[0001] Die Erfindung betrifft einen Schwindrohrschuh zur einfach handhabbaren Aufsetzung
und zuverlässigen Stabilisierung der Ausrichtung eines mit einem Fugenband verbindbaren
Schwindrohres gegenüber dem Fugenband, eine Schwindrohrschuhvorrichtung sowie ein
Verfahren zur Verbindung eines Schwindrohres mit einem, vorzugsweise in einer Arbeitsfuge
angeordneten, wie innenliegenden, Fugenband zur Erzeugung von Sollrissen in einer
mit Beton hergestellten Wand.
[0002] Wasserundurchlässige Baukörper werden mit Beton, auch Frischbeton genannt, mit einem
hohen Wassereindringwiderstand hergestellt. Dieser muss auch hinsichtlich chemischer
Angriffe den Anforderungen der wasserundurchlässigen Baukörper mit Beton wiederstehen.
Als wasserundurchlässige Konstruktionen werden im allgemeinen Bauwerke oder Baukörper
mit oder aus Beton bezeichnet, die ohne zusätzliche äußere, beispielsweise hautförmige,
Abdichtungen erstellt werden und aufgrund alleine des Baustoffes und besonderer konstruktiver
Maßnahmen, z.B. Fugenabdichtungen, Rissbreitenbegrenzung, den Wasserdurchtritt in
flüssiger Form zu verhindern vermögen. Nach der WU-Richtlinie vom DAfStB (= Anforderungen
an Ausgangsstoffe zur Herstellung von Beton nach DIN EN 206-1 in Verbindung mit DIN
1045-2 des deutschen Ausschusses für Stahlbeton e.V., Berlin) sollen wasserundurchlässige
Betonbauwerke solche sein, die ohne zusätzliche äußere flächige Abdichtung erstellt
werden und allein aufgrund des Betons und von konstruktiven Maßnahmen, wie Fugenabdichtungen
und Rissbreitenbegrenzungen, einen Wasserdurchtritt in flüssiger Form verhindern.
[0003] Bei der Erstellung von sogenannten Baukörpern aus wasserundurchlässigem Beton (=WU-Beton),
auch weiße Wanne genannt, müssen diese eine Wasserdichtheit aufweisen gem. der Beanspruchungsklasse
1 gegen ständig oder zeitweise drückendes Wasser, wie Grundwasser, Schichtenwasser,
Hochwasser oder anderes Wasser, das einen hydrostatischen Druck ausübt, welches ggf.
zeitlich als stauchendes begrenzt ist. Ebenso sollen die Baukörper gem. der o.g. Richtlinie
Anforderungen an die Nutzungsklasse A erfüllen, nämlich dass der Wasserdurchtritt
in flüssiger Form nicht zulässig ist, keine Feuchtstellen auf der Oberfläche sich
zeigen, keine Tauwasserbildung sich einstellt. Der WU-Beton muss folglich wasserundurchlässig,
aber bevorzugterweise wasserdampfdurchlässig, sein. Die Bodenplatte als Sohlplatte
oder Fundamentplatte und die auf dieser mittels Betonverguss bereitgestellten Wände
werden als geschlossene Wanne ausgebildet, die das Bauwerk umschließt und mindesten,
z.B. 30 cm, über den Bemessungswasserstand reicht. Solche Konstruktionen werden als
weiße Wanne bezeichnet. Die Ausführung dieser Wände kann in Ortbeton als Elementwände
herkömmlicherweise erfolgen. Da die Bauteile derselben neben der tragenden Funktion
auch die Funktion der Abdichtung übernehmen, ist eine zusätzliche Abdichtung bei den
WU-Baukörpern nicht erforderlich. Üblicherweise betragen die Mindestdicken von Ortbeton-
und Elementwänden ca. 24 cm.
[0004] Bei dem Zusammenfügen von den Bauteilen ergeben sich Fugen. Als Fuge wird im Sinne
der Erfindung auch ein Zwischenraum bezeichnet, zwischen zwei Bauteilen oder Bauwerken,
die aneinander stoßen ohne miteinander verbunden zu sein. Im Stand der Technik bezeichnet
man im Wesentlichen im Sinne der Erfindung Fugen als Bewegungsfugen, Setzungsfugen,
Arbeitsfugen und Scheinfugen.
[0005] Die Erstellung dieser Baukörper oder Bauwerke erfolgt herkömmlicherweise im oder
als Schalungsbau. Um ein Bauteil aus Beton herstellen zu können, ist für die Aufnahme
des Frischbetons eine Schalung mit Schalungsraum erforderlich, die ein Hilfsmittel
ist, das kurzzeitig eingesetzt wird. Üblicherweise werden als Schalung Systemschalungen
eingesetzt, aus Schaltafeln, Schalungsträgern und Zubehörteilen, die zu Schalungselementen
vorgefertigt für Wand und / oder Deckenschalung zusammengesetzt werden können.
[0006] Gerade bei dem Herstellen von Bauwerken oder Bauteilen werden solche erstellt mittels
Stahlbetonbauten aus bewehrtem Beton. Stahlbeton kann herkömmlicherweise in Ortbauweise
hergestellt werden. Stahlbeton ist ein Verbundwerkstoff, dessen Tragfähigkeit durch
das Zusammenwirken von Stahl und Beton erreicht wird. Stahleinlagen, die als Bewehrung
im Folgenden bezeichnet werden, können Betonstahlstäben, Betonstahlmatten, usw. aufweisen,
die Zugkräfte aufnehmen, die Druckfestigkeit des Betons erhöhen und die Rissbildung
am Bauteil einschränken können. Der Beton üblicherweise übernimmt auch den Rostschutz
der Bewehrung und dient damit auch dem Brandschutz.
[0007] Es zeigt sich, dass ein Bauteil oder Bauwerk aufgrund der Größe, der Kompliziertheit
der Schalung und der Bewehrung nicht in einem Arbeitsgang betoniert werden kann, sodass
unvermeidbare Arbeitsfugen bereits vor der Bauausführung einzuplanen sind und sich
demgemäß einstellen. So sollten diese Arbeitsfugen so hergestellt sein, dass durch
eine dichte und feste Verbindung zwischen Alt- und Neubeton oder zwischen Altbetonbauwerk/-teil
und Neubetonbauwerk/-teil die Kräfte zuverlässig übertragen werden, aber auch dass
eine Abdichtung zwischen den Altbeton- und den Neubetonbauwerken/-teilen des Bauwerks
zuverlässig gewährleistet ist.
[0008] So verwendet man beispielsweise Fugenbänder, wie Kunststofffugenbänder mit PVC oder
Kunstkautschuk, die zumindest teilweise in dem Altbetonbauwerkteil des Bauwerks horizontal
verlaufend sind, wobei deren Mitte-Querachse lotrecht, beispielsweise zumindest aber
weitgehend quer zu der Bodenplatte als Sohl- oder Fundamentplatte ausgerichtet ist.
[0009] Diese Arbeitsfugen entstehen, wenn bei der Herstellung eines Bauwerks eine Unterbrechung
erforderlich ist, und erfordern eine hinreichende Abdichtung gegenüber von außen auf
das WU-Bauwerk drückende oder zeitweise stauchende oder stauendes Wasser. Es zeigt
sich, dass bei dem Einsatz der vorgenannten herkömmlichen Arbeitsfugenbänder zwar
die Arbeitsfuge zwischen dem Altbetonbauwerk/-teil und dem Neubetonbauwerk/-teil abgedichtet
sein kann, gleichwohl das Neubetonteil nach Aushärten des Frischbetons oder infolge
des Aushärtens desselben innerhalb desselben Spannungen auftreten.
[0010] Die Arbeitsfugenbänder sollen folglich bei einer später anschließenden Folgebetonage,
die durch die zeitliche Verzögerung zwangsläufig entstandene Arbeitsfuge, die im Normalfall
keinen optisch erkennbaren, häufig kaum messbaren Fugenspalt aufweist, abdichten,
auch wenn der Fugenspalt bei gründlicher Inspektion kaum oder nicht sichtbar ist.
Erfahrungsgemäß kann jedoch drückendes oder stauchendes Wasser von außen in das WU-Bauwerk
bzw. in das Gebäudeinnere auch durch kaum sichtbare Fugen durchtreten.
[0011] Daher soll es die Aufgabe des Fugenbandes sein, diese Arbeitsfuge entsprechend des
angesetzten Bemessungswasserstandes abzudichten. Die aufgrund der Aushärtung des Frischbetons
in dem Neubetonteil auftretenden Risse führen zu Undichtigkeiten der Wände, sodass
Wasser von außen durch die Wände hindurchtritt, auch wenn die Arbeitsfuge, die ggf.
auch als Trennriss bezeichnet wird, hinreichend durch das Fugenband oder das Arbeitsfugenband
abgedichtet wäre. Um die infolge von Spannungen in der Wand oder in einem Teil derselben
auftretenden Risse kontrolliert auftreten zu lassen, ist es erwünscht sogenannte Sollrissfugen
durch die gezielte Führung des Risses eintreten zu lassen. Diese Risse sollen möglichst
an unschädlichen Stellen des Bauwerks eintreten und dienen dazu, die Zwangsspannungen
in dem Bauteil abzubauen, damit keine Trennrisse in der Wand entstehen.
[0012] In der
DE 10 2017 110 098 D3 wird eine herkömmlichen Vorrichtung in Form eines Verbinders zum abgedichteten
Anschluss von Betonwandelementen beschrieben, die eine Außenschale und eine Innenschale
oder bei der Erstellung eine äußere und eine innere Schaltafel und einen dazwischen
angeordneten, mit Beton verfüllbaren Zwischenraum mit einer Bewehrung aufweisen. Der
Verbinder wird als Verbindungsmittel zwischen einem Sternrohr, auch Schwindrohr genannt,
und einem Fugenband angeordnet, wobei der Verbinder eine Bodenplatte aufweist, die
eine Oberseite und eine Unterseite hat. Von der Oberseite der Bodenplatte ragt eine
Aufnahme ab, die mit einem Ende des Sternrohres abdichtend verbunden ist, wobei von
der Randseite der Bodenplatte Flächenelemente abragend angeordnet sind. Die Flächenelemente
umfassen seitlich Flächenteile, die in einer Montagesolllage abdichtend an dem Fugenband
anliegen. Es zeigt sich, dass die Flächenteile in der Montagesolllage nicht hinreichend
mit dem Fugenband verbunden sind, sodass von der Druckschrift vorgeschlagen wird,
dass der Verbinder zusätzlich Haltebügel aufzuweisen hat, die sowohl an dem Fugenband
fixiert als auch mit den Flächenelementen verbunden sind, um einen sicheren Halt des
Sternrohrs an dem Fugenband zu gewährleisten.
[0013] Darüber hinaus sind die im Randbereich der Bodenplatte abragend angeordneten Flügel
senkrecht zu der Bodenplatte ausgerichtet und soweit über die Bodenplatte mit einem
Teil ihrer über die Bodenplatte umfangsseitig vorstehenden Länge angeformt, dass die
Flächenelemente zusätzlich durch die Flügel verstärkt werden sollen.
[0014] Aufgrund der Ausrichtung der Flügel zu den Flügelelementen und deren Flächenteile
ist es aber erforderlich, dass, um die von der herkömmlichen Lehre angesprochene Fixierung
zwischen der herkömmlichen Vorrichtung und dem Fugenband zu ermöglichen, mehrere Schritte
durch den Benutzer durchgeführt werden, wie
Fixieren von Haltebügeln oder Klammern an den Flächenelementen,
Anlegen des Fugenbandes an die gegenüber liegenden über die Bodenplatte vorstehenden
Flächenelemente,
Stützen des Fugenbandes an den Flächenelementen und
Fixieren der Haltebügel und Klammern an dem Fugenband,
sodass von der herkömmlichen Lehre vollkommen übersehen wird, die baustellenübliche
Robustheit der dortigen Vorgehensweise beim Verbau von Schwindrohren keine erforderliche
sorgfältige Handhabung der herkömmlichen Vorrichtung möglich macht und es sowohl für
den geübten, als auch ungeübten Benutzer schwierig ist, die herkömmliche Vorrichtung
einzusetzen, so dass die Gefahren des Ablösens sowohl der Vorrichtung von dem Fugenband,
als auch des Ablösens des Sternrohres von der Vorrichtung bestehen.
[0015] Daher ist es auch Aufgabe des bereitzustellenden Schwindrohrschuhs, dass auch der
Schwindrohrschuh für den ungeübten Benutzer vor Ort angesichts der robusten Vorgehensweise
an Baustellen auf einfache Weise mit dem Fugenband verbunden und ebenso das Schwindrohr
an dem Schwindrohrschuh befestigt werden kann.
[0016] Abgesehen davon ist sich die herkömmliche Vorrichtung aufgrund des komplizierten
Aufbaus der Vorrichtung für den ungeübten Benutzer zur Fixierung oder Arretierung
an das Fugenband wenig selbsterklärend, sodass eine solche Vorrichtung zur Fixierung
des Sternrohrs oder Schwindrohes über die Vorrichtung an das Fugenband sich nicht
empfiehlt.
