[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Nadelhubschalter und einen Kraftstoffinjektor
mit einem solchen Nadelhubschalter.
[0002] In Brennkraftmaschinen wie Dieselmotoren oder auch Benzinmotoren wird in der Regel
über einen Injektor Kraftstoff mit einer bestimmten Menge und für eine bestimmte Zeitdauer
in einen Brennraum eingespritzt. Dabei ist es aufgrund der sehr geringen Einspritzdauern,
die im Mikrosekundenbereich liegen, erforderlich, die Austrittsöffnung des Injektors
mit einer sehr hohen Frequenz zu öffnen beziehungsweise zu schließen. Für eine genaue
Ansteuerung dieser Schließzeiten und zum genauen Erfassen eines Injektorzustands ist
es erforderlich, eine Injektorzustandsdetektion vorzusehen, damit eine übergeordnete
Steuereinheit sämtliche Informationen eines einzelnen Injektors erhält, insbesondere
Informationen bezüglich seiner Schließ- oder Öffnungszeiten.
[0003] Ein solcher Injektor verfügt typischerweise über eine Düsennadel (auch: Injektornadel),
die einen mit einem hohen Druck beaufschlagten Kraftstoff bei Freigeben eines Austrittslochs
des Injektors nach außen treten lässt. Diese Düsennadel wirkt im Zusammenspiel mit
dieser Austrittsöffnung wie ein Pfropfen, der bei einem Anheben ein Austreten des
Kraftstoffs ermöglicht. Demnach ist es also erforderlich, diese Nadel in relativ kurzen
Zeitabständen anzuheben und nach einer kurzen Zeit erneut in die Austrittsöffnung
zurückgleiten zu lassen. Dabei können hydraulische Servoventile verwendet werden,
die das Auslösen dieser Bewegung ansteuern. Solche Ventile wiederum werden mithilfe
eines Elektromagneten angesteuert. Alternativ dazu kann ein Piezoelement verwendet
werden, das schneller als das mittels Elektromagneten angesteuerte Ventil reagiert.
[0004] Aufgrund der hohen Einspritzdrücke von über 2500 bar ist es nicht möglich, die Düsennadel
direkt mithilfe eines Magnetventils anzusteuern beziehungsweise zu bewegen. Hierbei
wäre die erforderliche Kraft zum Öffnen und Schließen der Düsennadel zu groß, sodass
ein solches Verfahren nur mithilfe von sehr großen Elektromagneten realisierbar wäre.
Eine solche Konstruktion scheidet aber aufgrund des nur beschränkt zur Verfügung stehenden
Bauraums in einem Motor aus.
[0005] Typischerweise werden anstelle der direkten Ansteuerung sogenannte Servoventile verwendet,
die die Düsennadel ansteuern und selbst über ein Elektromagnetventil bzw. Piezoventil
gesteuert werden. Dabei wird in einem mit der Düsennadel zusammenwirkenden Steuerraum
mithilfe des unter hohem Druck zur Verfügung stehenden Kraftstoffs ein Druckniveau
aufgebaut, das auf die Düsennadel in Verschlussrichtung wirkt. Dieser Steuerraum,
bzw. dieses Steuerventil ist typischerweise über eine Zulaufdrossel mit dem Hochdruckbereich
des Kraftstoffs verbunden. Ferner weist dieser Steuerraum eine kleine verschließbare
Ablaufdrossel auf, aus der der Kraftstoff hin zu einem Niederdruckbereich entweichen
kann. Tut er dies, ist der Druck in dem Steuerraum und die auf die Düsennadel wirkende
Verschlusskraft verringert, da der unter hohem Druck stehende Kraftstoff des Steuerraums
abfließen kann. Dadurch kommt es zu einer Bewegung der Düsennadel, welche die Austrittsöffnung
an der Injektorspitze freigibt. Um die Bewegung der Düsennadel steuern zu können,
wird also die Ablaufdrossel des Ventils mithilfe eines Ankerelements wahlweise verschlossen
oder geöffnet.
[0006] Da das allgemeine Prinzip eines Injektors zum Einspritzen von Kraftstoff dem Fachmann
bekannt ist, wird nachfolgend nicht tiefergehender auf die Funktionalität dieses Bauteils
eingegangen.
