[0001] Die Erfindung betrifft ein vorzugsweise extrudiertes Fenster- oder Tür-Hohlkammerprofil
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Ein solches Hohlkammerprofil weist mindestens
eine Armierungskammer auf, die zum Aufnehmen eines vorzugsweise metallischen Armierungselements
ausgebildet und vorgesehen ist.
[0002] Die Erfindung betrifft außerdem mit dem Anspruch 14 ein System aus einem erfindungsgemäßen
(extrudierten) Fenster- oder Tür-Hohlkammerprofil und wenigstens einem Armierungselement,
vorzugsweise aus Metall.
[0003] Mit dem Anspruch 15 betrifft die Erfindung weiterhin einen Rahmen für eine Tür oder
ein Fenster, der aus mehreren miteinander in Verbindungsbereichen verbundenen, vorzugsweise
verschweißten, Abschnitten von erfindungsgemäßen Hohlkammerprofilen gebildet ist.
[0004] Marktbekannte Fensterprofile weisen isolierende Kammern auf, die im Montagezustand
von außen (Außenseite) nach innen (Innenseite) aufeinander folgen bzw. nebeneinander
angeordnet sind. Eine oder mehrere dieser Kammern können mit Metallprofilen (Armierungselementen)
ausgestattet werden, um die Stabilität des Fensters zu erhöhen. Solche Kammern werden
dann als Armierungskammern bezeichnet. Die Armierungskammern sind zu den beiden übrigen
Seiten des Profils (oben und unten bzw. zur Fensteröffnung und zum Baukörper/Mauerwerk
hin) regelmäßig mit nur einer (PVC- bzw. allgemein Kunststoff-)Wandung abgedeckt,
damit eine Verschraubung zur bzw. durch die Armierung direkt erfolgen kann.
[0005] Obwohl vorstehend teilweise nur von Fenstern die Rede war, gilt dieselbe Problematik
auch für Türprofile, weswegen nachfolgend auch einfach von "Hohlkammerprofilen" oder
kurz von "Profilen" die Rede ist.
[0006] In Figur 1 sind verschiedene vorbekannte Hohlkammerprofile 1 mit eingesetzter Armierung
2 gezeigt, und zwar sowohl Flügelrahmenprofile (jeweils oben, mit eingesetzter Verglasung
3) als auch Blendrahmenprofile (jeweils unten, zur Befestigung an einem Baukörper).
Die Außenseite (im Montagezustand) befindet sich links, während die Innenseite sich
rechts befindet.
[0007] Dargestellt sind in Figur 1 weiterhin sog. Isothermen(-Linien) IL, d.h. Linien gleicher
Temperatur. Innerhalb des Flügels (oben) verlaufen die Isothermen näher an der Außenseite
des Profils 1 - beispielsweise verläuft die Isotherme IL1 links von der Armierung
2; im Rahmen (unten) liegt die gleiche Isotherme IL1 näher an der Innenseite des Profils
1 bzw. rechts von der Armierung 2.
[0008] Metalle haben eine hohe thermische Leitfähigkeit. Die Armierungen führen deshalb
zu einer Verschlechterung der Wärmedämmung innerhalb der Konstruktion. Insbesondere
die vergleichsweise große Armierungskammer bewirkt, dass in diesem Bereich praktisch
keine Dämmwirkung entsteht (vgl. das praktisch vollständige Fehlen von Isothermen
in diesem Bereich; Figur 1). Dadurch bildet sich in der gesamten Armierungskammer
nahezu die gleiche Temperatur aus. Dies strahlt in die benachbarten Bereiche (insbesondere
die sog. Falzbereiche oberhalb der Armierungskammer) aus, weshalb die Isothermen hier
Verwerfungen aufzeigen und ein erhöhter Wärmeübergang festgestellt werden kann.
[0009] Der angestrebte ideale Zustand einer Wärmedämmung liegt vor, wenn eine gleichmäßige
und regelmäßige Verteilung der Isothermen vorhanden ist und die Isothermen einen nahezu
geraden, vertikalen Verlauf ohne Verwerfungen bzw. horizontale Anteile (außen-innen)
aufweisen.
