[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verifikation einer Flammenüberwachung eines
Heizgerätes, ein Computerprogramm, ein Speichermedium und ein Heizgerät.
[0002] Eine Flammenüberwachung eines Heizgerätes ist sinnvoll, um ein Austreten unverbrannten
Brennstoffes zu verhindern. Ferner ist bekannt, ein Signal einer Flammenüberwachung
zu nutzen, um Gemisch aus Brennstoff und Verbrennungsluft geeignet einzustellen.
[0003] Es sind verschiedene Möglichkeiten zur Flammenüberwachung eines Heizgerätes bekannt,
beispielsweise eine Messung eines lonisationsstromes der Flamme oder eine Erfassung
der Flamme anhand von UV (Ultraviolett-) oder IR (Wärme-) Strahlung. Bei Heizgeräten,
die für eine Verbrennung von Wasserstoff eingerichtet sind, kann eine Flammenüberwachung
mittels lonisationsstrom häufig nicht ausreichend sicher bzw. zuverlässig erfolgen,
weil bei der Verbrennung von Wasserstoff nicht ausreichend Ionen für eine messbaren
lonisationsstrom entstehen.
[0004] Beispielsweise in der
EP 3 663 646 A1 wird ein System zu Überwachung einer Flamme eines Heizgerätes vorgeschlagen, bei
dem ein erstes lonisationssignal und ein zweites lonisationssignal einer Flamme sowie
ein erstes Strahlungssignal und ein zweites Strahlungssignal zur Überwachung der Flamme
herangezogen werden.
[0005] Die
US 2014/0212824 A1 offenbart ein, insbesondere computergestütztes, Verfahren zur Flammendetektion eines
Brenners. Dabei können Informationen zu einem verwendeten Brenner und einem Brennstoff
herangezogen werden, um eine sichere Flammenüberwachung zu gewährleisten.
[0006] Die
GB 2 188 416 A hat eine Einrichtung der Flammenüberwachung zum Gegenstand, umfassend eine Detektionseinrichtung
für Ultraviolettstrahlung sowie für Infrarotstrahlung. Dabei kann der IR-Sensor eine
Flicker-Frequenz der Flamme erfassen und ein analoges Signal bereitstellen. Der UV-Sensor
kann die Gesamtenergie des UV-Anteils der Strahlung ermitteln und ein digitales Signal
bereitstellen. Eine Verifikation der erfassten Signale wird nicht beschrieben.
[0007] Die
KR102051068B1 betrifft eine duale Detektionseinrichtung für einen industriellen Kessel mit einem
UV- und einem IR-Sensor. Eine Kamera kann die Flamme zusammen mit einem Hitzepositions-Erfassungssensor
und der Sensor-Einheit erfassen. Ein zuvor erfasstes Bild der Flamme wird mit dem
Flammenbild verglichen. Wird festgestellt, dass keine Flamme vorhanden ist, kann das
Signal einen Alarm übermitteln werden. Zur Überprüfung der Detektionseinrichtung können
die Sensoren auch bei Abwesenheit einer Flamme durch Inbetriebnahme entsprechender
Test-Lampen geprüft werden, was aufwendig erscheint.
[0008] Die
US 5,339,070 A beschreibt gleichfalls eine Kombination eines UV-Sensors mit einem IR-Sensor für
eine Flammenüberwachung, beispielsweise einer Wasserstoff-Verbrennung. Zudem wird
ein Selbst-Test der Flammenüberwachung beschrieben, bei dem eine Selbsttest-Lampe
in Betrieb genommen wird und ein Wert von UV-Sensor und IR-Sensor erfasst und mit
einem zuvor erfassten Wert verglichen wird. Bei Abweichungen größer einem Grenzwert
wird von einem fehlerhaften Test ausgegangen, wobei bei aufeinanderfolgenden Fehlern
in mehreren Test-Durchläufen ein Alarm ausgelöst werden kann. Auch diese Möglichkeit
zur Überprüfung der Sensoren ist aufwändig und erfordert ein Vorhalten und Inbetriebnahme
einer Lichtquelle für die Überprüfung.
[0009] Es hat sich jedoch gezeigt, dass es beispielsweise durch einen Einfluss von Fremdlichtquellen,
insbesondere durch Eindringen von Licht von außerhalb des Heizgerätes, zu einer Fehlfunktion
der Flammenüberwachung kommen kann. Dem Einfluss von Fremdlichtquellen kann kaum oder
nicht durch einen redundanten Einsatz mehrerer Sensoren begegnet werden, sofern alle
eingesetzten Sensoren diesem Fremdlichteinfluss unterliegen.
