[0001] Die Erfindung betrifft eine Anputzleiste für Wärmedämmverbundsystem zur Ausbildung
eines Anschlusses im Bereich eines Tür- oder Fenstersturzes. Ferner betrifft die Erfindung
ein Wärmedämmverbundsystem mit einer entsprechenden Anputzleiste sowie ein Verfahren
zur Herstellung eines Wärmedämmverbundsystems unter Verwendung einer entsprechenden
Anputzleiste.
Stand der Technik
[0002] Ein Wärmedämmverbundsystem umfasst eine ein- oder mehrlagig aus mehreren Wärmedämmplatten
gebildete Wärmedämmschicht, wobei sehr häufig Wärmedämmplatten aus einem Kunststoff-Hartschaum,
insbesondere aus einem Polystyrol-Hartschaum, Verwendung finden. Denn Hartschäume
dieser Art weisen gute Wärmedämmeigenschaften auf und sind vergleichsweise günstig.
Als nachteilig erweist sich jedoch ihr Brandverhalten. Gemäß DIN 4102-1 bzw. EN 13501-1
werden sie in der Regel der Baustoffklasse B (brennbare Baustoffe) zugeordnet. Im
Brandfall kann demnach die Kunststoff-Hartschaumplatte brennen, insbesondere schmelzen.
Die heiße Schmelze kann abtropfen und neue Brandherde verursachen.
[0003] Im Brandfall befindet sich der Brandherd üblicherweise innerhalb eines Gebäudes,
so dass die Fassade zunächst nicht betroffen ist. Die Fenster können jedoch zerbersten
und die Flammen nach außen schlagen. Das den Flammen ausgesetzte Wärmedämmverbundsystem
hält den Flammen nur einen begrenzten Zeitraum stand, so dass die Gefahr besteht,
dass das Feuer auf die Fassade übergreift. Um dies zu verhindern oder zumindest zu
verzögern, werden oberhalb einer Öffnung in einer Gebäudeaußenwand, das heißt im Sturzbereich
eines Fensters oder einer Tür, Brandriegel aus einem nichtbrennbaren Material eingesetzt.
Alternativ oder ergänzend kann im Sturzbereich eine sogenannte "Gewebeschlaufe" ausgebildet
werden. Hierzu wird das Armierungsgewebe einer auf einer Wärmedämmschicht eines Wärmedämmverbundsystems
aufgebrachten armierten Putzschicht um den gesamten Sturzbereich herumgelegt und rückseitig
mit dem Untergrund des Wärmedämmverbundsystems verklebt. Die Gewebeschlaufe soll verhindern,
dass im Brandfall die auf die Wärmedämmschicht aufgebrachte Putzschicht reißt und
aufklappt, so dass ggf. eine sich dahinter befindende heiße Schmelze auslaufen kann.
Die Ausbildung einer derartigen Gewebeschlaufe ist jedoch aufwendig und erfordert
eine fachgerechte, präzise Ausführung. Besonders anspruchsvoll ist die Ausführung
des Anschlusses an den bauseitigen Untergrund, da dieser zugleich schlagregendicht
ausgeführt werden muss. Die Gewebeschlaufe stellt somit ein fehlerträchtiges Detail
dar.
[0004] Die vorliegende Erfindung versucht hier Abhilfe zu schaffen. Insbesondere soll sie
die Ausbildung eines rissfesten und schlagregendichten Anschlusses eines Wärmedämmverbundsystems
im Bereich eines Tür- oder Fenstersturzes unter Einhaltung der bestehenden Brandschutzanforderungen
ermöglichen.
[0005] Zur Lösung der Aufgabe werden die Anputzleiste mit den Merkmalen des Anspruchs 1
sowie das Wärmedämmverbundsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 11 vorgeschlagen.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den jeweiligen Unteransprüchen zu
entnehmen. Darüber hinaus wird das Verfahren zur Herstellung eines Wärmedämmverbundsystems
mit den Merkmalen des Anspruchs 16 vorgeschlagen.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Die für ein Wärmedämmverbundsystem zur Ausbildung eines Anschlusses im Bereich eines
Tür- oder Fenstersturzes vorgeschlagene Anputzleiste weist ein Profil im Wesentlichen
aus Metall oder Kunststoff mit einem Basisbereich sowie einem in dessen Fortsetzung
befindlichen ersten Einputzschenkel und einem zweiten Einputzschenkel auf. Der erste
und der zweite Einputzschenkel umschließen dabei einen Winkel α, der weniger als 180°,
vorzugsweise weniger als 160° und weiterhin vorzugsweise weniger als 120°, beispielsweise
90°, beträgt. Die Einputzschenkel sind aus dem gleichen oder einem anderen Material
als der Basisbereich gefertigt, wobei der Basisbereich im Bereich einer Anschlussfläche
ein selbstklebendes Dichtelement, beispielsweise ein Klebe- und Dichtband, aufweist,
mit dem die Anputzleiste auf einem Untergrund, bevorzugt einem Tür- oder Fensterrahmen,
befestigbar ist. Das Dichtelement ist geeignet, Bewegungen aufzunehmen.
[0007] Die beiden winklig zueinander angeordneten Einputzschenkel ermöglichen den Anschluss
der Anputzleiste sowohl an einen bauseitigen Untergrund als auch an ein sturzbildendes
Wärmedämmelement des Wärmedämmverbundsystems, so dass mit Hilfe der Anputzleiste die
Anschlussfuge zwischen dem sturzbildenden Wärmedämmelement und dem bauseitigen Untergrund
überbrückt werden kann. Ferner können die beiden Einputzschenkel derart in eine auf
dem Untergrund und/oder dem Wärmedämmelement aufgebrachte Kleber- und/oder Putzschicht
eingebettet werden, dass die Anschlussfuge schlagregendicht geschlossen wird. Die
Einbettung der Einputzschenkel in eine Kleber- und/oder Putzschicht wirkt zudem der
Ausbildung von Rissen entgegen, so dass eine dauerhafte Schlagregendichtheit erreichbar
ist.