[0010] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Hohlkammerprofil der eingangs
genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass auch bei Vorsehen einer metallischen
Armierung eine gute bzw. eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Wärmedämmung
erreichbar ist.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Fenster- oder Tür-Hohlkammerprofil
mit den Merkmalen des Anspruchs 1, durch ein System mit den Merkmalen des Anspruchs
14 sowie durch einen Rahmen mit den Merkmalen des Anspruchs 15.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstands sind in den Unteransprüchen
definiert.
[0013] Erfindungsgemäß ist ein Fenster- oder Tür-Hohlkammerprofil, welches Hohlkammerprofil
mindestens eine Armierungskammer aufweist, die zum Aufnehmen eines vorzugsweise metallischen
Armierungselements ausgebildet und vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die
Armierungskammer auf wenigstens zwei Seiten von einer Anordnung aus wenigstens zwei
sich in einem lichten Abstand und parallel zueinander erstreckenden Profilstegen gebildet
ist.
[0014] Bei einem erfindungsgemäßen System aus einem erfindungsgemäßen extrudierten Fenster-
oder Tür-Hohlkammerprofil und wenigstens einem Armierungselement, vorzugsweise aus
Metall, ist vorgesehen, dass das Armierungselement in die Armierungskammer eingebracht
ist.
[0015] Bei einem erfindungsgemäßen Rahmen für eine Tür oder ein Fenster, der aus mehreren
miteinander in Verbindungsbereichen verbundenen, vorzugsweise verschweißten, Abschnitten
von erfindungsgemäßen Hohlkammerprofilen gebildet ist, kann vorgesehen sein, dass
vorzugsweise in wenigstens eine der jeweiligen Armierungskammern ein vorzugsweise
metallisches Armierungselement eingesetzt ist.
[0016] Die erfindungsgemäß vorgesehene Anordnung aus wenigstens zwei sich in einem lichten
Abstand und parallel zueinander erstreckenden Profilstegen auf wenigstens zwei Seiten
der Armierungskammer wird vorliegend auch als "Thermo-Mantel" bezeichnet. Der Thermo-Mantel
isoliert und dämmt die Armierungskammer erfindungsgemäß zusätzlich gegen das restliche
Profil ab. Dadurch wird die Wärmedämmung des Profils an sich verbessert. Der genannte
lichte Abstand beträgt bevorzugt zwischen 3 und 10 mm und höchst vorzugsweise sogar
weniger als 6 mm. Dadurch wird die aus thermischer Sicht negative Entstehung von Konvektion
vermindert.
[0017] Besonders vorteilhaft ist eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils,
bei der die Armierungskammer sogar auf drei Seiten von einer Anordnung aus wenigstens
zwei sich parallel zueinander erstreckenden Profilstegen (Thermo-Mantel) umgeben bzw.
gebildet ist. Die Isolierwirkung wird durch noch weiter verbessert.
[0018] Ebenfalls vorteilhaft ist eine Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils,
bei der wenigstens ein Profilsteg, der einem Innenraum der Armierungskammer zugewandt
ist, an seiner der Armierungskammer zugewandten Innenseite eine Anzahl von Vorsprüngen
aufweist. Die Armierung wird so gegenüber dem Profilsteg der Armierungskammer auf
Abstand gehalten, was die Dämmwirkung ebenfalls verbessert.
[0019] Bei einer anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils ist vorgesehen,
dass die parallelen Profilstege paarweise untereinander über eine Anzahl von Zwischenstegen
verbunden sind. Dies schafft zusätzliche Stabilität, ohne die Wärmedämmeigenschaften
negativ zu beeinflussen.
[0020] Bei einer wieder anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils ist
vorgesehen, dass zumindest einige der Zwischenstege unter einem Winkel von 90 Grad
zu den durch sie verbundenen Profilstegen orientiert sind. Dies hat sich unter Stabilitätskriterien
als besonders vorteilhaft erwiesen; außerdem kann die zur Herstellung des Profils
erforderliche Materialmenge minimiert werden.
[0021] Bei noch einer anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils ist
dagegen vorgesehen, dass zumindest einige der Zwischenstege unter einem Winkel ungleich
90 Grad zu den durch sie verbundenen Profilstegen orientiert sind. Eine solche Anordnung
kann insbesondere in Eckbereichen der Armierungskammer bzw. des Thermo-Mantels von
Vorteil sein.
