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(11) |
EP 4 100 178 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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31.01.2024 Patentblatt 2024/05 |
| (22) |
Anmeldetag: 05.02.2021 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2021/052778 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2021/156424 (12.08.2021 Gazette 2021/32) |
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| (54) |
VERFAHREN ZUR AUTOMATISCHEN KALIBRIERUNG VON VERTIKALROLLEN EINES VERTIKALWALZGERÜSTS
SOWIE KALIBRIERANORDNUNG ZUR DURCHFÜHRUNG DES VERFAHRENS
METHOD FOR AUTOMATICALLY CALIBRATING VERTICAL ROLLERS OF A VERTICAL ROLLER FRAME AND
CALIBRATION ARRANGEMENT FOR CARRYING OUT SAID METHOD
PROCÉDÉ D'ÉTALONNAGE AUTOMATIQUE DE ROULEAUX VERTICAUX D'UNE CAGE DE LAMINOIR VERTICALE
ET SYSTÈME D'ÉTALONNAGE POUR METTRE EN OEUVRE CE PROCÉDÉ
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
06.02.2020 DE 102020201445 20.10.2020 DE 102020213239
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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14.12.2022 Patentblatt 2022/50 |
| (73) |
Patentinhaber: SMS Group GmbH |
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40237 Düsseldorf (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- WENDT, Stefan
57271 Hilchenbach (DE)
- SETZER, Ralf
57271 Hilchenbach (DE)
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| (74) |
Vertreter: Kross, Ulrich |
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Hemmerich & Kollegen
Patentanwälte
Hammerstraße 2 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A1-2010/109637 CN-A- 103 316 925 KR-B1- 101 562 125
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CN-A- 102 989 792 CN-A- 106 040 753
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur automatischen Kalibrierung von Vertikalrollen
bzw. Vertikalwalzen (im Folgenden nur noch als Vertikalrolle bezeichnet) eines Vertikalwalzgerüsts
zum Walzen von metallenen Flachprodukten, insbesondere zum Walzen von Stahl und Nicht
Eisen Metallen.
[0002] Das Kalibrieren eines Vertikalwalzgerüstes ist erforderlich, um die Position der
Vertikalrollen in Bezug auf die Mitte der Walzstraße zu bestimmen und erforderlichenfalls
zu korrigieren, sodass die zur Mitte der Walzstraße gerichteten Außenkanten der Vertikalrollen
den gleichen Abstand zur Mittellinie der Walzstraße aufweisen. Eine Kalibrierung kann
beispielsweise immer dann erforderlich sein, wenn das Vertikalwalzgerüst nach einer
Reparatur wieder in Betrieb genommen wird, wenn die Walzstraße nach Stillstand wieder
angefahren wird oder nach einem Signalverlust der Steuerung oder wenn das Walzergebnis
eine Korrektur der Position der Vertikalrollen nahelegt.
[0003] Im Stand der Technik sind verschiedene Verfahren zur Kalibrierung von Vertikalwalzgerüsten
bekannt. Bei den im Stand der Technik bekannten Verfahren erfolgt die Kalibrierung
der Vertikalrollen in Vertikalwalzgerüsten unter Verwendung von Messhilfsmitteln,
wie beispielsweise Bandmaß, Laserentfernungsmesser oder anderen Messvorrichtungen,
die vom Bedienungspersonal an der Maschine verwendet oder zum Kalibrieren an dieser
angebracht werden. Dabei wird in der Regel ein Abstand von einem festen Punkt an der
Maschine zu der jeweiligen Vertikalrolle oder zu einem dieser zugeordneten Punkt ausgemessen
oder es wird der Abstand zwischen beiden Vertikalrollen oder diesen zugeordneten Punkten
ausgemessen, um die Position der Vertikalrollen zu bestimmen und erforderlichenfalls
zu korrigieren. Diese Vorgehensweise ist insbesondere mit dem Nachteil behaftet, dass
sich während des Kalibriervorgangs Personen im Maschinenbereich und somit im Gefährdungsbereich
aufhalten müssen.
[0004] Ein weiterer Nachteil der bekannten Verfahren zur Kalibrierung in Vertikalwalzgerüsten
ist darin zu sehen, dass die bekannten Verfahren nicht automatisierbar und verhältnismäßig
zeitaufwendig sind, wodurch die Anlagenverfügbarkeit signifikant verringert wird.
[0005] Das Problem der etwa erforderlichen Messungen im Maschinenbereich wird in der
CN 102688904 A beschrieben, in welcher ein Kalibrierverfahren vorgeschlagen wird, das mithilfe eines
um nabenförmige Köpfe der Vertikalrollen geschlungenen Drahtes durchgeführt wird.
[0006] Aus der
CN 102989792 A ist ein gattungsgemäßes Verfahren zur Kalibrierung des Vertikal-Walzspalts eines
Vertikalwalzgerüsts bekannt. Das Verfahren umfasst das Bestimmen und Markieren der
Mittellinie der Walzstraße jeweils für das obere und untere Ende der Vertikalrollen,
das Bestimmen des Abstandes der Achsen der Vertikalrollen zu der markierten Mittellinie
und die vertikale Ausrichtung der Enden der Vertikalrollen zu der markierten Mittellinie.
Anschließend wird der Abstand der unteren Enden der Vertikalrollen zu dem unteren
Ende der markierten Mittellinie mit dem Abstand der oberen Enden der Vertikalrollen
zu dem oberen Ende der markierten Mittellinie verglichen. Darüber wird die vertikale
Ausrichtung und Zentrierung der Vertikalrollen eingestellt, um dann über eine Messung
der Weite des Walzspalts eine Kalibrierung vorzunehmen. Wie genau die Vermessung der
Abstände erfolgt, ist in dieser Druckschrift nicht beschrieben.
[0007] In der
JP 2012218060 A wird ein Verfahren beschrieben, bei dem die Stellung der Vertikalrollen in einem
Vertikalwalzgerüst ausschließlich mittels Sensoren bzw. Positionsgebern ermittelt
wird, die an den Anstellzylindern und an den Rückstellzylindern der Vertikalrollen-Einheiten
angeordnet sind.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren und eine Anordnung
zur Durchführung des Verfahrens bereitzustellen, mit welchen eine weitestgehende Automatisierung
der Kalibrierung von Vertikalwalzgerüsten erfolgen kann, ohne dass sich hierzu Personal
im Gerüstbereich aufhalten muss.
[0010] Die Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der Ansprüche 1 und 13. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Die Verfahrensschritte gemäß Anspruch 1 werden vorzugsweise in der Reihenfolge ihrer
Aufzählung durchgeführt.
[0012] Nach einem Gesichtspunkt der Erfindung wird ein Verfahren zur automatischen Kalibrierung
von Vertikalrollen eines Vertikalwalzgerüsts vorgeschlagen, wobei die Vertikalrollen
jeweils in einer Vertikalrollen-Einheit gelagert sind, welche in Bezug auf eine vorgegebene
Mittellinie mehrerer in einer Walzstraße angeordneter Komponenten der Walzstraße,
beispielsweise Walzgerüste, Seitenführungen, Rollgänge etc. verstellbar ist, bei welchem
zunächst die Vertikalrollen-Einheiten in quer zur Mittellinie der Walzstraße gegen
wenigstens einen ortsfesten Anschlag des Vertikalwalzgerüsts verfahren bzw. verstellt
werden, der eine bestimmte bekannte Lage bezüglich der Mittellinie aufweist. Diese
Stellung der Vertikalrollen-Einheiten wird nachstehend als Kalibrierstellung bezeichnet.
