
vorgesehen sein, dass nur der Kammerdeckel 101 über einen Antrieb (hier nicht dargestellt)
bewegt wird und durch den Mitnehmer eine Bewegung des Schutzrahmens 102 indirekt über
den Kammerdeckel 101 erfolgt.
[0056] In der abgesenkten beziehungsweise geschlossenen Position des Kammerdeckels 101,
die in der Fig. 1b dargestellt ist, hat die obere Oberfläche des Mitnehmers 111 zu
der oberen Begrenzung der Führung 103 des Schutzrahmens einen Abstand h. Wird der
Kammerdeckel 101 nun angehoben, so läuft der Mitnehmer 111 in der Führung 103 des
Schutzrahmens entlang und schlägt nach einer Distanz h an das obere Ende der Führung
103 an. Ab diesem Moment wird der Schutzrahmen 102 mit dem Kammerdeckel mitgeführt.
[0057] Dies bedeutet, dass zumindest in der hier dargestellten Ausführungsform der Schutzrahmen
102 der Bewegung des Kammerdeckels von der geschlossenen Position in die geöffnete
Position nacheilt (nämlich entsprechend der Nacheilstrecke h). Hierdurch wird sichergestellt,
dass ein Bediener nicht unabsichtlich in den Bereich des Kammerdeckels eingreift,
da er hierzu von unten unter dem Schutzrahmen 102 hindurchgreifen müsste. Gleichzeitig
wird hierdurch beim Absenken des Kammerdeckels in die geschlossene Position erreicht,
dass zunächst der Schutzrahmen auf der Transportebene E aufliegt und der Kammerdeckel
101 diese Position erst später erreicht
[0058] (nach weiterer Zurücklegung der Strecke h). Hierdurch wird auch beim Schließen des
Kammerdeckels 101 ein versehentliches Eingreifen eines Bedieners erkannt und die Abwärtsbewegung
dann sofort gestoppt.
[0059] Vorteilhaft kann die Strecke h beispielsweise 5cm bis 10cm betragen. Hiermit wird
ein ausreichend frühes Absenken des Schutzrahmens erreicht, bevor der Kammerdeckel
die Transportebene E erreicht, sodass das Verletzungsrisiko für Bediener möglichst
weit reduziert wird.
[0060] Diese Ausgestaltung, bei der der Schutzrahmen 102 dem Kammerdeckel 101 nachläuft,
ist jedoch so nicht zwingend.
[0061] Ebenso können Mitläufer und Führung 103 ausgetauscht werden, sodass der Mitläufer
an Schutzrahmen 102 angeordnet ist wohingegen die Führung mit dem Kammerdeckel 101
mitbewegbar angeordnet ist.
[0062] Im Innenraum des Kammerdeckels 101 sind als Teil des Kammerdeckels und/oder der Siegelkammer
110 bevorzugt weitere Komponenten angeordnet.
[0063] So sind als Teil des Kammerdeckels und der Siegelkammer 110 optionale Dichtungen
124 und 125 gezeigt, die das eingeschlossene Volumen V bei geschlossener Position
des Kammerdeckels 101 von der Umgebung abtrennen können, sodass ein durch die Absaugung
140 im eingeschlossenen Volumen V erzeugter Unterdruck gehalten werden kann. Die Absaugung
kann etwa als Vakuumpumpe ausgestaltet sein, um sich in dem eingeschlossenen Volumen
befindliches Gas (insbesondere Luft) vor dem Versiegeln der Verpackungen abzusaugen.
[0064] Weiterhin ist eine Siegeleinrichtung 120 dargestellt, die entlang der gezeigten Doppelpfeilrichtung
beweglich angeordnet sein kann, um etwa mit Hilfe eines Siegelstempels 123 einen Teil
der Verpackung 130 zu versiegeln. Der Siegelstempel kann hierzu die Verpackung erhitzen,
sodass das Kunststoffmaterial der Verpackung in diesem Bereich schmilzt und so etwa
aufeinander aufliegende Folienteile eines Folienbeutels miteinander verbunden werden,
was ein Versiegeln des Folienbeutels erreicht. Weiterhin können Halteelemente 121
und 122 vorgesehen sein, die zumindest während des Versiegelns die Verpackung fixieren.