[0017] Daher ist es auch Aufgabe des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs, bereits alleine
aufgrund seines Aufbaus dem ungeübten Benutzer sich selbst erklärend zu sein, sodass
ohne weiteres auch der ungeübte Benutzer auf der Baustelle schon anhand der räumlichen
Anordnung der einzelnen Bauteile des Schwindrohrschuhs zueinander deren Funktion und
Zusammenwirken mit Fugenband und Schwindrohr erkennen kann.
[0018] Im Stand der Technik werden für das Abbauen von Zwangsspannungen und der kontrollierten
Induktion von Rissen in Wänden oder in Teilen derselben Schwindrohre oder sogenannte
Sollrissfugenelemente in der Wand in dem Neubetonteil vergossen. Beispielsweise wird
ein Schwindrohr an seinem dem Fugenband zugewandten Ende gegenüberliegenden Bereichen
eingeschnitten zur Aufnahme des über dem Altbetonteil hinausragenden Teils des Fugenbandes.
Hierbei zeigt sich jedoch, dass durch das Einschneiden des Schwindrohres vor Ort in
unzuverlässiger Weise das Schwindrohr nur grob eingeschnitten wird, ggf. die Breite
der Schnittfläche nicht der Breite des Fugenbandes entspricht, sodass die Gefahr der
Undichtigkeit infolge Eindringens von Wasser über die Schnittfläche des Schwindrohres
besteht in das Innere der Wand.
[0019] Der Abstand zwischen Beton und aufgestecktem Schwindrohr beträgt beispielsweise 5
cm. Im Stand der Technik kann beim Einsatz eines Arbeitsfugenbandes ohne Innenarmierung
neben das Arbeitsfugenband auf der dem Wasser abgewandten Seite auch noch ein Blechstreifen
in den frischen Beton eingedrückt werden, sodass dem herkömmlichen Schwindrohr ein
nötiger Seitenhalt gegeben wird. Es zeigt sich jedoch, dass der Blechstreifen nicht
hinreichend ist, um eine dauerhafte Seitenführung und Ausrichtung des Schwindrohres
gerade beim Betonieren zuverlässig bereit zu halten, sodass infolge fehlender lotrechter
Ausrichtung beispielsweise des Schwindrohres die Sollrissbildung im Beton eingeschränkt
wird oder nicht den erwünschten erforderlichen Verlauf im Beton zeigt. Auch wenn das
Schwindrohr im oberen Bereich mittels sogenannter Knaggen an der Schalung fixiert
wird, zeigt sich ebenso beim Betonieren ein Ablösen des herkömmlichen Schwindrohres
vom Arbeitsfugenband, sodass der erwünschte technische Erfolg des Aufsteckens des
Schwindrohres auf das Arbeitsfugenband nicht eintritt, sondern vielmehr als technischer
Erfolg Rissbildungen eintreten im Beton, die aufgrund der Fehlstellung des herkömmlichen
Schwindrohres auch zu fehlgeleiteten Sollrissen im Beton führen können. Daher zeichnen
sich die herkömmlichen Schwindrohre mit eingesägten oder eingeschnittenem unterem
Bereich nachteiligenswerterweise durch eine fehlende Rissführung und nicht gezielte
Querschnittsschwächung des Betons aus.
[0020] Es zeigt sich auch, dass durch die an dem Schwindrohr angebrachten Sperrankerleisten,
die längs der Mitte-Längs-Achse des Schwindrohres verlaufen, zwar der Wasserumlaufweg
sich vergrößert, gleichwohl aber aufgrund der unzulänglichen Verbindung und Abdichtung
zwischen dem Schwindrohr einerseits und dem in dem Schwindrohr aufgenommenen Teil
des Fugenbandes andererseits, Undichtigkeit auftritt.
[0021] Gerade bei den WU-Bauwerken ist die Verbindung zwischen dem Fugenband, das mit einem
Teil in dem Altbetonteil eingegossen sich befindet, mit dem Schwindrohr wesentlich,
dass eine hinreichende Abdichtung gerade bei der robusten Bauweise vor Ort zur Erstellung
von Bauwerken erfahrungsgemäß nicht möglich ist.
[0022] Gerade aufgrund der Mannigfaltigkeit von schadhaften WU-Bauwerken schon nach unmittelbarer
Bereitstellung derselben infolge Eintritts von Grundwasser, stauchendem oder drückendem
Wasser zeigt sich die mangelhafte Abdichtung einerseits zwischen Schwindrohr und Fugenband
und andererseits der Wand als solches gegenüber von außen drückendem Wasser auf die
Wand.
[0023] Zudem sind die von dem Schwindrohr erzeugte Querschnittsschwächung und die hierdurch
bedingte Rissbildung in der Betonwand unzureichend, da nur der Abschnitt der Betonwand
zur Querschnittsschwächung und Rissbildung neigt, der dem Schwindrohr benachbart ist.
[0024] Auch zeigt sich, dass die Verbindung des herkömmlichen Schwindrohres mit Knaggen
als parallele Leisten an der Schalung im oberen Wandbereich nicht zuverlässig bereitgestellt
werden kann und die Schwindrisse im Beton nicht gezielt geführt sind und eintreten.
Da der Fuß des Schwindrohres lediglich auf das Fugenband aufgesteckt wird, tritt auch
bei Verfüllung bereits lediglich des Fußes des Schwindrohres bei der Betonage die
Ablösung des Schwindrohres von dem Fugenband auf, sodass der Fußbereich des Schwindrohres
nicht verfüllt wird, ganz zu schweigen von dem Versuch der vollständigen Verfüllung
des Innenraums des Schwindrohres, beispielsweise bei Bau von Schutzräumen, wobei gleichfalls
eine Fehlausrichtung des herkömmlichen Schwindrohres beim Betonieren sich einstellt.
Es zeigt sich jedoch das Erfordernis, dass Schwindrohre an das Fugenband bzw. der
Anschlussfuge auf der Sohlplatte zur Wand nach Fachregel angeschlossen sein muss,
um eine gezielte Rissführung wie erwünscht in Beton bereit zu stellen. Erst durch
die genaue Ausrichtung des Schwindrohres sowohl zu dem Fugenband, als auch im Beton
wird eine vollständige Abdichtung beispielsweise eines wasserdichten Raumes, wie Keller,
bereits gestellt, was aber ein hohlraumfreies Ausbetonieren im Bereich des Schwindrohres
erforderlich machen kann.
[0025] Im Stand der Technik führt das einfache Aufsetzen des Schwindrohres auf das Fugenband
zu Instabilitäten der Position und zu der mangelhafter Ausrichtung des Schwindrohres
beim Betonieren. Daher ist es erforderlich, eine derartige Vorrichtung bereitzustellen,
die einerseits die Fixierung oder Arretierung des Schwindrohres an dem Fugenband sicherstellt
und andererseits die Rissführung im Beton nicht nur im Bereich des Schwindrohres sondern
auch unter oder unterhalb des Schwindrohres sich fortsetzen lässt.
[0026] Daher ist es auch Aufgabe der Erfindung, dass Schwindrohr derart mit dem Fugenband
zu verbinden, sodass kein Wasser über das in dem Schwindrohr befindliche Fugenband
in das Innere des Schwindrohres einzuwandern vermag.
[0027] Hinzukommend wird das eine, hier das dem Fugenband zugewandte untere, Ende des Schwindrohrs
unsachgemäß vor Ort eingeschnitten, so dass trotz Verfüllung eines Teils des Schwindrohrinnenraums
mit Frischbeton eine Abdichtung des Bereichs zwischen Fugenband und Schwindrohr unzureichend
ist und nicht gewährleistet wird.
[0028] Daher ist es auch Aufgabe der Erfindung, dass Schwindrohr derart mit dem Fugenband
zu verbinden, sodass keine Undichtigkeiten bei Bauwerkssetzungen auftreten.
[0029] Zudem soll die Erfindung das Wandern oder das Kriechen von Wasser entlang des oberen
Teils des Fugenbandes über den teilweise mit Beton verfüllten Schwindrohrinnenraum
in den oberen Teil des Schwindrohres unterdrücken.
[0030] Gleichzeitig ist es wünschenswert, dass das Fugenband, welches die horizontale Abdichtung
zwischen beispielsweise der Sohlplatte und auf der Sohlplatte zu erstellenden oder
zu vergießenden Wand oder zwischen Altbetonteil und Neubetonteil einer Wand abdichten
soll, das Innere des WU-Bauwerks wasserfrei hält.
[0031] Auch soll die Erfindung das Auftreten von Rissen als Sollrissfugen in der Wand infolge
kontrollierter Querschnittsschwächung ganzflächig möglich machen, ohne dass die Wand
wasserdurchlässig ist.
[0032] Darüber hinaus sollen nicht nur die Rissbildungen in dem Beton gesteuert, sondern
ebenso das Betonieren von langen Wandabschnitten in einem Zug möglich gemacht werden
aus Kostenersparnisgründen.
[0033] Abgesehen davon soll auch die Erfindung den schnellen Einbau eines Schwindrohres
und das Abdichten der Verbindung desselben mit dem Fugenband möglich machen, sodass
auch die kontrollierte Rissbildung in der Wand zuverlässig erfolgen kann.
[0034] Zudem soll auch das Betonieren des Schwindrohres in geschosshoher Ausführung möglich
gemacht werden bei einer hinreichenden hohen mechanischen Wiederstandfähigkeit angesichts
oder trotz der üblicherweise bekannten robusten Handhabung der Erstellung von Betonwänden
und des Vergießens von Frischbeton in Stahlbetonverschalungen.
[0035] Schließlich soll auch das Schwindrohr nicht nur mit Fugenbändern, wie Arbeitsfugenbändern,
sondern auch mit sonstigen Arten von Fugenbändern dicht verbunden werden können.
[0036] Abgesehen davon zeigt es sich, dass auch die kontrollierte Rissbildung
nicht nur im Bereich des Schwindrohres bedingt durch dieses in der Wand induziert
werden soll,
sondern auch eine Rissbildung kontrolliert hervorgerufen werden soll im Bereich der
Wand unter oder unterhalb des Schwindrohres.
[0037] Gerade in diesem Bereich der Wand zeigt sich, dass im Fall des unkontrollierten Spannungsabbaus
Risse entstehen, über welche drückendes oder stauchendes Wasser in das Innere der
Wand und damit in das Innere des Bauwerks einzudringen vermag.
[0038] Die Aufgabe wird gelöst durch den Hauptanspruch und die Nebenansprüche. Die Unteransprüche
betreffen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterentwicklungen der Erfindung.
[0039] Die Erfindung betrifft einen, vorzugsweise einstückig hergestellten, Schwindrohrschuh
zur einfach handhabbaren Aufsetzung und zuverlässigen Stabilisierung der Ausrichtung
eines mit einem Fugenband verbindbaren Schwindrohres, z.B. gegenüber oder mit dem
Fugenband und/oder gegenüber oder mit dem Schwindrohrschuh, mit einer Platte, wobei
an der Oberseite der Platte eine, vorzugsweise hohlzylinderförmige, Aufnahmeeinrichtung
angeformt ist, die zur Aufnahme in den Innenraum des Schwindrohrs in einer Endstellung
vorgesehen ist,
welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass
an der der Oberseite abgewandten Unterseite der Platte zwei parallel zueinander ausgerichtete
voneinander unter Bildung eines Steginnenraums beabstandete leistenförmig verlaufende
Stege zur Aufnahme des Fugenbandes oder zumindest eines Teils desselben angeformt
sind,
die Stege senkrecht zu der Unterseite der Platte ausgerichtet sind und/oder
an der Unterseite der Platte zwei quer zu den Stegen ausgerichtete leistenförmig verlaufende
Rissführungsstege mit einander übereinstimmenden Mitte-Längsachsen angeformt sind,
vorzugsweise die Platte und/oder die Aufnahmeeinrichtung in einer Draufsicht auf dieselbe
kreisförmig ausgebildet sind und einen gemeinsamen Kreismittelpunkt aufweisen,
der Steginnenraum zur Aufnahme des Fugenbandes oder zumindest eines Teils desselben
in Endstellung vorteilhafterweise vorgesehen ist,
die Stege zur, z.B. innigen, Verbindung, vorzugsweise thermischen Verschweißung, mit
dem Fugenband in Endstellung vorgesehen sind
und/oder
die Platte und/oder die Aufnahmeeinrichtung zur, z.B. innigen, Verbindung, vorzugsweise
thermischen Verschweißung, mit dem Schwindrohr, in Endstellung vorgesehen sind.
