TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Dichtungsanordnung für eine Tür oder ein
Fenster.
STAND DER TECHNIK
[0002] Türdichtungen zum Abdichten von Stirnflächen einer Tür sind bekannt. Sie sollen Lichtdurchlass
verhindern und auch einen Schallschutz bieten. Je nach Ausführungsform vermeiden sie
auch einen Luftdurchlass, insbesondere Zugluft.
[0003] Untere und vermehrt auch obere Stirnflächen von Türen werden mit Schleifdichtungen
oder absenkbaren Türdichtungen versehen. Dies nicht nur für Flügeltüren mit schwenkbaren
Türflügeln, sondern auch für Schiebetüren mit verschiebbaren Türflügeln.
[0004] Schleifdichtungen weisen üblicherweise eine Gehäuseschiene mit einer daran oder darin
befestigen Dichtlippe auf. Absenkbare Türdichtungen verfügen über eine Gehäuseschiene
mit einer darin oder daran angeordneten Dichtleiste, die beim Schliessen des Türflügels
relativ zur Gehäuseschiene abgesenkt und beim Öffnen des Türflügels wieder angehoben
wird. Diese Bewegungen erfolgen vorzugsweise automatisch, beispielswiese rein mechanisch
durch einen Auslöser bedingt, welcher auf einen Absenkmechanismus wirkt. Die Anhebung
der Dichtleiste erfolgt üblicherweise mittels Rückstellfedern.
[0005] Die Gehäuseschiene der Türdichtung mit bewegbarer Dichtleiste wie auch die Gehäuseschiene
der Schleifdichtung wird entweder in eine stirnseitige Nut des Türflügels eingebracht,
direkt an der Stirnseite befestigt oder auf eine Seitenfläche des Türflügels angeordnet.
Die Befestigung in der Nut erfolgt im Stand der Technik mehrheitlich mittels Befestigungswinkeln,
die mit einem ersten Schenkel in die Gehäuseschiene eingreifen und mit einem zweiten
Schenkel an einer Stirnfläche der Tür angeschraubt sind.
[0007] Zurückversetzte oder kaum sichtbare Anordnungen von Befestigungselementen sind in
DE 103 54 310 A1,
EP 1 486639 B1,
EP 1 772 586 B1,
EP 3 095 949 B1 und
WO 2019/179936 A1 gezeigt. Dies sind Klammern oder Spreizelemente bzw. Befestigungselemente, die mittels
einer in den Nutgrund eingebrachte Schraube befestigt werden. Derartige Befestigungselemente
sind kostenintensiv und teilweise nicht einfach zu montieren. Sie lassen sich oft
auch nur noch mit Spezialwerkzeugen entfernen.
[0008] DE 297 20 659 U1 offenbart einen Türflügel mit einer seitlich dazu befestigten Türdichtung. Die Gehäuseschiene
weist an ihrer oberen Seite eine nach oben offen ausgebildete Nut auf. Ein Befestigungswinkel
lässt sich mittels einem ersten Schenkel an eine Fläche des Türflügels befestigen.
Mit einem zweiten Schenkel greift der Befestigungswinkel in die Nut der Gehäuseschiene
ein. Der Befestigungswinkel weist ferner Klemmbacken zur Fixierung einer die Dichtung
und das Befestigungselement überdeckenden Abdeckleiste auf.
[0009] EP 1 365 099 B1 offenbart eine Absenkdichtung mit einer Gehäuseschiene, die in einer Türnut angeordnet
ist. Die Türnut ist mit einem Profileinsatz verstärkt. Die Gehäuseschiene weist einen
oberen Steg auf, der auf einer Seite eine vorstehende Verlängerung aufweist. Die Gehäuseschiene
lässt sich mittels dieser Verlängerung gemeinsam mit dem verstärkenden Profileinsatz
in der Türnut anschrauben.
[0010] EP 1 860 272 B1 offenbart eine Türdichtung, die mit einem Befestigungswinkel in der Türnut befestigt
ist, sowie einen Profileinsatz zur Verstärkung der Türnut. Der Profileinsatz wird
mittels einer Schraube am Nutgrund fixiert.
