[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines WC-Körbchens mit wenigstens
einem Behälter, in dem sich ein gelartiger WC-Wirkstoff befindet, wobei der Behälter
eine erste Behälterhälfte und eine zweite Behälterhälfte aufweist.
[0002] Aus der
DE 10 2013 105 316 A1 ist ein solches WC-Körbchen bekannt, bei dem die erste Behälterhälfte und die zweite
Behälterhälfte in einem Spritzgussverfahren hergestellt werden. Nach erfolgter Herstellung
der Behälterhälften wird ein Duftgel in die erste Behälterhälfte gefüllt. Die erste
Behälterhälfte und die zweite Behälterhälfte sind über ein Filmscharnier miteinander
verbunden und bilden somit ein einstückiges Spritzgussteil aus. Durch eine Klappbewegung
um die Klappachse des Filmscharniers wird die zweite Behälterhälfte auf die erste
Behälterhälfte geklappt, wodurch der Behälter für das Duftgel geschlossen wird.
[0003] Auch aus der
DE 20 2015 103 798 U1 ist ein WC-Körbchen bekannt, bei dem der Behälter für die Aufnahme des WC-Wirkstoffes
ebenfalls durch eine erste Behälterhälfte und eine zweite Behälterhälfte gebildet
wird. Die Herstellung der Behälterhälften geschieht hier durch Thermoformen und Stanzen
einer Folie. Ein WC-Gel im noch flüssigen Zustand wird in die erste halbkugelförmige
Behälterhälfte gefüllt. Auf die halbkugelförmige Behälterhälfte wird dann die zweite
Behälterhälfte geklappt. Dabei weist nur die zweite Behälterhälfte Öffnungen auf,
durch die dann in der späteren Einsatzlage in einem Toilettenbecken das Spülwasser
in und aus den Behälter fließen kann.
[0004] Üblicherweise wird für die Herstellung eines spritzgegossenen WC-Körbchen Polypropylen
(PP) eingesetzt. Recyceltes PP kann für das spritzgegossene WC-Körbchen nur sehr eingeschränkt
eingesetzt werden, da das PP-Rezyklat derzeit nur schwer in guten Qualitäten hinsichtlich
optischer Transparenz verfügbar ist und die Ästhetik ein wichtiges Kommunikationsmittel
bei der Vermarktung darstellt. Auch sind die Möglichkeiten einer Gewichtseinsparung
bei spritzgegossenen WC-Körbchen weitestgehend ausgeschöpft, sodass eine weitere Reduktion
des Ressourcenverbrauchs und damit einhergehend eine Erhöhung der Nachhaltigkeit des
WC-Körbchen schwierig werden.
[0005] Zwar ist das Rezyklat von Polyethylenterephthalat (PET) qualitativ hochwertig und
sauber, doch lässt sich PET für den Spritzguss von WC-Körbchen nur bedingt einsetzen.
PET und recyceltes PET hingegen lassen sich sehr gut zum Thermoformen von WC-Körbchen
verwenden. Zudem können mit dem Thermoformen gegenüber dem Spritzguss erhebliche Materialeinsparungen
realisiert werden.
[0006] Ein gelartiger WC-Wirkstoff weist aufgrund seiner transluzenten Gelphase im Vergleich
zu einem festen WC-Wirkstoff eine besonders ansprechende Optik auf. Da der gelartige
WC-Wirkstoff in der Regel in einem fließfähigen oder flüssigen Zustand in den Behälter
gefüllt wird, ist die Befüllung des Behälters nicht unproblematisch. Beispielsweise
ist die Abfüllmenge des gelartigen WC-Wirkstoffs begrenzt durch das (Teil-)Volumen
der ersten Behälterhälfte. Anderenfalls würde bei der Abfüllung der noch fließfähige
WC-Wirkstoff überlaufen und könnte zu unerwünschten Verschmutzungen führen. Auch darf
die erste Behälterhälfte keine Öffnungen aufweisen, durch die der fließfähige gelartige
WC-Wirkstoff bei seiner Abfüllung entweichen würde.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur Herstellung eines
mit einem gelartigen WC-Wirkstoff gefüllten WC-Körbchen bereit zu stellen, das einfach
durchzuführen ist und möglichst nachhaltig ist.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1. Ausführungsbeispiele
der Erfindung können den Unteransprüchen zu Anspruch 1 entnommen werden.