Der Anschlag kann beispielsweise als Bezugsfläche ausgebildet sein, die bei Errichtung
des Vertikalwalzgerüsts in der Walzstraße bezüglich der Mittellinie eingemessen und
ausgerichtet wurde. Aufgrund der so ermittelten Stellung der Vertikalrollen-Einheiten
wird ein kalibrierter Anfangsabstand zwischen einer zu einem Walzgut gerichteten Außenkante
einer Vertikalrolle und der Mittellinie in der Kalibrierstellung berechnet. Danach
werden die Vertikalrollen-Einheiten von der Kalibrierstellung in eine Betriebsstellung
gefahren. Der hierbei zurückzulegende Verstellweg wird für jede Vertikalrolle bzw.
für jede Vertikalrollen-Einheit unter Berücksichtigung des kalibrierten Anfangsabstandes
vorgegeben bzw. berechnet.
[0013] Dieser Vorgang kann vollständig automatisiert durchgeführt werden und erfordert keine
manuellen Messvorgänge im Gefahrenbereich des Vertikalwalzgerüsts. Das Verfahren gemäß
der Erfindung sieht vor, an einem Vertikalwalzgerüst Bezugsflächen an den beweglichen
Vertikalrollen-Einheiten oder an angrenzenden oder damit verbundenen Bauteilen einerseits
und Messflächen bzw. Bezugsflächen an stationären Bauteilen des Vertikalwalzgerüsts
andererseits vorzusehen. Die Lage dieser Bezugsflächen zur Lage der Außenkanten des
Walzgutes oder der dem Walzgut zugekehrten Außenkanten der Vertikalrollen kann verhältnismäßig
einfach bestimmt werden, ebenso die Lage der Bezugsflächen zueinander und zur Mittellinie
der Walzstraße. Die Bezugsflächen an den beweglichen Baugruppen des Vertikalwalzgerüsts
können zwecks Bestimmung einer definierten Ausgangsstellung für weitere Verstellbewegungen
gegen Bezugsflächen der stationären Baugruppen gefahren werden, sodass sie sich berühren
und eine weitere Positionsänderung nicht mehr möglich ist.
[0014] Bei einer zweckmäßigen Variante des Verfahrens ist vorgesehen, dass jeweils ein Kalibriervorgang
für eine erste Vertikalrollen-Einheit und für eine zugehörige zweite Vertikalrollen-Einheit
durchgeführt wird, wobei die erste und die zweite Vertikalrollen-Einheit nach dem
Kalibriervorgang bezogen auf die Mittellinie so in die Betriebsstellung verfahren
werden, dass die dem Walzgut zugewandten Außenkanten der ersten und zweiten Vertikalrolle
einen gleichen Abstand zur Mittellinie aufweisen.
[0015] Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung wird zwischen einer Betriebsstellung und einer
Kalibrierstellung der Vertikalrollen-Einheiten unterschieden. Unter der Betriebsstellung
im Sinne der vorliegenden Anmeldung ist die Stellung der Vertikalrollen-Einheiten
zu verstehen, die diese als Soll-Stellung einnehmen, wenn sich das Vertikalwalzgerüst
in Betrieb befindet. Unter der Kalibrierstellung im Sinne der vorliegenden Erfindung
ist, wie vorstehend bereits erwähnt, diejenige Stellung der Vertikalrollen-Einheiten
zu verstehen, in welcher wenigstens eine Bezugsfläche an einem beweglichen Teil des
Vertikalwalzgerüsts gegen eine Bezugsfläche eines stationären bzw. ortsfesten Teils
des Vertikalwalzgerüsts anliegt, wenn sich das Vertikalwalzgerüst nicht im Walzbetrieb
befindet.
[0016] Vorzugsweise wird der Kalibriervorgang für jede Vertikalrolle separat und unabhängig
von dem Kalibriervorgang der jeweils anderen Vertikalrolle durchgeführt.
[0017] Bei einer vorteilhaften Variante des Verfahrens gemäß der Erfindung ist vorgesehen,
dass die Berechnung des kalibrierten Anfangsabstandes jeweils unter Zugrundelegung
eines gegebenen Durchmessers der Vertikalrollen erfolgt. Dieser gegebene Durchmesser
kann ausgehend von einem Soll-Durchmesser unter Berücksichtigung einer verschleißbedingten
Veränderung während des Walzprozesses berechnet und der Berechnung des kalibrierten
Anfangsabstands zugrunde gelegt worden sein.
[0018] Jeder Bezugsfläche an einem beweglichen Bauteil des Vertikalwalzgerüsts ist eine
Bezugsfläche an einem stationären Bauteil des Vertikalwalzgerüsts zugeordnet. Die
stationären Bauteile des Vertikalwalzgerüsts sind beispielsweise Querhäupter, Ständerholme
sowie obere und untere Walzbalken.
[0019] Die Lage der Bezugsflächen an beweglichen Bauteilen des Vertikalwalzgerüsts sind
hinsichtlich des Abstands der zu dem Walzgut gerichteten Außenkante der Vertikalrolle
bestimmt und bekannt. Die Lage der Bezugsflächen an stationären Bauteilen des Vertikalwalzgerüsts
sind hinsichtlich des Abstandes zur Mittellinie der Walzstra-ße bekannt und bestimmt.
[0020] Für den Fall, dass sich sowohl die stationäre Bezugsfläche als auch die bewegliche
Bezugsfläche auf der dem Walzgut zugewandten Seite der Vertikalrolle befinden, kann
der tatsächliche, zu kalibrierende Abstand von der Mittellinie der Walzstraße bis
zu der zum Walzgut gerichteten Außenkante einer Vertikalrolle über folgende Formel
berechnet werden:

wobei
Akal den kalibrierten Anfangsabstand der zum Walzgut gerichteten Au-ßenkante der Vertikalrolle
zur Mittellinie der Walzstraße bezeichnet,
Astat den Abstand der stationären Bezugsfläche von der Mittellinie der Walzstraße bezeichnet,
Abew den Abstand der beweglichen Bezugsfläche von der Mittellinie der Vertikalrolle bezeichnet
und
Dwden Durchmesser der Vertikalrolle bezeichnet.
[0021] Die kalibrierte Gesamtöffnung des Vertikalwalzgerüstes ergibt sich aus der Summe
der Einzelkalibrierungsergebnisse für eine erste Seite, beispielsweise für eine Antriebsseite
und für eine zweite Seite, beispielsweis für eine Bedienungsseite des Vertikalwalzgerüsts.
[0022] Die vorstehende Berechnung geht davon aus, dass sich die Kalibrierstellung auf der
dem Walzgut zugewandten Seite der Vertikalrollen befindet. Genauso funktional und
technisch im Rahmen der Erfindung möglich ist eine Kalibrierstellung, die sich jeweils
an den äußeren Bereichen des Vertikalwalzgerüstes befindet. In diesem Falle würden
sich die Bezugsflächen jeweils an den äußeren Bereichen des Vertikalwalzgerüstes befinden.