[0007] Wie bereits oben kurz angerissen, ist die Injektorzustandsdetektion von hoher Wichtigkeit
für ein geregeltes Betreiben des Injektors. Bei bisherigen Injektoren ist es dabei
nicht notwendig oder sehr aufwendig eine Sitzplatte des Injektors vorzusehen, die
vom Injektorgehäuse elektrisch getrennt ist und Strom an bestimmten Stellen durchleitet,
damit das darunter angeordnete Steuerventil und die Düsennadel mit der darüber angeordneten
Injektorspule verbunden sind. Die Fähigkeit ein elektrisches Signal durch die Sitzplatte
durchzuleiten ist aber hinsichtlich einer Zustandserkennung von Vorteil, da somit
bei geschlossenem Injektor ein elektrischer Kreis über die den Kontakt der Düsennadel
in dem Düsennadelsitz des Injektors erzeugbar ist. Voraussetzung hierfür ist natürlich,
dass dieser elektrische Kreis nicht an einer anderen Stelle bereits geschlossen wird,
so dass unter anderem die Sitzplatte gegenüber dem Injektorgehäuse elektrisch isoliert
sein muss. Das Schließen des elektrischen Kreises darf nur über die Düsennadel und
den Düsennnadelsitz erfolgen.
[0008] Die Sitzplatte des Injektors ist demnach ein Bauteil, das nach der Erfindung sowohl
als Kontaktelement zum Durchleiten eines elektrischen Signals genutzt wird und gleichzeitig
gegen das Injektorgehäuse isoliert sein muss. Ferner enthält die Sitzplatte einen
von oben nach unten verlaufenden Durchgang, der die Ablaufdrossel eines Injektors
darstellt. Durch Aufsetzen eines Ankerelements und Abdichten des Durchgangs füllt
sich der darunter liegende Steuerraum über einen Zulauf mit unter hohem Druck befindlichen
Kraftstoff, sodass die Düsennadel in ihre Verschlussposition gedrängt wird. Bei einem
Abheben des Ankerelements von einer Durchgangsöffnung strömt der unter hohem Druck
gespeicherte Kraftstoff ab und verringert den auf die Düsennadel wirkenden Krafteinfluss,
sodass sich diese von ihren Auslassöffnungen abhebt und hierdurch Kraftstoff ausströmen
kann.
[0009] Die nähere Funktionsweise eines Injektors ist beispielsweise in der
DE 10 2017 116 383.2 wiedergegeben.
[0010] Bisher ist es bekannt, wie offenbart im
WO2019/141863A1, eine Isolierung der Sitzplatte mittels einer auf der Sitzplatte angebrachten DLC-Schicht
(DLC steht dabei für "diamond-like carbon") umzusetzen, wobei sich jedoch gezeigt
hat, dass die Robustheit einer solchen DLC-Schicht nicht für anspruchsvolle Injektorkonzepte
ausreichend ist. Insbesondere dann, wenn die Sitzplatte mittels einer Schraube axial
vorgespannt wird, ist eine verbesserte Robustheit der Isolierschicht erforderlich.
[0011] So haben Langzeittests gezeigt, dass diese Schichten die Tendenz aufweisen unter
mechanischer Belastung elektrisch leitfähig zu werden. Dies ist auf ihren mechanischen
Verschleiß zurückzuführen, so dass keine fortwährende elektrische Isolation über die
übliche Lebensdauer eines Injektors gewährleistet werden kann. Es ist daher das Ziel
der vorliegenden Erfindung, einen Nadelhubschalter zu schaffen, der den aufgeführten
Nachteil überwindet und auch bei herausfordernden Injektorkonzepten verwendet werden
kann.
[0012] Dies gelingt mit einem Nadelhubschalter für einen Injektor nach dem Anspruch 1. Nach
der Erfindung ist vorgesehen, dass der Nadelhubschalter für einen Kraftstoffinjektor
eine Sitzplatte mit einem plattenartigen Grundkörper und einem die beiden flächigen
Seite des plattenartigen Grundkörpers verbindenden Durchgang, ein Ankerelement, das
von dem Durchgang der Sitzplatte abhebbar und darauf dichtend aufsetzbar ist, und
ein Steuerventil umfasst, das an der zum Ankerelement gegenüberliegenden Seite der
Sitzplatte angeordnet ist und dazu ausgelegt ist, mit einer Düsennadel zusammenzuwirken,
wobei die Sitzplatte gegenüber einem sie umgebenden Injektorgehäuse elektrisch isoliert
und eine elektrische Verbindung mit dem Injektorgehäuse nur über die mit der Sitzplatte
zusammenwirkende Düsennadel verwirklichbar ist. Ferner ist der Nadelhubschalter dadurch
gekennzeichnet, dass mindestens ein die Sitzplatte kontaktierendes Keramik- und/oder
Kunststoffteil vorhanden ist, um die Isolierung der Sitzplatte gegenüber dem sie umgebenden
Injektorgehäuse zu erzeugen.