[0022] Eine äußerst vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils sieht
vor, dass durch eine Anzahl, insbesondere zwei, der Zwischenstege und eine Anzahl,
insbesondere zwei, der Profilstege oder durch einen Ansatz an einem Profilsteg wenigstens
eine Schraubkammer ausgebildet ist, in welcher Schraubkammer das Hohlkammerprofil
eine Materialanhäufung und/oder eine Wandverdickung und/oder einen Zwischensteg aufweist.
Solche Schraubkammer können beim Befestigen des Profils an einem Baukörper oder beim
Befestigen von zusätzlichen Komponenten (z.B. Beschlägen) vorteilhaft sein, um die
Haltewirkung zu verbessern. Konkret versteht man darunter einen abgegrenzten Raum
innerhalb des Profils, durch den ein randseitig profiliertes Befestigungsmittel (insbesondere
eine Schraube) geführt werden kann, mit welchem Befestigungsmittel das Profil an dem
Baukörper oder der Komponente fixiert wird. Insbesondere weisen die Schraubkammern
Abmessungen auf, die so gewählt sind, dass das Befestigungsmittel mit Wänden der Schraubkammer
wechselwirkt (in Eingriff steht), um die Haltewirkung günstig zu beeinflussen. Die
genannten Materialanhäufungen oder Verdickungen tragen ebenfalls hierzu bei.
[0023] Bei einer anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils ist vorgesehen,
dass die parallelen Profilstege angeordnet sind:
- a) in einem Falz-Bereich des Hohlkammerprofils, welcher Falz-Bereich zum Aufnehmen
einer Verglasung oder zum Aufnehmen des Randbereichs eines beweglichen Flügels ausgebildet
und vorgesehen ist, parallel zu einer Falzgrund-Fläche in dem Falz-Bereich; und
- b) in wenigstens einem Verbindungs-Bereich, welcher Verbindungs-Bereich sich zwischen
dem Falz-Bereich und einer dem Falz-Bereich gegenüberliegenden Außenseite des Hohlkammerprofils
erstreckt.
[0024] Auf diese Weise (speziell im Fall a)) dämmt der Thermo-Mantel die Armierungskammer
gegen den Falzraum oder Falz-Bereich ab, sodass die durch die Armierung gebildete
Kältebrücke in ihrer Wirkung besonders gut reduziert wird. Erkennbar ist dies an den
Isothermenverläufen, also den Linien gleicher Temperatur, die nun durch den Armierungsquerschnitt
verlaufen. Dies ist weiter unten anhand von Figur 3 auch noch graphisch dargestellt.
Somit lässt sich insbesondere eine Temperaturdifferenz von z.B. > 2°C über den Armierungsquerschnitt
erreichen, d.h. es hat eine dämmende Wirkung eingesetzt.
[0025] Der genannte Verbindungs-Bereich erstreckt sich vorzugsweise vertikal durch das Profil,
nämlich - wie gesagt - vom Falz-Bereich bis zu der gegenüberliegenden Seite, die bei
Blendrahmenprofilen dem Baukörper und bei Flügelrahmenprofilen dem Blendrahmen zugewandt
bzw. zuzuwenden ist.
[0026] Bei einer anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils ist vorgesehen,
dass eine Schraubkammer in dem Falz-Bereich angeordnet ist. Somit kann in diesem Bereich
die Haltewirkung gezielt erhöht werden.
[0027] Bei einer wieder anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils ist
vorgesehen, dass eine Schraubkammer an einer dem Falz-Bereich gegenüberliegenden Außenseite
des Hohlkammerprofils angeordnet ist. Somit kann (auch) in diesem Bereich die Haltewirkung
gezielt erhöht werden.
[0028] Bei noch einer anderen Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils ist
vorgesehen, dass die genannten beiden Schraubkammern entlang einer Verbindungslinie,
die sich parallel zu einer Seitenfläche oder seitlichen Profilwandung des Hohlkammerprofils
erstreckt, fluchten. Dadurch kann längs der Verbindungslinie ein Befestigungsmittel
durch das Profil und durch beide Schraubkammern hindurchgeführt werden.
