[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Hygienespülvorrichtung zum gesteuerten Spülen
einer Wasserleitung zur Vermeidung einer Stagnation von Wasser darin.
[0002] Vor allem beim Einsatz in Hotels oder Alten- und Pflegeheimen, aber auch sonst, wird
auf die Gewährleistung einer regelmäßigen Durchspülung von Wasserleitungen gelegt,
wozu sogenannte Hygienespüleinrichtungen vorgesehen werden. Diese können zum Beispiel
abhängig von der Einhaltung bestimmter Höchsttemperaturen bei Kaltwasserleitungen
oder Mindesttemperaturen bei Warmwasserleitungen in Fällen längerer Stagnation des
Wassers eine durch Temperatursensoren ausgelöste Durchspülung durch eine zu diesem
Zweck herbeigeführte Entnahme von Wasser durchführen. Außerdem kommen natürlich Zeitsteuerungen
oder Kombinationen zwischen Zeit- und Temperatursteuerungen in Betracht.
[0003] In einzelnen Fällen wurden auch bereits WC-Spülungen für solche Wasserentnahmen vorgesehen.
Hierzu kann mit einer elektronischen Auslösung der Spülung unabhängig von einer Benutzereinwirkung
ein Spülvorgang ausgelöst werden und damit die Spülkasten-Nachfüllmenge einer Kaltwasserleitung
entnommen werden. Es gibt auch Vorschläge zur Einbeziehung einer Warmwasserleitung.
Beispielhaft wird verwiesen auf die
WO 2018/145878 A1.
[0004] Ein wesentlicher Vorteil in der Kombination mit einer WC-Spülung wurde in der einfachen
Abführung des bei der Hygienespülung anfallenden Wassers durch die WC-Schüssel gesehen,
die ohnehin schon durch einen Geruchsverschluss an das Abwasserleitungsnetz angeschlossen
ist.
[0005] Auf dieser Grundlage liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Hygienespülvorrichtung
anzugeben. Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Hygienespülvorrichtung nach Anspruch
1 oder 2.
[0006] Die Erfindung sieht eine Kombination mit einem WC-Montagegestell zum Halten eines
WC und/oder einem Spülkasten zum Spülen eines WC vor. Die Hygienespülvorrichtung soll
dabei aber im Unterschied zum Stand der Technik einen von dem WC unabhängigen Geruchsverschluss
mit eigenem Anschluss an die Abwasserleitung aufweisen, also gerade nicht durch die
WC-Schüssel entwässern. Begrifflich gehören im Folgenden das WC-Montagegestell bzw.
der Spülkasten zu der erfindungsgemäßen Hygienespülvorrichtung hinzu.
[0007] Erstens ist durch die beschriebenen Kombinationen in der praktischen Anwendung in
einfacher Weise eine gute Zugänglichkeit der Hygienespülvorrichtung einzurichten,
weil bei einem WC-Montagegestell und einem Spülkasten ohnehin eine Zugänglichkeit
zu gewährleisten ist, typischerweise in Form einer sogenannten Revisionsöffnung. Beim
Verbauen eines WC-Montagegestells (auch schon vor der Montage des WC daran) muss zum
Beispiel durch eine solche Revisionsöffnung die Zugänglichkeit zum Zweck einer späteren
Revision oder eines Austauschs einer bei einem WC notwendigerweise vorhandenen Spüleinrichtung
gewährleistet werden. Die Spüleinrichtung kann dabei natürlich ein Spülkasten sein,
aber beispielsweise auch ein einfaches Spülventil.
[0008] In gleicher Weise ist bei einem WC-Spülkasten eine solche Zugänglichkeit zu gewährleisten
oder bei den eher seltenen Fällen einer Montage außerhalb einer Wand oder Vorwand
ohnehin gegeben. In beiden Fällen sorgt jedenfalls die notwendige Zugänglichkeit der
Spüleinrichtung des WC dafür, dass die Zugänglichkeit der Hygienespülvorrichtung infolge
der erfindungsgemäßen Kombination besonders leicht einzurichten oder zu gewährleisten
ist.