[0013] Nach der Erfindung kann ferner vorgesehen sein, dass das mindestens eine Keramik-
und/oder Kunststoffteil ein Vollkeramikteil ist. So ist Keramik insbesondere unter
hoher und auch pulsierender Druckbelastung formstabil und zeigt eine herausragende
Verschleißbeständigkeit.
[0014] Weiter kann nach der Erfindung das mindestens eine Keramik- und/oder Kunststoffteil
lösbar zu der Sitzplatte ausgeführt sein. Demnach ist klar, dass das Keramik- und/oder
Kunststoffteil nicht lediglich eine Beschichtung der Sitzplatte darstellt sondern
ein zur Sitzplatte separates Teil ist.
[0015] Nach einer optionalen Modifikation der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein,
dass der Düsennadelgrundkörper aus einem elektrisch leitenden Material ist, bspw.
einem Metall, und vorzugsweise die Kunststoff- und/oder Keramikhülse aus einem elektrischen
Isolator ist, der bspw. die Bestandteile Al
2O
3, Zr
2O
3 und/oder Si
3Ni
3 umfasst oder aus mindestens einem dieser Bestandteile besteht.
[0016] Insbesondere Zirkonoxid ist hier im Einsatz vorteilhaft, da es einen sehr ähnlichen
thermischen Ausdehnungskoeffizienten zu Stahl hat und sich dadurch auch gut für Pressverbände
eignet. Durch das annähernd gleiche Wärmeausdehnungsverhalten lassen sich auch Pressverbände
für Anwendungen mit hohen Temperaturschwankungen (beispielsweise bei Einspritzdüsen)
realisieren. Zirkonoxid ist im Vergleich zu anderen keramischen Werkstoffen sehr zäh
und kann daher insbesondere vorteilhaft bei schlagartigen oder pulsierenden Beanspruchungen,
wie sie durch Druckwellen im Injektor auftreten, eingesetzt werden. Tribologisch hat
Zirkonoxid deutliche Vorteile im Vergleich zum Aluminiumoxid, weil es kaum Verschleiß
an den Kontaktpartnern hervorruft.
[0017] Weiter kann nach der Erfindung vorgesehen sein, dass das mindestens eine Keramik-
und/oder Kunststoffteil eine Hülsenform, insbesondere eine Ringform oder eine Zylindermantelform,
aufweist, die zum radialen Umgeben der Sitzplatte geeignet ist, wobei vorzugsweise
die Sitzplatte in das hülsenförmige Keramik- und/oder Kunststoffteil eingesetzt ist,
um eine radiale Zentrierung der Sitzplatte zu erreichen und eine elektrische Isolierung
zwischen Sitzplatte und Injektorgehäuse zu bilden.
[0018] Dieses hülsenförmige Keramik- und/oder Kunststoffteil dient im Wesentlichen dazu,
die stromführende Sitzplatte von einem direkten elektrischen Kontakt mit dem die Sitzplatte
umgebenden Injektorgehäuse zu schützen. Eine Kontaktierung mit dem Injektorgehäuse
soll ausschließlich über die Düsennadel und den die Düsennadel im geschlossenen Zustand
des Injektors aufnehmenden Düsennadelsitz erfolgen, um auf einfache Art und Weise
zu erfassen, ob der Injektor offen oder geschlossen ist.
[0019] Dabei kann vorgesehen sein, dass das hülsenförmige Keramik- und/oder Kunststoffteil
zum radialen Umgeben der Sitzplatte fest mit dem Injektorgehäuse verbunden ist, vorzugsweise
durch eine stoff- oder formschlüssige Verbindung wie Kleben oder Löten.
[0020] Nach einer weiteren Fortbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass das mindestens
eine Keramik- und/oder Kunststoffteil ein Sitzteil ist, das mit dem Ankerelement zusammenwirkt
und auf den Durchgang der Sitzplatte dichtend aufsetzbar ist, wobei vorzugsweise das
Sitzteil eine Zylinderform aufweist.
[0021] Dabei kann das Sitzteil zum Aufsetzen auf den Durchgang der Sitzplatte abgerundete
Ecken aufweisen, um ein Ausbrechen der Kanten zu vermeiden, wobei vorzugsweise zum
Fertigen der abgerundeten Ecken das Gleitschleifverfahren genutzt wird. Das Vorsehen
von abgerundeten Ecken ist vorteilhaft, da somit ein Ausbrechen der Kanten im Betrieb
vermieden werden kann.