[0065] Die Verbindung zwischen Kammerdeckel 101 und Schutzrahmen 102, die in der Ausführungsform
gemäß der Fig. 1b dargestellt ist, ist hier nur beispielhaft. Jede kinematische Verbindung
zwischen dem Schutzrahmen 102 und dem Kammerdeckel 101 kann vorgesehen werden, wobei
eine Bewegung des Kammerdeckels 101 zumindest teilweise ebenfalls zu einer Bewegung
des Schutzrahmens 102 derart erfolgt, dass der Schutzrahmen der Bewegung des Kammerdeckels
im Wesentlichen folgt oder ihr zumindest nachläuft.
[0066] In der in Fig. 1a und in der Fig. 1b dargestellten Ausführungsform sind die Verpackungen
als Beutel dargestellt, die aus Kunststoff bestehen oder Kunststoff umfassen aber
flexibel derart sind, dass sie bei Zimmertemperatur keine fest definierte Form besitzen.
Stattdessen oder zusätzlich können auch Verpackungen mit fester Form, beispielsweise
in Form von Verpackungsmulden, die in der Siegelkammer mit einer Deckfolie versehen
werden, durch die Siegelmaschine 100 versiegelt werden. In einem solchen Fall kann
dann vorgesehen sein, dass in der Transportebene E eine oder mehrere Mulden zum Aufnehmen
der Verpackungsmulden angeordnet sein. Diese Ausgestaltungen sind grundsätzlich bekannt.
[0067] In der Fig. 1b sind die Perforationen in dem Schutzrahmen 150 nicht dargestellt,
können jedoch prinzipiell auch in dem hier dargestellten Teil des Schutzrahmens 102
vorgesehen sein.
[0068] Die Fig. 2a und 2b zeigen Ausführungsformen des Schutzrahmens unabhängig von dem
Kammerdeckel selbst. Sämtlich in Bezug auf den Kammerdeckel bereits beschriebenen
Ausführungsformen zu den Fig. 1a und 1b sind jedoch mit den hier beschriebenen Ausführungsformen
in den Fig. 2a und 2b als kombinierbar vorgesehen.
[0069] In der Fig. 2a umfasst der Kammerdeckel vier Seitenflächen 221 bis 224. Alle diese
Seitenflächen erstrecken sich im Wesentlichen vertikal zur Transportebene E, wobei
hier geringfügige Abweichungen von dem vertikalen Verlauf dieser Seitenflächen mit
umfasst sind, abhängig von der Form der Seitenflächen und deren Positionierung relativ
zur Transportebene. So kann der Schutzrahmen beispielsweise vier Seitenflächen umfassen,
die zusammen einen Kegelstumpf (ohne abgeschlossene Deckfläche und ohne abgeschlossene
Grundfläche) bilden, sodass die einzelnen Seitenflächen dieses Kegelstumpfes nicht
exakt vertikal auf der Transportebene stehen. Es kann auch vorgesehen sein, dass lediglich
eine, zwei oder drei der Seitenflächen nicht vertikal auf der Transportebene stehen,
die übrige Seitenfläche jedoch schon.
[0070] Während der Schutzrahmen in der Fig. 2a und auch den übrigen Ausführungsformen stets
als vier Seitenflächen aufweisend beschrieben wird, kann der Schutzrahmen, je nach
Ausgestaltung des Kammerdeckels oder Zweckmäßigkeit jedoch auch mehr oder weniger
Seitenflächen (beispielsweise drei Seitenflächen oder 5 Seitenflächen) aufweisen.
[0071] In der hier dargestellten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Seitenfläche 221
und die Seitenfläche 222, die senkrecht zur Transportrichtung T verlaufen beziehungsweise
quer zur Transportrichtung angeordnet sind, mit Perforationen 251 beziehungsweise
252 versehen sind. Hierdurch wird eine Luftströmung in Transportrichtung beziehungsweise
entgegen der Transportrichtung bewirkt, was insbesondere mit Hinblick auf eventuell
innerhalb des eingeschlossenen Volumens verbleibende Beutelreste vorteilhaft sein
kann. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass in lediglich einer Seitenfläche,
etwa der Seitenfläche 221 oder der Seitenfläche 222 Perforationen vorgesehen sind.
[0072] Wenn auch in der Fig. 2a nicht dargestellt, kann ferner vorgesehen sein, dass auch
oder alternativ zu den Perforationen 251 und 252 in den Seitenflächen 221 und 222
in einer oder beiden der übrigen Seitenflächen 223 und 224 Perforationen angeordnet
sind.
