TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Spülsystem nach Anspruch 1 sowie ein Spülsystem
nach Anspruch 3.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Spülsysteme für Toiletten und Urinale
bekannt. Grundsätzlich ist zwischen Druckspülungen, bei welchen das Spülwasser mit
Leitungsdruck in die Toilettenschüssel bzw. das Urinale gebracht wird, und Schwerkraftspülungen,
bei welchen das Spülwasser unter der Wirkung von Schwerkraft in die Toilettenschüssel
bzw. das Urinale gebracht wird zu unterscheiden.
[0003] Die
WO 2016/016471 offenbart ein Spülsystem, bei welchem Spülwasser mit einer Venturidüse aus dem Spülkasten
in die Toilettenschüssel bzw. das Urinale gebracht wird. Nachteilig an der
WO 2016/016471 ist, dass der Volumenstrom des Spülwassers durch die Ausbildung der Venturidüse in
manchen Fällen für eine effiziente Ausspülung des Siphons zu klein ist.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung eine Aufgabe zugrunde,
ein Spülsystem anzugeben, welches die Nachteile des Standes der Technik überwindet.
Insbesondere ist es eine bevorzugte Aufgabe der Erfindung, ein Spülsystem anzugeben,
welches für eine effizientere Spülung sorgt.
[0005] Diese Aufgabe löst ein Spülsystem nach Anspruch 1. Demgemäss umfasst ein Spülsystem
einen Spülkasten mit einem ersten Tankraum und einem zweiten Tankraum, ein Füllventil
zur Befüllung des Spülkastens mit Spülwasser, ein im ersten Tankraum angeordnetes
erstes Spülventil, ein im zweiten Tankraum angeordnetes zweites Spülventil, und einen
Sanitärartikel mit einem Aufnahmeraum, einer ersten Spülöffnung, welche über das erste
Spülventil mit Spülwasser versorgbar ist, einer zweiten Spülöffnung, welche über das
zweite Spülventil mit Spülwasser versorgbar ist, sowie einem sich dem Aufnahmeraum
anschliessenden Siphonabschnitt und einem sich dem Siphonabschnitt anschliessenden
Abflussabschnitt. Das erste Spülventil ist ein Schwerkraftspülventil, wobei das Spülwasser
im ersten Tankraum unter der Wirkung der Schwerkraft ausfliesst und das zweite Spülventil
ist ein Druckspülventil ist, wobei das Spülwasser im zweiten Tankraum unter der Wirkung
eines Wasserdrucks ausfliesst.
[0006] Durch die Anordnung von den beiden Spülventilen ergeht der Vorteil, dass der Spülvorgang
optimiert werden kann. Über das Schwerkraftspülventil kann eine schwallartige Zuführung
des Spülwassers und über das Druckspülventil kann eine Zuführung unter Druck erreicht
werden. Durch die schwallartige Spülung ergeht der Vorteil einer guten Ausspülung
des Siphonabschnitts und durch die Zuführung unter Druck ergeht der Vorteil einer
guten Oberflächenreinigung des Aufnahmeraums.
[0007] Vorzugsweise wird das Spülwasser über die beiden Spülventile an verschiedenen Orten
dem Sanitärartikel zugeführt, wodurch der Spülvorgang weiter optimiert werden kann.
[0008] Das Füllventil ist vorzugsweise in den ersten Tankraum gerichtet, derart, dass der
erste Tankraum durch das Füllventil befüllt wird, und wobei der erste Tankraum eine
Überlaufkante aufweist, über welche bei befülltem ersten Tankraum und weiterer bzw.
andauernder Befüllung des ersten Tankraums das Spülwasser vom ersten Tankraum in den
zweiten Tankraum führbar ist. Durch die Anordnung der Überlaufkante können beide Tankräume
mit einem einzigen Füllventil befüllt werden, was die Befüllung des Spülkastens effizienter
gestalten lässt.