[0040] Ein anderer Gegenstand der Erfindung ist gerichtet auf eine Schwindrohrschuhvorrichtung
mit dem Schwindrohrschuh und einem Schwindrohr,
an dem Schwindrohr außenseitig mindestens eine, vorzugsweise mehrere, länglich verlaufende
Sperrankerleisten und mindestens eine, vorzugsweise zwei, länglich verlaufende leistenförmige
Rissführungslippen angeformt sind,
das Schwindrohr mit seinem einen, vorzugsweise unteren, Ende senkrecht gegen die Oberseite
der Platte unter Aufnahme der Aufnahmeeinrichtung in das untere Ende desselben bzw.
in dessen von seiner Rohrwand seitlich begrenzten unteren Innenraum angesetzt ist
und/oder
das Schwindrohr zur, z.B. innigen, Verbindung, vorzugsweise zur wasserdichten Verklebung
oder zur thermischen wasserdichten Verschweißung, mit der Platte und/oder der Aufnahmeeinrichtung
vorgesehen ist.
[0041] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist gerichtet auf eine Schwindrohrschuhvorrichtung
mit dem Schwindrohrschuh und einem Schwindrohr und einem Fugenband,
an dem Schwindrohr außenseitig mindestens eine, vorzugsweise mehrere, länglich verlaufende
Sperrankerleisten und mindestens eine, vorzugsweise zwei, länglich verlaufende leistenförmige
Rissführungslippen angeformt sind
und/oder
das Schwindrohr mit seinem einen, vorzugsweise unteren, Ende senkrecht gegen die Oberseite
der Platte unter Aufnahme der Aufnahmeeinrichtung in das untere Ende desselben bzw.
in dessen von seiner Rohrwand seitlich begrenzten unteren Innenraum angesetzt ist
welche dadurch gekennzeichnet ist, dass
das Schwindrohr zur, z.B. innigen, Verbindung, vorzugsweise zur wasserdichten Verklebung
oder zur thermischen wasserdichten Verschweißung, mit der Platte und/oder der Aufnahmeeinrichtung
vorgesehen ist,
der von den Stegen des Schwindrohrschuhs begrenzte Steginnenraum ein Fugenband aufnimmt,
dessen Mitte-Querachse quer gegen die Platte ausgerichtet ist
und/oder
der Schwindrohrschuh zur, z.B. innigen, Verbindung, vorzugsweise zur, vorzugsweise
wasserdichten, Verklebung oder zur, vorzugsweise thermischen, wie wasserdichten, Verschweißung,
mit seiner Platte und Stegen mit dem Fugenband vorgesehen ist,
[0042] Ein zusätzlicher Gegenstand der Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verbindung
eines Schwindrohres mit einem, vorzugsweise in einer Arbeitsfuge angeordneten, wie
innenliegenden, Fugenband zur Erzeugung von Sollrissen in einer Wand mit Beton, wobei
der mittels Verschalung zur Bereitstellung einer Wand mittels Frischbeton seitlich
begrenzte Verschalungsraum eine Bewehrung aufweist,
vorzugsweise der mittels Verschalung zur Bereitstellung einer Wand mittels Frischbeton
seitlich begrenzte untere Bereich des Verschalungsraumes die Bewehrung oder zumindest
einen Teil derselben aufweist und/oder zusammen mit zumindest einem in diesem angeordneten,
vorzugsweise unteren, Teil des, vorzugsweise mit seiner Mitte-Querachse lotrecht ausgerichteten,
Fugenbandes mit Frischbeton vergossen oder -füllt wird,
welches dadurch gekennzeichnet ist, dass
der Schwindrohrschuh mit seinem von den Stegen seitlich begrenzten Steginnenraum das
Fugenband oder zumindest einen Teil desselben aufnimmt und das Fugenband mit seiner
dem Schwindrohrschuh zugewandten Kante seines oberen Teils gegen die von den Stegen
und deren Steginnenseiten seitlichen begrenzte Unterseite der Platte angesetzt wird,
insbesondere das Schwindrohrschuh zur Kopplung mittels Draht an die Bewehrung vorgesehen
sein kann, vorzugsweise der Schwindrohrschuh mit seinen Stegen mit dem oberen Teil
des Fugenbandes, z.B. innig, verbunden, vorzugsweise verklebt und/oder, z.B. thermisch,
verschweißt, werden kann zur Bereitstellung einer, vorteilhaften wasserdichten, Verbindung,
das Schwindrohr mit seinem einen, vorzugsweise unteren Ende senkrecht gegen die Oberseite
der Platte unter Aufnahme der Aufnahmeeinrichtung in das untere Ende des Schwindrohrs
bzw. in dessen von seiner Rohrwand desselben seitlich begrenzten unteren Innenraum,
wie lotrecht, angesetzt wird, insbesondere das Schwindrohr zur Kopplung mittels Draht
an die Bewehrung vorgesehen sein kann,
vorzugsweise das Schwindrohr zur, z.B. innigen, Verbindung, vorzugsweise zur, vorteilhaften
wasserdichten, Verklebung oder zur thermischen, vorteilhaften wasserdichten, Verschweißung,
mit der Platte und/oder der Aufnahmeeinrichtung vorgesehen ist,
und/oder
der mittels Verschalung seitlich begrenzte an den unteren Bereich sich anschließende
obere, vorzugsweise auch die Bewehrung aufweisende, Bereich des Verschalungsraums
mit dem restlichen, vorzugsweise oberen, Teil des Fugenbandes, dem Schwindrohrschuh
und dem Schwindrohr mit Frischbeton vergossen wird.
[0043] Ein anderer Gegenstand der Erfindung nimmt Bezug auf die Verwendung des Schwindrohrschuhs
zur einfach handhabbaren Aufsetzung und zuverlässigen Stabilisierung der Ausrichtung
eines mit einem Fugenband verbindbaren und/oder gegen den Schwindrohrschuh ansetzbaren
oder anzusetzenden oder angesetzten Schwindrohres, z.B. gegenüber oder mit dem Schwindrohrschuh
und/oder gegenüber oder mit dem Fugenband, in Fugen, wie Arbeitsfugen, wobei unter
Anderem der Schwindrohrschuh mit dem Fugenband und/oder das Schwindrohr mit dem Schwindrohrschuh,
z.B. innig, verbunden, vorzugsweise verklebt und/oder, z.B: thermisch, verschweißt,
werden kann zur Bereitstellung der, vorteilhafterweise dichtenden oder abdichtenden,
Verbindung.
[0044] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung bezieht sich auf die Verwendung der Schwindrohrschuhvorrichtung
mit einem Schwindrohrschuh, wobei
der Schwindrohrschuh gegen das Fugenband, vorzugsweise gegen zumindest den oberen
Teil des Fugenbandes, durch Aufnahme desselben in den Steginnenraum des Schwindrohrschuhs
angesetzt und, z.B. innig, verbunden, vorzugsweise verklebt und/oder thermisch verschweißt,
werden kann zur Bereitstellung der dichtenden Verbindung,
und/oder
gegen die Oberseite des Schwindrohrschuhs ein Schwindrohr angesetzt und mit dem Schwindrohrschuh,
z.B. innig, verbunden, vorzugsweise verklebt und/oder, z.B. thermisch, verschweißt,
wird zur Bereitstellung der, vorteilhafterweise dichtenden oder abdichtenden, Verbindung.
[0045] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh umfasst eine Platte, die vorzugsweise in der
Draufsicht voll- oder teilkreisförmig oder eckig oder teilweise ausgestaltet sein
kann. An der Oberseite der Platte ist eine, vorzugsweise rohrförmige oder hohlzylindrisch
ausgetaltete, Aufnahmeeinrichtung angeformt. Die Aufnahmeeinrichtung ist zur, z.B.
formschlüssigen, Aufnahme oder zum Einschieben derselben in das eine, hier untere,
Ende des Schwindrohres vorgesehen, welches von der den Innenraum des Schwindrohres
seitlich begrenzenden Rohrwand auch ausgebildet ist
[0046] An der der Oberseite abgewandten Unterseite der Platte sind zwei parallel zueinander
verlaufende voneinander beabstandete Stege angeformt. Aufgrund der Beabstandung der
Stege voneinander wird ein Steginnenraum gebildet, der für die Aufnahme des Fugenbandes,
zumindest eines Teils des Fugenbandes, wie des oberen Teils desselben, in einer Endstellung
vorgesehen ist. Unter Endstellung wird im Sinne der Erfindung auch verstanden das
Einführen der Aufnahmeeinrichtung des Schwindrohrschuhs in das, vorzugsweise lotrecht
ausgerichtete, Schwindrohr und/oder das Ansetzen des Schwindrohrschuhs mit seiner
von den beiden Stegen seitlich begrenzten Unterseite der Platte gegen das Fugenband,
so dass deren Mitte-Querachse senkrecht gegen die Unterseite ausgerichtet sein kann.
Ebenso kann das Verbringen der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung umfassen
sowohl die Reihenfolge, wie das Einführen der Aufnahmeeinrichtung des Schwindrohrschuhs
in das, vorzugsweise lotrecht ausgerichtete, Schwindrohr und/oder das anschließende
Ansetzen des Schwindrohrschuhs mit seiner von den beiden Stegen seitlich begrenzten
Unterseite der Platte gegen das Fugenband, so dass deren Mitte-Querachse senkrecht
gegen die Unterseite ausgerichtet sein kann, als auch umgekehrt, wie das Ansetzen
des Schwindrohrschuhs mit seiner von den beiden Stegen seitlich begrenzten Unterseite
der Platte gegen das Fugenband, so dass deren Mitte-Querachse senkrecht gegen die
Unterseite ausgerichtet sein kann, un/oder das Einführen der Aufnahmeeinrichtung des
Schwindrohrschuhs in das, vorzugsweise lotrecht ausgerichtete, Schwindrohr.
[0047] Die Stege sind vorzugsweise senkrecht zu der Unterseite der Platte aufgerichtet.
Ebenso sind die Stege in der Ausgestaltung der kreisförmigen Platte so an der Platte
angeformt, dass mittig im Steginnenraum der Kreismittelpunkt der vollkreisförmigen
Platte sich befindet.
[0048] An der Unterseite der Platte befinden sich zusätzlich zwei an dieser angeformte leistenförmig
verlaufende Rissführungsstege, so dass an jeder der Außenseiten der Stege, die dem
Steginnenraum abgewandt sind, jeweils ein Rissführungssteg angeformt sein kann. Die
Rissführungsstege sind vorzugsweise senkrecht zu den Stegen und deren Außenseite und/oder
länglich verlaufenden Steginnenraum ausgerichtet. Die Rissführungsstege sind im Querschnitt
länglich eckig ausgebildet wie die Stege. Vorzugsweise sind die Rissführungsstege
mit einer gemeinsamen einander übereinstimmenden Mitte-Längsachse zueinander ausgerichtet.
Bei dem Ansetzen des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs gegen die Oberseite des Fugenbandes
oder gegen zumindest einen Teil desselben wird zumindest dieser obere Teil des Fugenbandes
in den Steginnenraum eingeführt, sodass das Fugenband mit seiner oberen längs seiner
Mitte-Längsachse verlaufenden Kante oder der oberen längs seiner Mitte-Längsachse
verlaufenden Kante des oberen Teils des Fugenbands flächig gegen die den Steginnenraum
seitlich begrenzenden Steginnenseiten der Stege und gegen den Steginnenraumgrund als
Teil der Unterseite der Platte anliegt.
[0049] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs kann der
Schwindrohrschuh mit dem in dem Steginnenraum aufgenommenen Fugenband oder zumindest
mit einem Teil desselben verbunden werden. In einer bevorzugten Ausgestaltung des
erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs kann auch das Schwindrohr mit dem erfindungsgemäßen
Schwindrohrschuh oder dessen Aufnahmeeinrichtung zusätzlich oder alternativ, z.B.
innig, verbunden werden.
[0050] Im Sinne der Erfindung wird unter inniger Verbindung verstanden eine Verklebung,
z.B. von zwei einander anliegenden Flächen, und/oder eine, z.B. thermische, Verschweißung,
z.B. Verschmelzung von zwei einander anliegenden Bereichen von zwei kunststoffartigen
Körpern, wie Fugenband und Schwindrohrschuh oder Schwindrohrschuh und Schwindrohr,
die derart benachbart sind, dass die beiden einander anliegenden oder benachbarten
Flächen der einander anliegenden Bereiche die Bereitstellung von deren Einstückigkeit
möglich machen, um gegenüber, wie von außen, drückendem, stauchendem und/oder stauendem
Wasser abdichtend zu sein und daher das Eindringen von drückendem, stauchendem md/oder
stauendem Wasser über die Verbindung wirkungsvoll zu verhindern. Unter abdichtender
oder dichtender Verbindung wird im Sinne der Erfindung auch verstanden ein fehlendes
Eindringen von drückendem, stauchendem uns/oder stauendem Wasser, z.B. über Risse
und/oder Spalte in derselben.
