[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Mahlen von Einsatzmaterial,
insbesondere eine Vorrichtung in Ausgestaltung als Walzenmühle, mit einer festgelagerten
Festwalze und einer losgelagerten Loswalze, wobei die Loswalze relativ zur Festwalze
verlagerbar ist. Dabei können die Walzen an einem Rahmen gelagert und abgestützt sein,
insbesondere zusammen an einem gemeinsamen Rahmen. Insbesondere sind Walzenpressenvorrichtungen
in Ausgestaltung als Gutbett-Walzenmühlen für Einsatzmaterial in Form von Mineralien
oder Abbaumaterial betroffen. Insbesondere sind auch so genannte Rollenpressen (engl.:
"roller press") betroffen, beispielsweise mit einer Antriebsleistung im Bereich von
mindestens 200 KW bis 5.000 KW. Insbesondere betrifft die Erfindung eine Vorrichtung
und ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des jeweiligen unabhängigen oder nebengeordneten
Anspruchs.
[0002] Einsatzmaterial wie zum Beispiel Kalkstein, Klinker, Erz oder ähnliche Gesteine wird
zum Beispiel mittels Walzenpressen (auch allgemein "roller press" genannt) gemahlen.
Die Walzen werden üblicherweise einerseits festgelagert und andererseits translatorisch
verlagerbar gelagert. Eine auf die losgelagerte Loswalze in Richtung des Mahlspalts
ausgeübte Hydraulikkraft bewirkt eine translatorische Verlagerung relativ zur Kontaktstelle
der Walzen, beziehungsweise eine Kraftbeaufschlagung im Mahlspalt. Insbesondere wird
die Loswalze an wenigstens zwei Punkten in translatorischer Richtung beaufschlagt,
auch um Drehmomenten vorbeugen zu können.
[0003] Anders ausgedrückt: Walzenpressen weisen üblicherweise eine festgelagerte Festwalze
und eine losgelagerte Loswalze auf, wobei die Loswalze translatorisch relativ zur
Festwalze verlagerbar ist, und wobei die Walzen in einem Rahmen gelagert und abgestützt
sind. Beispielsweise sind ein unterer und ein oberer Rahmenteil vorgesehen, an welchem
jeweils ein (translatorisches) Gleitlager für die Loswalze vorgesehen ist. Zusätzlich
zu hydraulischen Aktoren zur relativen Positionierung der Loswalze relativ zur Festwalze
sind oftmals auch zusätzliche stabilisierende Aktoren erforderlich.
[0004] Insbesondere auch bei vergleichsweise großer Größe der Walzenpressen und großen wirkenden
Kräften und Momenten oder Impulsen ist es in konstruktiver Hinsicht nicht trivial,
eine Walzenpresse für ein möglichst breites Spektrum an Betriebszuständen oder unterschiedliche
Einsatzmaterialien auszulegen. Die Frage, auf welche Weise Reaktionskräfte von den
Walzen auf den Rahmen übertragen und ins Fundament weitergeleitet werden können beziehungsweise
sollten, begründet große ingenieurstechnische Anstrengungen. Die konstruktiven Anforderungen
sind dabei insbesondere auch hinsichtlich großer Dauerbelastungen hoch. Unabhängig
von deren Größe muss die Walzenpresse dabei auch möglichst robust hinsichtlich Schieflauf,
Überlast oder dergleichen negativer Effekte sein. Beispielsweise bleibt eine exakte
Einstellbarkeit und exakte relative Ausrichtung der WalzenAchsen daher bei vielen
Walzen-Typen ebenfalls ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Auswahl eines vorteilhaften
konstruktiven Gesamt-Konzeptes. Insbesondere müssen die Achsen der Walzenpresse möglichst
in einem minimal engen Toleranzbereich exakt positioniert werden können, insbesondere
relativ zueinander. Mit anderen Worten: Eine große dynamische Dauerbelastung in Kombination
mit engen Toleranzbereichen für die relative Position der Walzen begründet hohe konstruktive
Anforderungen.
[0005] Somit ist auch der Aufwand vergleichsweise hoch, welcher in die Konzipierung des
Rahmens (Tragstruktur) und in die Abstützung der Krafteinleitungspunkte sowie in Hinblick
auf vorteilhafte Kraftflusspfade investiert werden muss. Nicht zuletzt aufgrund schwankender,
zum Teil unbekannter Zusammensetzung und Härte des Einsatzmaterials unterliegen die
Walzenpressen und die verwendeten Lager selbst dann sehr hohen Belastungen und Beanspruchungen,
wenn sie mit großem Sicherheitsfaktor ausgelegt wurden. Beispielsweise kann bei bisherigen
Vorrichtungen ein Schieflauf nicht in allen Fällen effektiv vermieden werden, oder
aber ein bestimmter in möglichst engen Toleranzgrenzen gewünschter Schieflauf kann
nicht exakt genug eingestellt werden. Beispielsweise ist ein Schieflauf einer der
Achsen (insbesondere Kontaktachse) im Bereich von 0 bis 10 Millimeter (mm) oder maximal
15 mm betroffen. Einerseits ist ein geringer Schieflauf durchaus gewünscht (insbesondere
um eine unregelmäßige Beaufschlagung der Walz mit Material auszugleichen), und andererseits
soll der Schieflauf nicht zu groß werden, insbesondere da dies die Effizienz der Mahlung
nachteilig beeinflussen könnte. Aus diesem Beispiel geht hervor, dass insbesondere
auch bei Walzenpressen im oberen Leistungsspektrum höchste Anforderungen an die Güte
der Konstruktion, Abstützung und Lagerung gestellt werden.
[0006] Die Antriebsleistung von den tendenziell eher großen, schweren Walzenpressen liegt
zum Beispiel im Bereich von 2x 150-200 KW, also in der Summe zum Beispiel 350 KW,
kann jedoch auch noch deutlich größer sein, zum Beispiel 2x 3000 KW. Die räumlichen
Abmessungen in den drei Raumrichtungen können dabei zum Beispiel jeweils zwei bis
vier Meter betragen. Jedoch sind auch deutlich größere oder kleinere Bauformen realisierbar
oder im Einsatz; insbesondere kann eine Skalierung je nach zu behandelndem Einsatzmaterial
für einen jeweiligen Einsatzfall individuell erfolgen. Die vorliegende Erfindung ist
weitgehend unabhängig vom jeweiligen Walzentyp skalierbar; besonders vorteilhaft wirkt
sich die vorliegende Erfindung insbesondere bei vergleichsweise großen Walzenpressen
aus.
[0007] DE 10 2015 114 992 A2 beschreibt eine Rollenpresse zum Mahlen von Mahlgut, wobei die Rollen beziehungsweise
Walzen derart gelagert sind, dass ein Wechsel der Rollen vereinfacht werden kann,
insbesondere indem sich eine Wirkungslinie einer resultierenden Betriebskraft in einem
Halbraum innerhalb einer Tragkonstruktion erstreckt, wobei eine/die Losrolle mit Schwenkeinrichtungen
zusammenwirkt, welche als beidseitiger Hebel um ein Schwenklager schwenken.
[0008] Ebenso beschreibt
DE 10 2015 114 998 A2 eine Rollenpresse zum Mahlen von Mahlgut, wobei die Rollen für einen vereinfachten
Wechsel der Losrolle gelagert sind, insbesondere mit einer Schwenkachse eines beidseitigen
Hebels in einer vorteilhaften Anordnung unterhalb eines Kraftbeaufschlagungspunktes
an einem Ende des Hebels, und mit der Achse der Losrolle unterhalb der Schwenkachse.
[0009] Die Loswalzen dieser Walzenpressen sind also nicht rein translatorisch gelagert,
sondern können verschwenkt werden.
[0010] Aus der
DE 37 24 742 A1 ist ein Walzenbrecher mit Festwalze und Loswalze bekannt.
[0011] Aus der
DE 32 24 249 A1 ist eine Walzenmühle mit zwei Walzen mit einstellbaren Durchgangsspalt bekannt.
[0012] Aus der
GB 2 103 107 A ist eine Befestigungsvorrichtung für eine Mahlwalze bekannt.
[0013] Aus der
DE 38 18 540 A1 ist ein Walzwerk mit verstellbarem Walzenspalt bekannt.
[0014] Aus der
CN 104 998 714 A ist eine Maschine bekannt, wobei die Maschine eine Antriebsrolle und eine angetriebene
Rolle hat, die mit einem Mittelteil eines Kreisverbindungsdrahtes verbunden sind.
Die Enden der Antriebswalze und der angetriebenen Walze sind koaxial mit einer Endwelle
verbunden. Über eine Schwenkwelle ist ein Schwenkarm auf einer rotierenden Welle montiert.
Die Drehwelle ist auf einem Schwenklagersitz montiert. Eine Abtriebswelle ist mit
einem Untersetzungsgetriebe verbunden, das auf dem Schwenkarm montiert ist. Eine Schwenkarm-Druckplatte
ist mit einem oberen Teil eines Maschinenrahmens verbunden und füllt Gas in einen
Pressluftsack.
[0016] Aus der
DE 10 2015 110 033 A1 ist eine Gutbett-Walzenmühle mit zwei gegenläufigen Walzen und zwei schwenkbar mit
dem Fundament verbundenen Walzenhalterungen bekannt.
[0017] Ausgehend von diesen unterschiedlichen Bauformen besteht Interesse an einer noch
zweckdienlicheren Bauform, insbesondere für vergleichsweise massive, großvolumige
Walzenvorrichtungen.
[0018] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren mit den eingangs
beschriebenen Merkmalen zur Verfügung zu stellen, womit das Mahlen von Einsatzmaterial
weiter optimiert werden kann, beziehungsweise womit einzelne Walzen zum Mahlen von
Einsatzmaterial auf besonders zweckdienliche Weise in Kombination miteinander verwendet
werden können. Insbesondere ist es auch Aufgabe, eine robuste Vorrichtung auch bei
vergleichsweise hohen Reaktionskräften und starken Belastungen mit möglichst einfachem
und robustem konstruktivem Aufbau bereitzustellen, womit auch ein Schieflauf verringert
oder sogar weitgehend vermieden werden kann, oder womit ein Schieflauf zumindest in
einem sehr engen Toleranzbereich definiert werden kann. Nicht zuletzt besteht dabei
jeweils auch Interesse an einer möglichst kostengünstigen Lösung, bei möglichst einfachem
Design für eine robuste, langlebige Anlagentechnik.
[0019] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung und ein Verfahren gemäß den unabhängigen
Patentansprüchen. Vorteilhafte Ausführungsbeispiele werden in den Unteransprüchen
aufgeführt.
[0020] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß insbesondere gelöst durch eine Walzenpressenvorrichtung
eingerichtet zum Mahlen von Einsatzmaterial (beispielsweise Mahlgut in Form von Mineralien),
insbesondere in Ausgestaltung als Walzenmühle, speziell als Gutbett-Walzenmühle, mit:
einer festgelagerten Festwalze mit einer zumindest annähernd ortsfest gelagerten Walzenachse;
einer losgelagerten Loswalze mit einer ortsvariabel in vordefinierbarer Relativposition
zur Festwalze anordnenbaren Walzenachse; einem zumindest die Festwalze und wahlweise
auch die Loswalze lagernden Rahmen; wenigstens einer in einem Kraftbeaufschlagungspunkt
auf die Loswalze wirkenden Kraftbeaufschlagungseinheit; wobei die Fest- und Loswalze
zum Aufbringen einer Mahlkraft (resultierende Walzenkraft im Mahlspalt) und zum gegenseitigen
Kontaktieren in einem Walzenkontaktpunkt oder zum Definieren eines Mahlspalts für
das Einsatzmaterial relativ zueinander lagerbar und positionierbar sind, insbesondere
mittels der Kraftbeaufschlagungseinheit; und wobei die Loswalze mit der ortsvariablen
Walzenachse derart schwenkbar um eine Schwenkachse in der Art eines einseitigen Hebels
gegen die Festwalze lagerbar/gelagert ist, dass die relative Position der Loswalze
(beziehungsweise der ortsvariablen Walzenachse) relativ zur Festwalze zum Aufbringen
der Mahlkraft durch diese einseitig um die Schwenkachse erfolgende Schwenkbewegung
definierbar ist, wobei der einseitige Hebel zwischen der Schwenkachse und dem Kraftbeaufschlagungspunkt
gebildet ist. Dies liefert eine robuste Anordnung einerseits, und ermöglicht ein vergleichsweise
spannungsfreies, variables Positionieren der Walzen relativ zueinander. Insbesondere
kann auch eine hohe Effizienz sichergestellt werden, insbesondere auch energetische
Effizienz. Dabei kann auf elegante, einfache Weise auch besonders hohen konstruktiven
Anforderungen gerecht werden.
[0021] Es hat sich gezeigt, dass die schwenkbare Lagerung der Loswalze auch große Vorteile
hinsichtlich Krafteinleitung und Kraft-Aufbringung liefert, insbesondere bei sehr
massiven Walzen. Insbesondere können die bereitgestellten Kräfte (insbesondere Hydraulikkräfte)
effizient und effektiv genutzt werden. Insbesondere kann der Betrag der erforderlichen
Kraft, und damit letztlich auch die erforderliche Energie, minimiert werden. Nicht
zuletzt kann die gesamte Vorrichtung dabei dank optimierter Kraftflusspfade auch schlanker
konstruiert werden, also bei weniger Aufwand hinsichtlich Material und Kosten und
Gesamtgewicht. Im Umkehrschluss kann auch eine zu installierende Hydraulikkraft minimiert
werden; der Aufwand für hydraulische Armaturen und druckbeständige Leitungen und Adapter
kann spürbar verringert werden. Anders ausgedrückt: Die ortsvariable Walzenachse ist
mit vergleichsweise kleiner Aktuations-Kraft schwenkbar im Mahlspalt positionierbar.
Dabei definiert die Schwenkachse insbesondere auch einen Angelpunkt des einseitigen
Hebels. Die ortsfeste Walzenachse kann dabei wahlweise auch ganz ohne vorgesehenen
Verlagerungs-Mechanismus komplett ortsfest sein/bleiben, also für alle denkbaren Betriebsbedingungen
oder Betriebszustände.
[0022] Als Loswalze im weiteren Sinne ist dabei diejenige Walze zu verstehen, die aktiv
relativ zur Festwalze positionierbar ist und für eine relative Verlagerung auch örtlich
verlagerbar gelagert ist. Im gleichen Sinne ist als Festwalze dabei analog eine Walze
zu verstehen, die ortsfest gelagert ist, ohne dass eine örtliche Verlagerung vorgesehen
ist. In einem weiter unten noch beschriebenen Spezialfall kann die Festwalze auch
in einem Schwenklager gelagert sein. Die hier gewählten Begriffe für Fest- und Loslagerung
sind unabhängig von etwaigen mechanischen beziehungsweise kinematischen Anforderungen
zur statischen/dynamischen Bestimmtheit. Die hier gewählten Begriffe dienen vornehmlich
der Illustration der beiden unterschiedlichen Walzentypen.