[0009] Vorzugsweise liegt die zweite Spülöffnung des Sanitärartikels in Einbaulage gesehen
unterhalb der Überlaufkante, wobei die Höhe der zweiten Spülöffnung eine Überlaufhöhe
definiert, welche Überlaufhöhe oberhalb eines Nennwasserstands im zweiten Tankraum
liegt. Dies hat den Vorteil, dass bei einem Defekt des Füllventils, bei welchem sich
dieses nicht mehr schliessen lässt, das in den ersten Tankraum einfliessende Spülwasser
über die Überlaufkante in den zweiten Tankraum und von dort über die zweite Spülöffnung
in den Aufnahmeraum des Sanitärartikels abfliessen kann.
[0010] Das Spülsystem nach Anspruch 3 löst neben der Aufgabe die Nachteile des Standes der
Technik zu überwinden, die Aufgabe einer effizienten Befüllung eines Spülkastens.
Demgemäss umfasst ein Spülsystem einen Spülkasten mit einem ersten Tankraum und einem
zweiten Tankraum, ein Füllventil zur Befüllung des Spülkastens mit Spülwasser, ein
im ersten Tankraum angeordnetes erstes Spülventil, ein im zweiten Tankraum angeordnetes
zweites Spülventil, und einen Sanitärartikel mit einem Aufnahmeraum, einer ersten
Spülöffnung, welche über das erste Spülventil mit Spülwasser versorgbar ist, einer
zweiten Spülöffnung, welche über das zweite Spülventil mit Spülwasser versorgbar ist,
sowie einem sich dem Aufnahmeraum anschliessenden Siphonabschnitt und einem sich dem
Siphonabschnitt anschliessenden Abflussabschnitt. Das Füllventil ist in den ersten
Tankraum gerichtet, derart, dass der erste Tankraum durch das Füllventil befüllt wird,
und wobei der erste Tankraum eine Überlaufkante aufweist, über welche bei befülltem
erstem Tankraum und weiterer bzw. andauernder Befüllung des ersten Tankraums das Spülwasser
vom ersten Tankraum in den zweiten Tankraum führbar ist.
[0011] Durch die Anordnung der Überlaufkante können beide Tankräume mit einem einzigen Füllventil
befüllt werden, was die Befüllung des Spülkastens effizienter gestalten lässt.
[0012] Vorzugsweise liegt die zweite Spülöffnung des Sanitärartikels in Einbaulage gesehen
unterhalb der Überlaufkante, wobei die Höhe der zweiten Spülöffnung eine Überlaufhöhe
definiert, welche Überlaufhöhe oberhalb eines Nennwasserstands im zweiten Tankraum
liegt. Dies hat den Vorteil, dass bei einem Defekt des Füllventils, bei welchem sich
dieses nicht mehr schliessen lässt, das in den ersten Tankraum einfliessende Spülwasser
über die Überlaufkante in den zweiten Tankraum und von dort über die zweite Spülöffnung
in den Aufnahmeraum des Sanitärartikels abfliessen kann.
[0013] In der Folge werden nun weitere vorteilhafte Ausführungsformen für das Spülsystem
gemäss Anspruch 1 sowie für das Spülsystem gemäss Anspruch 3 beschrieben.
[0014] Die Überlaufkante liegt derart, dass das Spülwasser über die Überlaufkante strömt,
das heisst, oberhalb der Überlaufkante über die Überlaufkante abfliesst.
[0015] Vorzugsweise liegt bei vollständig befülltem Spülkasten der Nennwasserstand im ersten
Tankraum oberhalb des Nennwasserstands im zweiten Tankraum. Hierdurch ergeht der Vorteil,
dass für das Schwerkraftspülventil eine höhere Wassersäule, das heisst eine grössere
potenzielle Energie, bereitgestellt werden kann.
[0016] Vorzugsweise liegt der erste Tankraum vollständig im zweiten Tankraum. Das heisst,
der zweite Tankraum umgibt den ersten Tankraum auf seiner Aussenseite. Hierdurch ergeht
der Vorteil, dass die Länge der Überlaufkante möglichst gross gestaltet werden kann,
was eine effiziente Befüllung des zweiten Tankraums erlaubt.
[0017] Vorzugsweise erstreckt sich die Überlaufkante vollständig um den ersten Tankraum
herum.
[0018] Vorzugsweise ist das Volumen des ersten Tankraums kleiner als das Volumen des zweiten
Tankraums.