[0010] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Verifikation einer
Flammenüberwachung eines Heizgerätes vorzuschlagen, das die geschilderten Probleme
des Standes der Technik zumindest teilweise überwindet. Insbesondere soll das Verfahren
eine Detektion eines Fremdlichteinflusses für einen sicheren Betrieb des Heizgerätes
ermöglichen.
[0011] Zudem soll eine Einrichtung eines Heizgerätes zur Durchführung eines hier vorgeschlagenen
Verfahrens dessen Komplexität nicht oder nur unwesentlich erhöhen und das Verfahren
mit einfachen Mitteln durchführbar sein.
[0012] Diese Aufgaben werden gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der hier vorgeschlagenen Lösung sind in den abhängigen
Patentansprüchen angegeben. Darüber hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen
Merkmale in der Beschreibung näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte
Ausgestaltungen der Erfindung dargestellt werden.
[0013] Das Verfahren zur Verifikation einer Flammenüberwachung eines Heizgerätes umfasst
erfindungsgemäß zumindest die folgenden Schritte:
- a) Erfassen eines ersten Flammensignals einer Ultraviolett-Strahlung einer Flamme
des Heizgerätes,
- b) Erfassen eines zweiten Flammensignals einer Infrarot-Strahlung einer Flamme des
Heizgerätes,
- c) Ermitteln eines Verhältnisses vom ersten Flammensignal und zweiten Flammensignal,
- d) Erkennen eines Fehlers der Flammenüberwachung des Heizgerätes anhand des in Schritt
c) ermittelten Verhältnisses.
[0014] Die Schritte a) bis d) werden bei einem regulären Verfahrensablauf zumindest einmal
in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt. Insbesondere können die Schritte a) und
b) auch gleichzeitig durchgeführt werden.
[0015] Grundsätzlich kann das vorgeschlagene Verfahren für eine Verifikation einer Flammenüberwachung
im Rahmen eines Zündvorganges und/oder während des Betriebes eines Heizgerätes permanent
oder in (kurzen) zeitlichen Abständen durchgeführt werden, um eine möglichst kontinuierliche
bzw. lückenlose Verifikation der Flammenüberwachung des Heizgerätes, insbesondere
einer Überprüfung auf einen Fremdlichteinfluss der Flammenüberwachung, zu gewährleisten.
[0016] Die hier beschriebene Lösung dient insbesondere einer Verifikation einer Flammenüberwachung
eines Heizgerätes, insbesondere einer Überprüfung, ob das Signal eines Sensors für
Ultraviolett-Strahlung der Flammenüberwachung durch Fremdlicht beeinflusst ist. Das
Heizgerät kann insbesondere ein mit Wasserstoff betriebenes Heizgerät sein, jedoch
ist ein hier vorgeschlagenes Verfahren grundsätzlich bei jeder Flammenüberwachung,
die ein Signal einer Ultraviolett-Strahlung einbezieht, möglich und sinnvoll. Insbesondere
wird mit der Flammenüberwachung eine Flamme in einem Heizgerät überwacht, die zumindest
teilweise aus der Verbrennung von Wasserstoff entsteht.
[0017] Eine Beeinflussung eines Sensors für Ultraviolett-Strahlung eines Heizgerätes durch
Fremdlicht könnte die Regelung und Steuerung eines Heizgerätes dazu veranlassen, in
einen kritischen Bereich zu regeln bzw. zu steuern, und damit zu einem Ausfall des
Heizgerätes führen, bis hin zu einer Explosionsgefahr und der Gefahr eines Austretens
von unverbranntem Brennstoff. Das hier vorgeschlagene Verfahren bietet in vorteilhafter
Weise eine einfache und sichere Möglichkeit, derartige Risiken auszuschließen oder
zumindest zu minimieren.
[0018] Bei dem Heizgerät handelt es sich insbesondere um ein Gasheizgerät, das dazu eingerichtet
ist, ein Brenngas, insbesondere Wasserstoff, unter Zufuhr von Umgebungsluft zu verbrennen
und Wärmeenergie, beispielsweis zur Erwärmung eines Wärmeträgers eines Heizkreislaufes
oder auch zur Bereitstellung einer Warmwasserversorgung zu erzeugen. Insbesondere
kann es sich bei dem Heizgerät um ein Brennwertgerät handeln. Das Heizgerät weist
in der Regel eine Brennkammer und eine Fördereinrichtung auf, die ein Gemisch von
Brenngas und Verbrennungsluft in eine Brennkammer fördern kann. Die Verbrennungsprodukte
können anschließend durch eine Abgasanlage abgeführt werden.
