[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Parametrieren einer Leuchte,
die ein kamerabasierte Sensorsystem aufweist, sowie eine entsprechende Leuchte, die
zum Ausführen des Verfahrens eingerichtet ist.
[0002] Zur automatischen Steuerung von Leuchten sind Sensorsysteme unverzichtbar. Neben
den Standardsystemen wie Radar, Ultraschall, Infrarotbewegungsmelder oder Infrarotkameras
werden vermehrt auch Standardkamerasysteme verwendet, um diese Aufgaben zu erfüllen.
Für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Systeme ist jedoch bei der Inbetriebnahme eine
Einrichtung der Systeme, insbesondere zur Festlegung der Erfassungsbereiche, unverzichtbar.
Diese Inbetriebnahme ist abhängig von den Kamerasystemen unter Unterständen sehr komplex.
[0003] Bei kamerabasierten Sensorsystemen findet in der Regel die Parametrierung der Leuchte
zentral auf einem Rechner statt. Dazu müssen Kamerabilder über eine entsprechende
Breitbandverbindung (z.B. Ethernet) von der Kamera zu einem zentralen Rechner geschickt
werden. Wird kein Kamerabild von der leuchtenseitig installierten Kamera zur Verfügung
gestellt, ist eine Inbetriebnahme zur Festlegung der Erfassungsbereiche der Sensoren
nur bedingt möglich. Hierzu werden häufig lediglich Festeinstellungen verwendet, wie
z.B. einen festen Erfassungsbereich in einer einzigen Zone. Daher sind diese geschlossenen
Systeme nur bedingt verwendbar und finden kaum Einsatzgebiete.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher ein Verfahren zum Installieren einer
Leuchte mit kamerabasiertem Sensorsystem bereitzustellen sowie eine entsprechende
Leuchte bereitzustellen, so dass es einem Benutzer ermöglicht ist, ohne besondere
Fachkenntnisse das Sensorsystem auf örtliche Gegebenheiten einzustellen.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch ein Verfahren nach Anspruch 1 sowie durch eine Leuchte
nach Anspruch 10.
[0006] Ein Vorteil des Verfahrens zum Parametrieren einer Leuchte gemäß der vorliegenden
Erfindung ist die Bereitstellung einer grafischen Benutzerschnittstelle (GUI), welche
eine geführte Inbetriebnahme der Leuchte durch den Nutzer mit Hilfe des kamerabasierten
Sensorsystems ermöglicht. Dazu wird der Benutzer aufgefordert, wenigstens zwei verschiedene
Zonen festzulegen, welche später beim Betrieb der Leuchte festlegen, welche Messungen,
insbesondere Lichtmessungen, innerhalb welcher Zonen durch das kamerabasierte Sensorsystem
zum Steuern der Leuchte vorzunehmen sind. Beispielsweise kann abhängig vom Installationsort
der Leuchte eine Erkennung von Personen oder Fahrzeugen in einem bestimmten Raumwinkelbereich
vorgenommen werden, um ein Ein- und Ausschalten oder Dimmen der Leuchte zu steuern.
Ferner kann zum Dimmen der Leuchte auch ein Helligkeitswert von z.B. sichtbarem Licht
nur aus einem bestimmten Detektionsbereich festgelegt werden, z.B. für einen zu beleuchtenden
Raumabschnitt. Dabei können andere nicht auszuleuchtende Bereiche bei der Lichtmessung
ignoriert werden. Dazu werden wenigstens zwei Zonen festgelegt, welche definieren,
wie das kamerabasierte Sensorsystem die Messungen, z.B. im Infrarotbereich oder für
sichtbares Licht, mit unterschiedlichen Sensibilitäten durchführt. Bei der geführten
Inbetriebnahme der Leuchte wird die Festlegung der wenigstens zwei Zonen mittels des
kamerabasierten System am Ort der Leuchte unterstützt. Beispielsweise kann der Benutzer
aufgefordert werden, die entsprechenden Bereiche abzuschreiten oder in sonstiger Weise
zu markieren, so dass das kamerabasierte Sensorsystem durch Aufnehmen der Positionen
der Markierungen oder der Person die Zonen festlegen kann. Ein besonderer Vorteil
besteht darin, dass die Bilddaten, welche bei der Festlegung der Zonen erhoben werden,
nicht extern übermittelt werden müssen. Daher ist das System auch für geschlossene
Leuchtensysteme geeignet, oder für Leuchtensysteme, die zwar möglicherweise über eine
Datenverbindung zu einem zentralen System verfügen, jedoch nicht in einer entsprechenden
Bandbreite, die es erlauben würde, vollständige Bilder des kamerabasierten Sensorsystems
zu übermitteln. Nach Festlegung der wenigstens zwei verschiedenen Zonen werden die
betreffenden Parameter gespeichert und dienen später beim Betrieb der Leuchte zur
Steuerung des kamerabasierten Sensorsystems. Einen solchen Vorgang nennt man auch
Parametrieren. Die Parameter können lokal in der Leuchte gespeichert werden oder außerhalb
der Leuchte z.B. an einem zentralen Ort zur Steuerung mehrerer gleichartiger Leuchte.