[0051] Da der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh, das Schwindohr und/oder das Fugenband mit
kunststoffartigen Materialien hergestellt sind, vorzugsweise mit einander übereinstimmenden
oder ähnlichen kunststoffartigen Materialien, ist eine Verklebung als, z.B. innige,
Verbindung des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs mit dem Fugenband und/oder mit
dem Schwindrohr vorteilhaft. Als Klebstoffe können sich herkömmlicherweise eignen
physikalisch abbindende Klebstoffe, wie Schmelz-Klebstoffe, z.B. SB, PA, EVA, Polyestherplastisol-Klebstoffe,
Haft-Klebstoffe, z.B. Kautschuke, Polyacrylate, Lösungsmittel-/ Dispersions-Klebstoffe,
z.B. PUR, VORA, Lösungsmittel-/Dispersionsklebstoffe, z.B. NR, PVAC, usw. Ebenso eignen
sich Reaktionsklebstoffe, wie chemisch abbindende Klebstoffe, z.B. EP mit Säureanhydriden,
EP mit Polyaminen, Polyisocyanate mit Polyolen, Cyanacrylate, Methacrylate, usw.
[0052] Unter Verbindung kann auch im Sinne der Erfindung verstanden werden, beispielsweise
eine innige Verbindung, z.B. eine thermische Verschmelzung oder Verklebung, und/oder
eine herkömmliche mechanische Verbindung, wie Nietverbindungen, Schraubverbindungen,
Federverbindungen, wie Druckfedern, Zugfedern, Schraubenfedern, usw. Die Verbindung
zwischen Schwindrohrschuh und Schwindrohr und/oder Schwindrohrschuh und Fugenband
kann daher auch reib- und/oder, form- und/ oder kraftschlüssig sein.
[0053] Auch zeigt sich, dass eine thermische Verschmelzung als, z.B. innige, Verbindung
des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs oder der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung
mit dem Fugenband und/oder mit dem Schwindrohr bevorzugt ist. Es zeigt sich, dass
bei identischen oder ähnlichen thermoplastischen Kunststoffen, mit welchen das Fugenband,
das Schwindrohr und /oder der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh hergestellt sein können,
abdichtend verschweißt werden können miteinander, wobei man im Schweißbereich die
Stege und das im Steginnenraum aufgenommene Fugenband auf die Temperatur viskosen
Fließens erwärmen, zusammendrücken und die Verbindung mit gleichzeitiger Druckverminderung
erkalten lassen kann, beispielsweise gem. DIN 1910.
[0054] Es eignen sich hinzukommend herkömmliches Warmgas- und Heizelement-Schweißen, Warmgas-Schweißen
mittels eines öl-, wasser- und /oder staubfreien Warmluftstroms von beispielsweise
50°C bis 600°C. Ebenso eignet sich Druckluft mit beispielsweise 0,2 bis 0,8 bar Überdruck
als Schweißluftstrom zugeführt durch ein röhrenförmiges Handschweißgerät mit elektrischer
Heizung. Hierbei kann die Druckluft mittels Gebläse ausgetrieben werden und eine Düse
für das meist angewandte Warmluft- Ziehschweißen die Schweißwärme auf die benachbarten
Kunststoffteile gerichtet werden. Auch können durch einfaches Ansetzen von Heizflächen
gegen die einander benachbarten Stege derart diese erhitzt werden, dass diese mit
dem Fugenband eine innige Verbindung eingehen. Die, z.B. innige, Verbindung, z.B.
infolge Erhitzung, kann wegen der Verschmelzung des kunststoffartigen Materials von
Fugenband, Schwindrohr und /oder Schwindrohrschuh zu einer quasi Einstückigkeit des
das Fugenband und /oder das Schwindrohr umfassenden erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs
führen.
[0055] Unter Fugenband wird im Sinne der Erfindung auch verstanden, z.B. ein Fugenband mit
im Querschnitt dreieckig ausgebildeten, an deren Spitzen miteinander verbundenen Dichtungsleisten,
wie unterer Teil und oberer Teil, deren einander zugewandten Spitzen miteinander innig
verbunden sein können oder ein Arbeitsfugenband, welches innenliegend und/oder außenliegend
angebracht sein kann, oder Fugenabschlussband, z.B. zum bündigen Abschließen einer
Fuge, welches innenliegend oder außenliegend angebracht sein kann. Unter Fugenband
wird im Sinne der Erfindung auch verstanden ein Dehnungsfugenband zum Überbrücken
eines Spaltes oder Zwischenraums zwischen zwei Bauwerken oder Bauwerksteilen, wie
auch das Abdichten einer Bauwerksfuge zwischen einer vorhandenen Alt-Betonkonstruktion
und einer daran anzusetzenden, frisch zu gießenden Neu-Betonkonstruktion. Unter Fugen
werden im Sinne der Erfindung auch verstanden Dehnungsfugen, Standfugen, Bewegungsfugen,
Arbeitsfugen und Scheinfugen. Unter Standfugen werden verstanden Fugen, in denen keine
oder nur eine geringe Bewegung auftreten können. Bewegungsfugen können in bestimmten
Abschnitten vorgeplante Bauteilunterbrechungen sein, deren Breite sich in Folge Erwärmung
durch Sonneneinstrahlung ausdehnen und bei Kälteeinbruch schmaler werden können. Auch
treten Bewegungsfugen auf bei Setzungen der Bauwerke durch Erschütterungen. Arbeitsfugen
können entstehen, wenn bei der Herstellung eines Bauwerks eine Unterbrechung erforderlich
ist, beim Wechsel von Baustoffen, z.B. Fertigteilstützen und Mauerwerk. Die einander
zugewandten Spitzen vom unterem Teil und oberen Teil könne auch über einen leistenförmigen
im Querschnitt rechteckigen längs der Mitte-Längsachse des Fugenbandes verlaufenden
Abschnitts miteinander verbunden sind.
[0056] Unter Beton oder betonartiger Masse oder Frischbeton kann im Sinne der Erfindung
auch verstanden werden ein Gemenge oder eine Mischung mit Zement als Bindemittel,
Kiessand als Zuschlag, Wasser und ggf. weiteren Zuschlagsstoffen und/oder Zuschlägen,
je nach Erfordernis zur Bereitstellung von Bauwerken und oder deren Teile.
[0057] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh, das Schwindrohr und/oder die erfindungsgemäße
Schwindrohrschuhvorrichtung kann einstückig mit einem elastomeren kunststoffartigen
Material extrudiert sein. Im Sinne der Erfindung wird unter Einstückigkeit auch verstanden,
dass dieses als ein Ganzes, also einteilig, herstellbar, z.B. extrudiert, ist oder
z.B. zwei Flächen miteinander zu einem Ganzen verschmelzen oder verschmolzen sind.
Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh kann ein elastisches, kompressibles Material
enthalten; auch kann der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh gewebeverstärkt, wie textilbewehrt,
ausgebildet sein. Die Textilbewehrung des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh kann
ein dehnungsfähiges textiles Gewebe sein, welches an- oder aufextrudiert oder aufgeklebt
sein kann. Die Gewebeverstärkung kann Kohlenstofffasern und/oder Glasfasern und/oder
Stahlfasern enthalten; die Gewebeverstärkung kann auf das elastische kunststoffartige
Material anextrudiert und/oder mit diesem coextrudiert und/oder auf diesem aufgeklebt
oder mit diesem vulkanisiert sein.
[0058] Der Schwindrohrschuh, das Fugenband und/oder das Schwindrohr können mit Weich-PVC
(Weich-Polyvinylchlorid) hergestellt sein, welches ein Gehalt an Weichmachern von
herkömmlicherweise mehr als 12 Gew.-% aufweisen. Als Hart-PVC (Hart-Polyvinylchlorid)
eignen sich solche Verbindungen mit 0 bis 12 Gew.-% Weichmacher. Als Weichmacher eignen
sich sogenannte Weichmachungs-Plastifikations-, -Plastifizierungs- und / oder Elastifizierungsmittel.
Als Weichmacher können verwendet werden üblicherweise Thermoplaste, Doroplaste und
Elastomere-Verbindungen. Das Schwindrohr kann auch zwei Rohre umfassen, wobei das
Innenrohr mit Hart-PVC und/oder das das Innenrohr aufnehmende Außenrohr mit Weich-PVC
oder vice versa, hergestellt sein können.
[0059] Das Schwindrohr, der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh und/oder das Fugenband können
mit einem kunststoffartigen Material hergestellt sein. Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh
kann extrudiert oder Teile, wie Stege, an der Platte koextrudiert sein. Ebenso kann
der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh mit einem kunststoffartigen Material, wie stoffschlüssig,
extrudiert oder mit verschiedenen kunststoffartigen Materialien koextrudiert sein,
wobei ebenso bestimmte Teile, wie Stege, Aufnahmeeinrichtung und/oder Rissführungsstege,
koextrudiert oder anextrudiert sein können. Als kunststoffartiges Material können
sich z.B. thermoplastische Elastomere oder sonstige kunststoffartige Werkstoffe eignen,
die in Gegenwart von Flüssigkeit aufquellbar sein oder aufquellen können oder nicht
aufquellbar sind oder nicht aufzuquellen vermögen. Diese können, wie verformbar oder
rückformbar, bei vorbestimmter Temperatur, sein. So eignet sich für den erfindungsgemäßen
Schwindrohrschuh, das Schwindrohr und/oder das Fugenband als elastisches kunststoffartiges
Material mindestens ein Vertreter der dem Fachmann bekannten TPE-, PVC-, NBR-, PE-,
PP-, SBR-, EPDM-, CR- und NR-Verbindungen und deren Derivate umfassenden Gruppe. Man
kann verstehen unter TPE thermoelastische Elastomere, PVC Polyvinylchloride, NBR Acrylnitril-1,3-Butadien-Kautschuk,
PE Polyethylen, PP Polypropylen, SBR Styrol-Butadien-Copolymere, EPDM Ethylen/Propylen-Dien-Terpolymere,
CR Polychloropren-Kautschuk, NR Isopren-Kautschuk und/oder deren Derivate. So kann
das kunststoffartige Material mindestens einen Vertreter der TPE: Thermoplastische
Elastomere, PVC: Polyvinylchlorid, NBR: Acrylnitril-Butadien-Kautschuk, PE: Polyethylen,
PP: Polypropylen, SBR: StyrolButadien-Kautschuk, EPDM: Ethylen/Propylen-Dien-Kautschuk,
CR: Chloropren-Kautschuk, NR: Naturkautschuk und deren Abkömmlinge umfassenden Gruppe
enthalten.
[0060] In einer besonderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs oder der
erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung wird dieser mit einem elastischen kunststoffartigen
Material, welches vorteilhafterweise in Gegenwart von Wasser aufquellende Kunststoffe,
wie TPE enthält, bereitgestellt. Unter thermoplastischen Elastomeren, wie TPE, werden
im Sinne der Erfindung Polymere oder thermoplastische Kautschuke verstanden, die eine
Kombination der Gebrauchseigenschaften von Elastomeren und den Verarbeitungseigenschaften
von Thermoplasten besitzen können. Das kann dadurch erreicht werden, wenn beispielsweise
in den Makromolekülen der entsprechenden Kunststoffe gleichzeitig weiche und elastische
Segmente mit hoher Dehnfähigkeit und niedriger Glasübergangstemperatur (T
g) sowie harte, kristallisierbare Segmente mit geringer Dehnbarkeit, hoher T
g und Neigung zur Assoziatbildung, wie physikalische Vernetzung, vorliegen. Die Weich-
und Hartsegmente sind bevorzugterweise miteinander unverträglich und als individuelle
Phasen vorliegend. Thermoplastische Elastomere eignen sich zudem, wenn sie thermolabile
reversibel spaltbare Vernetzungsstellen, d.h. von physikalischer aber auch chemischer
Art sind. Als thermoplastische Elastomere eignen sich herkömmliche, wie die thermoplastischen
Elastomere des Styrol - Typs. Diese können als weiche Polymersegmente Butadien bzw.
Isopren oder Ethylenbutylen und als harte Polymersegmente Styrol-Verbindungen aufweisen,
wie SBS, SIS, oder SEBS. Z.B. in TPE-Klassen eingeteilt, können thermoplastische Elastomere
auch verwendet werden, wie die des Styrol-Typs, die weiche Polymersegmente mit vernetztem
EPDM oder vernetztem NR, oder Ethylenvinylacetat oder vernetzte NBR und als harte
Polymersegmente solche mit Propylen oder solche, die Vinylidenchlorid umfassen. Diese
werden für den Fachmann in bekannter Weise als EPDM /PP oder NR / PP oder EVA/ PVDC
oder NBR / PP bezeichnet. Als thermoplastische Elastomere eignen sich herkömmliche,
wie die thermoplastischen Elastomere des Polyurethans - Typs auch weiche Polymersegmente
mit Esterglykole und harte Polymersegmente mit Isocyanat - Kettenverlängerer oder
die H - Bindungen aufweisen. Als thermoplastische Elastomere eignen sich auch solche
des Polyetherester-Typs, die Alkylenglykol als weiche Polymersegmente und Alkylenterephthalat
als harte Polymersegmente aufweisen. Als thermoplastische Elastomere eignen sich auch
solche des Polyetheramid-Typs, die Etherdiole als weiche Polymersegmente und Amide
harte Polymersegmente aufweisen. Die thermoplastischen Elastomere können in Gegenwart
von Flüssigkeiten wie Wasser aufquellen. Hinzukommend kann das elastische kunststoffartige
Material zusätzlich Anteile von wasseraufnehmenden hierdurch aufquellenden Verbindungen
umfassen, beispielsweise vernetzte Polymere wie Polyacrylamid, Polyvinylpyrrolidon,
Amylopektin, usw. Als Copolymer mit Acrylsäure, wie Propensäure, und Acrylamid in
Gegenwart eines Kernvernetzers können derartige Polymermoleküle durch chemische Brückenbindungen
miteinander vernetzt sein, wobei diese Brücken zwar wasserunlöslich sein können, aber
an deren polaren Gruppen sich Wassermoleküle anzulagern vermögen. Aufgrund der Verwendung
von polaren Polymerverbindungen zusätzlichen in den thermoplastischen Elastomeren
wird die Quellung der thermoplastischen Elastomere noch zusehends unterstützt.