[0019] Das Heizgerät weist erfindungsgemäß eine Flammenüberwachungseinrichtung auf. Eine
Flammenüberwachung eines Heizgerätes kann dazu dienen, ein Austreten von (unverbranntem)
Brenngas zu detektieren und zu verhindern. Von austretendem Brenngas gehen unter anderem
eine hohes Gesundheitsrisiko und eine Explosionsgefahr aus, aufgrund dessen Flammenüberwachungseinrichtungen
in dem meisten Ländern gesetzlich vorgeschrieben sind. Eine Flammenüberwachung eines
Heizgerätes kann beispielsweise in einen sogenannten Gasfeuerungsautomaten integriert
sein, der in häufig auch zur Regelung und Steuerung des Heizgerätes genutzt werden
kann.
[0020] Für die Durchführung eines hier vorgeschlagenen Verfahrens kann eine Flammenüberwachungseinrichtung
mindestens zwei (verschiedene) Flammensignale erfassen, ein erstes Flammensignal für
bzw. betreffend (sichtbares) Licht und/oder insbesondere für Ultraviolett-Strahlung
und ein zweites Flammensignal für bzw. betreffend Infrarot-Strahlung. Insbesondere
können die Flammensignale mittels für die jeweilige Strahlung geeignete Sensoren einer
Flammenüberwachungseinrichtung erfasst bzw. ermittelt werden.
[0021] Gemäß einem Schritt a) des hier vorgeschlagenen Verfahrens wird ein Flammensignal
einer Ultraviolett(UV)-Strahlung erfasst werden. Die Ultraviolett(UV)-Strahlung kann
mittels eines geeigneten Sensors erfasst. In der Regel kann ein Sensor für Ultraviolett-Strahlung
Photonen im Ultraviolett-Spektrum über einen photoelektrischen Effekt in einen elektrischen
Strom umwandeln. Häufig wird jedoch bei der Verbrennung von Gasen oder Erdöl nur in
geringem Maße Ultraviolett-Strahlung emittiert. Aus diesem Grund sind geeignete Sensoren
häufig sehr empfindlich bzw. sensitiv. Dies hat eine hohe Anfälligkeit gegenüber einem
Fremdlichteinfluss zur Folge. Bei bekannten Lösungen wird versucht, einen Einfluss
von Fremdlicht konstruktiv durch die Anordnung des Sensors auszuschließen, beispielsweise
durch eine Anordnung im Luftansaugstrang mit direkter Ausrichtung auf eine Flamme.
Eine derartige konstruktive Lösung der Problemstellung ist jedoch nicht immer möglich,
zudem kann ein Fremdlichteinfluss durch eine Beschädigung des Heizgerätes gleichfalls
nicht vollständig ausgeschlossen werden.
[0022] Häufig erfolgt im Rahmen einer Flammenüberwachung ohnehin eine Erfassung einer Ultraviolett-Strahlung
der Flamme. Das hier vorgeschlagene Verfahren kann einer Verifikation der erfassten
Ultraviolett(UV)-Strahlung dienen, insbesondere einer Prüfung, ob diese einem Einfluss
bzw. einer Verfälschung durch einen Fremdlichteinfluss unterliegt.
[0023] Die Ultraviolett(UV)-Strahlung kann insbesondere in einem Bereich der Wellenlänge
von 300nm bis 325nm [Nanometer] erfolgen, der für eine Wasserstoffflamme signifikant
ist.
[0024] Gemäß einem Schritt b) wird ein zweites Flammensignal einer Infrarot(IR)-Strahlung
erfasst. Die Infrarot-Strahlung kann durch einen Infrarot-Sensor der Flammenüberwachungseinrichtung,
insbesondere in einem Bereich der Wellenlänge von 700nm [Nanometer] bis 3,5µm [Mikrometer]
erfasst werden.
[0025] In vorteilhafter Weise werden im Rahmen einer Flammenüberwachung eines mit Wasserstoff
betriebenen Heizgerätes häufig ohnehin eine Ultraviolett- und eine Infrarot-Strahlung
erfasst, so dass keine zusätzlichen Einrichtungen für eine Durchführung eines hier
vorgeschlagenen Verfahrens notwendig sind. Die Schritte a) und b) können (abwechselnd)
nacheinander und/oder teilweise gleichzeitig durchgeführt werden.