In letzterem Fall ist es jedoch lediglich notwendig, die betreffenden Parameter, z.B.
Raumkoordinaten, zu übermitteln. Dies kann mit einer wesentlich geringeren Bandbreite
erfolgen als die Übertragung eines vollständigen Kamerabildes. Die Benutzerschnittstelle
kann ferner auch dafür eingerichtet sein, weitere Parameter betreffend die Leuchtensteuerung
zur manuellen Eingabe durch den Benutzer abzufragen. Beispielsweise kann der Benutzer
durch ein menügeführtes Installationsprogramm dazu aufgefordert werden, die Leuchte
betreffenden Parameter, wie z.B. Beleuchtungsstärken, Ein- und Ausschaltzeiten etc.
manuell einzugeben. Für Leuchten, welche für eine flexible Lichtverteilung eingerichtet
sind, kann auch durch automatische Erfassung der betreffenden Zonen oder durch manuelle
Eingabe der betreffenden Parameter festgelegt werden, welche Raumwinkelbereiche von
der Leuchte ggf. zu unterschiedlichen Zeiten, wie stark ausgeleuchtet werden sollen.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden von der Leuchte keine Bildinformationen,
die durch das kamerabasierte Sensorsystem erfasst werden, in Systeme außerhalb der
Leuchte abgegeben. Solche sogenannten geschlossenen Systeme haben den Vorteil, dass
sie keine Verbindung zu einer zentralen Steuerung oder lediglich eine Verbindung mit
geringer Bandbreite zu einer zentralen Steuerung benötigen. Die Parametrierung einer
solchen Leuchte ist in herkömmlichen Systemen sehr aufwendig, weil die zur Parametrierung
der Leuchte notwendigen Bilddaten nicht zentral ausgewertet werden können. Durch das
erfindungsgemäße Verfahren ist es jedoch möglich, auch solche Leuchten durch einen
Benutzer ohne besondere Fachkenntnis insbesondere am Ort der Installation der Leuchte
selbst vorzunehmen.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform unterscheiden sich die wenigstens zwei verschiedenen
Zonen dadurch, dass in den Zonen Lichtmessungen mit unterschiedlicher Sensibilität
durch das Sensorsystem beim Betrieb der Leuchte vorgenommen werden. Es können auch
mehr als nur zwei Zonen, insbesondere bis zu sechs Zonen, festgelegt werden, die mit
unterschiedlichen Lichtmessungen beaufschlagt werden. Unter Lichtmessung ist hierin
eine Messung von sichtbarem Licht und/oder elektromagnetischer Strahlung in anderen
Frequenzbereichen, z.B. im Infrarotbereich, umfasst. Eine Zone kann auch einen Raumwinkelbereich
definieren, welcher von dem Kamerasystem vollständig nicht erfasst wird. Beispielsweise
könnte zum Steuern der Leuchte die Anwesenheit einer Person durch eine Infrarotdetektion
erfasst werden, wobei Personen nur in einem bestimmten Raumwinkelbereich erfasst werden.
Dadurch kann die Leuchte gezielt ein- und ausgeschaltet werden, um einen Bereich zu
beleuchten, in dem sich auch Personen aufhalten. Beispielsweise könnte von einer Straßenleuchte
eine Bushaltestelle beleuchtet werden, aber nur, wenn sich dort auch Personen aufhalten.