[0009] Die Zugänglichkeit zu Revisionszwecken betrifft mindestens das Hygienespülventil
und den Geruchsverschluss, also sozusagen die hydraulischen Bestandteile, vorzugsweise
aber außerdem auch die Steuerung.
[0010] Die Kombination sieht mindestens vor, dass die übrigen Bestandteile der Hygienespülvorrichtung
mechanisch mit dem WC-Montagegestell und/oder dem Spülkasten kombiniert sind, also
davon gehalten bzw. daran montiert sind, worauf noch näher eingegangen wird. Die Hygienespülvorrichtung
weist im Übrigen ein Hygienespülventil für die entsprechenden Spülvorgänge sowie eine
Steuerung auf, mit der dieses Hygienespülventil angesteuert werden kann, daneben natürlich
den bereits erwähnten eigenen Geruchsverschluss zum Anschluss an die Abwasserleitung.
[0011] Die separate Ausführung des Geruchsverschlusses und des Anschlusses an die Abwasserleitung
vermeidet zweitens Probleme und Nachteile, die durch die im Stand der Technik bereits
vorhandene Kombination mit einem WC aufgetreten sind. Dies betrifft insbesondere eine
Beeinträchtigung der WC-Schüssel durch Kalkspuren oder andere Rückstände infolge der
Hygienespülvorgänge. Es kommt nämlich im Stand der Technik durch die Hygienespülvorrichtung
zu einer größeren Zahl von Wasserdurchleitungsvorgängen in der Schüssel. Dies betrifft
insbesondere Zeiten der Abwesenheit von Benutzern, zum Beispiel bei nur gelegentlich
genutzten Wohnungen, Häusern oder Zimmern, etwa in Ferienhäusern, Hotels etc., aber
auch die Abwesenheit von Nutzern infolge Reisen.
[0012] Hinzu kommt die grundsätzliche Möglichkeit einer Verstopfung des WCs, die, wenn nicht
erkannt wegen längerer Abwesenheit der Benutzer, bei regelmäßigen Hygienespülvorgängen
zu einer Überschwemmung führen können.
[0013] Drittens können die Hygienespülvorgänge außerdem gerade infolge der Durchleitung
des Wassers durch die WC-Schüssel (und möglicherweise auch durch Nutzung einer Überlaufeinrichtung
eines Spülkastens etc.) vergleichsweise geräuschvoll sein und Bewohner des betroffenen
Zimmers / der betroffenen Wohnung oder in der unmittelbaren Nachbarschaft irritieren
oder stören.
[0014] Natürlich sind die beiden bisher beschriebenen Aspekte der Erfindung, nämlich die
Kombination mit dem Montagegestell einerseits und dem Spülkasten andererseits, in
vielen praktischen Fällen kombiniert, nämlich wenn in dem Montagegestell ein Spülkasten
montiert wird oder vormontiert ist. Dann kann die Hygienespülvorrichtung mit beiden
kombiniert sein bzw. beide aufweisen und die weiteren Bestandteile können zum Beispiel
über den Spülkasten von dem Montagegestell gehalten sein.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind das Hygienespülventil und der Geruchsverschluss
und vorzugsweise alle Bestandteile der Hygienespülvorrichtung (außer dem Montagegestell
und Spülkasten) an ein mit dem Spülkasten einstückig ausgeführten Gehäuse montiert
und über dieses an dem Montagegestell gehalten. Dabei kann das Gehäuse gewissermaßen
ein Anbau oder eine Fortsetzung des Spülkastens über dessen Funktion als Spülkasten
hinaus sein. Hierzu wird auf das zweite Ausführungsbeispiel verwiesen.
[0016] Es können aber auch Teile der Hygienespülvorrichtung in dem Spülkasten angeordnet
sein. Hinsichtlich des Geruchsverschluss könnte dies zum Beispiel für ein bei Füllung
des Spülkastens ganz oder teilweise unter dem Wasserspiegel liegendes Volumen gelten,
hinsichtlich des Spülventils und der Steuerung vorzugsweise für ein höher gelegenes
Volumen über dem Wasserspiegel.
