Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Lagerkammergehäuse zum Lagern einer Welle
einer Strömungsmaschine.
Stand der Technik
[0002] Bei der Strömungsmaschine kann es sich bspw. um ein Strahltriebwerk handeln, z. B.
um ein Mantelstromtriebwerk. Funktional gliedert sich die Strömungsmaschine in Verdichter,
Brennkammer und Turbine. Etwa im Falle des Strahltriebwerks wird angesaugte Luft vom
Verdichter komprimiert und in der nachgelagerten Brennkammer mit hinzugemischtem Kerosin
verbrannt. Das entstehende Heißgas, eine Mischung aus Verbrennungsgas und Luft, durchströmt
die nachgelagerte Turbine und wird dabei expandiert. Die Turbine ist in der Regel
aus mehreren Stufen mit jeweils einem Stator (Leitschaufelkranz) und einem Rotor (Laufschaufelkranz)
aufgebaut, die Rotoren werden von dem Heißgas angetrieben. In jeder Stufe wird dem
Heißgas dabei anteilig innere Energie entzogen, die in eine Bewegung des jeweiligen
Laufschaufelkranzes und damit der Welle umgesetzt wird.
[0003] Der vorliegende Gegenstand betrifft ein Lagerkammergehäuse zum Lagern der Welle,
wobei die Bezugnahme auf ein Strahltriebwerk den Erfindungsgedanken zunächst nicht
in seiner Allgemeinheit beschränken soll. Bei der Strömungsmaschine kann es sich bspw.
auch um eine stationäre Gasturbine handeln.
Darstellung der Erfindung
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, ein besonders vorteilhaftes
Lagerkammergehäuse für eine Strömungsmaschine, sowie ein vorteilhaftes Verfahren zu
dessen Herstellung anzugeben.
[0005] Dies wird erfindungsgemäß mit dem Lagerkammergehäuse gemäß Anspruch 1 gelöst, sowie
mit einem Verfahren gemäß Anspruch 12.
[0006] Das Lagerkammergehäuse weist eine Gehäuseaußen- und eine Gehäuseinnenschale auf.
Zwischen den Gehäuseschalen befindet sich ein Ölraum des Lagerkammergehäuses, in dem
sich das Öl sammeln kann. Die Gehäuseaußenschale begrenzt, bezogen auf eine Drehachse
der Welle, den Ölraum nach radial außen. Die Gehäuseinnenschale ist radial innerhalb
davon angeordnet und bildet bevorzugt eine Lageraufnahme, in der ein Lager zum Lagern
der Welle, etwa ein Kugel- oder Wälzlager, angeordnet werden bzw. sein kann. Sie ist
über sich jeweils zumindest anteilig axial erstreckende Stützrippen mit der Gehäuseaußenschale
radial verbunden, diese sind einstückig mit der Gehäuseinnen- und der Gehäuseaußenschale.
Die Lagerkräfte werden im Betrieb zumindest teilweise von der Gehäuseinnenschale aufgenommen,
wobei der daraus resultierende Kraftfluss durch die Stützrippen verläuft. Die Stützrippen
bilden also eine tragende Struktur zwischen der Gehäuseinnen- und Gehäuseaußenschale.
[0007] Zwei zueinander nächstbenachbarte Stützrippen begrenzen miteinander einen Hohlraum
(gemeinsam mit den Gehäuseschalen), dieser ist vorliegend nach axial hinten offen,
mündet also in einer hinteren Öffnung. In Tangentialschnitten betrachtet hat diese
jeweils eine lichte Weite, die mindestens 50 % eines Umfangsabstands zwischen den
nächstbenachbarten Stützrippen ausmacht, vorzugsweise in Wesentlichen dem Umfangsabstand
entspricht. In anderen Worten ist die Gehäuseinnenschale dann ohne einen sich in Umlaufrichtung
erstreckenden Ausleger an der Gehäuseaußenschale aufgehängt, also auslegerlos ausgeführt.