[0023] Erfindungsgemäß ist die Schwenkachse auf der Tangente der Festwalze und der Loswalze
am Walzenkontaktpunkt angeordnet, sofern durch einen Mahlspalt von null durch direkt
Kontakt der Festwalze und der Loswalze es einen Walzenkontaktpunkt gibt. Ist der Mahlspalt
von null verschiedenen, so ist die Schwenkachse zwischen der Tangente der Festwalze
am Schnittpunkt der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse
und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse und der Tangente der Loswalze am Schnittpunkt
der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse angeordnet ist. Zwischen den Tangenten umfasst im Sinne
der Erfindung auch auf wenigstens einer der Tangenten liegend, was insbesondere im
Spezialfall eines Mahlspaltes von null ergibt, da in diesem Spezialfall beide Tangenten
aufeinander fallen und so die Schwenkachse auf beiden zusammenfallenden Tangenten
angeordnet ist. Aber auch im Falle eines von null verschiedenen Mahlspaltes kann die
Schwenkachse insbesondere auf der Tangente der Festwalze am Schnittpunkt der Verbindungslinie
zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse
liegen, da dieses einen variablen Mahlspalt von null an ermöglichen würde. Insbesondere
ist der Mahlspalt im Vergleich zum Durchmesser der Festwalze und zum Durchmesser der
Loswalze klein, sodass die Annahme eines Mahlspaltes von null im Rahmen der Toleranzen
liegen kann.
[0024] In besonderen Fällen von ineinander greifendenden Festwalze und Loswalze kann der
Mahlspalt auch negative Werte annehmen, die dann maximal auf die Tiefe des Eingreifens
der Walzen ineinander beschränkt ist.
[0025] Die erfindungsgemäße Anordnung ermöglicht insbesondere auch, dass der Rahmen auf
vorteilhafte Weise verwendet werden kann. Insbesondere können herkömmliche, bewährte
Ausgestaltungen und Konstruktionen des Rahmens auch für die erfindungsgemäße Anordnung
implementiert werden.
[0026] Die erfindungsgemäße Anordnung ist bevorzugt eingerichtet für Antriebsleistungen
im Bereich von mindestens 200 KW bis 5.000 KW. Die verwendeten Lager sind insbesondere
eingerichtet für das Abfangen und Weiterleiten von Impulsen und Reaktionskräften,
die von Mahlgut in Form von Mineralien oder Steinen oder dergleichen beim Mahlen auf
die Walzen und Lager ausgeübt werden. Anlagentechnisch, verfahrenstechnisch und konstruktiv
vorteilhafte oder realisierbare Maßnahmen können durch dieses Anwendungsgebiet vorgegeben
beziehungsweise eingeschränkt sein. Der Fachmann muss dabei auch speziell für das
gewünschte Anwendungsgebiet nach besonders adäquaten Maßnahmen suchen.
[0027] Vorteilhafter Weise kann eine (rein) mechanische Schieflaufunterdrückung bei einer
erfindungsgemäßen Walzenvorrichtung entbehrlich werden. Auch hydraulische Maßnahmen
zur Schieflaufunterdrückung können zumindest teilweise entbehrlich werden. Insbesondere
liefert die erfindungsgemäße auch Anordnung den Vorteil, dass Schieflauf allein dank
der Art und Weise der Lagerung der Walzen relativ zueinander und dank einer Schwenkbewegung
der Loswalze auf effektive Weise verringert oder sogar vollständig vermieden werden
kann.
[0028] Als einseitiger Hebel beziehungsweise als einseitige Hebelanordnung ist dabei eine
Anordnung zu verstehen, bei welcher nur ein Ende des Hebels verschwenkt wird, und
der Hebel ist an der anderen Seite im Schwenklager angeordnet. Lastarm und Kraftarm
fallen zusammen. Beim einseitigen Hebel wird nur ein Ende des Hebels mit Kraft beaufschlagt.
Es gibt nur einen Kraftbeaufschlagungspunkt, und das Schwenken des Hebels führt nicht
zu einer Kraftwirkung oder Drehmomenterzeugung am anderen Ende des Hebels. Vielmehr
ist am anderen Ende (Angelpunkt) ein Drehlager vorgesehen, zum Verschwenken des Hebels
um das Drehlager. Ein Wirkungspunkt beziehungsweise ein Interaktionspunkt beziehungsweise
eine mechanische Schnittstelle ist auf der Strecke zwischen dem Schwenklager und dem
Ende des Hebels angeordnet. Anders ausgedrückt: Es gibt keine schwenkende Gegenbewegung.
Bei einer beidseitigen Hebelanordnung hingegen werden zwei Enden eines Hebels miteinander
verschwenkt, d.h., das eine Ende führt eine schwenkende Relativbewegung aus, und das
andere Ende führt ebenfalls eine schwenkende Relativbewegung aus, so dass die relative
Lände der beiden Hebelarme von Bedeutung ist.
[0029] Der Kraftbeaufschlagungspunkt ist beispielsweise jeweils an einem Lagerstein der
Loswalze oder zwischen Lagersteinen der Loswalze angeordnet, wobei bei einer Kraftbeaufschlagung
zwischen den Lagersteinen bevorzugt eine Kopplung der Lagersteine erfolgt, insbesondere
derart, dass eine Hydraulikkraft über die Kopplung auf die Lagersteine übertragbar
ist. Als Lagersteine können zum Beispiel Lagerbuchsen, Wälzlager oder dergleichen
rotatorische Lagerelemente vorgesehen sein. Die Lagersteine dienen insbesondere zur
Aufnahme der Lager und zur Übertragung der Reaktionskräfte auf die Lager. Eine Kopplung
von zwei oder mehreren Lagersteinen ist nicht zwingend erforderlich. Falls ein Schieflauf
gänzlich unterbunden werden soll, kann eine Kopplung der Lagersteine jedoch besonders
zielführend sein. Im Speziellen kann die Kopplung zum Beispiel dadurch realisiert
werden, dass die beiden Lagersteine und wenigstens eine Komponente für die Kopplung
aus einem Gussteil bestehen. Die Kopplung kann auch durch eine Verbindung (zum Beispiel
geschraubt) eines Stahlrohrs/Stahlrahmens mit den Lagersteinen realisiert werden.
Bei gekoppelten Lagersteinen kann der Kraftbeaufschlagungspunkt zum Beispiel zwischen
den beiden Lagersteinen liegen, oder aber es ist gleichwohl je Lagerstein jeweils
ein Kraftbeaufschlagungspunkt vorgesehen.
[0030] Es hat sich gezeigt, dass die Verwendung von mehreren (wenigstens zwei) Hydraulikzylindern
in einzelnen Anwendungsfällen besonders vorteilhaft sein kann, insbesondere jeweils
gekoppelt an einen Lagerstein, so dass jede Seite beziehungsweise jeder Lagerstein
einen Kraftbeaufschlagungspunkt definiert. Dies macht eine Kopplung der Lagersteine
untereinander entbehrlich.
[0031] Die Erfindung beruht auch auf dem Konzept, mittels einer einseitigen Hebelanordnung
lediglich durch translatorische Aktuierung eine Positionierung einer Loswalze relativ
zu einer Festwalze sicherzustellen. Rotatorische Stellbewegungen oder zum Beispiel
auch die Verwendung von Exzentern sind nicht erforderlich. Erfindungsgemäß kann daher
eine vergleichsweise schlanke, einfache Konstruktion mit vergleichsweise wenigen interagierenden
Komponenten und wenigen Relativbewegungen bereitgestellt werden. Hierdurch kann auch
eine konstruktive Anpassung oder Skalierung auf einfache Weise erfolgen.
[0032] Die Begriffe "festgelagert" und "losgelagert" beziehen sich dabei insbesondere auf
einen Betriebszustand zum Mahlen von Einsatzmaterial. Anders ausgedrückt: Die Festwalze
wird beim Mahlen üblicherweise nicht verlagert, kann aber gleichwohl derart gelagert
sein, dass zum Beispiel zu Montagezwecken eine Verlagerung der Festwalze vorgenommen
werden kann. Für den Mahl-Vorgang hingegen wird üblicherweise nur die Loswalze positioniert.
Wahlweise kann das erfinderische Konzept jedoch auch auf zwei gegeneinander losgelagerte
Walzen übertragen werden.
[0033] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Walzenpressenvorrichtung als Gutbett-Walzenmühle
ausgestaltet. Es hat sich gezeigt, dass die hier beschriebenen erfindungsgemäßen Vorteile
insbesondere auch bei einer Gutbett-Walzenmühle besonders vorteilhaft realisierbar
sind.
[0034] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung entspricht der Abstand r
Abs zwischen der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten
Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer rechtwinklig
auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden Gerade wenigstens dem
0,15 fachen der Summe des Radius der Festwalze r
Fest und des Radius der Loswalze r
Los und höchstens dem 1 fachen der Summe des Radius der Festwalze r
Fest und des Radius der Loswalze r
Los. Es ergibt sich somit:

[0035] Hierdurch wird eine kompakte und stabile Bauweise ermöglicht.
[0036] Besonders bevorzugt entspricht der Abstand r
Abs zwischen der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten
Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer rechtwinklig
auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden Gerade wenigstens dem
0,2 fachen der Summe des Radius der Festwalze r
Fest und des Radius der Loswalze r
Los und höchstens dem 0,8 fachen der Summe des Radius der Festwalze r
Fest und des Radius der Loswalze r
Los. Es ergibt sich somit:

[0037] Ganz besonders bevorzugt entspricht der Abstand r
Abs zwischen der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten
Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer rechtwinklig
auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden Gerade wenigstens dem
0,25 fachen der Summe des Radius der Festwalze r
Fest und des Radius der Loswalze r
Los und höchstens dem 0,75 fachen der Summe des Radius der Festwalze r
Fest und des Radius der Loswalze r
Los. Es ergibt sich somit:

[0038] Noch weiter besonders bevorzugt entspricht der Abstand r
Abs zwischen der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten
Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer rechtwinklig
auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden Gerade wenigstens dem
0,25 fachen der Summe des Radius der Festwalze r
Fest und des Radius der Loswalze r
Los und höchstens dem 0,6 fachen der Summe des Radius der Festwalze r
Fest und des Radius der Loswalze r
Los. Es ergibt sich somit:

[0039] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung entspricht der Abstand zwischen der
Schwenkachse und dem Kraftbeaufschlagungspunkt den 1fachen bis 5fachen des Abstandes
zwischen der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten
Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer rechtwinklig
auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden Gerade. In anderen
Worten ist der virtuelle Hebel zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt und der Schwenkachse
1 bis 5 mal so lang wie der Abstand zwischen dem Walzenkontaktpunkt und der Schwenkachse.
[0040] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht der Abstand
zwischen der Schwenkachse und dem Kraftbeaufschlagungspunkt den 1,5fachen bis 4fachen
des Abstandes zwischen der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest
gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer
rechtwinklig auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse
und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden
Gerade.
[0041] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht der Abstand
zwischen der Schwenkachse und dem Kraftbeaufschlagungspunkt den 1,5fachen bis 3fachen
des Abstandes zwischen der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest
gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer
rechtwinklig auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse
und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden
Gerade.
[0042] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht der Abstand
zwischen der Schwenkachse und dem Kraftbeaufschlagungspunkt den 1,75fachen bis 2,75fachen
des Abstandes zwischen der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest
gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer
rechtwinklig auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse
und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden
Gerade.
[0043] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht der Abstand
zwischen der Schwenkachse und dem Kraftbeaufschlagungspunkt den 2fachen bis 2,5fachen
des Abstandes zwischen der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest
gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer
rechtwinklig auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse
und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden
Gerade.
[0044] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Winkel zwischen dem Vektor
zwischen der Schwenkachse und dem Kraftbeaufschlagungspunkt und dem Vektor zwischen
der Schwenkachse und der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse
und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse entlang einer rechtwinklig auf der
Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse und durch die Schwenkachse liegenden Gerade. Zwischen 80
° und 100 °, bevorzugt zwischen 85 ° und 95 °, besonders bevorzugt beträgt der Winkel
90 °.
[0045] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Mahlspalt ungleich null.
Insbesondere ist der Mahlspalt zwischen einem Minimalwert x
0,min und einem Maximalwert x
0,max im Mahlbetreib einstellbar. Der kürzeste Abstand zwischen der Schwenkachse ist in
dieser Ausführungsform bevorzugt zwischen dem halben Minimalwert x
0,min und dem halben Maximalwert x
0,max eingestellt. Besonders bevorzugt kann der Minimalwert x
0,min null sein.
[0046] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst der einseitige Hebel die
geradlinige Verbindungslinie zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt und der Schwenkachse.
Unter umfasst ist im Sinne der Erfindung hier zu verstehen, dass die geradlinige Verbindung
innerhalb des mechanischen Hebels verläuft. Somit wird die Kraft direkt und geradlinig
durch den einseitigen Hebel geführt. Insbesondere ist der einseitige Hebel somit nicht
U-förmig oder parabolisch unter Auslassung der direkten Verbindungslinie zwischen
dem Kraftbeaufschlagungspunkt und der Schwenkachse ausgeführt.
[0047] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung verläuft die ortsvariabel anordnenbaren
Walzenachse durch den einseitigen Hebel.
[0048] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die ortsvariabel anordnenbaren
Walzenachse maximal um das 0,1fache der Länge der geradlinige Verbindungslinie zwischen
dem Kraftbeaufschlagungspunkt und Schwenkachse von der geradlinige Verbindungslinie
zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt und Schwenkachse beabstandet, besonders bevorzugt
ist die ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse maximal um das 0,02fache der Länge
der geradlinige Verbindungslinie zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt und Schwenkachse
von der geradlinige Verbindungslinie zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt und Schwenkachse
beabstandet.
[0049] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt die Krafteinwirkung auf den
Kraftbeaufschlagungspunkt in einem Winkel von 75 ° bis 105 ° zur Verbindungslinie
zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse.
Bevorzugt erfolgt die Krafteinwirkung auf den Kraftbeaufschlagungspunkt in einem Winkel
von 85 ° bis 95 ° zur Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse
und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse, besonders bevorzugt erfolgt die Krafteinwirkung
auf den Kraftbeaufschlagungspunkt in einem Winkel von 90 ° zur Verbindungslinie zwischen
der ortsfest gelagerten Walzenachse und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse.
Besonders bevorzugt erfolgt die Kraftbeaufschlagung von unten nach oben. Hierdurch
ist eine besonders kompakte Bauweise möglich.
[0050] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist der Walzenkontaktpunkt in einem Abschnitt zwischen
dem Kraftbeaufschlagungspunkt und der Schwenkachse angeordnet und/oder ist in einem
Abstand zur Schwenkachse kleiner der Länge des einseitigen Hebels angeordnet, wobei
der Walzenkontaktpunkt einen/den Lastarm des einseitigen Hebels definiert. Dabei kann
auch ein durch Einsatzmaterial definierter Kontaktpunkt als Walzenkontaktpunkt verstanden
werden, also bei einem spürbar großen Mahlspalt. Dabei kann der Walzenkontaktpunkt
auch als wirksamer Kraftübertragungspunkt im Mahlspalt verstanden werden.
[0051] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die ortsvariable Walzenachse auf einem gekrümmten
Bewegungspfad relativ zur Festwalze verlagerbar, insbesondere auf einer Kreisbahn.
Dies ermöglicht zum Beispiel auch eine Justage der relativen Walzenposition im Mahlspalt.