Ferner kann in Ausführungsformen auch vorgesehen sein, dass Lichtmessungen nur zur
Messung der Beleuchtungsstärke eines bestimmten Flächenbereichs erfasst werden. Die
betreffende Zone kann beispielsweise den Raumwinkelbereich eines zur beleuchtenden
Hinweisschildes erfassen. Die Lichtstärke der Leuchte kann entsprechend der gemessenen
Beleuchtungsstärke auf dem Hinweisschild automatisch eingestellt werden. Dazu ist
es von Vorteil, dass die betreffende Zone nur den Raumwinkelbereich des Hinweisschildes
umfasst, während andere Lichtquellen aus der Umgebung, die das Messergebnis verfälschen
würden, nicht detektiert werden. Die Anordnung des zu beleuchtenden Schildes gegenüber
der Leuchte ist jedoch bei der Produktion der Leuchte noch nicht festgelegt. Daher
ist in einer solchen Konfiguration die Parametrierung der Leuchte am Installationsort
unumgänglich, was durch die geführte Installation gemäß der vorliegenden Erfindung
jedoch einfach durchzuführen ist. Alternativ oder zusätzlich können die unterschiedlichen
Zonen auch einen Bereich umfassen, welcher zwar in dem maximalen theoretischen Erfassungsbereich
der Kamera liegt, in dem jedoch keine Erfassung (z.B. die Erfassung einer Person oder
eines Objekts) gewünscht ist, und wenigstens einen Bereich, in welchem eine solche
Erfassung erfolgt. Ferner können in dem Bereich, in welchem eine Erfassung erfolgt,
speziell auch ein Eintritts- und/oder Austrittsbereiche als Zone definiert sein, in
dem speziell eintretende oder austretende Personen oder Objekte erfasst werden.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird zum Festlegen der wenigstens zwei verschiedenen
Zonen ein Benutzer durch die GUI aufgefordert, die betreffenden Zonen durch Abschreiten
festzulegen. Das kamerabasierte Sensorsystem unterstützt die Festlegung der Zonen
dadurch, dass die Positionen der Person beim Abschreiten der betreffenden Zonen laufend
aufgenommen werden. Dadurch kann aus dem Blickwinkel des Sensorsystems selbst die
Zonen festgelegt werden und die entsprechenden Raumkoordinaten als Parameter gespeichert
werden. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass der Benutzer aufgefordert wird,
Markierungen in oder an den Rändern der betreffenden Zonen aufzustellen. Aus der Position
der Markierungen können ebenso die Raumkoordinaten der Zone erfasst werden, um diese
als Parameter zu speichern. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die verschiedenen
Zonen durch die Übermittlung einer GPS-Position der betreffenden Person, welche den
Erfassungsbereich nach Aufforderung abschreitet, festgelegt werden, indem die GPS-Positionen
an das kamerabasierte Sensorsystem übertragen werden. Dieses Verfahren setzt allerdings
voraus, dass der Benutzer ein GPS-fähiges Gerät mit sich führt, welches mit dem kamerabasierten
Sensorsystem verbunden ist. Allerdings kann das GPS-Gerät beispielsweise in einem
Smartdevice integriert sein, welches die GUI für den Benutzer bereitstellt. Ferner
kann auch vorgesehen sein, dass der Benutzer ein Smartdevice mit sich führt und die
GUI dem Benutzer beim Abschreiten der Zonen auffordert, an charakteristischen Positionen
innerhalb der Zone eine Eingabe vorzunehmen. Dadurch kann das kamerabasierte Sensorsystem
die Orte der Person genau an den für die Zone charakteristischen Positionen erfassen.
Beispielsweise kann die Person aufgefordert werden, einen Mittelpunkt einer kreisförmig
zu beleuchtenden Fläche festzulegen, in dem die Person durch die GUI aufgefordert
wird, zum Mittelpunkt der zu beleuchtenden Fläche zu gehen und dort ein Signal abzusenden.
In einem folgenden Schritt kann die Person auch noch aufgefordert werden, den Radius
der zu beleuchtenden Fläche festzulegen, indem sie aufgefordert wird, sich zum Rand
der zu beleuchtenden Zone zu begeben und dort eine weitere Eingabeaufforderung auf
der GUI vorzunehmen. Generell ist es möglich, kreisrunde, rechteckige oder quadratische
Detektionsflächen festzulegen, welche die zwei oder mehr verschiedenen Zonen für die
Parametrierung der Leuchte definieren.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Speichern von den die wenigstens
zwei verschiedenen Zonen betreffenden Parametern lokal in der Leuchte. Diese Ausführungsform
ist von Vorteil für vollständig geschlossene Systeme. Das heißt, die Leuchte benötigt
keine Schnittstelle zur Fernübertragung von Daten. Alternativ oder zusätzlich kann
auch vorgesehen sein, dass das Speichern von den die wenigstens zwei verschiedenen
Zonen betreffenden Parametern in einem Speicherort außerhalb der Leuchte erfolgt.