[0009] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Zusammenfügen der ersten Behälterhälfte
und der zweiten Behälterhälfte vor dem Befüllen mit dem gelartigen WC-Wirkstoff erfolgt.
Der WC-Wirkstoff wird dabei durch eine Öffnung in der zweiten Behälterhälfte gefüllt.
Die erste Behälterhälfte ist dabei vorzusgweise so auszuführen, dass sie keinerlei
Öffnungen, Spalte oder dergleichen aufweist, durch die WC-Wirkstoff, der zumindest
bei der Abfüllung fließfähig ist und später aushärten kann, umkontrolliert entweichen
kann. Da vor der Befüllung die beiden Behälterhälften zusammengefügt werden, kann
eine größere Menge an WC-Wirkstoff verfüllt werden. Nicht nur das Volumen der ersten
Behälterhälfte, sondern auch zumindest ein Anteil des Volumens der zweiten Behälterhälfte
kann genutzt werden. Soweit sich die Öffnung in der zweiten Behälterhälfte, durch
die der PC-Wirkstoff in den Behälter eingefüllt wird, beim Abfüllen in einem oberen
Bereich der zweiten Behälterhälfte befindet und die erste Behälterhälfte unterhalb
der zweiten Behälterhälfte angeordnet ist, kann auch die zweite Behälterhälfte vollständig
mit dem gelartigen WC-Wirkstoff gefüllt werden. Somit lässt sich das Gesamtvolumen
oder das Fassungsvermögen des Behälters optimal ausnutzen. Dies führt zu einem WC-Körbchen,
das bezogen auf den Materialeinsatz zur Herstellung der beiden Behälterhälften eine
vergleichsweise große Menge an gelartigen WC-Wirkstoff aufnehmen kann.
[0010] Vor dem Befüllen können die erste Behälterhälfte und die zweite Behälterhälfte abdichtend
miteinander verbunden werden, indem eine Fügefläche der zweiten Behälterhälfte auf
eine Fügefläche der ersten Behälterhälfte angeordnet wird und danach die Fügeflächen
miteinander verbunden werden. Die Verbindung der Fügeflächen kann durch Versiegeln,
Verschweißen oder Verkleben erfolgen. Die Verbindung der Fügeflächen muss dabei so
dicht sein, dass beim Befüllen die derart miteinander verbundenen Behälterhälften
der gelartige WC-Wirkstoff nicht an den Flügelflächen austreten kann.
[0011] Der Begriff "Behälterhälfte" ist nicht so zu verstehen, dass das Volumen der ersten
Behälterhälfte dem Volumen der zweiten Behälterhälfte entsprechen muss. Die Behälterhälften
können daher unterschiedlich groß und unterschiedlich ausgeformt sein.
[0012] In einem Ausführungsbeispiel werden die erste Behälterhälfte und die zweite Behälterhälfte
in einem Verfahrensschritt einstückig aus einer Kunststofffolie vorzugsweise aus PET
thermogeformt. Vorzugsweise liegen beim Thermoformen die beiden Behälterhälften nebeneinander.
Zum nachfolgenden Zusammenfügen der beiden Behälterhälften kann die zweite Behälterhälfte
um eine Achse eines Gelenks geschwenkt werden, sodass durch diese Schwenkbewegung
der Behälter geschlossen wird. Vorzugsweise weist die Schwenkbewegung einen Schwenkwinkel
von 180° auf. Bei der Schwenkbewegung soll es sich um eine Relativbewegung zwischen
der ersten Behälterhälfte und der zweiten Behälterhälfte handeln. So könnte auch die
zweite Behälterhälfte feststehen und nur die erste Behälterhälfte führt eine Bewegung
aus.
[0013] Ein Verhältnis des Volumens der ersten Behälterhälfte bezogen auf das Volumen der
zweiten Behälterhälfte kann 0,7 bis 1,3, bevorzugt 0,8 bis 1,2 betragen. Durch das
in etwa gleiche Volumen wird beim Thermoformen das Material für die erste Behälterhälfte
in einem vergleichbaren Maße gedehnt wie das Material für die zweite Behälterhälfte,
wodurch daraus gleiche oder ähnliche Wandstärken resultieren. Das Gesamtvolumen des
Behälters beträgt vorzugsweise 8 bis 14 ccm. Weist das WC-Körbchen x Behälter auf,
beträgt das Gesamtvolumen bevozugt x-mal 8 bis 14 ccm. Bei vier Behältern würde dies
zu einem Gesamtvolumen des WC-Körbchen von 32 bis 56 ccm führen.
