[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kühlen eines Walzguts in einer vor einer
Fertigstraße einer Warmwalzanlage angeordneten Kühlstrecke, durch die das Walzgut
entlang eines Kühlstreckenweges einmal mit einer vorgegebenen Transportgeschwindigkeit
oder mehrmals in alternierender Richtung mit jeweils einer vorgegebenen Transportgeschwindigkeit
transportiert wird. Die vorgegebene Transportgeschwindigkeit kann dabei zeitlich variieren.
Sie kann aber auch zeitlich konstant sein. Die Kühlstrecke weist eine Kühleinrichtung
mit einem Wirkbereich oder mehrere entlang des Kühlstreckenweges hintereinander angeordnete
Kühleinrichtungen mit jeweils einem Wirkbereich auf, wobei die Wirkbereiche einander
benachbarter Kühleinrichtungen unmittelbar aneinandergrenzen und mit jeder Kühleinrichtung
in deren Wirkbereich auf eine Walzgutoberfläche des Walzguts ein Kühlmittelstrom eines
Kühlmittels ausgebbar ist, der zwischen dem Wert Null und einem für die Kühleinrichtung
spezifischen Maximalwert einstellbar ist
[0002] Weiterhin betrifft die Erfindung eine Kühlstrecke zum Kühlen eines Walzguts vor einer
Fertigstraße einer Warmwalzanlage, wobei die Kühlanlage eine Kühleinrichtung oder
mehrere entlang eines Kühlstreckenweges durch die Kühlstrecke hintereinander angeordnete
Kühleinrichtungen, mit denen jeweils auf eine Walzgutoberfläche des Walzguts ein Kühlmittelstrom
eines Kühlmittels ausgebbar ist, der zwischen dem Wert Null und einem für die Kühleinrichtung
spezifischen Maximalwert einstellbar ist und mehrere Transportrollen, die eingerichtet
sind, das Walzgut entlang des Kühlstreckenweges durch die Kühlstrecke zu transportieren,
umfasst.
[0003] In einer Warmwalzanlage wird ein metallisches Walzgut, beispielsweise ein Stahlband,
gewalzt, um seine Dicke zu reduzieren. Eine Warmwalzanlage weist häufig eine so genannte
Vorstraße und eine so genannte Fertigstraße auf. In der Vorstraße wird das Walzgut
zu einem so genannten Vorband mit einer Vorbanddicke gewalzt. Das Vorband wird über
einen so genannten Zwischenrollgang der Fertigstraße zugeführt, in der die Dicke des
Walzguts von der Vorbanddicke weiter auf eine Enddicke reduziert wird.
[0004] Der Vorstraße wird das Walzgut beispielsweise mit einer Temperatur im Bereich von
1100°C bis 1200°C zugeführt. Beispielsweise wird das Walzgut vor der Vorstraße mit
einem Erwärmungsofen auf diese Temperatur erhitzt, oder das bereits erhitzte Walzgut
wird direkt an die Vorstraße geliefert. In dem Zwischenrollgang wird das Walzgut nicht
umgeformt, das heißt seine Dicke wird nicht durch Walzen reduziert, sondern das Walzgut
wird lediglich gekühlt, das heißt die Temperatur des Vorbands wird gesenkt, beispielsweise
auf eine Temperatur im Bereich zwischen 700°C bis 900°C.
[0005] Die Kühlung des Walzguts in dem Zwischenrollgang dient der Begrenzung der Einlauftemperatur
des Walzguts beim Eintritt in die Fertigstraße. Die Begrenzung der Einlauftemperatur
erfolgt aus metallurgischen Gründen, beispielsweise um Rekristallisation in dem Walzgut
während des Transports des Walzguts durch die Fertigstraße zu unterdrücken, insbesondere
bei der Produktion so genannter thermomechanisch gewalzter Produkte wie Röhrenstahl
oder mikrolegiertem Stahl, und/oder um eine hohe Oberflächenqualität zu erreichen,
beispielsweise bei der Produktion von Automobilaußenhaut oder Dosenblech. Ferner ist
es oft vorteilhaft, eine gewünschte Einlauftemperatur für die Fertigstraße möglichst
schnell beim Transport des Walzguts durch den Zwischenrollgang zu erreichen.
[0006] Andererseits kann eine zu starke Abkühlung des Walzguts in dem Zwischenrollgang zu
einer Unterkühlung von Oberflächenbereichen einer Oberfläche des Walzguts führen.
Derartige Unterkühlungen können zu Phasenumwandlungen in oberflächennahen Bereichen
des Walzguts führen, die die Produktqualität des bei dem Walzprozess hergestellten
Produkts beeinträchtigen und daher vermieden werden sollen. Um derartige Unterkühlungen
zu verhindern, wird gefordert, dass eine Oberflächentemperatur einer Walzgutoberfläche
des Walzguts in dem Zwischenrollgang einen bestimmten Minimalwert nicht unterschreitet.
[0007] EP 2 873 469 A1 offenbart ein Betriebsverfahren zum Kühlen eines flachen Walzguts in einer Kühlstrecke
mit entlang der Kühlstrecke angeordneten Kühleinrichtungen, von denen bei einem Transport
des Walzguts durch die Kühlstrecke jeweils ein Kühlmittel auf das Walzgut ausgebbar
ist. Für die Kühleinrichtungen werden mittels einer Simulation des Transports von
Walzgutpunkten durch die Kühlstrecke jeweils Kühlleistungen ermittelt und die Kühleinrichtungen
werden diesen Kühlleistungen entsprechend bei einem Transport des Walzguts durch die
Kühlstrecke gesteuert.
[0008] Aus der
DE 10 2019 216261 A1 sind ein eingangs genanntes Verfahren sowie eine eingangs genannte Kühlstrecke zum
Kühlen eines Walzguts bekannt.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Kühlstrecke zum
Kühlen eines Walzguts vor einer Fertigstraße einer Warmwalzanlage anzugeben, mit denen
das Walzgut abgekühlt wird, ohne dass dabei eine Oberflächentemperatur einer Walzgutoberfläche
des Walzguts einen vorgegebenen Minimalwert unterschreitet.
[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und eine Kühlstrecke mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst.
[0011] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0012] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Minimalwert für eine Oberflächentemperatur
der Walzgutoberfläche während des Transports des Walzguts durch die Kühlstrecke entgegengenommen.
Zur Einhaltung des Minimalwerts wird jeder Kühleinrichtung für jeden Kühlstreckendurchlauf
durch die Kühlstrecke ein Einstellwert für den Kühlmittelstrom zugeordnet und mittels
jeder Kühleinrichtung wird bei jedem Kühlstreckendurchlauf ein Kühlmittelstrom auf
die Walzgutoberfläche ausgegeben, der auf den der jeweiligen Kühleinrichtung für den
Kühlstreckendurchlauf zugeordneten Einstellwert eingestellt wird.
[0013] Zum Bestimmen der Einstellwerte für einen Kühlstreckendurchlauf wird zumindest einmal
für einen Walzgutabschnitt des Walzguts der Kühlstreckendurchlauf durch die Kühlstrecke
mit der vorgegebenen Transportgeschwindigkeit simuliert. Bei jedem simulierten Kühlstreckendurchlauf
wird sukzessive für jede Kühleinrichtung
- ein Vorgabewert für einen von der Kühleinrichtung auszugebenden Kühlmittelstrom spätestens
unmittelbar vor Eintritt des Walzgutabschnittes in den Wirkbereich der Kühleinrichtung
entgegengenommen oder bestimmt,
- ausgehend von einer Anfangsenthalpieverteilung und/oder Anfangstemperaturverteilung
in dem Walzgutabschnitt beim Eintritt in den Wirkbereich der Kühleinrichtung anhand
eines physikalischen Modells eine Enthalpieverteilung und/oder Temperaturverteilung
in dem Walzgutabschnitt beim Austritt aus dem Wirkbereich der Kühleinrichtung berechnet
und
- der Einstellwert derart bestimmt, dass er den von der Kühleinrichtung auf die Walzgutoberfläche
auszugebenden Kühlmittelstrom unter den Nebenbedingungen quasi-maximiert, dass der
Einstellwert den Vorgabewert nicht überschreitet und eine aus der Anfangsenthalpieverteilung
und/oder Anfangstemperaturverteilung abgeleitete oder eine aus der berechneten Enthalpieverteilung
und/oder berechneten Temperaturverteilung des Walzgutabschnitts abgeleitete Oberflächentemperatur
der Walzgutoberfläche beim Austritt aus dem Wirkbereich der Kühleinrichtung den Minimalwert
nicht unterschreitet.
[0014] Bei der Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs wird ferner für je zwei bei dem Kühlstreckendurchlauf
von dem Walzgutabschnitt unmittelbar nacheinander durchlaufene Wirkbereiche die für
den zuerst durchlaufenen Wirkbereich berechnete Enthalpieverteilung und/oder berechnete
Temperaturverteilung beim Austritt aus dem zuerst durchlaufenen Wirkbereich dem anderen
Wirkbereich als Anfangsenthalpieverteilung und/oder Anfangstemperaturverteilung beim
Eintritt in den anderen Wirkbereich zugeordnet. Für die erste Kühleinrichtung, die
von dem Walzgutabschnitt bei dem Kühlstreckendurchlauf durchlaufen wird, wird eine
ursprüngliche Anfangsenthalpieverteilung und/oder ursprüngliche Anfangstemperaturverteilung
entgegengenommen.
[0015] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also jeder Kühlstreckendurchlauf des Walzguts
zunächst mindestens einmal für einen Walzgutabschnitt des Walzguts simuliert, wobei
bei der Simulation Einstellwerte für die Kühlmittelströme aller Kühleinrichtungen
bestimmt werden. Mit diesen Einstellwerten werden anschließend bei dem tatsächlichen
Kühlstreckendurchlauf des Walzguts die Kühleinrichtungen angesteuert. Der Einstellwert
für eine Kühleinrichtung wird bei einer Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs derart
bestimmt, dass der durch den Einstellwert bestimmte Kühlmittelstrom quasi-maximal
unter den Nebenbedingungen ist, dass der Einstellwert einen Vorgabewert nicht überschreitet
und eine bei der Simulation bestimmte Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche
beim Austritt aus dem Wirkbereich der Kühleinrichtung einen Minimalwert nicht unterschreitet.
Der Vorgabewert für den Kühlmittelstrom einer Kühleinrichtung wird entweder bei der
Simulation bestimmt oder, beispielsweise von einer übergeordneten Steuerung, entgegengenommen.
[0016] Unter dem quasi-maximalen Kühlmittelstrom wird hier ein Kühlmittelstrom verstanden,
der unter den genannten Nebenbedingungen maximal ist oder im Rahmen einer regeltechnischen
Ausgestaltung den maximalen Kühlmittelstrom approximiert. Dies berücksichtigt, dass
eine exakte Maximierung des Kühlmittelstroms in der Praxis nicht erforderlich ist,
da einer Simulation ein mathematisches Modell zugrunde liegt, das die Kühlstrecke
nur modelliert und somit nicht exakt abbildet, so dass geringe Abweichungen der Simulation
von dem realen Kühlprozess in der Kühlstrecke ohnehin in Kauf genommen werden müssen.
Überdies kann eine exakte Maximierung des Kühlmittelstroms einen unangemessen hohen
Rechenaufwand erfordern und einer möglichst schnellen Durchführung der Simulation
im Wege stehen.
[0017] Die Quasi-Maximierung der Kühlmittelströme ermöglicht vorteilhaft eine optimierte
Kühlung des Walzguts beim Transport durch die Kühlstrecke. Durch die Vorgabewerte
für die Einstellwerte der Kühlmittelströme kann eine Zieltemperatur am Ende der Kühlstrecke
des Walzguts vorgegeben werden, die einer gewünschten Einlauftemperatur des Walzguts
beim Eintritt in die Fertigstraße angepasst ist. Die Nebenbedingung, dass die bei
der Simulation bestimmten Oberflächentemperaturen der Walzgutoberfläche beim Austritt
aus den Wirkbereichen der Kühleinrichtungen jeweils den Minimalwert für die Oberflächentemperatur
nicht unterschreiten, verhindert vorteilhaft eine oben genannte produktqualitätsmindernde
Unterkühlung der Walzgutoberfläche während des Transports des Walzguts durch die Kühlstrecke.
Der Minmalwert wird dementsprechend derart vorgegeben, dass eine derartige Unterkühlung
der Walzgutoberfläche vermieden wird.
[0018] Bei einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zumindest einer Kühleinrichtung,
insbesondere jeder Kühleinrichtung, bei jedem simulierten Kühlstreckendurchlauf eines
Walzgutabschnitts der Einstellwert gemäß
wi =
fi(
Tiin(0))
wiV als Produkt von
fi(
Tiin(0)) und
wiV zugeordnet, wobei
i ein der Kühleinrichtung zugeordneter Wert eines Laufindex ist, der die Wirkbereiche
der Kühleinrichtungen in der Reihenfolge nummeriert, in der sie von einem Walzgutabschnitt
bei dem Kühlstreckendurchlauf durchlaufen werden. Dabei ist
wiV der Vorgabewert für den von der Kühleinrichtung auszugebenden Kühlmittelstrom,
Tiin(0) ist eine aus der Anfangsenthalpieverteilung und/oder Anfangstemperaturverteilung
abgeleitete Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche beim Eintritt in den Wirkbereich
der Kühleinrichtung,
Tmin ist der Minimalwert für die Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche und
ΔTires ist eine vorgebbare Reservetemperaturdifferenz.
fi(
T) ist eine Funktion, die für
T ≤
Tmin Null ist, für
T ≥
Tmin+Δ
Tires Eins ist und im Intervall [
Tmin,
Tmin+
ΔTires] streng monoton steigt.
[0019] Bei der vorgenannten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Nebenbedingung,
dass der Einstellwert den Vorgabewert nicht überschreitet, dadurch realisiert, dass
die Funktion
fi(
T) den Wert Eins nicht überschreitet. Die Nebenbedingung, dass die Oberflächentemperatur
der Walzgutoberfläche beim Austritt aus dem Wirkbereich der Kühleinrichtung den Minimalwert
nicht unterschreitet, kann durch eine geeignete Wahl der Reservetemperaturdifferenz
ΔTires erreicht werden. Die Quasi-Maximierung des Kühlmittelstroms wird durch den monotonen
Anstieg der Funktion
fi(T) von Null auf Eins erreicht.
[0020] Bei einer zur vorgenannten Ausgestaltung alternativen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird der Einstellwert für zumindest eine Kühleinrichtung, insbesondere
für jede Kühleinrichtung, bei jedem simulierten Kühlstreckendurchlauf bestimmt, indem
die Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche beim Austritt aus dem Wirkbereich
der Kühleinrichtung zunächst für den Vorgabewert für den Kühlmittelstrom der Kühleinrichtung
berechnet wird. Der Einstellwert wird dem Vorgabewert gleichgesetzt, falls die für
den Vorgabewert berechnete Oberflächentemperatur den Minimalwert nicht unterschreitet.
Andernfalls wird die Berechnung der Oberflächentemperatur beim Austritt aus dem Wirkbereich
für wenigstens einen Kühlmittelstrom, der kleiner als der Vorgabewert ist, iteriert,
um einen Einstellwert des Kühlmittelstroms zu bestimmen, für den die berechnete Oberflächentemperatur
beim Austritt aus dem Wirkbereich mit dem Minimalwert mit hinreichnender Genauigkeit
übereinstimmt. Unter einer hinreichend genauen Übereinstimmung wird beispielsweise
eine Übereinstimmung bis auf eine absolute oder relative Abweichung verstanden, deren
Betrag einen vorgegebenen Toleranzwert nicht überschreitet.
[0021] Auch die vorgenannte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens realisiert die
oben genannten Nebenbedingungen. Diese Ausgestaltung realisiert eine exakte Maximierung
des Kühlmittelstroms, wenn die Oberflächentemperatur nach deren iterierter Berechnung
tatsächlich mit dem Minimalwert übereinstimmt. Ein geringfügiges Überschreiten des
Minimalwertes ist jedoch aus den oben genannten Gründen akzeptabel und stellt eine
Quasi-Maximierung des Kühlmittelstroms dar.
[0022] Bei einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird für jede Kühleinrichtung
als Vorgabewert für den Kühlmittelstrom bei jedem simulierten Kühlstreckendurchlauf
der für die jeweilige Kühleinrichtung spezifische Maximalwert des Kühlmittelstroms
entgegengenommen.
[0023] Die vorgenannte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ermöglicht insbesondere
eine möglichst schnelle Abkühlung des Walzguts bei einem Kühlstreckendurchlauf, indem
jeder Vorgabewert auf den für die jeweilige Kühleinrichtung spezifischen Maximalwert
des Kühlmittelstroms gesetzt wird.
[0024] Bei einer zu der vorgenannten Ausgestaltung alternativen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird für eine Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs eines Walzgutabschnitts
eine Gesamtkühlmittelmenge von Kühlmittel bestimmt, die bei dem Kühlstreckendurchlauf
höchstens insgesamt auf den zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteil der
Walzgutoberfläche auszugeben ist, und die Vorgabewerte für die Kühlmittelströme des
simulierten Kühlstreckendurchlaufs werden in Abhängigkeit von der Gesamtkühlmittelmenge
und der für den Kühlstreckendurchlauf vorgegebenen Transportgeschwindigkeit bestimmt.
Dabei bedeutet die Bezeichnung Kühlmittelmenge stets das Integral über einen Kühlmittelstrom
während der Laufzeit des betrachteten Walzgutabschnittes durch den Wirkbereich einer
oder mehrerer Kühleinrichtungen. Dabei kann es auch vorkommen, dass ein auf einen
Walzgutabschnitt einwirkender Kühlmittelstrom nicht stets dieselbe Wirkung hat. Dann
ist mit Kühlmittelmenge ein entsprechend der Kühlwirkung des Kühlmittelstroms gewichtetes
Integral gemeint. Die physikalische Einheit des Kühlmittelstroms ist beispielsweise
m
2/s entsprechend eines spezifischen Kühlmittelstroms in m
3/s pro m Breite der Kühleinrichtung. Die physikalische Einheit der Kühlmittelmenge
ist dann m
2 entsprechend einer Kühlmittelmenge in m
3 pro m Breite der Kühleinrichtung.
[0025] Bei der vorgenannten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann durch die
Gesamtkühlmittelmenge eine Kühlwirkung des gesamten Kühlstreckendurchlaufs und damit
eine Zieltemperatur des Walzguts nach dem Kühlstreckendurchlauf vorgegeben werden.
Die Vorgabewerte für die Kühlmittelströme des simulierten Kühlstreckendurchlaufs werden
dann in Abhängigkeit von der Gesamtkühlmittelmenge bestimmt, so dass die Gesamtkühlmittelmenge
durch die Vorgabewerte auf die Kühleinrichtungen verteilt wird.
[0026] Bei einer Weitergestaltung der vorgenannten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird eine Solldurchschnittstemperatur des Walzguts nach einem Kühlstreckendurchlauf
entgegengenommen. Bei jeder Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs eines Walzgutabschnitts
wird eine Durchschnittstemperatur des Walzgutabschnitts am Ende des Kühlstreckendurchlaufs
berechnet und, wenn die berechnete Durchschnittstemperatur nicht hinreichend genau
mit der Solldurchschnittstemperatur übereinstimmt, wird für eine nachfolgende Simulation
eines Kühlstreckendurchlaufs eines Walzgutabschnitts die Gesamtkühlmittelmenge geändert,
um die berechnete Durchschnittstemperatur der Solldurchschnittstemperatur anzugleichen.
Dies ermöglicht vorteilhaft, die Gesamtkühlmittelmenge iterativ zu ändern, um am Ende
eines Kühlstreckendurchlaufs die Solldurchschnittstemperatur mit hinreichender Genauigkeit
zu erreichen. Unter einer hinreichend genauen Übereinstimmung der berechneten Durchschnittstemperatur
mit der Solldurchschnittstemperatur wird beispielsweise eine Übereinstimmung bis auf
eine absolute oder relative Abweichung verstanden, deren Betrag einen vorgegebenen
Toleranzwert nicht überschreitet. Bei dieser Weitergestaltung wird somit als Zieltemperatur
des Walzguts nach dem Kühlstreckendurchlauf eine Solldurchschnittstemperatur des Walzguts
vorgegeben und die Gesamtkühlmittelmenge wird der Solldurchschnittstemperatur angepasst.
[0027] Ferner kann vorgesehen sein, dass bei einer Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs
eines Walzgutabschnitts jeder Kühleinrichtung eine Restkühlmittelmenge zugeordnet
wird. Dabei wird der ersten Kühleinrichtung des Kühlstreckendurchlaufs die Gesamtkühlmittelmenge
als Restkühlmittelmenge zugeordnet. Jeder weiteren Kühleinrichtung wird als Restkühlmittelmenge
die Restkühlmittelmenge der vorhergehenden Kühleinrichtung des Kühlstreckendurchlaufs
abzüglich der Kühlmittelmenge zugeordnet, die von der vorhergehenden Kühleinrichtung
gemäß dem für sie ermittelten Einstellwert des Kühlmittelstroms auf den zu dem Walzgutabschnitt