[0029] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils ist
vorgesehen, dass die Armierungskammer auf einer Seite durch eine in das Hohlkammerprofil
integrierte Aussteifung, insbesondere aus Faserverbundwerkstoff, begrenzt ist. Die
Aussteifung ihrerseits ist bevorzugt von einer Außenwandung des Profils beabstandet
ist wird somit zu einem Teil des Thermomantels, ohne dass hierfür zusätzlicher Materialaufwand
erforderlich wäre.
[0030] Bei einer besonders vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Hohlkammerprofils
ist vorgesehen, dass die genannte Aussteifung auf einer bei bestimmungsgemäßer Montage
zu einer Gebäudeinnenseite gerichteten Seite des Hohlkammerprofils angeordnet ist.
Eine solche Ausgestaltung hat sich in der Praxis als besonders gut geeignet erwiesen.
[0031] Grundsätzlich verleiht der Thermo-Mantel aufgrund seiner Doppelwandigkeit der Befestigung
von Beschlägen, usw. mehr Halt und Eingriff, sodass entsprechende Schraubenauszugswerte
auf ein vergleichbares Niveau wie bei Verschraubungen in Metalle angehoben werden
können. Gleichzeitig ist die Bearbeitung entsprechend schneller.
[0032] Bevorzugt wird der Thermo-Mantel über die komplette Länge der Armierungskammer, in
einer (Extrusions-)Längsrichtung des Profils, doppelwandig ausgeführt, wobei bevorzugt
eine thermische Verbesserung sogar an drei Seiten stattfindet, wie oben bereits beschrieben.
Zusätzlich wird die Haltewirkung für eine in diesem Bereich vorgesehene Verschraubung
verbessert.
[0033] Grundsätzlich ist es auch möglich, den Thermo-Mantel auf allen vier Seiten der Armierungskammer
auszubilden.
[0034] Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung.
Figur 1 zeigt im Querschnitt verschiedene vorbekannte Fenster-Hohlkammerprofile nach
dem Stand der Technik;
Figur 2 zeigt im Querschnitt ein erfindungsgemäßes Hohlkammerprofil;
Figur 3 zeigt das Hohlkammerprofil aus Figur 2 zusammen mit einem Flügel und mit zusätzlich
eingebrachter Armierung; und
Figur 4 zeigt einen Schnitt durch einen Rahmen für eine Tür oder ein Fenster.
[0035] Figur 1 zeigt Querschnitte durch konventionelle Fensterprofile bzw. Hohlkammerprofile
1 (Blendrahmen und Flügelrahmen) nach dem Stand der Technik mit Stahlarmierung 2 und
mit in den Flügelrahmen eingesetzter Verglasung 3. Eine die Armierung 2 aufnehmende
Kammer (Armierungskammer) 4 ist umfänglich jeweils mit einfacher Wandung ausgebildet.
Es ergeben sich die einleitend detailliert beschriebenen Nachteile, insbesondere hinsichtlich
der erreichbaren Wärmedämmung (Isothermen IL, IL1).
[0036] Figur 2 zeigt einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Hohlkammerprofil 1, welches
vorzugsweise entlang einer Extrusionslängsrichtung EL, die sich in die Zeichenebene
hinein erstreckt, aus einem Kunststoffmaterial, insbesondere PVC, durch Extrusion
hergestellt wurde. Das Hohlkammerprofil 1 weist - in dem dargestellten Montagezustand
- im oberen Bereich des Hohlkammerprofils 1 bei Bezugszeichen 1a eine obere Profilwandung
aus, die L-förmig ausgebildet ist und einen sogenannten Falz bildet. Dieser ist bei
dem hier dargestellten Blendrahmenprofil zum Aufnehmen eines Randbereichs eines nicht
gezeigten Flügels (vgl. Figur 3) bestimmt. Bezugszeichen 1b bezeichnet eine untere
Profilwandung, die einem nicht gezeigten Baukörper zugewandt bzw. zuzuwenden ist.
Bezugszeichen 1c bezeichnet eine im Montagezustand innere seitliche Profilwandung,
während Bezugszeichen 1d eine äußere seitliche Profilwandung bezeichnet.
