[0001] Die Erfindung betrifft eine Schienenschwelle gemäß dem Oberbegriff des Anspruch 1.
Die Erfindung betrifft auch einen Gleisoberbau, ein Verfahren zur Herstellung eines
Gleisoberbaues und die Verwendung von Schienenschwellen zur Dämpfung von Schwingungen
des Schwellenkörpers quer zur Schienenerstreckungsrichtung zumindest im Frequenzbereich
von 150Hz bis 200Hz.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Schwellen zur Verlegung auf einem Schotterbett bekannt,
die an ihrer Unterseite eine mit dem Schwellenkörper fest verbundene elastische Unterlage
aufweisen. Durch diese Unterlage soll eine bessere Verteilung der Lasten und die Dämpfung
von Schwingungen in der Schwellenüberfahrfrequenz erreicht werden, wodurch sich die
Gleislagequalität über einen längeren Zeitraum erhalten lässt und damit die LCC verbessert
wird.
[0003] Die Unterlage weist jedoch den Nachteil auf, dass deren schwingungsdämpfende Funktion
aufgrund des - entsprechend dem Stand der Eisenbahntechnik begrenzten - Gesamt-Bettungsmoduls
von
C > 0,05
N/
mm3 begrenzt ist. In diesem Zusammenhang sollte eine bestimmte Steifigkeit der Unterlage
unterhalb der Schwellen nicht unterschritten werden. Eine Unterschreitung der Steifigkeit
führt zu einer Verschlechterung der Gleislagequalität bzw. Hohllagen und damit hohen
Lebensdauerkosten in einer unwirtschaftlich kurzen Zeit. Überdies führt eine zu weiche
Unterlage auch in der Geraden und insbesondere in engen Bögen zu einer Verminderung
des Querverschiebestandes des Gleisrostes mit Auswirkungen auf die Stabilität des
Gleisrostes und der Gefahr von Gleisverwerfungen.
[0004] Weiters ist bekannt, dass die Dämpfungseigenschaften einer parallel zum Flächennormalvektor
vertikal beanspruchten elastischen Schicht sehr begrenzt sind und insbesondere im
höherfrequenten Bereich gar nicht existent sind, da in diesem Frequenzbereich die
Dämpfung Null ist. Aufgrund der Anfordernisse hinsichtlich Steifigkeit der Unterlage
sind das elastische Volumen und damit auch der vertikale Federweg und damit die Dämpfung
parallel zum Flächennormalvektor durch die elastische Unterlage begrenzt, sowie insbesondere
im höherfrequenten Bereich von 100 bis 250 Hz überhaupt nicht vorhanden.
[0005] Weiters ist bekannt, dass die Besohlung der Schwellen bzw. die mit der Schwelle fest
verbundene Unterlage dazu führt, dass die Auflagefläche der - ansonsten punktförmigen
- Kontaktstellen zwischen der Schwellenunterseite und den einzelnen Schottersteinen
vergrößert wird, da sich die Schottersteine in die Unterlage drücken. Dadurch wird
die tatsächliche Auflagerfläche des Schotters von ca. 5 bis 8 % zumindest auf ca.
30 bis 35% (wobei 100% der Fläche der Schwellenunterseite entspricht) an der Unterseite
der Schwelle erhöht. Die verbesserte Dämpfung der Schienenschwingungen bei der Überfahrt
(Überfahrfrequenz) ergibt sich im Wesentlichen aufgrund der besseren Verteilung der
Lasten auf ein größeres Schottervolumen durch elastische Unterlagen der Schwellen.
[0006] Ein sich dabei stellendes Problem betrifft den Schutz der schwingungsdämpfenden Unterlage
unter gleichzeitiger Beibehaltung eines guten Halts für die Schwelle, um eine ausreichende
Stabilität der Schwelle gegen Querverschiebung im Schotter sicherzustellen, insbesondere
für Hochgeschwindigkeitsstrecken und für enge Bögen. Diese Schwellenstabilität ist
entscheidend, um eine hohe Zuverlässigkeit des durch die Schwellen getragenen Bahngleises
gegen Querverschiebung innerhalb gewisser Grenzen zu gewährleisten und auf diese Weise
jede Verformung bzw. Gleisverwerfung des Bahngleises aufgrund einer fehlenden Stabilität
des Gleisrostes durch zumindest eine Schwelle auszuschließen. In diesem Zusammenhang
soll also die Steifigkeit der Unterlage in Abhängigkeit der Gesamtbettungssteifigkeit
einen bestimmten Wert nicht unterschreiten.
[0007] Ein weiteres Problem betrifft das Auftreten von grenzzykelartigen, insbesondere durch
den Rad-Schiene-Kontakt und den torsionsweichen Radsatz induzierten Schlupfwellschwingungen,
mit einem longitudinalen, vertikalen und lateralen Orbit der Schienen- und Schwellenschwingung,
insbesondere in engen Bögen im Frequenzbereich von ca. 100 bis 250 Hz. Es ist aus
Messungen und Publikationen bekannt, dass diese höherfrequenten Schwingungen der Schiene
im engen Bogen vereinfacht als Schwebung aus Überfahrfrequenz und den Eigenfrequenzen
des Oberbaues dargestellt werden kann. Diese Schwingungen im Frequenzbereich von ca.
100 bis 250 Hz sind im Wesentlichen auch als ungedämpft zu betrachten.
[0008] Diese Schlupfwellenschwingungen führen nicht nur zur Verschlechterung der Gleislagequalität
und Gleissetzungen sondern insbesondere auch zur Musterbildung (Schlupfwellen) an
der Schienenoberfläche, insbesondere durch Veränderung der Rauigkeiten und der Materialeigenschaften
an der Schienenoberfläche, sowie durch Abrieb des Schienenmaterials bei Schlupfkraftsättigung
und durch die damit verbundene Relativbewegung zwischen Rad und Schiene, insbesondere
an der Innenschiene des Bogens. Als Folge dieser Musterbildung kommt es zu einer massiven
Gleislageverschlechterung und Hohllagen der Schwellen mit gravierend nachteiligen
Auswirkungen auf die LCC und die jährlichen Instandhaltungskosten.
[0009] Ein weiteres Problem im Hochgeschwindigkeitsbereich betrifft das Auftreten von grenzzykelartigen
Schwingungen mit einem im Wesentlichen ausgeprägten longitudinalen, vertikalen Orbit
der Schienenschwingung besondere auf Strecken mit einer Geschwindigkeit über 140 km/h
im Frequenzbereich von ca. 100 bis 250 Hz. Es ist aus Messungen und Publikationen
bekannt, dass diese höherfrequenten Schwingungen der Schiene im Geschwindigkeitsbereich
über 140 km/h im vereinfacht als Frequenznachbarschaft bzw. Resonanz aus Überfahrfrequenz
und den Eigenfrequenzen des Oberbaues dargestellt werden kann. Auch diese Schwingungen
in diesem Frequenzbereich sind entsprechend dem Stand der Technik ungedämpft.
[0010] Auch diese Schwingungen führen nicht nur zur Verschlechterung der Gleislagequalität
und Gleissetzungen bei einem Schottergleis, sondern insbesondere bei allen Oberbauarten
auch zur Musterbildung an der Schienenoberfläche, insbesondere durch Veränderung der
Rauigkeiten und des Materials selbst an der Schienenoberfläche, sowie durch Abrieb
des Schienenmaterials bei Schlupfkraftsättigung und durch die damit verbundene Relativbewegungen
zwischen Rad und Schiene, insbesondere an beiden Schienen der Schnellfahrstrecken.
Als Folge kommt es zu einer massiven Gleislageverschlechterung mit gravierenden Auswirkungen
auf die LCC und die jährlichen Instandhaltungskosten.
[0011] Die
WO2012123481A1 betrifft eine Vorrichtung zur Schwingungsdämpfung und zur Veränderung der longitudinalen
Steifigkeit, insbesondere zur Dämpfung von Longitudinalschwingungen von Schienen,
wobei die Vorrichtung zwischen einer Schiene und einer Schwelle zumindest eine an
der Schwelle anliegende Dämpfungseinlage aus einem elastisch verformbaren Material
und darüber eine formfeste Halteplatte aufweist, über welcher der Schienenfuß angeordnet
ist, wobei die elastische Dämpfungseinlage in Schienenlängsrichtung eine Erstreckung
aufweist, die größer ist als das entsprechende Maß der Schienenauflagefläche in Schienenlängsrichtung.
[0012] Aus der
EP1279769B1 ist eine Stützeinrichtung für die Schienen eines auf Schotter verlegten Bahngleises
bekannt. Die Schwellen ruhen jeweils auf einer schwingungsdämpfenden elastischen Unterlage.
Ein Trog aus einem relativ steifen Material umgibt die Grundseite und die Seitenflächen
der elastischen Unterlage und wenigstens den unteren Abschnitt der Seitenflächen der
Schwelle. Zusätzlich weist die Stützeinrichtung eine Verteilplatte aus relativ steifem
Material auf, die dazu bestimmt ist die Lastverteilung der Unterlage zu verbessern.