Anders ausgedrückt können die Gehäuseschalen dann ausschließlich über die Stützrippen
miteinander verbunden sein. Damit lassen sich an den axial hinteren Enden der Stützrippen
Überhänge reduzieren bzw. vermeiden, was z. B. herstellungstechnisch von Vorteil sein
kann. Das Lagerkammergehäuse kann somit insbesondere einer generativen Herstellung
zugänglich sein, bevorzugt sind die Gehäuseschalen und die Stützrippen ein generativ
gefertigtes Teil, s. u. im Detail.
[0008] Bevorzugte Ausführungsformen finden sich in den abhängigen Ansprüchen und der gesamten
Offenbarung, wobei in der Darstellung der Merkmale nicht immer im Einzelnen zwischen
Vorrichtungs- und Verfahrens- bzw. Verwendungsaspekten unterschieden wird; jedenfalls
implizit ist die Offenbarung hinsichtlich sämtlicher Anspruchskategorien zu lesen.
Wird bspw. auf ein in bestimmter Weise hergestelltes Lagerkammergehäuse Bezug genommen,
ist dies immer auch als Offenbarung eines entsprechenden Herstellungsverfahrens zu
lesen, und umgekehrt.
[0009] Die Tangentialschnitte für die Betrachtung der hinteren Öffnung des Hohlraumes werden
bspw. zwischen 10 % und 90 % der von radial innen nach radial außen genommenen radialen
Erstreckung des Hohlraumes genommen (0 % liegen an der Außenwandfläche der Gehäuseinnenschale,
100 % an der Innenwandfläche der Gehäuseaußenschale). Die lichte Weite der hinteren
Öffnung macht, wie gesagt, mindestens 50 %, in der Reihenfolge der Nennung zunehmend
bevorzugt mindestens 60 %, 70 %, 80 %, 90 %, 100 % eines Umfangsabstands zwischen
den nächstbenachbarten Stützrippen aus. Der Umfangsabstand wird zumindest anteilig,
bevorzugt vollständig in Umlaufrichtung genommen. Die Bezugsflächen für den Abstand
zwischen den Rippen sind die jeweils dem Hohlraum zugewandten Seitenflächen der Rippen.
[0010] Die sich zumindest anteilig axial erstreckenden Stützrippen weisen in einem radial
mittigem Tangentialschnitt bspw. eine solche Grundform auf, dass das Verhältnis der
mittleren Wandstärke zu der axialen Erstreckung mindestens 3, 4 oder 5 ausmacht (mit
möglichen Obergrenzen bei z. B. höchstens 100 oder 50). Die Grundform der Stützrippen
ist also in axialer Richtung länglich. Unabhängig davon erstrecken sich die Stützrippen
jeweils "zumindest anteilig axial", was einen Anteil in der axialen Richtung von in
der Reihenfolge der Nennung zunehmend bevorzugt mindestens 70 %, 80 %, 90 % bezeichnet,
bevorzugt ist eine vollständig axiale Erstreckung (100 %).
[0011] Die Angaben "axial" und "radial", sowie die zugehörigen Richtungen, beziehen sich
im Rahmen dieser Offenbarung auf die Drehachse der Welle, die bei Betrachtung der
Strömungsmaschine im Gesamten mit deren Längsachse zusammenfällt. Um die Drehachse
"umlaufend" drehen im Betrieb die Rotoren, nämlich in "Umlaufrichtung". "Ein" und
"eine" sind als unbestimmte Artikel und damit ohne ausdrücklich gegenteilige Angabe
immer auch als "mindestens ein" bzw. "mindestens eine" zu lesen. Wie nachstehend im
Einzelnen deutlich wird, kann es bspw. über einen vollständigen Umlauf verteilt eine
Mehrzahl Hohlräume geben.