[0011] In
WO 2017/190779 A1 und
WO 2017/191273 A1 sind Dichtungsvorrichtungen für Schiebetüren beschrieben, bei denen ein Schwenkelement
auf den Auslöser wirkt, indem es sich beim Schliessen des Türflügels entlang einer
Kontaktfläche bewegt und im geschlossenen Zustand ohne horizontale Kraftkomponente
auf der Kontaktfläche aufliegt. Diese Schiebetürdichtungen weisen den Vorteil auf,
dass sie bei geschlossenem Türflügel keine in Öffnungsrichtung wirkende Kraft auf
den Türflügel ausüben.
[0012] In der noch unveröffentlichten
EP 3 825 503 A1 ist eine Dichtungsvorrichtung mit einem Schwenkelement gezeigt, welches das in
WO 2017/190779 A1 und
WO 2017/191273 A1 beschriebene Prinzip einsetzt, das jedoch die obere Seite der Schiebetür dichtet.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0013] Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, eine Dichtungsanordnung mit einem Befestigungsmittel
zu schaffen, das einfach montierbar ist und das sich derartig montieren lässt, dass
es nicht oder kaum sichtbar ist.
[0014] Diese Aufgabe löst eine Dichtungsanordnung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1.
[0015] Die erfindungsgemässe Dichtungsanordnung für eine Tür oder ein Fenster weist eine
Dichtungsvorrichtung mit einer Gehäuseschiene und mit einer Dichtleiste und ein Befestigungsmittel
zur Befestigung der Gehäuseschiene an einem bewegbaren Flügel der Tür oder des Fensters
auf. Die Gehäuseschiene weist zwei Seitenwände und einen die Seitenwände verbindenden
Steg auf, wobei der Steg sich in einer ersten Ebene erstreckt. Das Befestigungsmittel
ist ein separates Bauteil. Das Befestigungsmittel weist einen ersten Bereich auf,
der auf einer Stirnseite der Gehäuseschiene in die Gehäuseschiene eingreift. Dieser
erste Bereich verläuft parallel zu der ersten Ebene. Das Befestigungsmittel weist
einen zweiten Bereich auf, der am Flügel der Tür oder des Fensters befestigbar ist
und der sich ausserhalb der Gehäuseschiene erstreckt. Erfindungsgemäss befindet sich
der zweite Bereich seitlich neben der Gehäuseschiene und/oder der zweite Bereich befindet
sich, sich entlang einer Ebene einer der zwei Seitenwände erstreckend, vor der Stirnseite
der Gehäuseschiene. Vorzugsweise erstreckt er sich in der zweiten Variante in einer
der Ebenen, definiert durch eine der zwei Seitenwände. In anderen Ausführungsformen
erstreckt er sich parallel zu einer derartigen Ebene.
[0016] "Seitlich" ist durch die Seitenwände der Gehäuseschiene definiert, d.h. seitlich
ist im Gebrauchszustand der Vorrichtung neben der Gehäuseschiene und nicht oberhalb
oder unterhalb derselben. Die Gehäuseschiene wird auch Dichtungsgehäuse oder Gehäuse
genannt.
[0017] Das erfindungsgemässe Befestigungsmittel lässt sich neben oder vor der Gehäuseschiene
an der Tür oder Fenster befestigen, insbesondere in einer Nut des Flügels, ohne dass
das Befestigungsmittel zwingend sichtbar ist. Es ist kein Schenkel notwendig, der
sich stirnseitig und somit sichtbar über die Stirnseite des Türflügels erstreckt.
Das Befestigungsmittel lässt sich im Flügel versenkt anordnen. Zudem lässt sich stirnseitig
eine Abdeckplatte am Türflügel anbringen um das Erscheinungsbild zu optimieren.
[0018] Das Befestigungsmittel ist vorzugsweise von der Gehäuseschiene lösbar. Vorzugsweise
ist es auf einfache Art und Weise wieder lösbar. In anderen Ausführungsformen lässt
es sich unlösbar mit der Gehäuseschiene verbinden, beispielsweise lässt es sich an
die Gehäuseschiene nieten. "Unlösbar" bedeutet in diesem Text "nicht zerstörungfrei
lösbar".