[0008] Die vorgeschlagene Anputzleiste erleichtert die Ausführung einer um den Sturz geführten
Gewebeschlaufe, da sie vor der Anbringung des sturzbildenden Wärmedämmelements am
bauseitigen Untergrund angebracht werden kann. Erfolgt dann die Anbringung des sturzbildenden
Wärmedämmelements muss nur noch der senkrecht oder schräg zum Untergrund verlaufende
zweite Einputzschenkel mit dem Wärmedämmelement verbunden werden. Dies kann durch
Einputzen erfolgen.
[0009] Die Anbringung des sturzbildenden Wärmedämmelements am bauseitigen Untergrund erfolgt
vorzugsweise mit Hilfe eines Klebers bzw. einer Kleberschicht. Über diese wird dann
auch der erste Einputzschenkel der Anputzleiste dauerhaft am Untergrund befestigt.
Zur Anbringung der Anputzleiste genügt es daher schon, wenn lediglich das Profil mit
dem bauseitigen Untergrund verbunden wird. Vorteilhafterweise bildet im Bereich des
Profils ein Tür- oder Fensterrahmen den bauseitigen Untergrund aus, so dass der Untergrund
glatt und eben ist. Dies erleichtert die Anbringung des Profils am Untergrund, so
dass der Anschluss sauber ausführbar ist. Bevorzugt wird zur Anbringung der Anputzleiste
das Profil auf den Tür- oder Fensterrahmen geklebt. Das Profil ist hierzu idealerweise
selbstklebend ausgeführt, beispielsweise durch ein rückseitig aufgebrachtes Klebeband
mit abziehbarer Schutzfolie.
[0010] Die beiden Einputzschenkel der vorgeschlagenen Anputzleiste werden aus einem durchbrochenen
Flächengebilde ausgeführt, so dass sich der Kleber und/oder die Putzmasse beim Einbetten
gut in dem Flächengebilde verkrallen kann. Die Einputzschenkel können bei einer einstückigen
Ausbildung der Anputzleiste beispielsweise als gelochte Schenkel eines Metallprofils
ausgebildet werden. Ebenso ist es möglich, dass die Einputzschenkel als separates
winkelförmiges Gebilde ausgebildet werden, welches am Basisbereich des Profils befestigt
wird. Dieses winkelförmige Gebilde wird vorzugsweise aus einem Gewebe, Gewirke, Gelege,
Gestrick, Vlies oder Gitter gebildet. Auf diese Weise wird zugleich eine Armierung
der Kleber- und/oder Putzschicht erreicht. Das Gewebe, Gewirke, Gelege, Gestrick,
Vlies oder Gitter kann aus Metall, Glasfasern, Mineralfasern, Aramidfasern oder Kunststoff
gefertigt sein. Über eine Beschichtung kann eine Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit
und/oder schädliche chemische Substanzen erhöht werden. Nichtrostende Stähle haben
den Vorteil, dass sie feuchtigkeitsunempfindlich sind.
[0011] Ferner bevorzugt sind die beiden Einputzschenkel der Anputzleiste miteinander verbunden,
insbesondere einstückig ausgebildet. Dies vereinfacht die Herstellung der Anputzleiste,
da nur ein Gewebe, Gewirke, Gelege, Gestrick, Vlies oder Gitter mit dem Basisprofil
der Anputzleiste verbunden werden muss. Das heißt, dass eine Verbindungsstelle ausreicht.
[0012] Alternativ können die beiden Einputzschenkel auch aus zwei Geweben, Gewirken, Gelegen,
Gestricken, Vliesen oder Gittern gebildet sein, die anschließend miteinander verbunden
werden, beispielsweise durch Verkleben, Verschweißen, Verklammern oder Vernähen.
[0013] Dies hat ferner den Vorteil, dass die Einputzschenkel zusammen mit der Kleber- bzw.
Putzschicht ein winkelförmiges Gebilde ergeben, das im Brandfall eine Schutzschicht
für die Dämmplatten darstellt.
[0014] Des Weiteren bevorzugt sind die beiden Einputzschenkel stoffschlüssig mit dem Profil
der Anputzleiste verbunden. Der Stoffschluss lässt sich einfach herstellen, beispielsweise
durch Verkleben oder Verschweißen, so dass eine dauerhafte Verbindung zwischen den
Einputzschenkeln und dem Profil gewährleistet ist. Sofern die beiden Einputzschenkel
einstückig ausgebildet oder miteinander verbunden sind, reicht die Verbindung eines
Einputzschenkels mit dem Profil aus. Der jeweils andere Einputzschenkel ist dann nicht
unmittelbar aber mittelbar mit dem Profil verbunden.
[0015] Bevorzugt werden die Einputzschenkel bei der Produktion als einstückiges, ebenes
flächiges Gebilde mit dem Basisprofil verbunden. Dies vereinfacht die Herstellung
und auch das Verpacken der Anputzleisten. In diesem Fall weisen die einstückigen zusammenhängenden
Einputzschenkel im Wesentlichen mittig eine Sollknickstelle auf, so dass später daraus
ein Winkel hergestellt werden kann.
[0016] Das Profil kann als einfache Leiste, als Winkel oder als Profil mit komplexer Querschnittsform
ausgebildet sein. Unabhängig davon weist vorzugsweise das Profil bzw. der Basisbereich
des Profils eine Anschlussfläche auf, die dem bauseitigen Untergrund zugewandt ist,
so dass die Anputzleiste über die Anschlussfläche des Profils mit dem bauseitigen
Untergrund verbindbar ist. Die Anschlussfläche bildet somit eine Rückseite des Profils
aus.
[0017] Im Bereich der Anschlussfläche weist das Profil bzw. der Basisbereich des Profils
bevorzugt ein Klebe- und/oder Dichtband auf, so dass die Anbringung am bauseitigen
Untergrund vereinfacht wird. Beispielsweise kann es sich um ein Klebeband handeln,
das mit einer Schutzfolie abgedeckt ist, so dass zum Anbringen der Anputzleiste am
bauseitigen Untergrund lediglich die Schutzfolie abgezogen und das Profil der Anputzleiste
an den bauseitigen Untergrund gedrückt werden muss. Das Profil ist somit selbstklebend.