[0022] Ferner kann dabei das Sitzteil ein Keramikteil sein, das vorzugsweise durch heißisostatisches
Pressen hergestellt ist. Keramik zeigt zudem auch dann eine hervorragende Verschleißbeständigkeit,
wenn im Kraftstoff kleine Festkörperpartikel enthalten sind, die bei einem Entlangströmen
an dem Sitzteil eine abrasive Wirkung erzielen. Insbesondere wenn der Injektor Kraftstoff
einspritzt und das Sitzteil von dem Durchgang der Sitzplatte abgehoben ist, strömt
Kraftstoff mit sehr hoher Geschwindigkeit aus dem Durchgang heraus und kommt dabei
mit dem Sitzteil in Kontakt.
[0023] Ferner kann nach der Erfindung vorgesehen sein, dass das Sitzteil die Sitzplatte
zum Ankerelement und zu einer Ankerführung des Ankerelements elektrisch isoliert.
[0024] Eine weitere vorteilhafte Fortbildung der Erfindung sieht vor, dass das mindestens
eine Keramik- und/oder Kunststoffteil eine Sitzplattenauflage ist, die auf der zum
Ankerelement gewandten flächigen Seite des plattenartigen Grundkörpers der Sitzplatte
angeordnet ist, und die Sitzplatte von einer Ankerführung des Ankerelements bzw. dem
Injektorgehäuse elektrisch isoliert.
[0025] Dabei kann vorgesehen sein, dass die Sitzplattenauflage auf der zum Ankerelement
gewandten flächigen Seite des plattenartigen Grundkörpers der Sitzplatte aufliegt
und vorzugweise eine Ringform aufweist.
[0026] Durch die Sitzplattenauflage wird ein leitender Kontakt von der Ankerführung auf
die Sitzplatte unterbunden, so dass diese gegenüber dieser elektrisch isoliert ist.
[0027] Die Erfindung betrifft ferner einen Kraftstoffinjektor mit einem Nadelhubschalter
nach einer der vorhergehenden Varianten.
[0028] Dabei kann vorgesehen sein, dass der Kraftstoffinjektor über eine Injektorzustandserkennung
verfügt, die einen Injektorzustand eines geschlossenen Injektors anhand eines durch
Düsennadel und Injektorgehäuse fließenden Stroms erkennt.
[0029] Weiter ist von der Erfindung ein Motor mit einem Kraftstoffinjektor nach einer der
vorstehenden Varianten umfasst.
[0030] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung werden aufgrund der nachfolgenden
Figurenbeschreibung ersichtlich. Dabei zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellungen zum Erläutern des vorbekannten Stands der Technik,
- Fig. 2:
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, und
- Fig. 3:
- eine vergrößerte Darstellung eines erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung.
[0031] Fig. 1 zeigt eine Teilschnittansicht eines Injektors 10 aus dem Stand der Technik.
Man erkennt den Injektor 10, der ein Gehäuse 14 aufweist, in den mehrere Injektorkomponenten
angeordnet sind. Wesentlich für die Funktion des Injektors 10 sind dabei die Injektornadel
15, das durch Anker 11 und Sitzplatte 1 gebildete Ventil sowie der Elektromanget 12,
13, der eine Spulenwicklung 16, einen inneren Magnetpol 12 und einem äußeren Magnetpol
13 aufweist. Darüber hinaus ist in den inneren Magnetpol 12 eine Ausnehmung zum Anordnen
der Feder 17 vorgesehen, die das Ankerelement 11 in Richtung des Ventils drückt, um
die Ablaufdrossel des Ventils in einem unbestromten Zustand des Elektromagneten 12,
13 fluiddicht zu verschließen.
[0032] Aktiviert man den Elektromagnet 12, 13, zieht dieser mit Hilfe von Magnetkraft das
Ankerelement 11 von dem Ventil weg, sodass aus einem durch das Ventil verschließbaren
Steuerraum unter hohem Druck stehender Kraftstoff aus dem Durchgang 6 ausströmen kann.
Da sich hierdurch der Druck in dem Steuerraum verringert, der auf die Injektornadel
15 wirkt, kann diese aus einer Schließposition herausgleiten und ermöglicht das Abgeben
von Kraftstoff aus dem Injektor 10. Versetzt man hingegen den Elektromagneten 12,
13 in einen unbestromten Zustand, so lässt die auf das Ankerelement 11 wirkende Magnetkraft
nach, sodass das Federelement 17 das Ankerelement 11 auf die Austrittsöffnung des
Ventils drückt und den Steuerraum bzw. den Durchgang 6 abdichtet. Dadurch steigt der
auf die Injektornadel 15 wirkende Druck, wodurch diese wieder in ihre Schließposition
gedrückt wird. Es kommt demnach nicht mehr zu einem Ausströmen von Kraftstoff aus
der Austrittsöffnung des Injektors 10.
[0033] Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht eines Injektors 10 mit einem erfindungsgemäßen Nadelhubschalter
20.