[0037] Das Hohlkammerprofil 1 weist eine Mehrzahl von Hohlkammern auf, von denen in Figur
2 nur einige mit dem Bezugszeichen 1e bezeichnet sind. Eine dieser Hohlkammern 1e
ist deutlich größer als die anderen ausgebildet und dient als Armierungskammer 4,
in die zur Aussteifung des Hohlkammerprofils 1 ein vorzugsweise metallisches Armierungselement
2 eingebracht werden kann, welches in Figur 2 gestrichelt dargestellt ist. Das Armierungselement
2 kann beispielsweise aus Stahl gefertigt sein, ohne dass die Erfindung hierauf beschränkt
wäre.
[0038] Wesentlich ist nun, dass die Armierungskammer 4 auf wenigstens zwei Seiten, gemäß
der Ausgestaltung in Figur 2 sogar auf drei Seiten, von einem sogenannten Thermo-Mantel
umgeben ist. Hiermit ist gemeint, dass die Armierungskammer 4 auf wenigstens zwei
Seiten von einer Anordnung aus wenigstens zwei sich in einem lichten Abstand und (zumindest
überwiegend bzw. im Wesentlichen) parallel zueinander erstreckenden Profilstegen gebildet
ist.
[0039] In Figur 2 ist der Thermo-Mantel mit dem Bezugszeichen 5 versehen und grafisch hervorgehoben.
Die genannten Profilstege umfassen in einem oberen Bereich des Thermo-Mantels 5 einen
Abschnitt der Profilwandung 1a sowie einen mit dem Bezugszeichen 6 versehenen Quersteg,
der in einem lichten Abstand A1 zu der Profilwandung 1a angeordnet und mit dieser
über Zwischenstege 6a, 6b verbunden ist. Dabei erstrecken sich die Zwischenstege 6a
unter einem Winkel von 90° zu den Profilstegen, während der Zwischensteg 6b sich schräg
zu den Profilstegen erstreckt. Im linken Bereich des Thermo-Mantels 5 umfassen die
Profilstege zwei parallel zueinander verlaufende vertikale Verbindungstege 7.1, 7.2,
die sich zwischen dem Falz-Bereich (Profilwandung 1a) und einer dem Falz-Bereich gegenüberliegenden
Außenseite (Profilwandung 1b) des Hohlkammerprofils 1 in einem Verbindung-Bereich
erstrecken. Auch die Verbindungsstege 7.1, 7.2 sind über Zwischenstege 7a verbunden;
diese erstrecken sich quer zu den Verbindungstegen 7.1, 7.2. Die Verbindungsstege
7.1, 7.2 weisen zueinander einen lichten Abstand A2 auf, der von dem lichten Abstand
A1 verschieden sein kann.
[0040] Im rechten Bereich des Thermo-Mantels 5 umfassen die Profilstege zwei im Wesentlichen
parallel zueinander verlaufende Verbindungsstege 8.1, 8.2, die ähnlich zu den Verbindungsstegen
7.1, 7.2 ausgebildet und angeordnet sind. Ein lichter Abstand A3 zwischen den Verbindungsstegen
8.1, 8.2 kann von den lichten Abständen A1, A2 verschieden sein. Sämtliche genannte
Profilstege können gleiche oder unterschiedliche Wanddicken aufweisen. Vorliegend
ist insbesondere der durch die Profilwandung 1a gebildete Profilsteg deutlich dicker
ausgeführt, als die restlichen Profilstege.
[0041] Die Abstände A1-A3 betragen bevorzugt jeweils zwischen 3 und 10 mm. Höchst vorzugsweise
betragen sie jeweils weniger als 6 mm, d.h. 3 bis 6 mm, um eine Konvektion nicht entstehen
zu lassen.
[0042] Der Verbindungssteg 8.2 ist an seinem oberen Ende im Bereich der Profilwandung 1a
leicht abgeschrägt ausgebildet, sodass in diesem Bereich kein exakt paralleler Verlauf
zu dem Verbindungssteg 8.1 gegeben ist. Eine derartige Ausgestaltung soll im Rahmen
der vorliegenden Erfindung jedoch mit umfasst sein. Auch die Verbindungsstege 8.1,
8.2 sind über Zwischenstege 8a verbunden, wie dargestellt. Zudem ist der Verbindungssteg
8.2 seitlich über weitere Stege 9 an der inneren, seitlichen Profilwandung 1c abgestützt.