Dann würden sich die Bezugsflächen berühren, die beispielsweise stationär an den Querhäuptern
einerseits und beweglich an den Traversen andererseits vorgesehen sein können.
[0023] Das Verstellen der Vertikalrollen-Einheit in die Kalibrierstellung und/oder das Anstellen
der Vertikalrollen-Einheit in die definierte Betriebsstellung erfolgt zweckmäßigerweise
mittels wenigstens eines Anstellsystems und/oder mittels wenigstens eines Rückholsystems.
[0024] Das Anstellsystem kann wenigstens ein translatorisch bewegtes Element, beispielsweise
einen Anstellzylinder oder eine Anstellschraube umfassen. Ebenso kann das Rückholsystem
wenigstens ein translatorisch bewegtes Element in Form eines Schraubentriebs oder
eines Rückholzylinders umfassen.
[0025] Obwohl das Anstellsystem und/oder das Rückholsystem grundsätzlich als mechanische
Systeme ausgebildet sein können, sind diese bevorzugt als hydraulische Systeme ausgebildet,
die entsprechende Kolben-Zylinderanordnungen umfassen.
[0026] Das Anstellen der Vertikalrollen-Einheit in eine definierte Betriebsstellung erfolgt
zweckmäßigerweise mittels des wenigstens eines Anstellsystems und/oder mittels des
wenigstens eines Rückholsystems.
[0027] Der Kalibriervorgang wird vorzugsweise über wenigstens ein Messglied, beispielsweise
über einen Positionsgeber überwacht, um einen Soll/Ist-Abgleich von tatsächlicher
Position und gewollter Position der Vertikalrollen durchführen zu können. Hierzu kann
in und/oder an dem Anstellsystem wenigstens ein Positionsgeber vorgesehen sein.
[0028] Beispielsweise kann das Erreichen der definierten Betriebsstellung der Vertikalrollen-Einheit
mittels wenigstens eines Messgliedes mittels wenigstens eines Positionsgebers, vorzugsweise
an wenigstens einer hydraulischen Kolben-Zylinder Anordnung des wenigstens einen hydraulischen
Anstellsystems und/oder des wenigstens einen hydraulischen Rückholsystems, überwacht
werden.
[0029] Eine bevorzugte Variante des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass der Verfahrensschritt
a) umfasst, dass zunächst wenigstens eine erste Bezugsfläche definierter Lage an einer
Vertikalrollen-Einheit oder an einem an die Vertikalrollen-Einheit angrenzenden mit
der Vertikalrollen-Einheit beweglichem Bauteil mit wenigstens einer zweiten in Bezug
auf die Mittellinie ortsfesten Bezugsfläche definierter Lage an dem Vertikalwalzgerüst,
vorzugsweise unter Aufwendung einer Anstellkraft, zur Anlage gebracht wird. Ein solches
bewegliches Bauteil kann beispielsweise eine Traverse oder ein Einbaustück des Vertikalwalzgerüsts
sein.
[0030] Das Verstellen der Vertikalrollen-Einheit gemäß Verfahrensschritt a) kann über eine
erste Wegstrecke mit einer erhöhten Geschwindigkeit und über eine zweite Wegstrecke
mit einer verringerten Geschwindigkeit erfolgen, bis die erste und die zweite Bezugsfläche
einander berühren.
[0031] Danach ist vorzugsweise eine Erhöhung der Anstellkraft bei sich berührenden einander
zugeordneten Messflächen vorgesehen, gefolgt von einer Rückstellung der Vertikalrollen-Einheit
mit zugeordneten beweglichen Bauteilen bis zu einer definierten entlasteten Position.
Die Erhöhung der Anstellkraft als auch die Zeitdauer der Einwirkung sind jeweils für
sich begrenzt.
[0032] Die Anstellkraft der einander berührenden Bezugsflächen kann mittels wenigstens eines
Druckgebers an wenigstens einer Kolben-Zylinder-Anordnung des hydraulischen Anstellsystems
und/oder des hydraulischen Rückholsystems überwacht und auf einen vorgegebenen Höchstwert
begrenzt werden. Der Druckgeber wirkt wie ein Endschalter. Wenn ein mechanisches Anstellsystem
vorgesehen ist, kann wenigstens ein Druckgeber in Form einer Druckmessdose zur Überwachung
und Begrenzung der Anstellkraft vorgesehen sein.
[0033] Wenn die Bezugsflächen an den beweglichen und stationären Bauteilen des Vertikalwalzgerüsts
so zueinander angeordnet sind, dass diese eine Position erreicht haben, in der sich
die Bezugsflächen so berühren, dass eine weitere Positionsänderung unmöglich ist,
kann die Ist-Position einer zum Walzgut gerichteten Außenkante der Vertikalrolle mit
einer Soll-Position verglichen werden.
[0034] Das Kalibrierverfahren kann durchgeführt werden, wenn das Walzgut das Vertikalgerüst
verlassen hat, z.B. während einer Walzpause, im Reparaturbetrieb oder während der
Wartung. Wenn ein Verstellen der Vertikalrollen-Einheiten in eine Kalibrierstellung
quer zur Mittellinie der Walzstraße gegen Anschläge des Vertikalwalzgerüsts erfolgt,
die an den Querhäuptern des Walzgerüsts vorgesehen sind, kann das Kalibrierverfahren
auch dann durchgeführt werden, wenn sich das Walzgut innerhalb des Walzgerüsts befindet.
[0035] Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung betrifft ein Vertikalwalzgerüst für eine
Walzstraße zum Walzen von metallenen Erzeugnissen, vorzugsweise zur Durchführung des
vorstehend beschriebenen Verfahrens, mit einer Kalibrieranordnung, mit wenigstens
zwei jeweils in Vertikalrollen-Einheiten gelagerten Vertikalrollen, die einen Walzspalt
definieren und die mit wenigstens einem vorzugsweise hydraulischen Anstellsystem und/oder
wenigstens einem vorzugsweise hydraulischen Rückholsystem in Bezug auf eine vorgegebene
Mittellinie mehrerer in der Walzstraße angeordneter Komponenten der Walzstraße verstellbar
sind, wobei die Kalibrieranordnung wenigstens eine erste Bezugsfläche definierter
Lage an wenigstens einer Vertikalrollen-Einheit oder an angrenzenden oder damit verbundenen
Bauteilen umfasst, die mit der Vertikalrollen-Einheit bewegbar ist und wenigstens
eine zweite in Bezug auf die Mittellinie stationäre Bezugsfläche sowie eine Steuerung
umfasst, mit welcher mit wenigstens einem Positionsgeber des Anstellsystems und/oder
des Rückholsystems ein Verstellen der Vertikalrollen-Einheiten quer zur Mittellinie
gegen die zweite Bezugsfläche als ortsfester Anschlag des Vertikalwalzgerüsts zur
Ermittlung einer kalibrierten Ausgangsposition und zum Berechnen eines kalibrierten
Anfangsabstandes zwischen einer zu einem Walzgut gerichteten Außenkante einer Vertikalrolle
und der Mittellinie und ein Anstellen der Vertikalrollen-Einheiten in eine definierte
Walzposition bewirkt wird.