[0018] Das Dichtband ist elastisch und kann daher Bewegungen aufnehmen, insbesondere Druck-
und Scherbewegungen, idealerweise auch Zugbewegungen. Das Dichtband kann aus einem
Schaum gefertigt werden, beispielsweise aus PE-, PVC-, Silikon, Polyester-Schaum oder
Neopren und ist ober- und unterseitig mit einer selbstklebenden Schicht ausgestattet.
Anstelle eines Dichtbandes auf Basis eines Schaumstoffs kann auch ein Dichtband aus
einem klebrigen, plastoelastischen Material, wie z.B. Butylkautschuk oder Hotmelt-Klebstoff
verwendet werden. Ist dieses plastoelastische Klebe- und Dichtband hinreichend dick,
kann dieses Bewegungen durch Verformen aufnehmen. Auch Bänder aus Schaumstoff mit
einer Ummantelung aus einem plastoelastischen, klebrigen Material können eingesetzt
werden. Auf diese Weise wird sowohl eine dauerhafte Dichtigkeit als auch Bewegungsaufnahme
gewährleistet. Ein ggf. im Anschlussbereich vorgesehenes separates Dichtband, insbesondere
Kompriband, kann somit entfallen, was die Ausbildung des Anschlusses weiter vereinfacht.
[0019] Alternativ zu Dichtbändern können sich unterhalb der Anschlussfläche des Profils
auch andere flexible und selbstklebende Dichtelemente befinden. Hierbei kann es sich
um mehrteilige Konstruktionen handeln, die z.B. eine Teleskopfunktion, flexible Membranen,
ein flexibles Hohlkammerprofil, wie z.B. einen Faltenbalg, Schaumbänder und/oder ein
Kompriband beinhalten. Das Dichtelement hat unterseitig eine selbstklebende Fläche,
mit derer es am Tür- oder Fensterrahmen befestigt wird.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Profil mehrteilig ausgeführt
und umfasst mindestens zwei im Wesentlichen parallel zueinander angeordnete Profilteile,
die über ein elastisches und/oder flexibles weiteres Profilteil miteinander verbunden
sind. Das elastische und/oder flexible weitere Profilteil dient ebenfalls der Bewegungsaufnahme
und kann alternativ oder ergänzend zu einem flexiblen Element gemäß der vorhergehenden
Beschreibung eingesetzt werden. Im Unterschied zum flexiblen Element liegt das elastische
und/oder flexible Profilteil nicht am bauseitigen Untergrund an, sondern ist zwischen
den beiden parallel angeordneten Profilteilen angeordnet, so dass es keinen Kontakt
zum bauseitigen Untergrund hat. Das elastische und/oder flexible Profilteil kann beispielsweise
analog einem Dichtband aus einem Schaumstoff hergestellt sein. Alternativ kann es
nach Art eines Falten- oder Wellbalgs ausgeführt sein. In allen Fällen kann sich das
elastische und/oder flexible Profilteil in der Weise verformen, dass sich zur Bewegungsaufnahme
der Abstand zwischen den beiden parallel angeordneten Profilteilen ändern kann. Mit
der Änderung des Abstands kann auch eine andere Ausrichtung der beiden Profilteile
zueinander einhergehen, so dass sie nicht mehr parallel zueinander verlaufen.
[0021] Als weiterbildende Maßnahme kann sich zwischen den parallel zueinander angeordneten
Profilteilen ein Dichtband aus flexiblem Schaum befinden. Zusätzlich erfolgt die Abdichtung
über eine flexible Membran an der der Fensterfläche zugewandten Seite der Anputzleiste.
Diese Membran ist deutlich breiter als der lichte Abstand zwischen den beiden Profilteilen.
Zudem ist die Klebeverbindung zwischen einem Profilteil und dem innenliegenden Dichtband
geschwächt, beispielsweise durch Reduktion der Klebefläche. Treten Zug- und/oder Scherbewegungen
auf, löst sich das innenliegende Dichtband von dem Profilteil. Somit können auch Zugbewegungen
aufgenommen werden. Die Abdichtung erfolgt über die davor befindliche Membran.
[0022] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Profil mehrteilig
ausgeführt und umfasst mindestens zwei Profilteile, die beweglich ineinander geführt
sind. Über die bewegliche Führung der beiden Profilteile ineinander kann ebenfalls
eine Bewegungsaufnahme erzielt werden. Die beiden Profilteile können hierzu teleskopartig
ineinander geführt sein.
[0023] Auf der der Anschlussfläche abgewandten Oberfläche des Profils ist vorzugsweise der
mindestens eine Einputzschenkel angeordnet und mit dem Profil verbunden. Das heißt,
dass der Einputzschenkel in einem gewissen Abstand zum bauseitigen Untergrund zu liegen
kommt. Der Abstand wird durch die Profilstärke sowie die Stärke des Klebe- und/oder
Dichtbands bestimmt. Dies hat den Vorteil, dass der Einputzschenkel nach dem Einbetten
in die Kleber- und/oder Putzschicht allseitig von dem Kleber bzw. der Putzmasse umgeben
ist.
[0024] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass das Profil eine Abzugskante ausbildet. Die
Abzugskante erleichtert die Ausbildung einer auf der Unterseite des sturzbildenden
Wärmedämmelements aufzubringenden ein- oder mehrlagigen Putzschicht. Beispielsweise
kann über die Abzugskante die Höhe der Putzschicht eingestellt werden. Zudem ermöglicht
sie die Ausbildung eines sauberen Anschlusses der Putzschicht an den bauseitigen Untergrund,
insbesondere an einen Tür- oder Fensterrahmen. Denn die Putzschicht wird nicht bis
an den Tür- oder Fensterrahmen geführt, sondern lediglich bis zur Abzugskante.