[0061] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh eignet sich als Verbindungsstück zwischen herkömmlichen
Schwindrohren und innen liegenden, wie horizontal verlaufenden, Fugenbändern, die
zur Abdichtung von z.B. Fugen, wie Arbeitsfugen, Sollrissfugen, usw., im Stahlbetonbau
gegen drückendes und zeitweise aufstauendes Wasser verwendet werden können, so dass
sich das herkömmlicherweise erfolgende Einschneiden der Unterseite oder des Fußes
oder -abschnittes der Schwindrohre erübrigt.
[0062] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh eignet sich besonders als Übergangsstück zwischen
den herkömmlichen Schwindrohren beispielsweise in vertikaler Ausrichtung in Fugen
in Wänden und Fugenbändern als horizontale Abdichtung der Fuge zwischen Sohlplatten
und Wänden und dergleichen. Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh kann mit einem thermoplastischen
Kunststoff hergestellt sein, wobei der thermoplastische Kunststoff thermisch schweißbar
und daher auch Produkten mit demselben Kunststoff wasserdicht verbindbar sein.
[0063] Die, vorzugsweise kreisrunde, Platte des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh kann
als Kontaktfläche zur Schaffung einer wasserdichten Verbindung zum darüber stehenden
Schwindrohr dienen, die Aufnahmeeinrichtung, die an der Platte angeformt, wie verbunden,
ist, kann zur Arretierung oder Fixierung des Schwindrohres; die zwei parallel verlaufenden,
wie unterbrechungsfreien, Stege, können zur Aufnahme / Arretierung des darunter horizontal
verlaufenden Fugenbandes dienen. Die, vorzugsweise an mindestens einer Außenseite,
besonders bevorzugt an den Außenseiten der beiden außenliegend angeordneten Stegen
angeordneten, wie angeformten, z.B. mit der oder den Außenseiten derselben verbundenen,
Rissführungsstege zeichnen sich durch die Schwächung des Betonquerschnitts zur Fortführung
von Sollrissen aus. Es erweist sich von Vorteil, wenn auch unter oder unterhalb der
Platte im Beten Sollrisse erzeugt oder zumindest fortgeführt werden.
[0064] Gerade die Rissführungsstege des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs erweitern in
geschickter Weise die kontrollierte Riss- oder Sollrissbildung und/oder die Fortführung
der Risse oder Sollrisse im Beton und setzen die durch das Schwindrohr initiierte
kontrollierte Riss- oder Sollrissbildung und/oder die Fortführung der Risse oder Sollrisse
im Beton zuverlässig in geschickter Weise fort.
[0065] Im Stand der Technik wird das Schwindrohr an den Randwülsten der Sperranker mit sogenannten
Fugenbandklammern in der Bewehrung fixiert. Es zeigt sich jedoch, dass die Fixierung
zu einer Unterbrechung der Rissbildung im Beton führt, sodass in diesem Bereich, gerade
im unteren Bereich der Schwindrohre Undichtigkeiten im Beton auftreten. Der Einsatz
des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh und der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung
vermeidet diese Nachteile.
[0066] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh bietet die Möglichkeit, das Schwindrohr zunächst
auf die Platte, wie vorteilhafterweise wasserdicht, verbinden, beispielsweise wasserdicht
aufschweißen, zu können. Hierdurch kann das Schwindrohr fixiert, wie zwangsarretiert,
werden. Im Anschluss daran kann der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh mit dem Schwindrohr
auf das, z.B. horizontal oder geneigt verlaufende, Fugenband aufgesteckt werden. Die
Verbindung zwischen dem erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh und dem Schwindrohr und/oder
zwischen dem erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh und dem Fugenband kann innig sein,
wie thermisch verschweißt sein; diese lagesichere weitgehend nicht mehr lösbare Anordnung
kann auch Zwangsarretierung oder Fixierung im Sinne der Erfindung genannt werden.
Auch weitere herkömmliche, wie reib- und/oder kraft- und/oder formschlüssige, Verbindungen
ermöglichen die
lagesichere weitgehend nicht mehr lösbare Anordnung, wie Zwangsarretierung oder Fixierung.
[0067] Zum Beispiel können zwei, wie im Querschnitt T-förmig oder pilzförmige ausgebildete,
Rissführungsstege an der Unterseite der Platte ebenso den Querschnitt des Betons um
die gewollte Rissbildung auslösen, deren Bildung fördern und/oder zumindest fortführen;
gerade die Fortführung der von dem Schwindrohr ausgelösten Rissbildung zeigt sich
als Vorteil im Bereich des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs sowohl im seitlichen
als auch im unteren Bereich desselben. Nach der Arretierung oder Fixierung wird bevorzugterweise
ein wasserdichter Übergang zwischen dem erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh und dem
Schwindrohr einerseits und /oder dem erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh und dem Fugenband
andererseits z.B. infolge der innigen Verbindungen geschaffen.
[0068] Das Schwindrohr kann auch für vertikale Wandfugen und deren Abdichtung benutzt werden.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs, der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung
und des erfindungsgemäßen Verfahrens sind beispielsweise
die präzise Steuerung der Schwindrisse als Sollbruchstellen durch die Querschnittsschwächung,
die Dichtung der Risse durch die Sperrankerleisten und Rissführungslippen des Schwindrohres
die Kraftschlüssigkeit der Wände, da die statisch erforderliche Bewehrung nicht unterbrochen
wird,
der schnelle und rationelle Einbau,
das Betonieren von langen Wandabschnitten in einem Zug, usw..
[0069] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh kann auch als Schwindrohrschuhvorrichtung auf
horizontale Arbeitsfugen als Sicherung aufgesteckt werden.
[0070] Das im Stand der Technik übliche Einschneiden des Schwindrohrs in dessen Unterseite
zwecks Aufstülpung desselben auf das Arbeitsfugenband das Fixieren des oberen Wandbereich
des Schwindrohres mit Fugenbandklammern oder Knaggen ist nicht mehr erforderlich aufgrund
der hinreichenden Formstabilität der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung
mit Arretierung des Schwindrohrschuhs an Schwindrohr und Fugenband. Die Fixierung
des Schwindrohres kann zudem beim Betonieren durch Dreikantleisten auf beiden Seiten
der Betonwände bei der Betonage und/oder Verfüllung des unteren Bereichs des Schwindrohres
mit Beton unterstützt werden. Beispielsweise wird für den Bau von Schutzräumen das
Schwindrohr vollständig mit Beton verfüllt. Auch hier zeigt sich, dass im Stand der
Technik gerade im unteren Bereich des Schwindrohres, welcher aufgrund seines Einschnittes
auf dem Fugenband aufsitzt, die Rissbildung unterbrochen wird und der Beton durch
Rissbildung zu Undichtigkeiten neigt, so dass sich auf Baustellen der Einsatz gerade
des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs und der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung
durch das geschickte Zusammenwirken der Platte, der Aufnahmeeinrichtung, der Stege
und der Rissführungsstege miteinander aufdrängt.
[0071] Erst der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh und die erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung
ermöglichen die gezielte Rissführung über eine kontrollierte Querschnittsschwächung
bei gleichzeitiger Abdichtung des Bereichs des Fugenbandes und oberhalb des Fugenbandes
und machen den Einbau des Schwindrohres einfach und sicher vor Ort auf der Baustelle.
[0072] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh ermöglicht die Abdichtung und die Querschnittsschwächung
ebenfalls bei Schwind-, Sollrissfugen im Wandbereich von Bauwerken aus wasserundurchlässigem
Beton, der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh eignet sich nicht nur für Wohnbauten
und Verwaltungsbauten, sondern auch für Tiefgaragen und wasserdichte Behälter.
[0073] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh ermöglicht
den einfachen und sicheren Einbau des Schwindrohres,
die zuverlässige dauerhafte Ausrichtung desselben auch beim Betonieren,
z:.B. gegenüber oder mit dem Fugenband und/oder gegenüber oder mit dem Schwindrohr,
wobei eine Unterbrechung der Bewehrung ist nicht erforderlich.
[0074] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh ist mit dem Schwindrohr
kombinierbar auch mit innen liegenden Arbeitsfugenbändern,
ermöglicht eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit,
ist, auch mit Fugenband, trotz der auf Baustellen bekannterweise vorkommenden robusten
Arbeitsweisen leicht handhabbar, schweißbar und verklebbar,
so dass durch den dauerhaft anhaltenden mittigen Einbau des Schwindrohrs in Betonteile
zwar der Betonquerschnitt verringert, durch die gewollte Schwächung des Betons aber
eine Sollrissfuge erzeugt werden kann.
[0075] Um eine gezielte Rissbildung zu erreichen, kann der Schwindrohrschuh zum Beispiel
mit glatten Stegen versehen und/oder für Eingriff von Betonteiloberflächen mit, z.B.
mittels Trapez- oder Dreieckleisten, eingezogenen Vertiefungen ausgestaltet sein.
[0076] Wie bereits erwähnt wird am unteren Teil oder unteren Ende des Schwindrohres dessen
Fuß eingeschnitten oder ausgesägt, sodass das Schwindrohr auf das in der Sohle oder
Decke zur Hälfte einbetonierte, nach Möglichkeit stahlarmierte Arbeitsfugenband aufgesteckt
werden kann.
[0077] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh in Kombination mit dem Schwindrohr eignet sich
zur Erzeugung und Abdichtung von Schein- und Sollrissfugen usw. Es zeigt sich, dass
die an dem Schwindrohr angeformten Rissführungslippen sich nicht nur mit dem Schwindrohr
fortsetzen sondern auch ihre Fortsetzung finden mit den an der Unterseite der Platte
des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs angeformten Rissführungsstegen, sodass nicht
nur mit dem erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh eine zuverlässige Ausrichtung des Schwindrohres
gewährleistet wird, sondern zugleich die kontrollierte Fortsetzung der Rissbildung
im Beton nicht nur im Bereich des Schwindrohres sondern auch unterhalb oder unter
dem Schwindrohr bzw. unterhalb oder unter dem erfindungsgemäße Schwindrohrschuh sich
einstellt und erstmalig eine zielgerechte und -erwünschte Erzeugung von Sollrissen
im Betonbereich unmittelbar im Bereich des Schwindrohres unterhalb oder unter desselben
durch den Einsatz und die Verwendung des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs bereitgestellt
wird.
[0078] In einer besonderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs oder der
erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung sind die der außenliegenden Kreisbogenrand,
wie Vollkreisbogenfläche, der Platte zugewandten Außenkanten der Stege oder zumindest
Teile derselben mit dem Kreisbogenrand der Platte bündig und fluchtend ausgerichtet.
Ebenso sind in einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs
die der Kreisbogenrand zugewandten Außenkanten der Rissführungsstege oder zumindest
Teile derselben mit der Kreisbogenrand der Platte bündig und fluchtend ausgerichtet.
Darüber hinaus können zumindest die, dem Kreisbogenrand zugewandten Außenkanten der
Rissführungsstege zumindest teilweise, z.B. in den der Platte abgewandten Bereichen,
unter Bildung von Fasen eingezogen sein. Des Weiteren können zumindest die, dem Kreisbogenrand
zugewandten Außenkanten der Stege zumindest teilweise unter Bildung von Fasen, z.B.
in den der Platte abgewandten Bereichen, eingezogen sein. Der Abstand der Stege zueinander
und damit auch die Breite des Steginnenraums entspricht der Dicke des Fugenbandes
bevorzugterweise. In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs wird
die rohrförmige Aufnahmeeinrichtung des Schwindrohrschuhs von dem unteren Ende des
Schwindrohrs aufgenommen, so dass das untere Ende gegen die Oberseite der Platte flächig
zum Ansetzen gelangt; in einer anderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs
kann auch umgekehrt die rohrförmige Ausbildung der Aufnahmeeinrichtung des Schwindrohrschuhs
das untere Ende des Schwindrohrs aufnehmen.
[0079] Die Aufnahmeeinrichtung ist zur, z.B. innigen, Verbindung des einen, hier des unteren,
Endes des Schwindrohres beispielsweise mittels thermischer Verklebung geeignet.
[0080] Die vorhergehend und nachfolgend offenbarten Merkmale und Mittel können auch vorteilhafterweise
unterschiedlich miteinander kombiniert den erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh, die
erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung, die erfindungsgemäße Verwendung des
Schwindrohrschuh und die erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung sowie das erfindungsgemäße
Verfahren bereitstellen und von diesen beansprucht werden.