[0017] Natürlich kann aber der Spülkasten auch von außen dazu genutzt werden, den Geruchsverschluss,
die Steuerung und möglicherweise weitere Teile der Hygienespülvorrichtung daran zu
montieren. Das gilt insbesondere auch hinsichtlich einer Vormontage noch vor der Anbringung
des Spülkastens in dem Montagegestell.
[0018] Vorzugsweise sind nämlich die beschriebenen Bestandteile an dem Montagegestell bzw.
dem Spülkasten bereits vormontiert, sodass die erfindungsgemäße Hygienespülvorrichtung
nicht erst auf der Baustelle bzw. am Einsatzort vollständig zusammengebaut wird.
[0019] Insbesondere können die weiteren Teile neben dem Spülkasten angeordnet sein, vorzugsweise
in Blickrichtung auf die Wand, in der die Bauteile letztlich montiert sind, seitlich
neben dem Spülkasten (statt davor, dahinter, darüber und darunter). Das gilt natürlich
auch für eine Montage dieser Bauteile an dem Montagegestell direkt.
[0020] Die Hygienespülvorrichtung kann einen Durchflusssensor aufweisen, um während eines
Hygienespülvorgangs das Wasser quantitativ zu messen und damit eine ausreichende,
aber auch nicht übertriebene Spülung zu gewährleisten. Vorzugsweise ist ein solcher
Durchflusssensor zusammen mit dem Hygienespülventil mit einem Leitungsrohrstück kombiniert
als integriertes Bauteil ausgeführt. Das Ausführungsbeispiel zeigt eine solche Lösung.
Außerdem kann ein solches integriertes Bauteil unmittelbar mit einem Gehäuse der Steuerung
verbunden sein und damit ein Modul bilden.
[0021] Im Übrigen kann die Erfindung grundsätzlich für eine Wasserleitung oder auch für
zwei Wasserleitungen (Warm- und Kaltwasser) vorgesehen sein. Die Ausführungsbeispiele
zeigen die Realisierung für zwei Wasserleitungen, lassen sich aber auch leicht für
nur eine der beiden vorstellen.
[0022] Im Folgenden wird die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele näher erläutert.
Diese sind in den Figuren näher dargestellt.
[0023] Im Einzelnen zeigen
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Hygienespülvorrichtung mit einem Spülkasten, wobei dieser teilweise
ohne Vorderwand dargestellt ist, um einen Einblick zu ermöglichen;
- Figur 2
- einen Teil der Elemente aus Figur 1 zur Veranschaulichung;
- Figur 3a, b, c
- die Hygienespülvorrichtung aus Figur 1 kombiniert mit einem Montagegestell, jedoch
mit vollständiger Vorderwand des Spülkastens, und zwar jeweils von schräg hinten links,
schräg vorne links bzw. schräg vorne rechts;
- Figur 4a, b, c
- eine weitere erfindungsgemäße Hygienespülvorrichtung als zweites Ausführungsbeispiel,
und zwar in Figur 4c analog zu Figur 1, nämlich perspektivisch von vorne rechts, in
Figur 4b in Aufrissdarstellung, aber mit Weglassung eines Teils der vorderen Spülkastenwand
oben links analog Figur 1 und Figur 4c, und in Figur 4a analog Figur 4b, jedoch mit
vollständiger Spülkastenvorderwand;
- Figur 5
- einen Teil der Elemente aus Figur 4c zur Veranschaulichung;
- Figur 6a, b
- die Hygienespülvorrichtung aus Figur 4 kombiniert mit einem Montagegestell, und zwar
in Figur 4a in Aufrissdarstellung und in Figur 4b perspektivisch von schräg vorne
rechts.
[0024] In Figur 1 erkennt man einen an sich im Wesentlichen konventionellen Unterputz-Einbauspülkasten
1, dessen Inneres in ein Spülwasserrohr 2 mit einem unterseitigen Bogen 3 zum Anschluss
an den Spülwasseranschluss eines WCs mündet. In seinem oberen mittigen Vorderwandbereich
weist der Spülkasten 1 eine Revisionsöffnung 4 auf, an die sich in Figur 1 links und
links unten ein Bereich anschließt, in dem die Vorderwand nur zur Illustration und
zeichnerisch weggelassen ist, aber zum Beispiel in Figur 3b vollständig zu sehen ist.