[0012] Das Öl, das sich in dem Hohlraum sammelt, wird typischerweise im Betrieb mittels
Ölrückführpumpen abgesaugt und in eine Sammelleitung gepumpt, über die es zurück zum
Öltank transportiert wird. Auch der für diese Abführung notwendige Ölfluss kann durch
den nach axial hinten offenen Hohlraum verbessert werden. Die Erfindung kann insgesamt
ein im Betrieb vorteilhaftes und dabei leichtes und zugleich steifes Lagerkammergehäuse
ermöglichen.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform laufen die einander in Umlaufrichtung entgegengesetzten
Seitenflächen einer jeweiligen Stützrippe an ihrem axial hinteren Ende ausschließlich
konvex zusammen. Die von außerhalb der Stützrippe betrachtet "konvexe" Form ihrer
Seitenflächen kann wiederum Überhänge bzw. Hinterschnitte vermeiden helfen, z. B.
bezogen auf eine Aufbaurichtung von axial vorne nach hinten. Das hintere Ende der
jeweiligen Stützrippe kann als Kante oder im Allgemeinen auch als Fläche ausgebildet
sein. In Tangentialschnitten betrachtet bilden zwei entsprechend geformte, zueinander
nächstbenachbarte Stützrippen einen Umfangsabstand, der im axialen Verlauf nach hinten
nicht kleiner wird, sondern gleich bleibt oder zunimmt.
[0014] In bevorzugter Ausgestaltung weist zumindest eine der Stützrippen eine Wandstärke
auf, die über eine axiale und/oder radiale Erstreckung der Stützrippe variabel ist,
sich also ändert. Die Wandstärke wird in Umlaufrichtung zwischen den zwei Seitenflächen
der Stützrippe genommen. Die variable Wandstärke, die insbesondere mit der generativen
Herstellung möglich wird, kann z. B. für einen besseren thermischen bzw. thermomechanischen
Ausgleich zwischen der Gehäuseaußen- und -innenschale sorgen, also bspw. thermische
Ausdehnungen im Betrieb berücksichtigen.
[0015] In bevorzugter Ausgestaltung weisen die Stützrippen untereinander, also im Vergleich
von Stützrippe zu Stützrippe, unterschiedliche Wandstärken auf. Zumindest einige der
Stützrippen haben also eine unterschiedliche mittlere Wandstärke, die jeweils als
Mittelwert der jeweiligen Stützrippe genommen wird. Die unterschiedlichen Wandstärken
können bspw. eine gleichmäßigere Steifigkeit in Umlaufrichtung fördern.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform bildet zumindest eine der Stützrippen in einer
axialen Schnittebene betrachtet mit ihrer Vorderkante einen Winkel von mindestens
20° und maximal 80° mit der Gehäuseinnen- und Gehäuseaußenschale. Die Vorderkante
verläuft somit schräg in die Gehäuseinnen- und Gehäuseaußenschale, also nicht senkrecht.
[0017] Betrachtet wird dabei jeweils der kleinere von zwei Winkeln, welche die Vorderkante
und die Gehäuseinnen- oder Gehäuseaußenschale miteinander einschließen.
[0018] Bei einer bevorzugten Ausführungsform bildet zumindest eine der Stützrippen in einer
axialen Schnittebene betrachtet mit ihrer Hinterkante einen Winkel von mindestens
20° und maximal 80° mit der Gehäuseinnen- oder Gehäuseaußenschale. Die Hinterkante
verläuft somit schräg in die Gehäuseinnen- und Gehäuseaußenschale, also nicht senkrecht.
Betrachtet wird dabei wiederum der kleinere von zwei Winkeln, welche die Hinterkante
und die Gehäuseinnen- oder Gehäuseaußenschale miteinander einschließen. Bevorzugt
sind die Vorder- und/oder die Hinterkante solchermaßen schräg, dass die axiale Länge
der Stützrippe von radial innen nach außen zunimmt.