[0081] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung betrifft die erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung.
die den erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh und ein Schwindrohr umfasst, sodass das
eine, wie untere, Ende des Schwindrohres gegen die Oberseite der Platte angesetzt
ist mit gleichzeitiger Aufnahme der rohrförmigen Aufnahmeeinrichtung in den von der
Rohrwand des Schwindrohres seitlich begrenzten Schwindrohrinnenraum. Vor Ort kann
das Schwindrohr mit der Platte und der Aufnahmeeinrichtung, z.B. innig, verbunden,
wie verklebt, thermisch verschweißt, werden.
[0082] Es zeigt sich, dass durch das Ansetzen des Schwindrohres gegen die Oberseite der
Platte des Schwindrohrschuhs eine zuverlässige komplikationslose für den ungeübten
Benutzer durchführbare Zwangsarretierung erfolgen kann, der eine, z.B. innige, Verbindung,
wie Verklebung, von Schwindrohrschuh mit dem Schwindrohr folgen kann. Durch die, z.B.
innige, Verbindung beider wird das Innere des Schwindrohres abgedichtet gegenüber
außen, sodass kein druckbeaufschlagtes Wasser über den Schwindrohrschuh in das Innere
des Schwindrohres oder zwischen beiden über den Verbundungsbereich gelangen kann.
Im Gegensatz zum Stand der Technik wird durch diese Vorgehensweise die durch das herkömmliche
Anschneiden der Enden des Schwindrohres zur Aufnahme des Fugenbandes entstehende Rissbildung,
über welche Wasser in das Innere des Schwindrohres einzudringen vermag, erstmals wirkungsvoll
verhindert.
[0083] Das Schwindrohr kann dergestalt gegen die Oberseite der Platte des Schwindrohrschuhs
der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung angesetzt werden, dass die Rissführungslippen
des Schwindrohres parallel zu den Rissführungsstegen des Schwindrohrschuhs ausgerichtet
sind; zudem können die beiden einander gegenüberliegenden Rissführungslippen des Schwindrohres
parallel mit den beiden gegenüberliegenden Rissführungsstegen des Schwindrohrschuhs
übereinander oder oberhalb voneinander angeordnet sein.
[0084] Die erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung ermöglicht verschiedenste Ausrichtungen
der Sperrankerleisten und der Rissführungslippen zu dem Fugenband und den Stgegen
und Rissführungsstegen je nach Bedarf und/oder Erfordernis vor Ort des Verbaus, so
dass beispielsweise die gegenüberliegend angeformten Rissführungslippen des Schwindrohres
in einem Winkel kleiner als 90° zu der Mitte-Längsachse des Fugenbandes oder längs
zu derselben ebenfalls ausrichtbar sein können. Ebenso kann das Schwindrohr gegen
die Oberseite der Platte des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs dergestalt ausgerichtet
werden, dass die Rissführungslippen des Schwindrohres zu dem Fugenband einen Winkel
< 45° bilden, beispielsweise im Bereich von 5 bis 30°, noch mehr bevorzugt 10 bis
20°.
[0085] Das Schwindrohr ist ein herkömmliches, an dessen Außenseite die Sperrankerleisten
und die Rissführungslippen leistenförmig parallel zu der Mitte-Längsachse des Schwindrohres
verlaufen. Die Sperrankerleisten können im Querschnitt T-förmig sein, sie können an
ihrem der Rohrwand des Schwindrohres abgewandten Ende statt eines querstehenden Schenkels
zur Bildung der T-Förmigkeit auch ein im Querschnitt kugelförmiges oder halbkugelförmiges
Ende aufweisen. Zwischen diesem Ende und der Rohrwand können zudem an den beiden Seiten
der Sperrankerleisten längs derselben längsverlaufende, vorzugsweise im Querschnitt
dreieckige, Lippen zwecks Erhöhung der Wasserumlaufstrecke und des Festsitzes im Benton
angeformt sein. Die Rissführungslippen des Schwindrohres sind im Querschnitt länglich
eckig gebildet, vorzugsweise sind deren von Ende bis Rohrwand verlaufenden Seiten
glattwandig im Gegensatz zu den Sperrankerleisten; z.B. sind sie gegenüberliegend
an der Rohrwand außenseitig des Schwindrohres angeformt. Die Sperrankerleisten des
Schwindrohres kommen infolge des Vergusses mit Frischbeton flächig mit Frischbeton
in Kontakt und sind infolge Aushärten desselben in dem Frischbeton fest verankert.
Die Rissführungslippen induzieren die kontrollierte Rissbildung im Beton der Wand,
sodass die Risse entweder durch die Selbstheilung des Betons infolge von einsetzender
Kristallisation sich verschließen oder von außen abgedichtet werden können.
[0086] Aufgrund der, z.B. innigen, Verbindung des Schwindrohres mit dem erfindungsgemäßen
Schwindrohrschuh oder der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung wird bereits
der Bereich zwischen dem erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh und dem gegen den Schwindrohrschuh
angesetzten Schwindrohr in hinreichender Weise gegen drückendes und zeitweise aufstauendes
Wasser abgedichtet, sodass hinzukommend der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh oder
die erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung sich infolge der Verfüllung oder
zumindest durch der teilweisen Verfüllung des Schwindrohrinnenraumes mit Frischbeton
darüber hinaus durch eine hinreichende Abdichtung und die Formstabilität der den Schwindrohrschuh
aufnehmenden Wand sich auszeichnet.
[0087] Die erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung eignet sich auch zur Aufnahme des
zumindest oberen Teils des Fugenbandes in den Steginnenraum. Nach Aufnahme des Fugenbandes
in den Steginnenraum der Stege des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs werden die
Stege mit dem Teil des Fugenbandes, der in dem Steginnenraum aufgenommen ist, innig
verbunden, wie verklebt, thermisch verschweißt, usw. sein.
[0088] Unter einer Verbindung wird im Sinne der Erfindung verstanden auch eine Verklebung
oder thermische Verschweißung. Unter einer innigen Verbindung wird im Sinne der Erfindung
verstanden auch eine Verklebung oder thermische Verschweißung, die dichtend oder abdichtend
gegen stauchendes oder drückendes Flüssigkeiten, wie Wasser, ist. Infolge der Aufnahme
zumindest eines Teils des Fugenbandes, z.B. des oberen Teils des Fugenbandes, in den
Steginnenraum der Stege mit anschließender inniger Verbindung derselben miteinander
wird gleichfalls im Gegensatz zum Stand der Technik möglich gemacht, dass gerade in
dem Bereich des Betons bzw. der Wand, die unter oder unterhalb des Schwindrohres liegt,
zusätzlich kontrolliert Risse induziert werden, da Spannungen in der Wand im Gegensatz
zu herkömmlichen Verwendungen und Kombinationen von Schwindrohr und Fugenbändern durch
Rissbildung kontrolliert freigesetzt werden. Gerade die nunmehrige Steuerung der kontrollierten
Rissbildung im Bereich unter oder unterhalb des Schwindrohres war bisher im Stand
der Technik unbeachtlich, führte aber zu unerklärlichem Wassereindringen in Gegenwart
von drückendem und zeitweise stauchendem Wasser.
[0089] Es zeigt sich, dass einerseits durch die Zwangsarretierung des Schwindrohres mit
dem erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh und andererseits durch die innige Verbindung
des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs mit dem Fugenband unerwarteterweise auch in
diesem sonstigen Bereich der Wand infolge der Querschnittsschwächung Sollrissfugen
und damit Risse bereitgestellt werden, die Zwangsspannungen in diesem Bereich im Bauteil
abbauen helfen und die Dichtheit des Bauteils nicht beeinträchtigt wird.
[0090] Die Zwangsarretierung mit Aufstecken und Fixieren des Fugenbandes ist Teil der "Put
it on and Forget" Vorgehensweise mit der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung,
da
einerseits das einfache Ansetzen des Schwindrohres gegen den erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh
und
andererseits das einfache und schnelle Ansetzen des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs
gegen den oberen Bereich des Fugenbandes mit
anschließender inniger Verbindung
unabhängig von der Reihenfolge der Verfahrensschritte
das unkomplizierte, aber in der Praxis geforderte Fixieren des Schwindrohrs auf dem
Fugenband mittels des Schwindrohrschuhs möglich macht.
[0091] Zudem zeigt sich, dass beim anschließenden Vergießen des von der Verschalung gebildetenInnenraums
mit Frischbeton aufgrund der Fixierung des Schwindrohres mit dem erfindungsgemäßen
Schwindrohrschuh und der Fixierung des Schwindrohrschuhs mittels Verbindungsarten,
z.B. Fugenbandklammern oder sonstigen Verbindungsarten, wie Rödeln (Flechten), Drillstab
und Drahtverschlüssen zwischen Schwindrohr und Bewehrung, das im Stand der Technik
gebotene Erfordernis der gleichmäßigen Beschüttung des Schwindrohres weniger beachtenswert
ist, sondern auch eine einseitige Beschüttung des Schwindrohrs mit Frischbeton, wie
es bei der robusten Vorgehensweise vor Ort zu beobachten ist, möglich macht.
[0092] Abgesehen davon zeigt sich, dass auch ein Betonieren von langen Wandabschnitten in
einem Zug mit Frischbeton zwischen benachbarten Schwindrohren ohne weiteres möglich
ist, sodass auch die Herstellung von Wänden mittels Frischbeton in Schal- und Stahlbetonbauweise
möglich gemacht wird. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verbindung eines
Schwindrohres mit einem innen liegenden Fugenband, vorzugsweise in Arbeitsfugen, werden
Sollrisse in der Betonwand kontrolliert erzeugt oder induziert.
[0093] In einem Schritt kann der mittels Verschalung seitlich begrenzte untere Bereich der
bereitzustellenden Wand eine Bewehrung aufweisen und wird der untere Bereich zusammen
mit zumindest einem in diesem angeordneten, vorzugsweise unteren, Teil des Fugenbandes
mit Beton vergossen, sodass der obere Teil des Fugenbandes von der Oberseite der bereitgestellten
Wand oder eines Teils derselben hervorsteht oder herausragt.
[0094] In einem weiteren Schritt wird der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh mit der Unterseite
der Platte, die von den Stegen seitlich begrenzten als Steginnenraum begrenzt ist,
gegen den oberen Teil des Fugenbandes angesetzt oder zumindest gegen einen Teil des
oberen Teils des Fugenbandes und dessen längs der Mitte-Längsachse des Fugenbandes
verlaufenden dem Schwindrohrschuh zugewandte Kante des Fugenbandes oder dessen oberen
Teil. In einem weiteren Schritt werden die Stege mit dem in dem Steginnenraum befindlichen
Teil des Fugenbandes innig verbunden, wie verklebt und/oder thermisch verschweißt.
In einem zusätzlichen Schritt wird ein Schwindrohr mit seinem einen Ende senkrecht
gegen die Oberseite der Platte angesetzt unter Aufnahme der rohrförmigen Aufnahmeeinrichtung
des Schwindrohrschuhs in den Innenraum des Schwindrohrs. Das eine, so das untere dem
Fugenband zugewandte, Ende des Schwindrohrs wird zusammen mit der Aufnahmeeinrichtung
innig verbunden, wie verklebt und/oder thermisch verschweißt. Anschließend kann der
mittels Verschalung seitlich begrenzte obere Bereich der Wand mit dem restlichen,
vorzugsweise oberen Teil des Fugenbandes dem Schwindrohrschuh und dem Schwindrohr
mit Frischbeton vergossen werden. Vor diesem Schritt ist es von Vorteil, dass das
Schwindrohr mittels herkömmlicher Verbindungsarten, wie Fugenklammern, Rödeln, Bindedraht,
Drillstab und/oder sonstigen Drahtverschlüssen, an die Bewehrung des oberen Bereichs
der zu vergießenden Wand gekoppelt wird.
[0095] Der Vorteil ist auch, das Schwindrohr auf dem Schwindrohrschuh lotrecht auszurichten,
sodass nach Koppelung desselben an die Bewehrung die Beschüttung des mittels der Verschalung
seitlich begrenzten oberen Bereichs des Schalungsinnenraums zur Bereitstellung der
Wand oder zumindest eines weiteren Teils derselben sich auf einfache Weise und zuverlässig
anschließt.
[0096] Es zeigt sich von Vorteil, wenn die Rissführungslippen des Schwindrohres parallel
zu den Rissführungsstegen des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs ausgerichtet werden,
um infolge der Schwächung des Betons infolge deren Bereichs Risse vorzurufen. Auch
ist es von Vorteil, wenn stattdessen die Rissführungslippen des Schwindrohres zu dem
Fugenband unter Bildung eines Winkels kleiner 90°, vorzugsweise kleiner 45°, ausgerichtet
werden können, um gerade in dem Bereich unter oder unterhalb des Schwindrohrschuhs
die Zwangsspannungen in diesem Bereich abzubauen infolge kontrollierter Rissbildung.