[0025] In diesem Bereich erkennt man zunächst zwei vertikal verlaufende Wasserleitungsstücke
5 und 6, nämlich ein vorderes Warmwasserleitungsstück 5 und ein hinteres Kaltwasserleitungsstück
6, die oben und außerhalb des Spülkastens 1 über jeweilige Fittinge an entsprechende
Wasserleitungen angeschlossen werden können. In ihrem oberen Bereich, jedoch innerhalb
des Spülkastens 1, enthalten die Wasserleitungsstücke 5 und 6, jeweils ein Absperrventil
7 bzw. 8 in Form eines Kugelhahnventils, wobei das Kaltwasserleitungsstück 6, darunter
einen nach vorne weisenden Füllventilanschluss 9 aufweist. Dieser wird in an sich
bekannter Weise zum Anschluss eines von der Spülkastenmechanik betätigbaren Füllventils
genutzt.
[0026] Wiederum unterhalb (also stromabwärts) davon zeigen die beiden Leitungsstücke 5 und
6 jeweils einen Durchflusssensor 10 bzw. 11 und darunter jeweils ein bistabiles Magnetventil
12 bzw. 13. Die Magnetventile 12 und 13 sind über elektrische Steuerleitungen ansteuerbar
von einer hier nicht gezeichneten Steuerung. Daher sind die Steuerleitungen mit den
Bezugszeichen 14 und 15 lediglich nach rechts gerade weitergeführt eingezeichnet.
Tatsächlich kann die Steuerung zum Beispiel in Figur 1 links von den Durchflusssensoren
10 und 11 und den Magnetventilen 12 und 13, aber innerhalb des Spülkastens 1, in dem
verbleibenden Hohlraum vormontiert sein, wozu sie entsprechend wassergeschützt gekapselt,
an eine elektrische Versorgung anschließbar und neben den Ansteuerleitungen 14 und
15 auch mit Signalleitungen (nicht eingezeichnet) der Durchflusssensoren verbunden
oder verbindbar ist.
[0027] Alternativ könnte die Steuerung auch in oder vor der Revisionsöffnung 4 angeordnet
sein, etwa als Teil einer Betätigungsplatte 5.
[0028] Die Leitungsstücke 5 und 6 sind zusammen mit dem jeweiligen Durchflusssensor 10 bzw.
11 und Magnetventil 12 bzw. 13 jeweils ein vorgefertigt integriertes Baumodul. Die
beiden Module können zudem mit der Steuerung vormontiert sein, bevor sie in dem Spülkasten
vormontiert oder eingebaut werden.
[0029] Unterhalb der beiden Magnetventile 12 und 13 folgt eine in den Figuren gut sichtbare
freie Fallstrecke als Systemtrenneinrichtung, die jedenfalls in Europa aus Trinkwasserschutzgründen
vorgeschrieben ist. Das Wasser fällt in einen Becher 16 eines Tauchsiphons 17. Generell
kann hier irgendeine Form von Geruchsverschluss Verwendung finden, beispielsweise
ein Duckbill-Siphon, ein Membranverschluss oder ein Rohrbogen-Siphon. Wichtig ist,
dass es sich bei dem Geruchsverschluss innerhalb des Bechers 16 um einen eigenen Geruchsverschluss
17 für die Hygienespülvorrichtung und unabhängig von demjenigen des WCs handelt. Der
Spülkasten dient gleichzeitig als Überlauf für den Becher 16.
[0030] Natürlich kann um die freie Fallstrecke zwischen den Magnetventilen 12 und 13 und
dem Becher 16 ein Spritzschutz o. ä. vorgesehen sein, was aber nicht unbedingt nötig
ist und im vorliegenden Fall zur Verdeutlichung nicht eingezeichnet ist. Außerdem
erkennt man in Figur 1, dass die Oberkante des Bechers 16 knapp unter der Unterkante
der Revisionsöffnung 4 liegt und damit abgesehen von dem Eigenvolumen des Bechers
16 der Nutzinhalt des Spülkastens 1 nicht weiter eingeschränkt oder behindert wird.