[0025] Ist das Profil als einfache Leiste ausgeführt, kann die Abzugskante dadurch ausgebildet
werden, dass der winklig zur Leiste angeordnete Einputzschenkel hinter der Abzugskante
zurückliegend angeordnet wird. Der Abstand bestimmt dann die Schichtstärke der späteren
ein- oder mehrlagigen Putzschicht. Alternativ oder ergänzend wird vorgeschlagen, dass
das Profil zur Ausbildung einer Abzugskante abgewinkelt ausgeführt ist. Durch eine
winklige Anordnung der Abzugskante kann der Abstand zum bauseitigen Untergrund, insbesondere
zum Tür- oder Fensterrahmen reduziert werden, so dass eine zwischen dem Untergrund
und der Abzugskante verbleibender Spalt reduziert verringert wird.
[0026] In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Abzugskante über eine
Sollbruchstelle mit einer Leiste zum Anbringen einer Abdeckfolie verbunden ist. Die
Abdeckfolie dient dem Schutz der dahinterliegenden Tür- oder Fensteranlage während
der Ausführung der Putz- und/oder Anstricharbeiten. Nach Abschluss der Arbeiten kann
die Abdeckfolie entfernt und die Leiste durch Abknicken bzw. Abrechen von dem Profil
der Anputzleiste getrennt werden. Das Profil schließt dann über die Abzugskante mit
der auf das sturzbildende Wärmedämmelement aufgebrachten, ein- oder mehrlagigen Putzschicht
flächenbündig ab.
[0027] Die über eine Sollbruchstelle mit dem Profil verbundene Leiste kann zur einfachen
Anbringung der Abdeckfolie ein Klebeband aufweisen. Diese kann mit einer Schutzfolie
abgedeckt sein. Nach Abziehen der Schutzfolie kann die Abdeckfolie schnell und einfach
angebracht werden.
[0028] Als weiterbildende Maßnahme wird ferner vorgeschlagen, dass der Basisbereich des
Profils der Anputzleiste an dem der Fensterfläche abgewandten Ende verlängert ist.
Zusätzlich kann ein flexibles Element, beispielsweise ein flexibler Steg und/oder
flexible Lippe, ein flexibles Hohlkammerprofil oder ein Schaumband, mit dieser Verlängerung
verbunden sein. Dies dient dazu, einen Hohlraum zu schaffen, der frei von Kleber bleibt.
Wäre dieser Hohlraum mit Kleber verschlossen, könnte der Kleber nach dem Aushärten
die Bewegungsaufnahme der Anputzleiste erheblich beeinträchtigen.
[0029] Da die vorgeschlagene Anputzleiste insbesondere in einem Wärmedämmverbundsystem zum
Einsatz gelangt, wird ferner ein Wärmedämmverbundsystem mit einer erfindungsgemäßen
Anputzleiste vorgeschlagen. Das Profil der Anputzleiste ist dabei im Bereich eines
Tür- oder Fenstersturzes, vorzugsweise in einem Hohlraum zwischen einem sturzbildenden
Wärmedämmelement des Wärmedämmverbundsystems und einem Tür- oder Fensterrahmen, angeordnet.
Der Hohlraum wird durch die Anputzleiste nach außen abgedichtet, so dass die geforderte
Schlagregendichtheit des Anschlusses gewährleistet ist. Die Anordnung des Profils
der Anputzleiste in einem Hohlraum lässt Verformungen eines mit dem Profil verbundenen
Dichtbands und/oder Bewegungen mehrerer Profilteile zueinander zu, um auf diese Weise
Bewegungen des Wärmedämmverbundsystems relativ zum bauseitigen Untergrund aufzunehmen
und auszugleichen. Um den Hohlraum zu erhalten, muss demnach eine auf das sturzbildende
Wärmedämmelement aufgebrachte Klebe- und/oder Putzschicht zur Anbringung des Wärmedämmelements
am Untergrund einen gewissen Abstand zum Profil der Anputzleiste einhalten. Lediglich
der untergrundseitige Einputzschenkel sollte in diese Klebe- und/oder Putzschicht
eingebettet sein.
[0030] Des Weiteren bevorzugt ist das Profil der Anputzleiste mit dem Tür- oder Fensterrahmen
verklebt. Dieser bildet einen glatten und ebenen Untergrund, so dass die Anbringung
der Anputzleiste vereinfacht wird. Zudem ist ein sauberer Anschluss garantiert. Die
Verklebung ist bevorzugt über ein Klebe- und/oder Dichtband hergestellt. Das heißt,
dass nicht erst ein Kleber auf das Profil aufgetragen werden, um dieses mit dem Tür-
oder Fensterahmen zu verkleben. Die Anbringung der Anputzleiste wird dadurch weiter
vereinfacht. Zudem ist sichergestellt, dass kein Kleber verläuft, tropft oder aus
dem Anschlussbereich herausquillt.
[0031] Der erste Einputzschenkel der Anputzleiste ist vorzugsweise über eine Kleberschicht
mit einer Rückseite des sturzbildenden Wärmedämmelements und/oder mit einem bauseitigen
Untergrund verbunden. Bei dem ersten Einputzschenkel handelt es sich demnach um den
Einputzschenkel, der zwischen dem Wärmedämmelement und dem bauseitigen Untergrund
angeordnet ist. Sofern das Wärmedämmelement mit dem bauseitigen Untergrund verklebt
ist, kann die hierzu vorgesehene Kleberschicht zugleich zur Verbindung des ersten
Einputzschenkels mit dem bauseitigen Untergrund und dem Wärmedämmelement genutzt werden.
Es muss in diesem Fall nur eine Kleberschicht vorgesehen werden. Alternativ kann der
erste Einputzschenkel über eine erste Kleberschicht mit dem bauseitigen Untergrund
verbunden werden, so dass er in seiner Lage gesichert ist. Über eine zweite Kleberschicht
kann dann das Wärmedämmelement mit dem Untergrund verbunden werden. Die Ausbildung
von zwei Kleberschichten ist aber nicht notwendig.