[0019] In bevorzugter Ausgestaltung sind insgesamt mindestens 3 Stützrippen vorgesehen,
in der Reihenfolge der Nennung zunehmend bevorzugt mindestens 4, 5, 6, 7, 8. Vorteilhafte
Obergrenzen können bspw. bei maximal 200, 150, 100 liegen.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist in eine der Stützrippen ein Fluidkanal
integriert. Dieser kann z. B. ein Öl- oder Luftkanal sein, also im Betrieb von einem
entsprechenden Fluid durchströmt werden. Der Fluidkanal kann insbesondere Teil des
Ölsystems des Lagerkammergehäuses sein, über welches das Öl von außerhalb in das Lagerkammergehäuse
transportiert und verteilt werden kann. Der Begriff "integriert" meint z. B., dass
das Gehäusematerial selbst den Fluidkanal einfasst, insbesondere allumseitig umgibt.
[0021] Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat die Erstreckung des Fluidkanals zumindest
abschnittsweise einen nicht geradlinigen Verlauf, bspw. mit zusätzlich zu einer Axialkomponente
auch einer Radialkomponente, wobei sich das Verhältnis der Komponenten entlang des
Kanals verändern kann. Soweit generell die "Erstreckung" des Fluidkanals beschrieben
wird, bezieht sich dies auf den Verlauf von dessen Mittenlinie, die sich mittig im
Fluidkanal entlang dessen Länge erstreckt. In zur Durchströmung senkrechten Schnittebenen
betrachtet liegt sie jeweils im Flächenschwerpunkt des Innenquerschnitts, also des
Strömungsquerschnitts. Diese Mittenlinie hat dann über zumindest einen Abschnitt des
Fluidkanals eine Krümmung, verläuft also nicht linear.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist (auch) in die Gehäuseinnenschale ein
Fluidkanal integriert, er kann somit insbesondere Öl zwischen den Stützrippen transportieren.
[0023] Bevorzugt ist dieser mit dem in die Stützrippe integrierten Fluidkanal verbunden,
bilden sie also einen zusammenhängenden Kanal. Umlaufend verteilt können z. B. verschiedene
Ölsprühdüsen vorgesehen sein, die über den in die Gehäuseinnenschale integrierten
Fluidkanal mit Öl versorgt werden. Der Begriff "integriert" meint an dieser Stelle
wiederum, dass das Gehäusematerial selbst den Fluidkanal einfasst, insbesondere allumseitig
umgibt.
[0024] Die Erfindung betrifft auch ein Turbinenzwischengehäuse für eine Strömungsmaschine,
insbesondere ein Strahltriebwerk, mit einem vorliegend offenbarten Lagerkammergehäuse.
Das Turbinenzwischengehäuse kann im Allgemeinen auch zwischen der Brennkammer und
der/den Turbinenmodul(en) angeordnet werden, bevorzugt ist es zum Anordnen zwischen
zwei Turbinenmodulen ausgelegt, z. B. zwischen Hochdruck und Mittel- bzw. Niederdruckturbine.
In dem Lagerkammergehäuse kann bzw. können dann ein oder mehrere Lager zum Führen
der Welle angeordnet sein, etwa im Falle des Ausführungsbeispiels ein Wälzlager. In
bevorzugter Ausgestaltung begrenzt das Turbinenzwischengehäuse radial außerhalb des
Lagerkammergehäuses einen Heißgaskanalabschnitt, der im Betrieb der Strömungsmaschine
stromab der Brennkammer von dem Heißgas durchströmt wird.
[0025] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen eines vorliegend offenbarten
Lagerkammergehäuses bzw. Turbinenzwischengehäuses, wobei die Gehäuseinnenschale, die
Gehäuseaußenschale und die Stützrippen generativ aufgebaut werden. Das generative
Aufbauen erfolgt bevorzugt von vorne nach hinten in axialer Richtung, z. B. in einem
Pulverbettverfahren (welches auch unabhängig von der Aufbaurichtung bevorzugt sein
kann). Der Werkstoff, aus dem aufgebaut wird, kann also in Pulverform sequenziell
Schicht für Schicht aufgetragen werden. Dabei wird je Schicht selektiv ein anhand
des Datenmodells (der Bauteilgeometrie) vorbestimmter Bereich verfestigt. Die Verfestigung
erfolgt durch Aufschmelzen mittels einer Strahlquelle, wobei im Allgemeinen bspw.
auch eine Elektronenstrahlquelle denkbar ist. Bevorzugt ist eine Laserquelle, wird
also mit einem Laserstrahl aufgeschmolzen, das generative Aufbauen ist dann also ein
selektives Laserschmelzen (SLM).