Insbesondere kann ein zentraler Speicher zur Steuerung von mehreren Leuchten verwendet
werden. Ferner erlaubt es dieses System auch, dass die Leuchte an einem Ort durch
das erfindungsgemäße Verfahren parametriert wird und die Daten anschließend zentral
verwendet werden, um noch weitere Leuchten mit gleichen Parametern zu parametrieren.
Diese Leuchten sind dazu bestimmt, in einer ähnlichen räumlichen Umgebung eingesetzt
zu werden. Beispielsweise kann mit dem Verfahren eine Leuchte an einem Straßenabschnitt
parametriert werden. Die gleichen Parameter können für weitere Straßenleuchten verwendet
werden, die an der gleichen oder ähnlichen Straße mit z.B. gleichem Straßenverlauf,
gleicher Straßenbreite etc. montiert werden.
[0011] Das Verfahren gemäß einer bevorzugten Ausführungsform kann daher optional den Schritt
umfassen: Abrufen der gespeicherten Parameter und Übertragen der Parameter an eine
weitere Leuchte mit kamerabasiertem Sensorsystem, um als Grundeinstellung für Messungen
des kamerabasierten Sensorsystems bei Betrieb der anderen Leuchte zu dienen. Das Abrufen
der Parameter erfolgt vorzugsweise von einem zentralen Speicher. Es wäre auch möglich,
die Daten von einem lokalen Speicher einer Leuchte abzurufen und über ein separates
Kommunikationssystem an andere Leuchten zu übertragen.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform verfügt das kamerabasierte Sensorsystem der
Leuchte über mehrere Linsen und/oder über ein manuell oder automatisch verstellbares
Linsensystem und die gespeicherten Parameter dienen zum Einstellen des Linsensystems.
In dieser Ausführungsform können über Linsen die Messbereiche des kamerabasierten
Sensorsystems entsprechend den gespeicherten Parametern für die wenigstens zwei verschiedenen
Zonen eingerichtet werden. Beispielsweise kann eine Blende verwendet werden, um eine
Zonen, aus der kein Licht detektiert werden soll, an den Sensor auszublenden. Eine
Linse kann dazu verwendet werden, um für eine Bilderfassung eine zu fokussierende
Bildebene festzulegen. Ferner können auch für Infrarotsensoren entsprechende dielektrische
Linsen verwendet werden, um den Erfassungsbereich des Infrarotsensors entsprechend
einzustellen. Vorzugsweise erfolgt die Einstellung des Linsensystems automatisch.
Es kann aber auch vorgesehen sein, dass ein Benutzer über die GUI aufgefordert wird,
entsprechende Linsen oder Blenden an dem kamerabasierten Sensorsystem manuell anzubringen,
nachdem die Parameter der verschiedenen Zonen erfasst wurden.
[0013] Gemäße einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die Parameter wenigstens eine oder
mehrere der folgenden Parameter: Einbauhöhe der Leuchte, Öffnungswinkel eines maximalen
Erfassungsbereichs des kamerabasierten Sensorsystems, eine maximale kreisrunde Detektionsfläche
des Sensorsystems, eine manuell festgelegte kreisrunde Detektionsfläche, eine maximale
rechteckige Detektionsfläche, eine manuell festgelegte rechteckige Detektionsfläche,
eine maximale quadratische Detektionsfläche und eine manuell festgelegte quadratische
Detektionsfläche. Insbesondere kann auch vorgesehen sein, mehrere Detektionsflächen
in Kombination festzulegen. Beispielsweise können für das kamerabasierte Sensorsystem
eine Mittelposition der betreffenden Detektionsfläche durch eine Projektion von dem
Sensorsystem auf den Boden bestimmt werden. Ferner kann automatisch der Radius bzw.
die Länge und die Breite des Erfassungsbereichs manuell abgefragt oder durch Positionsmessung
automatisch festgelegt werden. Innerhalb des maximalen Erfassungsbereichs kann dann
die Begrenzung eines Kreisrings oder einer Quadrat- oder Rechteckfläche als Detektionsfläche
für eine der Zonen festgelegt werden. Die Lichtmessung in den betreffenden Detektionsbereich
erfolgt dann durch das kamerabasierte Sensorsystem indem das Kamerabild nur innerhalb
der betreffenden Ränder des Detektionsbereichs ausgewertet wird.