[0013] Die
EP0569867A1 offenbart im Zusammenhang mit einer Schienenanordnung, dass auf der Unterseite der
Schwellen eine elastische Unterlage angeordnet ist, die im Wesentlichen aus zwei Schichten
besteht, wobei die der Unterseite der Schwellen zugewandte Schicht ein elastomerer
Werkstoff ist, während die vom Schotterbett umgebene Schicht ein Vliesstoff ist. Die
Vliesstoffschicht kann in Form eines Schwellenschuhes ausgebildet sein.
[0014] Die
DE102009000316A1 offenbart einen Schwellenschuh für Querschwellen von schotterlosen Eisenbahngleissystemen.
Der Schwellenschuh ist ausgelegt, die Querschwelle zumindest teilweise aufzunehmen
und weist hierfür einen Bodenabschnitt und einen Wandabschnitt auf. Der Bodenabschnitt
ist mit dem Wandabschnitt verbunden oder in einem Stück ausgebildet, wodurch auch
eine Kopplung zwischen Bodenabschnitt und Wandabschnitt gegeben ist. Die Dämpfung
von Schwingungen ist daher grundsätzlich begrenzt.
[0015] Die
EP0440597B1 offenbart Betonschwellen, die an ihren mit dem Schotterbett beaufschlagten Flächen
zumindest eine weichelastische Beschichtung aufweisen, die mit gummielastischen Materialien
aufgebaut ist und zumindest teilweise mit der Oberfläche der Betonschwelle adhäsiv
verbunden ist. Die Beschichtung erstreckt sich durchgängig, d.h. die seitlichen Abschnitte
sind mit dem unteren Abschnitt der Beschichtung aus einem Stück ausgebildet, wodurch
sämtliche Abschnitte auch hinsichtlich ihrer Dynamik aneinander gekoppelt sind. Zwar
wird in dieser Druckschrift erwähnt, dass durch die weichelastische Beschichtung der
Betonschwellen die Kraftübertragung zwischen Rad und Schotterbett gedämpft erfolgt,
so dass insbesondere hochfrequente Schwingungen, die zu einer vorzeitigen unerwünschten
Setzung des Schotterbettes führen, nur mit geringeren Kraftspitzen weitergegeben werden,
jedoch wird hier völlig außer Acht gelassen, dass weichelastische Schichten die Anforderungen
hinsichtlich Steifigkeit der Unterlage nicht erfüllen können, wodurch weder ausreichende
Stabilität noch ein Hintanhalten von Querverschiebung und Verformung des Bahngleises
gewährleistet ist. Die eingangs erwähnten grenzzykelartigen Schwingungen im Frequenzbereich
von ca. 100 bis 250 Hz, können durch diese Vorrichtung nicht gedämpft werden. Zudem
ist die behauptete Erhöhung der Lebensdauer des Schotterbettes mit dem Vorsehen einer
weichelastischen Schicht nicht vereinbar.
[0016] Die
US20080083835A1 offenbart einen Schwellenschuh, welcher eine starre Schale umfasst, welcher den unteren
Bereich der Schwelle umgibt. Zwischen dem Boden der starren Schale und der Unterseite
des Schwellenkörpers ist eine elastische Sohlenplatte angeordnet. Zusätzlich sind
innerhalb der starren Schale seitliche elastische Pads angeordnet. Die Anbindung an
die feste Fahrbahn erfolgt ausschließlich über die starre Schale. Somit sind die Sohlenplatte
und die seitlichen Pads durch bzw. innerhalb der Schale dynamisch aneinander gekoppelt.
Zwar wird eine akustische Dämpfung behauptet (s. Fig. 5 dieser
US20080083835A1), jedoch können die mechanischen Auswirkungen der eingangs beschriebenen grenzzykelartigen
Schwingungen (Musterbildung an der Schienenoberfläche, Schlupfwellen, Abrieb, etc.)
mit einer solchen Vorrichtung jedoch nicht hintangehalten werden. Zudem weist diese
Art der Schienenbesohlung einen komplizierten und daher kostenintensiven Aufbau auf
und ist die Verwendung in einem Schotterbett gänzlich ungeeignet.
[0017] Den bekannten Lösungen haftet der Nachteil an, dass nicht nur die Stabilität des
Oberbaues unzureichend gewährleistet ist, sondern auch Schäden an der Schienenoberfläche
nicht verhindert werden können.
[0018] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden
und eine Schienenschwelle bereitzustellen, mit der einerseits nachhaltig die Gleislagequalität
erhalten bleibt, Gleislagesetzungen vermieden werden und die Stabilität des Oberbaus
verbessert wird und andererseits durch höherfrequente Schwingungen verursachte Schäden
an der Schienenoberfläche (Musterbildung, Schlupfwellen, Abrieb, etc.) effizient hintangehalten
werden können. Die Schienenschwelle soll sich zudem durch einen einfachen und kostengünstigen
Aufbau auszeichnen.
[0019] Dieses Ziel wird mit einer Schienenschwelle gemäß Anspruch 1 erreicht.
[0020] Bei der Erfindung handelt es sich somit um eine Schienenschwelle zur Verlegung auf
einem Gleisbett, insbesondere einem Schotterbett oder einem festen Gleisbett, wobei
die Schienenschwelle einen - vorzugsweise bewehrten - Schwellenkörper, insbesondere
Betonkörper, der eine Oberseite mit zumindest einer Schienenbefestigungseinrichtung,
durch die eine Schienenerstreckungsrichtung definiert ist, eine Unterseite und - sich
zwischen der Oberseite und der Unterseite erstreckende - Seitenflächen aufweist, wobei
an zumindest einer Seitenfläche des Schwellenkörpers - vorzugsweise an zwei gegenüberliegenden
Seitenflächen jeweils - eine Dämpfungseinrichtung angebracht ist. Die zumindest eine
Dämpfungseinrichtung ist eine Schubdämpfungseinrichtung zur Dämpfung von Schwingungen
des Schwellenkörpers quer (insbesondere im Wesentlichen senkrecht) zur Schienenerstreckungsrichtung
zumindest im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz, bevorzugt zumindest im Frequenzbereich
von 100Hz bis 250Hz, wobei die Schubdämpfungseinrichtung durch zumindest ein - vorzugsweise
plattenförmiges - Schubdämpfungselement gebildet ist, das mit einer Seitenfläche des
Schwellenkörpers fest verbunden ist und das eine Gleisbettankopplungsfläche an der
dem Schwellenkörper abgewandten Seite und eine schubelastische Schicht zwischen der
Seitenfläche des Schwellenkörpers und der Gleisbettankopplungsfläche zur Dämpfung
von Schubschwingungen zwischen dem Schwellenkörper und der Gleisbettankopplungsfläche
umfasst.
[0021] Die Schienenschwelle kann auch als Grenzzykel-Dämpfungsvorrichtung oder Oberbau-Grenzzykel-Dämpfer
bezeichnet werden und eignet sich für alle Elementtypen der Trassierung des Oberbaues
für Schienenfahrzeuge.
[0022] Die Schienenerstreckungsrichtung ist jene Richtung, entlang der sich der Schienenstrang
- am Ort der jeweiligen Schwelle - erstreckt. Die Schienenerstreckungsrichtung entspricht
somit im Wesentlichen auch der Fahrtrichtung. Durch die Schienenbefestigungseinrichtung
am Schwellenkörper ist die Schienenerstreckungsrichtung im Bereich einer Schwelle
bereits vorgegeben.
[0023] Unter Schwingungen quer zur Schienenerstreckungsrichtung sind somit Schwingungen
bzw. Schwingungskomponenten zu verstehen, deren Schwingungsrichtung in einer Ebene,
die quer, insbesondere im Wesentlichen senkrecht, zur Schienenerstreckungsrichtung
steht, liegt (auch Querebene genannt). Somit umfassen Schwingungen quer zur Schienenerstreckungsrichtung
auch vertikale Schwingungen (d.h. in Richtung von der Oberseite zur Unterseite der
Schwelle) und laterale Schwingungen (d.h. in Richtung von einer Stirnseite zur gegenüberliegenden
Stirnseite der Schwelle) sowie sämtliche Schwingungsmodi, welche sich aus einer Überlagerung
dieser Schwingungen ergeben.
[0024] Die Seitenflächen verbinden jeweils die Oberseite mit der Unterseite einer Schwelle.
Üblicherweise umfassen die Seitenflächen die Längsseitenflächen (erstrecken sich quer
zur Schienenerstreckungsrichtung) und Stirnseitenflächen (erstrecken sich parallel
zur Schienenerstreckungsrichtung). Sowohl auf Längsseitenflächen als auch auf Stirnseitenflächen
kann eine erfindungsgemäße Schubdämpfungseinrichtung angebracht sein.
[0025] In einer Ausführungsform ist somit zumindest eine Schubdämpfungseinrichtung an einer
Längs-Seitenfläche bzw. an einer sich quer zur Schienenerstreckungsrichtung erstreckenden
Seitenfläche des Schwellenkörpers angebracht.
[0026] In einer weiteren Ausführungsform ist zumindest eine Schubdämpfungseinrichtung an
einer Stirn-Seitenfläche bzw. an einer sich parallel zur Schienenerstreckungsrichtung
erstreckenden Seitenfläche des Schwellenkörpers angebracht.