[0026] Die Erfindung betrifft auch die Verwendung eines vorliegend offenbarten Lagerkammergehäuses
bzw. Turbinenzwischengehäuses für eine Strömungsmaschine, insbesondere für ein Flugtriebwerk.
Das Lagerkammergehäuse nimmt dann die Welle der Strömungsmaschine auf, diese rotiert
im Betrieb um die Drehachse, der Ölraum des Lagerkammergehäuses ist mit Öl gefüllt.
Zur Ölversorgung des Lagerkammergehäuses wird der Fluidkanal bevorzugt von Öl durchströmt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0027] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert,
wobei die einzelnen Merkmale im Rahmen der nebengeordneten Ansprüche auch in anderer
Kombination erfindungswesentlich sein können und auch weiterhin nicht im Einzelnen
zwischen den unterschiedlichen Anspruchskategorien unterschieden wird.
[0028] Im Einzelnen zeigt
- Figur 1
- ein Strahltriebwerk in einem Axialschnitt;
- Figur 2
- ein erfindungsgemäßes Lagerkammergehäuse in einer axial geschnittenen Seitenansicht;
- Figur 3
- das Lagerkammergehäuse gemäß Fig. 2 im Schnitt A-A.
[0029] Figur 1 zeigt eine Strömungsmaschine 1 in schematischer Ansicht, konkret ein Strahltriebwerk.
Die Strömungsmaschine 1 gliedert sich funktional in Verdichter 1a, Brennkammer 1b
und Turbine 1c. Sowohl der Verdichter 1a als auch die Turbine 1c sind vorliegend jeweils
aus zwei Modulen aufgebaut. Zwischen einem der Brennkammer 1b unmittelbar nachgelagerten
Hochdruckturbinenmodul 1ca und einem Nieder- bzw. Mitteldruckturbinenmodul 1cb findet
sich das Turbinenzwischengehäuse 1cc. Die Rotoren des Turbinenmoduls 1ca drehen auf
einer Welle 3 um eine Drehachse 4. In dem Turbinenzwischengehäuse 1cc ist bzw. sind
Lager für diese Welle 3 angeordnet.
[0030] Figur 2 zeigt einen Teil eines erfindungsgemäßen Lagerkammergehäuses 20 in einer teilweise
axial geschnittenen Seitenansicht, die Schnittebene beinhaltet also die Drehachse
4. Das Lagerkammergehäuse 20 weist eine Gehäuseaußenschale 21 auf, die einen Ölraum
33 radial begrenzt. Die Gehäuseinnenschale 22 ist mit der Gehäuseaußenschale 21 über
Stützrippen 23 radial verbunden, diese Teile sind gemeinsam generativ aufgebaut. Eine
Vorderkante 28 der Stützrippe 23 bildet einen Winkel 29 von rund 35° mit der Gehäuseaußenschale
21 (und der Gehäuseinnenschale 22, nicht eingezeichnet). Ihre Hinterkante 27 bildet
einen Winkel 30 von rund 30° mit der Gehäuseaußenschale 21 (und der Gehäuseinnenschale
22, nicht eingezeichnet).