[0019] Vorzugsweise sind das erste Spülventil und die erste Spülöffnung derart ausgebildet,
dass das Spülwasser in den Abflussabschnitt einleitbar ist und das zweite Spülventil
und die zweite Spülöffnung sind derart ausgebildet, dass das Spülwasser in den Aufnahmeraum
einleitbar ist. Hierdurch kann über das Schwerkraftspülventil eine schwallartige Spülung
in den Abflussabschnitt hinein bereitgestellt werden, wodurch eine Sogwirkung auf
den Siphonabschnitt entsteht und die Spülung des Siphons unterstützt werden kann.
Über das Druckspülventil kann die Spülung der Oberflächen des Aufnahmeraums erreicht
werden.
[0020] Vorzugsweise wird bei einem Spülvorgang das erste Spülventil zeitlich nach dem zweiten
Spülventil geöffnet und/oder das erste Spülventil wird zeitlich vor dem zweiten Spülventil
geschlossen. Die schwallartige Spülung durch das Schwerkraftspülventil findet somit
über einen kürzeren Zeitraum statt als die Spülung über das Druckspülventil.
[0021] Vorzugsweise weist das erste Spülventil einen Betätigungsschwimmer auf, wobei der
Betätigungsschwimmer im zweiten Tankraum auf dem Spülwasser aufschwimmt, derart, dass
das erste Spülventil basierend auf Wasserstand im zweiten Tankraum betätigbar ist.
Hierdurch kann eine sehr einfache Abstimmung der Spülreihenfolge erreicht werden.
[0022] Vorzugsweise ist die erste Spülöffnung am Grund des ersten Tankraums angeordnet und
das erste Spülventil weist einen Ventilkörper auf, welcher von einem die Spülöffnung
umgebenden Ventilsitz von einer Verschlusslage in eine Spüllage anhebbar ist. Vorzugsweise
mündet die erste Spülöffnung nach dem Siphonabschnitt in den Abflussabschnitt.
[0023] Vorzugsweise weist das zweite Spülventil einen Einlass auf, welcher mit einem gebäudeseitigen
Leitungsnetz verbindbar ist, derart, dass das zweite Spülventil mit Spülwasser unter
Leitungsdruck versorgt wird, wobei das Spülventil mit einem ersten Abschnitt einer
Spülleitung mit einer Strahlpumpe in Verbindung steht, wobei die Strahlpumpe eine
Venturidüse mit einer zum Spülkasten hin offener Ansaugöffung aufweist, wobei bei
offenem Spülventil Wasser unter Leitungsdruck in die Venturidüse einspeisbar ist,
derart, dass mit der Venturidüse über die Ansaugöffnung Wasser aus zweiten Wassertank
in einem zum Sanitärartikel führenden zweiten Abschnitt der Spülleitung einspeisbar
ist.
[0024] Vorzugsweise weist die Spülleitung einen Rohrunterbrecher zur Klassentrennung von
Trinkwasser zu Spülwasser aufweist. Vorzugsweise liegt der Rohrunterbrecher in Einbaulage
gesehen oberhalb der Überlaufkante, so dass der Rohrunterbrecher nicht in Kontakt
mit dem Spülwasser im Spülkasten kommt.
[0025] Vorzugsweise liegt der Spülkasten in Einbaulage gesehen unterhalb eines oberen Randes,
der den Sanitärartikel nach oben hin abschliesst.
[0026] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0027] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine teilweise geschnittene Perspektivansicht eines Spülsystems nach einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2.
- eine Draufsicht des Spülsystems nach Figur 1;
- Fig. 3
- eine weitere Schnittdarstellung des Spülsystems nach den vorhergehenden Figuren;
- Fig. 4
- eine weitere Schnittdarstellung des Spülsystems nach den vorhergehenden Figuren; und
- Fig. 5
- eine perspektivische Darstellung des Spülkastens eines Spülsystems nach den vorhergehenden
Figuren.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0028] In den Figuren wird eine bevorzugte Ausführungsform eines Spülsystems 1 gemäss der
vorliegenden Erfindung gezeigt. Das Spülsystem 1 umfasst einen Spülkasten 2 mit einem
ersten Tankraum 3 und einem zweiten Tankraum 4, ein Füllventil 5 zur Befüllung des
Spülkastens 2 mit Spülwasser, ein im ersten Tankraum 3 angeordnetes erstes Spülventil
6, ein im zweiten Tankraum 4 angeordnetes zweites Spülventil 7 und einen Sanitärartikel
8. Über die Spülventile 6, 7 kann dem Sanitärartikel 8 Spülwasser zugeführt wurden.
