[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schneidmaschine zum Schneiden von gestapeltem,
blattförmigem Gut, beispielsweise von Papier, Pappe oder dergleichen. Bei der erfindungsgemäßen
Schneidmaschine handelt es sich insbesondere um einen Planschneider, insbesondere
einen Schnellschneider.
[0002] Die
DE 31 01 911 C2 offenbart eine Vorrichtung zum Schneiden von Papier, Pappe oder dergleichen sowie
ein Verfahren zum Betreiben der Vorrichtung. Die in der
DE 31 01 911 C2 offenbarte Schneidmaschine dient zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem Gut.
Die Schneidmaschine weist einen Tisch zum Aufnehmen des zu schneidenden Guts und einen
Vorschubsattel zum Verschieben des zu schneidenden Guts in Richtung einer Schneidebene
eines Schneidmessers der Schneidmaschine auf. Das Vorschieben des zu schneidenden
Guts mittels des Vorschubsattels dient dazu, sicherzustellen, dass der Stapel von
dem Schneidmesser jeweils an den gewollten Trennlinien geschnitten wird. Bereits geringe
Verschiebungen, zum Beispiel Maßabweichungen durch Papierverzug, können dazu führen,
dass der Schnitt des Messers nicht mehr an der gewollten Trennlinie erfolgt, sondern
von dieser verschoben ist. Um zu verhindern, dass in die Muster der einzelnen Bogen
hineingeschnitten wird, werden die Bogen derart bedruckt, dass die einzelnen Muster
nicht direkt aneinander zum liegen kommen, sondern zwischen diesen Abstände verbleiben.
Dann ist es notwendig, zwischen den Hauptschneidevorgängen, also solchen Schneidevorgängen,
in denen ein Nutzenstapel von dem übrigen zu schneidenden Gut abgetrennt wird und
insofern kein Schnittabfall anfällt, Zwischenschnitte vorzusehen, wobei bei diesen
Zwischenschnitten Schnittabfälle anfallen. In ähnlicher Weise sind auch typischerweise
Randschnitte vorgesehen, um vor dem Schneiden des eigentlichen Stapels deren Randflächen
zu beschneiden. Der Vorteil von Randschnitten ist darin zu sehen, dass nach erfolgten
Randschnitten der zu schneidende Stapel in einer definierten Form bzw. Abmessung vorliegt,
was auf die Exaktheit der nachfolgenden Hauptschneidevorgänge entscheidenden Einfluss
hat. Um beim Vorgang der Zwischenschnitte und/oder Randschnitte gebildete Schneidabfälle
in einfacher Art und Weise zu entfernen, sieht die Schneidmaschine, die in der
DE 31 01 911 C2 offenbart ist, einen zweiteiligen Tisch vor, wobei ein Vordertisch des Tisches das
geschnittene Gut, auch als Nutzenstapel bezeichnet, aufnimmt und ein Hintertisch des
Tisches das zu schneidende Gut aufnimmt. Der Vordertisch und der Hintertisch sind
zueinander verschiebbar zur Bildung eines Spalts zwischen diesen, wobei bei einem
Zwischenschnitt der Vordertisch und der Hintertisch zueinander verschoben sind, sodass
der Spalt gebildet ist und dementsprechend bei der Durchführung des Schnittes, die
bei dem Zwischenschnitt anfallenden Schneidabfälle direkt durch den zwischen Vordertisch
und Hintertisch gebildeten Spalt ohne manuelle Beeinflussung in eine Sammeleinrichtung
für Schnittabfälle gelangen.
[0003] Nachteilig bei einer Schneidmaschine der vorgenannten Art ist es, dass der bei dem
Schnitt anfallende Schnittabfall stets ein und derselben Sammeleinrichtung zugeführt
wird, sodass eine Trennung von Schnittabfall unterschiedlicher Güte, Größe oder Qualität
nicht möglich ist. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn der Bedarf daran besteht,
unterschiedliche Arten von Schnittabfall getrennt zu sammeln, beispielsweise Schnittabfall,
der bedruckte Bereiche aufweist, von Schnittabfall zu trennen, der unbedruckt ist.
Dies ist insbesondere dahingehend relevant, dass die Entsorgung und/oder ein Recycling
von Schnittabfall, der bedruckt ist, mit höheren Kosten bzw. höherem Aufwand verbunden
ist als dies bei einem Schnittabfall der Fall ist, der keine bedruckten Bereiche aufweist.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Schneidmaschine zu schaffen, die
die vorgenannten Nachteile überwindet. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren
zum Betreiben einer solchen Schneidmaschine anzugeben sowie ein Verfahren zum Schneiden
von gestapeltem, blattförmigem Gut anzugeben, bei dem in vorteilhafter Art und Weise
ein besonders geringer Anteil von bedrucktem Schnittabfall und ein besonders hoher
Anteil von unbedrucktem Schnittabfall entsteht.
[0005] Diese Aufgaben werden durch eine Vorrichtung, die die Merkmale des Patentanspruchs
1 aufweist, ein Verfahren, das die Merkmale des Patentanspruchs 13 aufweist, sowie
ein Verfahren, das die Merkmale des Patentanspruchs 15 aufweist, gelöst.
[0006] Die erfindungsgemäße Schneidmaschine dient dem Schneiden von gestapeltem, blattförmigem
Gut, insbesondere von gestapelten Bogen aus Papier, Pappe oder dergleichen. Die Schneidmaschine
weist einen Tisch auf, wobei der Tisch einen Vordertisch und einen Hintertisch aufweist,
wobei der Vordertisch der Aufnahme des geschnittenen Guts dient und der Hintertisch
der Aufnahme des zu schneidenden Guts dient. Der Vordertisch ist typischerweise dem
Verwender der Schneidmaschine zugewandt. Der Vordertisch und der Hintertisch sind
zueinander verschiebbar zur Bildung eines Spalts zwischen diesen. Die Schneidmaschine
weist eine in zumindest zwei unterschiedlichen Betriebsmodi betreibbare Einrichtung
auf, wobei in einem ersten Betriebsmodus der Einrichtung durch den Spalt gelangender
Schnittabfall mittels der Einrichtung einer ersten Sammeleinrichtung zugeführt wird
und in einem zweiten Betriebsmodus der Einrichtung durch den Spalt gelangender Schnittabfall
mittels der Einrichtung einer zweiten Sammeleinrichtung zugeführt wird. Je nach Betriebsmodus
wird somit der bei dem Schnitt anfallende Schnittabfall der ersten Sammeleinrichtung
zugeführt oder der zweiten Sammeleinrichtung zugeführt. Dadurch ist eine Trennung
von bedrucktem Schnittabfall und unbedrucktem Schnittabfall möglich. Beispielsweise
dient die erste Sammeleinrichtung dem Sammeln von unbedrucktem Schnittabfall oder
Schnittabfall mit nur geringem Anteil von bedruckten Bereichen und die zweite Sammeleinrichtung
dient dem Sammeln von bedrucktem Schnittabfall. Die Schneidmaschine ermöglicht es
somit in einfacher Art und Weise, bedruckten Schnittabfall von unbedrucktem Schnittabfall
oder Schnittabfall mit nur geringem Anteil von bedruckten Bereichen zu trennen, da
typischerweise bei einem Schnitt entweder bedruckter Schnittabfall anfällt oder unbedruckter
Schnittabfall anfällt, da in der Regel die Muster auf den Bogen des blattförmigen
Guts sich wiederholen, beispielsweise in Spalten und Reihen einzelner Muster getrennt
sind.
[0007] Vorzugsweise wird die Schneidmaschine derart betrieben, dass im Anschluss an einen
Hauptschnitt, bei dem ein Nutzenstapel gebildet wird, mehrere Zwischenschnitte vorgesehen
sind, bei denen Schnittabfälle anfallen, wobei bei dem ersten Zwischenschnitt bedruckter
Schnittabfall anfällt, der in der zweiten Sammeleinrichtung gesammelt wird, und bei
dem darauffolgenden zweiten Zwischenschnitt unbedruckter Schnittabfall anfällt, der
in der ersten Sammeleinrichtung gesammelt wird.