[0034] Zur Isolierung der Sitzplatte 1 sind mehrere aus Keramik und/oder Kunststoff bestehende
Teile vorgesehen, von denen jedes mit der Sitzplatte 1 in Kontakt steht.
[0035] Um die umlaufende Randfläche der etwa plattenartig ausgestalteten Sitzplatte 1 von
einem elektrisch leitfähigen Kontakt mit dem Injektorgehäuse zu schützen, ist ein
hülsenförmiges Keramik- und/oder Kunststoffteil 3 vorgesehen, das die Sitzplatte in
radialer Umfangsrichtung umgibt. Die Hülse 3 kann dabei mit dem Injektorgehäuse fest
verbunden sein, insbesondere verklebt oder verlötet sein. Neben der elektrischen Isolation
dient die Hülse 3 zur radialen Zentrierung der Sitzplatte 1.
[0036] Daneben ist in Fig. 2 ein Sitzteil 4 zu erkennen, das vorzugsweise aus Keramik (bspw.
Al
2O
3 oder Si
2Ni
3) besteht, und mit dem Ankerelement 11 so zusammenwirkt, dass es den Durchgang 6 der
Sitzplatte verschließen kann. Wird das Ankerelement 11 von der Sitzplatte 1 angezogen,
öffnet sich auch der Durchgang 6 der Sitzplatte 1 und es kommt zu einem Ausströmen
von unter hohem Druck stehenden Kraftstoff, so dass der Druck im Steuerraum sinkt
und es zu einem Abheben der Düsennadel 15 aus ihrem Düsennadelsitz kommt.
[0037] Um nun eine elektrische Isolierung der Sitzplatte gegenüber dem Ankerelement 11 zu
erreichen, der in der Regel auf den Durchgang 6 der Sitzplatte 1 aufgesetzt wird,
ist nun zwischen Ankerelement 11 und Sitzplatte ein isolierendes Sitzteil 4 vorgesehen.
Dieses in der Regel zylinderförmige Element kann abgerundete Kanten besitzen und ist
aufgrund der dynamisch schlagenden Beanspruchung auf Rissfreiheit zu prüfen. Ferner
ist es von Vorteil, wenn es über heißisostatisches Pressen hergestellt ist.
[0038] Für das Sitzteil ist es von besonderem Vorteil, wenn es aus Keramik gefertigt ist,
da Keramik eine ausgezeichnete Verschleißbeständigkeit aufweist und insbesondere auch
gegen die abrasive Wirkung von im Kraftstoff vorhandenen Festteilchen haltbar ist.
So strömt an der Unterseite des Sitzteils 4 Kraftstoff mit hoher Geschwindigkeit,
falls der Injektor in seiner geöffneten Position ist.
[0039] Das Sitzteil 4 isoliert die Sitzplatte 1 elektrisch gegen das Ankerelement 11 und
die Ankerführung bzw. dem Injektorgehäuse.
[0040] Als weiteres Keramik- und/oder Kunststoffteil ist eine Sitzplattenauflage 5 gezeigt,
die die Sitzplatte 1 an ihrer zum Ankerelement 11 zugewandten Seite von der Ankerführung
bzw. dem Injektorgehäuse 14 trennt.
[0041] Auch hier gilt aufgrund der pulsierenden Druckbeanspruchung, dass die Sitzplattenauflage
vorteilhafterweise aus Keramik ist. Keramik bleibt auch unter hoher Druckbelastung
formstabil, so dass eine die Ankerhubeinstellung verändernde Verformung nicht auftreten
kann.
[0042] Die Sitzplattenauflage 5 ist vorteilhafterweise in Ring, der einen Innendurchmesser
aufweist, der größer als der Außendurchmesser des Sitzteils 4 ist. Schließlich liegen
beide Keramik- und/oder Kunststoffteile 4, 5 an der zum Ankerelement 11 zugewandten
flächigen Seite der Sitzplatte 1 an.
[0043] Fig. 3 ist eine vergrößerte Darstellung aus Fig. 2, aus welcher man die Keramik-
und/oder Kunststoffteile besonders gut erkennen kann.