[0014] Das Thermoformen der ersten Behälterhälfte und der zweiten Behälterhälfte kann von
dem nachfolgenden Zusammenfügen der beiden Behälterhälften zeitlich und örtlich getrennt
sein. So ist es denkbar, dass nach dem Thermoformen und einem etwaigen Trennen der
Behälterhälften von Resten der Kunststofffolie beispielsweise durch Stanzen die Behälterhälften
zwischengelagert werden. Das Zusammenfügen der ersten Behälterhälfte und der zweiten
Behälterhälfte und das nachfolgende Befüllen des derart gebildeten Behälters erfolgt
dann später. Alternativ kann das Thermoformen, das Zusammenfügen der beiden Behälterhälften
und das anschließende Befüllen auch in einer Produktionslinie durchgeführt werden.
[0015] Vorzugsweise wird die Öffnung in der zweiten Behälterhälfte durch einen Stanzvorgang
hergestellt. Dieser Stanzvorgang wird vorzugsweise vorgenommen, wenn sich die zweite
Behälterhälfte noch in der Tiefziehform befindet, durch die die zweite Behälterhälfte
beim Thermoformen ihre Form erhält. Das Ausstanzen der Öffnung kann gleichzeitig mit
dem Schritt erfolgen, in dem die thermogeformen Behälterhälften von Resten der Kunststofffolie
getrennt werden.
[0016] Die Öffnung in der zweiten Behälterhälfte, durch die beim Abfüllen der gelartige
WC-Wirkstoff in den Behälter gelangt, kann die einzige Öffnung des Behälters sein.
Die Öffnung ist dabei so zu dimensionieren, dass einerseits ein Befüllen des Behälters
problemlos möglich ist und andererseits in Einsatzlage des WC-Körbchens in einem Toilettenbecken
ein ausreichender, ber nicht zu intensiver Austausch des WC-Wirkstoffes mit dem Spülwasser
in der Toilette gegeben ist.
[0017] Die Öffnung kann nach dem Befüllen durch eine abnehmbare Abdeckung geschlossen werden.
Durch diese Abdeckung wird der in den Behälter befindliche WC-Wirkstoff vor Umwelteinflüssen
geschützt. Die Abdeckung verhindert dabei, dass der WC-Wirkstoff bei längerer Lagerzeit
(zu sehr) austrocknet oder sich in anderer Weise seine Eigenschaften nachteilig verändern.
Vorzugsweise wird die Abdeckung erst unmittelbar vor dem Einsetzen des WC-Körbchen
in das Toilettenbecken abgezogen.
[0018] In einem Ausführungsbeispiel weist die zweite Behälterhälfte im Wesentlichen die
Form eines Körpers mit Grundfläche und Mantelfläche auf, wobei an der Grundfläche
des Körpers die Öffnung vorgesehen ist. Die Öffnung kann sich dabei im Wesentlichen
über die gesamte Grundfläche des Körpers erstrecken. Vorzugsweise beträgt der Flächenanteil
der Öffnung an der Gesamtfläche der Grundfläche 70 bis 90%. Der Körper kann beispielsweise
ein Zylinder sein, dessen Grundfläche rund oder elliptisch sein kann. Bei einem anderen
Ausführungsbeispiel für den Körper handelt es sich um ein Prisma mit eckiger Grundfläche.
Die eckige Grundfläche weist mehrere Ecken auf, beispielsweise vier oder sechs Ecken.
[0019] Die Öffnung kann durch einen umlaufenden Rand begrenzt sein, der eine Breite von
0,5 bis 5 mm aufweisen kann. Vorzugsweise beträgt die Breite des Rands 1 bis 3 mm.
Wenn als Abdeckung eine Abdeckfolie verwendet wird, kann diese auf den umlaufenden
Rand gelegt werden und in geeigneter Weise an dem umlaufenden Rand befestigt werden.
Beispielsweise kann die Abdeckfolie eine Klebeschicht aufweisen, durch die die Abdeckungsfolie
an dem umlaufenden Rand anhaftet.