Die ortsvariable Walzenachse kann dabei durch eine rotatorische Stellbewegung um die
Schwenkachse relativ zur Festwalze positionierbar sein.
[0052] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die ortsvariable Walzenachse in einem sich ausgehend
von der Schwenkachse erstreckenden Hebel-Abschnitt zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt
und der Schwenkachse angeordnet, nämlich in einem Abstand zur Schwenkachse kleiner
gleich der halben Hebellänge. Hierdurch kann auch eine vorteilhafte Kraftverteilung
sichergestellt werden. Die Schwenkachse und der Kraftbeaufschlagungspunkt können eine
Hebelanordnung bilden, bei welcher die Loswalze als einseitiger Hebel um die Schwenkachse
positionierbar ist, wobei der Walzenkontaktpunkt in einem wirksamen Hebelabstand zur
Schwenkachse angeordnet ist, welcher kleiner gleich der halben Hebellänge zwischen
dem Kraftbeaufschlagungspunkt und der Schwenkachse ist. Dies ermöglicht einen guten
Kraft-Effekt in der Mahlstelle, insbesondere bei vergleichsweise geringen Kräften
im Beaufschlagungspunkt.
[0053] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Schwenkachse zumindest annähernd parallel
zur ortsfesten Walzenachse ausgerichtet. Wahlweise ist die Schwenkachse exakt parallel
zur ortsfesten Walzenachse und/oder zur ortsvariablen Walzenachse ausgerichtet.
[0054] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die ortsvariable Walzenachse auf einer Kreisbahn
um die Schwenkachse schwenkbar, insbesondere mit exakt kreisförmiger Bewegungsbahn
um einen auf der Schwenkachse angeordneten Momentanpol (Momentanpol im weiteren Sinne,
da die Schwenkachse nicht notwendigerweise verlagerbar sein muss). Wahlweise kann
die Schwenkachse beziehungsweise ein entsprechendes Schwenklager zusätzlich auch translatorisch
verlagerbar sein. Wahlweise ist die Bewegungsbahn keine Kreisbahn, sondern eine Kurve,
abgeflacht aufgrund überlagerter Translation. Eine translatorische Verlagerung kann
weitere Möglichkeiten für das Anpassen von Betriebsparametern oder für die relative
Anordnung der Walzenachsen liefert. Was die Größe eines Mahlspaltes betrifft, so reicht
es jedoch üblicherweise aus, wenn dieser im Bereich von nur wenigen Millimetern variierbar
ist, was bereits allein durch Verschwenken sichergestellt werden kann.
[0055] Die ortsvariable Walzenachse kann derart um die Schwenkachse schwenkbar sein, dass
die ortsvariable Walzenachse in wenigstens zwei Raumrichtungen (x, z) relativ zur
ortsfesten Walzenachse positionierbar ist, insbesondere jeweils mit von der ortsfesten
Walzenachse abweichender x- und z-Koordinate (beziehungsweise abweichender x- und
z-Position). Die Variation in z-Richtung liefert auch den Vorteil, dass nicht nur
die Größe, sondern auch die Geometrie des Mahlspalts variierbar ist. Insbesondere
kann das Mahlgut auch bei stark inhomogener Ausgestaltung vorteilhaft gemahlen werden.
[0056] Nicht miteinander gekoppelte Lagersteine können dabei beispielsweise auch unterschiedlich
stark schwenken, insbesondere um einen Schieflauf oder einen Effekt entsprechend jenem
eines Schieflaufs einstellen zu können. Hierdurch kann ein Mahlspalt erzeugt werden,
welcher nicht parallel verläuft, sondern von einem Ende der Walze zum anderen Ende
unterschiedlich öffnet. Durch diese Maßnahme ist auch bei nicht gekoppelten Lagersteinen
eine Variation hinsichtlich Schieflauf-Effekten möglich.
[0057] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Loswalze innerhalb des Rahmens (beziehungsweise
innenliegend vom Rahmen) schwenkgelagert und am Rahmen abgestützt. Hierdurch kann
mittels des Rahmens zum Beispiel auch zumindest teilweise ein Fundament oder die Schnittstelle
dafür bereitgestellt werden. Als eine Anordnung innerhalb des Rahmens ist dabei auch
eine Anordnung zu verstehen, bei welcher der Rahmen in z-Richtung nur einseitig, insbesondere
nur unterseitig von den Walzen vorgesehen ist. Als eine Anordnung innerhalb des Rahmens
ist dabei insbesondere auch eine Anordnung zu verstehen, bei welcher der Rahmen die
Walzen in zumindest einer Raumrichtung vollständig überlappt. Dabei kann die Schwenkachse
in einem Abstand zu wenigstens einer der Walzenachsen angeordnet sein, der kleiner
gleich dem Abstand von Festlagern der Festwalze zu der ortsfesten Walzenachse ist.
Dies begünstigt eine Abstützung im Rahmen. Ferner kann eine vorteilhafte Kraftverteilung
auch bei vergleichsweise kleinen Hebellängen sichergestellt werden.
[0058] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist wenigstens eine der Walzen unabhängig von der
anderen Walze am Rahmen abgestützt und gelagert, insbesondere in einer durch den Mahlspalt
verlaufenden Ebene. Dies liefert auch eine vorteilhafte Anordnung bezüglich Kraftfluss
und relativen Bewegungspfaden.
[0059] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist wenigstens eine der Walzen in einer durch den
Mahlspalt verlaufenden Ebene abgestützt. Dies liefert nicht zuletzt auch gute Variabilität
bezüglich der Anordnung des Kraftbeaufschlagungspunktes beziehungsweise bezüglich
der Kraftbeaufschlagungsrichtung.
[0060] Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind die Walzenachsen, bei Kontaktierung der Walzen
im Walzenkontaktpunkt, derart relativ zur Schwenkachse angeordnet, dass eine Verbindungslinie
durch diese drei Achsen in einer orthogonal dazu verlaufenden Ebene ein Dreieck bildet,
insbesondere ein bevorzugt zumindest annähernd gleichschenkliges Dreieck, bevorzugt
mit den Basiswinkeln an der Verbindungslinie zwischen den Walzenachsen jeweils kleiner
50 Grad, insbesondere kleiner 45 Grad, bevorzugt kleiner 40 Grad, weiter bevorzugt
kleiner 35 Grad. Anders ausgedrückt: Vorteilhafter Weise definieren die drei Achsen
eine zumindest annähernd gleichschenklige Dreieckanordnung, insbesondere mit der Schwenkachse
als nach unten weisende Spitze. Diese symmetrische Anordnung der Walzenachsen relativ
zur Schwenkachse, mit der Schwenkachse in möglichst geringem Abstand zu den Walzenachsen,
liefert auch ein vorteilhaftes Hebelverhältnis und kann konstruktive Vereinfachungen
ermöglichen, insbesondere auch eine gemeinsame Lagerung (gleichwohl bevorzugt unabhängig
voneinander) an derselben Schwenkachse oder zumindest annähernd in derselben Position
am Rahmen.
[0061] Der Basiswinkel der (beispielsweise gleichschenkligen) Dreieckanordnung kann dabei
auch in einem Bereich von ca. 15 °, bevorzugt nur 10 ° oder nur 5 ° um die hier genannten
Werte schwanken. Insbesondere kann der Basiswinkel für eine jeweilige Anwendung auch
individuell in einem Wertebereich von 45 ° plus minus 15 ° gewählt werden.
[0062] Dabei kann eine Ausrichtung des einseitigen Hebels (Schwenkwinkelausrichtung) kleiner
90 ° relativ zur Horizontalebene sein, insbesondere kleiner 45 °, beispielsweise im
Bereich von 20 ° bis 40 °. Gemäß einer Variante entspricht die Schwenkwinkelausrichtung
dem Basiswinkel der Dreieckanordnung.
[0063] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Schwenkachse unterhalb von der ortsfesten
Walzenachse angeordnet, insbesondere mit einem Abstand von maximal dem halben Walzendurchmesser
(maximaler Abstand entspricht dem Radius der Festwalze und/oder der Loswalze). Dies
liefert auch eine vorteilhafte Anordnung bezüglich Zusammenwirken von Kraftbeaufschlagung
und Gravitationskräften.
[0064] Vorteilhafter Weise ist die einseitige Hebelanordnung derart ausgestaltet, dass die
im Walzenschwerpunkt oder im Schwerpunkt der gesamten verschwenkbaren Anordnung wirkende
Gravitationskraft gegen die Kraftbeaufschlagung wirkt. Anders ausgedrückt: Der Lastarm
des einseitigen Hebels wird einerseits durch die Reaktionskraft an der Walzenkontaktstelle
definiert, andererseits auch durch die im Schwerpunkt angreifende Gravitationskraft.
Die Loswalze ist also derart einseitig um die Schwenkachse gelagert, dass sowohl die
Reaktionskraft an der Walzenkontaktstelle als auch die Gravitationskraft einer Kraftbeaufschlagung
im Beaufschlagungspunkt (am Kraftarm des Hebels) entgegenwirken. Dies liefert gute
Reaktivität und kann auch die Mahl-Charakteristik verbessern, insbesondere indem die
Rückstellbewegung (größer werdender Mahlspalt) schwerkraftgetrieben unterstützt wird.
Insbesondere da die Schwerkraft die Walze zurückstellt beziehungsweise den Mahlspalt
tendenziell eher öffnet als schließt, kann auch auf eine Vorrichtung zum Öffnen des
Spaltes verzichtet werden (minimierter vorrichtungstechnischer Aufwand).
[0065] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Loswalze derart schwenkbar gelagert und angeordnet,
dass die im Schwerpunkt der Loswalze angreifende Gravitationskraft am Lastarm des
einseitigen Hebels in mahlspaltvergrößernder Art und Weise in der Richtung einer Rückstellbewegung
wirkt. Hierdurch kann auch ein vorteilhaftes Mahlverhalten realisiert werden. Insbesondere
kann eine gute Reaktivität sichergestellt werden, und ein Verkeilen oder Blockieren
bei zum Beispiel besonders hartem oder großem Einsatzmaterial kann effektiv vermieden
werden.
[0066] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Loswalze beziehungsweise die ortsvariable
Walzenachse zumindest annähernd parallel zur Festwalze ausgerichtet und in (wenigstens)
zwei Lagersteinen gelagert, wobei die Lagersteine der Loswalze an einem Punkt (insbesondere
um die Schwenkachse) drehbar fixiert sind und an einem weiteren Punkt (Kopplungspunkt
beziehungsweise Abstützpunkt) gekoppelt sind. Ein solches optionales Koppeln der Lagersteine
ermöglicht auch ein besonders effektives Bekämpfen von Schieflauf. Der weitere Punkt
(Kopplungspunkt beziehungsweise Abstützpunkt) ist dabei bevorzugt beabstandet zur
Schwenkachse angeordnet.
[0067] Eine Kopplung kann dabei insbesondere auf mechanische oder hydraulische Weise erfolgen,
insbesondere mittels Kreuzverband, Gusselement und/oder Torsionswelle (mechanisch),
oder mittels über Kreuz geschaltetem Hydraulikzylinder (hydraulisch).
[0068] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist je Lagerstein ein in Längsrichtung wirkender
oder ausgerichteter Hydraulikzylinder (Komponente der Kraftbeaufschlagungseinheit)
zur Kraftbeaufschlagung der Loswalze vorgesehen. Dabei können (die) auf Lagersteine
der (jeweiligen) Walze(n) wirkende Hydraulikzylinder der Kraftbeaufschlagungseinheit
ölseitig verbunden sein. Die Kraftbeaufschlagungseinheit kann einen zwischen zwei
Lagersteinen der Loswalze angeordneten oder wirkenden Hydraulikzylinder aufweisen.
Lagersteine der (jeweiligen) Walze(n) können eine Führung in Lagersteinlängsrichtung
aufweisen. Die Führung dient insbesondere dazu, die Lagersteinen in einer vordefinierten
Ebene zu halten, insbesondere bezüglich einer Rotation, insbesondere um zu vermeiden,
dass sich die Lagersteine verdrehen (auf die Walzen wirken auch Axialkräfte in x-Richtung).
Insofern kann die Führung eine Parallelogramm-Anordnung der Lagersteine der Loswalze
stabilisieren beziehungsweise versteifen.
[0069] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Loswalze an einem weiteren Punkt (Kraftbeaufschlagungspunkt)
oberhalb oder unterhalb der Walzenachse derart hydraulisch einseitig tangential um
die Loswalze beaufschlagbar, dass die hydraulische Beaufschlagung ein Drehmoment um
die Schwenkachse bewirkt und dabei die Mahlkraft/Walzenkraft definiert.
[0070] Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind sowohl der Kraftbeaufschlagungspunkt als auch
die Schwenkachse sowie Festlager für die Festwalze derart geometrisch angeordnet,
dass eine verbindende Linie durch diese Stellen beziehungsweise Komponenten, oder
ein entsprechend von diesen Stellen umgrenzter eingefasster Bereich, geometrisch in
einem horizontalen Abstand von maximal zweifachem Walzendurchmesser der Walzen (beziehungsweise
des Durchmessers einer/der relativ größeren Walze) und in einem vertikalen Abstand
von maximal Faktor 1,5, insbesondere maximal Faktor 1,2 des Walzendurchmessers der
Walzen beziehungsweise einer/der relativ größeren Walze verläuft, insbesondere mit
der verbindenden Linie (Kontur, Verlauf) oder einer entsprechenden Bereichsumfangskontur
im Querschnitt orthogonal zur Schwenkachse in Ausgestaltung als Dreieck oder Viereck
jeweils mit Eckwinkeln kleiner 180 °.
[0071] Diese Art und Weise der Integration der einzelnen Komponenten in den Rahmen (oder
zumindest einseitig seitlich an einem Rahmen) liefert auch eine kompakte und robuste
Konstruktion. Hinsichtlich Krafteinleitungs-Richtungen und relativer Abstände und
HebelVerhältnisse kann dabei gleichwohl auch noch ein vorteilhaft großer Variationsbereich
sichergestellt werden. Bei einer an der Schwenkachse gelagerten Festwalze kann sich
auch der Spezialfall ergeben, dass der umgrenzte Bereich nahezu linienförmig wird
(also extrem flach), oder aber je nach vertikaler Anordnung (Höhenposition) der Schwenkachse
die Geometrie eines sehr flachen, breiten Dreiecks mit Basiswinkel(n) im Bereich von
nur einigen wenigen Grad annimmt. Anders ausgedrückt: Eine Krafteinleitung und das
Abfangen und Weiterleiten von Reaktionskräften kann örtlich auf einen sehr schmalen
Bereich eingegrenzt werden (insbesondere nur einseitiger Rahmen), oder der von den
Kraft- und Lagerpunkten umgrenzte Bereich ist zumindest sehr kompakt und auf eine
vorteilhafte geometrische Grundform zurückzuführen, welche einen kompakten, stabilen
Rahmen ermöglicht.