[0031] Das in dem Becher 16 aufgefangene Wasser wird dann über den Geruchsverschluss weiter
links abgeführt, läuft also in das links außerhalb des Spülkastens eingezeichnete
Fallrohr 18 ab.
[0032] Dieses Fallrohr 18 wird an das Abwassersystem angeschlossen, wie anhand des zweiten
Ausführungsbeispiels noch erläutert werden wird.
[0033] In den Figuren 3a bis c ist die Hygienespülvorrichtung aus den Figuren 1 und 2 mit
einem Montagegestell 19 konventioneller Bauart kombiniert, wobei man auch insoweit
insgesamt von einer erfindungsgemäßen Hygienespülvorrichtung (mit Spülkasten und Montagegestell)
sprechen kann. Insbesondere sind die Teile der Hygienespülvorrichtung, wie die Figuren
1 und 2 zeigen, zunächst an dem Spülkasten montiert, nämlich dessen oberer und linker
seitlicher Rand, und nur mittelbar über die Befestigung des Spülkastens an dem Montagegestell
an letzterem. Das könnte man sich grundsätzlich aber auch umgekehrt vorstellen.
[0034] Jedenfalls läuft bei diesem Ausführungsbeispiel das bereits erwähnte Abwasserfallrohr
18 hinter einer Vertikalstrebe des Montagegestells 19 nach unten, wobei in den Figuren
3a bis c der Anschluss an die Abwasserleitung nicht mehr dargestellt ist. Man erkennt
lediglich, wie der untere Bogen 3 des Spülwasserrohres 2 in einem quer verlaufenden
Trägerblech 20 des Montagegestells gehalten ist, wie an sich vorbekannt und konventionell.
[0035] Im Übrigen erkennt man insbesondere in Figur 3c, dass die an sich ebenfalls konventionelle
Revisionsöffnung 4 des Spülkastens 1 einen Zugang zu den anhand Figur 1 erläuterten
Teilen der Hygienespülvorrichtung bietet, und zwar einschließlich des Geruchsverschlusses
17. Insbesondere letzterer, aber auch die davon stromaufwärtigen Teile, können Anlass
zu einer Revision oder Reinigung bieten. Diese Zugangsmöglichkeit eröffnet sich erfindungsgemäß
ohne zusätzliche Maßnahmen, einfach durch eine erfindungsgemäße Kombination mit einem
Spülkasten und/oder Montagegestell. Bei diesem Ausführungsbeispiel gilt das für eine
Montage aller weiteren Bestandteile (mit Ausnahme des Fallrohrs 18) innerhalb des
Spülkastens.
[0036] Das zweite Ausführungsbeispiel zeigt eine Variante, bei der der Geruchsverschluss,
nunmehr mit 21 bezeichnet, außerhalb des Spülkastens angeordnet ist.
[0037] Die beiden Magnetventile bilden damit Hygienespülventile und sind jeweils mit einem
Durchflusssensor in einem Leitungsrohrstück angeordnet. Konkret sind sie damit integriert
ausgeführt, bilden also ein einheitliches Bauteil, das an die bereits erwähnten oberseitigen
Fittinge angeschlossen und über den Becher 16 anzuordnen ist. An diesem Bauteil kann
ebenfalls die nicht eingezeichnete Steuerung angebracht werden, wie bereits erwähnt.
[0038] Im vorliegenden Fall werden sowohl die Kaltwasserleitung als auch die Warmwasserleitung
von der Hygienespülvorrichtung erfasst und es wird insoweit eine Wasserstagnation
in beiden Leitungssystemen entgegengewirkt. Natürlich ändert sich an dem Ausführungsbeispiel
qualitativ wenig, wenn nur eine der beiden Leitungen von der Hygienespülvorrichtung
erfasst wird.
[0039] Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel gelten ansonsten die gleichen Anmerkungen und
Zusammenhänge wie beim ersten Ausführungsbeispiel, weswegen analoge Bezugszeichen,
jedoch um die Zahl 20 erhöht, Verwendung finden.