[0020] Die Grundfläche mit der Öffnung kann zu einer Haupt- oder Mittelachse des Körpers
geneigt sein. Der Körper kann eine leicht kegelfömige Form aufweisen, was die Entformung
der zweiten Behälterhälfte aus der Tiefziehform erleichtert. Eine Höhe des Körpers
kann 20 bis 30 mm betragen. Soweit der Körper ein Zylinder ist, kann ein Durchmesser
der Grundfläche Werte zwischen 20 und 30 mm annehmen.
[0021] Die erste Behälterhälfte weist vorzugsweise im Wesentlichen die Form einer Halbkugel
auf. Bei vorgegebenem Material für das Thermoformen der ersten Behälterhälfte ergibt
sich durch die Halbkugel ein sehr günstiges Verhältnis der Oberfläche der Behälterhälfte
bezogen auf ihr Volumen. Entsprechend kann sich der Behälter aus einer halbkugelförmigen
Behälterhälfte und einer zylindrischen Behälterhälfte zusammensetzen, wobei der Radius
der Halbkugel dem Radius des Zylinders entspricht. Im Fall eines kegelförmigen Zylinders
kann der Radius des Zylinders in der Ebene, in der der Zylinder an der Halkugel angrenzt,
dem Radius der Halbkugel entsprechen. Bevorzugte Werte für den Radius liegen im Bereich
von 10 bis 20 mm.
[0022] Die erste Behälterhälfte kann auch beliebig anders geformt sein. Beispielsweise kann
es sich hier auch um ein Zylinder oder ein Prisma handeln.
[0023] Anhand eines in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein WC-Körbchen in Einsatzlage in einem Toilettenbecken;
- Figur 2
- das WC-Körbchen der Figur 1 in einem aufgeklappten Zustand;
- Figur 3
- das WC-Körbchen in einer Ansicht entlang der Linie III-III in Figur 2;
- Figur 4
- das WC-Körbchen in einer Ansicht entlang der Linie IV-IV in Figur 3.
[0024] Figur 1 zeigt ein WC-Körbchen, das in seiner Gesamtheit mit 1 bezeichnet wird das
WC Körbchen 1 umfasst einen Behälter 10 und eine Haltevorrichtung 50, mit der das
WC-Körbchen 1 an einem Toilettenbecken 2 befestigt ist. Das Toilettenbecken 2 ist
in Figur 1 nur ausschnittsweise dargestellt. Am oberen Ende der Haltevorrichtung 50
ist als Befestigungsmittel eine Klebeschicht 51 vorgesehen. Durch die Klebeschicht
51 lässt sich das WC-Körbchen 1 lösbar an dem Toilettenbecken 2 befestigen. Die Haltevorrichtung
50 kann andere Befestigungsmittel wie einen U-förmigen Bügel aufweisen, der über den
oberen Rand des Toilettenbeckens 2 gehängt wird.
[0025] In dem Behälter 10 befindet sich ein gelartiger WC-Wirkstoff 40, der den Innenraum
des Behälters 10 nahezu vollständig ausfüllt. Eine Fülllinie des gelartigen WC-Wirkstoffes
40 ist mit 41 bezeichnet.
[0026] Der Behälter 10 umfasst eine erste halbkugelförmige Behälterhälfte 11 und eine zweite
Behälterhälfte 12. Die zweite Behälterhälfte 12 weist die Form eines kegelförmigen
Zylinders bzw. eines Kegelstumpfes auf. Eine Grundfläche 13 des Zylinders 12 bzw.
der Behälterhälfte 12 ist zu einer Mittelachse 14 geneigt. Ein Neigungswinkel 15 zwischen
der Grundfläche 13 und einer Ebene senkrecht zur Mittelachse 14 beträgt in dem hier
dargestellten Ausführungsbeispiel 20°. Der Neigungswinkel 15 kann auch andere Werte
annehmen, beispielsweise kann er in einem Bereich zwischen 10 und 30° liegen. Der
Radius der halbkugelförmigen Behälterhälfte 11 entspricht dem Radius, den der Zylinder
12 in der Ebene der Haltevorrichtung 50 aufweist. Somit geht die erste Behälterhälfte
11 ohne Unstetigkeiten oder Versätzen in den kegelförmigen Zylinder 12 über.