[0008] Vorzugsweise weist die Einrichtung eine zwischen einer ersten Stellung und einer
zweiten Stellung verstellbare Ableitvorrichtung auf, wobei sich die verstellbare Ableitvorrichtung
in dem ersten Betriebsmodus der Einrichtung in der ersten Stellung befindet und den
Schnittabfall in eine erste Richtung ableitet und wobei sich die verstellbare Ableitvorrichtung
in dem zweiten Betriebsmodus der Einrichtung in der zweiten Stellung befindet und
den Schnittabfall in eine zweite, nicht mit der ersten Richtung identische Richtung
ableitet.
[0009] Bei der Ableitvorrichtung kann es sich beispielsweise um ein Leitblech oder dergleichen
handeln.
[0010] Es ist durchaus denkbar, dass die Einrichtung ausschließlich aus der verstellbaren
Ableitvorrichtung besteht.
[0011] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Ableitvorrichtung unterhalb
des bildbaren Spalts im Bereich der Trennfläche vom Vordertisch zum Hintertisch angeordnet
ist und den durch den Spalt gelangenden Schnittabfall schwerkraftunterstützt ableitet.
Insofern ist insbesondere vorgesehen, dass die Ableitvorrichtung eine schiefe Ebene
in Art einer Rutsche für den Schnittabfall bildet.
[0012] Vorzugsweise wird der durch den Spalt gelangende Schnittabfall mittels der Ableitvorrichtung
unmittelbar der jeweiligen Sammeleinrichtung zugeführt.
[0013] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Schneidmaschine eine Steuereinrichtung
zum Ansteuern der Einrichtung aufweist, zwecks Wechsel des Betriebsmodus. Insbesondere
ist vorgesehen, dass die Schneidmaschine Mittel zum Verstellen der Ableitvorrichtung
und die, vorzugsweise elektronische, Steuereinrichtung dazu eingerichtet ist, die
Mittel zum Verstellen der Ableitvorrichtung anzusteuern.
[0014] Im Zusammenhang mit der Steuereinrichtung ist insbesondere vorgesehen, dass die Schneidmaschine
ein Bedienelement für einen Bediener der Schneidmaschine aufweist zum Bedienen der
Steuereinrichtung. In der Regel ist dem Verwender der Vorrichtung bekannt, ob bei
dem durchzuführenden Schnitt Schnittabfall mit bedruckten Bereichen anfällt oder nicht.
Dann kann der Verwender durch Bedienen der Steuereinrichtung die Einrichtung in den
entsprechenden Betriebsmodus versetzen.
[0015] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Schneidmaschine eine Klassifizierungseinrichtung
umfasst, die dazu ausgebildet ist, vor der Durchführung des Schnitts den bei dem Schnitt
anfallenden Schnittabfall anhand des Anteils bedruckter Flächen an der Gesamtfläche
des Schnittabfalls zu klassifizieren und/oder dahingehend zu klassifizieren, ob der
Schnittabfall frei von bedruckten Bereichen ist. Die Klassifizierung des bei dem Schnitt
anfallenden Schnittabfalls erfolgt somit vor dem eigentlichen Schnitt, sodass nicht
etwa der Schnittabfalls als solcher klassifiziert wird, sondern bevor der Schnittabfall
überhaupt produziert ist, von der Klassifizierungseinrichtung der bei dem Schnitt
anfallende Schnittabfalls klassifiziert wird. Dies ist technisch nicht besonders aufwendig
und einfacher als eine Beurteilung bzw. Klassifizierung des bereits angefallenen Schnittabfalls,
da der angefallene Schnittabfall in der Regel ungeordnet vorliegt, insbesondere nicht
unbedingt eine etwaig bedruckte Fläche sichtbar ist.
[0016] In einer bevorzugten Gestaltung der Schneidmaschine ist vorgesehen, dass die Schneidmaschine
eine Sensoreinrichtung zur optischen Inspektion einer Oberseite des zu schneidenden
Guts aufweist, wobei eine Auswerteeinrichtung dazu eingerichtet ist, anhand der Ausgangsdaten
der Sensoreinrichtung bedruckte Bereiche zu erfassen. Vorzugsweise dienen die von
der Auswerteeinrichtung ausgegebenen Ausgangsdaten als Eingangsdaten für die Klassifizierungseinrichtung.
Die Auswerteeinrichtung kann durchaus Bestandteil der Sensoreinrichtung oder der Klassifizierungseinrichtung
sein. Da die Schnittkante bzw. Schneidebene des Schneidmessers gut bekannt, kann mittels
der Sensoreinrichtung und der Auswerteeinrichtung sehr genau bestimmt werden, ob der
bei dem entsprechenden Schnitt anfallende Schnittabfall bedruckte Bereiche aufweist
oder nicht. Dadurch ist es nicht notwendig, zuvor Kenntnis davon zu haben, welche
Art von Schnittabfall bei dem entsprechenden Schnitt anfällt, da die Schneidmaschine
mittels der Sensoreinrichtung und der Auswerteeinrichtung dazu eingerichtet ist, den
anfallenden Schnittabfall zu klassifizieren.
[0017] Es ist aber auch durchaus denkbar, dass die Schneidmaschine stattdessen oder zusätzlich
eine Speichereinheit aufweist, wobei die Speichereinheit Daten umfasst, wobei diese
Daten an dem zu schneidenden Gut durchzuführende Schnitte betreffen und wobei in der
Speichereinheit für den bei dem jeweiligen Schnitt anfallenden Schnittabfall hinterlegt
ist, ob der Schnittabfall frei von bedruckten Bereichen ist, und/oder der Anteil bedruckter
Flächen an der Gesamtfläche des Schnittabfalls hinterlegt ist, wobei die Klassifizierungseinrichtung
dazu ausgebildet ist, auf die in der Speichereinheit hinterlegten Daten zuzugreifen.
Somit sind die in der Speichereinheit hinterlegten Daten die Grundlage dafür, welcher
Sammeleinrichtung der bei dem entsprechenden Schnitt anfallende Schnittabfall zugeführt
wird.
[0018] Die Steuereinrichtung ist insbesondere dazu eingerichtet, die Einrichtung, insbesondere
die Mittel der Ableitvorrichtung, in Abhängigkeit von der Klassifizierung des Schnittabfalls
anzusteuern.
[0019] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Schneidmaschine Anzeigemittel
zum Anzeigen des Betriebsmodus der Einrichtung und/oder der Klassifizierung des bei
dem Schnitt anfallenden Schnittabfalls aufweist. Dadurch ist es einem Bediener der
Schneidmaschine möglich, zu kontrollieren, ob der richtige Betriebsmodus gewählt wurde,
und/oder ob die Klassifizierung des bei dem Schnitt anfallenden Schnittabfalls korrekt
ist und/oder den Betriebsmodus entsprechend der Klassifizierung zu wählen.
[0020] Es ist durchaus denkbar, dass die Steuereinrichtung dazu eingerichtet ist, eine durch
den Bediener vorgenommene Einstellung gegenüber einer durch die Klassifizierung und/oder
die Steuereinrichtung automatisch vorgenommene Einstellung zu priorisieren.
[0021] Die Verstellbarkeit der Ableitvorrichtung kann in unterschiedlicher Art und Weise
erfolgen. Beispielsweise ist es denkbar, dass die Ableitvorrichtung verschiebbar und/oder
Teile der Ableitvorrichtung zueinander verschiebbar sind. Beispielsweise ist es denkbar,
dass die Ableitvorrichtung in ähnlicher Art und Weise wie der Vordertisch und der
Hintertisch zwei zueinander verschiebbare Abschnitte aufweist, wobei in dem ersten
Betriebsmodus ein Spalt zwischen den beiden Abschnitten gebildet ist und der bei dem
Schnitt anfallende Schnittabfall durch diesen Spalt in die erste Sammeleinrichtung
gelangt, und in dem zweiten Betriebsmodus der Spalt zwischen diesen beiden Abschnitten
geschlossen ist und auf diese Weise der bei dem Schnitt anfallende Schnittabfall in
die zweite Sammeleinrichtung gelangt.
[0022] Bei einer verschiebbaren Ableitvorrichtung ist es durchaus denkbar, dass die Ableitvorrichtung
gemeinsam mit dem Vordertisch verschiebbar ist, sodass es nicht notwendig ist, eine
separate Mechanik bzw. Mittel zum Verschieben der Ableitvorrichtung vorzusehen, sondern
die Stellung der Ableitvorrichtung mittels Verschieben des Vordertischs zu verändern.