[0027] Die Schwelle selbst kann verschiedene Form aufweisen und z.B. als Längsblockschwelle,
Blockschwelle, Rahmenschwelle (insbesondere für eine feste Fahrbahn) oder Weichenschwelle
ausgebildet sein. Die Schwelle kann, wenn sie z.B. nur eine Schiene des Schienenpaares
trägt (wie dies oftmals bei einer festen Fahrbahn der Fall ist), auch nur eine Schienenbefestigungseinrichtung
aufweisen. Bei Längsblockschwellen, die sich unter beiden Schienen des Schienenpaares
erstrecken, werden - sofern es sich nicht um Spezialschwellen, wie Weichenschwellen
handelt - üblichersweise zwei Schienenbefestigungseinrichtungen vorhanden sein. In
jedem Fall handelt es sich bei den Längsseitenflächen um jene Seiten der Schwelle,
die sich quer zur Schienenerstreckungsrichtung erstrecken.
[0028] Der Schwellenkörper wird vorzugsweise ein stahlbewehrter Betonkörper sein, jedoch
wären grundsätzlich auch andere starre Körper aus anderen schweren Materialen möglich.
[0029] Unter einem Schubdämpfungselement wird ein Element verstand, welches ausgebildet
ist, Schubschwingungen (gleichbedeutend mit Scherschwingungen) zu dämpfen. Das Schubdämpfungselement
ist somit derart ausgebildet, dass Scherverformungen zwischen der Gleisbettankopplungsfläche
und der dem Schwellenkörper zugewandten Seite des Schubdämpfungselementes entstehen
können, die dissipative Arbeit leisten. Das Schubdämpfungselement ist ein auf Scherung
beanspruchbares Element. Die Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung der Schubdämpfungseinrichtung
bzw. der Summe aller an den Seitenflächen angeordneten Schubdämpfungselemente weist
für solche Scherschwingungen (d.h. Schwingungen, bei der die dem Schwellenkörper zugewandte
Seite des Schubdämpfungselementes quer zur Schienenerstreckungsrichtung gegen die
Gleisbettankopplungsfläche schwingt, also durch Scherung zyklisch verformt, d.h. belastet
und entlastet, wird) zumindest im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz, in bevorzugter
Ausführung zumindest im Frequenzbereich von 100Hz bis 250Hz, weist somit eine Hysterese
auf (d.h. die von einer Hysteresekurve umschlossene Fläche W ist größer als 0). Die
umschlossene Fläche entspricht der dissipativen Schwingungsenergie, die im Schubdämpfungselement
(während des Zyklus Belastung und Entlastung) vernichtet bzw. in Wärme umgewandelt
wird. Mit anderen Worten: Die von der Hysteresekurve umschlossene Fläche stellt den
pro Schwingungsperiode im Werkstoff dissipierten Energiebetrag dar, ist also ein Dämpfungsmaß
für die Vorrichtung im Frequenzbereich von 100 bis 250 Hz und muss von Null verschieden
sein.
[0030] Die Verwendung der Begriffe wie Schubschwingung, Schubdämpfung bzw. Schubdämpfungselement
ist gleichbedeutend mit Scherschwingung, Scherschwingungsdämpfung bzw. Scherschwingungsdämpfungselement,
etc..
[0031] Für die Dämpfung der zyklischen Scherschwingung ist die schubelastische Schicht des
einzelnen oder mehrerer an den Seitenflächen der Schienenschwelle angebrachter Schubdämpfungselemente
verantwortlich. Hier erfolgt auch der dissipative Austrag der Schwingungsenergie.
Die schubelastische weiche Schicht kann aus Kunststoff, Gummi, Polyamid, geschäumtem
Polyurethan oder einem beliebigen anderen elastischen, natürlichen oder synthetischen
Material gebildet sein, das den auftretenden Kräften standhält.
[0032] Die Gleisbettankopplungsfläche ist jene äußere Fläche der Schwelle bzw. des Schubdämpfungselementes,
welche - im verlegten Zustand - in Kontakt mit dem Gleisbett, z.B. mit den einzelnen
Schottersteinen eines Schotterbetts, ist.
[0033] Das Gleisbett selbst kann ein Schotterbett oder auch ein festes Gleisbett (auch feste
Fahrbahn genannt) sein. Während im Falle eines Gleisbetts die Schottersteine an der
Gleisbettankopplungsfläche anliegen, kann im Falle einer festen Fahrbahn die Gleisbettankopplungsfläche
mit einer entsprechenden Aufnahme in der Fahrbahn zusammenwirken bzw. verbunden sein,
z.B. durch Schrauben oder durch das Aufliegen einer (die Gleisbettankopplungsfläche
bildenden) Ankopplungsschicht des Schubdämpfungselements auf einem dafür vorgesehenen
Vorsprung, Sockel od. dgl..
[0034] Die Schienenschwelle kann auch als Grenzzykel-Dämpfungsvorrichtung oder Oberbau-Grenzzykel-Dämpfer
bezeichnet werden, insbesondere zur Dämpfung von Komponenten, der in engen Bögen auftretenden
grenzzykelartigen Schlupfwellenschwingungen, die sich aus einer Torisons- und Biegeschwingung
des Radsatzes aufgrund der Schlupfkraftsättigung, insbesondere höherfrequenten Torsions-,
Längs- oder Biegeschwingungen der Schiene und vertikale und laterale Schwingungen
der Schwelle, zumindest im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz insbesondere in vertikaler
und lateraler Richtung in der Querebene quer zur Schienenerstreckungsrichtung.
[0035] Überdies dient die Schienenschwelle, die auch als Grenzzykel-Dämpfungsvorrichtung
oder auch als Oberbau-Grenzzykel-Dämpfer bezeichnet werden kann, insbesondere zur
Dämpfung von Komponenten, der aufgrund von Frequenz Nachbarschaften auftretenden grenzzykelartigen
Resonanz-Schwingungen im Geschwindigkeitsbereich über 140 km/h, aber auch zur Dämpfung
von Lärm- und Erschütterungsschwingungen, insbesondere in vertikaler und lateraler
Richtung in der Querebene quer zur Schienenerstreckungsrichtung.
[0036] Aufgrund der der erfindungsgemäßen Maßnahme werden die insbesondere in engen Bögen
auftretenden grenzzykelartigen, höherfrequenten Schlupfwellenschwingungen in vertikaler
und lateraler Richtung und aufgrund von Frequenz-Nachbarschaften auftretende Resonanz-Schwingungen
von Strecken mit Fahrgeschwindigkeiten über 140 km/h im Bereich von 100 bis 250 Hz
gedämpft bzw. ihr schwingungsdämpfendes Verhalten wird verbessert. Außerdem gewährleistet
diese Vorrichtung eine einheitliche Belastung und nachhaltige Kontakt- bzw. Auflagefläche,
insbesondere in Verbindung mit einer Schwellenbesohlung, während einer Überfahrt,
wodurch eine Verschlechterung der Gleislagequalität, inhomogene Gleissetzungen, auftretende
Hohllagen zwischen Schotter und Schwelle bzw. Schotterzerstörung nachhaltig vermieden
werden.
[0037] Auch Drehschwingungen um eine - annähernd in die zur Schienenerstreckungsrichtung
laterale Richtung zeigende - Drehachse oder Biegeschwingungen der Schwelle selbst
oder aus einer beliebigen Kombination der oben genannten grenzzykelartigen Schwingungen
können durch die erfindungsgemäße Maßnahme nachhaltig gedämpft werden.
[0038] Zur Erreichung einer nachhaltigen Schwingungsdämpfung ist es nicht unbedingt erforderlich,
dass sämtliche Schwellen mit einer oder mehreren erfindungsgemäßen Schubdämpfungsvorrichtung
an deren Seitenflächen (Längs- und/oder Stirnseitenflächen) ausgebildet sind. Dadurch
können die Kosten gering gehalten werden. Z.B. könnte man zumindest 50% oder zumindest
jede zweite Schwelle ohne Schubdämpfungsvorrichtung im Oberbau anordnen. Der mögliche
Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden erfindungsgemäßen Schwellen hängt vom
Schienentyp, gegebenenfalls dem Bogenradius, der höchstzulässigen Fahrgeschwindigkeit
und von der Art der Schubdämpfungsvorrichtungen.
[0039] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die durch zumindest
ein Schubdämpfungselement gebildete Schubdämpfungseinrichtung hinsichtlich einer elastischen
Schubschwingung, bei der die dem Schwellenkörper zugewandte Seite des zumindest einen
Schubdämpfungselementes quer zur Schienenerstreckungsrichtung gegen die Gleisbettankopplungsfläche
schwingt, im Frequenzbereich von 150Hz bis 250Hz, in bevorzugter Ausführung im Frequenzbereich
von 100Hz bis 250Hz, eine Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung mit einer Hysterese
aufweist, die folgende Eigenschaft aufweist: die von einer Hysteresekurve umschlossene
Fläche W ist größer als a
2/8, vorzugsweise größer als a
2/6, wobei a in der Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung der Abstand zwischen
dem Nullpunkt und jenem Punkt der Hysteresekurve, der der größten Schubverformung
entspricht, ist. Aufgrund dieser besonderen Eigenschaft des Schubdämpfungselementes,
welche im Wesentlichen durch die schubelastische Schicht bedingt ist, kann so viel
Energie dissipiert werden, dass die Schwingungen bei der Überfahrt nachhaltig gedämpft
werden, wodurch Schäden an Schiene und Gleisbett auf lange Zeit hintangehalten werden.