[0072] Somit basiert die Erfindung gemäß einer der ausführbaren Varianten auch auf dem Konzept,
ein Kräfte-Dreieck mit vorteilhaften Hebel-Längen und bei vorteilhafter Anordnung
der Krafteinleitungspunkte zu bilden, wobei die Lager- und Reaktionskräfte ebenfalls
an diesem Kräfte-Dreieck übertragen werden. Die längste Seite des Kräfte-Dreiecks
kann dabei durch den sich zwischen Schwenkachse und Kraftbeaufschlagung erstreckenden
einseitigen Hebel bereitgestellt werden.
[0073] Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind der Walzenkontaktpunkt, der Kraftbeaufschlagungspunkt
und die Schwenkachse derart relativ zueinander angeordnet, dass ein Hebelverhältnis
von Abstand zwischen Kraftbeaufschlagungspunkt und Schwenkachse zu Abstand zwischen
Kraftbeaufschlagungspunkt und Walzenkontaktpunkt von mindestens Faktor 2 einstellbar
ist. Die ortsvariable Walzenachse, der Kraftbeaufschlagungspunkt und die Schwenkachse
können derart relativ zueinander angeordnet sein, dass ein Hebelverhältnis von Abstand
zwischen Kraftbeaufschlagungspunkt und Schwenkachse zu Abstand zwischen ortsvariabler
Walzenachse und Schwenkachse von mindestens Faktor 2 einstellbar ist. Diese Anordnung
liefert insbesondere auch hohe Effektivität beziehungsweise Effizienz.
[0074] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist zumindest die Loswalze derart dimensioniert und/oder
derart im Rahmen angeordnet, dass ein Freiraum in z-Richtung zum Rahmen sichergestellt
ist. Die Abmessungen der mit der Loswalze verlagerten Struktur in z-Richtung können
kleiner sein als die Abmessungen der festgelagerten Struktur der Festwalze in z-Richtung.
Hierdurch kann insbesondere auch ein für einen breiten Bewegungs-/Schwenkbereich vorteilhafter
Freiraum geschaffen werden.
[0075] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird die Loswalze in einem einzigen Beaufschlagungspunkt
oder zumindest in einem einzigen radialen Abstand in tangentialer Richtung um die
Walzenachse und um die Schwenkachse beaufschlagt, insbesondere in einer (hydraulischen)
Wirkrichtung zumindest annähernd orthogonal zur Walzenachse, insbesondere in vertikaler
(z) oder horizontaler (x) Wirkrichtung bei horizontal ausgerichteten Walzenachsen
und horizontal ausgerichteter Ebene (xy) durch die Walzenachsen.
[0076] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Loswalze schwenkbar um die Schwenkachse relativ
zur Festwalze positionierbar, insbesondere durch Einstellen einer/der einseitig zumindest
annähernd tangential ausgerichteten (bevorzugt hydraulischen) Kraft im Beaufschlagungspunkt.
Anders ausgedrückt: Die aufgebrachte Kraft ist windschief relativ zur Walzenachse
ausgerichtet.
[0077] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Loswalze im Rahmen zumindest in einer Schwenkrichtung
frei positionierbar, insbesondere zumindest relativ zu einem unterseitigen Rahmenteil
oder zusätzlich auch relativ zu einem oberseitigen Rahmenteil des Rahmens. Der/das
unterseitige Rahmenteil kann insbesondere direkt an ein Fundament gekuppelt sein.
[0078] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Loswalze schwenkbar um einen/den Schwenkpunkt
(Schwenkachse) gelagert, welcher in einer Ebene exakt unterhalb oder oberhalb des
Walzenkontaktpunktes von Festwalze und Loswalze angeordnet ist, also exakt auf halber
Strecke zwischen den beiden Walzenachsen. Anders ausgedrückt: Die Schwenkachse wird
in lotrechter Flucht zum Mahlspalt angeordnet. Dies liefert auch konstruktive Vorteile,
nicht zuletzt auch hinsichtlich der Lagerung der Festwalze.
[0079] Die Walzenpressenvorrichtung ist vorteilhafter Weise eingerichtet, die Schwenkbewegung
ausschließlich durch eine Aktuierung beziehungsweise Kraftbeaufschlagung in translatorischer
Richtung zu initiieren, also ohne Drehmoment oder ohne rotatorische Stellbewegung.
Insbesondere erfolgt die Kraftbeaufschlagung zumindest annähernd in orthogonaler und/oder
paralleler Richtung relativ zur Reaktionskraft (Kontaktkraft) an den Walzen. Dies
liefert nicht zuletzt auch eine vergleichsweise einfache, robuste Kinematik.
[0080] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Schwenkachse in einer Ebene angeordnet, welche
sich parallel zu den Walzenachsen erstreckt, insbesondere in einer durch den Mahlspalt
oder exakt durch den Walzenkontaktpunkt verlaufenden Ebene, insbesondere in einer
in vertikaler Richtung verlaufenden Ebene. Diese zumindest in x-Richtung symmetrische
Anordnung relativ zu den Walzenachsen liefert insbesondere auch bei zumindest annähernd
gleich großen Walzen Vorteile hinsichtlich Abstützung der Walzen und hinsichtlich
Kraftfluss. Die z-Position in Höhenrichtung kann dabei weitgehend frei gewählt werden,
insbesondere hinsichtlich einer besonders vorteilhaften Rahmenkonstruktion und/oder
einer optional gemeinsamen Abstützung beider Walzen an der Schwenkachse.
[0081] Wahlweise kann die Loswalze derart relativ zur Festwalze positioniert/positionierbar
sein, dass die Schwenkachse in einem x-Abschnitt zwischen dem Mahlspalt (oder dem
Walzenkontaktpunkt) und der Walzenachse der Loswalze angeordnet ist (also in x-Richtung
zur ortsvariablen Walzenachse hin versetzt), insbesondere in einem x-Abstand zur ortsvariablen
Walzenachse von mindestens 2/3 des x-Abstandes zwischen ortsvariabler Walzenachse
und Walzenkontaktpunkt beziehungsweise Mahlspalt (insbesondere in einem x-Abstand
von mindestens 2/3 des Loswalzenradius), bevorzugt mindestens ¾ dieses x-Abstandes.
Dies liefert nicht zuletzt auch ein vorteilhaftes Kräfteverhältnis. Anders ausgedrückt:
Eine symmetrische x-Anordnung der Schwenkachse im Mahlspalt kann wahlweise auch variiert
werden, insbesondere durch x-Versatz in Richtung der ortsvariablen Walzenachse.
[0082] Ein durch die erfindungsgemäße Anordnung realisierbares Kräftedreieck wird durch
die Punkte P1, P2 und P3 gebildet. Die Anordnung der jeweiligen Walzenachse ist in
diesem Zusammenhang weniger beachtlich. Jedoch kann erwähnt werden, dass die vom Kräftedreieck
aufgespannte Fläche bevorzugt nur die Loswalze (beziehungsweise deren Querschnittsfläche)
überdeckt, und dass wahlweise die Walzenachse der Loswalze vom Kräftedreieck eingeschlossen
ist. Für die Wahl der Hebelverhältnisse können auch Dimensionierungs-Aspekte berücksichtigt
werden. Je größer der Abstand P2/P3 im Verhältnis zum Abstand P1/P3 gewählt ist, umso
kleiner können die Hydraulikzylinder beziehungsweise Krafteinleitungs-Aktuatoren ausgelegt
werden. Andererseits steigt dabei auch die Belastung im Punkt P3. Ein Verhältnis von
zumindest annähernd 1 zu 2 kann bevorzugt sein, insbesondere wenn die Anzahl an Zylindern
(Aktuatoren) möglichst gering sein soll (insbesondere im Vergleich zum Stand der Technik
halbiert sein soll, also insbesondere im Vergleich zur translatorischen Aktuation).
In vielen Fällen sind auch Kostenaspekte von großer Bedeutung, so dass das Verhältnis
der Abstände auch hinsichtlich Kosten optimiert werden kann. Steigen die Kosten der
Konstruktion für den Lagerungspunkt P3 stärker als die Kosten für die Zylinder, wird
das Verhältnis eher kleiner gewählt sein/werden, und vice versa. Insofern kann das
Verhältnis auch im Einzelfall in einem Bereich von zum Beispiel 1 zu 1 bis 1 zu 3
gewählt werden, insbesondere 1 zu 1,5 bis 1 zu 2,5, vorzugsweise 1:2. Der Fachmann
kann für einen jeweiligen Anwendungsfall basierend auf der vorliegenden Offenbarung
in Abhängigkeit von priorisierten Randbedingungen ein Optimum finden.
[0083] Es hat sich gezeigt, dass eine/die Kontaktlinie der beiden Walzen (ohne Einsatzmaterial
im Mahlspalt) beziehungsweise die Mittellinie (Mittenlängsachse) des Mahlspaltes sich
in der Höhe am geringsten ändert, wenn die Schwenkachse in x-Richtung nahe zum Mahlspalt
angeordnet ist/wird. D.h., eine solche mehr oder weniger fluchtende Anordnung (fluchtend
in z-Richtung) von Mahlspalt-Mitte und Schwenkachse ermöglicht, die beiden Walzenachsen
zumindest annähernd in derselben Höhenposition zu halten, auch bei Variation der Spalt-Breite.
Dabei öffnet der Mahlspalt also möglichst horizontal, was auch vorteilhaft ist hinsichtlich
einer Materialaufgabe von oben (schwerkraftgetriebene Zufuhr des Einsatzmaterials).
[0084] Gemäß einem Ausführungsbeispiel erfolgt die (bevorzugt hydraulische) Kraftbeaufschlagung
um die Schwenkachse mittels wenigstens eines Plungers, insbesondere mittels Plunger
mit Kippvorrichtung, insbesondere mittels Plunger mit Hydrostat als Kippvorrichtung.
Dies begünstigt auch eine Regelung von hydraulischen Kräften und ein möglichst exaktes
Positionieren. Die Kraftbeaufschlagungseinheit kann beispielsweise wenigstens einen
Plunger beziehungsweise Tauchkolben beziehungsweise Ventilkolben umfassen. Speziell
beim Schwenkmechanismus liefern Plunger auch den Vorteil einer besonders kompakten
Bauweise. Jedoch kann der Zylindertyp jeweils individuell für den Anwendungsfall optimiert
ausgewählt werden.
[0085] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Schwenkachse am Rahmen angeordnet, insbesondere
in einem in den Rahmen integrierten Schwenklager, insbesondere an einem unterseitigen
Rahmenteil. Dies liefert nicht zuletzt auch konstruktive Vorteile und wirkt sich günstig
auf den Kraft-/Momentenfluss aus.
[0086] Die Festwalze kann beispielsweise in wenigstens einem Lager mit derselben z-Koordinate
wie die Schwenkachse gelagert sein.
[0087] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Festwalze zumindest an einem/dem unterseitigen
Rahmenteil und wahlweise auch an einem/dem oberseitigen Rahmenteil des Rahmens gelagert,
insbesondere festgelagert ist. Anders ausgedrückt: Wahlweise kann die Abstützung der
Festwalze in z-Richtung auch nur einseitig erfolgen. Diese Variationsmöglichkeiten,
die sich insbesondere im Vergleich zu einem translatorischen Gleitlager realisieren
lassen, ermöglichen auch ein einziges Konstruktionskonzept für eine Vielzahl von Anwendungen,
ohne Optimierungs-Maßnahmen einschränken zu müssen.
[0088] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Schwenkachse in wenigstens einer Raumrichtung
in einem Abstand (insbesondere z-Abstand oder Höhenabstand) zur ortsfesten und/oder
zur ortsvariablen Walzenachse angeordnet, der kleiner gleich dem Radius der Festwalze
und/oder der Loswalze ist, insbesondere kleiner Faktor 0,8 oder kleiner 0,7 des Radius
der Loswalze. Dies liefert auch eine vorteilhafte Kraftverteilung.
[0089] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist wenigstens ein Festlager der Festwalze in der
Höhe der Schwenkachse angeordnet (dieselbe z-Koordinate). Es hat sich gezeigt, dass
hierdurch Kraftmomente minimiert werden können, insbesondere hinsichtlich Kräften
in x-Richtung (Mahlkräfte beziehungsweise Reaktionskräfte im Mahlspalt). Auch dies
begünstigt eine vorteilhafte Rahmenkonstruktion.
[0090] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Festwalze in wenigstens einem Lager mit derselben
z-Koordinate wie die Schwenkachse gelagert, also auf derselben Höhenposition. Dies
liefert insbesondere auch bei nur einseitigem Rahmen eine vorteilhafte konstruktive
Anordnung. Das Festlager kann auch in der Art eines Anschlags für eine Schwenkbewegung
ausgestaltet sein oder den Anschlag umfassen; dann erfüllt das Festlager vornehmlich
eine Funktion als Anschlag oder Stopp.
[0091] Eine konstruktive Ausgestaltung mit einem Festlager, das zur Erbringung einer Gegenkraft
in der Höhe der Schwenkachse angeordnet wird, liefert Vorteile hinsichtlich Kräfteverteilung
und Beanspruchung des Rahmens. Die horizontale Mahlkraft bewirkt eine horizontale
Reaktionskraft auf die Lagersteine der Loswalze und Festwalze. Bei einer konstruktiven
Anordnung, bei welcher die Lagersteine im Schwenkpunkt oder nahe des Schwenkpunktes
miteinander verbunden werden können, ist es möglich, diese Reaktionskräfte an diesen
Stellen aufzuheben beziehungsweise zu kompensieren. Somit können andere Bauteile,
wie zum Beispiel der Grundrahmen, entlastet werden beziehungsweise können optional
auch schlanker ausgelegt werden (mit entsprechenden Kostenvorteilen).
[0092] Insbesondere ist die Schwenkachse in einem Schwenklager angeordnet, welches durch
Lagerkomponenten gebildet ist, die eingerichtet sind für die entsprechende Schwenkbewegung,
insbesondere für Schwenkbewegungen in einem derartigen Winkel-Bereich, dass ein Spalt
zwischen den beiden Walzen bis zu 200 mm einstellbar ist, insbesondere für maximale
Spaltgrößen je nach Baureihe im Bereich zwischen 80 mm und 200 mm. Beispielsweise
ist ein Stehlagergehäuse am Grundrahmen verschraubt. Ein durch die Lagerbohrung geführter
Bolzen verbindet Lagerteile der Los- und Festwalze. Das Schwenklager ist zum Beispiel
als wartungsfreies oder besonders wartungsarmes Schwenklager mit Teflongewebe-Beschichtung
ausgestaltet. Im Betrieb bewegt sich die Loswalze beispielsweise in einem vergleichsweise
kleinen Winkelbereich zwischen +/- 1 mm und +/- 5 mm. Insofern kann das Schwenklager
ein für den Last-Betriebsbereich von Schwenkwinkeln im Bereich von +/- 1 mm bis +/-
5 mm optimiert sein. Deutlich größere Schwenkwinkel sind, zumindest unter Last, nicht
notwendiger Weise erforderlich.
[0093] In einem Schwenklagergehäuse wird vorzugsweise ein wartungsfreies Schwenklager verbaut.
Das Gehäuse wird zum Beispiel mit den Grundrahmen befestigt (insbesondere verschraubt,
verschweißt). Das Schwenklager kann auch in einem Lagerstein verbaut sein. Die Schwenkachse
wird zum Beispiel einseitig oder beidseitig von einem Lagerstein im Grundrahmen fixiert.