Durch die Rissführungslippen und/oder die Rissführungsstegen kann vorteilhafterweise
der Beton beim Aushärten dergestalt geschwächt werden, dass in den den Rissführungslippen
und/oder die Rissführungsstegen benachbarten Betonbereichen Risse hervorgerufen werden.
[0097] Es zeigt sich, dass gerade durch das erfindungsgemäße Verfahren Zwangsspannungen
sowohl in dem Bereich des Schwindrohres,
als auch in dem Bereich unter oder unterhalb des Schwindrohres in der Wand
vermieden werden, sodass die ganzflächige Dichtheit der Wand gegenüber drückendem
Wasser oder stauchendem Wasser bereitgehalten wird.
[0098] Das geschickte Zusammenwirken der Merkmale des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs,
der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens
stellt bereit, dass
die flächige vertikale Abdichtung der Wand gegenüber von außen gegen die Wand drückendem
oder stauchendem Wasser bereitgestellt wird, abgesehen von der Abwehr des Eintretens
von Feuchtigkeit von außen,
die horizontale Abdichtung der Arbeitsfuge durch das Fugenband zwischen Sohlplatte
und Wand oder zwischen Fundament und Wand oder zwischen aufeinander angeordneten Wandteilen
nicht beeinträchtigt wird,
eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit der Wand gewährleistet ist, eine Kombinierbarkeit
mit Fugenbändern, wie Arbeitsfugenbändern und sonstigen Fugenbändern ebenso möglich
gemacht ist,
der Einbau schnell und leicht ist,
der Einbau vor Ort auch unkompliziert ist,
der Einbau des Schwindrohrschuhs auch für Ungeübte möglich ist,
die die bekanntermaßen allgegenwärtige Robustheit der Arbeitsweise vor Ort zur Erstellung
von Bauwerken die zuverlässige Wirkung der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhverbindung
und des erfindungsgemäßen Verfahrens nicht beeinträchtigt,
das Auftreten von Schwindrissen,
sowohl im oberen Bereich der Wand also im Bereich des Schwindrohres,
als auch im unteren oder unterhalb des Schwindrohrs zuzuordnenden Bereich der Wand
ermöglicht wird,
die Zwangsarretierung des Schwindrohrs mit dem Schwindrohrschuh und das Aufsetzen
desselben gegen das Fugenband
sowie
die vom Bauhandwerk immer mehr geforderte als "put it on and forget" bezeichnete rasche
und zuverlässige Arbeitsweise im Gegensatz zum Stand der Technik erstmalig verwirklicht
wird.
Ausführungsbeispiele
[0099] Die Zeichnungen zeigen aufgrund einer zeichnerischen Vereinfachung in schematischer,
stark vergrößerter Weise, ohne Anspruch auf eine maßstabsgetreue Wiedergabe den erfindungsgemäßen
Schwindrohrschuh und die erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung in
Fig. 1 wesentliche Teile der erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhvorrichtung mit Schwindrohr,
Schwindrohrschuh und Fugenband vor der Endstellung,
Fig. 2 die erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung mit gegen das Fugenband angesetzter
Schwindrohrschuhvorrichtung in Endstellung mit quer zu dem Fugenband ausgerichteten
Rissführungslippen des Schwindrohres,
Fig. 3 die Seitenansicht auf den erfindungsgemäßen Schwindrohrschuh,
Fig. 4 die Schrägansicht auf die Unterseite des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs,
Fig. 5 die Draufsicht auf die Unterseite des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs,
Fig. 6 die Draufsicht auf die Oberseite des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs,
Fig. 7 die Frontansicht auf die Stege des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs
und
Fig. 8 die Frontansicht auf die Rissführungsstege des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs.
[0100] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh eignet sich zur einfach handhabbaren Aufsetzung
und zuverlässigen Stabilisierung der Ausrichtung des mit einem Fugenband 14 verbindbaren
Schwindrohres 9; das Fugenband 14 ist in einem Ausführungsbeispiel in der Arbeitsfuge
innenliegend angeordnet und verläuft horizontal mitseiner Mitte-Längsachse L parallel
zu der Oberseite einer Sohlplatte oder zu der eines Altbetonbauwerks/-teils als Wand-
oder - teil, auf welche das Neubetonbauwerk/-teil bereitzustellen ist; deren Mitte-Querachse
Q verläuft vertikal oder lotrecht zu der Oberseite einer Sohlplatte oder zu der eines
Altbetonbauwerks/-teils als Wand- oder -teil und längs zu der vertikal auszurichtenden
Wand. Das untere Teil 14c des Fugenbandes 14 ist bereits in dem Altbetonbauwerk/-teil
als Wand- oder -teil vergossen (nicht gezeigt). Der untere Teil 14c und der obere
Teil 14e sind im Querschnitt (siehe auch Fig. 2) z.B. keilförmig ausgestaltet und
deren spitz zulaufenden Enden des oberen Teils 14e und des unteren Teils 14c sind
miteinander unter Bildung eines leistenförmigen im Querschnitt rechteckigen Abschnitts
14a verbunden. In einem anderen Ausführungsspiel sind der untere Teil 14c und der
obere Teil 14e im Querschnitt rechteckig, wie quadratisch oder länglich rechteckig,
ausgestaltet und deren einander zulaufenden Enden des oberen Teils 14e und des unteren
Teils 14c sind miteinander unter Bildung eines leistenförmigen im Querschnitt rechteckigen
Abschnitts 14a verbunden.
[0101] Der erfindungsgemäße Schwindrohrschuh umfasst eine Platte 2, an deren Oberseite 2e
eine Aufnahmeeinrichtung 4 mit einer kreisförmigen Wand 4a angeformt ist, welche den
Innenraum 4d der Aufnahmeeinrichtung 4 seitlich begrenzende Wand 4a oberseitig nahe
der der Platte 2 abgewandten Oberseite 4e der Wand 4a- eine eingezogene Fase 4b aufweist
zur Erleichterung der Einführung der Aufnahmeeinrichtung 4 in das Schwindrohr 9 in
Endstellung; diese ist zur Aufnahme in das Schwindrohr 9 vorgesehen.
[0102] In einem Ausführungsbeispiel wird die Wand 4a der Aufnahmeeinrichtung 4 in den Innenraum,
der von dem unteren Ende 9c der Rohrwand 9b des Schwindrohres 9 seitlich begrenzt
wird, in Endstellung eingeführt bis zum Ansetzen des unteren Endes 9c oder bis zum
Ansetzen von dessen der Platte 2 zugewandten Stirnseite gegen die Oberseite 2e der
Platte 2; in einem anderen Ausführungsbeispiel wird vice versa das untere Ende 9c
der Rohrwand 9b des Schwindrohres 9 in den von der Wand 4a der Aufnahmeeinrichtung
4 seitlich begrenzten Innenraum in Endstellung eingeführt bis zum Ansetzen des unteren
Endes 9c oder bis zum Ansetzen von dessen der Platte 2 zugewandten Stirnseite gegen
die Oberseite 2e der Platte 2. In einem Ausführungsbeispiel sind das Schwindrohr 9
und/oder dessen Wand 9b oder Rohrwand 9b innenseitig und die Aufnahmeeinrichtung 4
oder deren Wand 4a kreisförmig oder eckig ausgestaltet, so dass die Wand 9b oder Rohrwand
9b des unteren Endes 9c innenseitig und die Wand 4a der Aufnahmeeinrichtung 4 oder
deren Wand 4a außenseitig Fläche auf Fläche oder vice versa anliegen können.
[0103] An der der Oberseite 2e abgewandten Unterseite 2c der Platte 2 sind zwei parallel
zueinander ausgerichtete voneinander unter Bildung eines Steginnenraums 6d beabstandete
Stege 6 zur Aufnahme des Fugenbandes 14 oder zumindest eines Teils desselben, wie
dessen oberen Teils 14e, angeformt; die den Steginnenraum 6d begrenzenden Innenseiten
6f der Stege 6 sind soweit voneinander beastandet, dass sie bei Einführen des oberen
Teils 14e des Fugenbandes 14 an dessen Außenseiten 14d flächig anliegen können. Die
leistenförmigen Stege 6 sind senkrecht zu der Unterseite 2c und/oder der Oberseite
2e der Platte 2 ausgerichtet. Da, wie in einem Ausführungsbespiel gezeigt, das Schwindrohr
9 mit dem Fugenband 14 innig, vorzugsweise verklebt oder thermisch verschweißt, verbunden
ist, zeichnet sich die Wasserabdichtung oder -dichtheit zwischen dem Fugenband 14
und dem Schwindrohrschuh 1 als dauerhaft aus.
[0104] An der Unterseite 2c der Platte 2 sind zwei quer zu den Stegen 6 ausgerichtete leistenförmige
Rissführungsstege 7 und auch an den Außenseiten 6e der Stege 6 angeformt, deren Mitte-Längsachsen
M einander übereinstimmend ausgerichtet sind. Die Platte 2 und die Aufnahmeeinrichtung
4 sind in einer Draufsicht auf dieselbe außenseitig mit vollkreisförmigen Außenseite,
wie einem Kreisbogenrand 2a und einer Außenseite 4c der Wand 4a der Aufnahmeeinrichtung
4 ausgebildet und sind unter Bildung eines gemeinsamen Kreismittelpunkt K miteinander
ausgerichtet. Unter leistenförmig wird im Sinne der Erfindung auch verstanden ein
länglicher Verlauf einer Schiene, z.B. parallel zu der Mitte-Längsachse A des Schwindrohrs
9 oder parallel zu der Mitte-Längsachse A des von dessen Rohrwand 2b begrenzten Innenraums
9d. Unter Mitte-Längsachse wird im Sinne der Erfindung auch verstanden eine Achse,
die mittig -von beiden gegenüber liegenden Seite gleich beabstandet- weitgehend geradlinig
zu diesen Seiten in einem Bauteil oder Raum oder Ebene verläuft.
[0105] Die Stege 6 sind an der Platte 2 so mittig angeformt, dass zwischen den Stegen 6
der Kreismittelpunkt K der Platte sich befindet. Der Steginnenraum 6d ist in Endstellung
zur Aufnahme des Fugenbandes 14 oder zumindest eines Teils desselben vorgesehen, so
dass die längs der Mitte-Längsachse L des Fugenbandes 14 verlaufende Kante 14b oder
Außenkante des Fugenbandes 14 oder von dessen oberen Teil 14e gegen einen Bereich
der Unterseite 2c der Platte 2, die von den Stegen 6 seitlich begrenzt ist, angesetzt
sind und die Mitte-Längsachse M der Rissführungsstege 7 quer zu dem Fugenband 14 und
dessen Mitte-Längsachse L ausgerichtet ist. Die Stege 6, dieser Bereich der Unterseite
2c sind zur thermischen Verschweißung mit dem Fugenband 14 vorgesehen.
[0106] Die der außenliegenden Kreisbogenkante 2a der Platte 2 zugewandten Abschnitte der
Außenkanten 6a der Stege 6 sind zumindest teilweise mit der Kreisbogenfläche 2a der
Platte 2 bündig und fluchtend ausgerichtet; auch die der Kreisbogenkante 2a der Platte
2 zugewandten Abschnitte der Außenseiten 7a der Rissführungsstege 7 sind zumindest
teilweise mit der Kreisbogenfläche 2a bündig und fluchtend ausgerichtet. Die der Kreisbogenkante
2a der Platte 2 abgewandten, der Unterseiten 6c der Stege 6 zugewandten Abschnitte
der Außenkanten 6a der Stege 6 sind zumindest teilweise unter Bildung von Fasen 6b
eingezogen. Die der Kreisbogenkante oder -rand 2a der Platte 2 abgewandten, der Unterseiten
7c des Rissführungsstegen 7 zugwandten Abschnitte der Außenkanten 7a der Rissführungsstege
7 sind ebenso zumindest teilweise unter Bildung von Fasen 7b eingezogen. Die Unterseiten
6c der Stege 6 und die Unterseiten 7c der Rissführungsstege 7 verlaufen parallel zu
der Oberseite 2e und der Unterseite 2c der Platte 2.
[0107] Der Abstand der Stege 6 und deren Innenseiten 6f zueinander entspricht im Wesentlichen
der Dicke des Fugenbandes 14, wie den Abstand der gegenüberliegenden Seiten oder Außenseiten
14 d des oberen Teils 14e des Fugenbandes 14. Die rohrförmig ausgebildete Aufnahmeeinrichtung
4 ist zur Aufnahme in das Schwindrohr 9 oder in dessen unteren Ende 9c vorgesehen
ist.
[0108] In einem Ausführungsbeispiel umfasst die erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung
den Schwindrohrschuh 1 und das Schwindrohr 9; in einem anderen Ausführungsbeispiel
umfasst die erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung den Schwindrohrschuh 1 und
das Fugenband 14. In einem weiteren Ausführungsbeispiel umfasst die erfindungsgemäße
Schwindrohrschuhvorrichtung den Schwindrohrschuh 1, das Fugenband 14 und das Schwindrohr
9.