gehörenden Oberflächenteil der Walzgutoberfläche ausgegeben würde. Der Vorgabewert
des Kühlmittelstroms einer Kühleinrichtung wird dann gemäß
wiV =
wimax min(1,
WR/
Wimax) als das Produkt von
wimax und min(1,
WR/
Wimax) bestimmt, wobei
wimax der Maximalwert des Kühlmittelstroms der Kühleinrichtung ist,
WR die der Kühleinrichtung zugeordnete Restkühlmittelmenge ist und
Wimax eine maximale Kühlmittelmenge ist, die mit der Kühleinrichtung auf den zu dem Walzgutabschnitt
gehörenden Oberflächenteil der Walzgutoberfläche bei dem Kühlstreckendurchlauf ausgebbar
ist. min(1,
WR/
Wimax) bezeichnet das Minimum der beiden Werte 1 und
WR/
Wimax. Bei dieser Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Vorgabewerte
für die Kühlmittelströme der Kühleinrichtung also während der Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs
bestimmt, indem jeder Kühleinrichtung eine Restkühlmittelmenge zugeordnet wird und
der Vorgabewert für die Kühleinrichtung in Abhängigkeit von der Restkühlmittelmenge
bestimmt wird.
[0028] Alternativ kann vorgesehen sein, dass, wenn bei der Simulation des Kühlstreckendurchlaufs
des Walzgutabschnitts für eine Kühleinrichtung ein Einstellwert bestimmt wird, der
kleiner als ein für die Kühleinrichtung entgegengenommener Vorgabewert ist, und wenn
es wenigstens eine nachfolgende Kühleinrichtung gibt, die bei dem Kühlstreckendurchlauf
später erreicht wird und für die ein entgegengenommener Vorgabewert kleiner als der
Maximalwert des Kühlmittelstroms dieser Kühleinrichtung ist, der Vorgabewert für wenigstens
eine derartige nachfolgende Kühleinrichtung erhöht wird, um die bei dem Kühlstreckendurchlauf
auf den zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteil der Walzgutoberfläche insgesamt
auszugebene Kühlmittelmenge der für den Kühlstreckendurchlauf bestimmten Gesamtkühlmittelmenge
anzupassen. Diese Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens geht von am Anfang
einer Simulation entgegengenommenen Vorgabewerten aus. Die Vorgabewerte werden bei
der Simulation gegebenenfalls angepasst, wenn der bei der Simulation für eine Kühleinrichtung
bestimmte Einstellwert den zugehörigen Vorgabewert unterschreitet. Bei der Anpassung
der Vorgabewerte werden, soweit möglich, Vorgabewerte für nachfolgende Kühleinrichtungen
erhöht, um die Kühlwirkung des Kühlstreckendurchlaufs an die der Gesamtkühlmittelmenge
entsprechenden Kühlwirkung anzupassen.
[0029] Bei einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zum Berechnen
der Enthalpieverteilung und/oder Temperaturverteilung in dem Walzgutabschnitt beim
Austritt aus dem Wirkbereich einer Kühleinrichtung bei einer Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs
des Walzgutabschnitts eine eindimensionale Wärmeleitungsgleichung gelöst, die die
Enthalpieverteilung und/oder Temperaturverteilung in dem Walzgutabschnitt entlang
einer Walzgutdickenrichtung beschreibt. Zum Lösen der Wärmeleitungsgleichung werden
beispielsweise Randbedingungen berücksichtigt, die eine Kühlung des Walzgutabschnitts
durch Wärmestrahlung, auf die Walzgutoberfläche ausgegebenes Kühlmittel, an die Umgebungsluft
abgeführte Wärme und an das Walzgut transportierende Transportrollen abgeführte Wärme
parametrieren. Die Walzgutdickenrichtung ist dabei eine Richtung von einer oberseitigen
Oberfläche zu einer unterseitigen Oberfläche des Walzguts oder umgekehrt von der unterseitigen
Oberfläche zu der oberseitigen Oberfläche des Walzguts.
[0030] Die vorgenannte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens berücksichtigt, dass
ein Wärmefluss in Längs- oder Querrichtung innerhalb des Walzguts gegenüber einem
Wärmefluss in Walzgutdickenrichtung des Walzguts vernachlässigbar ist. Daher kann
zu einer Berechnung der Enthalpieverteilung und/oder Temperaturverteilung in dem Walzgutabschnitt
mit einer ausreichenden Genauigkeit eine eindimensionale Wärmeleitungsgleichung verwendet
werden, die die Enthalpieverteilung und/oder Temperaturverteilung in dem Walzgutabschnitt
entlang der Walzgutdickenrichtung beschreibt. Dies reduziert den Rechenaufwand und
die Rechenzeit erheblich gegenüber der Verwendung einer zwei- oder dreidimensionalen
Wärmeleitungsgleichung. Die genannten Randbedingungen berücksichtigen die wesentlichen
Einflüsse auf die Entwicklung der Enthalpieverteilung und Temperaturverteilung in
dem Walzgut.
[0031] Bei einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird an wenigstens
einer Messstelle, die von einem Walzgutabschnitt vor einem Kühlstreckendurchlauf passiert
wird, die Oberflächentemperatur eines zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteils
der Walzgutoberfläche gemessen und die ursprüngliche Anfangsenthalpieverteilung und/oder
ursprüngliche Anfangstemperaturverteilung für eine Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs
des Walzgutabschnitts werden in Abhängigkeit von der wenigstens einen gemessenen Oberflächentemperatur
bestimmt.
[0032] Das erfindungsgemäße Verfahren kann ferner für eine oberseitige Walzgutoberfläche
oder eine unterseitige Walzgutoberfläche oder separat für die oberseitige Walzgutoberfläche
und die unterseitige Walzgutoberfläche des Walzguts durchgeführt werden.
[0033] Eine erfindungsgemäße Kühlstrecke umfasst neben den Merkmalen einer eingangs genannten
Kühlstrecke weiterhin eine Steuereinheit, die eingerichtet ist, die Kühlstrecke gemäß
dem erfindungsgemäßen Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche zu betreiben.
[0034] Bei einer Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Kühlstrecke mit mehreren Kühleinrichtungen
sind die Kühleinrichtungen entlang des Kühlstreckenweges ihren Maximalwerten der ausgebbaren
Kühlmittelströme entsprechend angeordnet, so dass die Maximalwerte zu der Fertigstraße
hin monoton abnehmen. Dies ermöglicht vorteilhaft eine schnelle Abkühlung des Walzguts
am Anfang der Kühlstrecke. Ferner können die Kühleinrichtungen im hinteren Teil der
Kühlstrecke einfacher und kostengünstiger ausgeführt sein als die Kühleinrichtungen
im vorderen Teil der Kühlstrecke, da in dem hinteren Teil der Kühlstrecke die Oberflächentemperatur
der Walzgutoberfläche in der Regel bereits den Minimalwert erreicht hat und daher
dort nur eine geringe Kühlleistung benötigt wird.
[0035] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen, die im Zusammenhang
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Dabei zeigen:
FIG 1 schematisch eine Warmwalzanlage,
FIG 2 ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens,
FIG 3 ein Ablaufdiagramm eines ersten Ausführungsbeispiels eines Verfahrensschrittes
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
FIG 4 ein Ablaufdiagramm eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Verfahrensschrittes
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
FIG 5 ein Ablaufdiagramm eines dritten Ausführungsbeispiels eines Verfahrensschrittes
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
FIG 6 ein Ablaufdiagramm eines vierten Ausführungsbeispiels eines Verfahrensschrittes
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
FIG 7 Temperaturverläufe von Temperaturen in einem Walzgutabschnitt vor und während
eines Kühlstreckendurchlaufs.
[0036] Einander entsprechende Teile sind in den Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0037] Figur 1 (FIG 1) zeigt schematisch eine Warmwalzanlage 1. Die Warmwalzanlage 1 umfasst
einen Erwärmungsofen 3, eine Vorstraße 5, einen Zwischenrollgang 7, eine Fertigstraße
9, einen Auslaufkühlbereich 11 und einen Haspelbereich 13. Durch die Warmwalzanlage
1 wird ein Walzgut 15 in Richtung von dem Erwärmungsofen 3 zu dem Haspelbereich 13
transportiert.
[0038] Der Erwärmungsofen 3 ist vor der Vorstraße 5 angeordnet und eingerichtet, das Walzgut
15 auf eine bestimmte Temperatur, beispielsweise im Bereich von 1100°C bis 1200°C,
zu erhitzen.
[0039] Die Vorstraße 5 weist mindestens ein Vorstraßenwalzgerüst 17 auf. In der Vorstraße
5 wird das Walzgut 15 zu einem Vorband mit einer Vorbanddicke gewalzt, die beispielsweise
im Bereich zwischen 30 mm und 170 mm liegt.
[0040] Durch den Zwischenrollgang 7 wird das Walzgut 15 von der Vorstraße 5 zu der Fertigstraße
9 mit einer vorgegebenen Transportgeschwindigkeit transportiert. Der Zwischenrollgang
7 weist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Kühlstrecke 19 auf. Die Kühlstrecke
19 umfasst mehrere entlang eines Kühlstreckenweges durch die Kühlstrecke 19 hintereinander
angeordnete Kühleinrichtungen 21, 22, 23, mehrere Transportrollen 25, die eingerichtet
sind, das Walzgut 15 entlang des Kühlstreckenweges durch die Kühlstrecke zu transportieren,
und eine Steuereinheit 27, die eingerichtet ist, die Kühlstrecke 19 gemäß einem Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Kühlen des Walzguts 15 zu betreiben. Ausführungsbeispiele
des erfindungsgemäßen Verfahrens werden unten anhand der Figuren 2 bis 6 beschrieben.
In Figur 1 ist beispielhaft eine Kühlstrecke 19 mit drei Kühleinrichtungen 21, 22,
23 dargestellt. Die Kühlstrecke 19 kann jedoch auch eine andere Anzahl von Kühleinrichtungen
21, 22, 23 aufweisen.
[0041] Mit jeder Kühleinrichtung 21, 22, 23 ist in einem Wirkbereich 31, 32, 33 der Kühleinrichtung
21, 22, 23 auf eine Walzgutoberfläche 29 des Walzguts 15 ein Kühlmittelstrom eines
Kühlmittels 35 ausgebbar, der zwischen dem Wert Null und einem für die Kühleinrichtung
21, 22, 23 spezifischen Maximalwert einstellbar ist. Das Kühlmittel 35 ist beispielsweise
Wasser. In Figur 1 ist die Walzgutoberfläche 29 eine oberseitige Oberfläche des Walzguts
15. In anderen Ausführungsbeispielen kann die Walzgutoberfläche 29 eine unterseitige
Oberfläche des Walzguts 15 sein, wobei die Kühleinrichtungen 21, 22, 23 dann unterhalb
des Walzguts 15 angeordnet sind. Ferner kann die Kühlstrecke 19 sowohl für die oberseitige
als auch für die unterseitige Oberfläche des Walzguts 15 jeweils Kühleinrichtungen
21, 22, 23 aufweisen. Im letzteren Fall wird das erfindungsgemäße Verfahren separat
für die oberseitige und für die unterseitige Oberfläche des Walzguts 15 ausgeführt.
[0042] Jede Kühleinrichtung 21, 22, 23 ist beispielsweise als ein Kühlbalken ausgebildet,
der sich entlang einer Breite des Walzguts 15 erstreckt und mehrere Düsen aufweist,
mit denen jeweils Kühlmittel 35 auf die Walzgutoberfläche 29 ausgebbar ist. Die Wirkbereiche
31, 32, 33 sind den Kühleinrichtungen 21, 22, 23 derart zugeordnet, dass die Wirkbereiche
31, 32, 33 einander benachbarter Kühleinrichtungen 21, 22, 23 unmittelbar aneinandergrenzen.
Beispielsweise sind die Kühleinrichtungen 21, 22, 23 entlang des Kühlstreckenweges
ihren Maximalwerten der ausgebbaren Kühlmittelströme entsprechend angeordnet, so dass
die Maximalwerte zu der Fertigstraße 9 hin monoton abnehmen.
[0043] In dem Zwischenrollgang 7 ist ferner vor der Kühlstrecke 19 eine Messeinrichtung
37 an einer Messstelle 39 angeordnet, die eingerichtet ist, eine Oberflächentemperatur
der Walzgutoberfläche 29 zu erfassen. Beispielsweise weist die Messeinrichtung 37
zu diesem Zweck ein Pyrometer auf.
[0044] Die Fertigstraße 9 umfasst mehrere Fertigstraßenwalzgerüste 41 sowie Fertigstraßenkühleinrichtungen
43, die jeweils zwischen zwei Fertigstraßenwalzgerüste 41 angeordnet sind und mit
denen jeweils Fertigstraßenkühlmittel 45 auf die Walzgutoberfläche 29 ausgebbar ist.
In der Fertigstraße 9 wird die Dicke des Walzguts 15 mit den Fertigstraßenwalzgerüsten
41 auf eine Enddicke reduziert.
[0045] In dem Auslaufkühlbereich 11 sind Auslaufkühleinrichtungen 47, 49 angeordnet, mit
denen Auslaufkühlmittel 51 auf die Walzgutoberfläche 29 ausgebbar ist. In dem Auslaufkühlbereich
11 wird das Walzgut 15 hinter der Fertigstraße 9 abgekühlt.
[0046] In dem Haspelbereich 13 ist mindestens eine Walzguthaspel 53 angeordnet, die eingerichtet
ist, das Walzgut 15 aufzuwickeln.
[0047] Figur 2 (FIG 2) zeigt ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens mit Verfahrensschritten
100, 200, 300 zum Kühlen des Walzguts 15 in der Kühlstrecke 19.
[0048] In einem ersten Verfahrensschritt 100 wird von der Steuereinheit 27 ein Minimalwert
Tmin für eine Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche 29 während des Transports des
Walzguts 15 durch die Kühlstrecke 19 entgegengenommen. Der Minimalwert
Tmin wird beispielsweise von einer (nicht dargestellten) übergeordneten Steuerung oder
von einem Bediener der Warmwalzanlage 1 vorgegeben. Der Minimalwert
Tmin ist eine Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche 29, die während des Transports
des Walzguts 15 durch die Kühlstrecke 19 nicht unterschritten werden soll.
[0049] In einem zweiten Verfahrensschritt 200 wird für einen Kühlstreckendurchlauf des Walzguts
15 durch die Kühlstrecke 19 jeder Kühleinrichtung 21, 22, 23 ein Einstellwert für
den von der Kühleinrichtung 21, 22, 23 auf die Walzgutoberfläche 29 auszugebenden
Kühlmittelstrom zugeordnet. Ausführungsbeispiele des zweiten Verfahrensschrittes 200
werden unten anhand der Figuren 3 bis 6 näher beschrieben.
[0050] In einem dritten Verfahrensschritt 300 wird mittels jeder Kühleinrichtung 21, 22,
23 bei dem Kühlstreckendurchlauf ein Kühlmittelstrom auf die Walzgutoberfläche 29
ausgegeben, der auf den der jeweiligen Kühleinrichtung 21, 22, 23 für den Kühlstreckendurchlauf
im zweiten Verfahrensschritt 200 zugeordneten Einstellwert eingestellt wird.
[0051] Die Verfahrensschritte 200 und 300 können auch mehrfach ausgeführt werden, so dass
die Einstellwerte der Kühleinrichtungen 21, 22, 23 während des Transports des Walzguts
15 durch die Kühlstrecke 19 gegebenenfalls geändert werden. Dies ist in Figur 2 durch
die gestrichelt dargestellten Pfeilsymbole angedeutet.
[0052] Beispielsweise wird das Walzgut 15 in mehrere Walzgutabschnitte aufgeteilt, die die
Wirkbereiche 31, 32, 33 der Kühleinrichtungen 21, 22, 23 nacheinander durchlaufen,
und die Verfahrensschritte 200 und 300 werden sukzessive für jeden Walzgutabschnitt
ausgeführt. In diesem Fall wird in dem zweiten Verfahrensschritt 200 jeweils für den
Kühlstreckendurchlauf eines Walzgutabschnitts durch die Kühlstrecke 19 jeder Kühleinrichtung
21, 22, 23 ein Einstellwert für den von der Kühleinrichtung 21, 22, 23 auf den zu
dem Walzgutabschnitt gehörenden Teil der Walzgutoberfläche 29 auszugebenden Kühlmittelstrom
zugeordnet.
[0053] In dem dritten Verfahrensschritt 300 wird entsprechend mittels jeder Kühleinrichtung
21, 22, 23 bei dem Kühlstreckendurchlauf eines Walzgutabschnitts ein Kühlmittelstrom
auf den zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Teil der Walzgutoberfläche 29 ausgegeben,
der auf den der jeweiligen Kühleinrichtung 21, 22, 23 für den Kühlstreckendurchlauf
des Walzgutabschnitts im zweiten Verfahrensschritt 200 zugeordneten Einstellwert eingestellt
wird. Dabei wird vorzugsweise für jede Kühleinrichtung 21, 22, 23 eine Verzögerungszeitdauer
berücksichtigt, die zwischen dem Ändern des Einstellwertes der Kühleinrichtung 21,
22, 23 und der Änderung des tatsächlich von der Kühleinrichtung 21, 22, 23 ausgegebenen
Kühlmittelstroms auf den geänderten Einstellwert vergeht, indem der Einstellwert der
Kühleinrichtung 21, 22, 23 zu einem Zeitpunkt geändert wird, der um die Verzögerungszeitdauer
vor dem Zeitpunkt liegt, zu dem der Walzgutabschnitt in den Wirkbereich 31, 32, 33
der Kühleinrichtung 21, 22, 23 eintritt.
[0054] Figur 3 (FIG 3) zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel des zweiten Verfahrensschrittes
200 mit Teilschritten 201 bis 216 zum Bestimmen der Einstellwerte der Kühleinrichtungen
21, 22, 23 für einen Kühlstreckendurchlauf des Walzguts 15 durch die Kühlstrecke 19.
Dabei wird zumindest einmal für einen Walzgutabschnitt des Walzguts 15 der Kühlstreckendurchlauf
mit der für ihn vorgegebenen Transportgeschwindigkeit simuliert. Ein Laufindex
i = 1, ... ,
n nummeriert die Wirkbereiche 31, 32, 33 der Kühleinrichtungen 21, 22, 23 in der Reihenfolge,
in der sie von einem Walzgutabschnitt bei dem Kühlstreckendurchlauf durchlaufen werden,
wobei
n die Anzahl der Kühleinrichtungen 21, 22, 23 bezeichnet (wie oben bereits ausgeführt
wurde, sind in Figur 1 nur beispielhaft drei Kühleinrichtungen 21, 22, 23 dargestellt;
das Verfahren wird im Folgenden für eine allgemeine Anzahl von Kühleinrichtungen 21,
22, 23 beschrieben).
[0055] In einem ersten Teilschritt 201 wird eine Solldurchschnittstemperatur
TS des Walzgutabschnitts nach dem Kühlstreckendurchlauf, das heißt nach dem Durchlaufen
aller Wirkbereiche 31, 32, 33, entgegengenommen. Nach dem ersten Teilschritt 201 wird
ein zweiter Teilschritt 202 ausgeführt.
[0056] In dem zweiten Teilschritt 202 wird eine Gesamtkühlmittelmenge
W von Kühlmittel 35 entgegengenommen, die bei dem Kühlstreckendurchlauf auf den zu
dem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteil der Walzgutoberfläche 29 höchstens
insgesamt auszugeben ist. Nach dem zweiten Teilschritt 202 wird ein dritter Teilschritt
203 ausgeführt.
[0057] In dem dritten Teilschritt 203 wird einer Restkühlmittelmenge
WR als Anfangswert die Gesamtkühlmittelmenge
W zugewiesen und dem Laufindex
i wird als Anfangswert der Wert 1 zugewiesen. Nach dem dritten Teilschritt 203 wird
ein vierter Teilschritt 204 für den Laufindexwert
i = 1 ausgeführt.
[0058] In dem vierten Teilschritt 204 wird eine Anfangstemperaturverteilung
Tiin(
x) in dem Walzgutabschnitt entlang einer Walzgutdickenrichtung beim Eintritt in den
Wirkbereich 31, 32, 33 mit dem jeweils aktuellen Wert des Laufindex
i entgegengenommen beziehungsweise übernommen. Die Walzgutdickenrichtung verläuft senkrecht
zu einer Transportrichtung des Transports des Walzguts 15 durch die Kühlstrecke 19
von der oberseitigen Oberfläche zu der unterseitigen Oberfläche des Walzguts 15.
x bezeichnet eine Variable entlang der Walzgutdickenrichtung, wobei
x = 0 ein Punkt an der oberseitigen Oberfläche des Walzguts 15 ist und
x =
d ein dem Punkt
x = 0 entlang der Walzgutdickenrichtung gegenüberliegender Punkt an der unterseitigen
Oberfläche des Walzguts 15 ist.
[0059] Für den Laufindexwert
i = 1 wird als Anfangstemperaturverteilung
T1in(
x) eine ursprüngliche Anfangstemperaturverteilung entgegengenommen, die beispielsweise
aus einer Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche 29, die von der Messeinrichtung
37 erfasst wurde, und/oder aus einer Heiztemperatur des Erwärmungsofens 3 abgeleitet
wird. Beispielsweise wird die Anfangstemperaturverteilung
T1in(
x) als eine parabolische Temperaturverteilung in Walzgutdickenrichtung zwischen einer
angenommenen Kerntemperatur in der Mitte zwischen einer oberseitigen und einer unterseitigen
Oberfläche des Walzguts 15 und der von der Messeinrichtung 37 erfassten Oberflächentemperatur
modelliert, wobei die Kerntemperatur beispielsweise aus der Heiztemperatur des Erwärmungsofens
3 abgeleitet wird.
[0060] Für jeden Laufindexwert
i > 1 wird als Anfangstemperaturverteilung
Tiin(
x) die Temperaturverteilung
Ti-1out(
x) übernommen, die bei der vorhergehenden Ausführung des Teilschritts 207 für den Wirkbereich
31, 32, 33 mit dem Laufindexwert
i - 1 ermittelt wurde:

[0061] Alternativ oder zusätzlich zu der Anfangstemperaturverteilung
Tiin(
x) kann in dem Teilschritt 204 in analoger Weise für den jeweils aktuellen Laufindexwert
i eine Anfangsenthalpieverteilung
hiin(
x) entgegengenommen beziehungsweise übernommen werden. Nach dem vierten Teilschritt
204 wird ein fünfter Teilschritt 205 ausgeführt.
[0062] In dem fünften Teilschritt 205 wird ein Vorgabewert
wiV für den Kühlmittelstrom der Kühleinrichtung 21, 22, 23 mit dem jeweils aktuellen
Wert des Laufindex
i bestimmt. Dazu wird beispielsweise eine maximale Kühlmittelmenge
Wimax bestimmt, die mit der Kühleinrichtung 21, 22, 23 auf den zu dem Walzgutabschnitt
gehörenden Oberflächenteil der Walzgutoberfläche 29 bei dem Kühlstreckendurchlauf
ausgebbar ist. Die maximale Kühlmittelmenge
Wimax hängt insbesondere von dem für die Kühleinrichtung 21, 22, 23 spezifischen Maximalwert
wimαx des ausgebbaren Kühlmittelstroms und von der vorgegebenen Transportgeschwindigkeit
ab. Der Vorgabewert
wiV wird dann als das Produkt des Maximalwertes
wimαx und des Minimums min(1,
WR/
Wimax) der beiden Werte 1 und
WR/
Wimax definiert:

[0063] Mit anderen Worten stimmt der Vorgabewert
wiV mit dem für die Kühleinrichtung 21, 22, 23 spezifischen Maximalwert
wimαx des ausgebbaren Kühlmittelstroms überein, falls der aktuelle Wert der Restkühlmittelmenge
WR größer als die maximale Kühlmittelmenge
Wimαx oder gleich der maximalen Kühlmittelmenge
Wimax ist. Andernfalls ist der Vorgabewert
wiV der Quotient des aktuellen Wertes der Restkühlmittelmenge
WR und einer effektiven Durchlaufzeit
Wimax/
wimax des Walzgutabschnitts durch den Wirkbereich 31, 32, 33 mit dem aktuellen Wert des
Laufindex
i. Nach dem fünften Teilschritt 205 wird ein sechster Teilschritt 206 ausgeführt.
[0064] In dem sechsten Teilschritt 206 wird dem Einstellwert
wi des Kühlmittelstroms für die Kühleinrichtung 21, 22, 23 mit dem jeweils aktuellen
Wert des Laufindex
i als Anfangswert der in der vorhergehenden Ausführung des fünften Teilschritts 205
für diesen Kühlmittelstrom bestimmte Vorgabewert
wiV zugewiesen. Nach dem sechsten Teilschritt 206 wird ein siebter Teilschritt 207 ausgeführt.
[0065] In dem siebten Teilschritt 207 wird eine Temperaturverteilung
Tiout(
x) in dem Walzgutabschnitt entlang der Walzgutdickenrichtung beim Austritt aus dem
Wirkbereich 31, 32, 33 mit dem jeweils aktuellen Wert des Laufindex
i berechnet. Die Temperaturverteilung
Tiout(
x) wird anhand eines physikalischen Modells berechnet, das die zeitliche Entwicklung
der Temperaturverteilung in dem Walzgutabschnitt durch eine eindimensionale Wärmeleitungsgleichung
beschreibt. Die Wärmeleitungsgleichung wird für unten genannte Randbedingungen mit
der zugehörigen Anfangstemperaturverteilung
Tiin(
x) als Temperaturverteilung beim Eintritt in den jeweiligen Wirkbereich 31, 32, 33
gelöst.
[0066] Alternativ oder zusätzlich zu der Temperaturverteilung
Tiout(
x) kann in dem siebten Teilschritt 207 analog eine Enthalpieverteilung
hiout(
x) in dem Walzgutabschnitt beim Austritt aus dem Wirkbereich 31, 32, 33 mit dem jeweils
aktuellen Wert des Laufindex
i berechnet werden, wenn bei der vorhergehenden Ausführung des vierten Teilschritts
204 eine zugehörige Anfangsenthalpieverteilung
hiin(
x) beim Eintritt in diesen Wirkbereich 31, 32, 33 entgegengenommen beziehungsweise
übernommen wurde.
[0067] Eine einfache Form der Wärmeleitungsgleichung ist

