[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement zur Erhöhung des Fälschungsschutzes
von Sicherheitsdokumenten, wie Banknoten, Wertpapieren, Ausweisen, Kreditkarten, Debit-Karten
oder dergleichen, wobei das Sicherheitselement aus einem Substrat besteht, auf dem
eine belichtbare Schicht angeordnet ist, wobei die belichtbare Schicht ein Volumenhologramm
aufweist.
[0002] Zum Schutz gegen Nachahmung, insbesondere mit Farbkopierern oder anderen Reproduktionsverfahren,
werden Sicherheitsdokumente mit optisch variablen Sicherheitselementen ausgestattet.
Der Fälschungsschutz beruht dabei darauf, dass der visuell und einfach und deutlich
erkennbare optisch variable Effekt von den oben genannten Reproduktionsgeräten nicht
oder nur ungenügend wiedergegeben wird.
[0003] Hologramme und hologrammartige Gitterbilder als optisch variable Sicherheitselemente
bei Banknoten insbesondere auch bei Fenster-Banknoten sind aus dem Stand der Technik
bekannt. Diese Hologramme und hologrammartigen Gitterbilder können vorliegen als Hell-Dunkel-Transmissionshologramm
bzw. Hell-Dunkel-Transmissionsgitter, Oberflächenstruktur-Hologramm bzw. Oberflächenstruktur-Gitter
oder Volumenhologramm bzw. Bragg-Gitter.
[0004] Ein Volumenhologramm bzw. Bragg-Gitter wird bekanntlich durch Belichtung einer belichtbaren
Schicht hergestellt und ist beispielsweise aus
EP 2362275 A1 bekannt. Die belichtbare Schicht ist mehrfach so dick wie die Lichtwellenlänge. In
der belichtbaren Schicht entsteht durch Belichtung und Fixierung eine Abfolge von
Schichtbereichen unterschiedlicher Brechzahl, so dass in dem Volumenhologramm eine
Information in Form eines Musters, eines alphanumerischen Zeichens oder einer graphischen
Abbildung abgespeichert ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Sicherheitselement
derart weiterzubilden, dass der Schutz gegenüber Fälschungen weiter erhöht wird.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0007] Erfindungsgemäß ist angrenzend an die belichtbare Schicht eine Prägeschicht auf dem
Substrat angeordnet, in deren Oberfläche, die dem Substrat abgewandt ist, eine Prägestruktur
in Form eines refraktiven optischen Elements eigebracht ist. Auf die Oberfläche der
belichtbaren Schicht, die dem Substrat abgewandt ist, und auf die Prägestruktur ist
mindestens teilweise eine Beschichtung aufgebracht, wobei die Beschichtung die belichtbare
Schicht und die Prägestruktur überlappt und eine optisch erkennbare Information in
Form eines Musters, eines alphanumerischen Zeichens oder einer graphischen Abbildung
aufweist. Die Beschichtung weist über der belichtbaren Schicht mindestens eine Aussparung
auf, so dass das Volumenhologramm durch die mindestens eine Aussparung hindurch sichtbar
und außerhalb der Aussparung nicht sichtbar ist. Selbstverständlich kann die Beschichtung
auch über der Prägeschicht mindestens eine Aussparung aufweisen.
[0008] Angrenzend bedeutet im Sinne dieser Erfindung, dass die belichtbare Schicht und die
Prägeschicht nebeneinander auf derselben Seite des Substrats angeordnet sind und sich
mindestens teilweise berühren oder so nah nebeneinander angeordnet sind, dass ein
Betrachter bei normaler Betrachtungsentfernung von etwa 20 cm ohne optische Hilfsmittel,
wie beispielsweise eine Lupe, keinen Abstand zwischen der belichtbaren Schicht und
der Prägeschicht erkennen kann. Auch ein Überlappen der belichtbaren Schicht und der
Prägeschicht in dem Bereich, in dem die belichtbare Schicht und die Prägeschicht aneinander
angrenzen ist möglich. Es muss dabei lediglich gewährleistet sein, dass es Bereiche
gibt, in denen sich die belichtbare Schicht und die Prägeschicht nicht überlappen
und nebeneinander angeordnet sind.