[0109] An dem Schwindrohr 9 sind an dessen Rohrwand 9b außenseitig mehrere länglich verlaufende
leistenförmige Sperrankerleisten 16 und länglich verlaufende leistenförmige Rissführungslippen
17 angeformt. Die Sperrankerleisten 16 und die Rissführungslippen 17 verlaufen parallel
zu der Mitte-Längsachse A des Schwindrohres und des Rohrwnad 9b. In Endstellung ist
das Schwindrohr 9 mit seinem einen, unteren Ende 9c senkrecht gegen die Oberseite
2e der Platte 2 unter Aufnahme der Aufnahmeeinrichtung 4 mit ihrer kreisförmigen Wand
4a in den von der Rohrwand 9b begrenzten Innenraum 9d angesetzt. In einem Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäße Schwindrohrschuhvorrichtung sind die Außenkanten 20 der Sperrankerleisten
16 und die Außenkanten 20 der Rissführungslippen 17 in Endstellung mit dem Kreisbogenrand
2a der Platte 2 bündig und fluchtend ausgerichtet. Das Schwindrohr 9 ist zur innigen
Verbindung, vorzugsweise wasserdichten Verklebung oder thermischen wasserdichten Verschweißung,
mit der Platte 2 und/oder der Aufnahmeeinrichtung 4 zur Bereitstellung der wasserdichten
Verbindung zwischen dem Schwindrohr 9 und der Platte 2 sowie zwischen dem Schwindrohr
9 mit der Aufnahmeeinrichtung 4 vorgesehen. Die Rissführungslippen 17 des Schwindrohres
9 verlaufen parallel in Endstellung zu der Mitte-Querachse Q des Fugenbandes 14.
[0110] Da in einem Ausführungsbespiel das Schwindrohr 9 mit der Platte 2 innig, vorzugsweise
verklebt oder thermisch verschweißt, ist und/oder die Aufnahmeeinrichtung 4 mit dem
Schwindrohr 9 mit der Aufnahmeeinrichtung 4 innig, vorzugsweise verklebt oder thermisch
verschweißt, verbunden sind, zeichnet sich die Wasserabdichtung oder -dichtheit zwischen
dem Schwindrohr 9 und Schwindrohrschuh 1 als dauerhaft aus.
[0111] In Ausführungsbeispielen sind die Sperrankerleisten 16 und/oder die Rissführungslippen
17 parallel zu der Mitte-Längsachse (A) des Schwindrohres (9) verlaufend; die Sperrankerleisten
16 können im Querschnitt T-förmig mit quer zu den Sperrankerleisten 16 außenseitig
angeformten Kopfleisten 16a ausgestaltet sein, wobei an den Außenseiten 16b der Sperrankerleisten
16 längs derselben verlaufende, vorzugsweise im Querschnitt dreieckige, Lippen angeformt
sein können. Die Außenseiten 17a der Rissführungslippen 17 sind beispielsweise eben
im Gegensatz zu denen der Sperrankerleisten ausgebildet; unter eben wird im Sinne
der Erfindung auch verstanden gerade und fluchtende Ausgestaltung, wie glattwandig.
[0112] In einem anderen Ausführungsbeispiel sind die Rissführungslippen 17 des Schwindrohres
9 zu den Außenseiten 7e der Rissführungsstege 7 oder zu den Rissführungsstegen 7 des
Schwindrohrschuhs 1 in Draufsicht auf die Oberseite geringfügig versetzt zueinander
ausgerichtet unter Bildung eines Winkels kleiner als 45
0, wie 5
0 oder 10°. Die gegenüberliegend an der Rohrwand 9b des Schwindrohrs 9 angeformten
Rissführungslippen 17 des Schwindrohres 9 verlaufen in einem weiteren Ausführungsbeispiel
parallel zu dem Fugenband 14 in Endstellung, wobei die Mitte-Längsachse der Rissführungslippen
17 mit dem Mitte-Querachse Q desselben übereinstimmt. Die Rissführungslippen 17 des
Schwindrohres 9 sind zu dem Fugenband 14 in einem zusätzlichen Ausführungsbeispiel
geringfügig versetzt zueinander ausgerichtet unter Bildung eines Winkels kleiner als
45
0 1, wie 5
0 oder 10
0. Die Sperrankerleisten 16 und die Rissführungslippen 17 sind parallel zu der Mitte-Längsachse
A des Schwindrohres 9 verlaufend. Die Sperrankerleisten 9a sind im Querschnitt T-förmig;
die Rissführungslippen 17 länglich rechteckig ausgebildet. Unter Fugenband wird im
Sinne der Erfindung auch verstanden, z.B. ein Fugenband mit im Querschnitt dreieckig
ausgebildeten, an deren Spitzen miteinander verbundenen Dichtungsleisten, wie unterer
Teil 14c und oberer Teile 14e.
[0113] Mit der Bereitstellung der Endstellung wird verstanden das Zusammenbringen oder Anordnen
von dem Schwindrohrschuh mit dem Fugenband und/oder dem Schwindrohr im Sinne der Erfindung
auch verstanden.
[0114] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Verbindung eines Schwindrohres 9 mit einem, vorzugsweise
in einer Arbeitsfuge innenliegenden, Fugenband 14 zur Erzeugung von Sollrissen in
einer Wand mit Beton, umfasst die Verfahrensschritte: Der mittels Verschalung zur
Bereitstellung einer Wand mittels Frischbeton seitlich begrenzte untere Bereich eines
Verschalungsraumes weist eine Bewehrung oder zumindest einen Teil derselben auf und
wird zusammen mit zumindest einem in diesem angeordneten unteren Teil 14c des Fugenbandes
14 mit Frischbeton vergossen wird.
[0115] Zur Bereitstellung der Endstellung erfolgen folgenden Schritte -unabhängig von deren
Reihenfolge-:
Der Schwindrohrschuh 1 wird mit der Unterseite 2c seiner Platte 2 und den von den
Stegen 6 seitlich begrenzten Steginnenraum 6d gegen das Fugenband 14 oder zumindest
gegen den oberen Teil 14e des Fugenbandes 14 soweit angesetzt, dass die Kante 14b
des oberen Teils 14e des Fugenbandes 14 gegen die von den Stegen begrenzten Unterseite
der Platte als Steginnenraum 76d flächig anliegt.
[0116] Der Schwindrohrschuh 1 wird mit seinen Stegen 6, seiner Platte 2 sowie dem oberen
Teil 14e des Fugenbandes 14 thermisch verschweißt zur Bereitstellung einer wasserdichten
Verbindung,
[0117] Das Schwindrohr 9 wird mit seinem unteren Ende 9c über die Aufnahmeeinrichtung 4
gestülpt, so dass das untere Ende 9c gegen die Oberseite 2e der Platte 2 angesetzt
wird
sowie
die beiden gegenüberliegend an der Rohrwand 9b des Schwindrohres 9 angeformten Rissführungslippen
17 des Schwindrohres 9
parallel zu den Rissführungsstegen 7 des Schwindrohrschuhs 1 angeordnet
oder
die beiden gegenüberliegend an der Rohrwand 9b des Schwindrohres 9 angeformten Rissführungslippen
17 des Schwindrohres 9 zu dem Fugenband 14 unter Bildung eines Winkels kleiner als
450 oder 900
oder
parallel zu dem Fugenband 14 und dessen Mitte-Längsachse L
oder
quer zu dem Fugenband 14 und dessen Mitte-Längsachse L
ausgerichtet werden.
[0118] Das Schwindrohr 9 kann auf dem Schwindrohrschuh mit seiner Mitte-Längsachse A lotrecht,
ggf. seine Mitte-Längsachse A kann mit der Mitte-Querachse Q des Fugenbandes 14 parallel
verlaufend, ausgerichtet sein und mittels Draht an die Bewehrung gekoppelt werden.
[0119] Das Schwindrohr 9 wird mit der Platte 2 und der Aufnahmeeinrichtung 4 thermisch verschweißt
wird zur Bereitstellung einer wasserdichten Verbindung.
[0120] Der mittels Verschalung seitlich begrenzte an den unteren Bereich sich anschließende
obere Bereich des Verschalungsraums wird mit der Bewehrung und mit dem oberen Teil
14e des Fugenbandes 14, dem Schwindrohrschuh 1 und dem Schwindrohr 9 mit Frischbeton
vergossen.
[0121] Vorteilhafterweise zeigt sich Folgendes.
[0122] Die Kombination der Schwächung des Bereichs unter oder unterhalb der erfindungsgemäßen
Schwindrohrschuhvorrichtung in Endstellung setzt die kontrollierte und erwünschte
Sollrissbildung in dem Wandbereich fort.
[0123] Die Fortführung der kontrollierten Sollrissbildung, die zeitlich parallel einhergeht
mit der kontrollierten Fortführung der Sollrissbildung im Bereich des Schwindrohrs,
also über oder oberhalb des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs, führt zu einer Vergleichmäßigung
des Auftretens kontrollierter Sollrisse in dem gesamten Wandbereich infolge des allgemein
auftretenden kontrollierten Spannungsabbaus in demselben.
[0124] Es zeigt sich, dass gerade die ganzheitliche Steuerung der Schwindrisse
nicht nur in dem Bereich auf oder oberhalb des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs
und in dem Bereich des Schwindrohrs
sondern auch in dem Bereich unter oder unterhalb des erfindungsgemäßen Schwindrohrschuhs
wesentlich ist, um eine Vergleichmäßigung des Spannungsabbaus in dem Wandbereich möglich
zu machen.
[0125] Erst durch das geschickte Zusammenwirken des über die gesamte Wand sich erstreckenden
Spannungsabbaus zeigt sich
die präzise Steuerung der Schwindrisse durch Querschnittsschwächung unter
der Beibehaltung von Kraftschlüssigkeit der Wände,
der Beibehaltung des schnellen und auch rationellen Einbaus,.
da eine vollständige Abdichtung einer Wand auf geschickte und zuverlässige Weise bereitgestellt
wird,
sodass
die Vorgaben für WU-Bauwerke gem. der Richtlinien des DAfStB auch in Verbindung mit
DIN 1504-9, DIN 18533, DIN 18197, wie Berücksichtigung
der geforderten Dichtheit der Wände,
der Abwehr der Bewehrungskorrosion
und
der Aufrechterhaltung der zuverlässigen dauerhaften über die gesamte Nutzungsphase
des Bauwerks/Bauteils,
im Zusammenwirken mit DIN EN 1504 berücksichtigt werden.
Bezugsleisten
[0126]
- 1
- Schwindrohrschuh
- 2
- Platte des Schwindrohrschuhs
- 2a
- außenliegender Kreisbogenrand oder -kante der Platte
- 2c
- Unterseite der Platte
- 2e
- Oberseite der Platte
- 4
- z.B. hohlzylindrisch ausgestaltete, Aufnahmeeinrichtung
- 4a
- Wand der Aufnahmeeinrichtung
- 4b
- Fase der Wand der Aufnahmeeinrichtung
- 4d
- Innenraum, -seite von Aufnahmeeinrichtung
- 4e
- Oberseite von Aufnahmeeinrichtung
- 6
- Steg
- 6a
- Außenkante oder -rand des Stegs
- 6b
- Fase von Außenkante oder -rand des Stegs
- 6c
- Unterseite von Steg
- 6d
- Steginnenraum
- 6e
- Außenseite des Stegs
- 6f
- Innenseite von Steg
- 7
- Rissführungssteg
- 7a
- Außenkante oder -rand von Rissführungssteg
- 7b
- Fase von Außenkante oder -rand von Rissführungssteg
- 7c
- Unterseite von Rissführungssteg
- 7e
- Außenseite von Rissführungssteg
- 9
- Schwindrohr
- 9a
- außen an die Sperrankerleiste angeformte Kopfleiste
- 9b
- Rohrwand oder Wand von Schwindrohr
- 9c
- unteres Ende vom Schwindrohr
- 9d
- Innenraum vom Schwindrohr
- 14
- Fugenband
- 14a
- leistenförmiger im Querschnitt rechteckiger Abschnitt vom Fugenband, mittig in demselben
angeordnet
- 14b
- längs der Mitte-Längsachse des Fugenbandes verlaufende Kante des Fugenbandes oder
dessen oberen Teils
- 14c
- unterer Teil des Fugenbandes
- 14d
- Seite, Außenseite des oberen Teils des Fugenbandes
- 14e
- oberer Teil des Fugenbandes
- 16
- Sperrankerleiste
- 16a
- Kopfleiste
- 16b
- Außenseite der Sperrankerleiste
- 17
- Rissführungslippe
- 17a
- Außenseite der Rissführungslippe
- 20
- Außenkante von Sperrankerleiste und Rissführungslippe
- A
- Mitte-Längsachse des Schwindrohrs
- K
- Kreismittelpunkt der kreisförmig ausgebildeten Platte
- L
- Mitte-Längsachse des Fugenbandes
- M
- Mitte-Längsachse von Rissführungssteg
- Q
- Mitte-Querachse des Fugenbandes