[0026] Gemäß einem Schritt c) 2. wird ein Verhältnis der in Schritt a) erfassten Ultraviolett-Strahlung
und der in Schritt b) erfassten Infrarot-Strahlung erfasst bzw. ermittelt. So hat
sich gezeigt, dass insbesondere bei einer Verbrennung von Wasserstoff eine Strahlung
emittiert wird, die sowohl Ultraviolett- als auch Infrarot-Anteile hat. Dabei können
die Ultraviolett- und Infrarot-Anteile bei der Verbrennung ausschließlich von (Zwischen)-Produkten
der chemischen Reaktion der Verbrennung emittiert werden. Bei einer weitestgehend
konstanten Zusammensetzung des zu verbrennenden Gemisches aus Brennstoff und Luft
ergibt sich eine (feste bzw. vorgegebene/bekannte) Abhängigkeit des Verhältnisses
von Ultraviolett- und Infrarot-Strahlung lediglich von der Leistung des Heizgerätes.
[0027] Gemäß einem Schritt d) wird anhand des in Schritt c) ermittelten Verhältnisses der
Flammensignale von Ultraviolett- und Infrarot-Strahlung festgestellt, ob ein Fehler
der Flammenüberwachung vorliegt. Beispielsweise kann ein Fehler erkannt werden, wenn
entweder nur das Ultraviolett-Signal oder nur das Infrarot-Signal einen Wert zurückgibt.
Insbesondere kann ein Fehler festgestellt werden, der auf einem Fremdlichteinfluss
basieren kann, wenn eine (signifikante) Änderung bzw. Abweichung des in Schritt c)
ermittelten Verhältnisses erkannt werden kann. Insbesondere kann ein Fehler festgestellt
werden, wenn eine (signifikante) Änderung des in Schritt c) ermittelten Verhältnisses
unabhängig von einer Leistung des Heizgerätes erkannt werden kann.
[0028] Im Rahmen der Feststellung eines Fehlers der Flammenüberwachung gemäß Schritt d)
kann ein Referenzwert des in Schritt c) ermittelten Verhältnisses von dem ersten Flammensignal
zu dem zweiten Flammensignal einbezogen werden. Der Referenzwert sollte bezogen auf
die Eigenschaften eines Heizgerätes ermittelt werden, insbesondere hinsichtlich des
Brennstoffes, der verwendeten Sensorik zum Erfassen von erstem Flammensignal und zweitem
Flammensignal, der Anordnung der Sensorik, etc. Ein Referenzwert kann beispielsweise
ermittelt werden, indem das Verhältnis bei einem (nachgewiesenen) fehlerfreien Betrieb
des Heizgerätes ermittelt wird. Ein Einbeziehen des Referenzwertes in ein Feststellen
eines Fehlers der Flammenüberwachung kann in einem Vergleich des Referenzwertes mit
dem in Schritt c) ermittelten Verhältnisses bestehen, wobei auch eine Toleranz in
den Vergleich zum Ausgleich von systembedingten Ungenauigkeiten, einbezogen werden
kann.
[0029] Der Referenzwert kann in Abhängigkeit einer Leistung des Heizgerätes ausgewählt werden.
Der Referenzwert kann hierfür insbesondere als (diskrete) Funktion oder Kennfeld bereitgestellt
sein.
[0030] Der Referenzwert kann in Abhängigkeit eines Lambda-Wertes der Zusammensetzung des
Gemisches aus Brennstoff und Luft ausgewählt werden. Hierfür kann zusätzlich ein (aktueller)
Lambda-Wert der Zusammensetzung des Gemisches aus Brennstoff und Luft beim Heizgerät
erfasst werden. Der Referenzwert kann hierfür insbesondere als (diskrete) Funktion
oder Kennfeld bereitgestellt sein.
[0031] Für den Fall, dass im Rahmen des Schrittes d) ein Fehler erkannt wird, kann in einem
Schritt e) eine Abschaltung des Heizgerätes erfolgen, weil ein sicherer Betrieb nicht
weiter gewährleistet ist. Insbesondere kann zudem auch eine Inbetriebnahme des Heizgerätes
nach Erkennen eines Fehlers blockiert werden, die beispielsweise nur durch einen Service-Betrieb
aufgehoben werden kann. Auch kann eine Nachricht zu dem erkannten Fehler, beispielsweise
durch eine akustische oder optische Anzeige oder auch über ein Netzwerk, wie dem Internet,
an einen Service-Betrieb oder den Eigentümer gesendet werden. Die vorstehenden Aktionen
können einzeln oder kumulativ vorgesehen sein bzw. veranlasst werden.