[0036] Das Vertikalwalzgerüst, bei welchem das Verfahren gemäß der Erfindung vorgesehen
ist und an welchem die Kalibrieranordnung gemäß der Erfindung vorgesehen ist, muss
nicht zwingend ein Rückholsystem umfassen.
[0037] Ein Rückholsystem ist nur dann erforderlich, wenn das Anstellsystem nicht fest mit
der Traverse oder den Einbaustücken verbunden ist. Eine Bewegung des Anstellsystems
quer zur Mittellinie verursacht dann auch eine Bewegung der Einbaustücke. Eine Bewegung
in Richtung der Querhäupter verursacht jedoch nicht eine entsprechende Bewegung der
Einbaustücke. In einem solchen Fall wird ein Rückholsystem vorgesehen, das die Einbaustücke
der Bewegung des Anstellsystems folgen lässt. Bei dem Vertikalwalzgerüst kann das
Anstellsystem fest mit der Traverse oder den Einbaustücken verbunden sein. In einem
solchen Fall ist ein separates Rückholsystem nicht erforderlich. Das Anstellsystem
übernimmt dann auch die Funktion des Rückholsystems.
[0038] Bei einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Kalibrieranordnung gemäß der Erfindung ist
vorgesehen, dass wenigstens jeweils an einem oberen und/oder an einem unteren Einbaustück
der Vertikalrollen wenigstens eine erste Bezugsfläche angeordnet ist und dass vorzugsweise
wenigstens an einem oberen und/oder an einem unteren Walzbalken des Vertikalwalzgerüsts
wenigstens eine zweite stationäre Bezugsfläche vorgesehen ist.
[0039] Eine andere zweckmäßige Ausgestaltung der Kalibrieranordnung sieht vor, dass wenigstens
eine erste Bezugsfläche an einem an die Vertikalrollen-Einheit angrenzenden oder damit
verbundenen Bauteil, beispielsweise der Traverse, angeordnet ist und dass wenigstens
eine zweite Bezugsfläche an dem jeweiligen korrespondierenden Querhaupt des Vertikalwalzgerüsts
vorgesehen ist.
[0040] Vorzugsweise ist wenigstens eine der ersten und/oder zweiten Bezugsflächen bezüglich
ihrer Lage justierbar.
[0041] Zweckmäßigerweise sind die wenigstens eine erste Bezugsfläche und/oder die wenigstens
eine zweite Bezugsfläche als verstellbare bzw. einstellbare und/oder austauschbare
Messplatten ausgebildet.
[0042] Weiterhin umfasst die Kalibrieranordnung gemäß der Erfindung vorzugsweise wenigstens
einen Positionsgeber zur Überwachung der Position der Vertikalrollen-Einheiten.
[0043] Zusätzlich kann wenigstens ein Druckgeber vorgesehen sein, über welchen eine Anstellkraft
der wenigstens einen ersten Bezugsfläche gegen die wenigstens eine zweite Bezugsfläche
begrenzbar ist.
[0044] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
erläutert.
[0045] Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht eines Vertikalwalzgerüsts mit einer Kalibrieranordnung gemäß
der Erfindung, teilweise im Schnitt und in Durchlaufrichtung des Walzgutes betrachtet
und
- Figur 2
- eine Draufsicht auf das in Figur 1 dargestellte Vertikalwalzgerüst, teilweise im Schnitt.
[0046] Das Vertikalwalzgerüst 1 mit der Kalibrieranordnung gemäß der Erfindung umfasst zwei
in einem ortsfesten Walzenständer verstellbar angeordnete Vertikalrollen-Einheiten
3. Der Walzenständer ist bezüglich einer Mittellinie 2 mehrerer in einer Walzstraße
angeordneter Komponenten einer Walzstraße, beispielsweise Walzgerüsten, Seitenführungen,
Rollgänge etc. ausgerichtet. In der Zeichnung sind die Querhäupter 4, die Ständerholme
5 und der obere und untere Walzbalken 6A und 6B des Vertikalwalzgerüsts 1 dargestellt.
Die Vertikalrollen-Einheiten 3 umfassen jeweils eine Vertikalrolle 7, die in einem
oberen Einbaustück 8A und einem unteren Einbaustück 8B gelagert ist. Die Einbaustücke
8A, 8B sind jeweils über Traversen 9 miteinander verbunden und mit den Traversen 9
relativ zueinander und bezüglich der Mittellinie 2 verstellbar. Die Verstellung der
Vertikalrollen-Einheiten 3 erfolgt über ein Anstellsystem und über ein Rückholsystem.
Das Anstellsystem umfasst auf jeder Seite des Vertikalwalzgerüsts 1 (Bedienseite und
Antriebsseite) einen oberen und einen unteren Anstellzylinder 10A, 10B, die jeweils
auf das obere und das untere Einbaustück 8A, 8B einwirken.
[0047] Das Rückholsystem umfasst auf jeder Seite einen Rückholzylinder 11, der jeweils mit
der Traverse 9 in Wirkverbindung steht. Die Traversen 9 sind gemeinsam mit den Einbaustücken
8A, 8B bewegbar.
[0048] Figur 1 zeigt das Vertikalwalzgerüst 1 nicht im Walzbetrieb, und zwar mit einer Position
der Vertikalrollen-Einheiten 3, in der diese sich in der Kalibrierstellung befinden,
in welcher die Vertikalrollen-Einheiten 3 in Richtung der Mittellinie 2 der Walzstraße
gegen einen ortsfesten Anschlag des Vertikalwalzgerüsts 1 verfahren sind. Der ortsfeste
Anschlag wird durch stationäre Bezugsflächen gebildet, die eine bestimmte und bekannte
Lage bezüglich der Mittellinie 2 aufweisen, gegen die in der in Figur 1 gezeigten
Stellung bewegliche Bezugsflächen an den Vertikalrollen-Einheiten 3 anliegen. Bei
dem beschriebenen Ausführungsbeispiel wird der Anschlag durch ortsfeste bzw. stationäre
Messplatten 12A und 12B gebildet, die jeweils beiderseits des oberen Walzbalkens 6A
und des unteren Walzbalkens 6B vorgesehen sind. Für die Funktionsweise der Kalibrieranordnung
ist es ausreichend, nur stationäre Messplatten 12 an dem oberen Walzbalken 6A oder
an dem unteren Walzbalken 6B vorzusehen.
[0049] An den oberen Einbaustücken 8A und an den unteren Einbaustücken 8B der Vertikalrollen-Einheiten
3 sind jeweils auf der der Mittellinie 2 zugewandten Seite der Einbaustücke 8A, 8B
als bewegliche Bezugsflächen obere und untere bewegliche Messplatten 14 A, 14 B vorgesehen.
Diese beweglichen Messplatten sind an dem jeweiligen Einbaustück 8A, 8B, gegebenenfalls
verstellbar, befestigt, und gemeinsam mit den Einbaustücken 8A, 8B beweglich. Die
stationären Messplatten 12A, 12 B besitzen eine bestimmte bekannte Lage bezüglich
der Mittellinie 2, die beweglichen Messplatten 14A, 14B besitzen eine bekannte bestimmte
Lage bezüglich der dem Walzgut zugewandten Außenkanten 13 der Vertikalrollen 6.