Vorzugsweise wird das Spülwasser an unterschiedlichen Orten dem Sanitärartikel 8 zugeführt.
[0029] Der Sanitärartikel 8 ist in der gezeigten Ausführungsform eine Toilettenschüssel.
Der Sanitärartikel 8 kann aber auch ein Urinal sein. Der Sanitärartikel 8 umfasst
einen Aufnahmeraum 9, eine erste Spülöffnung 10, die über das erste Spülventil 6 mit
Spülwasser versorgbar ist und eine zweite Spülöffnung 11, welche über das zweite Spülventil
7 mit Spülwasser versorgbar ist. Weiter schliesst sich dem Aufnahmeraum 9 ein Siphonabschnitt
12 an. Dem Siphonabschnitt 12 schliesst sich ein Abflussabschnitt 13 an.
[0030] In der gezeigten Ausführungsform ist das erste Spülventil 6 ein Schwerkraftspülventil,
wobei das Spülwasser im ersten Tankraum 3 mit der Wirkung der Schwerkraft ausfliesst.
Das zweite Spülventil 7 ist ein Druckspülventil, wobei das Spülwasser im zweiten Tankraum
4 unter der Wirkung eines Wasserdrucks ausfliesst.
[0031] In der gezeigten Ausführungsform ist das Füllventil 5 in den ersten Tankraum 3 gerichtet.
Das Füllventil 5 befüllt demnach den ersten Tankraum 3 mit Spülwasser. Der erste Tankraum
3 weist eine Überlaufkante 14 auf, über welche bei befülltem ersten Tankraum 3 und
bei weiterer Befüllung des ersten Tankraums 3 das Spülwasser vom ersten Tankraum 3
in den zweiten Tankraum 4 fliesst.
[0032] In einer anderen, nicht gezeigten Ausführungsform, ist das Spülsystem 1 ohne Überlaufkante
14 ausgebildet. Hierbei werden die beiden Tankräume 3, 4 anderweitig mit dem Füllventil
5 befüllt. In einer weiteren, ebenfalls nicht gezeigten Ausführungsform, können die
Spülventile anderweitig vorgesehen sein.
[0033] In der gezeigten Ausführungsform ist das erste Spülventil 6 der ersten Spülöffnung
10 zugeordnet. Die erste Spülöffnung 10 mündet in der gezeigten Ausführungsform in
den Abflussabschnitt 13. Über das erste Spülventil 6 kann eine schwallartige Spülung
in den Abflussabschnitt 13 bereitgestellt werden. Das erste Spülventil 6 umfasst vorzugsweise
einen Ventilkörper 16, welcher von einem Ventilsitz 17 angehoben werden kann, sodass
das Spülwasser im ersten Tankraum 3 dem Abflussabschnitt 13 zugeführt werden kann.
Der Ventilsitz 17 ist vorzugsweise am tiefsten Punkt des ersten Tankraums 3 angeordnet.
[0034] Das erste Spülventil 6 weist einen Betätigungsschwimmer 15 auf, mit welchem das Spülventil
angesteuert werden kann. Der Betätigungsschwimmer 15 schwimmt im zweiten Tankraum
4 auf dem Spülwasser auf, derart, dass das erste Spülventil 6 basierend auf dem Wasserstand
im zweiten Tankraum 4 betätigbar ist.
[0035] In der gezeigten Ausführungsform ist das zweite Spülventil 7, wie erwähnt, der zweiten
Spülöffnung 11 zugeordnet. Die zweite Spülöffnung 11 mündet dabei in den Aufnahmeraum
9 und sorgt für eine Oberflächenspülung des Aufnahmeraums 9.