[0032] Das erste Flammensignal und/oder das zweite Flammensignal kann durch mehrere Sensoren
ermittelt werden. Durch einen Vergleich der ermittelten Signale kann beispielsweise
ein Sensorausfall detektiert werden, wobei das Heizgerät in Betrieb belassen werden
kann. Gleichfalls möglich erscheint eine Mittelwertbildung der erfassten Werte für
das erste und zweite Flammensignal.
[0033] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Heizgerät mit einem Regel- und Steuergerät
vorgeschlagen, eingerichtet zur Durchführung des hier vorgestellten Verfahrens. Das
Regel- und Steuergerät kann hierzu beispielsweise einen Prozessor aufweisen bzw. über
diesen verfügen. In diesem Zusammenhang kann der Prozessor beispielsweise das auf
einem Speicher (des Regel- und Steuergeräts) hinterlegte Verfahren ausführen. Insbesondere
kann auf einem Speicher des Regel- und Steuergerätes auch ein Referenzwert eines Verhältnisses
von dem ersten Strahlensignal zu dem zweiten Strahlensignal gespeichert sein, beispielsweise
in Form eines Kennfeldes unter Einbeziehung einer Leistung des Heizgerätes und/ oder
eines Lambdawertes des Heizgerätes.
[0034] Das Regel- und Steuergerät ist häufig Bestandteil eines Heizgerätes der Heizungsanlage.
Das Heizgerät ist insbesondere ein Gasheizgerät mit einem Gasbrenner und einer Fördereinrichtung,
die ein Gemisch aus Gas und Verbrennungsluft (brennfähiges Gemisch) zu einem Gasbrenner
fördern kann.
[0035] Das Heizgerät umfasst eine Flammenüberwachung (bzw. eine Flammenüberwachungseinrichtung)
sowie Mittel, die geeignet sind, die Schritte des hier beschriebenen erfindungsgemäßen
Verfahrens auszuführen. Die "Mittel" umfassen Sensoren zum Erfassen des ersten und/oder
zweiten Flammensignals, die Regel- und Steuereinheit, und insbesondere nen Datenspeicher,
Datenverbindungen, elektrische Verbindungen, einen Detektor zum Erfassen des Lambda-Wert
der Zusammensetzung des Gemisches aus Brennstoff und Luft, Schaltkreise des Heizgerätes
und/oder eine Nachrichtenversendeeinheit oder weiteres umfassen.
[0036] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Computerprogramm vorgeschlagen, umfassend
Befehle, die bewirken, dass das hier vorgestellte Heizgerät die hier beschriebenen
Verfahrensschritte gemäß der Erfindung ausführt. Nach einem weiteren Aspekt wird auch
ein maschinenlesbares Speichermedium vorgeschlagen, auf dem das Computerprogramm gespeichert
ist. Regelmäßig handelt es sich bei dem maschinenlesbaren Speichermedium um einen
computerlesbaren Datenträger.
[0037] Die im Zusammenhang mit dem Verfahren erörterten Details, Merkmale und vorteilhaften
Ausgestaltungen können entsprechend auch bei dem hier vorgeschlagenen Computerprogramm,
dem Speichermedium, und/ oder dem Heizgerät auftreten oder umgekehrt. Insofern wird
auf die dortigen Ausführungen zur näheren Charakterisierung der Merkmale vollumfänglich
Bezug genommen.
[0038] Hier werden somit ein Verfahren zur Verifikation einer Flammenüberwachung eines Heizgerätes,
ein Computerprogramm, und ein Heizgerät zur Durchführung des Verfahrens angegeben,
welche die mit Bezug auf den Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise
lösen. Insbesondere tragen das Verfahren, das Computerprogramm, und das Heizgerät
jeweils zumindest dazu bei, eine sichere und störungsfreie Flammenüberwachung eines
Heizgerätes zu gewährleisten. Zudem ist eine Umsetzung des Verfahrens ohne wesentliche
Veränderungen an einer Flammenüberwachung eines Heizgerätes und damit kostengünstig
und einfach möglich.