[0043] An einigen der Armierungskammer 4 zugewandten Innenseiten weisen die betreffenden
Profilstege, vorliegend der Quersteg 6 und der Verbindungssteg 7.2, Vorsprünge 10
auf, die bei eingesetztem Armierungselement 2 dafür sorgen, dass das Armierungselement
2 nicht vollflächig an den bzw. allen Wänden der Armierungskammer 4 anliegt.
[0044] An der unteren Profilwandung 1b weist das Hohlkammerprofil 1 einen außenliegenden
Ansatz 11 auf, der sich quer zur Extrusionslängsrichtung EL erstreckt. Der Ansatz
11 umfasst einen Zwischensteg 11a und kann als zusätzliche Schraubkammer für ein (nicht
gezeigtes) Befestigungsmittel, beispielsweise eine Befestigungsschraube, dienen, dass/die
entlang einer Befestigungsachse BA durch das Hohlkammerprofil 1 hindurchgeführt wird,
um das Hohlkammerprofil 1 mit dem (nicht gezeigten) Baukörper (unten in Figur 2) zu
verbinden. Auch der Thermo-Mantel 5 fungiert dort, wo ihn die Befestigungsachse BA
schneidet, als zusätzliche Schraubkammer, was eine Haltewirkung des Befestigungsmittels
verbessert.
[0045] Figur 3 zeigt im Wesentlichen dasselbe Hohlkammerprofil 1 wie in Figur 2, jedoch
unter anderem mit eingesetzter Armierung bzw. eingesetztem Armierungselement 2. Bei
Bezugszeichen 1' ist außerdem ein weiteres Hohlkammerprofil dargestellt, welches Teil
eines Flügelrahmens mit eingesetzter Verglasung 3 ist. Vorliegend weist das Flügelrahmenprofil
1' keinen Thermo-Mantel auf, ohne dass die Erfindung jedoch grundsätzlich entsprechend
beschränkt wäre.
[0046] Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind in Figur 3 nicht alle Elemente aus Figur 2
nochmals explizit bezeichnet.
[0047] Es sei nun noch auf einige Unterschiede zwischen dem Hohlkammerprofil 1 gemäß Figur
3 und dem Hohlkammerprofil 1 gemäß Figur 2 näher eingegangen:
Das Hohlkammerprofil 1 gemäß Figur 3 weist bei Bezugszeichen 12, 12' ab Werk in das
Hohlkammerprofil 1 integrierte (ko-extrudierte) Versteifungen aus einem Faserverbundwerkstoff
auf. Gemäß der Ausgestaltung in Figur 3 bildet eine dieser Versteifungen 12' die rechte
Begrenzung der Armierungskammer 4, während die Armierungskammer 4 oben und auf der
linken Seite im Wesentlichen so ausgebildet ist, wie vorstehend anhand von Figur 2
detailliert erläutert. Die genannte Versteifung 12' ist über einen Steg 12a seitlich
an der Profilwandung 1c abgestützt.
[0048] Zwischen den Verbindungsstegen 7.1, 7.2 ist im unteren Bereich, benachbart der Profilwandung
1b, eine zusätzliche Schraubkammer 13 mit zusätzlichen Vorsprüngen/Verdickungen 13a
ausgebildet.
[0049] Der Zwischensteg 11a innerhalb des Ansatzes 11 ist unterbrochen ausgebildet, wobei
sich die resultierenden Vorsprünge schräg bezüglich der Befestigungsachse BA erstrecken.
[0050] Die Vorsprünge 10 innerhalb der Armierungskammer 4 sind gemäß Figur 3 im oberen Bereich
(an dem Quersteg 6) sowie im unteren Bereich (innen an der Profilwandung 1b) angeordnet.