[0073] Die Ausgestaltung der Perforationen ist grundsätzlich beliebig. Fertigungstechnisch
bevorzugt kann jedoch sein, dass die Perforationen als Löcher oder Langlöcher in einer
oder mehreren Reihen angeordnet sind.
[0074] In einigen Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass die Gesamtfläche der Perforationen
beziehungsweise die gesamte für eine Luftströmung zur Verfügung stehende Querschnittsfläche
der Perforationen größer ist als die Fläche aller übrigen gasdurchlässigen Flächen
zwischen dem Schutzrahmen und dem Kammerdeckel. Fertigungsbedingt ist eine absolute
Luftdichtigkeit beziehungsweise Gasdichtigkeit zwischen dem Kammerdeckel und der Transportebene
beziehungsweise dem Kammerdeckel und dem Schutzrahmen nicht oder nur mit sehr großem
Aufwand erreichbar. Damit ist es im Betrieb der Siegelmaschine schwierig, eine Luftströmung
auch durch diese gasdurchlässigen Bereiche zu vermeiden. Wird jedoch die Gesamtfläche
der Perforationen größer gewählt als die Gesamtfläche der sonstigen gasdurchlässigen
Flächen zwischen dem Schutzrahmen und dem Kammerdeckel, so kann die Gasströmung vorteilhaft
entsprechend dem Verhältnis der Gesamtflächen so gesteuert werden, dass ein größerer
Teil der Luftströmung durch die Perforationen hindurch und damit gezielt in das eingeschlossene
Volumen geleitet werden können.
[0075] Bevorzugt entspricht die Gesamtfläche der Perforationen zumindest dem 1,1 -fachen
der Gesamtfläche aller anderen gasdurchlässigen Flächen zwischen Schutzrahmen und
Kammerdeckel. Besonders bevorzugt kann die Gesamtfläche der Perforationen 50 % größer
sein als die Gesamtfläche der übrigen gasdurchlässigen Flächen zwischen Schutzrahmen
und Kammerdeckel, besonders bevorzugt ist die Gesamtfläche der Perforationen doppelt
so groß wie die Gesamtfläche anderer gasdurchlässiger Flächen zwischen Schutzrahmen
und Kammerdeckel.
[0076] Die Größe der Perforationen und auch das relative Verhältnis zur Gesamtfläche der
übrigen gasdurchlässigen Flächen kann hier nicht nur abhängig von der gewünschten
Führung der Luftströmung gewählt werden, sondern auch abhängig davon, wie groß bei
einem gegebenen Druckunterschied zwischen eingeschlossenem Volumen und Umgebung die
Gasströmung (in l/s) sein soll.
[0077] So kann in einigen Ausführungsformen die Gesamtfläche der Perforationen so gewählt
werden, dass bei einem Druckunterschied zwischen dem Außenraum der Siegelmaschine
und dem eingeschlossenen Volumen von 0,1bar eine Gasströmung von wenigstens 2l/s oder
wenigstens 5l/s oder wenigstens 10l/s oder wenigstens 15l/s bewirkt wird. Diese Gasströmung
ist abhängig von der Durchflussgeschwindigkeit und diese wiederrum von der Druckdifferenz,
sodass die bereitzustellende Fläche der Perforationen von angestrebten Prozessparametern
abhängig gewählt werden kann.
[0078] Hiermit kann beispielsweise die Geschwindigkeit, mit der der Kammerdeckel angehoben
werden kann, gesteigert werden, sodass der Durchsatz vorteilhaft erhöht werden kann.
[0079] In den bisher beschriebenen Ausführungsformen waren die Perforationen stets als geöffnete
Bereiche des Schutzrahmens beschrieben worden. Dies können beispielsweise Löcher,
Langlöcher oder Schlitze sein, die in einer oder mehreren Reihen parallel zueinander
oder in einem beliebigen Muster angeordnet sein können. Die Erfindung ist diesbezüglich
nicht beschränkt.
[0080] Es kann jedoch vorteilhaft sein, wenn die Perforationen gezielt verschlossen und
geöffnet werden können, um beispielsweise einen Luftstrom oder Gasstrom durch die
Perforationen hindurch bei geschlossenem Kammerdeckel zu vermeiden, zumindest während
ein Versiegeln der Verpackungen erfolgt, sodass ein unerwünschter Eintritt von Gasen
in die Verpackungen während des Versiegelns vermieden wird bzw. die Absaugleistung
nicht nachteilig durch die Perforationen nachströmendes Gas beeinflusst wird.