[0031] In die Stützrippe 23 ist ein gestrichelt gezeichneter Fluidkanal 25 mit einem abschnittsweise
nicht geradlinigen Verlauf integriert, der sich auch in die Gehäuseinnenschale 22
erstreckt und Öl von außen zu den Öldüsen 24 transportiert, die die Wälzlager mit
Öl versorgen. Der Fluidkanal 25 transportiert in der Gehäuseinnenschale 22 auch Öl
zwischen den Rippen 23. Das Bezugszeichen 34 referenziert das axial hintere Ende der
Rippe 23 mit der hinteren Öffnung 32.
[0032] Figur 3 zeigt das Lagerkammergehäuse im Schnitt A-A gemäß Figur 2. Das Bezugszeichen 43 referenziert
den Umfangsabstand zwischen zwei nächstbenachbarten Stützrippen 23. Die Stützrippen
23 weisen jeweils zwei in Umlaufrichtung einander entgegengesetzte Seitenflächen 42
auf, die jeweils an einem axial hinteren Ende 34 der jeweiligen Rippe 23 ausschließlich
konvex zusammenlaufen. Die Stützrippen 23 haben eine in Umlaufrichtung genommene Wandstärke
44, die über die axiale Erstreckung der Stützrippe 23 variabel ist. Die Stützrippen
23 unterscheiden sich zudem auch in ihren mittleren Wandstärken. In dieser bevorzugten
Ausführung entspricht die lichte Weite 35 der hinteren Öffnung 32 im Tangentialschnitt
dem Umfangsabstand 43, ist der Hohlraum 41 also ohne Verengung etc. nach axial hinten
offen.
[0033] Zu erkennen ist wiederum der Fluidkanal 25, der das Öl in der Gehäuseinnenschale
22 zwischen den Stützrippen 23 transportiert und teilweise die anderen über den Umfang
verteilten Öldüsen 24 mit Öl versorgt. Der Hohlraum 41 wird durch die Gehäuseinnenschale
22, die Gehäuseaußenschale 21 und zwei zueinander nächstbenachbarten Stützrippen 42
begrenzt.
BEZUGSZEICHENLISTE
| Strömungsmaschine |
1 |
| |
Verdichter |
1a |
| |
Brennkammer |
1b |
| |
Turbine |
1c |
| |
|
Hochdruckturbinenmodul |
1ca |
| |
|
Nieder- bzw. Mitteldruckturbinenmodul |
1cb |
| |
|
Turbinenzwischengehäuse |
1cc |
| Welle |
3 |
| Drehachse |
4 |
| Lagerkammergehäuse |
20 |
| Gehäuseaußenschale |
21 |
| Gehäuseinnenschale |
22 |
| Stützrippen |
23 |
| Öldüse |
24 |
| Fluidkanal |
25 |
| Hinterkante der Stützrippe im Axialschnitt |
27 |
| Vorderkante der Stützrippe im Axialschnitt |
28 |
| Winkel zwischen der Vorderkante und Gehäuseaußenschale |
29 |
| Winkel zwischen der Hinterkante und Gehäuseaußenschale |
30 |
| Axiale Erstreckung der Stützrippe |
31 |
| Hintere Öffnung des Hohlraumes |
32 |
| Ölraum |
33 |
| Axial hinteres Ende der Stützrippe |
34 |
| Lichte Weite der hinteren Öffnung |
35 |
| Hohlraum |
41 |
| Seitenflächen |
|
|
42 |
| Umfangsabstand |
|
|
43 |
| Wandstärke |
|
|
44 |
| Radiale Erstreckung der Stützrippe |
|
|
45 |
1. Lagerkammergehäuse (20) zum Lagern einer Welle (3) einer Strömungsmaschine (1), welches
eine Gehäuseaußenschale (21) aufweist, die bezogen auf eine Drehachse (4) der Welle
(3) einen Ölraum (33) des Lagerkammergehäuses (20) nach radial außen begrenzt, und
eine Gehäuseinnenschale (22) zum Lagern der Welle (3) aufweist,
wobei die Gehäuseinnenschale (22) über sich jeweils zumindest anteilig axial erstreckende
Stützrippen (23) mit der Gehäuseaußenschale (21) radial verbunden ist, und wobei die
Gehäuseinnenschale (22), die Gehäuseaußenschale (21) und zwei zueinander nächstbenachbarte
Stützrippen (23) miteinander einen Hohlraum (41) begrenzen, der nach axial hinten
offen ist, also in einer hinteren Öffnung (32) mündet,
wobei die hintere Öffnung (32) in Tangentialschnitten betrachtet jeweils eine lichte
Weite (35) hat, die mindestens 50% eines Umfangsabstands (43) zwischen den nächstbenachbarten
Stützrippen (23) ausmacht.