[0036] Das zweite Spülventil 7 weist einen Einlass 18 auf, welcher mit einem gebäudeseitigen
Leitungsnetz verbindbar ist, derart, dass das zweite Spülventil 7 mit Spülwasser unter
Leitungsdruck versorgt wird. Das Spülventil 7 steht mit einem ersten Abschnitt 19
einer Spülleitung mit einer Strahlpumpe 20 in Verbindung, wobei die Strahlpumpe 20
eine Venturidüse 21 mit einer zum Spülkasten 2 hin offener Ansaugöffnung 22 aufweist.
Bei offenem Spülventil 7 ist Wasser unter Leitungsdruck in die Venturidüse 21 einspeisbar,
derart, dass mit der Venturidüse 21 über die Ansaugöffnung 22 Wasser aus zweiten Wassertank
4 in einem zum Sanitärartikel 8 führenden zweiten Abschnitt 23 der Spülleitung einspeisbar
ist. Weiter ist in der Spülleitung zudem ein Rohrunterbrecher 24 angeordnet.
[0037] Das zweite Spülventil 7 wird über ein Betätigungselement 30 betätigt. Über einen
Schwimmer kann das Spülventil 7 wieder geschlossen werden. Beispielsweise über den
hierin genannten Betätigungsschwimmer 15, welcher auch auf das erste Spülventil 6
wirkt. Der Betätigungsschwimmer 15 wirkt über eine Schwimmerbrücke 31 auf das erste
Spülventil 6.
[0038] Bei einem bevorzugten Spülregime wird in einem ersten Schritt das zweite Spülventil
7 geöffnet, so dass Spülwasser aus dem zweiten Tankraum 4 abfliesst. Bei Erreichen
eines vorbestimmten Wasserstandes im zweiten Tankraum 4 wird das erste Spülventil
6 geöffnet, so dass Spülwasser aus dem ersten Tankraum 3 abfliesst. Das Spülwasser
aus dem ersten Tankraum 3 fliesst schwallartig ab. Sobald der erste Tankraum 3 geleert
ist, schliesst sich das erste Spülventil 6 wieder. Der Ausfluss aus dem zweiten Tankraum
4 dauert weiter an. Das zweite Spülventil 7 schliesst, sobald der zweite Tankraum
4 entleert ist. Unter der Ausdrucksweise entleert wird im Wesentlichen eine Entleerung
auf einen bestimmten Wasserstand oder eine vollständige Entleerung verstanden. Nach
erfolgter Spülung wird der Spülkasten 2 über das Füllventil 5 erneut befüllt.
[0039] Das Füllventil 5 weist in der gezeigten Ausführungsform einen Schwimmer 26 auf, über
welchen das Füllventil 5 geöffnet bzw. geschlossen werden kann. Der Schwimmer 26 wird
in der gezeigten Ausführungsform durch den Wasserstand im zweiten Tankraum 4 gesteuert.
Das Füllventil 5 befüllt dabei, wie erwähnt, den ersten Tankraum 3. Für die Befüllung
des ersten Tankraums 3 ragt das Füllventil 5 mit einem Übergangsrohr 27 in den ersten
Tankraum 3. Das Übergangsrohr 27 weist den Austritt des Füllventils 5 auf. Weiter
weist das Füllventil 5 einen Eintritt 28 auf, welcher an einem Leitungsnetz angeschlossen
werden kann. Sobald das Spülwasser im zweiten Tankraum 4 den gewünschten Füllstand
erreicht hat, wird durch den Schwimmer 26 das Füllventil 5 entsprechend geschlossen.
[0040] In der gezeigten Ausführungsform steht das Füllventil 5 mit einer Steuerleitung 29
mit dem ersten Spülventil 6 in Kontakt. Bei geöffnetem ersten Spülventil 6 wird das
Füllventil 5 über die Steuerleitung 29 derart angesteuert, dass das Füllventil 5 geschlossen
bleibt.