[0009] Besonderer Vorteil der Erfindung ist es, dass ein Sicherheitselement erzeugt wird,
das sehr schwer zu fälschen ist und gleichzeitig wegen ausgeprägten leuchtstarken
und dynamischen Effekten sehr attraktiv ist. Der hohe Fälschungsschutz ergibt sich
insbesondere dadurch, dass zwei Bereiche des Sicherheitselements, die mit unterschiedlichen
Technologien (Volumenhologramm und Prägestrukturen) erzeugt wurden, nebeneinander
angeordnet werden. Besonders bevorzugt werden diese zusammen mit der Beschichtung
von einem Betrachter als sinnhaft ergänzendes Designelement erkannt.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die belichtbare Schicht
aus einem Photopolymer und/oder die Prägeschicht aus einem Prägelack besteht, der
auf das Substrat aufgedruckt ist.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform besteht die Beschichtung aus einem ein- oder
mehrschichtigen Aufbau. Bei einem mehrschichtigen Aufbau sind die jeweiligen Schichten
übereinander angeordnet, senkrecht auf die Oberfläche des Substrats gesehen.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht ein einschichtiger Aufbau aus einer
Schicht mit einem hohen Brechungsindex, bevorzugt aus einer dünnen Schicht aus Zinksulfid
(ZnS). Auch eine Schicht aus Metall, eine Schicht aus dünnen metallischen oder metallfarbenen
Pigmenten, die der Struktur der Prägestruktur folgen, oder einer Druckfarbe mit Effektpigmenten
ist möglich. Die Beschichtung ist dabei bevorzugt aufgedampft oder aufgedruckt.
[0013] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung besteht ein einschichtiger Aufbau
aus einer Farbschicht, die plättchenförmige metallische Partikel enthält, deren längste
Kantenlänge 15 nm bis 1000 nm und deren Dicke 2 nm bis 100 nm beträgt, so dass die
Farbschicht in Auflicht einen metallischen Farbton und in Durchlicht einen bunten
Farbton zeigt. Bevorzugt weisen die plättchenförmigen metallischen Partikel eine längste
Kantenlänge von 15 nm bis 600 nm und besonders bevorzugt 20 nm bis 500 nm auf und
eine Dicke von 2 nm bis 40 nm und besonders bevorzugt 4 nm bis 30 nm auf. Eine derartige
Farbschicht ist beispielsweise aus der
WO 2011/064162 A2 bekannt und wird auch als Gold-Blau-Farbe bezeichnet.
[0014] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung besteht ein zweischichtiger Aufbau
aus zwei übereinander aufgebrachten dünnen Schichten aus unterschiedlichen Metallen.
Als besonderer Vorteil ergibt sich, dass ein Betrachter bei einem transparenten Prägelack
von Oberseite und Unterseite unterschiedliche Metalle bzw. unterschiedliche farbige
Metalle sehen kann.
[0015] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung besteht ein dreischichtiger Aufbau
aus einer ersten metallischen Schicht und einer zweiten metallischen Schicht besteht,
zwischen denen eine dielektrische Schicht angeordnet ist.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht ein derartiger dreischichtiger Aufbau
aus einer Reflexionsschicht, einer dielektrischen Schicht und einer teildurchlässigen
Schicht, wobei die dielektrische Schicht zwischen der Reflexionsschicht und der teildurchlässigen
Schicht angeordnet ist. Dieser Aufbau bildet einen interferenzfähigen, mehrschichtigen
Aufbau, wie er beispielsweise aus der
WO 2005/108110 A1 oder der
WO 2005/038136 A1 bekannt ist. Wird der mehrschichtige Aufbau von der Seite der teildurchlässigen Schicht
aus betrachtet, nimmt der Betrachter eine bestimmte Farbe wahr, die sich mit Änderung
des Betrachtungswinkels ändert. Der Betrachter nimmt bei Änderung des Betrachtungswinkels
einen Farbkippeffekt wahr.
[0017] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist ein mehrschichtiger Aufbau
mindestens zwei semitransparenten Spiegelschichten und mindestens eine zwischen den
mindestens zwei Spiegelschichten angeordnete dielektrische Schicht auf, wie er beispielsweise
aus der
DE 10 2009 058 243 A1 bekannt ist. Die mindestens zwei semitransparenten Spiegelschichten der Reflexionsschicht
sind bevorzugt gebildet aus Aluminium oder einer Aluminium-Legierung, wobei die dielektrische
Abstandsschicht mit einer Dicke h und einem Brechungsindex v die Relation 120 nm <
h v < 190 nm erfüllt oder aus Silber oder einer Silber-Legierung, wobei die dielektrische
Abstandsschicht mit einer Dicke h und einem Brechungsindex v die Relation 120 nm <
h v < 170 nm oder 340 nm < h v < 400. Ein derartiger Aufbau zeigt einem Betrachter
in Auflicht beispielsweise einen goldenen Farbton und in Durchsicht beispielsweise
einen blauen Farbton und wird dann auch als Gold-Blau-Beschichtung bezeichnet.