[0081] Hierzu zeigt Fig. 2b eine Ausführungsform, bei der ein Absperrmechanismus 290 vorgesehen
ist, der ein selektives Öffnen und Verschließen zumindest eines Teils der Perforationen
ermöglicht. Die Perforationen sind im Schutzrahmen 202 hier als die Vielzahl von Perforationen
251 dargestellt. Der Absperrmechanismus umfasst in der hier dargestellten Ausführungsform
einen Schieber 291, der vor die Perforationen geschoben werden kann (entlang der dargestellten
Doppelpfeilrichtung), wobei der Schieber in der hier dargestellten Ausführungsform
etwa durch einen Antrieb (wie einen Elektromotor) 292, der mit einer Steuereinrichtung
293 des Absperrmechanismus (etwa ein Mikroprozessor oder Ähnliches) verbunden ist,
betätigt werden. Steuereinrichtung 293 und Antrieb 292 sind hier als Teil des Schutzrahmens
oder in diesen integriert dargestellt. Diese Ausgestaltung ist so nicht zwingend.
So kann die Steuereinrichtung etwa auch als Teil der Steuereinheit der Siegelmaschine
ausgestaltet sein und kann außerhalb des Schutzrahmens angeordnet sein und über geeignete
Mittel zum Signalaustausch und oder zur Übertragung von Energie, wie Strom, an den
Antrieb 292 mit diesem verbunden sein.
[0082] Bevorzugt kann der relative Anteil der von dem Schieber 291 abgesperrten Perforationen
verglichen mit der Gesamtheit der Perforationen 251 eingestellt werden, womit auch
die Gasströmung durch die Perforationen beeinflusst werden kann. Mit dieser Ausführungsform
ist es nicht nur möglich, den Gasstrom an sich zu steuern (also insbesondere die Menge
an einströmendem Gas), sondern auch zu steuern, in welche Richtung diese Gasströmung
erfolgt.
[0083] In Kombination mit der Ausführungsform der Fig. 2a kann beispielsweise sowohl für
die vordere Seitenfläche 221 als auch für die hintere Seitenfläche 222 ein entsprechender
Absperrmechanismus für die Perforationen 251 und 252 (und/oder ein Absperrmechanismus
für weitere ggf. in den übrigen Seitenflächen vorgesehenen Perforationen) vorgesehen
sein, wobei diese Absperrmechanismen bevorzugt unabhängig voneinander betätigbar sind.
Somit kann beispielsweise nur einer der Absperrmechanismen betätigt werden, um Perforationen
zu öffnen oder zu verschließen oder beide können simultan betätigt werden oder abhängig
von der zu erzielenden Gasströmung kann einer oder beide betätigt werden, um einen
Teil oder die gesamten Perforationen freizugeben.
[0084] Bevorzugt kann der Schieber 291 über Dichtelemente verfügen, die ein Abdichten der
hinter dem Schieber 291 verdeckten Perforationen erlaubt, wobei das Dichtelement beispielsweise
als Dichtlippe 294 an der äußeren Umrandung des Schiebers 291 in Richtung der Perforationen
251 angeordnet sein kann und an der Oberfläche des Schutzrahmens 202 zumindest teilweise
aufliegen kann.
[0085] Die Dichtlippe kann etwa aus Polyurethan, Gummi oder anderen flexiblen Stoffen, insbesondere
Kunststoffen bestehen oder diese umfassen.
[0086] Fig. 3 zeigt ein Fließschema, das ein Verfahren zum Versiegeln von Verpackungen mittels
einer Siegelmaschine entsprechend einer der vorangegangenen Ausführungsformen zeigt.
[0087] Das Verfahren beginnt im Schritt 301, der umfasst, dass eine oder mehrere Verpackungen
in die Siegelkammer 110 entsprechend Fig. 1a eingebracht werden. Davor können die
Verpackungen etwa durch die Schneideinrichtungen 181, wie sie in der Fig. 1a dargestellt
sind, zugeschnitten oder überstehende Beutelhälse abgetrennt werden. Während des Schritts
301 befindet sich der Kammerdeckel nicht in der geschlossenen Position. Bevorzugt
befindet er sich während des Einbringens der Verpackungen in der geöffneten Position.