[0050] Wie eingangs bereits erwähnt, sollten die zur Mittellinie 2 gerichteten Außenkanten
13 der Vertikalrollen 7 bei Betrieb des Vertikalwalzgerüsts 1, d. h. in der Betriebsstellung
der Vertikalrollen-Einheiten 3 denselben Abstand zur Mittellinie 2 der Walzstra-ße
aufweisen. Zu diesem Zweck ist eine Kalibrierung des Vertikalwalzgerüsts 1 erforderlich.
[0051] Erfindungsgemäß ist eine automatische Kalibrierung unter Einbeziehung des Anstellsystems
und des Rückholsystems des Vertikalwalzgerüsts 1 vorgesehen. Das Anstellsystem und
das Rückholsystem bzw. die dazugehörigen Anstellzylinder 10A und 10B und Rückholzylinder
11 werden über eine Steuerung S angesteuert. Wenigstens einer der Anstellzylinder
10A umfasst einen Positionsgeber PG, über den in der Steuerung S ein Soll/Ist Abgleich
von tatsächlicher Position und angesteuerter Position der betreffenden Vertikalrolle
7 erfolgen kann. Weiterhin ist ein Druckgeber DG vorgesehen, der die Druckbeaufschlagung
des Rückholzylinders 11 überwachen kann. Jeweils ein Druckgeber DG kann alternativ
oder zusätzlich an einem oder mehreren Anstellzylindern 10A, 10B vorgesehen sein.
Die automatische Kalibrierung gemäß der Erfindung wird für jede Seite des Vertikalwalzgerüsts
1 (Bedienseite und Antriebsseite) separat und unabhängig von der jeweils anderen Seite
durchgeführt. Die hierfür erforderliche Sensorik ist auf jeder Seite des Vertikalwalzgerüsts
1 vorgesehen. In Figur 1 ist jedoch nur eine Steuerung, Positionsüberwachung und Drucküberwachung
für eine Seite eingezeichnet. Das Ausführungsbeispiel ist so zu verstehen, dass eine
solche Steuerung, Positionsüberwachung und Drucküberwachung für jede der Seiten des
Vertikalwalzgerüsts 1 vorgesehen ist.
[0052] Zur Bestimmung eines kalibrierten Abstandes bzw. Anfangsabstandes A
kal bewirkt die Steuerung S bei nicht im Walzbetrieb befindlichem Vertikalwalzgerüst
1 zunächst eine Verstellung der oberen und unteren Einbaustücke 8A, 8B unter Zuhilfenahme
der Anstellzylinder 10A, 10B und des Rückholzylinders 11 in Richtung auf die Mittellinie
2 solange, bis die beweglichen Messplatten 14A, 14B gegen die stationären Messplatten
12A, 12B anliegen. Diese Verstellbewegung erfolgt über eine erste Wegstrecke mit verhältnismäßig
hoher Geschwindigkeit und über eine zweite Wegstrecke mit einer verhältnismäßig geringen
Geschwindigkeit unter Aufbringung einer vorgegebenen Anstellkraft, deren Anstieg über
den Druckgeber DG überwacht wird. Der Vorgang wird beendet, wenn der von dem Druckgeber
DG detektierte Druck einen vorgegebenen Wert überschreitet. Damit wird die Endlage
der Vertikalrollen-Einheit 3 in der Kalibrierstellung detektiert. In dieser Lage sind
die Abstände A
stat und A
bew bestimmt und bekannt, so, dass sich daraus nach der Formel A
kal=A
stat+A
bew-Dw/2 der kalibrierte Anfangsabstand A
kal von der dem Walzgut bzw. der Mittellinie zugewandten Außenkante 13 der Vertikalrollen
6 zu der Mittellinie 2 berechnen lässt. In diese Berechnung geht der Durchmesser D
w der Vertikalrolle ein, der vorzugsweise ausgehend von einem Soll-Durchmesser unter
Berücksichtigung einer verschleißbedingten Veränderung während des Walzprozesses berechnet
und in der Steuerung S hinterlegt wurde.
[0053] Ausgehend von diesem kalibrierten Anfangsabstand kann jeweils der für die Betriebsstellung
der Vertikalrollen-Einheiten 3 vorgegebene gleiche Abstand zur Mittellinie 2 eingestellt
werden.
[0054] Genauso funktional und technisch im Rahmen der Erfindung möglich ist es, wie einleitend
bereits erwähnt, alternativ oder zusätzlich eine Kalibrierstellung vorzusehen, die
sich jeweils an den äußeren Bereichen des Vertikalwalzgerüstes 1 befindet. In diesem
Fall befinden sich die Bezugsflächen jeweils an den äußeren Bereichen des Vertikalwalzgerüstes
1. Dies ist in den Figuren nur andeutungsweise mit gestrichelten Linien dargestellt.
Die oberen und die unteren beweglichen Messplatten in dieser alternativen Ausgestaltung
sind mit 14A' und 14B` bezeichnet. Die oberen und die unteren stationären Messplatten
sind in dieser alternativen Ausgestaltung mit 12A` und 12B' bezeichnet. Die oberen
und die unteren beweglichen Messplatten 14A' und 14B' sind bei der alternativen Ausgestaltung
auf den den Vertikalrollen 7 abgewandten Seiten der Traversen 9 vorgesehen. Die oberen
und unteren stationären Messplatten 12A' und 12B' sind hingegen auf den den Vertikalrollen
7 zugewandten Seiten der Querhäupter 4 des Vertikalwalzgerüsts 1 vorgesehen. Daraus
ergibt sich, dass eine Kalibrierstellung diejenige Stellung ist, in der die Vertikalrollen
7 vollständig auseinandergefahren sind.