[0039] Vorsorglich sei angemerkt, dass die hier verwendeten Zahlwörter ("erste", "zweite",
...) vorrangig (nur) zur Unterscheidung von mehreren gleichartigen Gegenständen, Größen
oder Prozessen dienen, also insbesondere keine Abhängigkeit und/oder Reihenfolge dieser
Gegenstände, Größen oder Prozesse zueinander zwingend vorgeben. Sollte eine Abhängigkeit
und/oder Reihenfolge erforderlich sein, ist dies hier explizit angegeben oder es ergibt
sich offensichtlich für den Fachmann beim Studium der konkret beschriebenen Ausgestaltung.
Soweit ein Bauteil mehrfach vorkommen kann ("mindestens ein"), kann die Beschreibung
zu einem dieser Bauteile für alle oder ein Teil der Mehrzahl dieser Bauteile gleichermaßen
gelten, dies ist aber nicht zwingend.
[0040] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der beiliegenden
Figuren näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Erfindung durch die angeführten
Ausführungsbeispiele nicht beschränkt werden soll. Insbesondere ist es, soweit nicht
explizit anders dargestellt, auch möglich, Teilaspekte der in den Figuren erläuterten
Sachverhalte zu extrahieren und mit anderen Bestandteilen und Erkenntnissen aus der
vorliegenden Beschreibung zu kombinieren. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass
die Figuren und insbesondere die dargestellten Größenverhältnisse nur schematisch
sind. Es zeigen:
- Fig. 1:
- ein hier vorgeschlagenes Heizgerät, und
- Fig. 2:
- einen Ablauf eines hier vorgeschlagenen Verfahrens.
[0041] Fig. 1 zeigt beispielhaft und schematisch eine Heizungsanlage 0 mit einem hier vorgeschlagenen
Heizgerät 1. Das Heizgerät 1 kann einen Brenner 3 aufweisen, dem ein Gasgemisch (Gemisch
aus Brenngas, insbesondere Wasserstoff und Luft) über einen Gemischkanal 11 zugeführt
werden kann. Über ein Luftansaugrohr 4 kann Umgebungsluft angesaugt werden, dem über
ein Gaszuführungsrohr 8 Brenngas zugesetzt werden kann. Das Brenngas kann über ein
Gasventil 5, welches elektrisch mit einem Regel- und Steuergerät 7 verbunden sein
kann, eingeleitet und dosiert werden. Im Gemischkanal 11 kann eine Fördereinrichtung
2 angeordnet sein, die ein Gemisch aus Brenngas und Luft zu dem Brenner 3 fördern
kann. Die Fördereinrichtung 2 kann beispielsweise als Gebläse ausgeführt sein und
alternativ auch in Strömungsrichtung nach dem Brenner 3, im Abgaskanal einer Abgasanlage
9, angeordnet sein. Der Brenner 3 kann in einer Brennkammer 12 angeordnet sein, die
eine Zündeinrichtung 6 und eine Flammenüberwachungseinrichtung 10 aufweisen, kann.
Die Flammenüberwachungseinrichtung 10 kann einen Sensor zur Erfassung von Ultraviolett-Strahlung
und einen Sensor zur Erfassung von Infrarot-Strahlung umfassen. In vorteilhafter Weise
kann die Flammenüberwachungseinrichtung 10 außerhalb der Brennkammer 12 angeordnet
sein, um den verschleißfördernden Bedingungen in der Brennkammer 12 (Einfluss von
hohen Temperaturen und Verbrennungsprodukten) nicht ausgesetzt zu sein. Beispielsweise
kann die Flammenüberwachungseinrichtung hinter einer Brennertür angeordnet und durch
einen lichtdurchlässigen Bereich derselben in Richtung der Flamme ausgerichtet sein.
[0042] Fig. 2 zeigt beispielhaft und schematisch einen Ablauf eines hier vorgeschlagenen
Verfahrens. Das Verfahren dient einer Verifikation einer Flammenüberwachung eines
Heizgerätes 1. Für eine Durchführung des Verfahrens werden Signale von Sensoren der
Flammenüberwachungseinrichtung 10 herangezogen.
[0043] Gemäß einem Schritt a) eines hier vorgeschlagenen Verfahrens wird ein erstes Flammensignal
einer Ultraviolett-Strahlung einer Flamme des Heizgerätes 1 erfasst.
[0044] Gemäß einem, insbesondere zeitgleich oder parallel zu Schritt a), durchzuführenden
Schritt b) wird ein zweites Flammensignal einer Infrarotstrahlung des Heizgerätes
1 erfasst.
