[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren insbesondere von Lithiumerzen.
[0002] Aus der
US 6,083,295 A ist ein Verfahren zur Prozessierung von feinkörnigem Material mit einer Granulierung
bekannt.
[0003] Aus der
WO 2017/144469 A1 ist ein Verfahren zur Wärmebehandlung von granularen Feststoffen bekannt.
[0004] Aus der
DE 27 26 138 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Zementklinker aus feuchtem
agglomerierten Zementrohmaterial bekannt. Die Vorrichtung weist eine Vorwärmzone,
eine Entsäuerungszone und eine Sinterzone auf. Aus der
DE 10 2017 202 824 A1 ist eine Anlage zur Herstellung von Zement, insbesondere Zementklinker, mit einem
Vorwärmer, welche eine Mehrzahl von Zyklonen aufweist, einem Calcinator zur Entsäuerung
und einem Drehrohrofen bekannt. Aus der
EP 3 476 812 A1 ist eine Methode zur Trocknung von granuliertem Material bekannt.
[0005] Aus der
EP 0 500 561 B1 ist eine Vorrichtung zum Mischen und thermischen Behandeln von Feststoffpartikeln
mit einem im Wesentlichen horizontal angeordnetem Behälter bekannt. Aus der
DE 1 051 250 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Mischen von pulverförmigen oder feinkörnigen
Massen mit Flüssigkeiten bekannt. Aus der
DE 27 29 477 C2 ist ein pflugscharähnliches Mischwerkzeug für solche Vorrichtungen bekannt. Ein ähnliches
Mischwerkzeug für solche Vorrichtungen ist auch aus der
DE 197 06 364 C2 bekannt. Entsprechende Mischvorrichtungen werden von der Firma Gebrüder Lödige Maschinenbau
GmbH unter der Bezeichnung PflugscharMischer angeboten und erzeugen in ihrem Inneren
ein mechanisches Wirbelbett.
[0006] Aus
Becker Markus: "It's all about the mix - The heavy-duty solution for mixing and granulation
of sinter material in the steel industry", Metal Powder Report, MPR Publishing Services,
Shrewsbury, GB, Bd. 75, Nr. 1, 01.01.2020, Seiten 48-49, XP086082287, ISSN: 0026-0657,
DOI: 10.1016/J.MPRP.2019.12.004 sind Mischer der Firma Lödige bekannt.
[0007] Aus der
CN 108 179 264 A ist die Behandlung von Lithiumglimmer bekannt, wobei Lithiumglimmer durch Flockentrocknung
getrocknet wird, um ein getrocknetes Produkt zu erhalten, das mikrogemahlen wird,
um Lithiumglimmerpulver zu erhalten, und mit Natriumsalz, Calciumoxid und Wasser gemischt
wird.
[0009] Aus der
JP H09 95742 A1 ist die Herstellung von gesintertem Erz durch die Verwendung von Eisenerz in Wasser
bekannt.
[0010] Aus der
WO 96/22950 A1 ist ein Verfahren zum Verwerten von beim Reduzieren von Eisenerz anfallenden Stäuben
bekannt.
[0011] Aus der
DE 10 2017 125707 A1 ist ein Verfahren und eine Anlage zur thermischen Behandlung eines Lithiumerzes bekannt.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren bereit zu stellen, womit vor allem Erze
thermisch behandelt werden können, welche zum einen zur verstärkten Ansatzbildung
neigen, zum anderen durch Schmelzeigenschaften und/oder Partikelgrößen eine erhöhte
Belastung des Luftkreislaufes darstellen können.