Bezugszeichenliste
[0055]
- 1
- Vertikalwalzgerüst
- 2
- Mittellinie der Walzstraße
- 3
- Vertikalrollen-Einheit
- 4
- Querhäupter des Vertikalwalzgerüsts
- 5
- Ständerholme
- 6A
- oberer Walzbalken
- 6 B
- unterer Walzbalken
- 7
- Vertikalrollen
- 8A
- obere Einbaustücke
- 8B
- untere Einbaustücke
- 9
- Traversen
- 10A
- obere Anstellzylinder
- 10B
- untere Anstellzylinder
- 11
- Rückholzylinder
- 12A
- obere stationäre Messplatten
- 12B
- untere stationäre Messplatten
- 12A'
- obere stationäre Messplatten, alternative Anordnung
- 12B'
- untere stationäre Messplatten, alternative Anordnung
- 13
- dem Walzgut zugewandte Außenkanten der Vertikalrollen
- 14A
- obere bewegliche Messplatten
- 14B
- untere bewegliche Messplatten
- 14A'
- obere bewegliche Messplatten, alternative Anordnung
- 14B'
- untere bewegliche Messplatten, alternative Anordnung
- S
- Steuerung
- PG
- Positionsgeber
- DG
- Druckgeber
- Akal
- kalibrierter Anfangsabstand
- Astat
- Abstand der stationären Bezugsfläche von der Mittellinie der Walzstraße
- Abew
- Abstand der beweglichen Bezugsfläche von der Mittellinie der Vertikalrolle
- Dw
- Durchmesser der Vertikalrolle
1. Verfahren zur automatischen Kalibrierung von Vertikalrollen (7) eines Vertikalwalzgerüsts
(1), die jeweils in einer Vertikalrollen-Einheit (3) gelagert sind, welche in Bezug
auf eine vorgegebene Mittellinie (2) mehrerer in einer Walzstraße angeordneter Komponenten
verstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren folgende Verfahrensschritte umfasst:
a) Verstellen der Vertikalrollen-Einheiten (3) in eine Kalibrierstellung quer zur
Mittellinie (2) gegen wenigstens einen ortsfesten Anschlag des Vertikalwalzgerüsts
(1), der eine bestimmte bekannte Lage bezüglich der Mittellinie (2) aufweist,
b) Berechnen eines kalibrierten Anfangsabstandes Akal zwischen einer zu einem Walzgut oder zu der Mittellinie (2) weisenden Außenkante
(13) einer Vertikalrolle und der Mittellinie (2) in der Kalibrierstellung und
c) Anstellen der Vertikalrollen-Einheiten (3) in eine definierte Betriebsstellung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Kalibriervorgang für eine erste Vertikalrollen-Einheit (3) und für eine
gegenüberliegend angeordnete zweite Vertikalrollen-Einheit (3) durchgeführt wird,
wobei die erste und die zweite Vertikalrollen-Einheit (3) nach dem Kalibriervorgang
bezogen auf die Mittellinie (2) so in die Betriebsstellung verfahren werden, dass
die dem Walzgut zugewandten Außenkanten (13) der Vertikalrollen (7) einen gleichen
Abstand zur Mittellinie (2) aufweisen.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kalibriervorgang für jede Vertikalrolle (7) separat und unabhängig von dem Kalibriervorgang
für die gegenüberliegende Vertikalrolle (7) durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung des kalibrierten Anfangsabstands Akal jeweils unter Zugrundelegung eines gegebenen Durchmessers Dw der Vertikalrollen (7)
erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser Dw der Vertikalrollen (7) ausgehend von einem Soll-Durchmesser unter
Berücksichtigung einer verschleißbedingten Veränderung während des Walzprozesses berechnet
wird und der Berechnung des kalibrierten Anfangsabstandes Akal zugrunde gelegt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellung der Vertikalrollen-Einheit (3) gemäß Verfahrensschritt a) mithilfe
wenigstens eines Anstellsystems und/oder mithilfe wenigstens eines Rückholsystems
erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Erreichen der definierten Betriebsstellung mittels wenigstens eines Messgliedes,
vorzugsweise mittels eines Positionsgebers PG an wenigstens einer hydraulischen Kolben-Zylinder
Anordnung des wenigstens einen Anstellsystems und/oder des wenigstens einen Rückholsystems
überwacht wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Verfahrensschritt a) umfasst, dass zunächst wenigstens eine erste Bezugsfläche
definierter Lage an einer Vertikalrollen-Einheit (3) oder an einem an die Vertikalrollen-Einheit
(3) angrenzenden mit der Vertikalrollen-Einheit (3) beweglichen Bauteil mit wenigstens
einer zweiten in Bezug auf die Mittellinie (2) ortsfesten Bezugsfläche definierter
Lage an dem Vertikalwalzgerüst (1), vorzugsweise unter Aufwendung einer Anstellkraft,
zur Anlage gebracht wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstellen der Vertikalrollen-Einheit (3) gemäß Verfahrensschritt a) über eine
erste Wegstrecke mit einer erhöhten Geschwindigkeit und über eine zweite Wegstrecke
mit einer verringerten Geschwindigkeit erfolgt, bis die erste und die zweite Bezugsfläche
einander berühren.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Anstellkraft der einander berührenden Bezugsflächen mittels wenigstens eines
Druckgebers (DG), vorzugsweise an wenigstens einer Kolben-Zylinder-Anordnung des hydraulischen
Anstellsystems und/oder des hydraulischen Rückholsystems, überwacht und auf einen
vorgegebenen Höchstwert begrenzt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Anstellen der Vertikalrollen-Einheit (3) in eine definierte Betriebsstellung
mittels wenigstens eines hydraulischen Anstellsystems und/oder mittels wenigstens
eines hydraulischen Rückholsystems erfolgt, wobei das Erreichen der definierten Betriebsstellung
mittels wenigstens eines Meßgliedes, vorzugsweise mittels eines Positionsgebers PG
an wenigstens einer hydraulischen Kolben-Zylinder Anordnung des wenigstens einen hydraulischen
Anstellsystems und/oder des wenigstens einen hydraulischen Rückholsystems überwacht
wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass dieses bei Leerlauf des Vertikalwalzgerüsts (1) durchgeführt wird.
13. Vertikalwalzgerüst (1) für eine Walzstraße zum Walzen von metallenen Erzeugnissen,
mit einer Kalibrieranordnung, vorzugsweise zur Durchführung des Verfahrens mit den
Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 12, mit wenigstens zwei jeweils in Vertikalrollen-Einheiten
(3) gelagerten Vertikalrollen (7), die einen Walzspalt definieren und die mit wenigstens
einem vorzugsweise hydraulischen Anstellsystem und/oder wenigstens einem vorzugsweise
hydraulischen Rückholsystem in Bezug auf eine vorgegebene Mittellinie (2) mehrerer
in der Walzstraße angeordneter Komponenten verstellbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Kalibrieranordnung wenigstens eine erste Bezugsfläche definierter Lage an wenigstens
einer Vertikalrollen-Einheit (3) oder an einem mit dieser beweglichen Bauteil umfasst,
die mit der Vertikalrollen-Einheit (3) bewegbar ist und wenigstens eine zweite in
Bezug auf die Mittellinie (2) stationäre Bezugsfläche sowie eine Steuerung S umfasst,
mit welcher mit wenigstens einem Positionsgeber PG des Anstellsystems und/oder des
Rückholsystems ein Verstellen der Vertikalrollen-Einheiten quer zur Mittellinie (2)
gegen die zweite Bezugsfläche als ortsfester Anschlag des Vertikalwalzgerüsts (1)
zur Ermittlung einer kalibrierten Ausgangsposition und zum Berechnen eines kalibrierten
Anfangsabstandes Akal zwischen einer zu einem Walzgut oder zu der Mittellinie (2) gerichteten Außenkante
(13) einer Vertikalrolle (7) und der Mittellinie (2) und ein Anstellen der Vertikalrollen-Einheiten
(3) in eine definierte Walzposition bewirkt wird.
14. Vertikalwalzgerüst nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens jeweils an einem oberen und/oder an einem unteren Einbaustück (8A,8B)
der Vertikalrollen (7) und/oder an einem angrenzenden mit der Vertikalrollen-Einheit
(3) beweglichen Bauteil wenigstens eine erste Bezugsfläche vorgesehen ist.
15. Vertikalwalzgerüst nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens an einem oberen und/oder an einem unteren Walzbalken (6) des Vertikalwalzgerüsts
(1) und/oder jeweils an Querhäuptern (4) des Vertikalwalzgerüsts (1) wenigstens eine
zweite stationäre Bezugsfläche vorgesehen ist.