[0018] Die erfindungsgemäße Prägestruktur ist keine diffraktive Struktur, wie beispielsweise
ein Hologramm. Die lateralen Abmessungen der jeweiligen einzelnen Prägeelemente, die
die Prägestruktur bilden, sind also kleiner oder größer als die Wellenlänge des sichtbaren
Lichts, insbesondere kleiner als 300 nm oder größer als 1 µm.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform besteht die Prägestruktur aus einer Mehrzahl
achromatischer Mikrostrukturelemente, die eine laterale Abmessung unterhalb von 1
mm, vorzugsweise zwischen 3 µm und 100 µm aufweisen.
[0020] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform besteht die Prägestruktur aus
einer oder mehreren der folgend genannten Strukturen:
- Sinus- oder Rechteckgitter,
- Sub-Wellenlängen- oder Mottenaugenstrukturen,
- Manhattenstrukturen bzw. ein unregelmäßiges Rechteckgitter mit unterschiedlichen Abständen,
Breiten und Höhen der Gitterstrukturen,
- Mikrospiegel,
- Fresnel-Stukturen, Wölbstrukturen,
- Mattstrukturen,
- "Atztekenstrukturen" bzw. ein Raster aus einer Vielzahl von mikroskopischen Stufenpyramiden
mit Substrukturen,
- Nanostrukturen,,
- Beugungsgitter nullter Ordnung (zero order device),
- "Tannenbaum-artige Strukturen" ("morpho rhetenor"),
- Opalstrukturen.
[0021] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform besteht die Prägestruktur aus
einer Kombination der oben genannten Strukturen, wobei die Strukturtypen nebeneinander
angrenzend, gerastert, verschachtelt oder auch überlagert (Substrukturen) angeordnet
sein können. Es können also beispielsweise Sinusgitter auf einem Mikrospiegel vorhanden
sein - oder - Mottenaugenstrukturen mit diffraktiven Strukturen kombiniert werden.
[0022] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Volumenhologramm als Reflexionshologramm,
das einen dunklen/schwarzen Absorber im Hintergrund benötigt, oder als Transmissionshologramm
in einem transparenten Fensterbereich ohne jegliche dunklen Absorber ausgeführt.
[0023] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das Volumenhologramm ein-
oder mehrfarbig oder echtfarbig ausgeführt.
[0024] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann das Volumenhologramm einen
Farbkipp-Effekt aufweisen und könnte einen vorhandenen Farbkippeffekt der mehrschichtigen
Beschichtung sinnhaft ergänzen/kombinieren.
[0025] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann das Volumenhologramm einen
zweidimensional Effekt ohne Tiefenwirkung und/oder einen dreidimensional Effekt mit
ausgeprägter Tiefenwirkdung und/ oder Dynamik beim Kippen aufweisen.
[0026] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann das Volumenhologramm als
Transmissionshologramm ausgeführt sein, wobei eine Information mit kohärentem Licht
(Laser) gesehen/ ausgelesen werden kann.
[0027] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann das Volumenhologramm als
Weißlicht Reflexionshologramm ausgeführt sein.
[0028] Als Belichtungsmaster für das Volumenhologramm kann auch eine Prägestruktur dienen,
in einer bevorzugten Ausführung die gleiche Prägestruktur, die auch in der Prägeschicht
verwendet wird, so dass die gleichen Effekte (Farbe, Dynamik, Form) in beiden Bereichen
zu sehen sind.
[0029] Als Absorber für ein reflektives Volumenhologramm, das also in Aufsicht betrachtet
wird, benötigt man zur besseren Wahrnehmung einen dunklen, bevorzugt schwarzen Absorber,
der mit einer schwarzen Körperfarbe, aber auch durch eine Mikrostrukturfarbe, z.B.