[0027] An der Grundfläche 13 ist eine Öffnung 16 vorgesehen, die in Figur 1 nicht gut, aber
insbesondere in Figur 3 deutlich erkennbar ist. Durch diese Öffnung 16 gelangt Spülwasser
in den Behälter 10 und kann dabei den gelartigen WC-Wirkstoff 40 lösen. Die durchgezogenen
Pfeile 3 sollen den Fluss des Spülwassers von dem oberen Rand des Toilettenbeckens
2 durch die Öffnung 16 in den Behälter 10 andeuten. Die gestrichelten Pfeile 4 skizzieren
den Fluss des mit dem gelartigen WC-Wirkstoff angereicherten Spülwassers aus dem Behälter
10 und entlang der Innenwandung des Toilettenbeckens 2. Bei einem größeren Neigungswinkel
15 tritt tendenziell mehr Spülwasser in den Behälter 10, wodurch der WC-Wirkstoff
40 mehr umspült und vom Spülwasser gelöst wird.
[0028] Die Figuren 2 bis 4 verdeutlichen, wie das in Figur 1 dargestellte WC-Körbchen 1
hergestellt wird. Figur 2 zeigt das WC-Körbchen 1 in einem aufgeklappten und nicht
gefüllten Zustand. Den Figuren 3 und 4 kann entnommen werden, dass das WC-Körbchen
1 mehrere nebeneinander angeordnete erste Behälterhälften 11 und mehrere zweite Behälterhälften
12 aufweist, die sich zu vier Behältern zusammenfügen lassen.
[0029] Die Behälterhälften 11, 12 werden aus einer Kunststoff-Folie thermogeformt. Vorzugsweise
wird dabei eine transparente PET-Folie verwendet. Die PET-Folie wird über einer Tiefziehform
platziert. Über geeignete Maßnahmen (Stempel, Unterdruck) wird dann die PET-Folie
in die Tiefziehform gezogen oder gedrückt und nimmt dabei die Kontur der Tiefziehform
an. Danach wird die PET-Folie bzw. werden die thermogeformten Behälterhälften 11,
12 ausgestanzt. Insbesondere wird dabei die Öffnung 16 ausgestanzt. Aber auch Aussparungen
17 zwischen den einzelnen ersten Behälterhälften 11a, 11b, 11c und 11d sowie den zweiten
Behälterhälften 12a, 12b, 12c und 12d (siehe Figur 4) werden in diesem Schritt ausgeformt.
Um eine Klappachse 18 lässt sich der Verbund der vier nebeneinander angeordneten Behälterhälften
12a, 12b, 12c und 12d auf den entsprechenden Verbund der Behälterhälften 11a, 11b,
11c und 11d klappen. Verbleibende Bereiche der PET-Folie entlang der Klappachse, die
nicht ausgestanzt worden sind, sind mit 19 bezeichnet und bilden ein Firmscharnier
zwischen dem Verbund der ersten Behälterhälften 11a, 11b, 11c und 11d und dem Verbund
der zweiten Behälterhälften 12a, 12b, 12c und 12d.
[0030] Wie Figur 3 zu entnehmen ist, weisen die zweiten Behälterhälften 12a, 12b, 12c und
12d unterschiedliche Höhen auf. Die äußeren Behälterhälften 12a, 12d haben dabei eine
Höhe H, die etwas kleiner ist als die Höhe der innenliegenden Behälterhälften 12b,
12c. Die Höhe der äußeren Behälterhälften kann 15 bis 25 mm, vorzugsweise 18 bis 20
mm betragen. Die Höhe H der innenliegenden Behälterhälften 12b, 12c ist vorzugsweise
um 1 bis 2 mm größer und beträgt in einem Ausführungsbeispiel 20 bis 22 mm. Durch
die leicht eingezogenen äußeren Behälterhälften 12a, 12d schmiegt sich das WC-Körbchen
besser an das in der Regel konvex gewölbte Toilettenbecken 2 an.
[0031] Nach erfolgter Klappung um 180° liegen die Behälterhälften 11, 12, eines jeden Behälters
12 sich gegenüber und begrenzen einen geschlossenen Aufnahmeraum für den WC-Wirkstoff
40. Die einzige offene Stelle des geschlossenen Behälters 10 stellt die Öffnung 16
dar. Sie wird begrenzt durch einen umlaufenden Rand 20, der eine Breite R
B (siehe Figur 4) von 1,5 bis 2 mm aufweist.