16. Vertikalwalzgerüst nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der ersten und/oder zweiten Bezugsflächen bezüglich ihrer Lage justierbar
ist.
17. Vertikalwalzgerüst nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine erste Bezugsfläche und/oder die wenigstens eine zweite Bezugsfläche
als verstellbare bzw. einstellbare und/oder austauschbare Messplatten (12A,12B;14A,14B)
ausgebildet sind.
18. Vertikalwalzgerüst nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass diese wenigstens einen Positionsgeber PG zur Überwachung der Position der Vertikalrollen-Einheiten
(3) umfasst.
19. Vertikalwalzgerüst nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Druckgeber DG vorgesehen ist, über welchen eine Anstellkraft der wenigstens
einen ersten Bezugsfläche gegen die wenigstens eine zweite Bezugsfläche begrenzbar
ist.
1. Method for automatic calibration of vertical rollers (7) of a vertical roll stand
(1), which are each mounted in a vertical roller unit (3) which is adjustable with
respect to a predetermined centre line (2) of a plurality of components arranged in
a rolling train,
characterised in that the method comprises the following method steps:
a) adjusting the vertical roller units (3) into a calibration setting transversely
to the centre line (2) against at least one stationary abutment, which has a defined
known position with respect to the centre line (2), of the vertical roll stand (1),
b) calculating a calibrated initial spacing Akal between an outer edge (13), which faces towards a rolling material or the centre
line (2), of a vertical roller and the centre line (2) in the calibrating setting
and
c) adjustment of the vertical roller units (3) into a defined operating setting.
2. Method according to claim 1, characterised in that in each instance a calibrating process for a first vertical roller unit (3) and for
an oppositely arranged second vertical roller unit (3) is carried out, wherein the
first and the second roller units (3) are so moved with respect to the centre line
(2) into the operating setting after the calibration process that the outer edges
(13), which face the rolling material, of the vertical rollers (7) have the same spacing
from the centre line (2).
3. Method according to one of claims 1 and 2, characterised in that the calibrating process for each vertical roller (7) is carried out separately and
independently of the calibrating process for the opposite vertical roller (7).
4. Method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the calculation of the calibrated initial spacing Akal is carried out in each instance on the basis of a given diameter Dw of the vertical rollers (7).
5. Method according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the diameter Dw of the vertical rollers (7) is calculated starting from a target
diameter taking into account a wear-induced change during the rolling process and
is based on the calculation of the calibrated initial spacing Akal.
6. Method according to any one of claims 1 to 5, characterised in that the adjustment of the vertical roller unit (3) according to method step a) is carried
out with the help of at least one adjusting system and/or with the help of at least
one restoring system.
7. Method according to any one of claims 1 to 6, characterised in that attainment of the defined operating setting is monitored by means of at least one
measuring element, preferably by means of a position transmitter PG, at at least one
hydraulic piston-cylinder arrangement of the at least one adjusting system and/or
of the at least one restoring system.
8. Method according to any one of claims 1 to 7, characterised in that the method step a) comprises initially bringing at least one first reference surface
of defined position at a vertical roller unit (3) or at a component adjoining the
vertical roller unit (3) and movable with the vertical roller unit (3) into contact
with at least one second reference surface, which is stationary with respect to the
centre line (2), of defined position at the vertical roll stand (1), preferably with
use of an adjusting force.
9. Method according to claim 8, characterised in that the adjustment of the vertical roller unit (3) according to method step a) is carried
out over a first travel path at an increased speed and over a second travel path at
a reduced speed until the first and second reference surfaces contact one another.
10. Method according to one of claims 8 and 9, characterised in that the adjusting force of the mutually contacting reference surfaces is monitored by
means of at least one pressure transmitter (DG), preferably at at least one piston-cylinder
arrangement of the hydraulic adjusting system and/or of the hydraulic restoring system,
and is limited to a predetermined maximum value.
11. Method according to any one of claims 1 to 10, characterised in that the adjustment of the vertical roller unit (3) into a defined operating setting is
carried out by means of at least one hydraulic adjusting system and/or by means of
at least one hydraulic restoring system, wherein attainment of the defined operating
setting is monitored by means of at least one measuring element, preferably by means
of a position transmitter PG at at least one hydraulic piston-cylinder arrangement
of the at least one hydraulic adjusting system and/or the at least one hydraulic restoring
system
12. Method according to any one of claims 1 to 11, characterised in that this is performed during idling of the vertical roll stand (1).
13. Vertical roll stand (1) for a rolling train for rolling metal products, with a calibration
arrangement, preferably for carrying out the method with the features of any one of
claims 1 to 12, with at least two vertical rollers (7), which are respectively mounted
in vertical roller units (3) and which define a rolling gap and are adjustable by
at least one preferably hydraulic adjusting system and/or at least one preferably
hydraulic restoring system with respect to a predetermined centre line (2) of a plurality
of components arranged in the rolling train, characterised in that the calibration arrangement comprises at least one first reference surface of defined
position at at least one vertical roller unit (3) or at a component movable therewith,
which is movable with the vertical roller unit (3), and at least one second reference
surface, which is stationary with respect to the centre line (2), as well as a control
S, with which by at least one position transmitter PG of the adjusting system and/or
of the restoring system an adjusting of the vertical roller units transversely to
the centre line (2) against the second reference surface as stationary abutment of
the vertical roll stand (1) for determination of a calibrated start position and for
calculation of a calibrated initial spacing Akal between an outer edge (13), which is oriented towards a rolling material or the centre
line (2), of a vertical roller (7) and the centre line (2) and an adjustment of the
vertical roller units (3) into a defined rolling position are produced.
14. Vertical roll stand according to claim 13, characterised in that at least one first reference surface is provided at least at, respectively, an upper
and/or a lower chock (8A, 8B) of the vertical rollers (7) and/or at an adjoining component
movable with the vertical roller unit (3).
15. Vertical roll stand according to one of claims 13 and 14, characterised in that at least one second, stationary reference surface is provided at least at an upper
and/or a lower rest bar (6) of the vertical roll stand (1) and/or respectively at
crossheads (4) of the vertical roll stand (1).
16. Vertical roll stand according to any one of claims 13 to 15, characterised in that at least one of the first and/or second reference surfaces is adjustable with respect
to the position thereof.
17. Vertical roll stand according to any one of claims 13 to 16, characterised in that the at least one first reference surface and/or the at least one second reference
surface is or are constructed as adjustable or settable and/or exchangeable measuring
plates (12A, 12B; 14A, 14B).
18. Vertical roll stand according to any one of claims 13 to 17, characterised in that this comprises at least one position transmitter PG for monitoring the position of
the vertical roller units (3).
19. Vertical roll stand according to any one of claims 13 to 18, characterised in that at least one pressure transmitter DG is provided, by way of which an adjusting force
of the at least one first reference surface against the at least one second reference
surface can be limited.