[0094] Die Festwalze ist am Rahmen insbesondere in einem unterseitigen Rahmenteil abgestützt
beziehungsweise gelagert. Die Festwalze kann wahlweise auch an einem oberseitigen
Rahmenteil abgestützt beziehungsweise gelagert sein.
[0095] Im Folgenden werden Aspekte beschrieben, welche insbesondere im Zusammenhang mit
einer Kraftbeaufschlagung zumindest annähernd orthogonal zur Schwerkraftrichtung besonders
vorteilhaft sind. Die Kraftbeaufschlagung erfolgt dabei beispielsweise exakt in horizontaler
Richtung. Bei dieser Art von Krafteinleitung kann auch auf bisherige Konzepte zurückgegriffen
werden. Anders ausgedrückt: Bisher verwendete Rahmen und Aktuatoren für eine translatorische
Verlagerung der Loswalze können wahlweise auch für die erfindungsgemäße Schwenk-Lagerung
verwendet werden, beziehungsweise es kann eine Umrüstung oder Nachrüstung bestehender
Vorrichtungen erfolgen.
[0096] Gemäß einem Ausführungsbeispiel erfolgt die Kraftbeaufschlagung in derselben Richtung
wie die resultierende Mahlkraft/Walzenkraft (Kontaktkraft zwischen den Walzen), insbesondere
mit dem Kraftbeaufschlagungspunkt zumindest annähernd in einem wirksamen Hebelabstand,
der mindestens zweifach so groß ist wie der Hebelabstand zwischen der Schwenkachse
und dem Walzenkontaktpunkt. Hierdurch kann auch gute Effizienz und sensible Kraft-Dosierbarkeit
sichergestellt werden.
[0097] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die im Kraftbeaufschlagungspunkt aufgebrachte
Hebelkraft (insbesondere Hydraulikkraft) zumindest annähernd in Richtung der Mahlkraft
ausgerichtet, insbesondere exakt in Richtung der Mahlkraft, insbesondere in horizontaler
Wirkrichtung. Hierdurch lässt sich die Wirkung im Kontaktpunkt der Walzen besonders
gut einstellen und regeln.
[0098] Wahlweise ist die Hydraulikkraft in einer Wirkrichtung maximal um 40 °, bevorzugt
maximal um 35 °, weiter bevorzugt maximal um 30 ° abweichend von der Richtung der
Mahlkraft (Kontaktkraft an den Walzen) ausgerichtet, insbesondere in einer Wirkrichtung
zumindest annähernd parallel zur Mahlkraft, insbesondere in horizontaler Wirkrichtung.
Diese Variabilität ist zum Beispiel dann von Vorteil, wenn der Mahlspalt in einem
breiten Größenspektrum eingestellt werden soll.
[0099] Im Folgenden werden Aspekte beschrieben, welche insbesondere im Zusammenhang mit
einer Kraftbeaufschlagung zumindest annähernd entgegen der Schwerkraftrichtung (parallel
dazu) besonders vorteilhaft sind, insbesondere nach vertikal oben, wobei der entsprechende
Aktuator dafür am Fundament oder am unteren Rahmenteil abgestützt sein kann.
[0100] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist der einseitige Hebel zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt
und der Schwenkachse derart durch relative Anordnung des Walzenkontaktpunktes und
der Schwenkachse und des Kraftbeaufschlagungspunktes gebildet, dass der Hebelabstand
zwischen Kraftbeaufschlagungspunkt und Schwenkachse größer ist als Faktor 2 des Abstandes
zwischen ortsvariabler Walzenachse und Schwenkachse. Der wirksame Hebelabstand zwischen
dem Kraftbeaufschlagungspunkt und der ortsvariablen Walzenachse kann größer gleich
sein wie der wirksame Hebelabstand zwischen der ortsvariablen Walzenachse und der
Schwenkachse, insbesondere mindestens Faktor 1,2 bis Faktor 1,5 größer, beispielsweise
Faktor 2. Dies liefert jeweils auch einen guten Hebel-Effekt.
[0101] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Loswalze durch die Kraftbeaufschlagung entgegen
der an der Loswalze wirkenden Gewichtskraft durch Kraftbeaufschlagung nach oben, insbesondere
vertikal nach oben, insbesondere orthogonal zur Kontaktkraft im Walzenkontaktpunkt
gelagert. Dies liefert nicht zuletzt auch gute Reaktivität bezüglich der Positionierung
der Loswalze; dies kann auch eine schonende Lagerung mit langer Lebensdauer begünstigen.
Dabei kann die Hebellänge des einseitigen Hebels beziehungsweise Kraftarms weitgehend
frei gewählt werden.
[0102] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Kraftbeaufschlagungseinheit unterseitig im
Rahmen abgestützt, insbesondere in einem unterseitigen Rahmenteil. Hierdurch ergeben
sich nicht zuletzt auch konstruktive Vorteile. Als unterseitige Abstützung ist dabei
eine Abstützung unterhalb von den Walzenachsen zu verstehen. Der/das unterseitige
Rahmenteil kann an ein Fundament gekoppelt/koppelbar sein. Dies liefert auch einen
vorteilhaften Kraftfluss direkt aus dem Rahmen heraus, so dass der Rahmen vergleichsweise
schlank ausgelegt werden kann.
[0103] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Kraftbeaufschlagung (insbesondere Hydraulikkraft)
nicht in Richtung der Mahlkraft/Walzenkraft ausgerichtet, sondern in einem Winkel
größer 45 °, insbesondere in einer Wirkrichtung mindestens um 50 °, bevorzugt mindestens
um 55 °, weiter bevorzugt mindestens um 60 ° abweichend von der Richtung der Mahlkraft/Walzenkraft,
insbesondere in einer Wirkrichtung zumindest annähernd orthogonal zur Mahlkraft/Walzenkraft,
insbesondere in vertikaler (z) Wirkrichtung. Die Kraftbeaufschlagung auf die Loswalze
erfolgt dabei insbesondere ausschließlich an einem/dem Kraftbeaufschlagungspunkt unterhalb
von den Walzenachsen. Dies ermöglicht jeweils auch eine vorteilhafte Anordnung der
einzelnen Komponenten relativ zueinander in konstruktiver Hinsicht.
[0104] Im Folgenden werden Aspekte beschrieben, welche insbesondere im Zusammenhang mit
einer Kraftbeaufschlagung zumindest annähernd entgegen der Schwerkraftrichtung besonders
vorteilhaft sind, speziell bei einem oben offenen Rahmen und/oder einer (auch) an
der Schwenkachse gelagerten Festwalze. Bei einer solchen Anordnung können auch die
Vorteile einer vergleichsweise direkten Krafteinleitung in das Fundament mit den Vorteilen
eines kostengünstigen Rahmens und guter Zugänglichkeit kombiniert werden.
[0105] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Festwalze an einer Schwenkachse gelagert,
insbesondere um dieselbe Schwenkachse wie die Loswalze, wobei die Festwalze dabei
in wenigstens einem Festlager bezüglich einer Schwenkbewegung blockierbar ist, insbesondere
in einem Festlager (Anschlag) zum Weiterleiten von Mahl-/Walzenkontaktkräften. Hierdurch
werden auch besonders schlanke Konstruktionen realisierbar, insbesondere ohne oberseitigen
Rahmenteil. In diesem Spezialfall ist der Begriff "Festwalze" also dahingehend auszulegen,
dass die Festwalze die Walze ist, auf die eine Reaktionskraft wird, welche durch Krafteinwirkung
auf die Loswalze hervorgerufen wird. Die Festwalze soll sich dabei nicht verlagern;
gleichwohl kann es vorteilhaft sein, die Festwalze ebenfalls in einem/dem Schwenklager
zu lagern, wenngleich diese Lagerung dazu vorgesehen ist, die Reaktionskräfte ohne
Relativbewegung der Festwalze in den Rahmen weiterzuleiten (insbesondere über einen
Anschlag).
[0106] Die Festwalze kann zum Weiterleiten von Mahl-/Walzenkontaktkräften in wenigstens
einem Festlager auf derselben Höhenkoordinate wie die Schwenkachse abgestützt sein.
Das Festlager ist insbesondre eingerichtet, Kräfte in Umfangsrichtung um die Schwenkachse
aufzunehmen. Das Festlager kann insbesondere auch einen Anschlag aufweisen.
[0107] Die Festwalze kann auch an der Schwenkachse gelagert sein. Dies hat nicht zuletzt
auch Vorteile hinsichtlich einer Kompensation von Mahlkräften und Lagerkräften.
[0108] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist der Rahmen ohne oberseitiges Rahmenteil ausgestaltet,
insbesondere ausschließlich umfassend wenigstens ein/einen unterseitiges/unterseitigen
Rahmenteil, wobei die Walzen unterseitig abgestützt und gelagert sind. Dabei können
sowohl die Loswalze als auch die Festwalze in einem Rahmenteil abgestützt und/oder
gelagert sein, welches sich ausschließlich unterhalb der Walzenachsen erstreckt. Hierdurch
lässt sich auch ein vorteilhafter Kraft-/Momentenfluss sicherstellen.
[0109] Es hat sich gezeigt, dass mittels Kraftbeaufschlagung durch einseitigen Hebel (beziehungsweise
in einer einseitigen Hebelanordnung mit dem Lastarm in Überlappung mit dem Kraftarm)
ein besonders vorteilhaftes Kraftbeaufschlagungs-Konzept bei vorteilhaften konstruktiven
Möglichkeiten und bei vorteilhafter Kinematik realisierbar ist.
[0110] Das Antreiben wird hier bespielhaft für beide Walzen beschrieben. Wahlweise wird
nur eine der Walzen angetrieben.
[0111] Gemäß einer Ausführungsform wird die Loswalze bei der Schwenkbewegung in der (Dreh-)Richtung
der Kraftbeaufschlagung bewegt. Hierdurch kann auch eine kompakte Anordnung in einem
stabilen Rahmen mit vorteilhafter Kraftweiterleitung sichergestellt werden.
[0112] Gemäß einer Ausführungsform erfolgt das Kraftbeaufschlagen am Kraftarm des einseitigen
Hebels, wobei die Loswalze derart relativ zur Festwalze verschwenkt wird, dass die
Loswalze die Festwalze im Abschnitt des Kraftarms kontaktiert und durch den Walzenkontaktpunkt
oder durch das kontaktierte Einsatzmaterial/Mahlgut den Lastarm definiert (Lastarm
fällt bei einseitigem Hebel mit Kraftarm zusammen). Hierdurch ist auch eine vorteilhafte
Regelbarkeit realisierbar. Zudem kann über die Wahl der Hebelverhältnisse auch die
Reaktivität und/oder die Kraft-Effektivität der Anordnung auf einfache Weise optimiert
werden.
[0113] Gemäß einer Ausführungsform erfolgt die Kraftbeaufschlagung in einem Winkel von mindestens
60 °, bevorzugt mindestens 75 ° oder maximal 30 °, bevorzugt maximal 15 ° zur Mahlkraft
(Reaktionskraft an der Walzenkontaktstelle), insbesondere zumindest annähernd orthogonal
zur Mahlkraft oder zumindest annähernd in Richtung der Mahlkraft beziehungsweise entgegengesetzt
zur Mahlkraft (Reaktionskraft). Anders ausgedrückt: Diverse Vorteile der vorliegenden
Erfindung können auch dann besonders gut realisiert werden, wenn die Kraftbeaufschlagung
zumindest annähernd in horizontaler und/oder zumindest annähernd in vertikaler Richtung
erfolgt, bei Bezugnahme auf eine Anordnung der beiden Walzenachsen in einer horizontalen
Ebene. Hierdurch lassen sich zwei vorteilhafte Kraftbeaufschlagungs-Konzepte alternativ
oder auch in Kombination miteinander realisieren, insbesondere bei zumindest annähernd
vertikaler und/oder horizontaler Kraftbeaufschlagung. Nicht zuletzt können dabei unterschiedliche
vorteilhafte Varianten für die Ausgestaltung des Rahmens für einen jeweiligen Einzelfall
realisiert werden.
[0114] Es hat sich gezeigt, dass eine Kraftbeaufschlagung (insbesondere mittels Hydraulikzylindern)
in zumindest annähernd vertikaler Richtung besonders vorteilhaft ist, insbesondere
in Hinblick auf eine Kraftweiterleitung (Reaktionskraft der Walzen) direkt ins Fundament.
Anders ausgedrückt:
[0115] Die erfindungsgemäße Lagerung um die Schwenkachse ermöglicht unter anderem auch das
konstruktive Konzept, dass die Kraft vom Mahlspalt über die Kraftbeaufschlagungspunkte
direkt ins Fundament geleitet wird, insbesondere zumindest annähernd in vertikaler
Richtung, so dass eine Kraftumleitung von horizontaler Kraftrichtung auf vertikale
Kraftrichtung in irgendwelchen Rahmenteilen nicht mehr erforderlich ist oder größtenteils
entfallen kann.
[0116] Gemäß einer Ausführungsform erfolgt die Kraftbeaufschlagung in einem Winkel von mindestens
60 °, bevorzugt mindestens 75 ° zur Mahlkraft (Reaktionskraft an der Walzenkontaktstelle),
insbesondere zumindest annähernd orthogonal zur Mahlkraft oder zumindest annähernd
in vertikaler Richtung, insbesondere vertikal nach oben. Dies begünstigt auch eine
vorteilhafte Realisierung eines schlanken Rahmenkonzeptes. Optional kann der Rahmen
oben offen sein.
[0117] Gemäß einer Ausführungsform erfolgt die Kraftbeaufschlagung in einem Winkel von maximal
30 °, bevorzugt maximal 15 ° zur Mahlkraft (Reaktionskraft an der Walzenkontaktstelle),
insbesondere zumindest annähernd parallel zur Mahlkraft oder zumindest annähernd in
horizontaler Richtung. Dies begünstigt nicht zuletzt auch die Realisierung des erfindungsgemäßen
Walzenkonzeptes in herkömmlichen Rahmen, insbesondere bei minimierter Anzahl von Aktuatoren,
insbesondere auch ohne Risiko eines Verklemmens oder Verkeilens an translatorischen
Führungen, insbesondere auch bei dank vorteilhafter Hebelverhältnisse minimierten
Kräften. Anders ausgedrückt: Das erfindungsgemäße Walzenkonzept kann beispielsweise
auch durch vergleichsweise einfache Umrüstung bestehender Anlagen implementiert werden.
[0118] Gemäß einem Ausführungsbeispiel erfolgt die Kraftbeaufschlagung (insbesondere ausschließlich)
in einem Winkel von maximal 15 ° oder maximal 10 ° zur Mahlkraft, insbesondere zumindest
annähernd in Richtung der Mahlkraft beziehungsweise entgegengesetzt zur Mahlkraft,
insbesondere in einer zumindest annähernd horizontalen Ebene.
[0119] Gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel erfolgt die Kraftbeaufschlagung (insbesondere
ausschließlich) in einem Winkel von mindestens 75 ° oder mindestens 80 ° zur Mahlkraft,
insbesondere zumindest annähernd orthogonal zur Richtung der Mahlkraft, insbesondere
in einer zumindest annähernd vertikalen Ebene.