[0013] Gelöst wird diese Aufgabe durch das Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden
Beschreibung sowie den Zeichnungen.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren kann beispielsweise in einer Vorrichtung zur thermischen
Behandlung von mineralischen Rohstoffen durchgeführt werden und dient nämlich der
thermischen Behandlung von Lithiumerzen, nämlich von Lithiumaluminiumsilikat, wie
zum Beispiel Spodumen (LiAl[Si
2O
6]) oder Petalit (LiAl[Si
4O
10]). Die Erfindung ist besonders geeignet für feinkörnige Lithiumerze, die einen hohen
Grad an Verunreinigung durch Natrium-, Kalium- und/oder Eisenkomponenten von > 0,5
Gew.-% aufweisen (bezogen auf Na
2O, K
2O, Fe
2O
3). Diese Verunreinigungen ergeben sich vorrangig durch eine oder meist mehrere der
folgenden Minerale als Begleitminerale:
Muscovit (KAl2AlSi3O10(OH)2) , typische Beimengung > 2 Gew.-%
Amphibol (KAl2AlSi3O10(OH)2) , typische Beimengung > 1 Gew.-%,
Plagioclase (Na,Ca)(Al,Si)3O8 , typische Beimengung > 4 Gew.-%
Orthoclase KAlSi3O8 , typische Beimengung > 6 Gew.-%
[0015] Diese Minerale haben ihren Schmelzpunkt bei niedrigeren oder ähnlichen Temperatur
zu denen auch die Umsetzung der Lithiumkomponenten stattfindet wie zum Beispiel die
Umwandlung von α-Spodumen zu β-Spodumen. Diese Beimengungen verursachen dadurch die
Bildung von extrem harten verglasten Agglomeraten und Ansätze, die den Lithiumertrag
deutlich verringern, beispielsweise von über 90 % auf unter 70 %. Des Weiteren können
diese Beimengungen in herkömmlichen, nicht erfindungsgemäßen Vorrichtungen im Prozess
erhebliche Einschränkungen der Produktionsleistung verursachen.
[0016] Die Vorrichtung weist eine Zerkleinerungsvorrichtung, eine Granulationsvorrichtung
und eine Wärmebehandlungsvorrichtung auf. Erfindungsgemäß ist die Granulationsvorrichtung
ein mechanischer Wirbelbettreaktor.
[0017] Es hat sich gezeigt, dass gerade in einem mechanischen Wirbelbettreaktor zu einer
sehr vorteilhaften Veränderung des fein gemahlenen mineralischen Rohstoffs führt.
Durch die vergleichsweise einheitliche Größenverteilung der agglomerierten Partikel
wird sowohl das Anhaften in einer Wärmebehandlungsvorrichtung als auch das Übergehen
des Produktes in die Gasphase verhindert. Letzteres führt dazu, dass das Produkt aus
dem Abgasstrom herausgefiltert werden muss und so praktisch im Kreis geführt wird,
was eine Belastung für den Gesamtprozess darstellt.
[0018] Hierdurch verringert sich die Schmelzbildung. Hierdurch kann der Lithiumertrag auf
Werte von über 90 % im Fall von Schichtsilikaten wie Zinnwaldit und auf Werte von
über 96 % im Fall von Spodumen erhöht werden. Weiter erhöhen sich die Umsatzraten
von α-Spodumen zu β-Spodumen auf bis zu 100 %.
[0019] Während in einem normalen Wirbelbettreaktor Gase eingesetzt werden, um einen Feststoff
mit dem Gasraum vermischen und so zu fluidisieren sowie zu transportieren, wird in
einem mechanischen Wirbelbettreaktor dieses rein mechanisch mithilfe eines Mischwerkzeugs
erzielt.
[0020] Es hat sich gezeigt, dass der Effekt des mechanischen Wirbelbettreaktors ist, dass
die sehr feinen Partikeln, welche vermahlen entstehen, agglomerieren. Hierdurch wird
eine Staubbildung in den folgenden Prozessschritten vermieden, da insbesondere besonders
kleine Partikel sehr deutlich reduziert werden können. Hierdurch kommt es auch wesentlich
weniger zum Verkleben von Material an den Wänden des Vorwärmers, insbesondere, wenn
dieser in Form von mehrere nacheinander gestalteten Zyklonen ausgeführt ist.
[0021] Der Vorwärmer kann als Gleichstromvorwärmer ausgeführt sein. Hierbei werden Gas und
Feststoff in die gleiche Richtung transportiert, während die Wärme vom Gas an den
Feststoff übertragen wird. Ein Beispiel hierfür sind nacheinander geschaltete Zyklonen.
Der Wärmeübertrag erfolgt in den Verbindungen zwischen den Zyklonen im Gleichstrom,
die Zyklone dienen dann zur Trennung von Gas und Feststoff.