[0032] Die mindestens eine Kleberschicht zwischen dem sturzbildenden Wärmedämmelement und
dem bauseitigen Untergrund ist vorzugsweise zum Profil der Anputzleiste beabstandet.
Das heißt, dass seitlich neben dem Profil ein Hohlraum verbleibt. Dieser ermöglicht
- wie bereits zuvor erläutert - die zur Bewegungsaufnahme erforderlichen Verformungen
und/oder Bewegungen des Profils bzw. der Profilteile, aus denen das Profil gebildet
ist. Über das Profil können somit Bewegungen des Wärmedämmelements relativ zum bauseitigen
Untergrund aufgenommen und ausgeglichen werden.
[0033] Der zweite Einputzschenkel der Anputzleiste ist vorzugsweise in eine ein- oder mehrlagige
Putzschicht eingeputzt, die auf einer Unterseite des sturzbildenden Wärmedämmelements
ausgebildet ist. Der zweite Einputzschenkel ist demnach in einem Winkel zum bauseitigen
Untergrund angeordnet. Der Winkel entspricht dabei im Wesentlichen dem Winkel, den
die beiden Einputzschenkel umschließen. Geringe Abweichungen können über die Elastizität
und/oder Flexibilität der beiden Einputzschenkel ausgeglichen werden.
[0034] In eingebautem Zustand ist von der Anputzleiste nur noch die in der Ebene des Sturzes
liegende Seitenfläche des ein- oder mehrteilig ausgeführten Profils zu sehen. Denn
die beiden Einputzschenkel sind jeweils vollständig in einer Kleber- und/oder Putzschicht
eingebettet.
[0035] Die Verwendung der erfindungsgemäßen Anputzleiste in einem Wärmedämmverbundsystem
zur Ausbildung des Anschlusses im Bereich eines Tür- oder Fenstersturzes vereinfacht
die Ausbildung einer Gewebeschlaufe, da sie einfach zu handhaben ist und zudem einen
sauberen Anschluss ermöglicht. Zudem kann auf die Anordnung eines nichtbrennbaren
Wärmedämmelements zur Ausbildung eines Brandriegels verzichtet werden.
[0036] Zur Erhöhung des Brandschutzes wird vorgeschlagen, dass das sturzbildende Wärmedämmelement
aus mindestens einem der nachfolgenden Wärmedämmmaterialien gefertigt ist:
- einem Polymerschaumstoff, wie beispielsweise Polyurethan, Phenolharz, Polyisocyanurat,
- einem Polymerschaumstoff, wie beispielsweise expandiertes oder extrudiertes Polystyrol,
Polylactid oder ein anderes biobasiertes Polymer, der zusätzlich mit einem intumeszierenden
Brandschutzmittel ausgerüstet ist,
- einem flammwidrig ausgerüsteten Naturdämmstoff, insbesondere aus Naturfasern, wie
beispielsweise Holz- oder Hanffasern.
[0037] Das heißt, dass das sturzbildende Wärmedämmelement bevorzugt aus einem Material gefertigt
ist, das zumindest der Baustoffklasse "schwer entflammbar" zuzuordnen ist.
[0038] Darüber hinaus wird ein Verfahren zur Herstellung eines Wärmedämmverbundsystems unter
Verwendung einer erfindungsgemäßen Anputzleiste vorgeschlagen. Das Verfahren umfasst
die Schritte:
- Aufkleben des Profils der Anputzleiste auf einen Tür- oder Fensterrahmen, so dass
der erste Einputzschenkel auf einem bauseitigen Untergrund zu liegen kommt,
- Verkleben eines sturzbildenden Wärmedämmelements mit dem bauseitigen Untergrund, so
dass der erste Einputzschenkel über den Kleber mit dem bauseitigen Untergrund und
dem Wärmedämmelement verbunden wird, wobei das Profil kleberfrei gehalten wird,
- Einputzen des zweiten Einputzschenkels in eine ein- oder mehrlagige Putzschicht, die
auf einer Unterseite des sturzbildenden Wärmedämmelements aufgebracht wird.
[0039] Die Verwendung der erfindungsgemäßen Anputzleiste erleichtert die Herstellung des
Wärmedämmverbundsystems, insbesondere des Anschlusses im Bereich eines Tür- oder Fenstersturzes.
Der Anschlussbereich ist somit weniger fehlerträchtig, so dass die geforderte Schlagregendichtheit
gewährleistet ist. Zudem kann ein optisch ansprechender, sauberer Anschluss hergestellt
werden, der auch auf Dauer deutlich weniger zur Rissbildung neigt.
[0040] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Anputzleiste gemäß einer ersten
bevorzugten Ausführungsform,
Fig. 2 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Anputzleiste gemäß einer zweiten
bevorzugten Ausführungsform,
Fig. 3 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Anputzleiste gemäß einer dritten
bevorzugten Ausführungsform,
Fig. 4 einen Querschnitt durch die Anputzleiste der Fig. 3, a) nach dem Einbau, b)
und c) jeweils nach Bewegungsaufnahme,
Fig. 5 einen Querschnitt durch die Anputzleiste der Fig. 3 im Einbauzustand,
Fig. 6 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Anputzleiste gemäß einer vierten
bevorzugten Ausführungsform, a) nach dem Einbau und b) nach Bewegungsaufnahme,
Fig. 7 einen Querschnitt durch eine montierte erfindungsgemäße Anputzleiste gemäß
einer fünften bevorzugten Ausführungsform,
Fig. 8 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Anputzleiste gemäß einer sechsten
bevorzugten Ausführungsform, a) nach dem Einbau und b) nach Bewegungsaufnahme,
Fig. 9 einen Querschnitt durch eine montierte erfindungsgemäße Anputzleiste gemäß
einer siebten bevorzugten Ausführungsform,
Fig. 10 einen Querschnitt durch eine montierte erfindungsgemäße Anputzleiste gemäß
einer achten bevorzugten Ausführungsform,
Fig. 11 einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Anputzleiste gemäß einer neunten
bevorzugten Ausführungsform, a) vor dem Knicken mit parallel ausgerichteten Einputzschenkeln,
b) beim Knicken und c) nach dem Knicken mit winklig zueinander ausgerichteten Einputzschenkeln.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
[0041] Fig. 1 zeigt eine vergleichsweise einfache Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Anputzleiste 1. Dieses Profil besteht aus einem Basisbereich 2 mit einem in dessen
Fortsetzung befindlichen Einputzschenkel 3 sowie einen zweiten Einputzschenkel 4.