[0032] Die Ebene, in der die Behälterhälften 11, 12 nach erfolgter Klappung um 180° gegenseitig
zur Anlage kommen, wird im Folgenden als Fügeebene bezeichnet. Wie der Figur 1 entnommen
werden kann, liegt in der Fügeebene eine Fügefläche 22 der zweiten Behälterhälfte
12 plan auf einer Fügefläche 21 der ersten Behälterhälfte 11 auf. Die Fügeflächen
21, 22 sind dicht miteinander verbunden, so dass beim Befüllen des Behälters 10 der
noch fließfähige oder flüssige WC-Wirkstoff (Duftstoff, Reinigungsstoff, Kombination
davon) nicht an der Fügeebene zwischen den Behälterhälften 11, 12 aus dem Behälter
10 entweichen kann.
[0033] Die Fügefläche 21 der ersten Behälterhälfte 11 geht nahtlos über in die Haltevorrichtung
50, die nur in Figur 1 vollständig gezeigt ist. Da beim Thermoformen die Fügeflächen
21, 22 sowie die Haltevorrichtung 50 nicht und nur im geringen Umfang gestreckt oder
gedehnt werden, weist das thermogeformte WC-Körbchen hier die größten Wandstärken
auf. Dies führt zu einem stabilen Verbund der Behälterhälften 11, 12, zumal durch
die aufeinander liegenden Fügeflächen 21, 22 die Wandstärke lokal verdoppelt ist.
[0034] Nachdem die Fügeflächen 21, 22 miteinander verbunden worden sind, erfolgt die Befüllung
der Behälter 10, bis diese ausreichend gefüllt sind. Dabei entspricht vorzugsweise
die Menge des gelartigen WC-Wirkstoffs 40 in jeden Behälter 80% bis 100% des Gesamtvolumens
eines jeden Behälters 10. Jeder Behälter 10 kann die gleiche Menge an gelartigem WC-Wirkstoff
aufweisen. Es ist aber auch möglich, im Vergleich zu den inneren, etwas größeren Behältern
10b, 10c in die äußeren Behälter 10a, 10d etwas weniger von dem WC-Wirkstoff einzufüllen,
sodass jeder Behälter bezogen auf sein Gesamtvolumen gleich gefüllt ist.
[0035] Auf den umlaufenden Rand wird nach abgeschlossener Abfüllung eine Abziehfolie aufgeklebt,
die dazu dient, die Öffnung 16 zu verschließen und den Inhalt des Behälters vor Umwelteinflüssen
zu schonen. Unmittelbar vor Gebrauch des WC-Körbchens 1 wird diese Abziehfolie abgezogen.
In den Figuren ist diese Abziehfolie nicht dargestellt.
[0036] Der umlaufende Rand benötigt eine gewisse Mindestfläche, damit die Abziehfolie gut
an der zweiten Behälterhälfte anhaftet. Wird der Rand 20 jedoch zu breit ausgelegt,
so kann dadurch die Öffnung 16 zu klein werden. Bei zu kleiner Öffnung 16 gelangt
zu wenig Spülwasser in den Behälter 10, was zu Problemen beim Lösen des WC-Wirkstoffes
40 führen kann.
[0037] Eine gute Haftung zwischen Abziehfolie und Rand 20 lässt sich auch dadurch erreichen,
dass beim Applizieren der Abziehfolie auf den Rand 20 ausreichend Anpressdruck herrscht.
Hier besteht die Gefahr, dass bei zu hohem Anpressdruck die dünnwandige zweite Behälterhälfte
12 an der Mantelfläche einknickt. Um ein Einknicken zu verhindern bzw. entgegenzuwirken,
kann die zweite Behälterhälfte an der Mantelfläche verstärkende Strukturen wie eine
Verstärkungsrippe aufweisen. Die Verstärkungsrippe kann sich dabei längs der Mittelachse
des Zylinders erstrecken. Eine solche Verstärkungsrippe ist in Figur 3 durch die gestrichelten
Linien 23 angedeutet. Es versteht sich, dass mehrere solcher Verstärkungsrippen -
bevorzugt gleichverteilt - am Umfang der Mantelfläche verteilt sein können.