[0022] Alternativ kann der Vorwärmer als Gegenstromvorwärmer ausgeführt sein. Ein entsprechender
Vorwärmer ist beispielsweise und insbesondere aus der
DE 383 42 15 A1 bekannt.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden feinkörnige Lithiumerze
eingesetzt, bei denen alle Partikel kleiner als 500 µm , bevorzugt kleiner als 350
µm sind.
[0024] In einer bevorzugten Ausfürhungsform der Erfindung ist das Lithiumerz ausgewählt
aus einer Gruppe umfassend:
Aluminiumsilikat, insbesondere Spodumen, Petalit
Lithiumphosphat, insbesondere Amblygonit LiAl[(F,OH)PO4]
Lithiumschichtsilikat, insbesondere Zinnwaldit (KLiFe2+Al2Si3O10(OH,F)3
Lithiumschichtsilikat, insbesondere Lepidolit KLiAl2Si3O10(OH,F)3 Jadarit NaLi[B3SiO7(OH)]
Tonminerale, insbesondere Hectorit Na0.3(Mg,Li)3Si4O10(OH)2 Eucryptite LiAlSi2O4
sowie Mischungen hieraus
sowie Mischungen dieser Lithiumerze mit anderen auch nicht Lithium-haltigen Verbindungen,
wobei die Mischung einen Anteil von wenigstens 70 Gew.-% dieser Lithiumerze aufweist.
[0025] Die Wärmebehandlungsvorrichtung weist beispielsweise einen Vorwärmer auf, wobei der
Vorwärmer 2 bis 8 Zyklonen aufweist. Zyklone erlauben eine schnelle und effiziente
Erwärmung des Materials. Gleichzeit wird im Gegenstrom das Gas abgekühlt und so die
Energie zurückgewonnen.
[0026] Die Wärmebehandlungsvorrichtung weist beispielsweise einen Calcinator auf. Die thermische
Behandlung in einem Calcinator ist bevorzugt auf Aufenthaltszeit von 1 bis 3 Sekunden
in der Clacinierschleife beschränkt. Bei herkömmlichen Anlagen ist der Calcinator
typischer Weise auf eine Verweilzeit von 60 s ausgelegt. Der besonders gute Wärmeübergang
in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung durch die kleine, aber einheitliche Partikelgröße
insbesondere zusammen mit über die Schleife durch Brennstoff- und Luftstufung mögliche
Beeinflussung des Temperaturprofils ermöglicht dieses.
[0027] Beispielsweise ist der Calcinator ein Mehretagenofen.
[0028] Beispielsweise ist anschließend an die Wärmebehandlungsvorrichtung ein Kühler angeordnet.
Beispielhaft und bevorzugt besteht der Kühler aus 2 bis 8 Zyklonen. Zyklone erlauben
eine schnelle und effiziente Abkühlung des Materials. Gleichzeit wird im Gegenstrom
das Gas erwärmt. Alternativ kein ein indirektes schnelles Kühlverfahren eingesetzt
werden, um die Reaktion kontrolliert und ohne den Einsatz von Sauerstoff zu beenden.
[0029] Beispielsweise ist der Kühler direkt mit dem Calcinator verbunden ist. In dieser
Ausführungsform wird somit auf einen Ofen, insbesondere einen Drehrohrofen vollständig
verzichtet. Hierdurch wird die Verweilzeit in der gesamten Vorrichtung deutlich reduziert
und der Energiebedarf abgesenkt. Dieses setzt jedoch eine schnelle und gleichmäßige
Erwärmung und somit Stoffumsetzung voraus, was durch die vergleichmäßigende Wirkung
des mechanischen Wirbelbetts gegeben ist. Durch die Verwendung des mechanischen Wirbelbettreaktors
wurde festgestellt, dass eine extrem gleichförmige Agglomeration des Ausgangsmaterials
erreicht wird. Dieses führt dazu, dass neben dem hervorragenden anhaftungsfreien Durchlaufen
des Vorwärmers sowie des Calcinators auch eine extrem gute und vor allem gleichmäßige
Erwärmung und damit bereits Umsetzung des Ausgangsmaterials ergibt. Es hat sich dadurch
gezeigt, dass bereits nach dem Durchlauf durch den Calcinator bereits das Ausgangsmaterial
umgesetzt worden ist. Dadurch kann auf das lange Erhitzen im Ofen, welches nach herrschender
Meinung zu vollständigen Umsetzung notwendig ist, verzichtet werden. Hierdurch kommt
es zu einer Einsparung sowohl beim Bau der Anlage, vor allem aber auch beim Betreiben.