Je nach Betriebsmodus ist der Vordertisch mehr oder weniger weit zu dem Hintertisch
verschoben.
[0023] Es ist beispielsweise denkbar, dass ein vorderer Teil der Ableitvorrichtung mit dem
Vordertisch verbunden und gemeinsam mit diesem verschiebbar ist. In dem ersten Betriebsmodus
ist dementsprechend vorgesehen, dass der Vordertisch und der Hintertisch 4 weiter
auseinandergeschoben sind, als dies im zweiten Betriebsmodus der Fall ist oder umgekehrt.
[0024] Es ist aber auch durchaus denkbar, dass die Verstellbarkeit der Ableitvorrichtung
durch eine Verschwenkbarkeit der Ableitvorrichtung und/oder von Teilen der Ableitvorrichtung
gebildet ist.
[0025] Es ist auch durchaus denkbar, dass die Einrichtung durch eine Verstellbarkeit der
ersten Sammeleinrichtung und/oder der zweiten Sammeleinrichtung verklicht ist oder
eine solche Verstellbarkeit umfasst, insbesondere derart, dass in dem ersten Betriebsmodus
die erste Sammeleinrichtung unterhalb des Spalts zwischen Vordertisch und Hintertisch
angeordnet ist und in dem zweiten Betriebsmodus die zweite Sammeleinrichtung unterhalb
des Spalts zwischen dem Vordertisch und dem Hintertisch angeordnet ist.
[0026] Vorzugsweise weist die Schneidmaschine einen Vorschubsattel zum Verschieben des zu
schneidenden Guts in Richtung einer Schneidebene eines Schneidmessers der Schneidmaschine
auf.
[0027] Vorzugsweise ist der Hintertisch feststehend und der Vordertisch verschiebbar zwecks
Bildung des Spalts.
[0028] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn sich die verstellbare Ableitvorrichtung
über die gesamte Breite des Tischs erstreckt, wobei die Breite des Tischs senkrecht
zur Vorschubrichtung eines Vorschubsattels der Schneidmaschine und parallel zu der
Schneidebene der Schneidmaschine verläuft.
[0029] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn die Einrichtung ein Förderband,
insbesondere eine Anordnung von mehreren Förderbändern, aufweist, zum Zuführen des
durch den Spalt gelangenden Schnittabfalls zu der jeweiligen Sammeleinrichtung.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Förderband oder eines
der Förderbänder unterhalb des bildbaren Spalts im Bereich der Trennfläche von Vordertisch
zu Hintertisch angeordnet ist und der Schnittabfall durch den Spalt auf das Förderband
gelangt.
[0031] Es ist durchaus denkbar, dass das Förderband in dem ersten Betriebsmodus den durch
den Spalt gelangenden Schnittabfall in eine erste Richtung fördert und in dem zweiten
Betriebsmodus den durch den Spalt gelangenden Schnittabfall in die entgegengesetzte
Richtung fördert, somit die Förderrichtung bei einem Wechsel des Betriebsmodus umgekehrt
wird.
[0032] Es ist aber auch durchaus denkbar, dass die Ableitvorrichtung im Bereich des Förderbands
angeordnet ist zum Ableiten des auf dem Förderband geförderten Schnittabfalls. In
diesem Fall kann das Förderband stets in ein und derselben Richtung betrieben werden,
wobei das Zuführen des auf dem Förderband transportierten Schnittabfalls zu der jeweiligen
Sammeleinrichtung mittels der Ableitvorrichtung erfolgt, beispielsweise die Ableitvorrichtung
als verschwenkbarer Keil oder verschwenkbares Leitblech ausgebildet ist. Dabei wird
es als vorteilhaft angesehen, wenn die Ableitvorrichtung eine an dem Förderband anliegende
Abstreifvorrichtung aufweist, um ein zuverlässiges Ableiten des Schnittabfalls mittels
der Ableitvorrichtung zu erreichen. Eine solche Abstreifvorrichtung kann beispielsweise
als Filz oder Besen oder elastische Lippe ausgebildet sein.
[0033] Es ist aber auch durchaus denkbar, dass sich die Ableitvorrichtung in Förderrichtung
des Förderbands an das Förderband anschließt. In diesem Fall kann die Ableitvorrichtung
in ähnlicher Art und Weise ausgebildet sein, wie dies auch bei einer unmittelbar unter
dem Spalt zwischen Vordertisch und Hintertisch ausgebildeten Ableitvorrichtung der
Fall ist.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Einrichtung eine verstellbare
Abdeckeinrichtung aufweist, wobei die Abdeckeinrichtung in dem ersten Betriebsmodus
die zweite Sammeleinrichtung abdeckt und in dem zweiten Betriebsmodus die erste Sammeleinrichtung
abdeckt. Es ist durchaus denkbar, dass die Ableitvorrichtung oder ein Teilbereich
der Ableitvorrichtung die Abdeckeinrichtung bildet. Dadurch wird Vermieden, dass Schnittabfall
fälschlicherweise in die erste Sammeleinrichtung bzw. die zweite Sammeleinrichtung
gelangt.
[0035] Es ist durchaus denkbar, dass die erste und die zweite Sammeleinrichtung Bestandteile
einer gemeinsamen Abfallsammeleinrichtung sind, beispielsweise die Sammeleinrichtungen
durch unterschiedliche Fächer der Abfallsammeleinrichtung gebildet sind.
[0036] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben der erfindungsgemäßen Schneidmaschine
ist vorgesehen, dass das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte umfasst:
Schritt a.
Klassifizieren des bei dem Schnitt anfallenden Schnittabfalls dahingehend, ob der
Schnittabfall frei von bedruckten Bereichen ist oder bedruckte Bereiche aufweist,
und/oder Klassifizieren des bei dem Schnitt anfallenden Schnittabfalls anhand des
Anteils bedruckter Bereiche,
Schritt b.
Auswahl des Betriebsmodus der Einrichtung in Abhängigkeit von der Klassifizierung
des bei dem Schnitt anfallenden Schnittabfalls, derart, dass bei anfallendem Schnittabfall
ohne bedruckte Bereiche oder einem Anteil bedruckter Bereiche, der geringer ist als
ein festgelegter Grenzwert, dieser Schnittabfall der ersten Sammeleinrichtung zugeführt
wird und bei anfallendem Schnittabfall mit bedruckten Bereichen oder einem Anteil
bedruckter Bereiche, der größer oder gleich dem festgelegten Grenzwert ist, dieser
Schnittabfall der zweiten Sammeleinrichtung zugeführt wird,
Schritt c.
Durchführen des Schnitts,
wobei die Verfahrensschritte a. bis c. vorzugsweise, aber nicht zwingend in der vorgenannten
Reihenfolge ausgeführt werden.
[0037] Insbesondere ist vorgesehen, dass es sich bei dem in Schritt c. durchgeführten Schnitt
um einen Randschnitt oder einen Zwischenschnitt handelt.
[0038] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn der Verfahrensschritt a. und/oder
der Verfahrensschritt b. computergestützt, insbesondere unter Verwendung eines in
der Speichereinrichtung hinterlegten Schneidprogramms, erfolgt.
[0039] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem Gut erfolgt
unter Verwendung einer Schneidmaschine mit einem Vorschubsattel und einem Schneidmesser.