[0051] Entlang der Befestigungsachse BA mit dem Ansatz 11 fluchtend weist das Hohlkammerprofil
1 eine zusätzliche Schraubkammer 14 auf, die zwischen dem Quersteg 6 und der oberen
Profilwandung 1a nebst den betreffenden Zwischenstegen 6a ausgebildet ist. In diesem
Bereich besitzt das Hohlkammerprofil 1 zusätzliche Materialanhäufungen 14a, um die
Haltewirkung einer entlang der Befestigungsachse BA eingebrachten Befestigungsschraube
(nicht gezeigt) zu verbessern.
[0052] Wie man der Figur 3 noch entnimmt, verläuft eine Isotherme (bei Bezugszeichen IL2)
durch die Armierungskammer 4 bzw. das Armierungselement 2, woraus sich ersehen lässt,
dass aufgrund des vorgeschlagenen Thermo-Mantels 5 eine verbesserte Wärmedämmung erreicht
wurde (vgl. Figur 1).
[0053] Schließlich zeigt die Figur 4 einen Schnitt in bzw. parallel zu einer Verglasungsebene
durch einen Rahmen 20 für eine Tür oder ein Fenster, insbesondere einen Blendrahmen,
der aus mehreren Abschnitten 1.1-1.4 von erfindungsgemäßen Hohlkammerprofilen 1 (vgl.
Figuren 2 und 3) gebildet ist. Die Hohlkammerprofil-Abschnitte 1.1-1.4 sind paarweise
miteinander in Verbindungsbereichen 21 verbunden, vorzugsweise verschweißt. Bei dem
gezeigten Rahmen 20 ist in jedem der Verbindungsbereiche 21 ein vorzugsweise metallisches
Verbindungselement 22 in Form eines L-förmigen Verbindungswinkels mit seinen beiden
Schenkeln 23 (nur für ein Verbindungselement 22 bezeichnet) in zwei miteinander verbundene
Hohlkammerprofil-Abschnitte 1.1-1.4 im Bereich der jeweiligen Armierungskammer 4 (strichpunktiert)
eingebracht. Es kann darin klemmendkraftschlüssig oder anderweitig (z.B. stoffschlüssig)
gehalten sein, um die Verbindungsbereiche 21 zu verstärken. Diese Ausgestaltung ist
hinsichtlich der Art und Anzahl der Verbindungselemente 22 nicht beschränkt.
[0054] Der Rahmen 20 kann über die Hohlkammerprofil-Abschnitte 1.1-1.4 in der beschriebenen
Weise mit externen Komponenten verbunden werden, z.B. mit einer den Rahmen umgebenden
bzw. aufnehmenden Laibung (nicht gezeigt).
[0055] Exemplarisch ist in eine der Armierungskammern 4 bei Bezugszeichen 2 eine Armierung
bzw. ein Armierungselement eingebracht, wie weiter oben anhand von Figur 2 und 3 bereits
detailliert beschrieben. Selbstverständlich können auch die anderen Armierungskammern
4 gemäß Figur 4 entsprechende Armierungen 2 aufnehmen. Die Armierungen 2 können sich
auch bis in die Verbindungsbereiche 21 erstrecken, was in Figur 4 nicht dargestellt
ist.
1. Fenster- oder Tür-Hohlkammerprofil (1), welches Hohlkammerprofil (1) mindestens eine
Armierungskammer (4) aufweist, die zum Aufnehmen eines vorzugsweise metallischen Armierungselements
(2) ausgebildet und vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Armierungskammer (4) auf wenigstens zwei Seiten von einer Anordnung aus wenigstens
zwei sich in einem lichten Abstand (A1-A3) und parallel zueinander erstreckenden Profilstegen
(1a, 6; 7.1, 7.2; 8.1, 8.2) gebildet ist.
2. Hohlkammerprofil (1) nach Anspruch 1, bei dem die Armierungskammer (4) auf drei Seiten
von einer Anordnung aus wenigstens zwei sich parallel zueinander erstreckenden Profilstegen
(1a, 6; 7.1, 7.2; 8.1, 8.2) gebildet ist.
3. Hohlkammerprofil (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem wenigstens ein Profilsteg (6;
7.2; 1b), der einem Innenraum der Armierungskammer (4) zugewandt ist, an seiner der
Armierungskammer (4) zugewandten Innenseite eine Anzahl von Vorsprüngen (10) aufweist.