[0068] Dabei ist

die Temperaturleitfähigkeit des Walzguts 15, wobei
λ seine Wärmeleitfähigkeit,

seine Dichte und
c seine Wärmekapazität bezeichnen.
[0069] Als Randbedingungen werden für die Wärmeleitungsgleichung (3) die Wärmestromdichte
jo für die oberseitige Oberfläche (
x = 0) und die Wärmestromdichte
ju für die unterseitige Oberfläche (
x =
d) des Walzguts 15 benötigt. Beispielsweise wird für die oberseitige Oberfläche

verwendet und für die unterseitige Oberfläche wird

verwendet. Dabei sind
v die mittlere Transportgeschwindigkeit während des Durchlaufs durch den Wirkbereich,
fortan einfach mit Transportgeschwindigkeit bezeichnet,
εo ein Abstrahlkoeffizient von Wärmestrahlung der oberseitigen Oberfläche und
εu ein Abstrahlkoeffizient von Wärmestrahlung der unterseitigen Oberfläche, der aufgrund
der Reflektion von Wärmestrahlung an den Transportrollen 25 kleiner als
εo ist.
fL(
To,
Te,
v) und
fL(
Tu,
Te,
v) sind Funktionen, die die Abkühlwirkung der Umgebungsluft in Abhängigkeit von der
Oberflächentemperatur
To des Walzguts 15 an der oberseitigen Oberfläche beziehungsweise von der Oberflächentemperatur
Tu des Walzguts 15 an der unterseitigen Oberfläche, der Umgebungstemperatur
Te und der Transportgeschwindigkeit
v beschreiben.
fR(
Tu,
Te,
v) ist eine Funktion, die die Kühlwirkung der Transportrollen 25 in Abhängigkeit von
der Oberflächentemperatur
Tu, der Umgebungstemperatur
Te und der Transportgeschwindigkeit v beschreibt.
fw(
To,
v,
Tw,
woi) ist eine Funktion, die die Kühlwirkung einer oberseitigen Kühleinrichtung 21, 22,
23, das heißt einer die oberseitige Oberfläche des Walzguts 15 kühlenden Kühleinrichtung
21, 22, 23, mit dem Laufindexwert
i in Abhängigkeit von der Oberflächentemperatur
To, der Transportgeschwindigkeit
v, der Kühlmitteltemperatur
Tw und dem durch den Einstellwert
woi gegebenen Kühlmittelstrom der Kühleinrichtung 21, 22, 23 beschreibt.
fw(
Tu,
v,
Tw,
wui) ist entsprechend eine Funktion, die die Kühlwirkung einer unterseitigen Kühleinrichtung
21, 22, 23 mit dem Laufindexwert
i in Abhängigkeit von der Oberflächentemperatur
Tu, der Transportgeschwindigkeit
v, der Kühlmitteltemperatur
Tw und dem durch den Einstellwert
wui gegebenen Kühlmittelstrom der Kühleinrichtung 21, 22, 23 beschreibt.
[0070] Die Funktion
fw wird oftmals separiert, um eine einfachere Parametrierung zu ermöglichen, beispielsweise
gemäß

mit den einfacher zu beschreibenden Abhängigkeiten der Kühlwirkung
fT(
T,
v) von der Transportgeschwindigkeit
v und der jeweiligen Oberflächentemperatur
T =
To oder
T =
Tu, der Abhängigkeit der Kühlwirkung
gT(
Tw) von der Kühlmitteltemperatur
Tw und der Abhängigkeit der Kühlwirkung
hw(
w) vom Kühlmittelstrom
w =
woi oder
w =
wui einer oberseitigen oder unterseitigen Kühleinrichtung 21, 22, 23 mit dem Laufindexwert
i. An Stellen des Kühlstreckenweges, an denen kein Kühlmittelstrom von einer oberseitigen
Kühleinrichtung 21, 22, 23 auf das Walzgut 15 ausgegeben wird, gilt
fw(T0,
v,
Tw,
woi) = 0. Entsprechend gilt
fw(
Tu,
v,
Tw,
wui) = 0 an Stellen des Kühlstreckenweges, an denen kein Kühlmittelstrom von einer unterseitigen
Kühleinrichtung 21, 22, 23 auf das Walzgut 15 ausgegeben wird.
[0071] Wenn das erfindungsgemäße Verfahren für oberseitige und unterseitige Kühleinrichtungen
21, 22, 23 durchgeführt wird, wird es separat für die oberseitigen Kühleinrichtungen
21, 22, 23 und die unterseitigen Kühleinrichtungen 21, 22, 23 durchgeführt. In Figur
3 gilt für die oberseitigen Kühleinrichtungen 21, 22, 23 demzufolge
wi =
woi und für die unterseitigen Kühleinrichtungen 21, 22, 23 entsprechend
wi =
wui etc., wobei sich der Laufbereich des Laufindex
i für die oberseitigen Kühleinrichtungen 21, 22, 23 von dem Laufbereich des Laufindex
i für die unterseitigen Kühleinrichtungen 21, 22, 23 unterscheiden kann.
[0072] Eine alternative Form der Wärmeleitungsgleichung ist

[0073] In Gleichung (5) sind
pk,
k = 1,
... ,
m Phasenanteile des Walzguts 15, beispielsweise ein Austenitanteil, ein Ferritanteil,
ein Zementitanteil und/oder andere Anteile. Die Phasenanteile sind stets nicht negativ
und ihre Summe ist Eins. Die Größe
h ist eine Enthalpiedichte, wobei

gilt. Weiterhin gibt es für jeden Phasenanteil bekannte Abhängigkeiten zwischen der
Enthalpiedichte
hk des jeweiligen Phasenanteils und der zugehörigen Temperatur
Tk, d. h. die Temperatur
Tk =
Tk(
hk) ist eine streng monoton steigende Funktion des Enthalpiedichteanteils
hk. Dabei gilt
T1(
h1) =
T2(
h2) = ··· =
Tm(
hm) =
T, da die Temperatur an einer Stelle
x nur einen Wert haben kann, der für alle Phasenanteile gleich ist. Durch Lösen dieses
Gleichungssystems lässt sich die Funktion
T(
h,p1, ... ,
pm) berechnen. Entsprechend lässt sich die Wärmeleitfähigkeit
λ als Funktion der Enthalpiedichte
h und der Phasenanteile
p1,
... , pm ausdrücken. Die Größe
ρ bezeichnet die für alle Phasenanteile gleich angenommene Dichte des Walzguts 15.
[0074] Die Phasenanteile können dabei nach Bedarf, insbesondere gekoppelt mit der Lösung
der Wärmeleitungsgleichung berechnet werden. Beispielsweise kann man für die Phasenanteile
ein gekoppeltes Differentialgleichungssystem

ansetzen.
[0075] Die Gleichung (3) beziehungsweise die Gleichungen (5) und (6) werden mit den Randbedingungen
gemäß den Gleichungen (4a) und (4b) für eine Anfangstemperaturverteilung
Tiin(
x) beziehungsweise eine Anfangsenthalpieverteilung
hiin(
x) und anfängliche Phasenanteile
p1i,
... , pmi gelöst, um eine Temperaturverteilung
Tiout(
x) beziehungsweise eine Enthalpieverteilung
hiout(
x) und Phasenanteile

in dem Walzgutabschnitt beim Austritt aus dem Wirkbereich 31, 32, 33 mit dem jeweils
aktuellen Wert des Laufindex
i zu berechnen.
[0076] Die in die Gleichungen (4a) und (4b) eingehenden Funktionen
fL,
fw,
fR werden in aus dem Stand der Technik bekannter Weise beispielsweise als so genannte
B-Splines geeignet parametriert. In einigen Fällen lassen sich auch geschlossene Darstellungen
angeben. Diesbezüglich wird beispielsweise auf die
Veröffentlichung W. Timm et al. (2002), Modelling of heat transfer in hot strip mill
runout table cooling, Steel Research, 73: 97-104, https://doi.org/10.1002/srin.200200180 verwiesen. Dort werden in Gleichung (6) die Funktionen
fL,
fw,
fR jeweils als Produkt einer Wärmeflusskonstante
Q̇i und dimensionslosen Korrekturfunktionen
fi angesetzt, wobei der Index
i für die jeweilige Kühlungsart (durch Luft, Kühlmittel oder Transportrollen) steht,
siehe des Weiteren beispielsweise die Gleichungen (7) bis (9) der vorgenannten Veröffentlichung
für Kühlung durch Luft, die Gleichungen (11) bis (14) für (verschiedene Arten der)
Kühlung durch Kühlmittel und Gleichung (10) für Kühlung durch Transportrollen.
[0077] Nach dem siebten Teilschritt 207 wird ein achter Teilschritt 208 ausgeführt.
[0078] In dem achten Teilschritt 208 wird geprüft, ob die in dem siebten Teilschritt 207
berechnete Temperatur
Tiout(0) an der Walzgutoberfläche 29 beim Austritt aus dem Wirkbereich 31, 32, 33 mit dem
jeweils aktuellen Wert des Laufindex
i den Minimalwert
Tmin überschreitet oder gleich dem Minimalwert
Tmin ist (im Fall, dass die Walzgutoberfläche 29 die unterseitige Oberfläche des Walzguts
15 ist, ist hier
Tiout(0) durch
Tiout(
d) zu ersetzen oder die Wahl der Koordinate
x so anzupassen, dass
x = 0 die unterseitige Oberfläche des Walzguts 15 bezeichnet). Wenn dies nicht der
Fall ist, wird ein neunter Teilschritt 209 ausgeführt. Andernfalls wird ein zehnter
Teilschritt 210 ausgeführt.
[0079] Der neunte Teilschritt 209 wird also immer dann ausgeführt, wenn die berechnete Oberflächentemperatur
der Walzgutoberfläche 29 beim Austritt aus dem Wirkbereich 31, 32, 33 mit dem jeweils
aktuellen Wert des Laufindex
i den Minimalwert
Tmin unterschreitet, das heißt, wenn der aktuelle Einstellwert
wi für diesen Wert des Laufindex
i zu hoch ist. In dem neunten Teilschritt 209 wird diesem Einstellwert
wi deshalb ein neuer (kleinerer) Wert zugewiesen, beispielsweise mit einem Newtonverfahren
derart, dass die für den neuen Einstellwert
wi berechnete Oberflächentemperatur dem Minimalwert
Tmin angenähert wird. Anschließend werden wieder der siebte Teilschritt 207 und der achte
Teilschritt 208 ausgeführt, das heißt die Oberflächentemperatur beim Austritt aus
dem Wirkbereich 31, 32, 33 mit dem aktuellen Wert des Laufindex
i wird für den neuen Einstellwert
wi berechnet. Dies wird sooft wiederholt bis die berechnete Oberflächentemperatur mit
dem Minimalwert
Tmin übereinstimmt oder ihn geringfügig überschreitet, beispielsweise um höchstens 10°C,
vorzugsweise um höchstens 5°C. Anschließend wird der zehnte Teilschritt 210 ausgeführt.
[0080] In dem zehnten Teilschritt 210 wird der Wert der Restkühlmittelmenge
WR geändert, indem von dem bisherigen Wert die dem Einstellwert
wi entsprechende Kühlmittelmenge
Wi subtrahiert wird, die von der Kühleinrichtung 21, 22, 23 mit dem aktuellen Wert des
Laufindex
i auf den zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteil der Walzgutoberfläche
29 ausgegeben würde. Die Kühlmittelmenge
Wi lässt sich beispielsweise gemäß

berechnen. Nach dem zehnten Teilschritt 210 wird ein elfter Teilschritt 211 ausgeführt.
[0081] In dem elften Teilschritt 211 wird geprüft, ob der aktuelle Wert des Laufindex
i den Endwert
n erreicht hat, das heißt, ob der simulierte Kühlstreckendurchlauf beendet ist. Wenn
dies nicht der Fall ist, wird ein zwölfter Teilschritt 212 ausgeführt. Andernfalls
wird ein dreizehnter Teilschritt 213 ausgeführt.
[0082] In dem zwölften Teilschritt 212 wird der Wert des Laufindex
i inkrementiert. Anschließend wird der vierte Teilschritt 204 für den neuen Wert des
Laufindex
i ausgeführt.
[0083] In dem dreizehnten Teilschritt 213 wird eine Durchschnittstemperatur des Walzgutabschnitts
nach dem simulierten Kühlstreckendurchlauf, das heißt nach dem simulierten Durchlaufen
aller Wirkbereiche 31, 32, 33, berechnet. Diese Durchschnittstemperatur wird beispielsweise
gemäß

aus der bei der vorhergehenden Ausführung des siebten Teilschritts 207 berechneten
Temperaturverteilung
Tnout(
x) berechnet. Gemäß Gleichung (8) ist die berechnete Durchschnittstemperatur nach dem
simulierten Durchlaufen aller Wirkbereiche 31, 32, 33 eine über die Dicke des Walzguts
15 gemittelte Temperatur beim Austritt aus dem Wirkbereich mit dem Laufindexwert
i =
n, das heißt beim Austritt aus dem bei dem Kühlstreckendurchlauf zuletzt durchlaufenen
Wirkbereich. Nach dem dreizehnten Teilschritt 213 wird ein vierzehnter Teilschritt
214 ausgeführt.
[0084] In dem vierzehnten Teilschritt 214 wird geprüft, ob die bei der vorhergehenden Ausführung
des dreizehnten Teilschritts 213 berechnete Durchschnittstemperatur
Tnout mit einer hinreichenden Genauigkeit mit der Solldurchschnittstemperatur
TS des Walzgutabschnitts nach dem Kühlstreckendurchlauf übereinstimmt. Unter einer hinreichend
genauen Übereinstimmung wird beispielsweise eine Übereinstimmung bis auf eine absolute
oder relative Abweichung verstanden, deren Betrag einen vorgegebenen Toleranzwert
nicht überschreitet. Stimmt die Durchschnittstemperatur
Tnout nicht hinreichend genau mit der Solldurchschnittstemperatur
TS überein, wird nach dem vierzehnten Teilschritt 214 ein fünfzehnter Teilschritt 215
ausgeführt. Andernfalls wird nach dem vierzehnten Teilschritt 214 ein sechzehnter
Teilschritt 216 ausgeführt.
[0085] Der fünfzehnte Teilschritt 215 wird also ausgeführt, wenn die berechnete Durchschnittstemperatur
Tnout nach dem simulierten Kühlstreckendurchlauf nicht hinreichend genau mit der Solldurchschnittstemperatur
TS übereinstimmt. Wenn die berechnete Durchschnittstemperatur
Tnout die Solldurchschnittstemperatur
TS überschreitet, weist dies darauf hin, dass die dem simulierten Kühlstreckendurchlauf
zugrunde gelegte Gesamtkühlmittelmenge
W zu klein war. Wenn die berechnete Durchschnittstemperatur
Tnout die Solldurchschnittstemperatur
TS unterschreitet, weist dies darauf hin, dass die dem simulierten Kühlstreckendurchlauf
zugrunde gelegte Gesamtkühlmittelmenge
W zu groß war. Daher wird in dem fünfzehnten Teilschritt 215 der Wert der Gesamtkühlmittelmenge
W geändert, beispielsweise um einen Betrag, der von der Abweichung der berechneten
Durchschnittstemperatur
Tnout von der Solldurchschnittstemperatur
TS abhängt. Dadurch kann die berechnete Durchschnittstemperatur
Tnout nach dem nächsten simulierten Kühlstreckendurchlauf der Solldurchschnittstemperatur
TS angenähert werden. Die Anpassung der Gesamtkühlmittelmenge
W kann in späteren simulierten Kühlstreckendurchläufen beispielsweise mit einem Newtonverfahren
verbessert werden.
[0086] Nach dem fünfzehnten Teilschritt 215 wird der dritte Teilschritt 203 mit dem neuen
Wert der Gesamtkühlmittelmenge
W ausgeführt, das heißt es wird eine weitere Simulation des Kühlstreckendurchlaufs
des Walzgutabschnitts mit dem geänderten Wert der Gesamtkühlmittelmenge
W gestartet. Die Simulation des Kühlstreckendurchlaufs wird sooft jeweils mit einem
geänderten Wert der Gesamtkühlmittelmenge
W wiederholt, bis die berechnete Durchschnittstemperatur
Tnout nach einem simulierten Kühlstreckendurchlauf hinreichend genau mit der Solldurchschnittstemperatur
TS übereinstimmt, oder der Wert der Gesamtkühlmittelmenge
W Null wird oder einen Maximalwert