Die Lebensdauer eines solchen Oberbaus verlängert sich dabei deutlich.
[0040] Alternativ dazu - insbesondere, wenn das Schubdämpfungselement nur eine schubelastische
Schicht aufweist (und z.B. nicht einen sandwichartigen Verbund mehrerer schubelastischen
Schichten umfasst) - kann eine Ausführungsform derart definiert werden, dass die schubelastische
Schicht hinsichtlich einer Schubschwingung, bei der die dem Schwellenkörper zugewandte
Seite der schubelastischen Schicht quer zur Schienenerstreckungsrichtung gegen die
dem Schwellenkörper abgewandte Seite der schubelastischen Schicht schwingt, im Frequenzbereich
von 150Hz bis 200Hz eine Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung mit einer Hysterese
aufweist, die folgende Eigenschaft aufweist: die von einer Hysteresekurve umschlossene
Fläche W ist größer als a
2/8, vorzugsweise größer als a
2/6, wobei a in der Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung der Abstand zwischen
dem Nullpunkt und jenem Punkt der Hysteresekurve, der der größten Schubverformung
entspricht, ist.
[0041] Die oben genannten bevorzugten Dämpfungseigenschaften ergeben sich im Einzelfall
grundsätzlich aus direkten Messungen der Schwingungen am jeweiligen Oberbau-Typ in
Abhängigkeit der Spurweite, Achslasten und Schienenfahrzeugtypen. Die oben genannten
bevorzugten Dämpfungseigenschaften können (oder müssen entsprechend dem Anforderungsprofil)
auch mittels direkten Versuchen an einer Schwelle (sog. Shaker-Test) eruiert bzw.
optimiert und letztendlich nachgewiesen werden. Dabei wird eine erfindungsgemäße Schwelle
in eine Vibrationsvorrichtung eingespannt, in der das Schubdämpfungselement ähnlich
wie in verlegtem Zustand der Schwelle seine Funktion als Schubdämpfer ausübt. Bei
diesem Versuch wird die Schwelle - mit den oben genannten Frequenzen und vorzugsweise
variierender Amplitude - in Schwingungen versetzt, während die Schubspannung und Schubverformung
des Schubdämpfungselementes gemessen wird. Durch Wahl der wirksamen Scherfläche, des
Materials, der Zusammensetzung (Anteil von sog. Weichmachern) und der Abmessungen
insbesondere der schubelastischen Schicht und des Volumens des Schubfederelements
kann jene Anordnung gefunden werden, welche den obigen Kriterien betreffend Hysterese
genügt.
[0042] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass diese Hysterese-Eigenschaft
zumindest für jene Hysteresekurven gilt, deren größte Schubverformung einer Verschiebung
a der Gleisbettankopplungsfläche relativ zu der dem Schwellenkörper zugewandten Seite
des Schubdämpfungselementes (bzw. der schubelastischen Schicht) in einer Richtung,
die parallel zur Gleisbettankopplungsfläche ist, entspricht, wobei die Verschiebung
a zwischen 0,1mm und 0,5mm beträgt.
[0043] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass diese Hysterese-Eigenschaft
zumindest für jene Hysteresekurven gilt, deren größte Schubverformung einer Verschiebung
a der Gleisbettankopplungsfläche relativ zu der dem Schwellenkörper zugewandten Seite
des zumindest einen Schubdämpfungselementes in einer Richtung, die im Wesentlichen
parallel zur Gleisbettankopplungsfläche ist, entspricht, wobei die Verschiebung a
zwischen 50mm/f[Hz] und 100mm/f[Hz] beträgt, wobei f[Hz] die der Hysteresekurve zugrundeliegende
Frequenz ist.
[0044] Die oben angegebenen Verschiebungen sind charakteristisch für die eingangs erwähnten
grenzzykelartigen Schwingungen und kann daher gezielt in diesem Bereich gedämpft werden.
[0045] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die schubelastische
Schicht im Falle eines Schubdämpfungselementes oder die Gesamtheit der schubelastischen
Schichten im Falle mehrerer Schubdämpfungselemente hinsichtlich einer Schubschwingung,
bei der die dem Schwellenkörper zugewandte Seite der schubelastischen Schicht quer
zur Schienenerstreckungsrichtung gegen die dem Schwellenkörper abgewandte Seite der
schubelastischen Schicht, im Frequenzbereich von 150Hz bis 250Hz, vorzugsweise im
Frequenzbereich von 100Hz bis 250Hz, einen Werkstoffverlustfaktor von zumindest 1/10,
vorzugsweise zumindest 2/10, besonders bevorzugt zumindest 3/10, aufweist. Der Werkstoffverlustfaktor
η ist das Verhältnis zwischen der dissipierten Verformungsenergie W
D (das ist jene Energie, die in der schubelastischen Schicht pro Volumeneinheit pro
Schwingungsperiode dissipert wird) und der eingebrachten Verformungsenergie W (das
ist jene Energie, die in die schubelastische Schicht pro Volumeneinheit pro Schwingungsperiode
eingebracht wird): η=W
D/W.
[0046] Aufgrund einer (geringen) Temperaturabhängigkeit der in dieser Anmeldung beschriebenen
Eigenschaften werden die in dieser Anmeldung angegebenen Größen und Beziehungen ausdrücklich
auf eine Temperatur von 20°C bezogen.
[0047] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die schubelastische
Schicht aus Kunststoff, Gummi, Polyamid, geschäumtem Polyurethan und/oder einem beliebigen
anderen elastischen, natürlichen oder synthetischen Material gebildet ist.
[0048] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Gleisbettankopplungsfläche
durch eine Ankopplungsschicht, die mit der - dem Schwellenkörper abgewandten - Seite
der schubelastischen Schicht fest verbunden ist, gebildet ist, wobei vorzugsweise
die Ankopplungsschicht durch ein - bevorzugt metallisches - Blech oder Gitter oder
Korb gebildet ist. Die Ankopplungsschicht kann bis zu einem gewissen Grad eindrückbar
sein, wodurch die Ankopplung (d.h. die Kontaktfläche) an die einzelnen Schottersteine
eines Schotterbettes erhöht wird. Durch das Vorsehen einer gesonderten Ankopplungsschicht,
welche mit der schubelastischen Schicht fest verbunden ist, kommt es zu einer besseren
Ausbildung einer Scherschwingung in der schubelastischen Schicht, wodurch auch ein
höherer Energiebetrag dissipiert werden kann. Zudem bildet die Ankopplungsschicht
auch einen Schutz für die weiche schubelastische Schicht.
[0049] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Ankopplungsschicht
in Richtungen parallel zur Gleisankopplungsfläche schubsteif ausgeführt ist und/oder
dass die Ankopplungsschicht eine höhere, vorzugsweise 10mal höhere, Steifigkeit als
die schubelastische Schicht aufweist. Dies ermöglicht eine noch bessere Ankopplung
zwischen Gleisbett und schubelastischer Schicht.
[0050] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass das Schubdämpfungselement
an der Seitenfläche des Schwellenkörpers mittels einer Trägerschicht, die mit dem
Schwellenkörper fest, vorzugsweise starr und/oder integral, verbunden ist, befestigt
ist. Die Schubarbeit findet somit zu Gänze im Schubdämpfungselement statt.
[0051] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass das Schubdämpfungselement
an dem Gleisbett mittels einer Trägerschicht, die mit dem Gleisbett (insbesondere
einer festen Fahrbahn) fest, vorzugsweise starr und/oder integral, verbunden ist,
angekoppelt ist.
[0052] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Trägerschicht
in Form eines Gitters, eines Netzes und/oder einer Bewehrung, das/die in den Schwellenkörper
eingegossen ist, und/oder in Form einer Platte, die mit dem Schwellenkörper - vorzugsweise
mittels Schrauben - fest verbunden ist, gebildet ist.
[0053] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die schubelastische
Schicht mit der Trägerschicht fest verbunden ist, wobei vorzugsweise die schubelastische
Schicht - vorzugsweise vollflächig und/oder an einer Vielzahl von über die ganze Fläche
der schubelastischen Schicht verteilten Stellen - an der Trägerschicht anhaftet.
[0054] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass das zumindest eine
Schubdämpfungselement in Art einer plattenförmigen Schubgummifeder ausgebildet ist.
[0055] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass das Schubdämpfungselement
mit dem Schwellenkörper ausschließlich über die Längsseite des Schwellenkörpers verbunden
ist. Dadurch ist das Schubdämpfungselement von anderen Seiten und somit auch anderen
Schwingungsmodi, z.B. solchen tieferer Frequenz, entkoppelt, wodurch gezielt jene
grenzzykelartigen Schwingungen höherer Frequenz gedämpft werden können.