[0030] Beispielsweise weist die Wärmebehandlungsvorrichtung einen Drehrohrofen auf. Diese
Ausführungsform kann bevorzugt sein, wenn eine längere thermische Behandlung des Ausgangsmaterials
zu optimierten Produkteigenschaften führt.
[0031] Beispielsweise wird ein Mehretagenofen zur thermischen Behandlung des Materials anstelle
eines Drehrohrofens verwendet. In dieser Ausführungsform kann durch die Anordnung
der Brenner auf mehreren Etagen ein sehr exaktes Temperaturprofil eingestellt werden
und somit Übertemperatur, die ein Schmelzen empfindlicher Komponenten zur Folge haben
können, vermieden.
[0032] Alternativen kann die Vorrichtung sowohl einen Drehrohrofen und einen Mehretagenofen
aufweisen. Dieses führt zu deutlich längeren Verweilzeiten, beispielsweise zu Verweilzeiten
von 30 min bis 2 Stunden. Eine Vorrichtung gemäß dieser Ausführungsform ist insbesondere
für die thermische Behandlung von Lithiumschichtsilikate (Zinnwaldit und Lepidolit)
geeignet, insbesondere wenn diese zusätzliche Additive, beispielsweise Sulfatkomponenten
und/oder Kalkstein, aufweisen. Für den Umsatz solcher Gemenge benötigen die Feststoffe/Feststoffreaktionen
deutlich höhere Verweilzeiten.
[0033] Beispielsweise weist der mechanische Wirbelbettreaktor einen im Wesentlichen horizontal
angeordneten Behälter auf. Entlang der Längsachse des Behälters ist mittig eine Welle
angeordnet, wobei radial an der Welle Mischwerkzeuge angeordnet sind. Diese Mischwerkzeuge
können im einfachsten Fall stabförmig und senkrecht auf der Welle angeordnet sein.
Besonders bevorzugt sind die Mischwerkzeuge Pflugscharförmig ausgebildet. Beispiele
für Pflugschar-förmige Mischwerkzeuge können zum Beispiel der
DE 27 29 477 C2 oder der
DE 197 06 364 C2 entnommen werden. Im Wesentlichen horizontal ist im Sinne der Erfindung gemäß der
EP 0 500 561 B1 zu verstehen.
[0034] Beispielsweise weist der mechanische Wirbelbettreaktor wenigstens eine Fluidzuführung
auf. Es können auch weitere Fluidzuführungen, insbesondere entlang der Transportrichtung
des Materials, angeordnet sein. Besonders bevorzugt dient die Fluidzuführung zur Zuführung
von Wasser. Wasser unterstützt die Agglomeration und führt so zu gleichmäßigeren Partikeln.
Insbesondere wird durch die Zugabe von Wasser der Anteil kleinste Partikel verringert,
wodurch eine Staubbildung sowie ein Anhaften von Material in den Zyklonen besonders
effizient vermieden werden kann.
[0035] Beispielsweise ist vor dem mechanischen Wirbelbettreaktor eine Fluidzuführung angeordnet.
Diese kann zusätzlich oder alternativ zu einer Fluidzuführung im mechanischen Wirbelbettreaktor
vorhanden sein.
[0036] Beispielsweise weist der mechanische Wirbelbettreaktor eine Brennstoffzuführung aufweist.
Alternativ oder zusätzlich kann eine Brennstoffzuführung auch vor dem mechanischen
Wirbelbettreaktor erfolgen. Hierdurch kann der Brennstoff in die durch Agglomeration
im mechanischen Wirbelbettreaktor entstehenden Partikel eingebaut werden. Dieser Brennstoff
entzündet sich in späteren Prozess nach Überschreiten seiner Zündtemperatur, beispielsweise
im Calcinator, und führt so zu einem wesentlich gezielteren Aufheizen des Rohmaterials.