Die Einputzschenkel umschließen einen Winkel α von 90°. Der Basisbereich 2 weist eine
Anschlussfläche 5 auf, auf der ein Dichtelement 6 in Form eines Klebe- und Dichtbands
angeordnet ist. Über das Klebe- und Dichtband kann die Anputzleiste 1 auf einem Tür-
oder Fensterrahmen 103 verklebt werden. Das Klebe- und Dichtband ist flexibel und
kann Bewegungen aufnehmen. Da der Einputzschenkel 4 derart auf dem Basisbereich 2
angeordnet ist, dass er zur Seitenkante des Basisbereichs 2 beabstandet ist, wird
eine Abzugskante 7 ausgebildet, welche eine hinreichende Dicke der Putzschichten,
insbesondere die eines Unterputzes 107.1, sicherstellt (siehe beispielhaft Fig. 5)
[0042] Der Fig. 2 ist eine Abwandlung der Anputzleiste 1 der Fig. 1 zu entnehmen. Die Abwandlung
besteht darin, dass die beiden Einputzschenkel 3, 4 in Form eines winkelförmigen Gebildes,
beispielsweise aus Glasfasergewebe, ausgebildet werden. Die Schenkel 3, 4 dieses Glasfasergewebe-Winkels
umschließen einen Winkel α von 90°. Der Glasfasergewebe-Winkel ist mit dem Basisbereich
2 über eine Schweißverbindung 13 verbunden.
[0043] Fig. 3 zeigt eine Sturz-Anputzleiste mit einer Membran 12. Die Anputzleiste 1 besitzt
einen Basisbereich 2 mit einem in dessen Fortsetzung befindlichen Einputzschenkel
3 sowie einen zweiten Einputzschenkel 4. Die Einputzschenkel umschließen einen Winkel
α von 90°. Parallel zum Basisbereich 2 befindet sich ein planebenes Profilteil 15.
Zwischen dem Basisbereich 2 und dem Profilteil 15 ist im hinteren Bereich ein elastisches
Profilteil 16 in Form eines Schaumbands eingeklebt. Vor dem Schaumband, zum Fenster
hin orientiert, befindet sich eine flexible Membran 12, welche breiter ist als der
lichte Abstand zwischen dem Basisbereich 2 und dem Profilteil 15. Die Membran 12 dient
der Abdichtung nach einer Bewegungsaufnahme. Die Verbindung zwischen dem Schaumband
und dem Basisbereich 2 ist geschwächt, z.B. indem die Klebefläche durch eine oder
mehrere Einkerbungen reduziert ist. Somit stellt diese Klebeverbindung eine Sollbruchstelle
8 dar. Auf der Unterseite des Profilteils 15 ist ein Dichtelement 6 in Form eines
Klebe- und Dichtbands angeordnet, mit welchem die Anputzleiste 1 auf einem Tür- oder
Fensterrahmen 103 verklebt werden kann. Das Klebe- und Dichtband ist flexibel und
kann Bewegungen aufnehmen. Da der Einputzschenkel 4 derart auf dem Basisbereich 2
angeordnet ist, dass er zur Seitenkante des Basisbereichs 2 beabstandet ist, wird
eine Abzugskante 7 ausgebildet, welche eine hinreichende Dicke der Putzschichten 107,
insbesondere die des Unterputzes 107.1, sicherstellt (siehe beispielhaft Fig. 5).
In Fortführung der Abzugskante 7 befindet sich eine Schutzlasche 9 mit einem Klebeband
14 zur Befestigung von Abdeckfolien, wobei die Schutzlasche 9 über eine Sollbruchstelle
8 nach Beendigung der Verputzarbeiten abgetrennt werden kann. Eine flexible Schutzlippe
11 unterhalb der Abzugskante 7 dient als optische Abdeckung.
[0044] Fig. 4a) zeigt die Anputzleiste 1 der Fig. 3 im Einbauzustand, d.h. nach der Montage
auf einem Tür- oder Fensterrahmen 103 mittels des selbstklebenden Dichtelements 6
in Form eines Klebe- und Dichtbandes. Bei Bewegungen löst sich über eine Sollbruchstelle
8 der Basisbereich 2 vom Schaumband 16 ab. Der Basisbereich 2 und das Profilteil 15
sind über die flexible Membran 12 miteinander verbunden. Die Membran 12 gewährleistet
die Abdichtung bei Bewegungsaufnahme wie in den Figuren 4b) und 4c) dargestellt.
[0045] Fig. 5 zeigt die Anputzleiste 1 der Fig. 3 im Einbauzustand, d.h. nach der Montage
auf einem Tür- oder Fensterrahmen 103 mittels des selbstklebenden Dichtelements 6
in Form eines Klebe- und Dichtbandes. Der Einputzschenkel 3 wird mit einem Kleber
bzw. eine Klebeschicht 104 auf dem Untergrund 106 befestigt bzw. angespachtelt. Zur
Sicherstellung der Bewegungsaufnahme befindet sich oberhalb der Anputzleiste 1 ein
Hohlraum 101. Danach wird ein Wärmedämmelement 102 mit dem Kleber auf dem zuvor angespachtelten
Einputzschenkel 3 geklebt. Danach wird der Einputzschenkel 4 mit einem Unterputz 107.1
an das Wärmedämmelement 102 gespachtelt. Auf den Unterputz 107.1 wird ein Oberputz
107.2 bündig mit der Abzugskante 7 appliziert.