[0019] Das Befestigungsmittel lässt sich am Flügel vorzugsweise lösbar befestigen. In anderen
Ausführungsformen wird es unlösbar mit dem Flügel verbunden, beispielsweise mittels
Nieten. Dies ist für Metalltüren bevorzugt.
[0020] Der Befestigungsort ist nicht auf Nuten beschränkt. Je nach Ausführungsform der Tür
bietet das Befestigungsmittel gemäss der Erfindung auch andere Vorteile, obwohl das
Befestigungsmittel in diesem Fall eventuell sichtbar ist.
[0021] Der zweite Bereich lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise am Flügel befestigen.
Er lässt sich beispielsweise einschnappen oder klemmen. Vorzugsweise wird er jedoch
mittels mindestens einen Befestigungselements, vorzugsweise einer Schraube, einer
Niete oder einem Nagel, befestigt. Vorzugsweise weist der zweite Bereich deshalb mindestens
eine Durchgangsöffnung für ein Befestigungselement auf.
[0022] Das Befestigungsmittel lässt sich in unterschiedlichen Formen verwirklichen. Vorzugsweise
sind jedoch mindestens der erste und/oder der zweite Bereich plattenförmig, bzw. flach
und eben, ausgebildet. Dies erleichtert einerseits das Eingreifen in die Gehäuseschiene
und die Befestigung an einer Wand des Flügels.
[0023] Der erste und der zweite Bereich sind in bevorzugten Ausführungsformen länglich und
mit im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt ausgebildet. In anderen Ausführungsformen
weisen sie jedoch andere Formen auf. Sie können beispielsweise mehr breit als lang
sein. Zudem kann insbesondere der erste Bereich relativ kurz ausgebildet sein. Vorzugsweise
sind die zwei Bereiche relativ dünn ausgebildet. Ihre Höhe kann jedoch auch grösser
sein als ihre Breite und/oder ihre Länge. Die zwei Bereiche sind je nach Ausführungsform
gleich dick, d.h. gleich hoch, oder sie sind unterschiedlich dick.
[0024] Das Befestigungsmittel ist vorzugsweise einteilig ausgebildet. Vorzugsweise ist es
aus einem Metall oder aus einem Kunststoff gefertigt.
[0025] Vorzugsweise ist die Gehäuseschiene an beiden Enden, d.h. an beiden Stirnseiten,
mit einem erfindungsgemässen Befestigungsmittel befestigt. Es können je nach Art der
Tür bzw. des Fensters bzw. je nach Art der verwendeten Dichtungsvorrichtung, auf beiden
Seiten derselbe Typ des Befestigungsmittels angeordnet sein oder es können unterschiedliche
Typen verwendet werden. Letzteres ist insbesondere dann der Fall, wenn die Dichtungsanordnung
in einer Schiebetür eingesetzt ist.
[0026] Vorzugsweise ist die Gehäuseschiene in einer Nut des Flügels angeordnet. Ist die
Nut breiter gewählt als die Gehäuseschiene, so lässt sich der zweite Bereich im Nutgrund
neben der Gehäuseschiene befestigen, vorzugsweise anschrauben. Die Schrauben sind
hierzu leicht zugänglich. Die Montage ist deshalb einfach und die Dichtungsvorrichtung
lässt sich auch auf einfache Art und Weise wieder vom Flügel lösen und entfernen.
[0027] Der zweite Bereich lässt sich bei geeignet geformten Befestigungsmitteln auch an
der Seitenwand der Nut des Flügels befestigen. Diese Ausführungsform hat den Vorteil,
dass die Nut nur geringfügig breiter sein muss als die Gehäuseschiene.
[0028] In bevorzugten Ausführungsformen verlaufen der erste Bereich und der zweite Bereich
parallel zueinander und seitlich versetzt voneinander. "Seitlich" ist wie oben erwähnt
durch die Seitenwände der Gehäuseschiene definiert.
[0029] Vorzugsweise überlappen sich der erste und der zweite Bereich nicht.