[0038] An den äußeren Behälterhälften 12a, 12b sind Abstandshalter 24 angeformt. Sie dienen
dazu, einen Abstand zwischen zwei aufeinander gestapelten, im aufgeklappten Zustand
befindlichen WC-Körbchen 1 zu definieren. Die WC-Körbchen lassen sich so im Stapel
platzsparend zwischenlagern, ohne dass die Gefahr besteht, dass ein WC-Körbchen sich
im Stapel verklemmt und nicht von anderen WC-Körbchen getrennt werden kann. Die Abstandshalter
24 können insbesondere dann weggelassen werden, wenn das Thermoformen der Behälterhälften
11, 12, das Zusammenfügen der Behälterhälften 11, 12 zu einem geschlossenen Behälter
10 und das Befüllen des Behälters 10 in dichter zeitlicher Abfolge auf einer Produktionslinie
erfolgt.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- WC-Körbchen
- 2
- Toilettenbecken
- 3
- Pfeil (Spülwasser)
- 4
- Pfeil (Spülwasser mit WC-Wirkstoff angereichert)
- 10
- Behälter
- 11
- erste Behälterhälfte
- 12
- zweite Behälterhälfte
- 13
- Grundfläche
- 14
- Mittelachse
- 15
- Neigungswinkel
- 16
- Öffnung
- 17
- Aussparung
- 18
- Klappachse
- 19
- verbleibende Bereiche
- 20
- Rand
- 21
- Fügefläche
- 22
- Fügefläche
- 23
- Verstärkungsrippe
- 24
- Abstandshalter
- 40
- WC-Wirkstoff
- 41
- Fülllinie
- 50
- Haltevorrichtung
- 51
- Klebeschicht
1. Verfahren zur Herstellung eines WC-Körbchens (1) mit wenigstens einem Behälter (10),
in dem sich ein gelartiger WC-Wirkstoff (40) befindet, wobei der Behälter (10) eine
erste Behälterhälfte (11) und eine zweite Behälterhälfte (12) aufweist, umfassend
die folgenden Verfahrensschritte:
a. Herstellen der ersten Behälterhälfte (11) und der zweiten Behälterhälfte (12) des
Behälters (10),
b. Befüllen der ersten Behälterhälfte (11) mit dem gelartigen WC-Wirkstoff (40) in
einem fließfähigen Zustand,
c. Zusammenfügen der ersten Behälfterhälfte (11) und der zweiten Behälterhäfte (12)
zur Bildung des Behälters (10),
dadurch gekennzeichnet, dass das Zusammenfügen der ersten Behälterhälfte (11) und der zweiten Behälterhälfte (12)
vor dem Befüllen mit dem gelartigen WC-Wirkstoff (40) erfolgt und der WC-Wirkstoff
(40) durch eine Öffnung (16) in der zweiten Behälterhälfte (12) gefüllt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Befüllen die erste Behälterhälfte (11) und die zweite Behälterhälfte (12)
abdichtend miteinander verbunden werden, indem eine Fügefläche (22) der zweiten Behälterhälfte
(12) auf eine Fügefläche (21) der ersten Behälterhälfte (11) angeordnet wird und danach
die Fügeflächemn (21, 22) miteinander verbunden werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Behälterhälfte (11) und die zweite Behälterhälfte (12) nebeneinander liegend
in einem Verfahrensschritt einstückig aus einer Kunststofffolie thermogeformt werden,
wobei zum nachfolgenden Zusammenfügen der Behälterhälften (11, 12) die zweite Behälterhälfte
(12) relativ zur ersten Behälterhälfte (11) um eine Klappachse (18) geschwenkt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (16) in der zweiten Behälterhälfte (12) durch einen Stanzvorgang hergestellt
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (16) nach dem Befüllen durch eine abnehmbare Abdeckung geschlossen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die abnehmbare Abdeckung erst unmittelbar vor dem Einsatz des WC-Körbchens (1) abgezogen
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Behälterhälfte (12) im Wesentlichen die Form eines Körpers mit Grundfläche
und Mantelfläche aufweist, wobei an der Grundfläche (13) des Körpers die Öffnung (16)
vorgesehen ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (16) sich im Wesentlichen über die gesamte Grundfläche (13) des Körpers
erstreckt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (16) durch einen umlaufenden Rand (20) begrenzt wird, der eine Breite
(RB) von 0,5 bis 5 mm aufweist.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass als Abdeckung eine Abdeckfolie verwendet wird, die auf den umlaufenden Rand (20)
appliziert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfläche (13) zu einer Haupt- oder Mittelachse (14) des Körpers geneigt ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Behälterhälfte (11) im Wesentlichen die Form einer Halbkugel aufweist.