[0046] Fig. 6 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Anputzleiste 1, bei der die Bewegungsaufnahme
über eine Teleskopfunktion gewährleistet wird. Der Basisbereich 2 ist im Wesentlichen
U-förmig ausgebildet und besitzt im unteren Bereich zwei Lippen 18. Ein Profilteil
17 ist im Basisbereich 2 geführt. Das Profilteil 17 besteht aus einem ersten Steg
17.1, einem darauf senkrecht stehenden zweiten Steg 17.2 und in dessen Verlängerung
einen Kopf 17.3, der in etwa so breit ist wie die vom Basisbereich 2 gebildete Kammer
(Innenmaß). Das Profilteil 17 ist mittels einem selbstklebenden Dichtelement 6 in
Form eines Klebe- und Dichtbands an einem Tür- oder Fensterrahmen 103 befestigt. Der
Basisbereich 2 des Profils und das Profilteil 17 können bei Bedarf teleskopartig auseinandergezogen
werden. Fig. 6a) zeigt den Einbauzustand und Fig. 6b) das Profil nach Bewegungsaufnahme.
In Fortführung der Abzugskante 7 befindet sich eine Schutzlasche 9 mit einem Klebeband
14 zur Befestigung von Abdeckfolien, wobei die Schutzlasche 9 über eine Sollbruchstelle
8 nach Beendigung der Verputzarbeiten abgetrennt werden kann.
[0047] Fig. 7 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anputzleiste
1, in welcher der Basisbereich 2 des Profils und das Profilteil 15 über ein elastisches
Profilteil 16 verbunden sind, das als Faltenbalg ausgeführt ist. Die Bewegungsaufnahme
erfolgt hier über den Faltenbalg. Auf der Unterseite des Profilteils 15 ist ein Dichtelement
6 in Form eines Klebe- und Dichtbands angeordnet, mit welchem die Anputzleiste 1 auf
einem Tür- oder Fensterrahmen 103 verklebt werden kann.
[0048] Fig. 8 zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anputzleiste
1. Im oberen Bereich befindet sich ein selbstklebendes Band 19, das als Montagehilfe
fungiert, um das Profil auf einen Tür- oder Fensterrahmen 103 zu befestigen. Dieses
selbstklebende Band 19 darf sich später bei Bewegungsaufnahme vom Tür- oder Fensterrahmen
103 lösen. In der Mitte des Profils ist ein Dichtelement 6 in Form eines imprägnierten
Fugendichtbands angebracht, das über eine Schutzlasche 9 in einem komprimierten Zustand
gehalten wird. Die Schutzlasche 9 ist endseitig in einer Nut 10 des Basisbereichs
2 des Profils gehalten. Nach Beendigung der Einbau- und Verputzarbeiten wird diese
Schutzlasche 9 aus der Nut 10 herausgezogen und entfernt (siehe Pfeil 20), so dass
das Fugendichtband expandieren kann. Das Fugendichtband übernimmt zum einen die Dichtfunktion
und zum anderen ermöglicht es eine Bewegungsaufnahme in drei Dimensionen.
[0049] Fig. 9 zeigt eine Abwandlung der Anputzleiste 1 der Fig. 3. Die Abwandlung besteht
darin, dass der Basisbereich 2 nach oben verlängert wurde, um einen Hohlraum 101 zu
bilden. Der Hohlraum 101 ist für die Bewegungsaufnahme erforderlich.
[0050] Fig. 10 zeigt eine Abwandlung der Anputzleiste 1 der Fig. 9. An dem verlängerten
Basisbereich 2 wurde zusätzlich eine flexible Schutzlippe 11 angebracht, um den Hohlraum
101 zu verschließen.
[0051] Die Figuren 11 a) bis 11c) zeigen einen möglichen Produktionsprozess und/oder Anwendung
der Anputzleiste 1 der Fig. 3. In der Fig. 11a) wird ein Gewebestreifen zur Ausbildung
der Einputzschenkel 3, 4 im Wesentlichen mittig auf den Basisbereich 2 des Profils
aufgeschweißt. Der Gewebestreifen besitzt eine vordefinierte Knickstelle 21 neben
der Schweißverbindung 13. Auf der Baustelle wird das Gewebe entlang der vordefinierten
Knickstelle 21 gefaltet (Fig. 11b) bis es den gewünschten Winkel, beispielsweise 90°,
erreicht (Fig. 11c).
Bezugszeichenliste
[0052]
- 1
- Anputzleiste
- 2
- Basisbereich
- 3
- Einputzschenkel
- 4
- Einputzschenkel
- 5
- Anschlussfläche
- 6
- Dichtelement
- 7
- Abzugskante
- 8
- Sollbruchstelle
- 9
- Schutzlasche
- 10
- Nut
- 11
- Schutzlippe
- 12
- Membran
- 13
- Schweißverbindung
- 14
- Klebeband
- 15
- Profilteil
- 16
- Profilteil
- 17
- Profilteil
17.1 Steg
17.2 Steg
17.3 Kopf
- 18
- Lippe
- 19
- Band
- 20
- Pfeil
- 21
- Knickstelle
- 22
- Pfeil
- 100
- Wärmedämmverbundsystem
- 101
- Hohlraum
- 102
- Wärmedämmelement
- 103
- Tür- oder Fensterrahmen
- 104
- Kleberschicht
- 105
- Rückseite
- 106
- Untergrund
- 107
- Putzschicht
107.1 Unterputz
107.2 Oberputz
- 108
- Unterseite
1. Anputzleiste (1) für ein Wärmedämmverbundsystem (100) zur Ausbildung eines Anschlusses
im Bereich eines Tür- oder Fenstersturzes, aufweisend ein Profil im Wesentlichen aus
Metall oder Kunststoff mit einem Basisbereich (2) sowie einem in dessen Fortsetzung
befindlichen ersten Einputzschenkel (3) und einem zweiten Einputzschenkel (4), wobei
der erste und der zweite Einputzschenkel (3, 4) einen Winkel α umschließen, der weniger
als 180°, vorzugsweise weniger als 160° und weiterhin vorzugsweise weniger als 120°,
beispielsweise 90°, beträgt, wobei die Einputzschenkel (3, 4) aus dem gleichen oder
einem anderen Material als der Basisbereich (2) gefertigt sind, wobei der Basisbereich
(2) im Bereich einer Anschlussfläche (5) ein selbstklebendes Dichtelement (6), beispielsweise
ein Klebe- und Dichtband, aufweist, mit dem die Anputzleiste (1) auf einem Untergrund,
bevorzugt einem Tür- oder Fensterrahmen (103), befestigbar ist, und wobei das Dichtelement
(6) geeignet ist, Bewegungen aufzunehmen.