Mottenaugenstrukturen erzeugt werden kann. Alternativ kann auch ein spiegelnder Reflektor
(z.B. Aluminium) verwendet werden, wobei das Volumenhologramm dann bevorzugt außerhalb
des Glanzwinkels, also bei sehr schräger Betrachtung zu sehen ist.
[0030] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform erfolgt eine Applikation des Sicherheitselements
als Folienelement in Form von Streifen oder Patch auf ein Substrat (Papier, Polymer)
oder in ein Folien-Papier-Verbundsubstrat oder zur Einbettung als Sicherheitsfaden
in ein Substrat. Das Folienelement kann auch mit ("L-Element") oder ohne ("T-Element")
Trägerfolie auf oder in ein Polymersubstrat auf-/eingebracht werden.
[0031] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann das erfindungsgemäße Sicherheitselement
mit weiteren maschinenlesbaren Sicherheitselementen kombiniert werden. Beispielsweise
kann eine der Schichten eines der folgenden Elemente oder Kombinationen daraus bereichsweise
oder vollflächig enthalten: Magnet, IR, UV, Phosphor, THz.
[0032] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann das erfindungsgemäße Sicherheitselement
mit weiteren Druck- und/oder Effektfarben kombiniert werden, wie z.B. Supersilber,
Goldfarbendruck, Iriodin, Buntfarbe.
[0033] Sowohl für Volumenhologramm als auch für die Prägeschicht können folgende optisch
variablen Effekte beim Kippen oder Änderung des Betrachtungswinkels oder Änderung
des Beleuchtungswinkels verwendet werden: Tiefeneffekte (=stereoskopische Effekte),
Lauf-, Flip-, Morphing-Effekte, Colourshift-Effekt (Aufsicht), Colour-Change-Effekt
("trans-colourshift" bei Durchsicht)
[0034] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann das erfindungsgemäße Sicherheitselement
als Fensterelement ausgeführt sein mit zweiseitig unterschiedlich visuellem Eindruck,
insbesondere als Fensterelement geeignet, z.B. für Polymernoten in einem transparenten
Bereich oder für Papier/Folienverbundbanknoten in einem Fensterbereich.
[0035] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann das erfindungsgemäße Sicherheitselement
eine versteckte Information ("varifeye-Effekt") aufweisen. Beispielsweise ist das
Volumenhologramm ein Reflexionshologramm und weist bereichsweise in einem transparenten
Fenster keinen Absorber auf. Erst wenn das Volumenhologramm auf einem dunklen/ schwarzen
Hintergrund platziert wird ist die versteckte Botschaft des Volumenhologramm zu erkennen.
[0036] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind Volumenhologramm und die
Prägeschicht mindestens bereichsweise überlappend in einem Fensterbereich angeordnet,
so dass ein Betrachter von der Vorder- und Rückseite deutlich unterschiedliche Informationen
oder sich ergänzende Motive sieht.
[0037] Durchsicht liegt vor, wenn die Beleuchtung des Substrats von der einen Seite und
die Betrachtung von der anderen Seite erfolgt. Aufsicht liegt vor, wenn die Beleuchtung
und Betrachtung von derselben Seite des Substrats aus erfolgt.
[0038] Ein optisch variables Element im Sinne dieser Erfindung ist ein Element, dessen
visuelles Erscheinungsbild sich bei Verkippen oder Drehen des Elements ändert. Beispielsweise
ändert sich bei Verkippen oder Drehen des optisch variablen Elements dessen Farbe,
bewegt sich scheinbar ein Balken von einer Seite des Elements zu einer anderen Seite,
werden beim Verkippen oder Drehen unterschiedliche Zeichen dargestellt oder ergibt
sich ein sogenannter Pumpeffekt in Form einer sich vergrößernden oder verkleinernden
Umrisslinie eines Bildmotivs.
[0039] Das Substrat des erfindungsgemäßen Sicherheitselements besteht besonders bevorzugt
aus einer Kunststofffolie oder aus Papier aus Baumwollfasern, wie es beispielsweise
für Banknoten verwendet wird, oder aus anderen natürlichen Fasern oder aus Synthesefasern
oder einer Mischung aus natürlichen und synthetischen Fasern. Weiterhin bevorzugt
besteht das Substrat aus einer Kombination aus mindestens zwei übereinander angeordneten
und miteinander verbundenen unterschiedlichen Substraten, einem sogenannten Hybrid.