[0030] In bevorzugten Ausführungsformen erstreckt sich der erste Bereich in einer zweiten
Ebene und der zweite Bereich erstreckt sich in einer Ebene, die parallel und beabstandet
zur zweiten Ebene verläuft. Der zweite Bereich erstreckt sich dabei in einer Ebene,
die der ersten Ebene entspricht oder parallel beabstandet dazu verläuft. Dieses Befestigungsmittel
lässt sich sehr kostengünstig herstellen. Zudem ist es relativ klein.
[0031] Das Befestigungsmittel kann lediglich aus dem ersten und zweiten Bereich, insbesondere
aus einem ersten und einem zweiten Schenkel, bestehen. In anderen Ausführungsformen
weist es mehr als einen ersten und/oder zweiten Bereich auf, insbesondere zwei erste
und/oder zwei zweite Bereiche bzw. Schenkel. Es weist je nach Ausführungsform mindestens
einen Bereich auf, der den ersten und zweiten Bereich miteinander verbindet oder eine
andere Funktion aufweist.
[0032] Vorzugsweise ist ein dritter Bereich, insbesondere ein Schenkel, vorhanden, der senkrecht
zum ersten und zweiten Bereich verläuft und den ersten und zweiten Bereich miteinander
verbindet.
[0033] In einigen der Ausführungsformen weist das Befestigungsmittel zwei erste Bereiche
auf, wobei lediglich einer der zwei ersten Bereiche zur Befestigung der Gehäuseschiene
verwendet ist. Vorzugsweise ist das Befestigungsmittel in diesem Fall spiegelsymmetrisch
ausgebildet, so dass die Gehäuseschiene wahlweise rechts oder links vom zweiten Bereich
montiert werden kann.
[0034] In weiteren Ausführungsformen sind zwei zweite Bereiche vorhanden, wobei einer der
zwei zweiten Bereiche seitlich zur Gehäuseschiene angeordnet ist und der zweite der
zwei zweiten Bereiche in der Ebene der Seitenwand verlaufend vor der Stirnseite der
Gehäuseschiene angeordnet ist. Somit lässt sich das Befestigungsmittel im Nutgrund
und an der Seitenwand der Nut befestigen.
[0035] In einigen bevorzugten Ausführungsformen ist der erste Bereich in Form eines ersten
Schenkels ausgebildet, der eine Längsrichtung definiert. Der zweite Bereich ist in
Form eines zweiten Schenkels ausgebildet, wobei der zweite Schenkel senkrecht zum
ersten Schenkel verläuft und an einer Längsseite des ersten Schenkels angeordnet ist.
Diese Ausführungsform ermöglicht eine Fixierung des zweiten Schenkels an einer Seitenwand
des Flügels, insbesondere an einer Seitenwand der Nut. Die entsprechende Nut kann
in ihrer Breite minimiert sein. Sie kann eine Breite aufweisen, welche gleich oder
nur geringfügig grösser ist als die Breite der Gehäuseschiene.
[0036] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Befestigungsmittel eine Grundplatte
auf, die den zweiten Bereich umfasst. Der erste Bereich ist an der Grundplatte angeformt.
Diese Grundplatte lässt sich vorzugsweise teilweise zwischen dem Steg der Gehäuseschiene
und dem Flügel anordnen, wobei sie dem zweiten Bereich vorzugsweise seitlich der Gehäuseschiene
vorsteht.
[0037] Vorzugsweise bildet das Befestigungsmittel ein Führungsnutpaar aus. Vorzugsweise
ist es an der Grundplatte angeformt. Ferner ist in dieser Ausführungsform ein Schiebekörper
vorhanden, der entlang des Führungsnutpaars zur Gehäuseschiene hin schiebbar ist und
in einer lösbar fixierten Position haltbar ist. Alternative Arten zur verschiebbaren
Führung des Schiebekörpers relativ zum Befestigungsmittel sind möglich.
[0038] Vorzugsweise ist der Schiebekörper mittels einer Schnappverbindung fixiert haltbar.
Alternative lösbare Verbindungen sind ebenfalls möglich.
[0039] Vorzugsweise ist in der Grundplatte eine sich über die Fläche der Grundplatte erhebende
elastisch ausgebildete Nase vorhanden. Der Schiebekörper weist eine Basisfläche mit
einer Ausnehmung auf, in die die Nase eingreift. Dies ist eine einfach herstellbare,
leicht lösbare und robuste Schnappverbindung.