[0014] Gemäße einer bevorzugten Ausführungsform wird die GUI auf einem Smartdevice bereitgestellt,
wobei das Smartdevice mit dem kamerabasierten Sensorsystem der Leuchte elektronisch
kommuniziert. Vorzugsweise besteht eine direkte Verbindung zwischen dem Smartdevice
und der Leuchte, z.B. durch eine Nahfeldkommunikation. Dieses System eignet sich besonders
für Leuchten, welche nicht mit einer breitbandigen Kommunikationsverbindung an einer
zentralen Steuereinrichtung angeschlossen sind. Alternativ kann das Smartdevice auch
über eine breitbandige Verbindung direkt oder indirekt mit der Leuchte kommunizieren.
Jedoch ist es auch in diesem Fall nicht erforderlich, dass die Leuchte dafür eingerichtet
ist, ein Bild des kamerabasierten Sensorsystems an eine Zentrale zu übermitteln, weil
die Festlegung der die Zonen betreffenden Parameter durch die GUI z.B. im Smartdevice
lokal erfolgen kann. Übertragen werden müssen nur die Parameter betreffend die festgelegten
Zonen, wodurch eine vollständige Bildübertragung vom kamerabasierten Sensorsystem
zur Festlegung der Zonen nicht erforderlich ist.
[0015] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsformen deutlich, die in Verbindung mit den beigefügten Figuren
gegeben werden. In den Figuren ist folgendes dargestellt:
- Figuren 1a-f
- zeigen Zonen eines Erfassungsbereichs eines kamerabasierten Sensorsystems mit symmetrischer
Erfassung.
- Figuren 2a-b
- zeigen Zonen eines Erfassungsbereichs eines kamerabasierten Sensorsystems mit asymmetrischer
Erfassung.
- Figur 3a-b
- zeigen Zonen eines Erfassungsbereichs eines kamerabasierten Sensorsystems, welche
manuell eingegeben wurden.
- Figur 4
- zeigt Zonen in Erfassungsbereichen eines kamerabasierten Sensorsystems mit mehreren
Kameras, wobei die Zonen manuell erfasst wurden.
[0016] Die hier beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung beziehen sich auf Leuchten
mit kamerabasierten Sensorsystemen und insbesondere auf solche Systeme, welche keine
Bildinformationen des kamerabasierten Sensorsystems nach außen außerhalb der Kamera
abgeben. Damit werden keine Leuchten mit spezifischen Bildinformationen nach außen
übertragen. In solchen Systemen kann eine bildgeführte Inbetriebnahme der Leuchte
zur Parametrierung des kamerabasierten Sensorsystems nicht vorgenommen werden, da
auf das Bild des Sensorsystems nicht zugegriffen werden kann. Die Inbetriebnahme der
Leuchte erfolgt in diesen Ausführungsformen durch eine Benutzerschnittstelle, welche
einen Benutzer zur Eingabe aller wichtiger Parameter zur Inbetriebnahme des Systems
auffordert.
[0017] Eine geführte Inbetriebnahme kann über eine Benutzerschnittstelle (GUI) auf einem
Anzeigegerät direkt an der Leuchte oder vorzugsweise auf einem mobilen Anzeigegerät,
beispielsweise einem Smart-Device, erfolgen, um auch einem Anwender ohne spezifische
Fachkenntnis in die Lage zu versetzen, die Anlage mit spezifischen Parametern für
das Sensorsystem zu realisieren. Über die Eingabeaufforderung der GUI kann schnell
und flexibel der gewünschte Erfassungsbereich und unterschiedliche Zonen, welche detektiert
werden sollen, festgelegt werden. Beispielsweise können Zonen unterschiedlicher Lichtmessung
eingestellt werden. Es können auch Zonen eingestellt werden, in denen überhaupt keine
Lichtmessung erfolgen soll. Hierzu wird der Anwender bezüglich jedem notwendigen Schritt
zur Inbetriebnahme der Leuchte über die GUI geführt. Dies betrifft die Festlegung
der Zonen, welche mit Hilfe des kamerabasierten Sensorsystems erfolgt sowie optional
auch durch die manuelle Eingabe von Parametern.