Hierbei besteht das Substrat beispielsweise aus einer Kombination Kunststofffolie-Papier-Kunststofffolie,
d.h. ein Substrat aus Papier wird auf jeder seiner beiden Seiten durch eine Kunststofffolie
bedeckt, oder aus einer Kombination Papier-Kunststofffolie-Papier, d.h. ein Substrat
aus einer Kunststofffolie wird auf jeder seiner beiden Seiten durch Papier bedeckt.
[0040] Wertdokumente, für die ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement verwendet werden
kann, sind insbesondere Banknoten, Aktien, Anleihen, Urkunden, Gutscheine, Schecks,
hochwertige Eintrittskarten, aber auch andere fälschungsgefährdete Papiere, wie Pässe
und sonstige Ausweisdokumente, sowie Karten, wie beispielsweise Kredit- oder Debitkarten,
deren Kartenkörper mindestens eine Lage eines Sicherheitspapiers aufweist, und auch
Produktsicherungselemente, wie Etiketten, Siegel, Verpackungen, Faltschachteln, Beipackzettel
und dergleichen.
[0041] Die vereinfachte Benennung Wertdokument schließt alle oben genannten Materialien,
Dokumente und Produktsicherungsmittel ein.
[0042] Erfindungsgemäß weist die Beschichtung, die die belichtbare Schicht und die Prägestruktur
überlappt, eine optisch erkennbare Information in Form eines Musters, eines alphanumerischen
Zeichens oder einer graphischen Abbildung auf. Eine Information im Sinne dieser Erfindung
ist eine musterförmig gestaltete und visuell wahrnehmbare Darstellung. Diese kann
beispielsweise eine alphanumerische Zeichenfolge aus Ziffern und/oder Buchstaben,
eine graphische Abbildung, ein Bild, einen Text oder sonstige Zeichen bilden. Besonders
bevorzugt besteht die Information dabei aus positiven oder/und negativen Motiven.
Bei einem positiven Motiv wird hierbei ein Motivelement selbst auf die belichtbare
Schicht und die Prägestruktur aufgebracht, wohingegen bei einem negativen Motiv der
das Motivelement umgebende Bereich auf die belichtbare Schicht und die Prägestruktur
aufgebracht wird. Ein positives Motiv ist beispielsweise ein in dunkler Farbe auf
das helle Substrat aufgedruckter Buchstabe. Ein negatives Motiv ist beispielsweise
eine in dunkler Farbe auf das helle Substrat aufgebrachte Fläche, die innerhalb der
Fläche einen unbedruckten Bereich in Form eines Buchstabens aufweist.
[0043] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachfolgend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen
einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen, soweit dies
von dem Schutzumfang der Ansprüche erfasst ist.
[0044] Anhand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele und der ergänzenden Figuren werden
die Vorteile der Erfindung erläutert. Die Ausführungsbeispiele stellen bevorzugte
Ausführungsformen dar, auf die jedoch die Erfindung in keinerlei Weise beschränkt
sein soll. Des Weiteren sind die Darstellungen in den Figuren des besseren Verständnisses
wegen stark schematisiert und spiegeln nicht die realen Gegebenheiten wider. Insbesondere
entsprechen die in den Figuren gezeigten Proportionen nicht den in der Realität vorliegenden
Verhältnissen und dienen ausschließlich zur Verbesserung der Anschaulichkeit. Des
Weiteren sind die in den folgenden Ausführungsbeispielen beschriebenen Ausführungsformen
der besseren Verständlichkeit wegen auf die wesentlichen Kerninformationen reduziert.
Bei der praktischen Umsetzung können wesentlich komplexere Muster oder Bilder zur
Anwendung kommen.
[0045] Im Einzelnen zeigen schematisch:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2
- ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 3
- ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel.
[0046] Fig. 1 zeigt schematisch ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement mit einem Substrat
1, das beispielsweise aus einer transparenten Polymerfolie besteht. Auf dem Substrat
1 sind eine belichtbare Schicht 2 mit einem Volumenhologramm und daran angrenzend
eine Prägeschicht 3 angeordnet. Die Prägeschicht 3 weist an ihrer Oberfläche, die
dem Substrat 1 abgewandt ist, eine nicht diffraktive Prägestruktur auf, die in diesem
Beispiel aus einer dreieckförmigen Struktur mit schrägen Flanken besteht. Auf die
Oberfläche der belichtbaren Schicht 2, die dem Substrat 1 abgewandt ist, und auf die
Prägestruktur der Prägeschicht 3 ist eine Beschichtung 4 aufgebracht, die über der
belichtbaren Schicht 2 eine Aussparung 5 aufweist. Durch die Aussparung 5 hindurch
sieht ein Betrachter von der Vorder- bzw. Oberseite des Sicherheitselements das Volumenhologramm
in der belichtbaren Schicht 2.