[0037] Beispielsweise ist zwischen dem mechanischen Wirbelbettreaktor und dem Vorwärmer
ein Steigrohrtrockner angeordnet. Der Steigrohrtrockner hat zwei Vorteilen. Zum einen
kann insbesondere Wasser, welches bei der Agglomeration im mechanischen Wirbelbettreaktor
verwendet wird, ausgetragen werden. Zum anderen kann das Material auf die Eingangshöhe
des Vorwärmer transportiert werden. Des Weiteren kann der Steigrohrtrockner auch zur
Einstellung der Partikelgröße eingesetzt werden. Über die Gasgeschwindigkeit und gegebenfalls
über einen Abscheidezyklon am oberen Ende des Steigrohrtrockners können insbesondere
zu große Partikel abgetrennt und insbesondere zur erneuten Mahlung zurückgeführt werden.
[0038] BEispielsweise ist zwischen der Zerkleinerungsvorrichtung und dem mechanischen Wirbelbettreaktor
eine Homogenisierungsstufe angeordnet. Eine Homogenisierungsstufe ist besonders vorteilhaft,
wenn vor der Homogenisierungsstufe Brennstoff und/oder Bindemittel zugegeben wird.
[0039] BEispielsweise ist zwischen dem mechanischen Wirbelbettreaktor und der Wärmebehandlungsvorrichtung
ein Steigrohrtrockner angeordnet. Der Steigrohrtrockner hat zwei Vorteile. Zum einen
kann insbesondere Wasser, welches bei der Agglomeration im mechanischen Wirbelbettreaktor
verwendet wird, ausgetragen werden. Zum anderen kann das Material auf die Eingangshöhe
des Vorwärmer transportiert werden.
[0040] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur thermischen Behandlung von mineralischen
Rohstoffen, insbesondere Lithiumerzen, wobei das Verfahren die folgenden Schritte
aufweist:
- a) Zerkleinern des mineralischen Rohstoffes in einer Zerkleinerungsvorrichtung,
- b) Granulieren des Produkts aus Schritt a) in einer Granulationsvorrichtung,
- c) Wärmebehandlung des Produktes aus Schritt b) in einer Wärmebehandlungsvorrichtung.
[0041] Das Verfahren zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, dass nach Schritt b) 90
% aller Partikel eine Partikelgröße zwischen 50 µm und 500 µm aufweisen.
[0042] Vorteilhafter Weise kann so das Ausgangsmaterial sehr fein vermahlen werden. Üblicherweise
muss ein Kompromiss eingegangen werden. Je feiner die Materialien vermahlen werden,
umso besser und homogener läuft der Brennprozess. Zu kleine Partikel sind jedoch für
den Prozess störend. Auf Grund der vorgeschalteten Aufbereitungsschritte, beispielsweise
und insbesondere Flotation, sind jedoch in diesen vorgeschalteten Aufbereitungsschritten
kleine Partikelgrößen notwendig, um eine genügend große Anreicherung zu erreichen.
Diese Partikel sind für die thermische Behandlung hingegen ungünstig, da diese kleinen
Partikelgrößen zu große Verluste über den Filterstaub führen. Zusätzlich kann es bei
den oben bereits genannten thermisch empfindlichen Komponenten zur Bildung von Schmelzen
kommen, was wiederum den extrahierbaren Lithiumanteil reduziert sowie die Produktionsleistung
durch Ansätze verringert oder zum Ausfall führt. Da aber die Partikel nicht in der
feinen gemahlenen Größe in das Verfahren eingebracht werden, entfällt diese Limitierung.
[0043] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden im Verfahren feinkörnige
Lithiumerze eingesetzt, bei denen alle Partikel kleiner als 500 µm, bevorzugt kleiner
als 350 µm sind.
[0044] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Lithiumerz ausgewählt
aus einer Gruppe umfassend:
Aluminiumsilikat, insbesondere Spodumen, Petalit
Lithiumphosphat, insbesondere Amblygonit LiAl[(F,OH)PO4]
Lithiumschichtsilikat, insbesondere Zinnwaldit (KLiFe2+Al2Si3O10(OH,F)3
Lithiumschichtsilikat, insbesondere Lepidolit KLiAl2Si3O10(OH,F)3 Jadarit NaLi[B3SiO7(OH)]
Tonminerale, insbesondere Hectorit Na0.3(Mg,Li)3Si4O10(OH)2 Eucryptite LiAlSi2O4
sowie Mischungen hieraus
sowie Mischungen dieser Lithiumerze mit anderen auch nicht Lithium-haltigen Verbindungen,
wobei die Mischung einen Anteil von wenigstens 70 Gew.-% dieser Lithiumerze aufweist.