erreicht oder überschreitet oder die Restkühlmittelmenge
WR nach Ausführen des Teilschrittes 210 für
i =
n nicht Null geworden ist, d. h. die anfängliche Gesamtkühlmittelmenge
W zu groß war. Der Maximalwert
Wmax ist eine maximale Kühlmittelmenge, die von allen Kühleinrichtungen 21, 22, 23 zusammen
bei dem Kühlstreckendurchlauf (mit der für ihn vorgegebenen Transportgeschwindigkeit)
des Walzgutabschnitts auf den zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Teil der Walzgutoberfläche
29 ausgebbar ist.
[0087] Wenn die berechnete Durchschnittstemperatur
Tnout nach einem simulierten Kühlstreckendurchlauf hinreichend genau mit der Solldurchschnittstemperatur
TS übereinstimmt, wird nach dem vierzehnten Teilschritt 214 dieses simulierten Kühlstreckendurchlaufs
der sechzehnte Teilschritt 216 ausgeführt.
[0088] Wenn der Wert der Gesamtkühlmittelmenge
W Null wird, wird jedem Einstellwert
wi,
i = 1, ... ,
n der Wert Null zugewiesen, das heißt ∀
i:
wi = 0 gesetzt, und anschließend wird der sechzehnte Teilschritt 216 ausgeführt. Wenn
der Wert der Gesamtkühlmittelmenge
W den Maximalwert
Wmax erreicht oder überschreitet, wird jedem Einstellwert
wi der für die jeweilige Kühleinrichtung 21, 22, 23 spezifische Maximalwert
wimαx zugewiesen, das heißt Vi:
wi =
wimαx gesetzt, und anschließend wird der sechzehnte Teilschritt 216 ausgeführt. Die Fälle,
dass die Gesamtkühlmittelmenge
W Null wird oder den Maximalwert
Wmax erreicht oder überschreitet, sind in den Figuren 3 und 4 der Übersichtlichkeit halber
nicht dargestellt. Diese Fälle sind Ausnahmefälle, da im Fall
W =
0 gar keine aktive Kühlung des Walzguts 15 in der Kühlstrecke 19 impliziert wird und
im Fall
W =
Wmax eine maximal mögliche Kühlung des Walzguts 15 in der Kühlstrecke 19 impliziert wird,
bei der von jeder Kühleinrichtung 21, 22, 23 der für die Kühleinrichtung 21, 22, 23
spezifische maximal mögliche Kühlmittelstrom ausgegeben wird.
[0089] In dem sechzehnten Teilschritt 216 wird der zweite Verfahrensschritt 200 beendet
und für jede Kühleinrichtung 21, 22, 23 der bei dem Verfahrensschritt 200 zuletzt
bestimmte Einstellwert
wi des Kühlmittelstroms gespeichert. Auf diesen Einstellwert
wi wird der Kühlmittelstrom der jeweiligen Kühleinrichtung 21, 22, 23 in dem dritten
Verfahrensschritt 300 eingestellt.
[0090] Figur 4 (FIG 4) zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel des Verfahrensschrittes 200.
Dieses Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem anhand von Figur 3 beschriebenen
ersten Ausführungsbeispiel lediglich in einer Abänderung des Teilschrittes 206 und
dem Wegfall der Teilschritte 208 und 209. Es werden daher im Folgenden nur die Änderungen
gegenüber dem anhand von Figur 3 beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel beschrieben
und kommentiert.
[0091] In dem Teilschritt 206 wird bei diesem Ausführungsbeispiel bei einem simulierten
Kühlstreckendurchlauf eines Walzgutabschnitts der Einstellwert
wi des Kühlmittelstroms für die Kühleinrichtung 21, 22, 23 mit dem jeweils aktuellen
Wert des Laufindex
i gemäß