[0041] Anhand der Ansicht der Figur 3 werden die unterschiedlichen Wasserniveaus genauer
erläutert. Die Überlaufkante 14 liegt oberhalb der zweiten Spülöffnung 11, welche
in den Aufnahmeraum 9 führt. Bei einem Defekt des Füllventils kann Wasser über die
Spülöffnung 10 in den Aufnahmeraum 9 abfliessen. Oberhalb der Überlaufkante 14 ist
der besagte Rohrunterbrecher 24 angeordnet. Der Nennwasserstand im ersten Tankraum
3 ist höher als der Nennwasserstand im zweiten Tankraum 4. Der Nennwasserstand im
zweiten Tankraum 3 liegt unterhalb der zweiten Spülöffnung 11.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 |
Spülsystem |
27 |
Übergangsrohr |
2 |
Spülkasten |
28 |
Eintritt |
3 |
erster Tankraum |
29 |
Steuerleitung |
4 |
zweiter Tankraum |
30 |
Betätigungselement |
5 |
Füllventil |
31 |
Schwimmerbrücke |
6 |
erstes Spülventil |
|
|
7 |
zweites Spülventil |
|
|
8 |
Sanitärartikel |
|
|
9 |
Aufnahmeraum |
|
|
10 |
erste Spülöffnung |
|
|
11 |
zweite Spülöffnungen |
|
|
12 |
Siphonabschnitt |
|
|
13 |
Abflussabschnitt |
|
|
14 |
Überlaufkante |
|
|
15 |
Betätigungsschwimmer |
|
|
16 |
Ventilkörper |
|
|
17 |
Ventilsitz |
|
|
18 |
Einlass |
|
|
19 |
erster Abschnitt |
|
|
20 |
Strahlpumpe |
|
|
21 |
Venturidüse |
|
|
22 |
Ansaugöffnung |
|
|
23 |
zweiter Abschnitt |
|
|
24 |
Rohrunterbrecher |
|
|
25 |
oberer Rand |
|
|
26 |
Schwimmer |
|
|
1. Spülsystem (1) umfassend
einen Spülkasten (2) mit einem ersten Tankraum (3) und einem zweiten Tankraum (4),
ein Füllventil (5) zur Befüllung des Spülkastens (2) mit Spülwasser,
ein im ersten Tankraum (3) angeordnetes erstes Spülventil (6),
ein im zweiten Tankraum (4) angeordnetes zweites Spülventil (7), und
einen Sanitärartikel (8) mit einem Aufnahmeraum (9), einer ersten Spülöffnung (10),
welche über das erste Spülventil (6) mit Spülwasser versorgbar ist, einer zweiten
Spülöffnung (11), welche über das zweite Spülventil (7) mit Spülwasser versorgbar
ist, sowie einem sich dem Aufnahmeraum (9) anschliessenden Siphonabschnitt (12) und
einem sich dem Siphonabschnitt (12) anschliessenden Abflussabschnitt (13),
wobei das erste Spülventil (6) ein Schwerkraftspülventil ist, wobei das Spülwasser
im ersten Tankraum (3) unter der Wirkung der Schwerkraft ausfliesst und
wobei das zweite Spülventil (7) ein Druckspülventil ist wobei das Spülwasser im zweiten
Tankraum (4) unter der Wirkung eines Wasserdrucks ausfliesst.
2. Spülsystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllventil (5) in den ersten Tankraum (3) gerichtet ist, derart, dass der erste
Tankraum (3) durch das Füllventil (5) befüllt wird, und
dass der erste Tankraum (3) eine Überlaufkante (14) aufweist, über welche bei befülltem
erstem Tankraum und weiterer Befüllung des ersten Tankraums (3) das Spülwasser vom
ersten Tankraum (3) in den zweiten Tankraum (4) führbar ist.
3. Spülsystem (1) umfassend
einen Spülkasten (2) mit einem ersten Tankraum (3) und einem zweiten Tankraum (4),
ein Füllventil (5) zur Befüllung des Spülkastens (2) mit Spülwasser,
ein im ersten Tankraum (3) angeordnetes erstes Spülventil (6),
ein im zweiten Tankraum (4) angeordnetes zweites Spülventil (7), und
einen Sanitärartikel (8) mit einem Aufnahmeraum (9), einer ersten Spülöffnung (10),
welche über das erste Spülventil (6) mit Spülwasser versorgbar ist, einer zweiten
Spülöffnung (11), welche über das zweite Spülventil (11) mit Spülwasser versorgbar
ist, sowie einem sich dem Aufnahmeraum (9) anschliessenden Siphonabschnitt (12) und
einem sich dem Siphonabschnitt (12) anschliessenden Abflussabschnitt (13),
wobei das Füllventil (5) in den ersten Tankraum (3) gerichtet ist, derart, dass der
erste Tankraum (3) durch das Füllventil (5) befüllt wird, und
wobei der erste Tankraum (3) eine Überlaufkante (14) aufweist, über welche bei befülltem
erstem Tankraum und weiterer Befüllung des ersten Tankraums (3) das Spülwasser vom
ersten Tankraum (3) in den zweiten Tankraum (4) führbar ist.