[0056] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass das Schubdämpfungselement
mit der Seitenfläche des Schwellenkörpers - vorzugsweise ausschließlich - mittels
Verbindungsmittel, die sich zwischen der dem Schwellenkörper zugewandten Seite des
Schubdämpfungselementes und der Seitenfläche des Schwellenkörpers befinden, fest verbunden
ist, wobei vorzugsweise das Verbindungsmittel ein Haftmittel, insbesondere einen Kleber,
und/oder eine Trägerschicht, insbesondere eine Platte oder ein Gitter, und/oder Schrauben
umfasst. Das Schubdämpfungselement haftet somit unmittelbar an der jeweiligen Seitenfläche,
wodurch das Schubdämpfungsverhalten optimiert wird.
[0057] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Schubdämpfungseinrichtung
zumindest 50%, vorzugsweise zumindest 70%, der Fläche einer Seitenfläche des Schwellenkörpers
bedeckt und/oder dass sich die Schubdämpfungseinrichtung zur Gänze innerhalb der durch
die Außenränder der Längsseite definierten Kontur befindet und/oder dass das untere
Ende des Schubdämpfungselementes oberhalb des unteren Randes der Längsseite liegt
oder höchstens bis zum unteren Rand der Längsseite reicht.
[0058] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Schienenschwelle
eine an der Unterseite des Schwellenkörpers angeordnete Schienenbesohlung mit einer
elastischen Schicht aufweist, wobei die schubelastische Schicht, die Gleisbettankopplungsfläche
und gegebenenfalls die Ankopplungsschicht des Schubdämpfungselementes von der Schienenbesohlung
vollständig getrennt sind. Aufgrund dieser Maßnahme bei Vorsehen einer Schienenbesohlung
ist gewährleistet, dass die Schubdämpfungseinrichtung ihre Funktionen uneingeschränkt
ausüben kann, d.h. im Wesentlich unbeeinflusst von dem Schwingungs- bzw. Dämpfungsverhalten
der Schienenbesohlung die Frequenzen im Bereich von 100 - 250Hz dämpfen kann.
[0059] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die schubelastische
Schicht des Schubdämpfungselementes und die elastische Schicht der Schienenbesohlung
aus unterschiedlichen Materialen gebildet sind und/oder dass die Steifigkeit des elastischen
Materials der Schienenbesohlung größer, vorzugsweise zumindest 2 mal so groß, ist
wie die Steifigkeit der schubelastischen Schicht des Schubdämpfungselementes.
[0060] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Schubdämpfungseinrichtung
und die Schienenbesohlung ausschließlich über den Schwellenkörper miteinander verbunden
sind. Dadurch kommt es zu keiner unerwünschten Kopplung, welche sich bei einer direkten
Verbindung zwischen Schubdämpfungseinrichtung und Schienenbesohlung oder gar einer
einstückigen Ausbildung ergeben würde.
[0061] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die zumindest eine
Schienenbefestigungseinrichtung jeweils eine elastische, insbesondere keilförmige,
Auflage für Schienen aufweist. Die elastische Auflage kann in Form einer Zwischenlage
ausgebildet sein. Es ist also nicht unbedingt erforderlich, dass die Auflage mit dem
Schienenfuß direkt in Berührung kommt. Auch kann ein Schienen-Reibungsdämpfer in Längsrichtung
für die Schienenbefestigungseinrichtung vorgesehen sein, ebenso Leitschienen oder
torsionsversteifende Maßnahmen für die Schienen.
[0062] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass das zumindest eine
Schubdämpfungselement relativ zum Schwellenkörper verstellbar ist, wodurch die Position
des Schubdämpfungselementes an der Seitenfläche veränderbar ist, vorzugsweise von
oben nach unten und/oder in lateraler Richtung. In den einzelnen Positionen kann bzw.
ist das Schubdämpfungselement mit dem Schwellenkörper fest verbunden (werden). Die
relative Verstellbarkeit kann beispielsweise mittels Führungsschienen (die an dem
Schwellenkörper befestigt sind) erfolgen, an denen dann das Schubdämpfungselement
geführt ist und z.B. mittels Schrauben oder einem Schnellverschluss arretiert werden
kann. Eine solche Ausführungsform eignet sich insbesondere für feste Fahrbahnen, wo
eine Justierung der Anliegekante bzw. Anliegefläche der Schwelle an der Aufnahme der
festen Fahrbahn erforderlich ist.
[0063] Das Ziel wird auch erreicht mit einem Oberbau mit einem Gleisbett, erfindungsgemäßen
Schienenschwellen, die auf dem Gleisbett verlegt sind, und Schienen, die mittels Schienenbefestigungseinrichtungen
an der Oberseite der Schienenschwellen befestigt sind.
[0064] Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass der Oberbau einen
Streckenverlauf bildet, der einen Kurvenradius von kleiner als 600m aufweist, und/oder
dass der Oberbau eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, insbesondere für Geschwindigkeiten
ab 140 km/h, bildet.
[0065] Das Ziel wird auch erreicht mit einem Verfahren zur Herstellung eines Oberbaues,
mit erfindungsgemäßen Schienenschwellen, wobei die Schienenschwellen auf dem Gleisbett
verlegt werden, indem die Gleisbettankopplungsfläche und/oder eine die Gleisbettankopplungsfläche
bildende Ankopplungsschicht an das Gleisbett angekoppelt werden, wodurch zwischen
dem Gleisbett und den Schienenschwellen jeweils eine Schubdämpfungseinrichtung ausgebildet
ist.
[0066] Das Ziel wird auch erreicht mit der Verwendung von erfindungsgemäßen Schienenschwellen
zur Dämpfung von Schwingungen des Schwellenkörpers quer zur Schienenerstreckungsrichtung
zumindest im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz, insbesondere zur Dämpfung von grenzzykelartigen
Schlupfwellenschwingungen im Bereich von 100Hz bis 250Hz, vorzugsweise im engen Bogen,
und Resonanz-Schwingungen von Schienen auf Strecken mit einer höchstzulässigen Fahrgeschwindigkeit
von über 140 km/h, vorzugsweise über 200km/h.
[0067] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand der Zeichnung
näher beschrieben. Dabei zeigt
Fig. 1 eine Schubdämpfungseinrichtung gemäß der Erfindung,
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Schienenschwelle mit daran befestigten Schienen,
Fig. 3 eine Schienenschwelle ähnlich wie in Fig. 2 aber zusätzlich mit einer Schwellenbesohlung,
Fig. 4 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schwelle verlegt auf einem Schotterbett,
Fig. 5 eine Schwelle ähnlich wie in Fig. 4 aber zusätzlich mit einer Schwellenbesohlung,
Fig. 6 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schwelle verlegt auf einer festen
Fahrbahn
Fig. 7 eine Schwelle ähnlich wie in Fig. 6 aber zusätzlich mit einer Schwellenbesohlung,
Fig. 8 bis 10 jeweils Ausschnitte eines Oberbaues, bei dem die Schwelle an ein übergeordnetes
Gleisbett oder Wanne angekoppelt ist und die Schubdämpfungseinrichtung an einer Stirn-Seitenfläche
der Schwelle angeordnet ist.
Fig. 11 eine Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung eines Schubdämpfungselementes,
Fig. 12 eine Vorrichtung zum Überprüfen der Dämpfungseigenschaften von erfindungsgemäßen
Schwellen.
[0068] Die Fig. 1-7 zeigen jeweils eine Schienenschwelle 2 zur Verlegung auf einem Gleisbett
1, insbesondere einem Schotterbett (Fig. 4 bzw. 5) oder einem festen Gleisbett (Fig.
6 bzw. 7). Die Schienenschwelle 2 weist einen - vorzugsweise bewehrten - Schwellenkörper
3, der eine Oberseite 4 mit zumindest einer Schienenbefestigungseinrichtungen 5 (siehe
z.B. Fig. 2 bzw. 3), durch die eine Schienenerstreckungsrichtung R definiert ist,
eine Unterseite 6 und Seitenflächen 7 auf (Längs-Seitenflächen und Stirn-Seitenflächen).
[0069] An zumindest einer Seitenfläche 7 (hier Längsseitenfläche) des Schwellenkörpers 3
(Fig. 1-3) - vorzugsweise an beiden Seitenflächen 7 (Fig. 4-7) ist jeweils - eine
Schubdämpfungseinrichtung 8 zur Dämpfung von Schwingungen des Schwellenkörpers 3 quer
zur Schienenerstreckungsrichtung R zumindest im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz
angebracht. Die Schubdämpfungseinrichtung 8 ist durch zumindest ein - vorzugsweise
plattenförmiges - Schubdämpfungselement 9 gebildet, das mit der Seitenfläche 7 des
Schwellenkörpers 3 fest verbunden ist und das eine Gleisbettankopplungsfläche 13 an
der dem Schwellenkörper 3 abgewandten Seite und eine schubelastische Schicht 11 zwischen
der Seitenfläche 7 des Schwellenkörpers 3 und der Gleisbettankopplungsfläche 13 zur
Dämpfung von Schubschwingungen zwischen dem Schwellenkörper 3 und der Gleisbettankopplungsfläche
13 umfasst.