[0040] In bevorzugten Ausführungsformen weist die Dichtungsanordnung einen mechanischen
Auslöser auf, um die Dichtleiste relativ zur Gehäuseschiene zu bewegen. Sie weist
ein Schwenkelement zur Betätigung des Auslösers auf, das schwenkbar auf dem Schiebekörper
angeordnet ist.
[0041] Vorzugsweise umfasst die Dichtungsanordnung eine bezüglich eines Rahmens der Tür
oder des Fensters ortsfeste Kontaktierungsfläche, wobei das Schwenkelement beim Schliessen
des Flügels mittels dieser Kontaktierungsfläche zum Auslöser hin bewegbar ist, wodurch
der Auslöser betätigbar und die Dichtleiste relativ zur Gehäuseschiene bewegbar ist.
Vorzugsweise ist das Schwenkelement dank der Kontaktierungsfläche schwenbar. Das Schwenkelement
gleitet vorzugsweise der Kontaktierungsfläche entlang. In bevorzugten Ausführungsformen
ist die Kontaktierungsfläche senkrecht zur Längsrichtung der Gehäuseschiene ausgerichtet,
so dass bei geschlossener Schiebetür lediglich eine vertikale Kraftkomponente auf
das Schwenkelement wirkt.
[0042] Die Dichtungsanordnung lässt sich auf unterschiedliche Art und Weise ausbilden. So
lässt sich das Befestigungsmittel mit praktisch allen bekannten Dichtungsvorrichtungen
kombinieren, insbesondere mit den bekannten Absenkdichtungen, bei denen der Betätigungsknopf
beim Schliessen der Tür vom Türrahmen eingedrückt wird.
[0044] Die erfindungsgemässe Dichtungsanordnung lässt sich in unterschiedlichen Türen und
Fenstern einsetzen, insbesondere in Türen mit schwenkbaren Flügeln wie auch in Schiebetüren.
Die Dichtungsanordnung ist bevorzugt in einer Nut des Flügels angeordnet. Dies ist
jedoch nicht zwingend. Stirnseitige oder seitliche Anordnungen auf der Oberfläche
des Flügels sind ebenfalls möglich.
[0045] Die erfindungsgemässe Dichtungsanordnung eignet sich insbesondere zur Anordnung auf
der oberen Seite des Flügels, vorzugsweise auf der oberen Seite einer Schiebetür und
noch bevorzugter einer Schiebetür mit einer oberen Führung und Aufhängung.
[0046] Alternativ oder zusätzlich lässt sich die erfindungsgemässe Anordnung auch auf der
unteren Seite einer schwenkbaren Flügeltür oder einer Schiebetür und/oder auf einer
Seite des Flügels einsetzen.
[0047] Vorzugsweise ist die Dichtungsvorrichtung eine Absenkdichtung. Der Begriff "Absenkung"
ist in diesem Text unabhängig von der Ausrichtung der Dichtungsvorrichtung in der
Tür und im dreidimensionalen Raum zu verstehen. Eine "Absenkung" ist die Bewegung
der Dichtleiste weg von der Gehäuseschiene in ihren dichtenden Zustand. Eine "Anhebung"
ist die Bewegung der Dichtleiste in die Gegenrichtung zur Gehäuseschiene hin in eine
Position, in die sie einen Spalt zwischen dem Rahmen und dem Flügel nicht mehr dichtet.
[0048] Die erfindungsgemässe Dichtungsanordnung eignet sich insbesondere zur Anordnung in
einer Nut des Flügels, insbesondere in einer stirnseitigen unteren oder oberen Nut,
die nach unten bzw. nach oben offen ausgebildet ist.
[0049] Ferner wird eine Aktivierungseinrichtung einer Dichtungsvorrichtung einer Schiebetür
als eigenständige Erfindung beansprucht, wobei die Aktivierungseinrichtung ein ein-
oder mehrteiliges Schwenkelement aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenkelement
auf einem Schiebekörper schwenkbar angeordnet ist, wobei der Schiebekörper verschiebbar
auf einem Befestigungsmittel angeordnet ist. Vorzugsweise ist er lösbar auf dem Befestigungsmittel
befestigt. Der Vorteil einer derartigen Aktivierungseinheit ist ihre einfache Montage.