[0045] In einer weiteren Ausführungsform weisen die Partikel eine Pelletfestigkeit von mindestens
5 N auf.
[0046] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird ein mechanischer Wirbelbettreaktor
als Granulationsvorrichtung ausgewählt.
[0047] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird ein Granulierteller als Granulationsvorrichtung
ausgewählt.
[0048] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird eine Gutbettwalzenmühle als
Granulationsvorrichtung ausgewählt.
[0049] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird eine Bricketierpresse als Granulationsvorrichtung
ausgewählt.
[0050] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird vor und/oder in Schritt b) ein
Brennstoff, insbesondere ein Brennstoff mit einer Zündtemperatur von 500 °C bis 650
°C, zugegeben wird. Bevorzugt ist der Brennstoff ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Kohle, Kohlenstaub, Zellulose.
[0051] Dieser Brennstoff entzündet sich in späteren Prozess nach Überschreiten seiner Zündtemperatur,
beispielsweise im Calcinator, und führt so zu einem wesentlich gezielteren Aufheizen
des Rohmaterials.
[0052] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird Brennstoff bis zu einem Massegehalt
von höchstens 50 %, bevorzugt von höchstens 20 %, zugeführt.
[0053] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird Brennstoff bis zu einem Massegehalt
von wenigstens 0,1 %, bevorzugt von wenigstens 5 %, zugeführt.
[0054] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird vor und/oder in Schritt b) ein
Bindemittel zugegeben. Beispielhaft und bevorzugt wird als Bindemittel Aluminiumsilikat
oder ein Sulfat ausgewählt. Das Bindemittel wird vorzugsweise mit einem Anteil von
3 Gew.-% bis 10 Gew.-% zugegeben. Darüber hinaus können weitere Additive zugefügt
werden, die die Reaktion unterstützen.
[0055] Erfindungsgemäß wird die Wärmebehandlung in Schritt c) bei einer Temperatur von wenigstens
950 °C durchgeführt.
[0056] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die Wärmebehandlung in Schritt
c) bei einer Temperatur von höchstens 1200 °C, bevorzugt bei höchstens 1100 °C, besonders
bevorzugt höchstens 1000 °C, durchgeführt.
[0057] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt nach Schritt c) eine Kühlung
des Produktes, wobei das Produkt bevorzugt unter 600 °C abgekühlt wird.
[0058] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird nach Schritt c) eine Zerkleinerung
des Produkts durchgeführt.
[0059] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt ein nasses Vermahlen in Schritt
a) und ein anschließend Agglomerieren in Schritt b) ohne eine vorhergehende Trocknung.
[0060] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung derart durchgeführt, dass der Stickstoffanteil
der Gasphase im Vorwärmer kleiner als 30 Vol.-%, bevorzugt kleiner als 15 Vol.-%,
besonders bevorzugt kleiner als 5 Vol.-% beträgt. Bevorzugt wird dieses erreicht,
in dem als Sekundärluft bei den Brennern reiner Sauerstoff zugeführt wird. Vorteil
ist, dass eine anschließende Abtrennung des entstehenden Kohlenstoffdioxids aus der
Gasphase erleichtert ist. Dieses ist vorteilhaft mit der Agglomeration des Ausgangsmaterials,
da Stäube bei der Abscheidung des Kohlenstoffdioxids störend sind. Stäube werden aber
durch das erfindungsgemäße Verfahren gerade besonders stark reduziert. Die Abscheidung
des Kohlenstoffdioxids dient dazu, die Emission klimaschädlicher Gase zu vermeiden.
[0061] Nachfolgend ist das erfindungsgemäße Verfahren anhand von in den Zeichnungen dargestellten
Vorrichtungen näher erläutert.