[0070] Die Schwingungsrichtung(en) der Schubschwingung(en) S liegt in einer Ebene, die quer,
insbesondere im Wesentlichen senkrecht, zur Schienenerstreckungsrichtung R steht,
liegt (auch Querebene genannt). Somit können solche Schwingungen quer zur Schienenerstreckungsrichtung
auch vertikale Schwingungen S (d.h. in Richtung von der Oberseite zur Unterseite der
Schwelle) und laterale Schwingungen S (d.h. in Richtung von einer Stirnseite zur gegenüberliegenden
Stirnseite der Schwelle) sowie sämtliche Schwingungsmodi, welche sich aus einer Überlagerung
dieser Schwingungen ergeben, umfassen. Mögliche Schwingungsrichtungen sind z.B. in
Fig. 2 und 3 durch Doppelpfeile angedeutet.
[0071] Die Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung der Schubdämpfungseinrichtung 8 (siehe
Fig. 11) weist für solche Scherschwingungen (d.h. Schwingungen, bei der die dem Schwellenkörper
zugewandte Seite des Schubdämpfungselementes quer zur Schienenerstreckungsrichtung
gegen die Gleisbettankopplungsfläche schwingt) im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz
somit eine Hysterese auf (d.h. die von einer Hysteresekurve umschlossene Fläche W
ist größer als 0). Die umschlossene Fläche entspricht der dissipativen Schwingungsenergie
W
D, die im Schubdämpfungselement vernichtet bzw. in Wärme umgewandelt wird. Mit anderen
Worten: Die Fläche unter der Hysteresekurve stellt den pro Schwingungsperiode im Werkstoff
dissipierten Energiebetrag dar, ist also ein Dämpfungsmaß für die Vorrichtung im Frequenzbereich
von 100 bis 250 Hz und muss von Null verschieden sein.
[0072] Im Folgenden wird die Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung anhand der Fig. 11
näher beschrieben. Darin ist die Schubspannung τ relativ zur Schubverformung γ aufgetragen.
Die Hysteresekurve H setzt sich aus dem Belastungsabschnitt (obere Teilkurve) und
Entlastungsabschnitt (untere Teilkurve) zusammen. Der Abstand a ist in der Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung
der Abstand zwischen dem Nullpunkt und jenem Punkt der Hysteresekurve H, der der größten
Schubverformung entspricht. anders ausgedrückt: a ergibt sich aus der Beziehung a
2= (Δτ)
2 + (Δγ)
2, wobei Δτ die Schubspannung bei der größten Schubverformung Δγ einer Schwingung entspricht.
Die Hysteresekurve H kann durch eine Ellipse mit den Halbachsen a und b angenähert
werden, wobei die Fläche der Ellipse der Fläche W
D innerhalb der Hyseresekurve entspricht.

[0073] Dabei ist es bevorzugt, dass:

, besonders bevorzugt, dass

und folglich:

, besonders bevorzugt

[0074] Die pro Schwingungsperiode in das Schubdämpfungselement 9 bzw. die schubelastische
Schicht 11 eingebrachte Energie W ist die Fläche innerhalb des in Fig. 11 strichliert
angedeuteten Rechtecks und ergibt sich für eine 45° grad geneigte Hysteresekurve näherungsweise
durch die Beziehung

[0075] Daraus ergibt sich der Werkstoffverlustfaktor η = W
D/W. Bevorzugte Werte für η sind weiter unten angegeben.
[0076] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Schubdämpfungseinrichtung 8 (aus zumindest
einem Schubdämpfungselement 9 bzw. schubelastischen Schicht 11) hinsichtlich einer
elastischen Schubschwingung S, bei der die dem Schwellenkörper 3 zugewandte Seite
des Schubdämpfungselementes 9 bzw. der schubelastischen Schicht 11 quer zur Schienenerstreckungsrichtung
R gegen die Gleisbettankopplungsfläche 13 schwingt, im Frequenzbereich von 150Hz bis
200Hz eine Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung mit einer Hysterese auf, die
folgende Eigenschaft aufweist: die von einer Hysteresekurve H umschlossene Fläche
W
D ist größer als a
2/8, vorzugsweise größer als a
2/6, wobei a in der Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung der Abstand zwischen
dem Nullpunkt und jenem Punkt der Hysteresekurve H, der der größten Schubverformung
entspricht, ist.
[0077] Diese Hysterese-Eigenschaft gilt vorzugsweise zumindest für jene Hysteresekurven
H, deren größte Schubverformung einer Verschiebung der Gleisbettankopplungsfläche
13 relativ zu der dem Schwellenkörper 3 zugewandten Seite des Schubdämpfungselementes
9 zwischen 0,1mm und 0,5mm in einer Richtung, die im Wesentlichen parallel zur Gleisbettankopplungsfläche
13 ist, entspricht.
[0078] Wie bereits erwähnt ist es vorteilhaft, wenn die schubelastische Schicht 11 bei einem
Schubdämpfungselement 9 oder die Gesamtheit der schubelastischen Schichten 11 bei
mehreren Schubdämpfungselementen 9 hinsichtlich einer Schubschwingung S, bei der die
dem Schwellenkörper 3 zugewandte Seite der schubelastischen Schicht 11 quer zur Schienenerstreckungsrichtung
R gegen die dem Schwellenkörper 3 abgewandte Seite der schubelastischen Schicht 11
schwingt, im Frequenzbereich von 100Hz bis 250Hz einen Werkstoffverlustfaktor η von
zumindest 1/10, vorzugsweise zumindest 2/10, besonders bevorzugt zumindest 3/10, aufweist.
[0079] Fig. 1 zeigt in schematischer und nicht maßstabsgetreu dargestellten Weise die oben
definierte Scherschwingung S. Dabei ist die dem Schwellenkörper 3 abgewandte Seite
der schubelastischen Schicht 11 (bzw. Gleisbettankopplungsfläche 13) in ihrer oberen
Auslenkung (durchgezogene Linie) und in ihrer unteren Auslenkung (strichliert) zu
sehen.
[0080] Wie insbesondere aus Fig. 1 zu sehen kann das zumindest eine Schubdämpfungselement
9 in Art einer - vorzugsweise plattenförmigen - Schubgummifeder ausgebildet sein.
Die schubelastische Schicht 11 kann aus Kunststoff, Gummi, Polyamid, geschäumtem Polyurethan
und/oder einem beliebigen anderen elastischen, natürlichen oder synthetischen Material
gebildet sein.
[0081] In der Fig. 1 ist weiters zu sehen, dass die Gleisbettankopplungsfläche 13 durch
eine eigene Ankopplungsschicht 12, die mit der - dem Schwellenkörper 3 abgewandten
- Seite der schubelastischen Schicht 11 fest verbunden ist, gebildet ist. Die Ankopplungsschicht
12 kann z.B. durch ein - bevorzugt metallisches - Blech oder Gitter gebildet sein.
[0082] Die Gleisbettankopplungsfläche 13 könnte auch durch die Außenseite der schubelastischen
Schicht 11 selbst gebildet sein, jedoch wird eine eigene Ankopplungsschicht 12 bevorzugt,
um die Wirkungsweise der Schubdämpfung zu verbessern und auch die Lebensdauer zu erhöhen.
[0083] Die Ankopplungsschicht 12 ist in Richtungen parallel zur Gleisankopplungsfläche 13
bevorzugt schubsteif ausgeführt bzw. kann die Ankopplungsschicht 12 eine (wesentlich)
höhere, vorzugsweise 10mal höhere, Steifigkeit als die schubelastische Schicht 11
aufweisen.
[0084] In den dargestellten Ausführungsformen ist das Schubdämpfungselement 9 an der Seitenfläche
7 des Schwellenkörpers 3 mittels einer Trägerschicht 10, die mit dem Schwellenkörper
3 fest, vorzugsweise starr und/oder integral, verbunden ist, befestigt. Zwar könnte
die schubelastische Schicht 11 auch direkt mit dem Schwellenkörper 3 verbunden sein,
jedoch erhöht eine Trägerschicht die Wirkungsweise der Schubdämpfung und die Lebensdauer
der Schubdämpfungseinrichtung.
[0085] Die Trägerschicht 10 kann in Form eines Gitters, eines Netzes und/oder einer Bewehrung,
das/die in den Schwellenkörper 3 eingegossen ist, und/oder in Form einer Platte, die
mit dem Schwellenkörper 3 - vorzugsweise mittels Schrauben - fest verbunden ist, gebildet
sein.
[0086] Die schubelastische Schicht 11 ist mit der Trägerschicht 10 fest verbunden und haftet
vorzugsweise vollflächig und/oder an einer Vielzahl von über die ganze Fläche der
schubelastischen Schicht 11 verteilten Stellen - an der Trägerschicht 10 an.
[0087] In den dargestellten Ausführungsformen ist zu sehen, dass das Schubdämpfungselement
9 mit dem Schwellenkörper 3 ausschließlich über die Seitenfläche 7 des Schwellenkörpers
3 verbunden ist. Dabei ist das Schubdämpfungselement 9 mit der Seitenfläche 7 des
Schwellenkörpers 3 - vorzugsweise ausschließlich - mittels Verbindungsmittel, die
sich zwischen der dem Schwellenkörper 3 zugewandten Seite des Schubdämpfungselementes
9 und der Seitenfläche 7 des Schwellenkörpers 3 befinden, fest verbunden. Das Verbindungsmittel
ein Haftmittel, insbesondere einen Kleber, und/oder eine - oben bereits beschriebene
- Trägerschicht 10, insbesondere eine Platte oder ein Gitter, und/oder Schrauben umfassen.