[0018] Die GUI kann dadurch vor Ort, vorzugsweise am Instationsort der Leuchte, eine manuell
geführte Anpassung der Sensoreinstellungen ermöglichen. Die geführte Anpassung wird
realisiert, indem die gewünschten Einstellungn für wenigstens zwei Zonen, in welchen
unterschiedliche Lichtmessungen durch das Sensorsystem vorgenommen werden sollen,
vorgenommen werden. Die GUI fordert den Benutzer auf, die Bereiche der Zone abzuschreiten
und durch Interaktion mit dem kamerabasierten Sensorsystem werden die Orte der Person
beim Abschreiten aufgezeichnet. Dadurch werden die Parameter der Zonen bestimmt. Ferner
kann der Benutzer auch aufgefordert werden, die Montagehöhe der Leuchte in Kombination
mit weiteren Parametern manuell einzugeben. Der Benutzer kann auch aufgefordert werden,
verschiedene Parameter an dem kamerabasierten Sensorsystem manuell oder automatisch
einzustellen. Diese Parameter dienen als Grundeinstellung für den weiteren Betrieb
der Leuchte nach erfolgter Parametrierung. Das kamerabasierte Sensorsystem ermöglicht
alle gängigen Erfassungscharakteristiken, wie z.B. kreisrunde, quadratische oder rechteckige
Flächen oder beliebige Freiflächen. Dadurch lassen sich mit dem Sensorsystem verschiedene
Anwendungen der Leuchte abdecken. Zusätzlich kann auch der Sensor getauscht werden,
wenn sich die Anforderungen an das kamerabasierte Sensorsystem ändern.
[0019] Ist die Festlegung der Zonen erfolgt, werden die entsprechenden Parameter zur Steuerung
des Sensorsystems abgelegt. Die Daten können zentral gespeichert werden, und bei der
Produktion der Sensoren für weitere Leuchten können die entsprechenden Parametersätze
aus der Datenbank abgerufen werden, um sie in die entsprechenden Leuchtensteuerungen
anderer Leuchten zu übertragen. Ferner können die Parametrierungsdaten auch lokal
in der Leuchte gespeichert werden, um lokal zur Steuerung des kamerabasierten Sensorsystems
beim Betrieb der Leuchte nach der Parametrierung zu dienen.
[0020] Die beigefügten Figuren stellen in verschiedenen Ausführungsformen unterschiedliche
Zonen für das kamerabasierten Sensorsystem dar. Gespeichert werden kann die Sensorposition
1 der Kamera als Projektion auf den zu beleuchtenden Boden. Ferner werden der Eintrittsbereich
2, der Erfassungsbereich 3, ein Bereich 4, in dem keine Erfassung gewünscht ist, eine
Sensorposition 5 einer zweiten Kamera als Projektion auf den Boden und eine Sensorposition
6 einer dritten Kamera als Projektion auf den Boden in den verschiedenen Ausführungsformen
definiert werden. Jeder der angegebenen Bereiche bildet eine Zone, in welchen das
kamerabasierte Sensorsystem unterschiedliche Messungen im Betrieb der Leuchte vornimmt.
Auch der Bereich 4, welcher zwar innerhalb eines maximal möglichen Erfassungsbereichs
der Kamera liegt, in welchem aber keine Erfassung gewünscht ist, stellt eine Zone
im Sinne der Erfindung dar, in welcher jedoch keine Messung erfolgt. Dieser Bereich
wird auch als "ausgefenstert" bezeichnet, worunter zu verstehen ist, dass der Bereich
zwar theoretisch von der Kamera erfasst werden könnte, aber absichtlich keine Messungen
in diesem Bereich aufgenommen werden.
[0021] Die Figuren 1a bis 1f stellen die verschiedenen Zonen dar, wobei die Zonen symmetrisch
ausgehend von der Position der Kamera festgelegt werden. In der Figur 1a werden der
Erfassungsbereich 3 und der Eintrittsbereich 2 symmetrisch um die Kameraposition festgelegt.
In der Figur 1b ist ferner ein symmetrischer Bereich 4 festgelegt, in dem keine Erfassung
erfolgt. Die Figuren 1c bis 1f zeigen entsprechende Ausführungsformen, wobei der Erfassungsbereich
3 durch eine rechteckige oder quadratische Fläche festgelegt sind.
[0022] Die Figuren 2a und 2b zeigen den Figuren 1b und 1d entsprechende Abbildungen, wobei
die Erfassungsbereiche 3 asymmetrisch zur Position der Kamera festgelegt sind.
[0023] Die Figuren 3a und 3b zeigen entsprechende Abbildungen der Zonen, wobei hier jeweils
zwei Erfassungsbereiche 3 (in Figur 3a überlagert und in Figur 3b nebeneinander) festgelegt
sind.