bestimmt. In Gleichung (9) ist
wiV der Vorgabewert, der bei der vorhergehenden Ausführung des Teilschrittes 205 für
den Kühlmittelstrom der Kühleinrichtung 21, 22, 23 mit dem aktuellen Wert des Laufindex
i bestimmt wurde.
Tiin(0) ist ein Wert der Oberflächentemperatur der Walzgutoberoberfläche 29 beim Eintritt
in den Wirkbereich 31, 32, 33 dieser Kühleinrichtung 21, 22, 23, der aus der bei der
vorhergehenden Ausführung des Teilschrittes 204 entgegengenommenen Temperaturverteilung
Tiin(
x) abgeleitet wird. Im Fall, dass die Walzgutoberoberfläche 29 die unterseitige Oberfläche
des Walzguts 15 ist, ist in Gleichung (9) und Figur 4
Tiin(
0) durch
Tiin(
d) zu ersetzen oder die Wahl der Koordinate
x so anzupassen, dass
x = 0 die unterseitige Oberfläche des Walzguts 15 bezeichnet.
[0092] fi(T) ist eine Funktion, die für
T ≤
Tmin Null ist, für
T ≥
Tmin+Δ
Tires Eins ist und im Intervall [
Tmin,
Tmin+Δ
Tires] streng monoton steigt. Beispielsweise ist die Funktion
f(
T) im Intervall [
Tmin,
Tmin+Δ
Tires] definiert gemäß
Tmin ist der im ersten Verfahrensschritt 100 entgegengenommene Minimalwert für eine Oberflächentemperatur
der Walzgutoberfläche 29 während des Transports des Walzguts 15 durch die Kühlstrecke
19.
ΔTires ist eine Reservetemperaturdifferenz, die derart vorgegeben wird, dass die Oberflächentemperatur
der Walzgutoberfläche 29 beim Austritt aus dem Wirkbereich 31, 32, 33 der Kühleinrichtung
21, 22, 23 mit dem Laufindexwert
i selbst dann den Minimalwert
Tmin nicht unterschreitet, wenn die Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche 29 beim
Eintritt in diesen Wirkbereich 31, 32, 33 größer als
Tmin+Δ
Tires ist und der von der Kühleinrichtung 21, 22, 23 mit dem Laufindexwert
i auf die Walzgutoberfläche 29 ausgegebene Kühlmittelstrom maximal ist, das heißt den
für die Kühleinrichtung 21, 22, 23 spezifischen Maximalwert
wimαx annimmt. Δ
Tires wird beispielsweise in einer separaten Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs des
Walzguts 15 oder anhand eines mathematischen Modells der Kühlstrecke 19 in Abhängigkeit
von einer Heiztemperatur des Erwärmungsofens 3 und der Transportgeschwindigkeit des
Walzguts 15 bestimmt. Die Reservetemperaturdifferenz Δ
Tires kann vom Wert des Laufindex
i abhängen, das heißt für voneinander verschiedene Kühleinrichtungen 21, 22, 23 können
voneinander verschiedene Reservetemperaturdifferenzen vorgegeben werden.
[0093] Das in Figur 4 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel des Verfahrensschrittes 200
ist einfacher als das in Figur 3 gezeigte erste Ausführungsbeispiel, weil die Teilschritte
208 und 209 und somit die potenzielle Iteration der Teilschritte 207 bis 209 entfallen.
Insbesondere erfordert das zweite Ausführungsbeispiel des Verfahrensschrittes 200
in der Regel einen geringeren Rechenaufwand als das erste Ausführungsbeispiel und
benötigt daher in der Regel auch eine kürzere Rechenzeit beziehungsweise eine geringere
Rechenkapazität. Das erste Ausführungsbeispiel des Verfahrensschrittes 200 ermöglicht
demgegenüber in der Regel eine schnellere Abkühlung des Walzguts 15 als das zweite
Ausführungsbeispiel, da die Iteration der Teilschritte 207 bis 209 eine genauere Anpassung
der Einstellwerte für die Kühlmittelströme der Kühleinrichtungen 21, 22, 23 an den
Minimalwert
Tmin ermöglicht.
[0094] Oben wurde bereits ausgeführt, dass eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
vorsieht, die Verfahrensschritte 200 und 300 sukzessive für Walzgutabschnitte des
Walzguts 15 durchzuführen, die die Wirkbereiche 31, 32, 33 der Kühleinrichtungen 21,
22, 23 nacheinander durchlaufen. Bei dieser Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird der Verfahrensschritt 200 beispielsweise für jeden Walzgutabschnitt gemäß einem
der anhand der Figuren 3 oder 4 beschriebenen Ausführungsbeispiele durchgeführt. Es
ist jedoch alternativ auch möglich, die anhand der Figuren 3 und 4 beschriebenen Ausführungsbeispiele
für diese Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens zu modifizieren.
[0095] Figur 5 (FIG 5) zeigt eine derartige Modifikation des in Figur 3 gezeigten Ausführungsbeispiels.
Bei dieser Modifikation wird ein zweiter Laufindex
j benutzt, der die Walzgutabschnitte nummeriert. In dem zweiten Teilschritt 202 wird
wie bei dem in Figur 3 gezeigten Ausführungsbeispiel eine anfängliche Gesamtkühlmittelmenge
W von Kühlmittel 35 entgegengenommen. Zusätzlich wird in dem zweiten Teilschritt 202
dem zweiten Laufindex
j als Anfangswert der Wert 1 zugewiesen. Die Teilschritte 203 bis 214 werden für den
jeweils aktuellen Wert des zweiten Laufindex
j, das heißt für den zugehörigen Walzgutabschnitt, wie die Teilschritte 203 bis 214
des in Figur 3 gezeigten Ausführungsbeispiels ausgeführt.
[0096] Im Fall, dass die im Teilschritt 213 berechnete Durchschnittstemperatur
Tnout mit hinreichender Genauigkeit mit der Solldurchschnittstemperatur
TS des Walzgutabschnitts nach dem Kühlstreckendurchlauf übereinstimmt, wird nun jedoch
nach dem Teilschritt 214 in einem Teilschritt 217 der Wert des zweiten Laufindex
j inkrementiert. Im Fall, dass die im Teilschritt 213 berechnete Durchschnittstemperatur
Tnout nicht mit hinreichender Genauigkeit mit der Solldurchschnittstemperatur
TS des Walzgutabschnitts nach dem Kühlstreckendurchlauf übereinstimmt, wird wie bei
dem in Figur 3 gezeigten Ausführungsbeispiel im Teilschritt 215 der Wert der Gesamtkühlmittelmenge
W geändert, und danach wird in dem Teilschritt 217 der Wert des zweiten Laufindex
j inkrementiert. Dabei wird in Kauf genommen, dass Walzgutabschnitte mit kleinen Werten
des zweiten Laufindex
j nach dem Kühlstreckendurchlauf eine Durchschnittstemperatur aufweisen, die noch nicht
mit hinreichender Genauigkeit mit der Solldurchschnittstemperatur
TS übereinstimmt.
[0097] Nach dem Teilschritt 217 wird der Teilschritt 203 für den neuen Wert des zweiten
Laufindex
j ausgeführt, das heißt es wird eine Simulation des Kühlstreckendurchlaufs des nachfolgenden
Walzgutabschnitts mit einer möglicherweise geänderten Gesamtkühlmittelmenge
W gestartet. Bei dem in Figur 5 gezeigten Ausführungsbeispiel wird also für jeden Walzgutabschnitt
genau einmal ein Kühlstreckendurchlauf simuliert und der Simulation des Kühlstreckendurchlaufs
des jeweils nachfolgenden Walzgutabschnitts wird eine möglicherweise im Teilschritt
215 angepasste Gesamtkühlmittelmenge
W übergeben. Auf diese Weise wird der für einen Walzgutabschnitt ausgeführte zweite
Verfahrensschritt 200 mit dem für den nachfolgenden Walzgutabschnitt ausgeführten
zweiten Verfahrensschritt 200 verknüpft. Nach jeder Ausführung des zweiten Verfahrensschrittes
200 wird für jede Kühleinrichtung 21, 22, 23 der bei dieser Ausführung des Verfahrensschrittes
200 bestimmte Einstellwert
wi des Kühlmittelstroms für den jeweiligen Wert des zweiten Laufindex
j gespeichert. Die für einen Wert des zweiten Laufindex
j gespeicherten Einstellwerte
wi werden nicht durch die für einen anderen Wert des zweiten Laufindex
j bestimmten Einstellwerte
wi überschrieben.
[0098] Die wiederholte Ausführung des zweiten Verfahrensschritts 200 wird beendet, wenn
der zweite Laufindex
j einen Endwert erreicht. Beispielsweise wird nach jeder Ausführung des zweiten Verfahrensschrittes
200 geprüft, ob der zweite Laufindex j den Endwert erreicht hat, und der Teilschritt
217 wird nur ausgeführt, wenn dies nicht der Fall ist. Andernfalls wird die wiederholte
Ausführung des zweiten Verfahrensschritts 200 beendet. Dies ist in Figur 5 der Übersichtlichkeit
halber nicht dargestellt.
[0099] Ferner müssten in Figur 5 streng genommen Größen, die einen Index
i oder
n aufweisen, einen zusätzlichen Index
j aufweisen, soweit sich diese Größen für verschiedene Werte des zweiten Laufindex
j voneinander unterscheiden können. Beispielsweise müsste also der Einstellwert mit
wij statt mit
wi bezeichnet werden. Auch darauf wurde in Figur 5 der Übersichtlichkeit halber verzichtet.
[0100] Auch der dritte Verfahrensschritt 300 ist für jeden Walzgutabschnitt separat durchzuführen
und unabhängig von den anderen Walzgutabschnitten durchführbar. Dabei kann für einen
Wert
k des zweiten Laufindex bereits der dritte Verfahrensschritt 300 durchgeführt werden,
in dem mittels der Kühleinrichtungen 21, 22, 23 bei dem Kühlstreckendurchlauf des
Walzgutabschnittes mit dem Wert
k des zweiten Laufindex der für diesen Wert
k jeweils bestimmte Kühlmittelstrom
wi auf den Walzgutabschnitt ausgegeben wird, während der zweite Verfahrensschritt 200
für Werte
j des zweiten Laufindex mit
j >
k durchgeführt wird. Dazu wird für jede Kühleinrichtung 21, 22, 23 im Verfahrensschritt
300 in Abhängigkeit von der Transportgeschwindigkeit beziehungsweise von dem zeitlichen
Transportgeschwindigkeitsverlauf ermittelt, wann sich der Walzgutabschnitt mit dem
Wert
k in dem Wirkbereich 31, 32, 33 der Kühleinrichtung 21, 22, 23 befinden wird. Unter
Berücksichtigung der zugehörigen Verzögerungszeit wird die Kühleinrichtung 21, 22,
23 dann derart eingestellt, dass sie den für diesen Wert
k bestimmten Kühlmittelstrom
wi genau dann ausgibt, wenn sich der Walzgutabschnitt mit dem Wert
k in dem Wirkbereich 31, 32, 33 der Kühleinrichtung 21, 22, 23 befindet.
[0101] Figur 6 (FIG 6) zeigt eine zu Figur 5 analoge Modifikation des in Figur 4 gezeigten
Ausführungsbeispiels des zweiten Verfahrensschrittes 200.
[0102] Die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Verfahrens können
auch durchgeführt werden, wenn das Walzgut mehrmals durch die Kühlstrecke 19 transportiert
wird. Beispielsweise kann die Fertigstraße 9 ein Reversiergerüst aufweisen, durch
das das Walzgut 15 mehrmals in alternierender Richtung geführt wird. Dann kann auch
das Walzgut 15 mehrmals in alternierender Richtung durch die Kühlstrecke 19 transportiert
werden. In diesem Fall werden die Verfahrensschritte 200 und 300 für jeden Kühlstreckendurchlauf
durchgeführt. Beispielsweise ist in diesem Fall eine zweite Messstelle hinter der
Kühlstrecke 19, das heißt zwischen dem Zwischenrollgang 7 und der Fertigstraße 9 vorgesehen,
an der eine Oberflächentemperatur eines zu einem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteils
der Walzgutoberfläche 29 erfasst wird, bevor der Walzgutabschnitt von der zweiten
Messstelle aus die Kühlstrecke 19 durchläuft. Für eine Simulation dieses Kühlstreckendurchlaufs
des Walzgutabschnitts wird eine ursprüngliche Anfangsenthalpieverteilung und/oder
ursprüngliche Anfangstemperaturverteilung in Abhängigkeit von der an der zweiten Messstelle
erfassten Oberflächentemperatur des zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteils
der Walzgutoberfläche 29 bestimmt.
[0103] Ferner kann der Zwischenrollgang 7 mehrere Kühlstrecken 19 aufweisen, beziehungsweise
eine Kühlstrecke 19 kann mehrere Teilkühlstrecken aufweisen, für die das erfindungsgemäße
Verfahren jeweils separat ausgeführt wird (jede Teilkühlstrecke wird dann als Kühlstrecke
im Sinne der Erfindung verstanden). Wenn beispielsweise im Zwischenrollgang 7 eine
Zwischenmessstelle angeordnet ist, an der eine Oberflächentemperatur des Walzguts
15 erfasst wird, kann das erfindungsgemäße Verfahren separat für eine erste Teilkühlstrecke
beziehungsweise Kühlstrecke, die zwischen der ersten Messstelle 39 und der Zwischenmessstelle
angeordnet ist, und für eine zweite Teilkühlstrecke beziehungsweise Kühlstrecke, die
zwischen der Zwischenmessstelle und der Fertigstraße 9 angeordnet ist, ausgeführt
werden. Eine ursprüngliche Anfangstemperaturverteilung und/oder eine ursprüngliche
Anfangsenthalpieverteilung für die zweite Teilkühlstrecke beziehungsweise Kühlstrecke
wird dann in Abhängigkeit von der an der Zwischenmessstelle erfassten Oberflächentemperatur
des Walzguts 15 bestimmt. Entsprechend kann verfahren werden, wenn in dem Zwischenrollgang
7 mehrere Zwischenmessstellen angeordnet sind, an denen jeweils eine Oberflächentemperatur
des Walzguts 15 erfasst wird.
[0104] Figur 7 (FIG 7) zeigt beispielhaft sich bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ergebende Temperaturverläufe von Temperaturen
TK,
TS und
T in einem Walzgutabschnitt vor und während eines Kühlstreckendurchlaufs durch eine
Kühlstrecke 19 in Abhängigkeit von der Zeit
t. Dabei bezeichnet
TK eine Kerntemperatur in dem Walzgutabschnitt in der Mitte zwischen einer oberseitigen
und einer unterseitigen Oberfläche des Walzguts 15.
TS bezeichnet eine Oberflächentemperatur an der Walzgutoberfläche 29 des Walzguts 15.
T bezeichnet eine Durchschnittstemperatur des Walzgutabschnitts, die analog zu Gleichung
(8) definiert ist.
[0105] Der Walzgutabschnitt tritt etwa 3 s nach einem Zeitnullpunkt in die Kühlstrecke 19
ein. Durch die Kühlwirkung von Kühleinrichtungen 21, 22, 23 am Anfang der Kühlstrecke
19 sinkt die Oberflächentemperatur
TS schnell von etwa 1070°C beim Eintritt des Walzgutabschnitts in die Kühlstrecke 19
auf den Minimalwert
Tmin, der in diesem Fall etwa 800°C beträgt und von der Oberflächentemperatur
TS bereits etwa 5,5 s nach dem Zeitnullpunkt erreicht wird. Im weiteren Verlauf des
Kühlstreckendurchlaufs des Walzgutabschnitts wird dessen Oberflächentemperatur
TS durch Kühleinrichtungen 21, 22, 23 der Kühlstrecke 19 erfindungsgemäß relativ konstant
auf dem Minimalwert
Tmin gehalten bis der Walzgutabschnitt etwa 7,7 s nach dem Zeitnullpunkt aus der Kühlstrecke
19 austritt. Danach stiegt die Oberflächentemperatur
TS aufgrund nun ausbleibender Kühlung wieder an, da Wärme aus dem Inneren des Walzgutabschnitts
zu der Walzgutoberfläche 29 geleitet wird. Die Kerntemperatur
TK des Walzgutabschnitts bleibt während des Kühlstreckendurchlaufs relativ konstant
bei etwa 1100°C. Die Durchschnittstemperatur
T des Walzgutabschnitts fällt während des Kühlstreckendurchlaufs von etwa 1090°C auf
etwa 1020°C.
[0106] Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den durch die Ansprüche definierten Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0107]
- 1
- Warmwalzanlage
- 3
- Erwärmungsofen
- 5
- Vorstraße
- 7
- Zwischenrollgang
- 9
- Fertigstraße
- 11
- Auslaufkühlbereich
- 13
- Haspelbereich
- 15
- Walzgut
- 17
- Vorstraßenwalzgerüst
- 19
- Kühlstrecke
- 21, 22, 23
- Kühleinrichtung
- 25
- Transportrolle
- 27
- Steuereinheit
- 29
- Walzgutoberfläche
- 31, 32, 33
- Wirkbereich
- 35
- Kühlmittel
- 37
- Messeinrichtung
- 39
- Messstelle
- 41
- Fertigstraßenwalzgerüst
- 43
- Fertigstraßenkühleinrichtung
- 45
- Fertigstraßenkühlmittel
- 47, 49
- Auslaufkühleinrichtung
- 51
- Auslaufkühlmittel
- 53
- Walzguthaspel
- 100, 200, 300
- Verfahrensschritt
- 201 bis 217
- Teilschritt
- t
- Zeit
- TK
- Kerntemperatur
- TS
- Oberflächentemperatur
- T
- Durchschnittstemperatur
1. Verfahren zum Kühlen eines Walzguts (15) in einer vor einer Fertigstraße (9) einer
Warmwalzanlage (1) angeordneten Kühlstrecke (19), durch die das Walzgut (15) entlang
eines Kühlstreckenweges einmal mit einer vorgegebenen Transportgeschwindigkeit oder
mehrmals in alternierender Richtung mit jeweils einer vorgegebenen Transportgeschwindigkeit
transportiert wird und die eine Kühleinrichtung (21, 22, 23) mit einem Wirkbereich
(31, 32, 33) oder mehrere entlang des Kühlstreckenweges hintereinander angeordnete
Kühleinrichtungen (21, 22, 23) mit jeweils einem Wirkbereich (31, 32, 33) aufweist,
wobei die Wirkbereiche (31, 32, 33) einander benachbarter Kühleinrichtungen (21, 22,
23) unmittelbar aneinandergrenzen und mit jeder Kühleinrichtung (21, 22, 23) in deren
Wirkbereich (31, 32, 33) auf eine Walzgutoberfläche (29) des Walzguts (15) ein Kühlmittelstrom
eines Kühlmittels (35) ausgebbar ist, der zwischen dem Wert Null und einem für die
Kühleinrichtung (21, 22, 23) spezifischen Maximalwert einstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- ein Minimalwert für eine Oberflächentemperatur (TS) der Walzgutoberfläche (29) während des Transports des Walzguts (15) durch die Kühlstrecke
(19) entgegengenommen wird,
- zur Einhaltung des Minimalwerts jeder Kühleinrichtung (21, 22, 23) für jeden Kühlstreckendurchlauf
durch die Kühlstrecke (19) ein Einstellwert für den Kühlmittelstrom zugeordnet wird
und
- mittels jeder Kühleinrichtung (21, 22, 23) bei jedem Kühlstreckendurchlauf ein Kühlmittelstrom
auf die Walzgutoberfläche (29) ausgegeben wird, der auf den der jeweiligen Kühleinrichtung
(21, 22, 23) für den Kühlstreckendurchlauf zugeordneten Einstellwert eingestellt wird,
- wobei zum Bestimmen der Einstellwerte für einen Kühlstreckendurchlauf zumindest
einmal für einen Walzgutabschnitt des Walzguts (15) der Kühlstreckendurchlauf durch
die Kühlstrecke (19) mit der vorgegebenen Transportgeschwindigkeit simuliert wird,
wobei bei jedem simulierten Kühlstreckendurchlauf sukzessive für jede Kühleinrichtung
(21, 22, 23)
-- ein Vorgabewert für einen von der Kühleinrichtung (21, 22, 23) auszugebenden Kühlmittelstrom
spätestens unmittelbar vor Eintritt des Walzgutabschnittes in den Wirkbereich (31,
32, 33) der Kühleinrichtung (21, 22, 23) entgegengenommen oder bestimmt wird,
-- ausgehend von einer Anfangsenthalpieverteilung und/oder Anfangstemperaturverteilung
in dem Walzgutabschnitt beim Eintritt in den Wirkbereich (31, 32, 33) der Kühleinrichtung
(21, 22, 23) anhand eines physikalischen Modells eine Enthalpieverteilung und/oder
Temperaturverteilung in dem Walzgutabschnitt beim Austritt aus dem Wirkbereich (31,
32, 33) der Kühleinrichtung (21, 22, 23) berechnet wird,
-- der Einstellwert derart bestimmt wird, dass er den von der Kühleinrichtung (21,
22, 23) auf die Walzgutoberfläche (29) auszugebenden Kühlmittelstrom unter den Nebenbedingungen
quasi-maximiert, dass der Einstellwert den Vorgabewert nicht überschreitet und eine
aus der Anfangsenthalpieverteilung und/oder Anfangstemperaturverteilung abgeleitete
oder eine aus der berechneten Enthalpieverteilung und/oder berechneten Temperaturverteilung
des Walzgutabschnitts abgeleitete Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche (29)
beim Austritt aus dem Wirkbereich (31, 32, 33) der Kühleinrichtung (21, 22, 23) den
Minimalwert nicht unterschreitet,
-- wobei für je zwei bei dem Kühlstreckendurchlauf von dem Walzgutabschnitt unmittelbar
nacheinander durchlaufene Wirkbereiche (31, 32, 33) die für den zuerst durchlaufenen
Wirkbereich (31, 32, 33) berechnete Enthalpieverteilung und/oder berechnete Temperaturverteilung
beim Austritt aus dem zuerst durchlaufenen Wirkbereich (31, 32, 33) dem anderen Wirkbereich
(31, 32, 33) als Anfangsenthalpieverteilung und/oder Anfangstemperaturverteilung beim
Eintritt in den anderen Wirkbereich (31, 32, 33) zugeordnet wird, und
-- wobei für die erste Kühleinrichtung (21, 22, 23), die von dem Walzgutabschnitt
bei dem Kühlstreckendurchlauf durchlaufen wird, eine ursprüngliche Anfangsenthalpieverteilung
und/oder ursprüngliche Anfangstemperaturverteilung entgegengenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei zumindest einer Kühleinrichtung (21, 22, 23) bei
jedem simuliertem Kühlstreckendurchlauf eines Walzgutabschnitts der Einstellwert gemäß
wi = fi(Tiin(0))wiV zugeordnet wird, wobei wiV der Vorgabewert für den von der Kühleinrichtung (21, 22, 23) auszugebenden Kühlmittelstrom
ist, Tiin(0) eine aus der Anfangsenthalpieverteilung und/oder Anfangstemperaturverteilung abgeleitete
Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche (29) beim Eintritt in den Wirkbereich
(31, 32, 33) der Kühleinrichtung (21, 22, 23) ist, Tmin der Minimalwert für die Oberflächentemperatur (TS) der Walzgutoberfläche (29) ist, ΔTires eine vorgebbare Reservetemperaturdifferenz ist und fi(T) eine Funktion ist, die für T ≤ Tmin Null ist, für T ≥ Tmin+ΔTires Eins ist und im Intervall [Tmin,Tmin+ΔTires] streng monoton steigt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Einstellwert für zumindest eine Kühleinrichtung
(21, 22, 23) bei jedem simulierten Kühlstreckendurchlauf bestimmt wird, indem die
Oberflächentemperatur der Walzgutoberfläche (29) beim Austritt aus dem Wirkbereich
(31, 32, 33) der Kühleinrichtung (21, 22, 23) zunächst für den Vorgabewert für den
Kühlmittelstrom der Kühleinrichtung (21, 22, 23) berechnet wird und der Einstellwert
dem Vorgabewert gleichgesetzt wird, falls die für den Vorgabewert berechnete Oberflächentemperatur
den Minimalwert nicht unterschreitet, und andernfalls die Berechnung der Oberflächentemperatur
beim Austritt aus dem Wirkbereich (31, 32, 33) für wenigstens einen Kühlmittelstrom,
der kleiner als der Vorgabewert ist, iteriert wird, um einen Einstellwert des Kühlmittelstroms
zu bestimmen, für den die berechnete Oberflächentemperatur beim Austritt aus dem Wirkbereich
(31, 32, 33) mit dem Minimalwert mit hinreichnender Genauigkeit übereinstimmt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei für jede Kühleinrichtung
(21, 22, 23) als Vorgabewert für den Kühlmittelstrom bei jedem simulierten Kühlstreckendurchlauf
der für die jeweilige Kühleinrichtung (21, 22, 23) spezifische Maximalwert des Kühlmittelstroms
entgegengenommen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei für eine Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs
eines Walzgutabschnitts eine Gesamtkühlmittelmenge von Kühlmittel (35) bestimmt wird,
die bei dem Kühlstreckendurchlauf höchstens insgesamt auf den zu dem Walzgutabschnitt
gehörenden Oberflächenteil der Walzgutoberfläche (29) auszugeben ist, und die Vorgabewerte
für die Kühlmittelströme des simulierten Kühlstreckendurchlaufs in Abhängigkeit von
der Gesamtkühlmittelmenge und der für den Kühlstreckendurchlauf vorgegebenen Transportgeschwindigkeit
bestimmt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei eine Solldurchschnittstemperatur des Walzguts (15)
nach einem Kühlstreckendurchlauf entgegengenommen wird, bei jeder Simulation eines
Kühlstreckendurchlaufs eines Walzgutabschnitts eine Durchschnittstemperatur des Walzgutabschnitts
am Ende Kühlstreckendurchlaufs berechnet wird und, wenn die berechnete Durchschnittstemperatur
nicht hinreichend genau mit der Solldurchschnittstemperatur übereinstimmt, für eine
nachfolgende Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs eines Walzgutabschnitts die Gesamtkühlmittelmenge
geändert wird, um die berechnete Durchschnittstemperatur der Solldurchschnittstemperatur
anzugleichen.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, wobei bei einer Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs
eines Walzgutabschnitts jeder Kühleinrichtung (21, 22, 23) eine Restkühlmittelmenge
zugeordnet wird, wobei der ersten Kühleinrichtung (21, 22, 23) des Kühlstreckendurchlaufs
die Gesamtkühlmittelmenge als Restkühlmittelmenge zugeordnet wird und jeder weiteren
Kühleinrichtung (21, 22, 23) als Restkühlmittelmenge die Restkühlmittelmenge der vorhergehenden
Kühleinrichtung (21, 22, 23) des Kühlstreckendurchlaufs abzüglich der Kühlmittelmenge,
die von der vorhergehenden Kühleinrichtung (21, 22, 23) gemäß dem für sie ermittelten
Einstellwert des Kühlmittelstroms auf den zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteil
der Walzgutoberfläche (29) ausgegeben würde, zugeordnet wird, und der Vorgabewert
des Kühlmittelstroms einer Kühleinrichtung (21, 22, 23) gemäß wiV = wimax min(1,WR/Wimax) bestimmt wird, wobei wimαx der Maximalwert des Kühlmittelstroms der Kühleinrichtung (21, 22, 23) ist, WR die der Kühleinrichtung (21, 22, 23) zugeordnete Restkühlmittelmenge ist und Wimax eine maximale Kühlmittelmenge ist, die mit der Kühleinrichtung (21, 22, 23) auf den
zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteil der Walzgutoberfläche (29) bei
dem Kühlstreckendurchlauf ausgebbar ist.
8. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, wobei, wenn bei der Simulation des Kühlstreckendurchlaufs
des Walzgutabschnitts für eine Kühleinrichtung (21, 22, 23) ein Einstellwert bestimmt
wird, der kleiner als ein für die Kühleinrichtung (21, 22, 23) entgegengenommener
Vorgabewert ist, und wenn es wenigstens eine nachfolgende Kühleinrichtung (21, 22,
23) gibt, die bei dem Kühlstreckendurchlauf später erreicht wird und für die ein entgegengenommener
Vorgabewert kleiner als der Maximalwert des Kühlmittelstroms dieser Kühleinrichtung
(21, 22, 23) ist, der Vorgabewert für wenigstens eine derartige nachfolgende Kühleinrichtung
(21, 22, 23) erhöht wird, um die bei dem Kühlstreckendurchlauf auf den zu dem Walzgutabschnitt
gehörenden Oberflächenteil der Walzgutoberfläche (29) insgesamt auszugebene Kühlmittelmenge
der für den Kühlstreckendurchlauf bestimmten Gesamtkühlmittelmenge anzupassen.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zum Berechnen der Enthalpieverteilung
und/oder Temperaturverteilung in dem Walzgutabschnitt beim Austritt aus dem Wirkbereich
(31, 32, 33) einer Kühleinrichtung (21, 22, 23) bei einer Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs
des Walzgutabschnitts eine eindimensionale Wärmeleitungsgleichung gelöst wird, die
die Enthalpieverteilung und/oder Temperaturverteilung in dem Walzgutabschnitt entlang
einer Walzgutdickenrichtung beschreibt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei zum Lösen der Wärmeleitungsgleichung Randbedingungen
berücksichtigt werden, die eine Kühlung des Walzgutabschnitts durch Wärmestrahlung,
auf die Walzgutoberfläche (29) ausgegebenes Kühlmittel, von dem Walzgutabschnitt an
die Umgebungsluft abgeführte Wärme und von dem Walzgutabschnitt an das Walzgut (15)
transportierende Transportrollen abgeführte Wärme parametrieren.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an wenigstens einer Messstelle
(39), die von einem Walzgutabschnitt vor einem Kühlstreckendurchlauf passiert wird,
die Oberflächentemperatur (TS) eines zu dem Walzgutabschnitt gehörenden Oberflächenteils der Walzgutoberfläche
(29) gemessen wird und die ursprüngliche Anfangsenthalpieverteilung und/oder ursprüngliche
Anfangstemperaturverteilung für eine Simulation eines Kühlstreckendurchlaufs des Walzgutabschnitts
in Abhängigkeit von der wenigstens einen gemessenen Oberflächentemperatur (TS) bestimmt werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, das für eine oberseitige Walzgutoberfläche
(29) oder eine unterseitige Walzgutoberfläche (29) oder separat für die oberseitige
Walzgutoberfläche (29) und die unterseitige Walzgutoberfläche (29) des Walzguts (15)
durchgeführt wird.
13. Kühlstrecke (19) zum Kühlen eines Walzguts (15) vor einer Fertigstraße (9) einer Warmwalzanlage
(1), die Kühlstrecke (19) umfassend
- eine Kühleinrichtung (21, 22, 23) oder mehrere entlang eines Kühlstreckenweges durch
die Kühlstrecke (19) hintereinander angeordnete Kühleinrichtungen (21, 22, 23), mit
denen jeweils auf eine Walzgutoberfläche (29) des Walzguts (15) ein Kühlmittelstrom
eines Kühlmittels (35) ausgebbar ist, der zwischen dem Wert Null und einem für die
Kühleinrichtung (21, 22, 23) spezifischen Maximalwert einstellbar ist,
- mehrere Transportrollen (25), die eingerichtet sind, das Walzgut (15) entlang des
Kühlstreckenweges durch die Kühlstrecke (19) zu transportieren,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlstrecke (19)
- eine Steuereinheit (27) umfasst, die eingerichtet ist, die Kühlstrecke (19) gemäß
dem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche zu betreiben.
14. Kühlstrecke (19) nach Anspruch 13 mit mehreren Kühleinrichtungen (21, 22, 23), die
entlang des Kühlstreckenweges ihren Maximalwerten der ausgebbaren Kühlmittelströme
entsprechend angeordnet sind, so dass die Maximalwerte zu der Fertigstraße (9) hin
monoton abnehmen.
1. Method for cooling a rolled product (15) in a cooling section (19) which is arranged
upstream of a finishing train (9) of a hot rolling mill (1) and through which the
rolled product (15) is transported along a cooling section path once at a predetermined
transport speed or several times in alternating directions, each time at a predetermined