1. Nadelhubschalter (20) für einen Kraftstoffinjektor (10), umfassend:
eine Sitzplatte (1) mit einem plattenartigen Grundkörper und einem die beiden flächigen
Seite des plattenartigen Grundkörpers verbindenden Durchgang (6),
ein Ankerelement (11), das von dem Durchgang (6) der Sitzplatte (1) abhebbar und darauf
dichtend aufsetzbar ist, und
ein Steuerventil (2), das an der zum Ankerelement (11) gegenüberliegenden Seite der
Sitzplatte (1) angeordnet ist und dazu ausgelegt ist, mit einer Düsennadel (15) zusammenzuwirken,
wobei
die Sitzplatte (1) gegenüber einem sie umgebenden Injektorgehäuse (14) elektrisch
isoliert und eine elektrische Verbindung mit dem Injektorgehäuse (14) nur über die
mit der Sitzplatte (1) zusammenwirkende Düsennadel (15) verwirklichbar ist,
gekennzeichnet durch
mindestens ein die Sitzplatte (1) kontaktierendes Keramik- und/oder Kunststoffteil
(3, 4, 5), um die Isolierung der Sitzplatte (1) gegenüber dem sie umgebenden Injektorgehäuse
(14) zu erzeugen.
2. Nadelhubschalter (20) nach Anspruch 1, wobei das mindestens eine Keramik- und/oder
Kunststoffteil (3, 4, 5) ein Vollkeramikteil ist.
3. Nadelhubschalter (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens
eine Keramik- und/oder Kunststoffteil (3, 4, 5) lösbar zu der Sitzplatte (1) ausgeführt
ist.
4. Nadelhubschalter (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens
eine Keramik- und/oder Kunststoffteil (3, 4, 5) die Bestandteile Al2O3, Si3Ni3 und/oder Zr2O3 umfasst oder aus mindestens einem dieser Bestandteile besteht.
5. Nadelhubschalter (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens
eine Keramik- und/oder Kunststoffteil (3) eine Hülsenform, insbesondere eine Ringform
oder eine Zylindermantelform, aufweist, die zum radialen Umgeben der Sitzplatte (1)
geeignet ist, wobei vorzugsweise die Sitzplatte (1) in das hülsenförmige Keramik-
und/oder Kunststoffteil (3) eingesetzt ist, um eine radiale Zentrierung der Sitzplatte
(1) zu erreichen und eine elektrische Isolierung zwischen Sitzplatte (1) und Injektorgehäuse
(14) zu bilden.
6. Nadelhubschalter (20) nach Anspruch 5, wobei das hülsenförmige Keramik- und/oder Kunststoffteil
(3) zum radialen Umgeben der Sitzplatte (1) fest mit dem Injektorgehäuse (14) verbunden
ist, vorzugsweise durch eine stoff- oder formschlüssige Verbindung wie Kleben oder
Löten.
7. Nadelhubschalter (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens
eine Keramik- und/oder Kunststoffteil ein Sitzteil (4) ist, das mit dem Ankerelement
(11) zusammenwirkt und auf den Durchgang (6) der Sitzplatte (1) dichtend aufsetzbar
ist, wobei vorzugsweise das Sitzteil (4) eine Zylinderform aufweist.
8. Nadelhubschalter (20) nach Anspruch 7, wobei das Sitzteil (4) zum Aufsetzen auf den
Durchgang (6) der Sitzplatte (1) abgerundete Ecken aufweist, um ein Ausbrechen der
Kanten zu vermeiden, wobei vorzugsweise zum Fertigen der abgerundeten Ecken das Gleitschleifverfahren
genutzt wird.
9. Nadelhubschalter (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 oder 8, wobei das
Sitzteil (4) ein Keramikteil ist, das vorzugsweise durch heißisostatisches Pressen
hergestellt ist.
10. Nadelhubschalter (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 9, wobei das Sitzteil
(4) die Sitzplatte (1) zum Ankerelement (11) und zu einer Ankerführung des Ankerelements
(11) elektrisch isoliert.
11. Nadelhubschalter (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens
eine Keramik- und/oder Kunststoffteil eine Sitzplattenauflage (5) ist, die auf der
zum Ankerelement (11) gewandten flächigen Seite des plattenartigen Grundkörpers der
Sitzplatte (1) angeordnet ist, und die Sitzplatte (1) von einer Ankerführung des Ankerelements
(11) bzw. dem Injektorgehäuse (14) elektrisch isoliert.
12. Nadelhubschalter (20) nach Anspruch 11, wobei die Sitzplattenauflage (5) auf der zum
Ankerelement (11) gewandten flächigen Seite des plattenartigen Grundkörpers der Sitzplatte
(1) aufliegt und vorzugweise eine Ringform aufweist.
13. Kraftstoffinjektor (10) mit einem Nadelhubschalter (20) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
14. Kraftstoffinjektor (10) nach Anspruch 13, wobei der Kraftstoffinjektor (10) über eine
Injektorzustandserkennung verfügt, die einen Injektorzustand eines geschlossenen Injektors
(10) anhand eines durch Düsennadel (15) und Injektorgehäuse (14) fließenden Stroms
erkennt.