[0088] Nachdem die Anzahl der Verpackungen in der Siegelkammer positioniert wurde oder bereits
während des Positionierens der Verpackungen in der Siegelkammer kann im Schritt 302
ein Bewegen des Kammerdeckels aus der geöffneten Position in die geschlossene Position
erfolgen, sodass die Verpackungen nach Abschluss dieses Schrittes in dem von Transportebene
E und dem Kammerdeckel eingeschlossenen Volumen eingeschlossen sind. Zusammen mit
dem Kammerdeckel wird dabei auch der Schutzrahmen bewegt. Dieser kann etwa synchron
mit dem Kammerdeckel bewegt werden oder dessen Bewegung nachlaufen, wie dies bereits
mit Bezug auf Fig. 1a beschrieben wurde.
[0089] Ist der Kammerdeckel geschlossen und somit das Volumen, in dem sich die zu versiegelnden
Verpackungen befinden, vom Außenraum abgetrennt, kann ein Absaugen von Gas innerhalb
des Kammerdeckels im Schritt 303 erfolgen. Üblicherweise handelt es sich hierbei um
ein Absaugen von Luft. Findet das Befüllen der Verpackungen bereits unter Schutzatmosphäre,
beispielsweise unter Stickstoffatmosphäre, statt, erfolgt ein Absaugen des entsprechenden
Gases, also Stickstoff. Der Verfahrensschritt 303 ist nicht auf das Absaugen eines
bestimmten Gases beschränkt.
[0090] Ist das Gas bis zu einem gewünschten Innendruck in dem eingeschlossenen Volumen abgesaugt
und damit auch aus den Verpackungen entfernt, kann im Schritt 304 ein Versiegeln der
Verpackungen erfolgen. Dabei können, sofern in der Siegelkammer mehrere Verpackungen
eingebracht sind, entweder alle Verpackungen gleichzeitig oder einzeln nacheinander
oder gruppenweise versiegelt werden.
[0091] Nachdem alle Verpackungen versiegelt wurden, wird dann im Schritt 305 der Kammerdeckel
wieder in seine geöffnete Position verbracht, wobei ein Belüften des eingeschlossenen
Volumens erfolgt, bis dieses auf Umgebungsdruck belüftet wurde.
[0092] Hierzu kann insbesondere mit Beginn der Bewegung des Kammerdeckels, sofern vorgesehen,
der Absperrmechanismus für die Perforationen betätigt werden, um die Perforationen
freizugeben, sodass ein schnelleres Belüften beziehungsweise ein schnellerer Druckausgleich
erfolgen kann, auch wenn der Schutzrahmen der Bewegung des Kammerdeckels nachläuft.
[0093] Anschließend können die Verpackungen aus der Siegelkammer entfernt werden und gleichzeitig
damit oder zeitlich versetzt dazu weitere Verpackungen in die Siegelkammer zum Versiegeln
eingebracht werden, sodass sich das Verfahren dann mit Schritt 301 wiederholt.
1. Siegelmaschine (100) zum Versiegeln von Verpackungen (130), die Siegelmaschine umfassend
eine Siegelkammer (110), in der Verpackungen versiegelt werden können, wobei die Siegelkammer
eine Transportebene (E), auf der Verpackungen transportiert werden können, einen relativ
zur Transportebene zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen Position beweglichen
Kammerdeckel (101), eine Siegeleinrichtung (120) zum Versiegeln von Verpackungen,
sowie eine Absaugung (140) zum Absaugen von Gas aus einem von dem Kammerdeckel (101)
und der Transportebene eingeschlossenen Volumen (V) umfasst, wobei die Siegelmaschine
weiterhin einen Schutzrahmen (102) umfasst, der kinematisch mit dem Kammerdeckel (101)
verbunden ist, und wobei der Schutzrahmen Perforationen (150) aufweist, durch die
Gas vom Außenraum in das eingeschlossene Volumen (V) einströmbar ist.
2. Siegelmaschine (100) nach Anspruch 1, wobei die Perforationen (150) sich in einem
Bereich oberhalb der Transportebene (E) erstrecken, wenn der Kammerdeckel (101) in
der geschlossenen Position ist und/oder wenn der Kammerdeckel (101) in der geöffneten
Position ist.
3. Siegelmaschine (100) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Schutzrahmen (102) mit dem
Kammerdeckel (101) kinematisch so verbunden ist, dass der Schutzrahmen bei einer Bewegung
des Kammerdeckels von der geschlossenen Position in die geöffnete Position der Bewegung
des Kammerdeckels nachläuft.
4. Siegelmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Siegelmaschine weiterhin
einen Absperrmechanismus (290) zum selektiven Öffnen und Verschließen zumindest eines
Teils der Perforationen (251) umfasst.
5. Siegelmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Perforationen (150)
so ausgestaltet sind, dass bei einem Druckunterschied zwischen dem Außenraum und dem
eingeschlossenen Volumen von 0,1bar oder weniger eine Gasströmung von wenigstens 2l/s
oder wenigstens 5l/s oder wenigstens 10l/s oder wenigstens 15l/s vom Außenraum durch
die Perforationen in das eingeschlossene Volumen (V) strömen kann.
6. Siegelmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Gesamtfläche der
Perforationen (150) größer ist als die Gesamtfläche anderer gasdurchlässiger Flächen
zwischen Schutzrahmen (102) und Kammerdeckel (101).
7. Siegelmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Schutzrahmen (102)
den Kammerdeckel (101) zumindest teilweise an allen in der geschlossenen Position
mit der Transportebene (E) in Kontakt kommenden Seitenflächen umgibt oder wobei der
Schutzrahmen alle vom in der geschlossenen Position eingeschlossenen Volumen wegweisenden
Seitenflächen des Kammerdeckels umgibt.
8. Siegelmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Perforationen (150)
in sich quer zu einer Transportrichtung (T) der Verpackungen (130) in der Transportebene
(E) erstreckenden Seitenflächen des Schutzrahmens (102) angeordnet sind.
9. Siegelmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Siegelmaschine zum
Versiegeln von mit Produkt befüllten Beuteln ausgebildet ist.
10. Siegelmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Transportebene ein
Transportband (180) umfasst.
11. Verfahren zum Versiegeln von Verpackungen (130) mittels einer Siegelmaschine (100),
die Siegelmaschine umfassend eine Siegelkammer (110), in der Verpackungen versiegelt
werden, wobei die Siegelkammer eine Transportebene (E), auf der Verpackungen transportiert
werden, einen relativ zur Transportebene zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen
Position beweglichen Kammerdeckel (101), eine Siegeleinrichtung (120), die Verpackungen
versiegelt, sowie eine Absaugung (140), die Gas aus einem von dem Kammerdeckel und
der Transportebene eingeschlossenen Volumen (V) absaugt, umfasst, wobei die Siegelmaschine
(100) weiterhin einen Schutzrahmen (102) umfasst, der kinematisch mit dem Kammerdeckel
(101) verbunden ist, und wobei der Schutzrahmen Perforationen (150) aufweist, durch
die zumindest temporär Gas vom Außenraum in das eingeschlossene Volumen (V) einströmbar
ist, wobei das Verfahren ein Einbringen (301) wenigstens einer Verpackung in die Siegelkammer
bei geöffneter Position des Kammerdeckels, ein Bewegen des Kammerdeckels (302) in
die geschlossene Position, ein Absaugen (303) von Gas innerhalb des eingeschlossenen
Volumens durch die Absaugung, ein Versiegeln (304) der wenigstens einen Verpackung
mit der Siegeleinrichtung und ein anschließendes Bewegen (305) des Kammerdeckels in
die geöffnete Position umfasst.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei der Schutzrahmen (102) mit dem Kammerdeckel (101)
kinematisch so verbunden ist, dass der Schutzrahmen bei einer Bewegung des Kammerdeckels
von der geschlossenen Position in die geöffnete Position der Bewegung des Kammerdeckels
nachläuft.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei die Siegelmaschine (100) weiterhin einen
Absperrmechanismus (290) zum selektiven Öffnen und Verschließen eines Teils der oder
aller Perforationen (251) umfasst.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei der Teil der Perforationen (251) oder alle Perforationen
verschlossen wird/werden, bevor Gas innerhalb des geschlossenen Volumens (V) abgesaugt
wird, und/oder wobei der Teil der Perforationen (251) oder alle Perforationen geöffnet
wird/werden, nachdem die wenigstens eine Verpackung (130) versiegelt wurde und bevor
der Kammerdeckel (101) in die geöffnete Position bewegt wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei durch die Perforationen (150)
bei einem Druckunterschied zwischen dem Außenraum und dem eingeschlossenen Volumen
von 0,1bar oder weniger eine Gasströmung von wenigstens 2l/s oder wenigstens 5l/s
oder wenigstens 10l/s oder wenigstens 15l/s vom Außenraum durch die Perforationen
in das eingeschlossene Volumen (V) strömt.