[0024] Die Ausführungsform gemäß Figur 4 bezieht sich auf ein kamerabasiertes Sensorsystem
mit insgesamt drei verschiedenen Kameras, deren Projektionsort auf den zu beleuchtenden
Boden an den Stellen 1, 5 bzw. 6 dargestellt ist. Für jede der drei Kameras werden
individuell Eintrittsbereiche 2, Erfassungsbereiche 3 sowie Bereiche 4, in denen keine
Erfassung gewünscht ist, festgelegt. Die drei äußeren Kreise in der Figur 4 stellen
jeweils den maximalen möglichen Erfassungsbereich der Kameras dar, in welchem Objekte
von der Kamera erkannt werden könnten. Der Bereich 4 ist jedoch eine Zone innerhalb
der maximalen Kamerafassung, in welcher Objekte nicht berücksichtigt werden. Dieser
Bereich wird auch als "ausgefenstert" bezeichnet. Die übrigen maximalen Erfassungsbereiche
der Kameras sind jeweils in Zonen Z1, ..., Z5 einschließlich einem Eintritts- und
Austrittsbereich 2 aufgeteilt.
[0025] Für die Kamera 1 (K1) wird als Beispiel eine T-Struktur verwendet. Diese Struktur
umfasst in diesem Fall fünf Zonen Z1 bis Z5. Für die Kamera 2 wird in dem gezeigten
Beispiel eine Korridor-Struktur verwendet, welche drei einzelnen Zonen Z1, Z2 und
Z3 umfasst. Für die Kamera 3 wird in dem dargestellten Beispiel wiederum eine Korridor-Struktur
verwendet, welche zwei Zonen Z1 und Z2 umfasst. In der Figur 4 sind mit K1, K2 und
K3 in den Zonen Z1 bis Z5 jeweils die Kameras 1, 2 bzw. 3 angegeben, welche die entsprechenden
Zone Z1 bis Z5 erfassen.
[0026] Die Festlegung der unterschiedlichen Zonen, wie an den vorhergehenden Beispielen
beschrieben, wird über die GUI von dem Benutzer festgelegt. Hierbei kann über die
GUI eine Verbindung zu der einen oder der mehreren Kameras hergestellt werden. Beispielsweise
wird beim manuellen Abschreiben des gesamten Erfassungsbereichs an jedem Wegpunkt
ein Wert gesetzt. Dies kann erfolgen, indem der Benutzer an der GUI einen entsprechenden
Befehl absetzt. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass der Benutzer von der GUI
aufgefordert wird, die für die Zonen charakteristischen Positionen einzunehmen und
dort für einen definierten Zeitraum zu verweilen. Durch diese Verfahren können beispielsweise
bis zu sechs Zonen definiert werden. Insbesondere können auch für verschiedene Kameras
unterschiedliche Zonen festgelegt werden, wie in dem Beispiel gemäß Figur 3 dargestellt.
[0027] Dadurch wird über die GUI ein einfaches Planungstool zur Verfügung gestellt, welches
die Möglichkeit schafft, die Kamerasensoren flexibel für jede ortsspezifische Anwendung
einzurichten. Bei der manuellen Parametrierung können einzelne Parameter, wie z.B.
die Längen der eine Zone begrenzenden Ränder eines Detektionsbereichs oder den Radius
eines runden Detektionsbereich, manuell an der GUI festgelegt werden. In diesen Ausführungsformen
wird vorzugsweise der betreffende Mittelpunkt des Detektionsbereichs, welcher später
die Zone definiert, durch die Position einer Person über das kamerabasierte Sensorsystem
festgelegt.
[0028] Die so durch manuelle Abfrage und durch automatisches Erfassen festgelegten Daten
werden in einen lokalen und optional auch noch in einem zentralen Speicher gespeichert.
[0029] Durch die Verwendung der geführten Inbetriebnahme über die GUI ist ein tieferes technisches
Verständnis der Funktionsweise des Sensors nicht notwendig. Daher kann die Installation
der Leuchte durch einen Benutzer erfolgen, welcher über keine vertieften technischen
Kenntnisse erfolgt. Neben der Möglichkeit der Festlegung der Zonen können während
der über die GUI geführten Installationen auch noch weitere Punkte abgefragt werden,
wie z.B. ob ein Lichtwert für die Steuerung der Leuchte berücksichtigt werden soll
oder ob es in dem betreffenden Raum Störquellen gibt, welche eine Lichtmessung möglicherweise
verfälschen.