[0040] Die Figuren 4a bis c und 6 zeigen, dass der Spülkasten 21 in seinem unteren und mittleren
Bereich schmaler ist, wobei gewissermaßen am linken Rand ungefähr der Bereich fehlt,
der beim ersten Ausführungsbeispiel von dem Becher 16 eingenommen worden ist (und
der Bereich darunter). In dem dadurch entstandenen Volumen außerhalb des Spülkastens
21 sieht man einen Geruchsverschluss 37, der in Figur 5 unten und in Figur 4b und
c ohne eine äußere Hüllmanschette des Fallrohrs 38 eingezeichnet ist. Man erkennt
einen Becher 36 mit nach außen abstehenden Finnen und innerhalb des Bechers 36 ein
Eintauchrohr und mithin insgesamt einen Geruchsverschluss 37.
[0041] Ein Teil des Spülkastens 21 ist mit einem oberen Flansch des erwähnten Eintauchrohres
des Geruchsverschlusses 37 und der Hüllmanschette des Fallrohrs 38 unter den jeweiligen
Auslässen der Magnetventile 34 und 35 verbunden, sodass diese in den Geruchsverschluss
37 entwässern können. Dementsprechend läuft das bei den Hygienespülungen abgegebene
Wasser dann durch das Fallrohr 38 außerhalb des Spülkastens 21 nach unten.
[0042] Im vorliegenden Fall bildet der linke obere Teil des Spülkastens 1 damit gewissermaßen
ein Gehäuse für die Hygienespülvorrichtung (abgesehen vom Montagegestell und dem Spülkasten
selbst), wobei dieses Gehäuse mit dem übrigen Spülkasten integriert ist.
[0043] Das zweite Ausführungsbeispiel zeigt außerdem, wie das Fallrohr 38 unten über ein
Schrägstück an einen Abwasseranschlusskrümmer 42 einer Abwasserleitung angeschlossen
ist, an den auch (aber nicht eingezeichnet) der Geruchsverschluss des anzuschließenden
WCs anzuschließen ist. Dieser Krümmer 42 ist in der ebenfalls an sich bekannten Weise
in dem Montagegestell 39 gehalten. Das Wasser aus dem Geruchsverschluss 37 und das
Abwasser aus dem WC werden also jeweils stromabwärts von den Geruchsverschlüssen wieder
zusammengeführt und an dasselbe Abwassersystem angeschlossen.
[0044] Insgesamt bietet die Erfindung damit eine gute Zugänglichkeit wesentlicher Bauteile
der Hygienespülvorrichtung. Konkret kann auch beim zweiten Ausführungsbeispiel durch
die Revisionsöffnung der Geruchsverschluss 37 zu Reinigungszwecken erreicht werden.
Gleichzeitig ist das WC von Hygienespülvorgängen nicht betroffen, was in der bereits
erläuterten Weise hinsichtlich Geräuschentwicklung, Kalkablagerungen und möglichen
anderen Verschmutzungen vorteilhaft ist.
1. Hygienespülvorrichtung zum gesteuerten Spülen einer Wasserleitung zur Vermeidung einer
Stagnation mit
einem Hygienespülventil (12, 13, 32, 33) für das Spülen,
einer Steuerung zum Ansteuern des Hygienespülventils (12, 13, 32, 33) zum Spülen,
einem Geruchsverschluss (17, 37) zum Anschließen an eine Abwasserleitung (42), Abführen
von durch das Hygienespülventil (12, 13, 32, 33) durchgelassenem Wasser und Absperren
von Gerüchen aus der Abwasserleitung (42),
einem WC-Montagegestell (19, 39) zum Halten eines WCs, von welchem WC-Montagegestell
(19, 39) die Hygienespülvorrichtung gehalten ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Geruchsverschluss (17, 37) ein eigener Geruchsverschluss (17, 37) der Hygienespülvorrichtung
und dazu ausgelegt ist, unabhängig von dem WC an die Abwasserleitung (42) angeschlossen
zu werden.