1. Procédé de calibrage automatique de rouleaux verticaux (7) d'une cage de laminoir
verticale (1), qui sont respectivement montés dans une unité de rouleaux verticaux
(3) qui est réglable par rapport à une ligne médiane (2) prédéterminée de plusieurs
composants disposés dans un train de laminage,
caractérisé en ce que le procédé comprend les étapes de procédé suivantes :
a) déplacement des unités de rouleaux verticaux (3) dans une position de calibrage
transversale à la ligne médiane (2) contre au moins une butée fixe de la cage de laminoir
verticale (1), qui présente une position connue déterminée par rapport à la ligne
médiane (2),
b) calcul d'une distance initiale calibrée Akal entre un bord extérieur (13) d'un rouleau vertical orienté vers un produit laminé
ou vers la ligne médiane (2) et la ligne médiane (2) dans la position de calibrage
et
c) mise en place des unités de rouleaux verticaux (3) dans une position de fonctionnement
définie.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un processus de calibrage est effectué pour une première unité de rouleaux verticaux
(3) et pour une seconde unité de rouleaux verticaux (3) disposée en face, la première
et la seconde unité de rouleaux verticaux (3) étant déplacées, après l'opération de
calibrage, par rapport à la ligne médiane (2), dans la position de fonctionnement
de telle sorte que les bords extérieurs (13) des rouleaux verticaux (7) tournés vers
le produit laminé se trouvent à une distance égale par rapport à la ligne médiane
(2).
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que l'opération de calibrage est effectuée séparément pour chaque rouleau vertical (7)
et indépendamment de l'opération de calibrage pour le rouleau vertical (7) opposé.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le calcul de la distance initiale calibrée Akal s'effectue à chaque fois sur la base d'un diamètre Dw donné des rouleaux verticaux (7).
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le diamètre Dw des rouleaux verticaux (7) est calculé à partir d'un diamètre de consigne en tenant
compte d'une modification due à l'usure pendant le processus de laminage et qu'il
sert de base au calcul de la distance initiale calibrée Akal.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le réglage de l'unité de rouleaux verticaux (3) selon l'étape a) du procédé s'effectue
à l'aide d'au moins un système de réglage et/ou à l'aide d'au moins un système de
rappel.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'atteinte de la position de fonctionnement définie est surveillée au moyen d'au
moins un élément de mesure, de préférence au moyen d'un capteur de position (PG) sur
au moins un agencement piston-cylindre hydraulique dudit au moins un système de réglage
et/ou dudit au moins un système de rappel.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que l'étape a) du procédé comprend le fait d'amener d'abord au moins une première surface
de référence de position définie sur une unité de rouleaux verticaux (3) ou sur un
composant adjacent à l'unité de rouleaux verticaux (3) et mobile avec l'unité de rouleaux
verticaux (3) en contact avec au moins une seconde surface de référence de position
définie et fixe par rapport à la ligne médiane (2) sur la cage de laminoir verticale
(1), de préférence en appliquant une force d'appui.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que le déplacement de l'unité de rouleaux verticaux (3) selon l'étape a) du procédé s'effectue
sur une première distance à une vitesse accrue et sur une seconde distance à une vitesse
réduite, jusqu'à ce que la première et la seconde surface de référence se touchent.
10. Procédé selon l'une des revendications 8 ou 9, caractérisé en ce que la force d'appui des surfaces de référence en contact mutuel est déterminée au moyen
d'au moins un capteur de pression (DG), de préférence sur au moins un agencement piston-cylindre
du système de réglage hydraulique et/ou du système de rappel hydraulique, et qu'elle
est limitée à une valeur maximale prédéfinie.
11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 10, caractérisé en ce que le positionnement de l'unité de rouleaux verticaux (3) dans une position de fonctionnement
définie s'effectue au moyen d'au moins un système de positionnement hydraulique et/ou
au moyen d'au moins un système de rappel hydraulique, l'atteinte de la position de
fonctionnement définie étant surveillée au moyen d'au moins un élément de mesure,
de préférence au moyen d'un capteur de position PG sur au moins un agencement piston-cylindre
dudit au moins un système de réglage hydraulique et/ou dudit au moins un système de
rappel hydraulique.
12. Procédé selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que celui-ci est effectué lorsque la cage de laminoir verticale (1) fonctionne à vide.
13. Cage de laminoir verticale (1) pour un train de laminage de produits métalliques,
dotée d'un dispositif de calibrage, de préférence pour la mise en oeuvre du procédé
avec les caractéristiques de l'une des revendications 1 à 12, avec au moins deux rouleaux
verticaux (7), montés chacun dans des unités de rouleaux verticaux (3) qui définissent
une emprise de laminage et qui sont réglables avec au moins un système de réglage
de préférence hydraulique et/ou au moins un système de rappel de préférence hydraulique
par rapport à une ligne médiane (2) prédéfinie de plusieurs composants disposés dans
le train de laminage,
caractérisée en ce que le dispositif de calibrage comporte au moins une première surface de référence de
position définie sur au moins une unité de rouleaux verticaux (3) ou sur un composant
mobile avec celle-ci, qui est mobile avec l'unité de rouleaux verticaux (3) et comprend
au moins une seconde surface de référence stationnaire par rapport à la ligne médiane
(2) ainsi qu'une commande S, au moyen de laquelle, au moins un capteur de position
PG du système de réglage et/ou du système de rappel peut être utilisé pour régler
les unités de rouleaux verticaux (2) transversalement par rapport à la ligne médiane
contre la seconde surface de référence en tant que butée fixe de la cage de laminoir
verticale (1) pour déterminer une position de initiale calibrée et pour calculer une
distance initiale calibrée Akal entre un bord extérieur (13) d'un rouleau vertical (7) orienté vers un produit à
laminer ou vers la ligne médiane (2) et la ligne médiane (2) et une mise en place
des unités de rouleaux verticaux (3) dans une position de laminage définie.
14. Cage de laminoir verticale selon la revendication 13, caractérisée en ce qu'au moins une première surface de référence est prévue au moins respectivement sur
une pièce de montage supérieure et/ou inférieure (8A, 8B) des rouleaux verticaux (7)
et/ou sur un composant adjacent mobile avec l'unité de rouleaux verticaux (3).
15. Cage de laminoir verticale selon l'une des revendications 13 ou 14, caractérisée en ce qu'au moins une seconde surface de référence stationnaire est prévue sur au moins une
poutre de laminage supérieure et/ou inférieure (6) de la cage de laminoir verticale
(1) et/ou respectivement sur les transverses (4) de la cage de laminoir verticale
(1).
16. Cage de laminoir verticale selon l'une des revendications 13 à 15, caractérisée en ce qu'au moins l'une des premières et/ou secondes surfaces de référence est ajustable en
ce qui concerne sa position.
17. Cage de laminoir verticale selon l'une des revendications 13 à 16, caractérisée en ce que ladite au moins une première surface de référence et/ou ladite au moins une seconde
surface de référence sont réalisées sous forme de plaques de mesure (12A, 12B ; 14A,
14B) réglables ou ajustables et/ou interchangeables.
18. Cage de laminoir verticale selon l'une des revendications 13 à 17, caractérisée en ce qu'elle comporte au moins un capteur de position PG pour surveiller la position des unités
de rouleaux verticaux (3).
19. Cage de laminoir verticale selon l'une des revendications 13 à 18, caractérisée en ce qu'au moins un capteur de pression DG permettant de limiter une force d'appui de ladite
au moins une première surface de référence contre ladite au moins une seconde surface
de référence est prévu.


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