4. Spülsystem (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Spülöffnung (11) des Sanitärartikels (8) in Einbaulage gesehen unterhalb
der Überlaufkante (14) liegt, wobei die Höhe der zweiten Spülöffnung (11) eine Überlaufhöhe
definiert, welche Überlaufhöhe oberhalb eines Nennwasserstands im zweiten Tankraum
(4) liegt.
5. Spülsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei vollständig befülltem Spülkasten (2) der Nennwasserstand im ersten Tankraum (3)
oberhalb des Nennwasserstands im zweiten Tankraum (4) liegt; und/oder dass der erste
Tankraum (3) vollständig im zweiten Tankraum (4) liegt.
6. Spülsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überlaufkante (14) sich vollständig um den ersten Tankraum (3) herum erstreckt.
7. Spülsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumen des ersten Tankraums (3) kleiner ist als das Volumen des zweiten Tankraums
(4).
8. Spülsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Spülventil (6) und die erste Spülöffnung (10) derart ausgebildet sind,
dass das Spülwasser in den Abflussabschnitt (13) einleitbar ist und dass das zweite
Spülventil (7) und die zweite Spülöffnung (11) derart ausgebildet sind, dass das Spülwasser
in den Aufnahmeraum (9) einleitbar ist.
9. Spülsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Spülvorgang das erste Spülventil (6) zeitlich nach dem zweiten Spülventil
(7) geöffnet wird und/oder dass das erste Spülventil (6) zeitlich vor dem zweiten
Spülventil (7) geschlossen wird.
10. Spülsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Spülventil (6) einen Betätigungsschwimmer (15) aufweist, wobei der Betätigungsschwimmer
(15) im zweiten Tankraum (4) auf dem Spülwasser aufschwimmt, derart, dass das erste
Spülventil (6) basierend auf Wasserstand im zweiten Tankraum (4) betätigbar ist.
11. Spülsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Spülöffnung (10) am Grund des ersten Tankraums (3) angeordnet ist und dass
das erste Spülventil (6) einen Ventilkörper (16) aufweist, welcher von einem die Spülöffnung
(10) umgebenden Ventilsitz (17) von einer Verschlusslage in eine Spüllage anhebbar
ist.
12. Spülsystem (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Spülöffnung (10) nach dem Siphonabschnitt (12) in den Abflussabschnitt
(13) mündet.
13. Spülsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Spülventil (7) einen Einlass (18) aufweist, welcher mit einem gebäudeseitigen
Leitungsnetz verbindbar ist, derart, dass das zweite Spülventil (7) mit Spülwasser
unter Leitungsdruck versorgt wird, wobei das Spülventil (7) mit einem ersten Abschnitt
(19) einer Spülleitung mit einer Strahlpumpe (20) in Verbindung steht, wobei die Strahlpumpe
(20) eine Venturidüse (21) mit einer zum Spülkasten (2) hin offener Ansaugöffnung
(22) aufweist, wobei bei offenem Spülventil (7) Wasser unter Leitungsdruck in die
Venturidüse (21) einspeisbar ist, derart, dass mit der Venturidüse (21) über die Ansaugöffnung
(22) Wasser aus zweiten Wassertank (4) in einem zum Sanitärartikel (8) führenden zweiten
Abschnitt (23) der Spülleitung einspeisbar ist.
14. Spülsystem (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Spülleitung einen Rohrunterbrecher (24) zur Klassentrennung von Trinkwasser zu
Spülwasser aufweist.
15. Spülsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spülkasten (2) in Einbaulage gesehen unterhalb eines oberen Randes (25), der
den Sanitärartikel (8) nach oben hin abschliesst, liegt.