15. Motor mit einem Kraftstoffinjektor (10) nach Anspruch 13 oder 14.
1. A needle stroke switch (20) for a fuel injector (10) comprising:
a seat plate (1) having a plate-like base body and a passage (6) connecting the two
areal sides of the plate-like base body;
an armature element (11) that can be raised from the passage (6) of the seat plate
(1) and can be sealingly placed thereon; and
a control valve (2) that is arranged at the side of the seat plate (1) oppositely
disposed the armature element (11) and that is adapted to cooperate with a nozzle
needle (15), wherein
the seat plate (1) is electrically insulated with respect to an injector casing (14)
surrounding it; and wherein an electrical connection to the injector casing (14) can
only be implemented via the nozzle needle (15) cooperating with the seat plate (1),
characterized by
at least one ceramic and/or plastic part (3, 4, 5) contacting the seat plate (1) to
generate the insulation of the seat plate (1) with respect to the injector casing
(14) surrounding it.
2. A needle stroke switch (20) in accordance with claim 1, wherein the at least one ceramic
and/or plastic part (3, 4, 5) is an all-ceramic part.
3. A needle stroke switch (20) in accordance with one of the preceding claims, wherein
the at least one ceramic and/or plastic part (3, 4 5) is designed releasably with
the seat plate (1).
4. A needle stroke switch (20) in accordance with one of the preceding claims, wherein
the at least one ceramic and/or plastic part (3, 4, 5) comprises the components Al2O3, Si3Ni3 and/or Zr2O3 or consists of at least one of these components.
5. A needle stroke switch (20) in accordance with one of the preceding claims, wherein
the at least one ceramic and/or plastic part (3) has a sleeve shape, in particular
an annular shape or a cylinder jacket shape, that is suitable to radially surround
the seat plate (1), with the seat plate (1) preferably being inserted into the sleeve-like
ceramic and/or plastic part (3) to achieve a radial centration of the seat plate (1)
and to form an electrical insulation between the seat plate (1) and the injector casing
(14).
6. A needle stroke switch (20) in accordance with claim 5, wherein the sleeve-like ceramic
and/or plastic part (3) for the radial surrounding of the seat plate (1) is fixedly
connected to the injector casing (3), preferably by a connection having material continuity
or a form fit such as adhesive bonding or soldering.
7. A needle stroke switch (20) in accordance with one of the preceding claims, wherein
the at least one ceramic and/or plastic part is a seat part (4) that interacts with
the armature element (11) and can be sealingly placed on the passage (6) of the seat
plate (1), with the seat part (4) preferably having a cylindrical shape.
8. A needle stroke switch (20) in accordance with claim 7, wherein the seat part (4)
has rounded corners for placing on the passage (6) of the seat plate (1) to avoid
the edges escaping, with the slide grinding method preferably being used to produce
the rounded corners.
9. A needle stroke switch (20) in accordance with one of the preceding claims 7 or 8,
wherein the seat part (4) is a ceramic part that is preferably produced by hot isostatic
pressing.
10. A needle stroke switch (20) in accordance with one of the preceding claims 7 to 9,
wherein the seat part (4) electrically insulates the seat plate (1) toward the armature
element (11) and toward an armature guide of the armature element (11).
11. A needle stroke switch (20) in accordance with one of the preceding claims, wherein
the at least one ceramic and/or plastic part is a seat plate support (5) that is arranged
on the areal side of the plate-like base body of the seat plate (1) facing the armature
element (11) and electrically insulates the seat plate (1) from an armature guide
of the armature element (11) or the injector casing (14).
12. A needle stroke switch (20) in accordance with claim 11, wherein the seat plate support
(5) lies on the areal side of the plate-like base body of the seat plate (1) facing
the armature element (11) and preferably has an annular shape.
13. A fuel injector (10) having a needle stroke switch (20) in accordance with one of
the preceding claims.
14. A fuel injector (10) in accordance with claim 13, wherein the fuel injector (10) has
an injector state recognition that recognizes an injector state of a closed injector
(10) with reference to a current flowing through the nozzle needle (15) and the injector
casing (14).
15. An engine having a fuel injector (10) in accordance with claim 13 or claim 14.
1. Commutateur de course d'aiguille (20) pour un injecteur de carburant (10), comprenant
:
une plaque de siège (1) dotée d'un corps de base en forme de plaque et d'un passage
(6) reliant les deux côtés plans du corps de base en forme de plaque,
un élément d'ancrage (11) qui peut être soulevé du passage (6) de la plaque de siège
(1) et placé sur celui-ci de manière étanchéifiante, et
une soupape de commande (2) qui est disposée sur le côté de la plaque de siège (1)
opposé à l'élément d'ancrage (11) et qui est conçue pour coopérer avec une aiguille
d'injection (15), dans lequel
la plaque de siège (1) est isolée électriquement par rapport à un boîtier d'injecteur
(14) l'entourant et une liaison électrique avec le boîtier d'injecteur (14) est réalisable
uniquement par le biais de l'aiguille d'injection (15) coopérant avec la plaque de
siège (1),
caractérisé par
au moins une pièce en céramique et/ou en matière plastique (3, 4, 5) en contact avec
la plaque de siège (1) pour réaliser l'isolation de la plaque de siège (1) par rapport
au boîtier d'injecteur (14) l'entourant.