Fig. 1 erste Ausführungsform
Fig. 2 zweite Ausführungsform
[0062] In Fig. 1 ist eine erste Ausführungsform einer Vorrichtung zur thermischen Behandlung
von mineralischen Rohstoffen gezeigt. Die Vorrichtung weist eine Zerkleinerungsvorrichtung
10, beispielsweise eine Mühle auf. Anschließend ist eine Homogenisierungsstufe 20
angeordnet, in welcher der gemahlene mineralische Rohstoff mit einem Brennstoff und
einem Bindemittel vermischt wird. Anschließend wird das Ausgangsmaterial in der Granulationsvorrichtung
30, einem mechanischen Wirbelbettreaktor, granuliert. Das granulierte Material wird
in einem Steigrohrtrockner 40 gefördert und in einen Vorwärmer 50 transportiert, der
vorzugsweise aus vier bis sechs Zyklonen besteht. An den Vorwärmer 50 schließt sich
der Calcinator 60 und an den Calcinator 60 der Drehrohrofen 70 an. Vorwärmer 50, Calcinator
60 und Drehrohrofen 70 bilden die Wärmebehandlungsvorrichtung. An die Wärmebehandlungsvorrichtung
schließt sich der Kühler 80 an
[0063] Von der ersten Ausführungsform unterscheidet sich die in Fig. 2 gezeigte zweite Ausführungsform
dadurch, dass die Wärmebehandlungsvorrichtung keinen Drehrohrofen 70 aufweist, sondern
sich der Kühler 80 direkt an den Calcinator 60 anschließt. Zur Erzeugung der Wärme
ist der Calcinator 60 mit einem Brenner 90 verbunden. Der Kühler 80 ist in dieser
zweiten Ausführungsform vorzugsweise aus vier bis sechs Zyklonen aufgebaut.
[0064] Bezugszeichen
- 10
- Zerkleinerungsvorrichtung
- 20
- Homogenisierungsstufe
- 30
- Granulationsvorrichtung
- 40
- Steigrohrtrockner
- 50
- Vorwärmer
- 60
- Calcinator
- 70
- Drehrohrofen
- 80
- Kühler
- 90
- Brenner
1. Verfahren zur thermischen Behandlung von mineralischen Rohstoffen, wobei als wenigstens
ein mineralischer Rohstoff ein Lithiumerz, nämlich ein Lithiumaluminiumsilikat, ausgewählt
wird, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist:
a) Zerkleinern des mineralischen Rohstoffes in einer Zerkleinerungsvorrichtung (10),
b) Granulieren des Produkts aus Schritt a) in einer Granulationsvorrichtung (30),
c) Wärmebehandlung des Produktes aus Schritt b) in einer Wärmebehandlungsvorrichtung,
dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt b) 90 % aller Partikel eine Partikelgröße zwischen 50 µm und 500 µm
aufweisen, wobei ein mechanischen Wirbelbettreaktor als Granulationsvorrichtung (30)
verwendet wird,
wobei das Lithiumerz einen hohen Grad an Verunreinigung durch Natrium-, Kalium- und/oder
Eisenkomponenten von > 0,5 Gew.-% bezogen auf Na2O, K2O, Fe2O3 aufweist, wobei die Wärmebehandlung in Schritt c) bei einer Temperatur von wenigstens
950 °C durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor und/oder in Schritt b) ein Brennstoff zugegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennstoff ausgewählt wird aus der Gruppe umfassend Kohle, Kohlenstaub, Zellulose.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Brennstoff bis zu einem Massegehalt von höchstens 50 % zugeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Brennstoff bis zu einem Massegehalt von wenigstens 0,1 % zugeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass vor und/oder in Schritt b) ein Bindemittel zugegeben wird.
7. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Bindemittel Aluminiumsilikat oder ein Sulfat ausgewählt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung in einem Drehrohrofen und einen Mehretagenofen mit einer Verweilzeit
von 30 min bis 2 Stunden durchgeführt wird
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung in Schritt c) bei einer Temperatur von höchstens 1200 °C durchgeführt
wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung in Schritt c) in einen Drehrohrofen und einen Mehretagenofen
durchgeführt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt c) eine Kühlung des Produktes erfolgt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt c) eine Zerkleinerung des Produkts durchgeführt wird.