Der Vorschubsattel dient dazu, das zu schneidende Gut in Richtung der Schneidebene
des Schneidmessers zu verschieben, um anschließend einen Schneidevorgang mit dem Schneidmesser
durchzuführen. Das zu schneidende Gut weist zumindest einen ersten bedruckten Bereich
und einen in Vorschubrichtung des Vorschubsattels beabstandeten zweiten bedruckten
Bereich auf, wobei zwischen dem ersten bedruckten Bereich und dem zweiten bedruckten
Bereich ein unbedruckter Bereich ausgebildet ist. Das Verfahren weist zumindest die
folgenden Verfahrensschritte auf:
- Durchführen eines ersten Schnitts, wobei das Schneidmesser der Schneidmaschine das
zu schneidende Gut in dem ersten bedruckten Bereich durchdringt,
- Verschieben des zu schneidenden Guts mittels des Vorschubsattels in Richtung der Schneideebene
nach dem Durchführen des ersten Schnitts, derart, dass bei einem anschließenden zweiten
Schnitt das Schneidmesser das zu schneidende Gut in dem unbedruckten Bereich durchdringt,
- Durchführen des zweiten Schnitts,
- Verschieben des zu schneidenden Guts mittels des Vorschubsattels in Richtung der Schneideebene
nach dem Durchführen des zweiten Schnitts, derart, dass bei einem anschließenden dritten
Schnitt das Schneidmesser das zu schneidende Gut in dem unbedruckten Bereich durchdringt,
- Durchführen des dritten Schnitts,
- Verschieben des zu schneidenden Guts mittels des Vorschubsattels in Richtung der Schneideebene
nach dem Durchführen des dritten Schnitts, derart, dass bei einem anschließenden vierten
Schnitt das Schneidmesser das zu schneidende Gut in dem zweiten bedruckten Bereich
durchdringt,
- Durchführen des vierten Schnitts,
wobei der bei dem dritten Schnitt anfallende Schnittabfall getrennt von dem bei dem
zweiten Schnitt und dem vierten Schnitt anfallenden Schnittabfall gesammelt wird.
[0040] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, dass der bei dem dritten Schnitt
anfallende Schnittabfall frei von bedruckten Bereichen ist und somit getrennt von
dem bei dem zweiten Schnitt und dem vierten Schnitt anfallenden Schnittabfall, der
bedruckte Bereiche aufweist, entsorgt bzw. recycelt werden kann.
[0041] Insbesondere dient das Verfahren zur Bildung von zumindest zwei Nutzenstapeln. Zu
diesem Zweck weist das Verfahren zusätzlich die folgenden Verfahrensschritte auf:
- Verschieben des zu schneidenden Guts mittels des Vorschubsattels in Richtung der Schneideebene
nach dem Durchführen des vierten Schnitts, derart, dass bei einem anschließenden fünften
Schnitt das Schneidmesser das zu schneidende Gut in dem zweiten bedruckten Bereich
durchdringt,
- Durchführen des fünften Schnitts.
[0042] Sollte das zu schneidende Gut weitere bedruckte Bereiche aufweisen, die durch unbedruckte
Bereiche voneinander getrennt sind, werden die Verfahrensschritte betreffend den ersten
und zweiten bedruckten Bereich entsprechend für diese weiteren Bereiche durchgeführt.
[0043] Vorzugsweise erfolgt das Verfahren unter Verwendung einer Schneidmaschine mit einem
zweiteiligen Tisch, wobei der Tisch einen Vordertisch, der das geschnittene Gut, insofern
die Nutzenstapel, aufnimmt, und einen Hintertisch aufweist, der das zu schneidende
Gut aufnimmt, wobei der Vordertisch und der Hintertisch zueinander verschiebbar sind
zur Bildung eines Spalts zwischen diesen. Bei dem ersten Schnitt, da bei diesem Schnitt
kein Schnittabfall anfällt, sondern der erste Nutzenstapel gebildet wird. Bei dem
zweiten Schnitt, dem dritten Schnitt und dem vierten Schnitt ist der Spalt hingegen
gebildet, damit der bei diesen Schnitten anfallende Schnittabfall durch den Spalt
gelangen kann. Entsprechendes gilt vorzugweise auch für weitere Schnitte. So ist bei
dem fünften Schnitt, bei dem der zweite Nutzenstapel gebildet wird, der Spalt ebenfalls
geschlossen.
[0044] Vorzugsweise handelt es sich bei dem ersten Schnitt um einen Hauptschnitt bei dem
ein erster Nutzenstapel gebildet wird und insofern kein Schnittabfall anfällt. Bei
dem zweiten Schnitt, dem dritten Schnitt und dem vierten Schnitt handelt es sich insofern
um Zwischenschnitte, bei denen Schnittabfälle anfallen. Bei dem ggf. vorgesehen fünften
Schnitt handelt es sich wiederum um einen Hauptschnitt bei dem ein weiterer Nutzenstapel
gebildet wird.
[0045] Bei einem weiteren erfindungsgemäßen Verfahren zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem
Gut unter Verwendung einer Schneidmaschine, wobei die Schneidmaschine einen Vorschubsattel
zum Verschieben des zu schneidenden Guts in Richtung einer Schneidebene eines Schneidmessers
der Schneidmaschine aufweist, ist vorgesehen, dass an dem zu schneidenden Gut ein
Randschnitt durchgeführt werden soll. Dabei ist vorgesehen, dass zunächst ein erster
Randschnitt durchgeführt wird, wobei das Schneidmesser der Schneidmaschine das zu
schneidende Gut in dem unbedruckten Bereich durchdringt, anschließend das zu schneidende
Gut mittels des Vorschubsattels in Richtung der Schneidebene verschoben wird, derart,
dass bei einem anschließenden zweiten Randschnitt das Schneidmesser das zu schneidende
Gut in dem bedruckten Bereich durchdringt, wobei bei dem ersten Randschnitt anfallender
Schnittabfall getrennt von dem bei dem zweiten Randschnitt anfallenden Schnittabfall
gesammelt wird. Der bei dem ersten Randschnitt anfallende Schnittabfall ist frei von
bedruckten Bereichen, wohingegen der bei dem zweiten Randschnitt anfallende Schnittabfall
bedruckte Bereiche aufweist. Wie bereits zu dem vorgenannten erfindungsgemäßen Verfahren
ausgeführt, können auf diese Weise der erste Schnittabfall und der zweite Schnittabfall
getrennt voneinander entsorgt werden, insbesondere der Schnittabfall, der frei von
bedruckten Bereichen ist, einem Recycling zugeführt werden.
[0046] Das erfindungsgemäße Verfahren erfolgt insbesondere unter Verwendung der erfindungsgemäßen
Schneidmaschine oder einem der vorteilhaften Ausführungsformen der Schneidmaschine.
[0047] In den nachfolgenden Figuren wird die Erfindung anhand von mehreren Ausführungsbeispielen
näher erläutert, ohne auf diese beschränkt zu sein. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Schneidmaschine, wie sie aus dem Stand der Technik
bekannt ist, bei Durchführung eines Randschnitts,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schneidmaschine
in einem ersten Betriebsmodus bei Durchführung eines Zwischenschnitts,
- Fig. 3
- die Schneidmaschine gemäß Fig. 2 in einem zweiten Betriebsmodus,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Schneidmaschine in einem ersten Betriebsmodus bei Durchführung eines Zwischenschnitts,
- Fig. 5
- die Schneidmaschine gemäß Fig. 4 in einem zweiten Betriebsmodus,
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform der Schneidmaschine in
einem ersten Betriebsmodus bei Durchführung eines Zwischenschnitts,
- Fig. 7
- die Schneidmaschine gemäß Fig. 6 in einem zweiten Betriebsmodus,
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung einer vierten Ausführungsform der Schneidmaschine in
einem ersten Betriebsmodus bei Durchführung eines Zwischenschnitts,
- Fig. 9
- eine schematische Darstellung eines Teilbereichs einer fünften Ausführungsform der
Schneidmaschine in einer Draufsicht,
- Fig. 10
- das zu schneidende, gestapelte, blattförmige Gut in einer schematischen Darstellung
in einer Draufsicht.
[0048] Die Fig. 1 zeigt eine Schneidmaschine 1, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt
ist bei Durchführung eines Randschnitts bei dem Schnittabfall 10, 11 anfällt. Die
Schneidmaschine 1 weist einen verschiebbaren Vordertisch 3 und einen nicht verschiebbaren
Hintertisch 4 auf. Die Verschiebbarkeit des Vordertisches 3 ist durch den Doppelpfeil
18 kenntlich gemacht. Der Hintertisch 4 dient der Aufnahme des zu schneidendem blattförmigem
Guts 2 und der Vordertisch 3 dient der Aufnahme des geschnittenen Guts 15, auch als
Nutzenstapel bezeichnet.