[0120] Gemäß einer Ausführungsform erfolgt die Kraftbeaufschlagung derart, dass ein Kraftarm
des einseitigen Hebels (wirksamer Hebelabstand zwischen Schwenkachse und Kraftbeaufschlagungspunkt)
realisiert wird, welcher mindestens doppelt so lang ist wie der Lastarm des einseitigen
Hebels (wirksamer Hebelabstand zwischen Schwenkachse und ortsvariabler Walzenachse),
insbesondere mindestens Faktor 2,5 oder Faktor 3 so lang. Hierdurch kann auch ein
guter Krafteffekt erzielt werden; insbesondere kann die erforderliche Energie zum
Bereitstellen einer vordefinierten Beaufschlagung effektiv minimiert werden. Gemäß
einer Ausführungsform erfolgt die Walzenkontaktkraft durch Regeln der Kraftbeaufschlagung
an einem Kraftbeaufschlagungspunkt in einem einzigen vordefinierten Abstand zur Schwenkachse.
Hierdurch kann auch eine besonders schlanke Anordnung bereitgestellt werden.
[0121] Gemäß einer Ausführungsform wird die Loswalze ausschließlich durch die Schwenkbewegung,
also ohne translatorische Verlagerung, relativ zur Festwalze positioniert. Die Schwenkbewegung
kann dabei auch ausschließlich durch eine Aktuierung beziehungsweise Kraftbeaufschlagung
in translatorischer Richtung initiiert werden, also ohne Drehmoment oder ohne rotatorische
Stellbewegung. Hierdurch lassen sich die erfindungsgemäßen Vorteile besonders spürbar
realisieren.
[0122] Gemäß einer Ausführungsform werden die Walzen derart gelagert und abgestützt, dass
Reaktionskräfte zur Mahlkraft entweder auf dieselbe horizontale Ebene wie die Schwenkachse
und/oder wie der Kraftbeaufschlagungspunkt beziehungsweise zumindest annähernd parallel
zur Reaktionskraft im Mahlspalt in den Rahmen geleitet werden, oder in zumindest annähernd
vertikaler Richtung und/oder zumindest annähernd orthogonal zur Reaktionskraft im
Mahlspalt an einem Gegenlager der Loswalze in den Rahmen weitergeleitet werden. Dies
liefert nicht zuletzt auch vorteilhafte Kraftflusspfade beziehungsweise eine kompakte
oder auch besonders stabile Rahmen-Anordnung. Insbesondere können Kraftmomente minimiert
werden. Kräfte in x-Richtung können weitgehend momentenfrei in den Rahmen geleitet
werden.
[0123] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung wenigstens
eines Ausführungsbeispiels anhand von Zeichnungen, sowie aus den Zeichnungen selbst.
[0124] Dabei zeigt
- Fig. 1
- eine Rollen- beziehungsweise Walzenpressenanordnung gemäß dem Stand der Technik;
- Fig. 2
- in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht in schematischer Darstellung eine Walzenpressenvorrichtung
gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Fig. 3
- in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht in schematischer Darstellung eine Walzenpressenvorrichtung
gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel;
- Fig. 4
- in einer teilweise geschnittenen Seitenansicht in schematischer Darstellung eine Walzenpressenvorrichtung
gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel;
- Fig. 5
- in schematischer Darstellung eine Walzenpressenvorrichtung mit einer Dreieckanordnung
gemäß Ausführungsbeispielen.
- Fig. 6
- Skizze mit Mahlspalt 0;
- Fig. 7
- Skizze mit Mahlspalt > 0.
[0125] Bei Bezugszeichen, die nicht explizit in Bezug auf eine einzelne Figur beschrieben
werden, wird auf die anderen Figuren verwiesen. Die Figuren werden zwecks leichteren
Verständnisses zunächst zusammen unter Bezugnahme auf alle Bezugszeichen beschrieben.
In den jeweiligen Figuren gezeigte Einzelheiten oder Besonderheiten werden individuell
beschrieben. Sofern dies nicht explizit verneint wird, sind einzelne Merkmale der
jeweiligen Ausführungsbeispiele mit den anderen Ausführungsbeispielen kombinierbar.
[0126] Eine Walzenpresse beziehungsweise eine Walzenpressenvorrichtung 10 zum Mahlen von
Einsatzmaterial M ist in/an einem Rahmen 1, 11 angeordnet und umfasst wenigstens eine
Festwalze 2 und wenigstens eine Loswalze 3. Üblicherweise erfolgt eine translatorische
Lagerung der Loswalze in wenigstens einem Gleitlager 4. Der Rahmen 11 umfasst beispielsweise
ein(en) unterseitiges/unterseitigen Rahmenteil 11a und ein(en) oberseitiges beziehungsweise
oberseitigen Rahmenteil 11b. Die Festwalze ist in wenigstens einem (Fest-)Lager 12
gelagert.
[0127] Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung ist ein Loslager 13 für die Loswalze
als Schwenklager ausgestaltet. Ferner kann ein Gegenlager 14 zur Aufnahme von Reaktionskräften
vorgesehen sein, insbesondere umfassend einen Anschlag, an welchem die Festwalze gegen
Reaktionskräfte abgestützt werden kann. Mittels einer Kraftbeaufschlagungseinheit
15, insbesondere mit wenigstens einem Hydraulikaktor (beispielsweise Plunger mit Kippvorrichtung),
kann eine Beaufschlagung einer einseitigen Hebelanordnung 16 erfolgen, zwecks Schwenkbewegung
der Loswalze um die Schwenkachse. Die Kraft wird am Kraftarm 16.1 des einseitigen
Hebels eingeleitet und über den Lastarm 16.2 auf die Festwalze übertragen. Der Lastarm
erstreckt sich von der Schwenkachse in derselben Richtung wie der Kraftarm, und wird
insbesondere zwischen Schwenkachse und Schwerpunkt der Loswalze beziehungsweise aller
mit der Loswalze zusammen verschwenkten Komponenten gebildet. Eine Steuerungs-/Regelungseinrichtung
20 ist an eine Messeinrichtung 21 gekoppelt, insbesondere umfassend einen Schwenkwinkelgeber.
Im Folgenden werden einzelne (Relativ-)Abstände und Wirkungs-Punkte näher erläutert;
für Details wird auf die entsprechenden
[0128] Figuren hingewiesen:
- d1
- wirksamer Abstand beziehungsweise Hebelarm zwischen Schwenkachse und ortsvariabler
Walzenachse, insbesondere Abstand orthogonal zur Kraftrichtung in x- oder z-Richtung;
- d2
- wirksamer Abstand beziehungsweise Hebelarm zwischen ortsvariabler Walzenachse und
Kraftbeaufschlagungspunkt, insbesondere Abstand in x- oder z-Richtung
- d3
- seitlicher Abstand der Schwenkachse von der ortsvariablen Walzenachse, insbesondere
Abstand in x-Richtung;
- d4
- seitlicher Abstand der Schwenkachse von der ortsfesten Walzenachse, insbesondere Abstand
in x-Richtung;
- d5
- Abstand zwischen Schwenkachse und Rahmen beziehungsweise unterseitigem Rahmenteil,
insbesondere in z-Richtung;
- F
- (Vektor) resultierende Walzenkraft beziehungsweise Walzenkontaktkraft (Mahlkraft)
im Mahlspalt beziehungsweise an der Kontaktstelle;
- F1
- (Vektor) auf Loswalze ausgeübte (hydraulische) Kraft, insbesondere in x-Richtung;
- F2
- (Vektor) auf Loswalze ausgeübte (hydraulische) Kraft, insbesondere in z-Richtung entgegen
der Schwerkraftrichtung;
- P1
- Walzenkontaktpunkt beziehungsweise (theoretischer) Kraftübertragungspunkt im Mahlspalt;
- P2
- (Kraft-)Beaufschlagungspunkt, insbesondere für eingeleitete Hydraulikkraft;
- P3
- Schwenkpunkt beziehungsweise Schwenkachse;
- X0
- Mahlspalt, insbesondere yz-Ebene durch Walzenkontaktpunkt;
- y2
- ortsfeste Walzenachse;
- y3
- ortsvariable Walzenachse;
- Z0
- Freiraum (Schwenkkavität) für Loswalze relativ zum Rahmen;
- x, y, z
- Längs-, Quer- und Hochachse beziehungsweise Richtung.
[0129] Es folgt nun eine spezifische Bezugnahme auf den Stand der Technik (Fig. 1) und auf
einzelne Ausführungsbeispiele der Erfindung (Fig. 2 bis 5), wobei die Fig. 5 auf schematische
Weise die in allen Ausführungsbeispielen realisierbare erfindungsgemäße Anordnung
beziehungsweise Lagerung der Walzen illustriert.
[0130] Fig. 1 zeigt eine vorbekannte Walzenpresse, bei welcher die Loswalze translatorisch
im Rahmen 1 oben und unten jeweils in einem Gleitlager gelagert ist. Ein translatorisches
Verlagern der Loswalze gegen die Festwalze, insbesondere durch Kraftbeaufschlagung
an wenigstens zwei Krafteinleitungspunkten, führt auch zu Reaktionskräften in den
Festlagern 12.
[0131] Die Kraftbeaufschlagung erfolgt in diesem Beispiel an zwei Punkten (oberhalb und
unterhalb des Schwerpunktes der Loswalze), insbesondere mittels Zylindern, insbesondere
jeweils in horizontaler Richtung entsprechend der translatorischen Verlagerungsrichtung
(beziehungsweise in derjenigen Richtung, in welcher sich das translatorische Gleitlager
erstreckt). Diese Art der Kraftbeaufschlagung ist insbesondere einem möglichst symmetrischen
Kraftverlauf im Rahmen geschuldet. Die Kontaktstelle der Walzen im Mahlspalt befindet
sich demnach auch zumindest annähernd mittig im Rahmen, zumindest bezüglich der z-Richtung
beziehungsweise bezüglich der beiden dargestellten Kraftbeaufschlagungspunkte (Kraft-Vektorpfeile
F1, entsprechend der auf die Loswalze ausgeübten Kraft).
[0132] Fig. 2 zeigt eine erste Variante zum Ausbilden einer einseitigen Hebelanordnung 16
gemäß dem vorliegenden erfinderischen Konzept. Die Kraftbeaufschlagung im Punkt P2
erfolgt im Wesentlichen in horizontaler Richtung (insbesondere nur an einem einzigen
Kraftbeaufschlagungspunkt), wobei der Lastarm ca. halb so lang ist wie der Kraftarm
(d1 ungefähr gleich d2). Durch die Kraftbeaufschlagung wird die Loswalze verschwenkt.
Die Schwenkachse P3 (Drehpunkt für die Schwenkbewegung) ist zumindest annähernd im
Mahlspalt X0 angeordnet (d3 ungefähr gleich d4), also an derselben x-Koordinate. Die
Kraftbeaufschlagung kann dabei wahlweise an nur einem Punkt oder an mehreren Punkten
erfolgen. Anders ausgedrückt: Im Gegensatz zum Aufbau gemäß Fig. 1 ist keine symmetrische
Anordnung von zwei Kraftbeaufschlagungs-Zylindern erforderlich.
[0133] In Fig. 2 ist ferner die wirksame Hebellänge angedeutet (Strichlinie), in Projektion
orthogonal zur Kraftbeaufschlagung, nämlich einerseits der Kraftarm 16.1 (relativ
schmaler zwecks Illustration), dessen Länge durch die Position der Kraftbeaufschlagungsstelle
P2 definiert wird, und andererseits der Lastarm 16.2 (relativ breiter zwecks Illustration),
dessen Länge durch den Kraftübertragungspunkt P1 beziehungsweise durch die Kontaktstelle
der Walzen im Mahlspalt definiert wird. Die Schwenkbewegung wird durch den Hin- und
Rück-Pfeil um die Schwenkachse P3, 13 illustriert. Je nach Belastungszustand und Größe
beziehungsweise Partikelspektrum des Einsatzmaterials kann eine Schwenkbewegung im
Betrieb mehr oder weniger stark sein.
[0134] Die Loswalze 3 ist demnach zwischen den Punkten P2 und P3 im Rahmen gehalten. Wahlweise
wird eine Kraft zwischen der Loswalze und dem Rahmen nur in diesen Punkten übertragen,
und indirekt auch über die Kontaktstelle P1.
[0135] Die wenigstens eine Kraftbeaufschlagungseinheit 15 kann dabei auch eingerichtet sein,
in beiden Wirkungsrichtungen (entgegengesetzte Schwenkrichtungen) zu aktuieren (insbesondere
sowohl Zug- als auch Druckkräfte). Wahlweise wird nur gegen die Festwalze aktuiert,
insbesondere da ein Zurückschwenken der Loswalze vorteilhafterweise (rein) schwerkraftgetrieben
erfolgen kann. Dies begünstigt nicht zuletzt auch ein schnelles, reaktives und damit
belastungsarmes Betriebsverhalten selbst bei vergleichsweise massiven, schweren Walzen.
Nicht zuletzt kann dadurch auch die Art und Weise der Kraftbeaufschlagung im Mahlspalt
auf vergleichsweise einfache Art und Weise angepasst oder optimiert werden, insbesondere
in Abhängigkeit vom Einsatzmaterial. Anders ausgedrückt: Im Gegensatz zu der in Fig.
1 gezeigten translatorischen Lagerung ist keine große Kraft erforderlich, um die Loswalze
aus dem Mahlspalt heraus zurück (in Fig. 1 nach links) zu bewegen. Auch dies kann
Vorteile hinsichtlich der Konstruktion des Rahmens und/oder der Auswahl der Antriebe/Aktuatoren
liefern.
[0136] Am Beispiel der Fig. 2 kann auch ein durch die Punkte P1, P2 und P3 definiertes Kräfte-Dreieck
beschrieben werden. Die jeweilige Walzenachse ist in diesem Zusammenhang weniger beachtlich.
Je größer der Abstand P2/P3 (insbesondere in z-Richtung) im Verhältnis zum Abstand
P1/P3 ist, desto kleiner können die Hydraulikzylinder beziehungsweise Krafteinleitungs-Aktuatoren
ausgelegt werden. Andererseits steigt bei einem großen z-Abstand P2/P3 auch die Belastung
im Punkt P3, also die auf die Schwenkachse wirkende Belastung (insbesondere große
Hebelkraft bei Kontakt der Walzen). Ein Verhältnis P2/P3 zu P1/P3 von zumindest annähernd
1 zu 2 kann bevorzugt sein, insbesondere wenn die Anzahl an Zylindern (Kraftbeaufschlagungs-Aktuatoren)
möglichst gering sein soll (bezogen auf eine translatorische Lagerung: insbesondere
halbiert sein soll). In vielen Fällen sind Kostenaspekte auch von großer Bedeutung,
so dass das Verhältnis der Abstände auch hinsichtlich Kosten optimiert werden wird.
Steigen die Kosten der Konstruktion für den Lagerungspunkt P3 stärker als die Kosten
für die Zylinder, wird das Verhältnis eher kleiner gewählt sein/werden, und vice versa.
Insofern kann das Verhältnis auch im Einzelfall in einem Bereich von zum Beispiel
1 zu 1 bis 1 zu 3 gewählt werden, insbesondere 1 zu 1,5 bis 1 zu 2,5, vorzugsweise
1 zu 2.