[0088] Die Schubdämpfungseinrichtung 8 bedeckt vorzugsweise zumindest 50%, vorzugsweise
zumindest 70%, der Fläche einer Seitenfläche 7 des Schwellenkörpers 3. Die Schubdämpfungseinrichtung
8 befindet sich zur Gänze innerhalb der durch die Außenränder der Seitenfläche 7 definierten
Kontur. Das untere Ende des Schubdämpfungselementes 9 liegt somit oberhalb des unteren
Randes der Seitenfläche 7 bzw. reicht höchstens bis zum unteren Rand der Seitenfläche
7.
[0089] Aus den Fig. 3, 5 und 7 ist ersichtlich, dass die Schienenschwelle 2 eine an der
Unterseite 6 des Schwellenkörpers 3 angeordnete Schienenbesohlung 14 mit einer elastischen
Schicht aufweisen kann. Dabei sind die schubelastische Schicht 11, die Gleisbettankopplungsfläche
13 und gegebenenfalls die Ankopplungsschicht 12 des Schubdämpfungselementes 9 von
der Schienenbesohlung 14 vollständig getrennt. Die Schubdämpfungseinrichtung 8 und
die Schienenbesohlung 14 sind also ausschließlich über den Schwellenkörper 3 miteinander
verbunden (nicht jedoch untereinander).
[0090] Die schubelastische Schicht 11 des Schubdämpfungselementes 13 und die elastische
Schicht der Schienenbesohlung 14 können aus unterschiedlichen Materialen gebildet
sein. Insbesondere ist die Steifigkeit der elastischen Schicht der Schienenbesohlung
14 größer, vorzugsweise zumindest 2 mal so groß, wie die Steifigkeit der schubelastischen
Schicht 11 des Schubdämpfungselementes 9.
[0091] Aus den Fig. 4 und 5 ist ersichtlich, dass die Schienenbefestigungseinrichtung(en)
5 jeweils eine elastische, insbesondere keilförmige, Auflage 15 für Schienen 16 aufweisen
kann.
[0092] Die in den Fig. 8-10 dargestellten Ausführungsformen zeigen jeweils eine Schwelle,
die an ein übergeordnetes Gleisbett oder Wanne angekoppelt ist. Das Schubdämpfungselement
9 ist hier an einer Stirn-Seitenfläche des Schwellenkörpers angebracht und mit einer
festen Aufnahme 19, die z.B. in Form einer Verankerung, einer wannenförmigen Aufnahme
oder einer seitlichen Stütze oder Wand ausgebildet sein kann, fest verbunden.
[0093] Es ist dabei bevorzugt, wenn das Schubdämpfungselement 9 relativ zum Schwellenkörper
3 in seiner Höhe und/oder lateral justierbar ist.
[0094] Schließlich betrifft die Erfindung auch einen Gleisoberbau 17 mit einem Gleisbett
1 (in Fig. 2 schematisch angedeutet; siehe auch Fig. 4-7), Schienenschwellen 2, die
auf dem Gleisbett 1 verlegt sind, und Schienen 16 (Fig. 2 bzw. 3), die mittels Schienenbefestigungseinrichtungen
5 an der Oberseite 4 der Schienenschwellen 2 befestigt sind.
[0095] Wie bereits eingangs erwähnt betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung
eines Gleisoberbaus 17 und die Verwendung von erfindungsgemäßen Schienenschwellen
2 zur Dämpfung von Schwingungen des Schwellenkörpers 3 quer zur Schienenerstreckungsrichtung
R zumindest im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz, insbesondere zur Dämpfung von
grenzzykelartigen Schlupfwellenschwingungen im Bereich von 100Hz bis 250Hz, vorzugsweise
im engen Bogen, und Resonanz-Schwingungen von Schienen auf Strecken mit einer höchstzulässigen
Fahrgeschwindigkeit von über 140 km/h, vorzugsweise über 200km/h.
[0096] In Fig. 12 wird schließlich eine Methode dargestellt, mit der die Eigenschaften der
Schubdämpfungseinrichtung 8, insbesondere die Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung,
ermittelt und in Folge optimiert werden können. Dazu wird eine erfindungsgemäße Schwelle
in eine Schwingungsvorrichtung (auch Vibrations-Shaker genannt) eingespannt und mit
einer Schwingung beaufschlagt. Dabei wird eine Schwelle 2 auf einem Tisch 20 positioniert
(eine elastische Lagerung des Vibrations-Shaker ist im Tisch 20 integriert und nicht
gesondert bezeichnet). Mit 21 ist eine Aufnahme bezeichnet, die an der Gleisbettankopplungsfläche
13 anliegt bzw. an die Ankopplungsschicht 12 des Schubdämpfungselementes 9 angekoppelt
ist. Zumindest ein Vibrationszylinder 23 (vorzugsweise zwei Vibrationszylinder, jeweils
im Bereich einer Schienenbefestigungsstelle 5) wirkt über eine aufgeschraubte Druckplatte
22 mit der Oberseite der Schwelle 2 zusammen. Mit dem/den Vibrationszylinder(n) 23
wird die Scherspannung bzw. Scheramplitude in dem betreffenden Frequenzbereich aufgebracht.
Das Joch 24 nimmt die Gegenkraft auf.
[0097] Mit entsprechenden Sensoren wird die Schubspannung und/oder die Schubverformung des
Schubdämpfungselementes 9 bzw. der schubelastischen Schicht 11 ermittelt, sodass daraus
eine Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung mit oben beschriebener Hysteresekurve
abgeleitet werden kann. Durch die Verwendung verschiedener Materialien und verschiedener
Dimensionierungen des Schubdämpfungselementes 9 können optimale Parameter für die
Ausbildung der Schubdämpfungseinrichtung 8 gefunden werden. Dabei können Parameter
wie Schubdämpfungsfähigkeit (Anteil der dissipierten Energie), Werkstoffverlustfaktor,
aber auch Verschleißfestigkeit, Temperaturbeständigkeit der verwendeten Materialien,
etc., insbesondere für die schubelastische Schicht, eine Rolle spielen.
[0098] Die Erfindung, die auch als Grenzzykel-Dämpfungsvorrichtung oder Oberbau-Grenzzykel-Dämpfer
bezeichnet werden kann, ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen und die
darin hervorgehobenen Aspekte beschränkt. Vielmehr ist innerhalb des Erfindungsgedankens
eine Vielzahl von Abwandlungen möglich, die im Rahmen fachmännischen Handelns liegen.
Ebenso ist es möglich, durch Kombination der genannten Mittel und Merkmale weitere
Ausführungsvarianten zu realisieren, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
1. Schienenschwelle (2) zur Verlegung auf einem Gleisbett (1), insbesondere einem Schotterbett
oder einem festen Gleisbett, wobei die Schienenschwelle (2) einen - vorzugsweise bewehrten
- Schwellenkörper (3), insbesondere Betonkörper, der eine Oberseite (4) mit zumindest
einer Schienenbefestigungseinrichtung (5), durch die eine Schienenerstreckungsrichtung
(R) definiert ist, eine Unterseite (6) und - sich zwischen der Oberseite (4) und der
Unterseite (6) erstreckende - Seitenflächen (7) aufweist, wobei an zumindest einer
Seitenfläche (7) des Schwellenkörpers (3) - vorzugsweise an zwei gegenüberliegenden
Seitenflächen (7) jeweils - eine Dämpfungseinrichtung angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Dämpfungseinrichtung eine Schubdämpfungseinrichtung (8) zur Dämpfung
von Schwingungen des Schwellenkörpers (3) quer zur Schienenerstreckungsrichtung (R)
zumindest im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz ist, wobei die Schubdämpfungseinrichtung
(8) durch zumindest ein - vorzugsweise plattenförmiges - Schubdämpfungselement (9)
gebildet ist, das mit einer Seitenfläche (7) des Schwellenkörpers (3) fest verbunden
ist und das eine Gleisbettankopplungsfläche (13) an der dem Schwellenkörper (3) abgewandten
Seite und eine schubelastische Schicht (11) zwischen der Seitenfläche (7) des Schwellenkörpers
(3) und der Gleisbettankopplungsfläche (13) zur Dämpfung von Schubschwingungen zwischen
dem Schwellenkörper (3) und der Gleisbettankopplungsfläche (13) umfasst.
2. Schienenschwelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die durch zumindest ein Schubdämpfungselement (9) gebildete Schubdämpfungseinrichtung
(8) hinsichtlich einer elastischen Schubschwingung (S), bei der die dem Schwellenkörper
(3) zugewandte Seite des zumindest einen Schubdämpfungselementes (9) quer zur Schienenerstreckungsrichtung
(R) gegen die Gleisbettankopplungsfläche (13) schwingt, im Frequenzbereich von 150Hz
bis 200Hz eine Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung mit einer Hysterese aufweist,
die folgende Eigenschaft aufweist: die von einer Hysteresekurve (H) umschlossene Fläche
(WD) ist größer als a2/8, vorzugsweise größer als a2/6, wobei a in der Schubspannungs-Schubverformungs-Beziehung der Abstand zwischen
dem Nullpunkt und jenem Punkt der Hysteresekurve (H), der der größten Schubverformung
entspricht, ist,
wobei vorzugsweise diese Hysterese-Eigenschaft zumindest für jene Hysteresekurven
(H) gilt, deren größte Schubverformung einer Verschiebung a der Gleisbettankopplungsfläche
(13) relativ zu der dem Schwellenkörper (3) zugewandten Seite des zumindest einen
Schubdämpfungselementes (9) in einer Richtung, die im Wesentlichen parallel zur Gleisbettankopplungsfläche
(13) ist, entspricht, wobei die Verschiebung a zwischen 0,1mm und 0,5mm beträgt.
3. Schienenschwelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass diese Hysterese-Eigenschaft zumindest für jene Hysteresekurven (H) gilt, deren größte
Schubverformung einer Verschiebung a der Gleisbettankopplungsfläche (13) relativ zu
der dem Schwellenkörper (3) zugewandten Seite des zumindest einen Schubdämpfungselementes
(9) in einer Richtung, die im Wesentlichen parallel zur Gleisbettankopplungsfläche
(13) ist, entspricht, wobei die Verschiebung a zwischen 50mm/f[Hz] und 100mm/f[Hz]
beträgt, wobei f[Hz] die der Hysteresekurve zugrundeliegende Frequenz ist.
4. Schienenschwelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die schubelastische Schicht (11) im Falle eines Schubdämpfungselementes (9) oder
die Gesamtheit der schubelastischen Schichten (11) im Falle mehrerer Schubdämpfungselemente
(9) hinsichtlich einer Schubschwingung (S), bei der die dem Schwellenkörper (3) zugewandte
Seite der schubelastischen Schicht (11) quer zur Schienenerstreckungsrichtung (R)
gegen die dem Schwellenkörper (3) abgewandte Seite der schubelastischen Schicht (11),
im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz einen Werkstoffverlustfaktor η von zumindest
1/10, vorzugsweise zumindest 2/10, besonders bevorzugt zumindest 3/10, aufweist.
5. Schienenschwelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass das zumindest eine Schubdämpfungselement (9) in Art einer - vorzugsweise plattenförmigen
- Schubgummifeder ausgebildet ist und/oder dass die schubelastische Schicht (11) aus
Kunststoff, Gummi, Polyamid, geschäumtem Polyurethan und/oder einem beliebigen anderen
elastischen, natürlichen oder synthetischen Material gebildet ist und/oder dass das
zumindest eine Schubdämpfungselement (9) relativ zum Schwellenkörper (3) verstellbar
ist, wodurch die Position des Schubdämpfungselementes (9) an der Seitenfläche (7)
veränderbar ist, vorzugsweise von oben nach unten und/oder in lateraler Richtung.
6. Schienenschwelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gleisbettankopplungsfläche (13) durch eine Ankopplungsschicht (12), die mit der
- dem Schwellenkörper (3) abgewandten - Seite der schubelastischen Schicht (11) fest
verbunden ist, gebildet ist,
wobei vorzugsweise die Ankopplungsschicht (12) durch ein - bevorzugt metallisches
- Blech oder Gitter oder Korb gebildet ist,
wobei vorzugsweise die Ankopplungsschicht (12) in Richtungen parallel zur Gleisankopplungsfläche
(13) schubsteif ausgeführt ist und/oder eine höhere, vorzugsweise 10mal höhere, Steifigkeit
als die schubelastische Schicht (11) aufweist.
7. Schienenschwelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schubdämpfungselement (9) an der Seitenfläche (7) des Schwellenkörpers (3) mittels
einer Trägerschicht (10), die mit dem Schwellenkörper (3) fest, vorzugsweise starr
und/oder integral, verbunden ist, befestigt ist
und/oder dass das Schubdämpfungselement (9) an dem Gleisbett (1) mittels einer Trägerschicht,
die mit dem Gleisbett (1) fest, vorzugsweise starr und/oder integral, verbunden ist,
angekoppelt ist.
8. Schienenschwelle nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die Trägerschicht (10) in Form eines Gitters, eines Netzes und/oder einer Bewehrung,
das/die in den Schwellenkörper (3) eingegossen ist, und/oder in Form einer Platte,
die mit dem Schwellenkörper (3) - vorzugsweise mittels Schrauben - fest verbunden
ist, gebildet ist und/oder dass die schubelastische Schicht (11) mit der Trägerschicht
(10) fest verbunden ist, wobei vorzugsweise die schubelastische Schicht (11) - vorzugsweise
vollflächig und/oder an einer Vielzahl von über die ganze Fläche der schubelastischen
Schicht (11) verteilten Stellen - an der Trägerschicht (10) anhaftet.
9. Schienenschwelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schubdämpfungselement (9) mit dem Schwellenkörper (3) ausschließlich über die
Seitenfläche (7) des Schwellenkörpers (3) verbunden ist
und/oder dass das Schubdämpfungselement (9) mit der Seitenfläche (7) des Schwellenkörpers
(3) - vorzugsweise ausschließlich - mittels Verbindungsmittel, die sich zwischen der
dem Schwellenkörper (3) zugewandten Seite des Schubdämpfungselementes (9) und der
Seitenfläche (7) des Schwellenkörpers (3) befinden, fest verbunden ist, wobei vorzugsweise
das Verbindungsmittel ein Haftmittel, insbesondere einen Kleber, und/oder eine Trägerschicht
(10), insbesondere eine Platte oder ein Gitter oder ein Metallkorb, und/oder Schrauben
umfasst.
10. Schienenschwelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schubdämpfungseinrichtung (8) zumindest 50%, vorzugsweise zumindest 70%, der
Fläche einer Seitenfläche (7) des Schwellenkörpers (3) bedeckt und/oder dass sich
die Schubdämpfungseinrichtung (8) zur Gänze innerhalb der durch die Außenränder der
Seitenfläche (7) definierten Kontur befindet und/oder dass das untere Ende des Schubdämpfungselementes
(9) oberhalb des unteren Randes der Seitenfläche (7) liegt oder höchstens bis zum
unteren Rand der Seitenfläche (7) reicht.
11. Schienenschwelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schienenschwelle (2) eine an der Unterseite (6) des Schwellenkörpers (3) angeordnete
Schienenbesohlung (14) mit einer elastischen Schicht aufweist, wobei die schubelastische
Schicht (11), die Gleisbettankopplungsfläche (13) und gegebenenfalls die Ankopplungsschicht
(12) des Schubdämpfungselementes (9) von der Schienenbesohlung (14) vollständig getrennt
sind.
12. Schienenschwelle nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die schubelastische Schicht (11) des Schubdämpfungselementes (13) und die elastische
Schicht der Schienenbesohlung (14) aus unterschiedlichen Materialen gebildet sind
und/oder unterschiedliche elastische Eigenschaften aufweisen
und/oder dass die Steifigkeit der elastischen Schicht der Schienenbesohlung (14) größer,
vorzugsweise zumindest 2 mal so groß, ist wie die Steifigkeit der schubelastischen
Schicht (11) des Schubdämpfungselementes (9)
und/oder dass die Schubdämpfungseinrichtung (8) und die Schienenbesohlung (14) ausschließlich
über den Schwellenkörper (3) miteinander verbunden sind.
13. Gleisoberbau (17) mit einem Gleisbett (1), Schienenschwellen (2), die auf dem Gleisbett
(1) verlegt sind, und Schienen (16), die mittels Schienenbefestigungseinrichtungen
(5) an der Oberseite (4) der Schienenschwellen (2) befestigt sind,
wobei vorzugsweise der Gleisoberbau (17) einen Streckenverlauf, der einen Kurvenradius
von kleiner als 600m aufweist, und/oder eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, insbesondere
mit Geschwindigkeiten größer als 140km/h, bildet,
dadurch gekennzeichnet, dass Schienenschwellen (2) des Gleisoberbaus (17) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 ausgebildet
sind.
14. Verfahren zur Herstellung eines Gleisoberbaus (17), mit Schienenschwellen (2), die
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 ausgebildet sind, wobei die Schienenschwellen (2)
auf dem Gleisbett (1) verlegt werden, indem die Gleisbettankopplungsfläche (13) und/oder
eine die Gleisbettankopplungsfläche (13) bildende Ankopplungsschicht (12) an das Gleisbett
(1) angekoppelt werden, wodurch zwischen dem Gleisbett (1) und den Schienenschwellen
(2) jeweils eine Schubdämpfungseinrichtung (8) ausgebildet ist.
15. Verwendung von Schienenschwellen (2), die gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12 ausgebildet
sind, zur Dämpfung von Schwingungen des Schwellenkörpers (3) quer zur Schienenerstreckungsrichtung
(R) zumindest im Frequenzbereich von 150Hz bis 200Hz, insbesondere zur Dämpfung von
grenzzykelartigen Schlupfwellenschwingungen im Bereich von 100Hz bis 250Hz, vorzugsweise
im engen Bogen, und Resonanz-Schwingungen von Schienen auf Strecken mit einer höchstzulässigen
Fahrgeschwindigkeit von über 140 km/h, vorzugsweise über 200km/h.