[0049] Die Schneidmaschine 1 weist einen Vorschubsattel 5 zum Verschieben des zu schneidenden
Guts 2 in Richtung einer Schneidebene 6 eines in einem Messerhalter 27 gelagerten
Schneidmessers 7 der Schneidmaschine 1 auf. Die Vorschubrichtung des Vorschubsattels
5 ist durch den Pfeil 26 kenntlich gemacht. Bei Durchführung des Schnitts mit dem
Schneidmesser 7 drückt ein nur teilweise dargestellter Pressbalken 16 den auf dem
Hintertisch 4 liegenden, zu schneidenden Stapel von blattförmigem Gut 2 zu Erzielung
eines optimalen Schneidvorgangs gegen eine Oberfläche des Hintertischs 4. Unter dem
Vordertisch 3 ist im Bereich einer Trennfläche von Vordertisch 3 und Hintertisch 4
ein Lineal 17 angeordnet, wobei dieses Lineal 17 beim Öffnen eines Spalts 8 aus der
in der Fig. 1 gestrichelt dargestellten Ruhestellung bei geschlossenem Spalt 8 in
eine in der Fig. 1 durchgezogen dargestellte Arbeitsstellung verfährt, bei der das
Lineal 17 über die gesamte Breite der Trennfläche zwischen den beiden Tischen 3, 4
an einer dem Hintertisch 4 zugewandten Kante des Vordertischs 3 anliegt und senkrecht
zu dessen Papierauflagefläche steht.
[0050] An einer dem Vordertisch 3 zugewandten Kante des Hintertischs 4 ist über die gesamte
Breite der Trennfläche zwischen den beiden Tischen 3, 4 ein Ableitblech 28 angeordnet.
Über dieses Ableitblech 28 werden durch den Spalt 8 gelangende Schnittabfälle 10,
11 in einem Abfallbehälter 29 gesammelt. Nachteilig bei dieser aus dem Stand der Technik
bekannten Schneidmaschine 1 ist, dass jeglicher Schnittabfall 10, 11 in ein und derselben
Sammeleinrichtung, nämlich dem Abfallbehälter 29, gesammelt wird, und keine Trennung
von Schnittabfall 10, der frei von bedruckten Bereichen 24 ist oder bei dem der Anteil
bedruckter Bereiche einen festgelegten Grenzwert unterschreitet, und Schnittabfall
11, der bedruckte Bereiche 24 aufweist oder bei dem der Anteil bedruckter Bereiche
größer oder gleich dem festgelegten Grenzwert ist, erfolgen kann. Dadurch muss der
gesamte in dem Abfallbehälter 29 gesammelte Schnittabfall 10, 11 als bedruckter Schnittabfall
11 entsorgt werden.
[0051] Bei der erfindungsgemäßen Schneidmaschine 1 hingegen ist eine Trennung von unbedrucktem
Schnittabfall 10 und bedrucktem Schnittabfall 11 bzw. eine Trennung von Schnittabfall
10, bei dem der Anteil bedruckter Bereiche einen festgelegten Grenzwert unterschreitet,
und Schnittabfall 11, bei dem der Anteil bedruckter Bereiche größer oder gleich dem
festgelegten Grenzwert ist, möglich. Im Folgenden wird der Einfachheit halber lediglich
bedruckter Schnittabfall 10 und unbedruckter Schnittabfall 11 unterschieden. Die Ausführungen
gelten allerdings entsprechend für Schnittabfall 10, bei dem der Anteil bedruckter
Bereiche einen festgelegten Grenzwert unterschreitet, und Schnittabfall 11, bei dem
der Anteil bedruckter Bereiche größer oder gleich dem festgelegten Grenzwert ist.
[0052] Bei der erfindungsgemäßen Schneidmaschine 1, ist vorgesehen, dass die Schneidmaschine
1 eine Einrichtung aufweist, die in zumindest zwei unterschiedlichen Betriebsmodi
betreibbar ist. In einem ersten Betriebsmodus der Einrichtung wird der durch den Spalt
18 gelangende Schnittabfall 10, 11 mittels der Einrichtung einer ersten Sammeleinrichtung
12 zugeführt und in einem zweiten Betriebsmodus der Einrichtung wird durch den Spalt
8 gelangender Schnittabfall 10, 11 mittels der Einrichtung einer zweiten Sammeleinrichtung
13 zugeführt. Auf diese Weise kann der bei dem Schnitt anfallende Schnittabfall 10,
11 gezielt der einen Sammeleinrichtung 12 oder anderen Sammeleinrichtung 13 zugeführt
werden. Beispielsweise kann in der ersten Sammeleinrichtung 12 ausschließlich Schnittabfall
10 gesammelt werden, der frei von bedruckten Bereichen ist. Hingegen kann in der zweiten
Sammeleinrichtung 13 Schnittabfall 11 gesammelt werden, der bedruckte Bereiche aufweist.
Die erfindungsgemäße Schneidmaschine 1 ermöglicht somit das Zuführen des bei dem Schnitt
anfallenden Schnittabfalls 10, 11 zu einer bestimmten Sammeleinrichtung 12, 13, beispielsweise
um Weißabfall von Buntabfall zu trennen.
[0053] Die Fig. 2 und 3 zeigen eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schneidmaschine
1 bei Durchführung eines Zwischenschnitts bei dem Schnittabfall 10 bzw. Schnittabfall
11 anfällt. Bei der Durchführung des Zwischenschnitts ist der Vordertisch 3 aus einer
in den Fig. 2 und 3 gestrichelt dargestellten geschlossenen Stellung in eine in den
Fig. 2 und 3 durchgezogen dargestellte Offenstellung verfahren, sodass der Spalt 8
gebildet ist. Bei der in den Fig. 2 und 3 gezeigten Ausführungsform der Schneidmaschine
1 weist die Einrichtung eine zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung
verstellbare Ableitvorrichtung 9 auf, wobei sich die verstellbare Ableitvorrichtung
9 in dem ersten Betriebsmodus der Einrichtung, der in der Fig. 2 dargestellt ist,
in der ersten Stellung befindet und den Schnittabfall 10 in eine erste Richtung ableitet
und unmittelbar der Sammeleinrichtung 12 zuführt. In dem zweiten Betriebsmodus der
Einrichtung, der in der Fig. 3 dargestellt ist, befindet sich die Ableitvorrichtung
9 in der zweiten Stellung und leitet den durch den Spalt 8 gelangenden Schnittabfall
11 in eine zweite Richtung ab, wobei der Schnittabfall 11 mittels der Ableitvorrichtung
9 in der zweiten Stellung unmittelbar der zweiten Sammeleinrichtung 13 zugeführt wird.
[0054] Wie unmittelbar einem Vergleich der Fig. 2 und 3 zu entnehmen ist, ist vorliegend
die Verstellbarkeit der Ableitvorrichtung 9 dadurch verwirklicht, dass die Ableitvorrichtung
9 schwenkbar gelagert ist und sich in dem ersten Betriebsmodus in einer ersten Schwenkstellung
befindet und in dem zweiten Betriebsmodus in einer zweiten Schwenkstellung befindet.
Vorliegend ist die Ableitvorrichtung 9 in der zweiten Schwenkstellung gegenüber der
ersten Schwenkstellung nach oben verschwenkt. In der in den Fig. 2 und 3 gezeigten
Ausführungsform ist die Ableitvorrichtung 9 unterhalb des bildbaren Spalts 8 im Bereich
der Trennfläche von Vordertisch 3 zu Hintertisch 4 angeordnet. Der durch den Spalt
8 gelangende Schnittabfall 10, 11 wird vorliegend mittels der Ableitvorrichtung 9
schwerkraftunterstützt der jeweiligen Sammeleinrichtung 12, 13 zugeführt.
[0055] Bei der in den Fig. 4 und 5 dargestellten zweiten Ausführungsform der Schneidmaschine
1 sind die beiden Sammeleinrichtungen 12, 13 bezüglich eines ortsfesten Ableitblechs
28 verschiebbar gelagert. Die Verschiebbarkeit ist durch den Doppelpfeil 19 kenntlich
gemacht. Die Einrichtung ist insofern durch die gemeinsam verschiebbaren Sammeleinrichtungen
12, 13 gebildet, wobei in dem ersten Betriebsmodus der Einrichtung die erste Sammeleinrichtung
12 unterhalb des Ableitblechs 28 angeordnet ist und in dem zweiten Betriebsmodus die
zweite Sammeleinrichtung 13 unterhalb des Ableitblechs 28 angeordnet ist. Die Fig.