1. Method for the thermal treatment of mineral raw materials, wherein as at least one
mineral raw material a lithium ore, specifically a lithium aluminium silicate, is
selected, wherein the method has the following steps:
a) comminuting the mineral raw material in a comminuting device (10),
b) granulating the product from step a) in a granulating device (30),
c) thermal treatment of the product from step b) in a thermal treatment device,
characterised in that after step b) 90% of all particles have a particle size of between 50 µm and 500
µm, wherein a mechanical fluidised bed reactor is used as a granulating device (30),
wherein the lithium ore has a high degree of impurity caused by sodium, potassium
and/or iron components of 0.5 >wt% with respect to Na
2O, K
2O, Fe
2O
3, wherein the thermal treatment in step c) is carried out at a temperature of at least
950°C.
2. Method according to claim 1, characterised in that prior to and/or in step b) a fuel is added.
3. Method according to claim 2, characterised in that the fuel is selected from the group comprising coal, coal dust, cellulose.
4. Method according to any of claims 2 to 3, characterised in that fuel is supplied until a mass content of maximum 50%.
5. Method according to any of claims 2 to 4, characterised in that fuel is supplied until a mass content of at least 0.1%.
6. Method according to any of claims 1 to 4, characterised in that prior to and/or in step b) a binder is added.
7. Method according to claim 3, characterised in that aluminium silicate or a sulfate is selected as a binder.
8. Method according to any of claims 1 to 7, characterised in that the thermal treatment is carried out in a rotary kiln and a multi-opening kiln with
a stay time of 30 minutes to 2 hours.
9. Method according to any of claims 1 to 8, characterised in that the thermal treatment in step c) is carried out at a temperature of maximum 1200°c.
10. Method according to any of claims 1 to 9, characterised in that the thermal treatment in step c) is carried out in a rotary kiln and a multi-opening
kiln.
11. Method according to any of claims 1 to 9, characterised in that the thermal treatment in step c) is carried out in a rotary kiln and a multi-opening
kiln.
12. Method according to any of claims 1 to 11, characterised in that after step c) a comminution of the product is carried out.
1. Procédé de traitement thermique de matières premières minérales, dans lequel comme
au moins une matière première minérale un minerai de lithium, à savoir un silicate
d'aluminium et de lithium, est sélectionné, dans lequel le procédé présente les étapes
suivantes :
a) broyage de la matière première minérale dans un dispositif de broyage (10),
b) granulation du produit de l'étape a) dans un dispositif de granulation (30),
c) traitement thermique du produit de l'étape b) dans un dispositif de traitement
thermique,
caractérisé en ce qu'après l'étape b), 90 % de toutes les particules présentent une grosseur de particules
entre 50 µm et 500 µm, dans lequel un réacteur à lit fluidisé mécanique est utilisé
comme dispositif de granulation (30), dans lequel le minerai de lithium présente un
degré élevé de contamination par des composants de sodium, potassium et/ou de fer
> 0,5 % en poids, par rapport au Na
2O, K
2O, Fe
2O
3, dans lequel le traitement thermique est réalisé à l'étape c) à une température d'au
moins 950 °C.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un combustible est ajouté avant et/ou à l'étape b).
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le combustible est sélectionné parmi le groupe comprenant charbon, poussière de charbon,
cellulose.
4. Procédé selon l'une des revendications 2 à 3, caractérisé en ce que le combustible est fourni jusqu'à une teneur en masse d'au plus 50 %.
5. Procédé selon l'une des revendications 2 à 4, caractérisé en ce que le combustible est fourni jusqu'à une teneur en masse d'au moins 0,1 %.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'un liant est ajouté avant et/ou à l'étape b).
7. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que du silicate d'aluminium ou un sulfate est sélectionné comme liant.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le traitement thermique est réalisé dans un four rotatif et un four à soles multiples
avec un temps de séjour de 30 min à 2 heures.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le traitement thermique est réalisé à l'étape c) à une température d'au plus 1 200
°C.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que le traitement thermique est réalisé à l'étape c) dans un four rotatif et un four
à soles multiples.
11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'un refroidissement du produit est effectué après l'étape c).
12. Procédé selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce qu'un broyage du produit est réalisé après l'étape c).