[0045] Insbesondere kann das erste Flammensignal durch einen Sensor zur Erfassung von Ultraviolett-Strahlung
und das zweite Flammensignal durch einen Sensor zur Erfassung von Infrarot-Strahlung
erfasst werden, wobei beide Sensoren Teil der Flammenüberwachungseinrichtung 10 sein
können.
[0046] Gemäß einem Schritt c) wird nun ein Verhältnis des in Schritt a) erfassten ersten
Flammensignals (Ultraviolett-Strahlung der Flamme) und des in Schritt b) erfassten
zweiten Flammensignals (Infrarot-Strahlung der Flamme) gebildet.
[0047] Gemäß einem Schritt d) erfolgt nunmehr ein Erkennen eines Fehlers der FlammenÜberwachung.
Beispielsweise kann hierfür ein Vergleich des in Schritt c) ermittelten Verhältnisses
mit einem Referenzwert des Verhältnisses erfolgen. Dabei versteht sich, dass der Referenzwertes
des Verhältnisses in der gleichen Dimension wie das in Schritt c) ermittelte Verhältnis
haben sollte. Wenn beispielsweise zur Ermittlung des Verhältnisses in Schritt c) eine
Division von Signal Ultraviolett-Strahlung geteilt durch Signal Infrarot-Strahlung
erfolgt ist, sollte der Referenzwert mit der gleichen Rechenoperation gegeben sein,
um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
[0048] In einen Vergleich eines in Schritt c) ermittelten Verhältnisses von erstem und zweitem
Flammensignal kann auch eine Toleranz einfließen, beispielsweise, dass eine Abweichung
von 10 % als zulässig erachtet wird und kein Fehler erkannt wird. Derartige geringe
Abweichungen können in Schwankungen der Brennstoffqualität, Alterungserscheinungen
der Sensorik oder anderen Bauteilen begründet sein.
[0049] Das Verfahren kann vorteilhaft permanent oder in kurzen zeitlichen Abständen, beispielsweise
jede Minute, ausgeführt werden. So liegen besonders vorteilhaft einem verfahrensdurchführenden
Regel- und Steuergerät 7 die einfließenden Signale, nämlich Signale der Flammenüberwachungseinrichtung
10 ohnehin vor, so dass eine permanente Verfahrensdurchführung problemlos und ohne
zusätzlichen Einsatz möglich erscheint.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 0
- Heizungsanlage
- 1
- Heizgerät
- 2
- Fördereinrichtung
- 3
- Brenner
- 4
- Luftansaugrohr
- 5
- Gasventil
- 6
- Zündeinrichtung
- 7
- Regel- und Steuergerät
- 8
- Gaszuführrohr
- 9
- Abgasanlage
- 10
- Flammenüberwachungseinrichtung
- 11
- Gemischkanal
- 12
- Brennkammer
1. Verfahren zur Verifikation einer Flammenüberwachung eines Heizgerätes (1) umfassend
zumindest die folgenden Schritte:
a) Erfassen eines ersten Flammensignals einer Ultraviolett-Strahlung einer Flamme
des Heizgerätes (1),
b) Erfassen eines zweiten Flammensignals einer Infrarot-Strahlung einer Flamme des
Heizgerätes (1),
c) Ermitteln eines Verhältnisses vom ersten Flammensignal und zweiten Flammensignal,
d) Erkennen eines Fehlers der Flammenüberwachung des Heizgerätes (1) anhand des in
Schritt c) ermittelten Verhältnisses.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Heizgerät zur Nutzung von Wasserstoff als Brennstoff
eingerichtet ist.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei im Rahmen des Erkennens eines
Fehlers in Schritt d) das in Schritt c) ermittelte Verhältnis vom ersten Flammensignal
und zweiten Flammensignal mit einem Referenzwert verglichen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei der Referenzwert in Abhängigkeit der Leistung des
Heizgerätes (1) ausgewählt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, wobei der Referenzwert in Abhängigkeit eines Lambda-Wertes
der Zusammensetzung des Gemisches aus Brennstoff und Luft ausgewählt wird und zusätzlich
ein Lambda-Wert der Zusammensetzung des Gemisches aus Brennstoff und Luft erfasst
wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei bei einem Erkennen eines Fehlers
in einem Schritt e) eine Abschaltung des Heizgerätes (1) erfolgen, eine erneute Inbetriebnahme
des Heizgerätes (1) und/oder eine Nachricht über ein Netzwerk ausgegeben wird.