4 zeigt die Schneidmaschine 1 in dem ersten Betriebsmodus und die Fig. 5 zeigt die
Schneidmaschine 1 in dem zweiten Betriebsmodus der Einrichtung.
[0056] Die Fig. 6 und 7 zeigen eine dritte Ausführungsform der Schneidmaschine 1, wobei
die Fig. 6 wiederum die Einrichtung in dem ersten Betriebsmodus zeigt und die Fig.
7 die Einrichtung in dem zweiten Betriebsmodus zeigt. Die Einrichtung weist wiederum
eine verstellbare Ableitvorrichtung 9 auf, wobei die Ableitvorrichtung 9 vorliegend
zweiteilig ausgebildet ist, wobei ein hinterer Teil der Ableitvorrichtung 9 ortsfest
mit dem Hintertisch 4 verbunden ist und ein vorderer Teil der Ableitvorrichtung 9
bezüglich des hinteren Teils der Ableitvorrichtung 9 verschiebbar ist. Die Verschiebbarkeit
des vorderen Teils der Ableitvorrichtung 9 ist durch den Doppelpfeil 20 kenntlich
gemacht. In dem ersten Betriebsmodus, der in der Fig. 6 gezeigt ist, ist zwischen
dem hinteren Teil der Ableitvorrichtung 9 und dem vorderen Teil der Ableitvorrichtung
9 ein Spalt 30 gebildet, wobei die erste Sammeleinrichtung 12 unterhalb des Spalts
30 zwischen den Teilen der Ableitvorrichtung 9 angeordnet ist, sodass der bei dem
Schnitt anfallende Schnittabfall 10 durch den Spalt 30 gelangt und in die erste Sammeleinrichtung
12 fällt.
[0057] Hingegen ist in dem zweiten Betriebsmodus kein solcher Spalt zwischen den beiden
Teilen der Ableitvorrichtung 9 gebildet, durch den Schnittabfall 10, 11 hindurchfallen
kann. Konkret ist der vordere Teil der Ableitvorrichtung 9 in Richtung des Hintertischs
4 verfahren, sodass der vordere Teil der Ableitvorrichtung 9 mit dem hinteren Teil
der Ableitvorrichtung 9 überlappt, sodass durch den hinteren Teil der Ableitvorrichtung
9 abgeleiteter Schnittabfall 11 auf den vorderen Teil der Ableitvorrichtung 9 gelangt
und von diesem in Richtung der zweiten Sammeleinrichtung 13 abgeleitet und dieser
Sammeleinrichtung 13 zugeführt wird.
[0058] Es ist durchaus denkbar, dass der vordere Teil der Ableitvorrichtung 9 gemeinsam
mit dem Vordertisch 3 verschiebbar ist, sodass es nicht notwendig ist, eine separate
Mechanik für den vorderen Teil der Ableitvorrichtung 9 vorzusehen, sondern die Positionierung
des vorderen Teils der Ableitvorrichtung 9 durch die Stellung des Vordertischs 3 festgelegt
ist, beispielweise der vordere Teil der Ableitvorrichtung 9 mit dem Vordertisch 3
verbunden und gemeinsam mit diesem verschiebbar ist. In dem ersten Betriebsmodus ist
dementsprechend vorgesehen, dass der Vordertisch 3 und der Hintertisch 4 weiter auseinandergeschoben
sind, als dies im zweiten Betriebsmodus der Fall ist. Je nach Betriebsmodus ist der
Vordertisch 3 entsprechend zu dem Hintertisch 4 mehr oder weniger weit verschoben.
[0059] Die Fig. 8 zeigt eine vierte Ausführungsform der Schneidmaschine 1, wobei bei dieser
Ausführungsform die Schneidmaschine 1 ein Förderband 14 aufweist, wobei dieses Förderband
14 die Einrichtung bildet. Das Förderband 14 ist unterhalb der Ableitvorrichtung 28
der Schneidmaschine 1 angeordnet, sodass durch den Spalt 8 gelangender Schnittabfall
10, 11 über die Ableitvorrichtung 28 auf das Förderband 14 gelangt. Mittels des Förderbands
14 wird der Schnittabfall 10, 11 der ersten Sammeleinrichtung 12 oder der zweiten
Sammeleinrichtung 13 zugeführt. Vorliegend handelt es sich bei dem Förderband 14 um
ein umlaufendes Förderband 14, wobei unterhalb des jeweiligen Endes des Förderbands
14, an denen das Förderband 14 um 180° umgelenkt wird, jeweils eine der beiden Sammeleinrichtungen
12, 13 angeordnet ist. In der in der Fig. 8 gezeigten Schneidmaschine 1 befindet sich
die Einrichtung in dem ersten Betriebsmodus, wobei in diesem Betriebsmodus das Förderband
14 den auf das Förderband 14 gelangenden Schnittabfall 10 nach rechts befördert und
der ersten Sammeleinrichtung 12 zuführt. Durch Umkehr der Förderrichtung des Förderbands
14 kann der Betriebsmodus der Einrichtung gewechselt werden. Die möglichen Förderrichtungen
des Förderbands sind durch den Doppelpfeil 21 kenntlich gemacht.
[0060] Die Fig. 9 zeigt eine fünfte Ausführungsform der Schneidmaschine 1, wobei nur die
für die Einrichtung relevanten Bestandteile der Schneidmaschine 1 dargestellt sind.
Die Schneidmaschine 1 weist ein Förderband 14 auf, wobei das Förderband 14 den auf
das Förderband 14 gelangenden Schnittabfall 10, 11 in Richtung des Pfeils 31 fördert.
Im Bereich des Förderbands 14 ist wiederum eine Ableitvorrichtung 9 angeordnet, die
in zwei unterschiedlichen Stellungen bezüglich des Förderbands 14 angeordnet werden
kann. In dem ersten Betriebsmodus der Einrichtung befindet sich die Ableitvorrichtung
9 in der Stellung, die in der Fig. 9 mit durchgezogenen Linien dargestellt ist. In
dem zweiten Betriebsmodus der Einrichtung befindet sich die Ableitvorrichtung 9 hingegen
in der Stellung, die mit gestrichelten Linien in der Fig. 9 dargestellt ist. Durch
die Ableitvorrichtung 9 werden die auf dem Förderband 14 geförderten Schnittabfälle
10 abgeleitet und der ersten Sammeleinrichtung 12 zugeführt. In dem zweiten Betriebsmodus
werden die auf dem Förderband 14 geförderten Schnittabfälle 11 in Richtung der zweiten
Sammeleinrichtung 13 abgelenkt.
[0061] Hinsichtlich der Ausführungsform in der Fig. 9 bzw. allgemein für eine Ausführungsform
der Schneidmaschine 1, bei der eine Ableitvorrichtung 9 mit einem Förderband 14 zusammenwirkt,
wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die Ableitvorrichtung 9 eine an dem Förderband
14 anliegende Abstreifvorrichtung aufweist, um ein zuverlässiges Ableiten des Schnittabfalls
10, 11 mittels der Ableitvorrichtung 9 zu erreichen. Eine solche Abstreifvorrichtung
kann beispielsweise als Filz oder Besen oder elastische Lippe ausgebildet sein.
[0062] Die Fig. 10 dient der Veranschaulichung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Schneiden
von gestapeltem, blattförmigem Gut 2 zur Bildung von zumindest zwei Nutzenstapeln
unter Verwendung einer Schneidmaschine 1, insbesondere unter Verwendung einer erfindungsgemäßen
Schneidmaschine 1. Die Schneidmaschine 1 weist einen Vorschubsattel 5 zum Vorschieben
des zu schneidenden Guts 2 in Richtung der Schneidebene 6 eines Schneidmessers 7 der
Schneidmaschine 1 auf. Die Vorschubrichtung des Vorschubsattels 5 ist durch den Pfeil
26 in der Fig. 10 kenntlich gemacht. Das zu schneidende Gut 2 weist zumindest einen
ersten bedruckten Bereich 22.1 und einen zweiten bedruckten Bereich 22.2 auf, die
in Vorschubrichtung 26 beabstandet voneinander angeordnet sind. Zwischen dem ersten
bedruckten Bereich 22.1 und dem zweiten bedruckten Bereich 22.2 ist ein unbedruckter
Bereich 23 ausgebildet.