2. Hygienespülvorrichtung zum gesteuerten Spülen einer Wasserleitung zur Vermeidung einer
Stagnation mit
einem Hygienespülventil (12, 13, 32, 33) für das Spülen,
einer Steuerung zum Ansteuern des Hygienespülventils (12, 13, 32, 33) zum Spülen,
einem Geruchsverschluss (17, 37) zum Anschließen an einer Abwasserleitung (42), Abführen
von durch das Hygienespülventil (12, 13, 32, 33) durchgelassenem Wasser und Absperren
von Gerüchen aus der Abwasserleitung (42),
einem Spülkasten (1, 21) zum Spülen eines WCs, an welchem Spülkasten (1, 21) die Hygienespülvorrichtung
montiert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Geruchsverschluss (17, 37) ein eigener Geruchsverschluss (17, 37) der Hygienespülvorrichtung
und dazu ausgelegt ist, unabhängig von dem WC an die Abwasserleitung (42) angeschlossen
zu werden.
3. Hygienespülvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2 mit einem an dem WC-Montagegestell (19,
39) montierten Spülkasten (1, 21) für das WC.
4. Hygienespülvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der das Hygienespülventil
(12, 13, 32, 33) und der Geruchsverschluss (17, 37) dazu ausgelegt sind, im montierten
Zustand der Hygienespülvorrichtung durch eine Revisionsöffnung (4, 24) ausgebaut werden
zu können, insbesondere durch eine Spülkasten-Revisionsöffnung (4, 24).
5. Hygienespülvorrichtung nach Anspruch 1 und 2 und 3, optional in Kombination mit Anspruch
4, bei der das Hygienespülventil (12, 13, 32, 33) und der Geruchsverschluss (17, 37)
an einem Gehäuse montiert und über dieses an dem WC-Montagegestell (19, 39) montiert
sind, wobei das Gehäuse einstückig mit dem Spülkasten (1, 21) integriert ist.
6. Hygienespülvorrichtung nach Anspruch 2, optional auch in Kombination mit einem der
Ansprüche 3 bis 5, bei der der Geruchsverschluss (17) der Hygienespülvorrichtung in
dem Spülkasten (1) angeordnet ist.
7. Hygienespülvorrichtung nach Anspruch 2, optional auch in Kombination mit einem der
Ansprüche 3 bis 6, mit einer Systemtrenneinrichtung mit einer vertikalen Trennstrecke
zur Abtrennung der Wasserleitung, welche Systemtrenneinrichtung einen Überlauf in
den Spülkasten (1) aufweist.
8. Hygienespülvorrichtung nach Anspruch 2, optional auch in Kombination mit einem der
Ansprüche 3 bis 7, bei der der Geruchsverschluss (37) der Hygienespülvorrichtung neben
dem Spülkasten (21) angeordnet ist.
9. Hygienespülvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche mit einem Durchflusssensor
(10, 11, 30, 31), wobei das Hygienespülventil (12, 13, 32, 33) und ein Durchflusssensor
(10, 11, 30, 31) gemeinsam mit einem Leitungsrohrstück (5, 6, 25, 26) integriert verbaut
sind.
10. Hygienespülvorrichtung nach Anspruch 9, bei der das integrierte Bauteil aus dem Durchflusssensor
(10, 11, 30, 31), dem Hygienespülventil (12, 13, 32, 33) und dem Leitungsrohrstück
(5, 6, 25, 26) unmittelbar mit einem Gehäuse der Steuerung verbunden ist und damit
ein Modul bildet.
11. Hygienespülvorrichtung nach Anspruch 2, optional auch in Kombination mit einem der
Ansprüche 3 bis 10, bei der eine Warmwasserleitung durch das Hygienespülventil (12,
32) und den Geruchsverschluss (17, 37) gespült werden kann und zusätzlich ein Hygienespülventil
(13, 33) zum Hygienespülen einer Kaltwasserleitung vorgesehen ist, welches Hygienespülventil
(12, 13, 32, 33) dazu ausgelegt ist, bei der Kaltwasserleitungsspülung in denselben
Geruchsverschluss (17, 37) zu entwässern.