[0030] Diese erfassten Parameter können auf einer Datenbank abgelegt werden und können daher
nach Bedarf auch zur Installation weiterer Leuchten über ein Planungsprogramm abgerufen
werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0031]
- 1
- Sensorposition Kamera 1
- 2
- Eintritts- oder Austrittsbereich
- 3
- Erfassungsbereich
- 4
- Bereich, in dem keine Erfassung gewünscht ist
- 5
- Sensorposition Kamera 2
- 6
- Sensorposition Kamera 3
- Z1-Z5
- Erfassungszonen
- K1-K3
- Kameras
1. Verfahren zum Parametrieren einer Leuchte, die ein kamerabasiertes Sensorsystem aufweist,
wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
Bereitstellen einer grafischen Benutzerschnittstelle, GUI, welche einen Benutzer auffordert,
wenigstens zwei verschiedene Zonen (2, 3, 4, Z1, Z2, Z3, Z4, Z5), in welchen beim
Betrieb der Leuchte das kamerabasierte Sensorsystem unterschiedliche Messungen vornimmt,
festzulegen,
wobei die Festlegung der wenigstens zwei unterschiedlichen Zonen (2, 3, 4, Z1, Z2,
Z3, Z4, Z5) durch das kamerabasierte Sensorsystem am Ort der Leuchte unterstützt wird,
und
Speichern von wenigstens die zwei verschiedenen Zonen (2, 3, 4, Z1, Z2, Z3, Z4, Z5)
betreffenden Parametern, welche als Grundeinstellung für Messungen des kamerabasierten
Sensorsystems beim Betrieb der Leuchte dienen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Leuchte keine Bildinformationen, die durch das
kamerabasierte Sensorsystem erfasst werden, in Systeme außerhalb der Leuchte abgibt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die wenigstens zwei verschiedenen
Zonen (2, 3, 4, Z1, Z2, Z3, Z4, Z5) sich dadurch unterscheiden, dass in den Zonen
(Z1, Z2, Z3, Z4, Z5) Lichtmessungen mit unterschiedlicher Sensitivität durch das Sensorsystem
beim Betrieb der Leuchte vorgenommen werden, und/oder die unterschiedlichen Zonen
einen Bereich (4) umfassen, in dem keine Erfassung gewünscht ist, und wenigstens einen
Bereich (3), in dem eine Erfassung erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zum Festlegen der wenigstens
zwei verschiedenen Zonen (2, 3, 4, Z1, Z2, Z3, Z4, Z5) ein Benutzer durch die GUI
aufgefordert wird, die betreffenden Zonen (2, 3, 4, Z1, Z2, Z3, Z4, Z5) durch Abschreiten
oder durch das Anbringen von Markern in einem Erfassungsbereich des kamerabasierten
Sendesystems festzulegen und das kamerabasierte Sensorsystem an Positionen einer abschreitenden
Person oder Position der Marker erfasst, um daraus die wenigstens zwei Zonen (2, 3,
4, Z1, Z2, Z3, Z4, Z5) festzulegen.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Speichern von den wenigstens
die zwei verschiedenen Zonen (2, 3, 4, Z1, Z2, Z3, Z4, Z5) betreffenden Parametern
in einem Speicher lokal in der Leuchte und/oder an einem zentralen Ort außerhalb der
Leuchte erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahren ferner den
Schritt umfasst:
Abrufen der gespeicherten Parameter und Übertragen der Parameter an eine weitere Leuchte
mit kamerabasiertem Sensorsystem, um als Grundeinstellung für Messungen des kamerabasierten
Sensorsystems bei Betrieb der anderen Leuchte zu dienen.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das kamerabasierte Sensorsystem
der Leuchte über mehrere Linsen und/oder über ein manuell oder automatisch verstellbares
Linsensystem verfügt und die gespeicherten Parameter zum Einstellen des Linsensystems
dienen.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Parameter wenigstens
einen oder mehrere der folgenden Parameter aufweist: Einbauhöhe der Leuchte, Öffnungswinkel
eines maximalen Erfassungsbereichs des kamerabasierten Sensorsystems, eine maximale
kreisrunde Detektionsfläche des Sensorsystems, eine manuell festgelegte kreisrunde
Detektionsfläche, eine maximale rechteckige Detektionsfläche, eine manuell festgelegte
rechteckige Detektionsfläche, eine maximale quadratische Detektionsfläche und eine
manuell festgelegte quadratische Detektionsfläche.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die GUI auf einem Smartdevice
bereitgestellt wird, welches mit dem kamerabasierten Sensorsystem der Leuchte, vorzugsweise
direkt, elektronisch kommuniziert.
10. Leuchte in Verbindung mit einer Anzeigevorrichtung zur Anzeige einer grafischen Benutzerschnittstelle,
wobei die Leuchte und die Anzeigevorrichtung dazu eingerichtet sind, ein Verfahren
nach einem der Ansprüche 1 bis 9 durchzuführen.