[0137] Fig. 3 zeigt eine zweite Variante zum Ausbilden einer einseitigen Hebelanordnung
16 gemäß dem vorliegenden erfinderischen Konzept. Die Kraftbeaufschlagung im Punkt
P2 erfolgt im Wesentlichen in vertikaler Richtung beziehungsweise im Wesentlichen
orthogonal zur Reaktionskraft F im Walzenkontaktpunkt (insbesondere auch zumindest
annähernd orthogonal zu einer Erstreckungsebene des unteren Rahmenteils oder eines
Fundamentes), wobei der Lastarm 16.2 deutlich kürzer ist als die Hälfte des Kraftarms
16.1 (z-Abstand P1 zu P3 < x-Abstand P2 zu P3). Die Schwenkachse P3 ist im Mahlspalt
X0 angeordnet (Abstand d3 ungefähr gleich Abstand d4).
[0138] In dieser Anordnung ist die Wirkung der Gravitationskraft besonders effektiv. Die
Loswalze kann besonders reaktiv hinsichtlich eine Rückstellbewegung gelagert werden,
und die Schwenkachse kann zumindest zu gewissem Anteil bezüglich der Gewichtskraft
der Loswalze entlastet werden.
[0139] In konstruktiver Hinsicht kann bei einer Anordnung gemäß Fig. 3 ein Rahmenabschnitt
seitlich außen von der Loswalze vergleichsweise schwach ausgestaltet sein oder auch
komplett entfallen. Eine Kraftweiterleitung von der Loswalze auf den Rahmen kann insbesondere
auch mittels einer diagonal verbindenden Stütze oder dergleichen Querträger zwischen
der Loswalze und dem Rahmen erfolgen, insbesondere mittels einer Rahmenstütze 11.1
oder Strebe, insbesondere mit Richtungsvorgabe für den Kraftfluss. Vorteilhafter Weise
ist eine derartige Querstütze direkt oder mittelbar mit einer Unterseite des Rahmens
oder auch direkt mit einem Fundament verbunden. Die Kraftweiterleitung von der Loswalze
auf den Rahmen kann auf diese Weise umgelenkt werden, insbesondere mit vorgegebener
Richtung ins Fundament. Effekt: Die Kraftweiterleitung kann auf sehr belastungsarme
Weise erfolgen, und der Rahmen kann entsprechend schlank ausgelegt werden.
[0140] Fig. 4 zeigt eine dritte Variante zum Ausbilden einer einseitigen Hebelanordnung
16 gemäß dem vorliegenden erfinderischen Konzept. Die Fig. 4 veranschaulicht mehrere
Aspekte, die jeweils für sich vorteilhaft sein können, die aber nicht notwendiger
Weise in Kombination miteinander realisiert sein müssen, insbesondere die folgenden
Aspekte: vorteilhaft schlanker Aufbau; vorteilhafter Kraftflusspfad; vorteilhafte
Kraftkopplung mit einem/dem Fundament (nicht dargestellt; unterhalb Rahmenteil 11a);
synergetische Abstützung der Walzen, insbesondere vorteilhafte Nutzung der Schwenkachse
13 als gemeinsame Lagerachse (insbesondere zwecks Kompensation von Reaktionskräften).
[0141] Die Kraftbeaufschlagung im Punkt P2 erfolgt im Wesentlichen in vertikaler Richtung
beziehungsweise zumindest annähernd orthogonal zur Reaktionskraft im Walzenkontaktpunkt,
wobei der Lastarm 16.2 ca. halb so lang ist wie der Kraftarm (d1 ungefähr gleich d2).
Die Schwenkachse P3 ist im Mahlspalt X0 angeordnet (d3 ungefähr gleich d4), also in
derselben x-Position unterhalb vom Walzenkontaktpunkt. Als Besonderheit ist hervorzuheben,
dass die Festwalze optional um dieselbe Schwenkachse P3 beziehungsweise an derselben
Schwenkachse P3 wie die Loswalze gelagert sein kann und sich gegen Reaktionskräfte
um die Schwenkachse am Gegenlager 14 abstützt. Ein aktives relatives Positionieren
erfolgt bevorzugt nur durch die Loswalze 3. Das Gegenlager 14 kann jedoch wahlweise
auch ein Festlager sein, an welches die Festwalze ortsfest gekuppelt ist (zum Beispiel
mit Rahmen verschraubter Lagerstein 14). Anders ausgedrückt: Eine Relativbewegung
der Festwalze ist, wie der Ausdruck "Festwalze" auch verdeutlicht, nicht notwendiger
Weise erforderlich, also auch nicht bei Nutzung der Schwenkachse als Lagerachse für
die Festwalze. Vielmehr liefert die in Fig. 4 gezeigte Konstruktion optional auch
den konstruktiven Vorteil, dass die Schwenkachse der Loswalze auch zur Lagerung der
Festwalze genutzt werden kann, insbesondere in Hinblick auf eine Kräfte-Kompensation
in x-Richtung.
[0142] Der Rahmen 11 weist nur einen unterseitig angeordneten Rahmenteil 11a auf. Dieser
kann vorteilhafter Weise direkt an ein Fundament (nicht dargestellt) gekoppelt sein,
was insbesondere bei sehr massiven, großen Walzenvorrichtungen eine vorteilhafte KraftWeiterleitung
begünstigt. Insbesondere müssen keine Gewichtskraft-Komponenten oder durch den Mahl-Vorgang
hervorgerufene Reaktionskräfte lateral seitlich in einen Rahmen eingeleitet werden.
Aus Fig. 4 ist insbesondere auch ersichtlich, dass eine Konfiguration des Rahmens
11 ohne oberseitiges Rahmenteil weitere Vorteile zum Beispiel hinsichtlich allgemeiner
Zugänglichkeit und/oder hinsichtlich Materialzufuhr M liefert.
[0143] Fig. 5 beschreibt, allgemein unter Bezugnahme auf alle zuvor beschriebenen erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiele, eine relative Anordnung der Achsen (Schwenkachse und Walzenachsen)
relativ zueinander gemäß einer Dreieckanordnung (mit der Dreiecksgeometrie eines auf
der Spitze stehenden Dreiecks), wobei durch eine rein geometrisch erläuternde Strichlinie
die in Relation zur Schwenkachse 13 symmetrische Anordnung der Walzenachsen y2, y3
angedeutet wird. Ein zumindest annähernd gleichschenkliges Dreieck TR ist durch die
jeweilige Achse y2, y3, 13 als Eckpunkt definiert, wobei der Basiswinkel α vorteilhafter
Weise möglichst klein ist. Die gleichschenklige Dreieckanordnung TR ergibt sich insbesondere
bei direkter Kontaktierung der Walzen (Mahlspalt zumindest annähernd null, beziehungsweise
nicht vorhanden). Sind die Walzen relativ zueinander beabstandet, zum Beispiel aufgrund
von Einsatzmaterial im Mahlspalt, so wird der Basiswinkel entsprechend kleiner.
[0144] Bei einer Anordnung gemäß Fig. 4 ist der Basiswinkel α der Dreieckanordnung TR noch
vergleichsweise groß, insbesondere im Bereich von 45 °; bei einer Anordnung gemäß
Fig. 2 oder Fig. 3 (Schwenkachse in z-Richtung vergleichsweise nahe an Walzenkontaktpunkt
P1) ist der Basiswinkel α vergleichsweise klein, insbesondere im Bereich von nur ca.
25 ° bis 35 °. Anders ausgedrückt: die Schwenkachse ist vorteilhafter Weise in einem
(z)-Abstand kleiner als der halbe Walzendurchmesser zu den Walzenachsen angeordnet.
Der Basiswinkel α kann je nach Ausgestaltung des Rahmens und der Lagerung zum Beispiel
einen Betrag im Bereich von 20 bis 50 Grad annehmen (oder im Einzelfall sogar bis
zu 60 Grad).
[0145] Es hat sich gezeigt, dass mittels einer solchen Dreieckanordnung TR zahlreiche Vorteile
der Erfindung jeweils in den unterschiedlichen Ausführungsbeispielen unabhängig vom
spezifischen Anwendungsfall allgemein sichergestellt werden können. Das erfindungsgemäße
konstruktive Konzept kann daher vorteilhafter Weise speziell auch durch solche Dreieckanordnungen
TR realisiert werden, insbesondere mit der Größe des Basiswinkels beziehungsweise
mit der relativen Anordnung der Schwenkachse jeweils als konstruktiver Auslegungsparameter.
Wie zuvor erläutert, kann die relative x-Position und/oder relative z-Position der
Schwenkachse auch individuell angepasst werden, beispielsweise leicht relativ zur
Rotationsachse der Loswalze hin versetzt und aus dem Mahlspalt heraus verlagert. Die
Dreieckanordnung TR ist bevorzugter Weise eine gleichschenklige Dreieckanordnung.
Die Dreieckanordnung TR ist jedoch nicht notwendiger Weise ausschließlich nur eine
gleichschenklige Dreieckanordnung; vielmehr liegt es im Rahmen von fachmännischer
Adaptation, die beiden Basiswinkel zumindest in einem schmalen Variationsbereich für
den jeweiligen Anwendungsfall zu optimieren.
[0146] In den Figuren 2 bis 5 ist der einseitige Hebel (einseitige Hebelanordnung) 16 jeweils
schematisch durch eine Strichlinie angedeutet, die sich von der Schwenkachse 13 zum/zu
einem Kraftbeaufschlagungspunkt P2 erstreckt. Die jeweilige wirksame Hebellänge (Fig.
2) ist insbesondere orthogonal zur Kraftrichtung betragsmäßig zu bemessen. Die Illustration
basierend auf einer Strichlinie wurde anmelderseitig deshalb gewählt, weil der Abschnitt,
in welchem der einseitige Hebel ausgebildet ist, jeweils in Abhängigkeit der spezifisch
wählbaren Position für die Kraftbeaufschlagungsstelle individuell definiert werden
kann, ebenso die Länge des Hebels, und auch das Längenverhältnis zwischen Kraft- und
Lastarm. Unabhängig davon ist die Loswalze sowohl im Bereich des Lastarms als auch
im Bereich des Kraftarms angeordnet, beziehungsweise diese Bereiche überlappen (einseitige
Hebelanordnung ohne freien Lastarm, also ohne Wippe).
[0147] Fig.6 zeigt stark vereinfach nur die Festwalze 2 und die Loswalze 3 im Verhältnis
zur Schwenkachse P3. Zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse y2 und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse y3 ist eine Verbindungslinie eingezeichnet. Am Walzenkontaktpunkt
P1 schneidet diese Verbindungslinie die Festwalze 2 und die Loswalze 3. Die Tangente
der Festwalze 2 und der Loswalze 2 steht senkrecht auf dieser Verbindungslinie und
läuft durch die Schwenkachse P3.
[0148] In Fig. 7 ist sehr extrem überdimensionierter Mahlspalt X0 gezeigt. In Realität wird
der Mahlspalt X0 sehr viel kleiner als der Radius der Festwalze 2 und der Radius der
Loswalze 3 sein. Durch den Abstand der Festwalze 2 und der Loswalze 3 ergeben sich
nun zwei beabstandete Tangenten. Die Schwenkachse P3 ist im gezeigten Beispiel genau
mittig zwischen den Tangenten angeordnet.
Bezugszeichenliste
[0149]
- 1
- Rahmen
- 2
- Festwalze
- 3
- Loswalze
- 4
- Gleitlager
- 10
- Walzenpressenvorrichtung
- 11
- Rahmen
- 11a
- unterseitiges/unterseitiger Rahmenteil
- 11b
- oberseitiges/oberseitiger Rahmenteil
- 11.1
- Rahmenstütze oder Strebe, insbesondere mit Richtungsvorgabe für Kraftfluss
- 12
- (Fest-)Lager für Festwalze
- 13
- Loslager für Loswalze, insbesondere Schwenklager
- 14
- Gegenlager für Reaktionskräfte
- 15
- Kraftbeaufschlagungseinheit, insbesondere Hydraulikaktor, insbesondere Plunger mit
Kippvorrichtung
- 16
- einseitiger Hebel beziehungsweise einseitige Hebelanordnung
- 16.1
- Kraftarm
- 16.2
- Lastarm
- 20
- Steuerungs-/Regelungseinrichtung
- 21
- Messeinrichtung, insbesondere mit Schwenkwinkelgeber
- d1
- wirksamer Abstand beziehungsweise Hebelarm zwischen Schwenkachse und ortsvariabler
Walzenachse, insbesondere Abstand orthogonal zur Kraftrichtung in x- oder z-Richtung
- d2
- wirksamer Abstand beziehungsweise Hebelarm zwischen ortsvariabler Walzenachse und
Kraftbeaufschlagungspunkt, insbesondere Abstand in x- oder z-Richtung
- d3
- seitlicher Abstand der Schwenkachse von der ortsvariablen Walzenachse, insbesondere
Abstand in x-Richtung
- d4
- seitlicher Abstand der Schwenkachse von der ortsfesten Walzenachse, insbesondere Abstand
in x-Richtung
- d5
- Abstand zwischen Schwenkachse und Rahmen beziehungsweise unterseitigem Rahmenteil,
insbesondere in z-Richtung
- F
- resultierende Walzenkraft beziehungsweise Walzenkontaktkraft (Mahlkraft) im Mahlspalt
beziehungsweise an der Kontaktstelle
- F1
- auf Loswalze ausgeübte (hydraulische) Kraft, insbesondere in x-Richtung
- F2
- auf Loswalze ausgeübte (hydraulische) Kraft, insbesondere in z-Richtung
- M
- Einsatzmaterial
- P1
- Walzenkontaktpunkt beziehungsweise (theoretischer) Kraftübertragungspunkt im Mahlspalt
- P2
- (Kraft-)Beaufschlagungspunkt, insbesondere für eingeleitete Hydraulikkraft
- P3
- Schwenkpunkt beziehungsweise Schwenkachse
- TR
- gleichschenkliges Dreieck
- α
- Basiswinkel
- β
- Ausrichtung des einseitigen Hebels relativ zur Horizontalebene
- X0
- Mahlspalt, insbesondere yz-Ebene durch Walzenkontaktpunkt
- y2
- ortsfeste Walzenachse
- y3
- ortsvariable Walzenachse
- Z0
- Freiraum (Schwenkkavität) für Loswalze relativ zum Rahmen
- x, y, z
- Längs-, Quer- und Hochachse beziehungsweise Richtung
1. Walzenpressenvorrichtung (10) eingerichtet zum Mahlen von Einsatzmaterial (M), insbesondere
in Ausgestaltung als Walzenmühle, mit:
- einer festgelagerten Festwalze (2) mit einer zumindest annähernd ortsfest gelagerten
Walzenachse (y2);
- einer losgelagerten Loswalze (3) mit einer ortsvariabel relativ zur Festwalze anordnenbaren
Walzenachse (y3);
- einem zumindest die Festwalze und wahlweise auch die Loswalze lagernden Rahmen (11);
- wenigstens einer in einem Kraftbeaufschlagungspunkt (P2) auf die Loswalze wirkenden
Kraftbeaufschlagungseinheit (15);
wobei die Fest- und Loswalze zum Aufbringen einer Mahlkraft (F) und zum gegenseitigen
Kontaktieren in einem Walzenkontaktpunkt (P1) oder zum Definieren eines Mahlspalts
(x0) für das Einsatzmaterial relativ zueinander lagerbar und positionierbar sind,
insbesondere mittels der Kraftbeaufschlagungseinheit, wobei die Loswalze (3) mit der
ortsvariablen Walzenachse (y3) derart schwenkbar um eine Schwenkachse (P3) in der
Art eines einseitigen Hebels (16) gelagert ist, dass die relative Position der Loswalze
relativ zur Festwalze durch diese Schwenkbewegung definierbar ist, wobei der einseitige
Hebel (16) zwischen der Schwenkachse (P3) und dem Kraftbeaufschlagungspunkt (P2) gebildet
ist;
dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (P3) auf der Tangente der Festwalze (2) und der Loswalze (3) am
Walzenkontaktpunkt (P1) angeordnet ist oder im Falle eines von null verschiedenen
Mahlspalts (x0) die Schwenkachse (P3) zwischen der Tangente der Festwalze (2) am Schnittpunkt
der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse (y2) und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse (y3) und der Tangente der Loswalze (3) am Schnittpunkt der
Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse (y2) und der ortsvariabel
anordnenbaren Walzenachse (y3) angeordnet ist.
2. Walzenpressenvorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen der Schwenkachse (P3) und der Verbindungslinie zwischen der
ortsfest gelagerten Walzenachse (y2) und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse
(y3) entlang einer rechtwinklig auf der Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten
Walzenachse (y2) und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse (y3) und durch die
Schwenkachse (P3) liegenden Gerade wenigstens dem 0,15 fachen der Summe des Radius
der Festwalze (2) und des Radius der Loswalze (3) und höchstens dem 1 fachen der Summe
des Radius der Festwalze (2) und des Radius der Loswalze (3) entspricht.
3. Walzenpressenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen der Schwenkachse (P3) und dem Kraftbeaufschlagungspunkt (P2)
den 1 fachen bis 5fachen des Abstandes zwischen der Schwenkachse (P3) und der Verbindungslinie
zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse (y2) und der ortsvariabel anordnenbaren
Walzenachse (y3) entlang einer rechtwinklig auf der Verbindungslinie zwischen der
ortsfest gelagerten Walzenachse (y2) und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse
(y3) und durch die Schwenkachse (P3) liegenden Gerade entspricht.
4. Walzenpressenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der einseitige Hebel (16) die geradlinige Verbindungslinie zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt
(P2) und der Schwenkachse (P3) umfasst.
5. Walzenpressenvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse (y3) durch den einseitigen Hebel (16)
verläuft.
6. Walzenpressenvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse (y3) maximal um das 0,1fache der Länge
der geradlinige Verbindungslinie zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt (P2) und Schwenkachse
(P3) von der geradlinige Verbindungslinie zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt (P2)
und Schwenkachse (P3) beabstandet ist.
7. Walzenpressenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Krafteinwirkung auf den Kraftbeaufschlagungspunkt (P2) in einem Winkel von 75
° bis 105 ° zur Verbindungslinie zwischen der ortsfest gelagerten Walzenachse (y2)
und der ortsvariabel anordnenbaren Walzenachse (y3) erfolgt.
8. Walzenpressenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenkontaktpunkt (P1) in einem Abschnitt zwischen dem Kraftbeaufschlagungspunkt
(P2) und der Schwenkachse (P3) angeordnet ist und/oder in einem Abstand zur Schwenkachse
kleiner der Länge des einseitigen Hebels angeordnet ist, und wobei der Walzenkontaktpunkt
(P1) einen/den Lastarm (16.2) des einseitigen Hebels definiert.
9. Walzenpressenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenachsen, bei Kontaktierung der Walzen im Walzenkontaktpunkt, derart relativ
zur Schwenkachse angeordnet sind, dass eine Verbindungslinie durch diese drei Achsen
in einer orthogonal dazu verlaufenden Ebene (Seitenansicht) ein Dreieck oder eine
Dreieckanordnung bildet, bevorzugt mit den Basiswinkeln an der Verbindungslinie zwischen
den Walzenachsen jeweils kleiner 50 Grad, insbesondere kleiner 45 Grad, bevorzugt
kleiner 40 Grad, weiter bevorzugt kleiner 35 Grad.
10. Walzenpressenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Loswalze derart schwenkbar gelagert und angeordnet ist, dass die im Schwerpunkt
der Loswalze angreifende Gravitationskraft an einem/am Lastarm des einseitigen Hebels
in mahlspaltvergrößernder Art und Weise in der Richtung einer Rückstellbewegung wirkt.
11. Walzenpressenvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftbeaufschlagung um die Schwenkachse (P3) mittels wenigstens eines Plungers
erfolgt, insbesondere mittels Plunger mit Kippvorrichtung, insbesondere mittels Plunger
mit Hydrostat als Kippvorrichtung.
12. Verfahren zum Mahlen von Einsatzmaterial (M)mittels einer Walzenpressenvorrichtung
(10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den Schritten:
- Antreiben von wenigstens einer festgelagerten Festwalze (2) mit zumindest annähernd
ortsfest gelagerter Walzenachse (y2) und einer losgelagerten Loswalze (3) mit ortsvariabel
anordnenbarer Walzenachse (y2);
- Kraftbeaufschlagen der Loswalze (3) zum Aufbringen einer Mahlkraft (F) und zum relativen
Positionieren der Loswalze relativ zur Festwalze (2);
dadurch gekennzeichnet, dass die Loswalze mit der ortsvariablen Walzenachse durch das Kraftbeaufschlagen in der
Art und Weise eines einseitigen Hebels (16) um eine Schwenkachse (P3) verschwenkt
wird und dabei die relative Position der Loswalze relativ zur Festwalze definiert
wird, wobei die Kraftbeaufschlagung an einem Kraftbeaufschlagungspunkt (P2) des einseitigen
Hebels erfolgt, insbesondere an einem Kraftbeaufschlagungspunkt, der bezüglich der
Hebelwirkung mindestens so weit beabstandet, bevorzugt weiter beabstandet von der
ortsvariablen Walzenachse (y3) ist wie/als die ortsvariable Walzenachse von der Schwenkachse
(P3).
13. Verfahren nach dem Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftbeaufschlagen am Kraftarm des einseitigen Hebels erfolgt, wobei die Loswalze
(3) derart relativ zur Festwalze (2) verschwenkt wird, dass die Loswalze die Festwalze
im Abschnitt des Kraftarms kontaktiert und durch den Walzenkontaktpunkt (P1) oder
durch das kontaktierte Einsatzmaterial (M) den Lastarm definiert.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Loswalze (3) ausschließlich durch die Schwenkbewegung, also ohne translatorische
Verlagerung, relativ zur Festwalze (2) positioniert wird; und/oder wobei die Schwenkbewegung
ausschließlich durch eine Aktuierung oder Kraftbeaufschlagung in translatorischer
Richtung initiiert wird, also ohne Drehmoment oder ohne rotatorische Stellbewegung.
1. Dispositif de presse à rouleaux (10) conçu pour broyer la matière première (M), en
particulier sous la forme d'un broyeur à rouleaux, avec :
- un rouleau fixe stationnaire (2) avec un axe de rouleau au moins approximativement
stationnaire (y2) ;
- un rouleau libre (3) avec un axe de rouleau (y3) qui peut être disposé dans une
position variable par rapport au rouleau fixe ;
- un cadre (11) supportant au moins le rouleau fixe et éventuellement le rouleau libre
;
- au moins une unité d'application de force (15) agissant sur le rouleau libre en
un point d'application de force (P2) ;
dans lequel le rouleau fixe et le rouleau libre peuvent être montés et positionnés
l'un par rapport à l'autre, en particulier au moyen de l'unité d'application de la
force, pour l'application d'une force de broyage (F) et pour un contact mutuel dans
un point de contact du rouleau (P1) ou pour définir un espace de broyage (x0) pour
le matériau d'alimentation, dans lequel le rouleau libre (3) est monté avec l'axe
de rouleau variable (y3) de manière à pouvoir pivoter autour d'un axe de pivotement
(P3) à la manière d'un levier unilatéral (16), de sorte que la position relative du
rouleau libre par rapport au rouleau fixe peut être définie par ce mouvement de pivotement,
le levier unilatéral (16) étant formé entre l'axe de pivotement (P3) et le point d'application
de la force (P2) ;
caractérisé en ce que l'axe de pivotement (P3) est disposé sur la tangente du rouleau fixe (2) et du rouleau
libre (3) au point de contact du rouleau (P1) ou, dans le cas d'une fente de rectification
(x0) différente de zéro, l'axe de pivotement (P3) est disposé entre la tangente du
rouleau fixe (2) et l'intersection de la ligne de raccordement entre l'axe du rouleau
fixe (y2) et l'axe du rouleau (y3), qui peut être disposé dans une position variable,
et la tangente du rouleau libre (3) à l'intersection de la ligne de jonction entre
l'axe du rouleau fixe (y2) et l'axe du rouleau (y3), qui peut être disposé dans une
position variable.
2. Dispositif de presse à rouleaux selon la revendication précédente, caractérisé en ce que la distance entre l'axe de pivotement (P3) et la ligne de liaison entre l'axe du
rouleau fixe (y2) et l'axe du rouleau (y3) qui peut être disposé dans une position
variable le long d'une ligne droite perpendiculaire à la ligne de liaison entre l'axe
du rouleau fixe (y2) et l'axe du rouleau (y3) qui peut être disposé dans une position
variable et à travers l'axe de pivotement (P3) est d'au moins 0,15 fois la somme du
rayon du rouleau fixe (2) et du rayon du rouleau libre (3) et au maximum 1 fois la
somme du rayon du rouleau fixe (2) et du rayon du rouleau libre (3).
3. Dispositif de presse à rouleaux selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la distance entre l'axe de pivotement (P3) et le point d'application de la force
(P2) est de 1 à 5 fois la distance entre l'axe de pivotement (P3) et la ligne de jonction
entre l'axe du rouleau monté fixe (y2) et l'axe du rouleau (y3) qui peut être disposé
dans une position variable le long d'une ligne perpendiculaire à la ligne de jonction
entre l'axe du rouleau monté fixe (y2) et l'axe du rouleau (y3) qui peut être disposé
dans une position variable. (y3) le long d'une ligne droite perpendiculaire à la ligne
de jonction entre l'axe du rouleau monté de manière fixe (y2) et l'axe du rouleau
(y3), qui peut être disposé dans une position variable, et à travers l'axe de pivotement
(P3).
4. Dispositif de presse à rouleaux selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le levier unilatéral (16) comprend la ligne de liaison rectiligne entre le point
d'application de la force (P2) et l'axe de pivotement (P3).
5. Dispositif de presse à rouleaux selon la revendication 4caractérisé par le fait que l'axe du rouleau (y3), qui peut être disposé dans une position variable, traverse
le levier unilatéral (16).
6. Dispositif de presse à rouleaux selon l'une des revendications 4 à 5caractérisé par le fait que l'axe du rouleau (y3), qui peut être disposé dans une position variable, est éloigné
de la ligne droite de liaison entre le point d'application de la force (P2) et l'axe
de pivotement (P3) d'un maximum de 0,1 fois la longueur de la ligne droite de liaison
entre le point d'application de la force (P2) et l'axe de pivotement (P3).
7. Dispositif de presse à rouleaux selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la force est appliquée au point d'application de la force (P2) à un angle de 75 ° à
105 ° par rapport à la ligne de jonction entre l'axe du rouleau monté de manière fixe
(y2) et l'axe du rouleau (y3) qui peut être disposé dans une position variable.
8. Dispositif de presse à rouleaux selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le point de contact du rouleau (P1) est disposé dans une section entre le point d'application
de la force (P2) et l'axe de pivotement (P3) et/ou est disposé à une distance de l'axe
de pivotement inférieure à la longueur du levier unilatéral, et en ce que le point de contact du rouleau (P1) définit un/le bras de charge (16.2) du levier
unilatéral.
9. Dispositif de presse à rouleaux selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les axes des rouleaux, lorsque les rouleaux sont en contact au point de contact des
rouleaux, sont disposés par rapport à l'axe de pivotement de telle sorte qu'une ligne
de jonction passant par ces trois axes dans un plan (vue de côté) s'étendant orthogonalement
à ceux-ci forme un triangle ou une disposition triangulaire, de préférence avec les
angles de base à la ligne de jonction entre les axes des rouleaux dans chaque cas
inférieurs à 50 degrés, en particulier inférieurs à 45 degrés, de préférence inférieurs
à 40 degrés, en outre de préférence inférieurs à 35 degrés.
10. Dispositif de presse à rouleaux selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par le fait que le rouleau libre est monté pivotant et disposé de telle sorte que la force gravitationnelle
agissant au centre de gravité du rouleau libre agit sur un/sur le bras de charge du
levier unilatéral de manière à augmenter la fente de broyage dans le sens d'un mouvement
de rappel.
11. Dispositif de presse à rouleaux selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'application de la force autour de l'axe de pivotement (P3) est effectuée au moyen
d'au moins un plongeur, en particulier au moyen d'un plongeur avec dispositif de basculement,
en particulier au moyen d'un plongeur avec hydrostat comme dispositif de basculement.
12. Procédé de broyage d'une matière première (M) au moyen d'un dispositif de pressage
à rouleaux (10) selon l'une des revendications précédentes, comprenant les étapes
suivantes : - entraînement d'au moins un rouleau fixe (2) monté de manière fixe avec
un axe de rouleau (y2) monté de manière au moins approximativement fixe et d'un rouleau
libre (3) avec un axe de rouleau (y2)
pouvant être disposé
dans une position variable ;
- application d'une force au rouleau libre (3) pour appliquer une force de broyage
(F) et pour positionner le rouleau libre par rapport au rouleau fixe (2) ;
caractérisé en ce que le rouleau libre avec l'axe de rouleau à position variable est pivoté autour d'un
axe de pivot (P3) par l'application d'une force à la manière d'un levier unilatéral
(16) et la position relative du rouleau libre par rapport au rouleau fixe est ainsi
définie, l'application de la force a lieu à un point d'application de la force (P2)
du levier unilatéral, en particulier à un point d'application de la force qui est
au moins aussi éloigné, de préférence plus éloigné, de l'axe du rouleau à position
variable (y3) en ce qui concerne l'effet de levier que l'axe du rouleau à position
variable n'est éloigné de l'axe de pivotement (P3).
13. Méthode selon la revendication 12caractérisé par le fait que la force est appliquée au bras de force du levier unilatéral, le rouleau libre (3) étant
pivoté par rapport au rouleau fixe (2) de manière à ce que le rouleau libre entre
en contact avec le rouleau fixe dans la section du bras de force et définisse le bras
de charge par le point de contact du rouleau (P1) ou par le matériau d'alimentation
contacté (M).
14. Méthode selon l'une des revendications 12 à 13caractérisé par le fait que le rouleau libre (3) est positionné par rapport au rouleau fixe (2) exclusivement par
le mouvement de pivotement, c'est-à-dire sans déplacement en translation ; et/ou dans
lequel le mouvement de pivotement est initié exclusivement par une action ou une application
de force dans la direction de la translation, c'est-à-dire sans couple ou sans mouvement
de positionnement rotatif.