4. Hohlkammerprofil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die parallelen Profilstege
(1a, 6; 7.1, 7.2; 8.1, 8.2) paarweise untereinander über eine Anzahl von Zwischenstegen
(6a, 6b; 7a; 8a) verbunden sind.
5. Hohlkammerprofil (1) nach Anspruch 4, bei dem zumindest einige der Zwischenstege (6a;
7a; 8a) unter einem Winkel von 90 Grad zu den durch sie verbundenen Profilstegen (1a,
6; 7.1, 7.2; 8.1, 8.2) orientiert sind.
6. Hohlkammerprofil (1) nach Anspruch 4 oder 5, bei dem zumindest einige der Zwischenstege
(6b) unter einem Winkel ungleich 90 Grad zu den durch sie verbundenen Profilstegen
(1a, 6; 7.1, 7.2) orientiert sind.
7. Hohlkammerprofil (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, bei dem durch eine Anzahl,
verzugsweise zwei, der Zwischenstege (6a; 7a) und eine Anzahl, verzugsweise zwei,
der Profilstege (1a, 6; 7.1, 7.2) oder durch einen Ansatz (11) an einem Profilsteg
(1b) wenigstens eine Schraubkammer (14; 13; 11) ausgebildet ist, in welcher Schraubkammer
(14; 13; 11) das Hohlkammerprofil (1) eine Materialanhäufung (14a) und/oder eine Wandverdickung
(13a) und/oder einen Zwischensteg (11a) aufweist.
8. Hohlkammerprofil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem die parallelen Profilstege
(1a, 6; 7.1, 7.2; 8.1, 8.2) angeordnet sind:
a) in einem Falz-Bereich des Hohlkammerprofils (1), welcher Falz-Bereich zum Aufnehmen
einer Verglasung (3) oder zum Aufnehmen des Randbereichs eines beweglichen Flügels
ausgebildet und vorgesehen ist, parallel zu einer Falzgrund-Fläche in dem Falz-Bereich;
und
b) in wenigstens einem Verbindungs-Bereich, welcher Verbindungs-Bereich sich zwischen
dem Falz-Bereich und einer dem Falz-Bereich gegenüberliegenden Außenseite des Hohlkammerprofils
(1) erstreckt.
9. Hohlkammerprofil (1) nach Anspruch 7 und 8, bei dem eine Schraubkammer (14) in dem
Falz-Bereich angeordnet ist.
10. Hohlkammerprofil (1) nach Anspruch 7 und 8, bei dem eine Schraubkammer (11) an einer
dem Falz-Bereich gegenüberliegenden Außenseite des Hohlkammerprofils (1) angeordnet
ist.
11. Hohlkammerprofil (1) nach Anspruch 9 und 10, bei dem die Schraubkammern (11, 14) entlang
einer Verbindungslinie (BA), die sich parallel zu einer seitlichen Profilwandung (1c,
1d) des Hohlkammerprofils (1) erstreckt, fluchten.
12. Hohlkammerprofil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem die Armierungskammer
(4) auf einer Seite durch eine in das Hohlkammerprofil (1) integrierte Aussteifung
(12'), insbesondere aus Faserverbundwerkstoff, begrenzt ist.
13. Hohlkammerprofil (1) nach Anspruch 12, bei der die Aussteifung (12') auf einer bei
bestimmungsgemäßer Montage zu einer Gebäudeinnenseite gerichteten Seite des Hohlkammerprofils
(1) angeordnet ist.
14. System aus einem Fenster- oder Tür-Hohlkammerprofil (1) gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche und wenigstens einem Armierungselement (2), vorzugsweise aus Metall, welches
Armierungselement (2) in die Armierungskammer (4) eingebracht ist.
15. Rahmen (20) für eine Tür oder ein Fenster, der aus mehreren miteinander in Verbindungsbereichen
(21) verbundenen, vorzugsweise verschweißten, Abschnitten (1.1-1.4) von Hohlkammerprofilen
(1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13 gebildet ist, bei dem vorzugsweise in wenigstens
eine der jeweiligen Armierungskammern (4) ein vorzugsweise metallisches Armierungselement
(2) eingesetzt ist.