2. Anputzleiste (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Einputzschenkel (3, 4) aus einem Gewebe, Gewirke, Gelege, Gestrick, Vlies
oder Gitter gebildet sind, das vorzugsweise aus Glasfasern, Mineralfasern, Metall,
Aramidfasern gefertigt ist.
3. Anputzleiste (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe, Gewirke, Gelege, Gestrick, Vlies oder Gitter beschichtet ist.
4. Anputzleiste (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Einputzschenkel (3, 4) verbunden sind, insbesondere einstückig ausgebildet
sind.
5. Anputzleiste (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Einputzschenkel (3, 4), beispielsweise durch Verkleben, Verschweißen oder
Annähen, stoff- oder formschlüssig mit dem Basisbereich (2) verbunden sind.
6. Anputzleiste (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Basisbereich (2) eine Abzugskante (7) ausbildet, wobei vorzugsweise die Abzugskante
(7) über eine Sollbruchstelle (8) mit einer Leiste (9) zum Anbringen einer Abdeckfolie
verbunden ist.
7. Anputzleiste (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das selbstklebende Dichtelement (6) ein zum Basisbereich (2) parallel angeordnetes
Profilteil (15) umfasst und zwischen Basisbereich (2) und Profilteil (15) ein elastisches
Profilteil (16) sowie eine flexible Membran (12) angeordnet sind und sich die Verbindung
zwischen dem elastische Profilteil (16) und dem Basisbereich (2) beim Auftreten von
Zug- oder Scherbewegungen lösen kann.
8. Anputzleiste (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Basisbereich (2) und ein weiteres Profilteil (17) des Dichtelements (6) beweglich
ineinander geführt sind.
9. Anputzleiste (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das mit dem Basisbereich (2) verbundene Dichtelement (6) in Form eines flexiblen
Hohlkammerprofils ausgebildet ist.
10. Anputzleiste (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sich an einem Ende eines Stegs ein elastisches, in Richtung Tür- oder Fensterrahmen
(103) orientiertes Element befindet, welches ein Eindringen eines Klebers einer Kleberschicht
(104) in einen Hohlraum (101) verhindert.
11. Wärmedämmverbundsystem (100) mit einer Anputzleiste (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, wobei das Profil der Anputzleiste (1) im Bereich eines Tür- oder Fenstersturzes,
vorzugsweise in einem Hohlraum (101) zwischen einem sturzbildenden Wärmedämmelement
(102) des Wärmedämmverbundsystems (100) und einem Tür- oder Fensterrahmen (103), angeordnet
ist.
12. Wärmedämmverbundsystem (100) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das Profil der Anputzleiste (1) mit dem Tür- oder Fensterrahmen (103) verklebt ist,
wobei die Verklebung bevorzugt über ein selbstklebendes Dichtelement (6), beispielsweise
ein Klebe- und/oder Dichtband, hergestellt ist.
13. Wärmedämmverbundsystem (100) nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Einputzschenkel (3) der Anputzleiste (1) über eine Kleberschicht (104)
mit einer Rückseite (105) des sturzbildenden Wärmedämmelements (102) und/oder mit
einem bauseitigen Untergrund (106) verbunden ist, wobei vorzugsweise die Kleberschicht
(104) zum Profil der Anputzleiste (1) beabstandet ist.
14. Wärmedämmverbundsystem (100) nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Einputzschenkel (4) der Anputzleiste (1) in eine ein- oder mehrlagige
Putzschicht (107) eingeputzt ist, die auf einer Unterseite (108) des sturzbildenden
Wärmedämmelements (102) ausgebildet ist.
15. Wärmedämmverbundsystem (100) nach einem der Ansprüche 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass das sturzbildende Wärmedämmelement (102) aus mindestens einem der nachfolgenden Wärmedämmmaterialien
gefertigt ist:
- einem Polymerschaumstoff, wie beispielsweise Polyurethan, Phenolharz, Polyisocyanurat,
- einem Polymerschaumstoff, wie beispielsweise expandiertes oder extrudiertes Polystyrol,
Polylactid oder ein anderes biobasiertes Polymer, der zusätzlich mit einem intumeszierenden
Brandschutzmittel ausgerüstet ist,
- einem flammwidrig ausgerüsteten Naturdämmstoff, insbesondere aus Naturfasern, wie
beispielsweise Holz- oder Hanffasern.
16. Verfahren zur Herstellung eines Wärmedämmverbundsystems (100) unter Verwendung einer
Anputzleiste (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 10, umfassend die Schritte:
- Aufkleben des Profils der Anputzleiste (1) auf einen Tür- oder Fensterrahmen (103),
so dass der erste Einputzschenkel (3) auf einem bauseitigen Untergrund (106) zu liegen
kommt,
- Verkleben eines sturzbildenden Wärmedämmelements (102) mit dem bauseitigen Untergrund
(106), so dass der erste Einputzschenkel (3) über den Kleber mit dem bauseitigen Untergrund
(106) und dem Wärmedämmelement (102) verbunden wird, wobei das Profil kleberfrei gehalten
wird,
- Einputzen des zweiten Einputzschenkels (4) in eine ein- oder mehrlagige Putzschicht
(107), die auf einer Unterseite (108) des sturzbildenden Wärmedämmelements (106) aufgebracht
wird.