transport speed, and which has a cooling device (21, 22, 23) with an active region
(31, 32, 33) or a plurality of cooling devices (21, 22, 23) arranged one behind the
other along the cooling section path, each with an active region (31, 32, 33), wherein
the active regions (31, 32, 33) of adjacent cooling devices (21, 22, 23) are directly
adjacent to one another and with each cooling device (21, 22, 23) in its active region
(31, 32, 33) a coolant flow of a coolant (35) can be delivered onto a rolled product
surface (29) of the rolled product (15), which can be set between the value zero and
a maximum value specific to the cooling device (21, 22, 23),
characterized in that
- a minimum value for a surface temperature (Ts) of the rolled product surface (29) is accepted during the transport of the rolled
product (15) through the cooling section (19),
- in order to maintain the minimum value, a set value for the coolant flow is assigned
to each cooling device (21, 22, 23) for each cooling section pass through the cooling
section (19), and
- a coolant flow is delivered onto the rolled product surface (29) by means of each
cooling device (21, 22, 23) for each cooling section pass, which is set to the set
value assigned to the relevant cooling device (21, 22, 23) for the cooling section
pass,
- wherein, in order to determine the set values for a cooling section pass, the cooling
section pass is simulated at least once for a rolled product section of the rolled
product (15) through the cooling section (19) at the predetermined transport speed,
wherein, for each simulated cooling section pass, successively for each cooling device
(21, 22, 23)
-- a default value for a coolant flow to be delivered by the cooling device (21, 22,
23) is received or determined at the latest immediately before the rolled product
section enters the active region (31, 32, 33) of the cooling device (21, 22, 23),
-- based on an initial enthalpy distribution and/or initial temperature distribution
in the rolled product section upon entry into the active region (31, 32, 33) of the
cooling device (21, 22, 23), an enthalpy distribution and/or temperature distribution
in the rolled product section upon exit from the active region (31, 32, 33) of the
cooling device (21, 22, 23) is calculated using a physical model,
-- the set value is determined in such a way that it quasi-maximizes the coolant flow
to be delivered from the cooling device (21, 22, 23) onto the rolled product surface
(29) under the secondary conditions, that the set value does not exceed the default
value and a surface temperature of the rolled product surface (29) derived from the
initial enthalpy distribution and/or initial temperature distribution or a surface
temperature of the rolled product surface (29) derived from the calculated enthalpy
distribution and/or calculated temperature distribution of the rolled product section
does not fall below the minimum value upon exit from the active region (31, 32, 33)
of the cooling device (21, 22, 23),
-- wherein for each two active regions (31, 32, 33) passed through in immediate succession
by the rolled product section during the cooling section pass, the enthalpy distribution
and/or calculated temperature distribution calculated for the first active region
(31, 32, 33) passed through upon exit from the first active region (31, 32, 33) passed
through is assigned to the other active region (31, 32, 33) as the initial enthalpy
distribution and/or initial temperature distribution upon entry into the other active
region (31, 32, 33), and
-- wherein an original initial enthalpy distribution and/or original initial temperature
distribution is accepted for the first cooling device (21, 22, 23) through which the
rolled product section passes during the cooling section pass.
2. Method according to Claim 1, wherein at least one cooling device (21, 22, 23) for
each simulated cooling section pass of a rolled product section is assigned the set
value according to wi = fi(Tiin(0))wiV, wherein wiV is the default value for the coolant flow to be delivered by the cooling device (21,
22, 23), Tiin(0) is a surface temperature of the rolled product surface (29), derived from the
initial enthalpy distribution and/or initial temperature distribution, upon entry
into the active region (31, 32, 33) of the cooling device (21, 22, 23), Tmin is the minimum value for the surface temperature (TS) of the rolled product surface (29), ΔTires is a predeterminable reserve temperature difference, and fi(T) is a function that is zero for T ≤ Tmin, is one for T ≥ Tmin+ΔTires, and in the interval [Tmin,Tmin+ΔTires] increases strictly monotonically.
3. Method according to Claim 1, wherein the set value for at least one cooling device
(21, 22, 23) is determined for each simulated cooling section pass by first calculating
the surface temperature of the rolled product surface (29) upon exit from the active
region (31, 32, 33) of the cooling device (21, 22, 23) for the default value for the
coolant flow of the cooling device (21, 22, 23) and setting the set value equal to
the default value if the surface temperature calculated for the default value does
not fall below the minimum value, and otherwise the calculation of the surface temperature
upon exit from the active region (31, 32, 33) is iterated for at least one coolant
flow that is smaller than the default value in order to determine a set value of the
coolant flow for which the calculated surface temperature upon exit from the active
region (31, 32, 33) matches the minimum value with sufficient accuracy.
4. Method according to one of the preceding claims, wherein for each cooling device (21,
22, 23) the maximum value of the coolant flow specific to the relevant cooling device
(21, 22, 23) is accepted as the default value for the coolant flow for each simulated
cooling section pass.
5. Method according to one of Claims 1 to 3, wherein a total coolant quantity of coolant
(35) is determined for a simulation of a cooling section pass of a rolled product
section, which coolant quantity is to be delivered at most in total onto the surface
part of the rolled product surface (29) belonging to the rolled product section during
the cooling section pass, and the default values for the coolant flows of the simulated
cooling section pass are determined in dependence on the total coolant quantity and
the transport speed specified for the cooling section pass.
6. Method according to Claim 5, wherein a target average temperature of the rolled product
(15) is received after a cooling section pass, in each simulation of a cooling section
pass of a rolled product section an average temperature of the rolled product section
at the end of the cooling section pass is calculated and, if the calculated average
temperature does not correspond sufficiently accurately to the target average temperature,
the total coolant quantity is changed for a subsequent simulation of a cooling section
pass of a rolled product section in order to bring the calculated average temperature
into line with the target average temperature.
7. Method according to Claim 5 or 6, wherein a residual coolant quantity is assigned
to each cooling device (21, 22, 23) during a simulation of a cooling section pass
of a rolled product section, wherein the total coolant quantity is assigned to the
first cooling device (21, 22, 23) of the cooling section pass as the residual coolant
quantity and each further cooling device (21, 22, 23) is assigned, as residual coolant
quantity, the residual coolant quantity of the preceding cooling device (21, 22, 23)
of the cooling section pass minus the coolant quantity that would be delivered by
the preceding cooling device (21, 22, 23) according to the coolant flow set value
determined for it on the surface part of the rolled product surface (29) belonging
to the rolled product section, and the default value of the coolant flow of a cooling
device (21, 22, 23) is determined according to wiV = wimax min(1,WR/Wimax), wherein wimax is the maximum value of the coolant flow of the cooling device (21, 22, 23), WR is the residual coolant quantity assigned to the cooling device (21, 22, 23) and
wimax is a maximum coolant quantity that can be delivered with the cooling device (21,
22, 23) onto the surface part of the rolled product surface (29) belonging to the
rolled product section during the cooling section pass.
8. Method according to Claim 5 or 6, wherein, if a set value is determined for a cooling
device (21, 22, 23) during the simulation of the cooling section pass of the rolled
product section which is smaller than a default value received for the cooling device
(21, 22, 23), and if there is at least one subsequent cooling device (21, 22, 23)
which is reached later during the cooling section pass and for which a default value
received is smaller than the maximum value of the coolant flow of this cooling device
(21, 22, 23), the default value for at least one such subsequent cooling device (21,
22, 23) is increased in order to adapt the total quantity of coolant to be delivered
onto the surface part of the rolled product surface (29) belonging to the rolled product
section during the cooling section pass to the total coolant quantity determined for
the cooling section pass.
9. Method according to one of the preceding claims, wherein a one-dimensional heat conduction
equation describing the enthalpy distribution and/or temperature distribution in the
rolled product section along a rolled product thickness direction is solved to calculate
the enthalpy distribution and/or temperature distribution in the rolled product section
upon exit from the active region (31, 32, 33) of a cooling device (21, 22, 23) during
a simulation of a cooling section pass of the rolled product section.
10. Method according to Claim 9, wherein, to solve the heat conduction equation, boundary
conditions are taken into account which parameterize cooling of the rolled product
section by thermal radiation, coolant delivered onto the rolled product surface (29),
heat dissipated to the ambient air from the rolled product section and heat dissipated
from the rolled product section to transport rollers transporting the rolled product
(15) .
11. Method according to one of the preceding claims, wherein the surface temperature (TS) of a surface part of the rolled product surface (29) belonging to the rolled product
section is measured at at least one measurement point (39), which is passed by a rolled
product section before a cooling section pass, and the original initial enthalpy distribution
and/or original initial temperature distribution for a simulation of a cooling section
pass of the rolled product section are determined in dependence on the at least one
measured surface temperature (TS) .
12. Method according to one of the preceding claims, which is carried out for a rolled
product top surface (29) or a rolled product bottom surface (29) or separately for
the rolled product top surface (29) and the rolled product bottom surface (29) of
the rolled product (15).
13. Cooling section (19) for cooling a rolled product (15) upstream of a finishing train
(9) of a hot rolling mill (1), the cooling section (19) comprising
- a cooling device (21, 22, 23) or a plurality of cooling devices (21, 22, 23) arranged
one behind the other along a cooling section path through the cooling section (19),
with each of which a coolant flow of a coolant (35) can be delivered onto a rolled
product surface (29) of the rolled product (15), which can be set between the value
zero and a maximum value specific to the cooling device (21, 22, 23),
- a plurality of transport rollers (25) which are designed to transport the rolled
product (15) along the cooling section path through the cooling section (19),
characterized in that the cooling section (19)
- comprises a control unit (27) which is designed to operate the cooling section (19)
in accordance with the method according to one of the preceding claims.
14. Cooling section (19) according to Claim 13 with a plurality of cooling devices (21,
22, 23) which are arranged along the cooling section path according to their maximum
values of the deliverable coolant flows, so that the maximum values decrease monotonically
towards the finishing train (9).
1. Procédé pour le refroidissement d'un produit laminé (15) dans une ligne de refroidissement
(19) disposée en amont d'un train finisseur (9) d'un laminoir à chaud (1), à travers
laquelle le produit laminé (15) est transporté le long d'un trajet de ligne de refroidissement
une fois avec une vitesse de transport prédéfinie ou plusieurs fois en sens alterné
avec respectivement une vitesse de transport prédéfinie, et laquelle ligne de refroidissement
comprend un dispositif de refroidissement (21, 22, 23) avec une zone d'action (31,
32, 33) ou plusieurs dispositifs de refroidissement (21, 22, 23) disposés les uns
derrière les autres le long du trajet de ligne de refroidissement avec respectivement
une zone d'action (31, 32, 33), dans lequel les zones d'action (31, 32, 33) sont immédiatement
contiguës à des dispositifs de refroidissement (21, 22, 23) voisins les uns des autres
et un flux de réfrigérant d'un réfrigérant (35) peut être délivré par chaque dispositif
de refroidissement (21, 22, 23) dans sa zone d'action (31, 32, 33) sur une surface
(29) de produit laminé du produit laminé (15), lequel flux de réfrigérant est réglable
entre la valeur zéro et une valeur maximale spécifique au dispositif de refroidissement
(21, 22, 23),
caractérisé en ce que
- une valeur minimale pour une température de surface (TS) de la surface (29) de produit laminé est reçue pendant le transport du produit laminé
(15) à travers la ligne de refroidissement (19),
- pour le respect de la valeur minimale, une valeur de réglage pour le flux de réfrigérant
est associée à chaque dispositif de refroidissement (21, 22, 23) pour chaque traversée
de ligne de refroidissement à travers la ligne de refroidissement (19) et
- un flux de réfrigérant est délivré sur la surface (29) de produit laminé au moyen
de chaque dispositif de refroidissement (21, 22, 23) lors de chaque traversée de ligne
de refroidissement, lequel flux de réfrigérant est réglé à la valeur de réglage associée
au dispositif de refroidissement (21, 22, 23) respectif pour la traversée de ligne
de refroidissement,
- dans lequel, pour la détermination des valeurs de réglage pour une traversée de
ligne de refroidissement au moins une fois pour une section de produit laminé du produit
laminé (15), la traversée de ligne de refroidissement à travers la ligne de refroidissement
(19) est simulée avec la vitesse de transport prédéfinie, dans lequel, lors de chaque
traversée de ligne de refroidissement simulée successive pour chaque dispositif de
refroidissement (21, 22, 23),
-- une valeur de consigne pour un flux de réfrigérant devant être délivré par le dispositif
de refroidissement (21, 22, 23) est reçue ou déterminée au plus tard immédiatement
avant l'entrée de la section de produit laminé dans la zone d'action (31, 32, 33)
du dispositif de refroidissement (21, 22, 23),
-- sur la base d'une distribution d'enthalpie de départ et/ou d'une distribution de
température de départ dans la section de produit laminé lors de l'entrée dans la zone
d'action (31, 32, 33) du dispositif de refroidissement (21, 22, 23), une distribution
d'enthalpie et/ou une distribution de température dans la section de produit laminé
lors de la sortie de la zone d'action (31, 32, 33) du dispositif de refroidissement
(21, 22, 23) est calculée à l'aide d'un modèle physique,
-- la valeur de réglage est déterminée de telle sorte qu'elle quasi-maximise dans
les conditions secondaires le flux de réfrigérant devant être délivré par le dispositif
de refroidissement (21, 22, 23) sur la surface (29) de produit laminé, que la valeur
de réglage ne dépasse pas la valeur de consigne et qu'une température de surface de
la surface (29) de produit laminé lors de la sortie de la zone d'action (31, 32, 33)
du dispositif de refroidissement (21, 22, 23), déduite de la distribution d'enthalpie
de départ et/ou de la distribution de température de départ ou déduite de la distribution
d'enthalpie calculée et/ou de la distribution de température calculée de la section
de produit laminé ne passe pas au-dessous de la valeur minimale,
-- dans lequel, pour respectivement deux zones d'action (31, 32, 33) traversées immédiatement
l'une après l'autre lors de la traversée de ligne de refroidissement par la section
de produit laminé, la distribution d'enthalpie calculée et/ou la distribution de température
calculée pour la zone d'action (31, 32, 33) traversée en premier lors de la sortie
de la zone d'action (31, 32, 33) traversée en premier est associée à l'autre zone
d'action (31, 32, 33) en tant que distribution d'enthalpie de départ et/ou distribution
de température de départ lors de l'entrée dans l'autre zone d'action (31, 32, 33),
et
-- dans lequel, pour le premier dispositif de refroidissement (21, 22, 23) qui est
traversé par la section de produit laminé lors de la traversée de ligne de refroidissement,
une distribution d'enthalpie de départ originale et/ou une distribution de température
de départ originale est reçue.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel la valeur de réglage est associée à
au moins un dispositif de refroidissement (21, 22, 23) lors de chaque traversée de
ligne de refroidissement simulée d'une section de produit laminé selon wi = fi (Tiin(0))wiv, dans lequel wiv est la valeur de consigne pour le flux de réfrigérant devant être délivré par le
dispositif de refroidissement (21, 22, 23), Tiin(0) est une température de surface de la surface (29) de produit laminé, déduite de
la distribution d'enthalpie de départ et/ou de la distribution de température de départ
lors de l'entrée dans la zone d'action (31, 32, 33) du dispositif de refroidissement
(21, 22, 23), Tmin est la valeur minimale pour la température de surface (TS) de la surface (29) de produit laminé, ΔTires est une différence de température de réserve prédéfinissable et fi(T) est une fonction qui est égale à zéro pour T ≤ Tmin, qui est égale à un pour T ≥ Tmin + ΔTires et qui augmente de manière rigoureusement monotone dans l'intervalle [Tmin, Tmin + ΔTires].
3. Procédé selon la revendication 1, dans lequel la valeur de réglage pour au moins un
dispositif de refroidissement (21, 22, 23) est déterminée lors de chaque traversée
de ligne de refroidissement simulée par le fait que la température de surface de la
surface (29) de produit laminé lors de la sortie de la zone d'action (31, 32, 33)
du dispositif de refroidissement (21, 22, 23) est calculée tout d'abord pour la valeur
de consigne pour le flux de réfrigérant du dispositif de refroidissement (21, 22,
23) et la valeur de réglage est assimilée à la valeur de consigne dans le cas où la
température de surface calculée pour la valeur de consigne ne passe pas au-dessous
de la valeur minimale, et dans le cas contraire le calcul de la température de surface
lors de la sortie de la zone d'action (31, 32, 33) est itéré pour au moins un flux
de réfrigérant qui est inférieur à la valeur de consigne, afin de déterminer une valeur
de réglage du flux de réfrigérant pour laquelle la température de surface calculée
lors de la sortie de la zone d'action (31, 32, 33) correspond avec une précision suffisante
à la valeur minimale.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel pour chaque dispositif
de refroidissement (21, 22, 23), la valeur maximale du flux de réfrigérant spécifique
au dispositif de refroidissement (21, 22, 23) respectif est reçue en tant que valeur
de consigne pour le flux de réfrigérant lors de chaque traversée de ligne de refroidissement
simulée.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel pour une simulation d'une
traversée de ligne de refroidissement d'une section de produit laminé, est déterminée
une quantité totale de réfrigérant du réfrigérant (35) qui doit être délivrée lors
de la traversée de ligne de refroidissement au plus au total sur la partie de surface
de la surface (29) de produit laminé appartenant à la section de produit laminé, et
les valeurs de consigne pour les flux de réfrigérant de la traversée de ligne de refroidissement
simulée sont déterminées en fonction de la quantité totale de réfrigérant et de la
vitesse de transport prédéfinie pour la traversée de ligne de refroidissement.
6. Procédé selon la revendication 5, dans lequel une température moyenne théorique du
produit laminé (15) est reçue après une traversée de ligne de refroidissement, lors
de chaque simulation d'une traversée de ligne de refroidissement d'une section de
produit laminé, une température moyenne de la section de produit laminé à la fin de
la traversée de ligne de refroidissement est calculée et, lorsque la température moyenne
calculée ne correspond pas de manière suffisamment précise à la température moyenne
théorique, la quantité totale de réfrigérant est modifiée pour une simulation suivante
d'une traversée de ligne de refroidissement d'une section de produit laminé, afin
d'harmoniser la température moyenne calculée avec la température moyenne théorique.
7. Procédé selon la revendication 5 ou 6, dans lequel, lors d'une simulation d'une traversée
de ligne de refroidissement d'une section de produit laminé, à chaque dispositif de
refroidissement (21, 22, 23) est associée une quantité résiduelle de réfrigérant,
dans lequel au premier dispositif de refroidissement (21, 22, 23) de la traversée
de ligne de refroidissement est associée la quantité totale de réfrigérant en tant
que quantité résiduelle de réfrigérant et à chaque autre dispositif de refroidissement
(21, 22, 23) est associée en tant que quantité résiduelle de réfrigérant la quantité
résiduelle de réfrigérant du dispositif de refroidissement (21, 22, 23) précédent
de la traversée de ligne de refroidissement, déduction faite de la quantité de réfrigérant
qui serait délivrée sur la partie de surface de la surface (29) de produit laminé
appartenant à la section de produit laminé par le dispositif de refroidissement (21,
22, 23) précédent selon la valeur de réglage du flux de réfrigérant établie pour ce
dispositif de refroidissement, et la valeur de consigne du flux de réfrigérant d'un
dispositif de refroidissement (21, 22, 23) est déterminée selon wiv = wimaxmin (1, WR/Wimax), dans lequel wimax est la valeur maximale du flux de réfrigérant du dispositif de refroidissement (21,
22, 23), WR est la quantité résiduelle de réfrigérant associée au dispositif de refroidissement
(21, 22, 23) et Wimax est une quantité de réfrigérant maximale qui peut être délivrée lors de la traversée
de ligne de refroidissement sur la partie de surface de la surface (29) de produit
laminé appartenant à la section de produit laminé par le dispositif de refroidissement
(21, 22, 23).
8. Procédé selon la revendication 5 ou 6, dans lequel, lorsqu'est déterminée, lors de
la simulation de la traversée de ligne de refroidissement de la section de produit
laminé pour un dispositif de refroidissement (21, 22, 23), une valeur de réglage qui
est inférieure à une valeur de consigne reçue pour le dispositif de refroidissement
(21, 22, 23), et lorsqu'il y a au moins un dispositif de refroidissement (21, 22,
23) suivant qui est atteint plus tard lors de la traversée de ligne de refroidissement
et pour lequel une valeur de consigne reçue est inférieure à la valeur maximale du
flux de réfrigérant de ce dispositif de refroidissement (21, 22, 23), la valeur de
consigne est relevée pour au moins un tel dispositif de refroidissement (21, 22, 23)
suivant, afin d'adapter la quantité de réfrigérant devant être délivrée au total lors
de la traversée de ligne de refroidissement sur la partie de surface de la surface
(29) de produit laminé appartenant à la section de produit laminé à la quantité totale
de réfrigérant déterminée pour la traversée de ligne de refroidissement.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel pour le calcul de
la distribution d'enthalpie et/ou la distribution de température dans la section de
produit laminé lors de la sortie de la zone d'action (31, 32, 33) d'un dispositif
de refroidissement (21, 22, 23) lors d'une simulation d'une traversée de ligne de
refroidissement de la section de produit laminé, une équation de conduction thermique
unidimensionnelle qui décrit la distribution d'enthalpie et/ou la distribution de
température dans la section de produit laminé le long d'un sens de l'épaisseur de
produit laminé est résolue.
10. Procédé selon la revendication 9, dans lequel pour la résolution de l'équation de
conduction thermique, sont prises en compte des conditions aux limites qui paramètrent
un refroidissement de la section de produit laminé par rayonnement thermique, du réfrigérant
délivré sur la surface (29) de produit laminé, de la chaleur dissipée par la section
de produit laminé vers l'air ambiant et de la chaleur dissipée par la section de produit
laminé vers les rouleaux de transport transportant le produit laminé (15).
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel en au moins un point
de mesure (39) au niveau duquel passe une section de produit laminé avant une traversée
de ligne de refroidissement, la température de surface (TS) d'une partie de surface de la surface (29) de produit laminé appartenant à la section
de produit laminé est mesurée et la distribution d'enthalpie de départ originale et/ou
la distribution de température de départ originale sont déterminées pour une simulation
d'une traversée de ligne de refroidissement de la section de produit laminé en fonction
de l'au moins une température de surface (TS) mesurée.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, lequel est mis en œuvre pour une
surface supérieure (29) de produit laminé ou une surface inférieure (29) de produit
laminé ou séparément pour la surface supérieure (29) de produit laminé et la surface
inférieure (29) de produit laminé du produit laminé (15).
13. Ligne de refroidissement (19) pour le refroidissement d'un produit laminé (15) en
amont d'un train finisseur (9) d'un laminoir à chaud (1), la ligne de refroidissement
(19) comprenant
- un dispositif de refroidissement (21, 22, 23) ou plusieurs dispositifs de refroidissement
(21, 22, 23) disposés les uns derrière les autres le long d'un trajet de ligne de
refroidissement à travers la ligne de refroidissement (19), par lesquels respectivement
un flux de réfrigérant d'un réfrigérant (35) peut être délivré sur une surface (29)
de produit laminé du produit laminé (15), lequel flux de réfrigérant est réglable
entre la valeur zéro et une valeur maximale spécifique au dispositif de refroidissement
(21, 22, 23),
- plusieurs rouleaux de transport (25), lesquels sont conçus pour transporter le produit
laminé (15) le long du trajet de ligne de refroidissement à travers la ligne de refroidissement
(19),
caractérisée en ce que la ligne de refroidissement (19)
- comprend une unité de commande (27), laquelle est conçue pour faire fonctionner
la ligne de refroidissement (19) selon le procédé selon l'une des revendications précédentes.
14. Ligne de refroidissement (19) selon la revendication 13 avec plusieurs dispositifs
de refroidissement (21, 22, 23), lesquels sont disposés le long du trajet de ligne
de refroidissement en correspondance avec leurs valeurs maximales des flux de réfrigérant
pouvant être délivrés de telle sorte que les valeurs maximales diminuent de manière
monotone jusqu'au train finisseur (9).