2. Commutateur de course d'aiguille (20) selon la revendication 1, dans lequel l'au moins
une pièce en céramique et/ou en matière plastique (3, 4, 5) est une pièce en céramique
intégrale.
3. Commutateur de course d'aiguille (20) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel l'au moins une pièce en céramique et/ou en matière plastique (3, 4, 5)
est réalisée de manière détachable par rapport à la plaque de siège (1).
4. Commutateur de course d'aiguille (20) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel l'au moins une pièce en céramique et/ou en matière plastique (3, 4, 5)
comprend les constituants Al2O3, Si3Ni3 et/ou Zr2O3 ou est constituée d'au moins un de ces constituants.
5. Commutateur de course d'aiguille (20) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel l'au moins une pièce en céramique et/ou en matière plastique (3) présente
une forme de manchon, en particulier une forme de bague ou une forme d'enveloppe de
cylindre, qui est adaptée pour entourer radialement la plaque de siège (1), la plaque
de siège (1) étant de préférence insérée dans la pièce en céramique et/ou en matière
plastique (3) en forme de manchon, pour obtenir un centrage radial de la plaque de
siège (1) et former une isolation électrique entre la plaque de siège (1) et le boîtier
d'injecteur (14).
6. Commutateur de course d'aiguille (20) selon la revendication 5, dans lequel la pièce
en céramique et/ou en matière plastique (3) en forme de manchon destinée à entourer
radialement la plaque de siège (1) est solidement fixée au boîtier d'injecteur (14),
de préférence par un assemblage par liaison de matière ou par complémentarité de forme
tel que par collage ou par soudage.
7. Commutateur de course d'aiguille (20) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel l'au moins une pièce en céramique et/ou en matière plastique est une pièce
de siège (4), qui coopère avec l'élément d'ancrage (11) et qui peut être placée sur
le passage (6) de la plaque de siège (1) de manière étanchéifiante, la pièce de siège
(4) présentant de préférence une forme de cylindre.
8. Commutateur de course d'aiguille (20) selon la revendication 7, dans lequel la pièce
de siège (4) destinée à être placée sur le passage (6) de la plaque de siège (1) présente
des angles arrondis afin d'éviter une rupture des bords, le procédé de tribofinition
étant de préférence utilisé pour fabriquer les angles arrondis.
9. Commutateur de course d'aiguille (20) selon l'une des revendications précédentes 7
ou 8, dans lequel la pièce de siège (4) est une pièce en céramique qui est de préférence
fabriquée par compression isostatique à chaud.
10. Commutateur de course d'aiguille (20) selon l'une des revendications précédentes 7
à 9, dans lequel la pièce de siège (4) isole électriquement la plaque de siège (1)
par rapport à l'élément d'ancrage (11) et à un guidage d'ancrage de l'élément d'ancrage
(11).
11. Commutateur de course d'aiguille (20) selon l'une des revendications précédentes,
dans lequel l'au moins une pièce en céramique et/ou en matière plastique est un support
de plaque de siège (5) qui est disposé sur le côté plan orienté vers l'élément d'ancrage
(11) du corps de base en forme de plaque de la plaque de siège (1), et la plaque de
siège (1) est isolée électriquement par rapport à un guidage d'ancrage de l'élément
d'ancrage (11) ou au boîtier d'injecteur (14).
12. Commutateur de course d'aiguille (20) selon la revendication 11, dans lequel le support
de plaque de siège (5) repose sur le côté plan orienté vers l'élément d'ancrage (11)
du corps de base en forme de plaque de la plaque de siège (1) et présente de préférence
un forme de bague.
13. Injecteur de carburant (10) doté d'un commutateur de course d'aiguille (20) selon
l'une des revendications précédentes.
14. Injecteur de carburant (10) selon la revendication 13, dans lequel l'injecteur de
carburant (10) dispose d'une reconnaissance d'état d'injecteur qui reconnaît un état
d'injecteur d'un injecteur (10) fermé à l'aide d'un courant circulant dans l'aiguille
d'injection (15) et le boîtier d'injecteur (14).
15. Moteur doté d'un injecteur de carburant (10) selon la revendication 13 ou 14.