2. Lagerkammergehäuse (20) nach Anspruch 1, bei welchem die Stützrippen (23) jeweils
zwei in Umlaufrichtung einander entgegengesetzte Seitenflächen (42) aufweisen, die
jeweils an einem axial hinteren Ende (34) der jeweiligen Stützrippe (23) ausschließlich
konvex oder konkav bis zu 75° gegenüber einer Mittelachse des Lagerkammergehäuses
(20) zusammenlaufen.
3. Lagerkammergehäuse (20) nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem zumindest eine der Stützrippen
(23) eine in Umlaufrichtung genommene Wandstärke (44) hat, die über eine axiale (31)
und/oder radiale Erstreckung (45) der zumindest einen Stützrippe (23) variabel ist.
4. Lagerkammergehäuse (20) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem sich zumindest
einige der Stützrippen (23) in ihren Wandstärken (44) unterscheiden, also unterschiedliche
mittlere Wandstärken haben.
5. Lagerkammergehäuse (20) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem zumindest
eine der Stützrippen (23) in einer axialen Schnittebene betrachtet mit ihrer Vorderkante
(28) einen Winkel (29) von mindestens 20° und maximal 80° mit der Gehäuseinnenschale
(22) und der Gehäuseaußenschale (21) bildet.
6. Lagerkammergehäuse (20) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem zumindest
eine der Stützrippen (23) in einer axialen Schnittebene betrachtet mit ihrer Hinterkante
(27) einen Winkel (30) von mindestens 20° und maximal 80° mit der Gehäuseinnenschale
(22) und der Gehäuseaußenschale (21) bildet.
7. Lagerkammergehäuse (20) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die Anzahl
der Stützrippen (23) insgesamt mindestens 3 und maximal 200 beträgt.
8. Lagerkammergehäuse (20) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem in eine
der Stützrippen (23) ein Fluidkanal (25) integriert ist.
9. Lagerkammergehäuse (20) nach Anspruch 8, bei welchem der Fluidkanal (25) eine zumindest
abschnittsweise nicht geradlinige Erstreckung hat.
10. Lagerkammergehäuse (20) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem in die
Gehäuseinnenschale (22) ein Fluidkanal (25) integriert ist.
11. Turbinenzwischengehäuse (1cc) für eine Strömungsmaschine (1) mit einem Lagerkammergehäuse
(20) nach einem der vorstehenden Ansprüche.
12. Verfahren zum Herstellen eines Lagerkammergehäuses (20) nach einem der Ansprüche 1
bis 10 oder eines Turbinenzwischengehäuses (1cc) nach Anspruch 11, bei welchem Verfahren
die Gehäuseinnenschale (22), die Gehäuseaußenschale (21) und die Stützrippen (23)
gemeinsam generativ aufgebaut werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Gehäuseinnenschale (22), die Gehäuseaußenschale
(21) und die Stützrippen (23) in axialer Richtung von vorne nach hinten generativ
aufgebaut werden.
14. Verwendung eines Lagerkammergehäuses (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 oder eines
Turbinenzwischengehäuses (1cc) nach Anspruch 11 für eine Strömungsmaschine (1), insbesondere
ein Flugtriebwerk.
15. Verwendung nach Anspruch 14 eines Lagerkammergehäuses (20) nach einem der Ansprüche
8 bis 10, wobei der Fluidkanal (25) von Öl durchströmt wird.