[0047] Die Beschichtung 4 weist eine optisch erkennbare Information in Form eines Musters,
eines alphanumerischen Zeichens oder einer graphischen Abbildung auf, die in der Figur
jedoch nicht dargestellt ist. Dabei kann beispielsweise die Umrissform der Beschichtung
4 oder der Aussparung 5 die Information bilden.
[0048] Fig. 2 zeigt das Sicherheitselement aus Fig. 1, bei dem im Gegensatz zu Fig. 1 die
Beschichtung 4 auch Aussparungen 6 und 7 über der Prägeschicht 3 aufweist.
[0049] Fig. 3 zeigt das Sicherheitselement aus Fig. 1, bei dem im Gegensatz zu Fig. 1 die
Beschichtung 4 aus einem dreischichtigen Aufbau mit den dünnen Schichten 4.1, 4.2
und 4.3 besteht.
[0050] Beispielsweise besteht die Schicht 4.1 aus einem reflektierenden Material, die Schicht
4.2 aus einem transparenten Dielektrikum und die Schicht 4.3 aus einem teilreflektierenden
oder semitransparenten Material. Zusammen bilden die drei Schichten ein Dünnfilmschicht-Element,
das bei Änderung des Betrachtungs- oder Beleuchtungswinkels einen Farbkippeffekt beispielsweise
von Magenta nach Grün zeigt.
1. Sicherheitselement zur Erhöhung des Fälschungsschutzes von Sicherheitsdokumenten,
wie Banknoten, Wertpapieren, Ausweisen, Kreditkarten, Debit-Karten oder dergleichen,
wobei das Sicherheitselement aus einem Substrat besteht, auf dem eine belichtbare
Schicht angeordnet ist, wobei die belichtbare Schicht ein Volumenhologramm aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass angrenzend an die belichtbare Schicht eine Prägeschicht auf dem Substrat angeordnet
ist, in deren Oberfläche, die dem Substrat abgewandt ist, eine nicht diffraktive Prägestruktur
eigebracht ist, wobei auf die Oberfläche der belichtbaren Schicht, die dem Substrat
abgewandt ist, und auf die Prägestruktur mindestens teilweise eine Beschichtung aufgebracht
ist, wobei die Beschichtung die belichtbare Schicht und die Prägestruktur überlappt
und eine optisch erkennbare Information in Form eines Musters, eines alphanumerischen
Zeichens oder einer graphischen Abbildung aufweist, wobei die Beschichtung über der
belichtbaren Schicht mindestens eine Aussparung aufweist.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die belichtbare Schicht aus einem Photopolymer besteht.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägeschicht aus einem Prägelack besteht.
4. Sicherheitselement nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung aus einem ein- oder mehrschichtigen Aufbau besteht.
5. Sicherheitselement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein einschichtiger Aufbau aus einer Schicht mit einem hohen Brechungsindex besteht,
bevorzugt aus einer dünnen aufgedampften Schicht aus Zinksulfid (ZnS).
6. Sicherheitselement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein einschichtiger Aufbau aus einer Farbschicht besteht, die plättchenförmige metallische
Partikel enthält, deren längste Kantenlänge 15 nm bis 1000 nm und deren Dicke 2 nm
bis 100 nm beträgt, so dass die Farbschicht in Auflicht einen metallischen Farbton
und in Durchlicht einen bunten Farbton zeigt.
7. Sicherheitselement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweischichtiger Aufbau aus zwei übereinander aufgebrachten dünnen Schichten aus
unterschiedlichen Metallen besteht.
8. Sicherheitselement nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein mehrschichtiger Aufbau aus einer ersten metallischen Schicht und einer zweiten
metallischen Schicht besteht, zwischen denen eine dielektrische Schicht angeordnet
ist.
9. Sicherheitselement nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägestruktur aus einer Mehrzahl achromatischer Mikrostrukturelemente gebildet
ist, die eine laterale Abmessung unterhalb von 1 mm, vorzugsweise zwischen 3 µm und
100 µm aufweisen.