[0063] Um beim Schneiden des zu schneidenden Guts 2 Schnittabfall 10 zu erhalten, der frei
von bedruckten Bereichen 22 ist, ist vorgesehen, zumindest vier Planschnitte an dem
zu schneidenden Gut 2 durchzuführen. Zunächst wird ein erster Schnitt durchgeführt,
wobei das Schneidmesser 7 der Schneidmaschine 1 das zu schneidende Gut 2 in dem ersten
bedruckten Bereich 22.1 durchdringt. Dieser Schnitt ist durch die gestrichelte Linie
24.1 kenntlich gemacht. Anschließend wird das zu schneidende Gut 2 mittels des Vorschubsattels
5 in Richtung der Schneidebene 6 verschoben und anschließend ein zweiter Schnitt durchgeführt,
bei dem das Schneidmesser 7 das zu schneidende Gut 2 in dem unbedruckten Bereich 23
durchdringt. Dieser zweite Schnitt ist durch die strichpunktierte Linie 25.1 kenntlich
gemacht. Anschließend wird das zu schneidende Gut 2 mittels des Vorschubsattels 5
in Richtung der Schneidebene 6 verschoben, sodass bei einem anschließenden dritten
Schnitt das Schneidmesser 7 das zu schneidende Gut 2 in dem unbedruckten Bereich 23
durchdringt. Dieser dritte Schnitt ist durch die strichpunktierte Linie 25.2 kenntlich
gemacht. Anschließend wird das zu schneidende Gut 2 mittels des Vorschubsattels 5
in Richtung der Schneidebene 6 verschoben, derart, dass bei einem anschließenden vierten
Schnitt das Schneidmesser 7 das zu schneidende Gut 2 in dem zweiten bedruckten Bereich
22.2 durchdringt. Dieser Schnitt ist durch die strichpunktierte Linie 25.3 kenntlich
gemacht. Bei dem ersten Schnitt handelt es sich um einen Hauptschnitt oder Hauptschneidevorgang,
bei dem ein Nutzenstapel gebildet wird und dementsprechend keine Schnittabfälle anfallen.
Bei dem zweiten Schnitt, dem dritten Schnitt und dem vierten Schnitt hingegen handelt
es sich um Zwischenschnitte, bei denen Schnittabfälle 10, 11 anfallen. Wie unmittelbar
der Fig. 10 zu entnehmen ist, fallen bei dem zweiten Schnitt und dem vierten Schnitt
Schnittabfälle 11 an, die bedruckte Bereiche aufweisen. Hingegen fällt bei dem dritten
Schnitt Schnittabfall 10 an, der frei von bedruckten Bereichen ist. Der Schnittabfall
10, der keine bedruckten Bereiche aufweist, wird getrennt von dem Schnittabfall 11,
der bedruckte Bereiche aufweist, gesammelt. Das beschriebene Verfahren kann besonders
effizient mit einer erfindungsgemäßen Schneidmaschine 1 durchgeführt werden, da diese
Schneidmaschine 1 aufgrund der Einrichtung das Zuführen von Schnittabfall 10, 11 zu
bestimmten Sammelbehältern 12, 13 ermöglicht.
[0064] Um den zweiten Nutzenstapel zu bilden, wird ein fünfter Schnitt, nämlich ein weiterer
Hauptschnitt, durchgeführt. Zu diesem Zweck wird nach dem vierten Schnitt das zu schneidende
Gut 2 mittels des Vorschubsattels 5 in Richtung der Schneidebene 6 verschoben, derart,
dass bei einem anschließenden fünften Schnitt das Schneidmesser 7 das zu schneidende
Gut 2 in dem zweiten bedruckten Bereich 22.2 durchdringt. Dieser Schnitt ist durch
die gestrichelte Linie 24.2 kenntlich gemacht.
[0065] In ähnlicher Art und Weise können auch Randschnitte durchgeführt werden. Zunächst
wird ein erster Randschnitt durchgeführt, wobei das Schneidmesser 7 der Schneidmaschine
1 das zu schneidende Gut 2 in dem unbedruckten Bereich 23 zwischen dem ersten bedruckten
Bereich 22.1 und dem Rand durchdringt. Dieser erste Randschnitt ist durch die gepunktete
Linie 32.1 kenntlich gemacht. Anschließend wird das zu schneidende Gut 2 mittels des
Vorschubsattels 5 in Richtung der Schneidebene 6 verschoben und anschließend ein zweiter
Randschnitt durchgeführt, bei dem das Schneidmesser 7 das zu schneidende Gut 2 in
dem ersten bedruckten Bereich 22.1 durchdringt. Dieser zweite Randschnitt ist durch
die gepunktete Linie 32.2 kenntlich gemacht. Wie unmittelbar der Fig. 10 zu entnehmen
ist, fällt bei dem zweiten Randschnitt Schnittabfall 11 an, der bedruckte Bereiche
aufweist. Hingegen fällt bei dem ersten Randschnitt Schnittabfall 10 an, der frei
von bedruckten Bereichen ist. Der Schnittabfall 10, der keine bedruckten Bereiche
aufweist, wird getrennt von dem Schnittabfall 11, der bedruckte Bereiche aufweist,
gesammelt.
Bezugszeichenliste
[0066]
- 1
- Schneidmaschine
- 2
- Gut
- 3
- Vordertisch
- 4
- Hintertisch
- 5
- Vorschubsattel
- 6
- Schneidebene
- 7
- Schneidmesser
- 8
- Spalt
- 9
- Ableitvorrichtung
- 10
- Schnittabfall
- 11
- Schnittabfall
- 12
- Erste Sammeleinrichtung
- 13
- Zweite Sammeleinrichtung
- 14
- Förderband
- 15
- Geschnittenes Gut
- 16
- Pressbalken
- 17
- Lineal
- 18
- Pfeil
- 19
- Pfeil
- 20
- Pfeil
- 21
- Pfeil
- 22
- bedruckter Bereich
- 23
- unbedruckter Bereich
- 24
- gestrichelte Linie
- 25
- strichpunktierte Linie
- 26
- Vorschubrichtung
- 27
- Messerhalterung
- 28
- Ableitblech
- 29
- Abfallbehälter
- 30
- Spalt
- 31
- Pfeil
- 32
- gepunktete Linie
1. Schneidmaschine (1) zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem Gut (2), mit einem
Tisch (3, 4) zur Aufnahme des zu schneidenden Guts (2), wobei der Tisch (3, 4) einen
Vordertisch (3), der das geschnittene Gut (15) aufnimmt, und einen Hintertisch (4),
der das zu schneidende Gut (2) aufnimmt, aufweist, wobei der Vordertisch (3) und der
Hintertisch (4) zueinander verschiebbar sind zur Bildung eines Spalts (8) zwischen
diesen, wobei die Schneidmaschine (1) eine in zumindest zwei unterschiedlichen Betriebsmodi
betreibbare Einrichtung aufweist, wobei in einem ersten Betriebsmodus der Einrichtung
durch den Spalt (8) gelangender Schnittabfall (10, 11) mittels der Einrichtung einer
ersten Sammeleinrichtung (12) zugeführt wird und in einem zweiten Betriebsmodus der
Einrichtung durch den Spalt (8) gelangender Schnittabfall (10, 11) mittels der Einrichtung
einer zweiten Sammeleinrichtung (13) zugeführt wird.
2. Schneidmaschine nach Anspruch 1, wobei die Einrichtung eine zwischen einer ersten
Stellung und einer zweiten Stellung verstellbare Ableitvorrichtung (9) aufweist, wobei
sich die verstellbare Ableitvorrichtung (9) in dem ersten Betriebsmodus der Einrichtung
in einer ersten Stellung befindet und den Schnittabfall (10, 11) in eine erste Richtung
ableitet und wobei sich die verstellbare Ableitvorrichtung (9) in dem zweiten Betriebsmodus
der Einrichtung in einer zweiten Stellung befindet und den Schnittabfall (10, 11)
in eine zweite Richtung ableitet.