7. Heizgerät (1), umfassend eine Flammenüberwachungseinrichtung (10) mit Sensoren zur
Erfassung eines ersten Flammensignals für Ultraviolett-Strahlung und eines zweiten
Flammensignals für Infrarot-Strahlung, und umfassend ein Regel- und Steuergerät (7),
wobei das Heizgerät dazu eingerichtet ist, die Schritte des Verfahrens nach Anspruch
1 auszuführen.
8. Computerprogramm, umfassend Befehle, die bewirken, dass das Heizgerät des Anspruchs
7 die Verfahrensschritte nach Anspruch 1 ausführt.
9. Maschinenlesbares Speichermedium auf dem das Computerprogramm nach Anspruch 8 gespeichert
ist.
1. Method for verifying a flame monitoring of a heating device (1) comprising at least
the following steps:
a) detecting a first flame signal of ultraviolet radiation of a flame of the heating
device (1),
b) detecting a second flame signal of infrared radiation of a flame of the heating
device (1),
c) determining a ratio of the first flame signal and second flame signal,
d) recognizing a fault in the flame monitoring of the heating device (1) on the basis
of the ratio determined in step c).
2. Method according to claim 1, wherein the heating device is configured to use hydrogen
as the fuel.
3. Method according to any one of the preceding claims, wherein as part of the detection
of an error in step d) the ratio determined in step c) of the first flame signal and
the second flame signal is compared with a reference value.
4. Method according to claim 3, wherein the reference value is selected as a function
of the power of the heating device (1).
5. Method according to claim 3 or 4, wherein the reference value is selected as a function
of a lambda value of the composition of the mixture of fuel and air and in addition
a lambda value of the composition of the mixture of fuel and air is detected.
6. Method according to any one of the preceding claims, wherein if an error is detected
in step e) the heating device (1) is switched off, the heating device (1) is restarted
and/or a message is output via a network.
7. Heating device (1), comprising a flame monitoring device (10) with sensors for detecting
a first flame signal for ultraviolet radiation and a second flame signal for infrared
radiation and comprising a regulating and control device (7), wherein the heating
device is configured to execute the steps of the method according to claim 1.
8. Computer program, comprising commands which cause the heat of claim 7 to execute the
method steps according to claim 1.
9. Machine-readable storage medium on which the computer program according to claim 8
is stored.
1. Procédé de vérification d'une surveillance de flamme d'un appareil de chauffage (1)
comprenant au moins les étapes suivantes :
a) la détection d'un premier signal de flamme d'un rayonnement ultraviolet d'une flamme
de l'appareil de chauffage (1),
b) la détection d'un second signal de flamme d'un rayonnement infrarouge d'une flamme
de l'appareil de chauffage (1),
c) la détermination d'un rapport entre le premier signal de flamme et le second signal
de flamme,
d) l'identification d'un défaut de la surveillance de flamme de l'appareil de chauffage
(1) à l'aide du rapport déterminé à l'étape c).
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel l'appareil de chauffage est configuré
pour l'utilisation d'hydrogène comme combustible.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel dans le
cadre de l'identification d'un défaut à l'étape d), le rapport déterminé à l'étape
c) entre le premier signal de flamme et le second signal de flamme est comparé à une
valeur de référence.
4. Procédé selon la revendication 3, dans lequel la valeur de référence est choisie en
fonction de la puissance de l'appareil de chauffage (1).
5. Procédé selon la revendication 3 ou 4, dans lequel la valeur de référence est choisie
en fonction d'une valeur Lambda de la composition du mélange de combustible et d'air
et en outre une valeur Lambda de la composition du mélange de combustible et d'air
est détectée.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel lors d'une
identification d'un défaut à l'étape e), une coupure de l'appareil de chauffage (1)
est effectuée, une nouvelle mise en service de l'appareil de chauffage (1) et/ou un
message est émis par le biais d'un réseau.
7. Appareil de chauffage (1) comprenant un dispositif de surveillance de flamme (10)
avec des capteurs pour détecter un premier signal de flamme pour un rayonnement ultraviolet
et un second signal de flamme pour un rayonnement infrarouge, et comprenant un appareil
de réglage et un appareil de commande (7), dans lequel l'appareil de chauffage est
configuré pour réaliser les étapes du procédé selon la revendication 1.
8. Produit de programme informatique comprenant des instructions qui entraînent la réalisation
des étapes du procédé selon la revendication 1 par l'appareil de chauffage selon la
revendication 7.
9. Support de stockage lisible par machine sur lequel le programme informatique selon
la revendication 8 est stocké.