3. Schneidmaschine nach Anspruch 2, wobei die Ableitvorrichtung (9) unterhalb des bildbaren
Spalts (8) im Bereich der Trennfläche von Vordertisch (3) zu Hintertisch (4) angeordnet
ist und den durch den Spalt (8) gelangenden Schnittabfall (10, 11) schwerkraftunterstützt
ableitet.
4. Schneidmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Schneidmaschine (1) eine
Steuereinrichtung zum Ansteuern der Einrichtung aufweist, insbesondere die Schneidmaschine
(1) Mittel zum Verstellen der Ableitvorrichtung (9) und die Steuereinrichtung zum
Ansteuern der Mittel zum Verstellen der Ableitvorrichtung (9) dient.
5. Schneidmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei Schneidmaschine (1) eine Klassifizierungseinrichtung
umfasst, die dazu ausgebildet ist, vor der Durchführung eines Schnitts den bei dem
Schnitt anfallenden Schnittabfall (10, 11) anhand des Anteils bedruckter Flächen an
der Gesamtfläche des Schnittabfalls (10, 11) zu klassifizieren und/oder dahingehend
zu klassifizieren, ob der Schnittabfall (10, 11) frei von bedruckten Bereichen ist.
6. Schneidmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Schneidmaschine (1) eine
Sensoreinrichtung zur optischen Inspektion einer Oberseite des zu schneidenden Guts
(2) aufweist, wobei eine Auswerteeinrichtung dazu eingerichtet ist, anhand der Ausgangsdaten
der Sensoreinrichtung bedruckte Bereiche zu erfassen, vorzugsweise die von der Auswerteeinrichtung
ausgegebenen Ausgangsdaten Eingangsdaten der Klassifizierungseinrichtung bilden.
7. Schneidmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Schneidmaschine (1) eine
Speichereinheit aufweist, wobei die Speichereinheit Daten umfasst, wobei diese Daten
an dem zu schneidenden Gut (2) durchzuführende Schnitte betreffen und wobei in der
Speichereinheit für den bei dem jeweiligen Schnitt anfallenden Schnittabfall (10,
11) hinterlegt ist, ob der Schnittabfall (10, 11) frei von bedruckten Bereichen ist,
und/oder der Anteil bedruckter Flächen an der Gesamtfläche des Schnittabfalls (10,
11) hinterlegt ist, wobei die Klassifizierungseinrichtung dazu ausgebildet ist, auf
die in der Speichereinheit hinterlegten Daten zuzugreifen.
8. Schneidmaschine nach Anspruch 4 und einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei die Steuereinrichtung
dazu eingerichtet ist, die Einrichtung, insbesondere die Mittel der Ableitvorrichtung
(9), in Abhängigkeit von der Klassifizierung des Schnittabfalls (10, 11) anzusteuern.
9. Schneidmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 8, wobei die Verstellbarkeit der Ableitvorrichtung
(9) eine Verschiebbarkeit und/oder eine Verschwenkbarkeit der Ableitvorrichtung (9)
und/oder von Teilen der Ableitvorrichtung (9) umfasst oder durch eine Verschiebbarkeit
und/oder eine Verschwenkbarkeit der Ableitvorrichtung (9) und/oder von Teilen der
Ableitvorrichtung (9) gebildet ist.
10. Schneidmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Schneidmaschine (1) ein
Förderband (14), insbesondere eine Anordnung von Förderbändern (14), aufweist, zum
Zuführen des durch den Spalt (8) gelangenden Schnittabfalls (10, 11) zu der jeweiligen
Sammeleinrichtung (12, 13).
11. Schneidmaschine nach Anspruch 10, wobei das Förderband (14) unterhalb des bildbaren
Spalts (8) im Bereich der Trennfläche von Vordertisch (3) zu Hintertisch (4) angeordnet
ist und den durch den Spalt (8) gelangenden Schnittabfall (10, 11) durch den Spalt
(8) auf das Förderband gelangt.
12. Schneidmaschine nach Anspruch 2 und einem der Ansprüche 10 oder 11, wobei die Ableitvorrichtung
(9) im Bereich des Förderbands (14) angeordnet ist zum Ableiten des auf dem Förderband
geförderten Schnittabfalls (10, 11) oder die Ableitvorrichtung (9) in Förderrichtung
des Förderbands (14) an das Förderband (14) anschließt.
13. Verfahren zum Betreiben einer Schneidmaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
wobei das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte umfasst:
a. Klassifizieren des bei dem Schnitt anfallenden Schnittabfalls (10, 11) anhand des
Anteils bedruckter Flächen an der Gesamtfläche des Schnittabfalls (10, 11) und/oder
dahingehend, ob der Schnittabfall (10, 11) frei von bedruckten Bereichen ist,
b. Auswahl des Betriebsmodus der Einrichtung in Abhängigkeit von der Klassifizierung
des bei dem Schnitt anfallenden Schnittabfalls (10, 11), insbesondere derart, dass
bei anfallendem Schnittabfall (10, 11) ohne bedruckte Bereiche oder einem Anteil bedruckter
Bereiche, der geringer ist als ein festgelegter Grenzwert, dieser Schnittabfall (10)
der ersten Sammeleinrichtung (12) zugeführt wird und bei anfallendem Schnittabfall
(11) mit bedruckten Bereichen oder einem Anteil bedruckter Bereiche, der größer oder
gleich dem festgelegten Grenzwert ist, dieser Schnittabfall (11) der zweiten Sammeleinrichtung
(13) zugeführt wird,
c. Durchführen des Schnitts,
wobei die Verfahrensschritte a. bis c. vorzugsweise aber nicht zwingend in der vorgenannten
Reihenfolge ausgeführt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei der Verfahrensschritt a. und/oder b. computergestützt,
insbesondere unter Verwendung eines in einer Speichereinrichtung hinterlegten Schneidprogramms,
erfolgt.
15. Verfahren zum Schneiden von gestapeltem, blattförmigem Gut (2) unter Verwendung einer
Schneidmaschine (1), insbesondere unter Verwendung einer Schneidmaschine (1) nach
einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei die Schneidmaschine (1) einem Vorschubsattel (5)
zum Verschieben des zu schneidenden Guts (2) in Richtung einer Schneidebene (6) eines
Schneidmessers (7) der Schneidmaschine (1) aufweist, wobei das zu schneidende Gut
(2) zumindest einen ersten bedruckten Bereich (22.1) und einen zweiten bedruckten
Bereich (22.2) sowie einen zwischen dem ersten bedruckten Bereich (22.1) und dem zweiten
bedruckten Bereich (22.2) ausgebildeten unbedruckten Bereich (23) aufweist, wobei
das Verfahren zumindest die folgenden Verfahrensschritte aufweist:
- Durchführen eines ersten Schnitts, wobei das Schneidmesser (7) der Schneidmaschine
(1) das zu schneidende Gut (2) in dem ersten bedruckten Bereich (22.1) durchdringt,
- Verschieben des zu schneidenden Guts (2) mittels des Vorschubsattels (5) in Richtung
der Schneideebene (6) nach dem Durchführen des ersten Schnitts, derart, dass bei einem
anschließenden zweiten Schnitt das Schneidmesser (7) das zu schneidende Gut (2) in
dem unbedruckten Bereich (23) durchdringt,
- Durchführen des zweiten Schnitts,
- Verschieben des zu schneidenden Guts (2) mittels des Vorschubsattels (5) in Richtung
der Schneideebene (6) nach dem Durchführen des zweiten Schnitts, derart, dass bei
einem anschließenden dritten Schnitt das Schneidmesser (7) das zu schneidende Gut
(2) in dem unbedruckten Bereich (23) durchdringt,
- Durchführen des dritten Schnitts,
- Verschieben des zu schneidenden Guts (2) mittels des Vorschubsattels (5) in Richtung
der Schneideebene (6) nach dem Durchführen des dritten Schnitts, derart, dass bei
einem anschließenden vierten Schnitt das Schneidmesser (7) das zu schneidende Gut
in dem zweiten bedruckten Bereich (22.2) durchdringt,
- Durchführen des vierten Schnitts,
wobei der bei dem dritten Schnitt anfallende Schnittabfall (10) getrennt von den bei
dem zweiten Schnitt und dem vierten Schnitt anfallenden Schnittabfall (11) gesammelt
wird.