Das Schwenkelement lässt sich auf einfache Art und Weise auswechseln, ohne dass die
übrige Befestigung gelöst werden muss. Es ist benötigt jedoch kein separates Befestigungsmittel.
[0050] Das Befestigungsmittel ist vorzugsweise an einem bewegbaren Schiebetürflügel angeordnet.
Je nach Ausführungsform dient es lediglich zur Befestigung des Schwenkelements oder
es dient gleichzeitig zur Befestigung der Dichtungsvorrichtung, vorzugsweise einer
Gehäuseschiene, in welcher eine absenkbare und anhebbare Dichtleiste gehalten ist.
Das Schwenkelement dient vorzugsweise der Aktivierung eines Auslösers eines Betätigungsmechanismus,
auch Absenkmechanismus genannt. Der Betätigungsmechanismus bewegt die Dichtleiste
beim Schliessen des Türflügels.
[0051] Die oben genannten Varianten und Ausführungsformen lassen sich beliebig miteinander
kombinieren. Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0052] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich der Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht einer erfindungsgemässen Dichtungsanordnung in einer Nut einer Tür;
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung der Dichtungsanordnung gemäss Figur 1;
- Figur 3
- eine Explosionsdarstellung der Dichtungsanordnung gemäss Figur 1;
- Figur 4
- eine perspektivische Darstellung eines Befestigungsmittels der Dichtungsanordnung
gemäss Figur 1;
- Figur 5
- eine perspektivische Darstellung eines Befestigungsmittels einer erfindungsgemässen
Dichtungsanordnung in einer zweiten Ausführungsform;
- Figur 6
- eine perspektivische Darstellung eines Befestigungsmittels einer erfindungsgemässen
Dichtungsanordnung in einer dritten Ausführungsform;
- Figur 7
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemässen Dichtungsanordnung mit dem
Befestigungsmittel gemäss Figur 6 in einer oberen Nut einer Tür;
- Figur 8
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemässen Dichtungsanordnung in einer
vierten Ausführungsform in einer oberen Nut einer Schiebetür;
- Figur 9
- eine perspektivische Darstellung der Dichtungsanordnung gemäss Figur 9 mit teilweise
geschnitten dargestellter Tür;
- Figur 10
- eine Ansicht der Dichtungsanordnung gemäss Figur 8 mit einem oberen Teil des Schiebetürflügels;
- Figur 11
- eine perspektivische Darstellung der Dichtungsanordnung gemäss Figur 10;
- Figur 12
- eine perspektivische Darstellung der Dichtungsanordnung gemäss Figur 10 mit noch nicht
eingeschobenem Schiebekörpter;
- Figur 13
- eine weitere perspektivische Darstellung der Dichtungsanordnung gemäss Figur 10 mit
Blick von einer weiteren Seite mit noch nicht montiertem Befestigugnsmittel;
- Figur 14
- eine perspektivische Darstellung der Dichtungsanordnung gemäss Figur 10 ohne Schwenkelement;
- Figur 15
- eine Seitenansicht der Dichtungsanordnung gemäss Figur 10 mit montiertem Befestigungsmittel
und noch nicht eingeschobenen Schiebekörper mit Schwenkelement;
- Figur 16
- eine perspektivische Darstellung des Befestigungsmittels gemäss Figur 10 und
- Figur 17
- eine perspektivische Darstellung des Schiebekörpers gemäss Figur 10 ohne Schenkachse.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0053] In den Figuren 1 bis 4 ist ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen
Dichtungsanordnung dargestellt. Sie weist eine Dichtungsvorrichtung 1, 2 und ein Befestigungsmittel
3 auf. Die Dichtungsvorrichtung 1, 2 ist vorzugsweise eine Absenkdichtung, d.h. eine
Dichtungsvorrichtung mit einer relativ zu einer Gehäuseschiene 1 bewegbaren Dichtleiste
2. Es lassen sich jedoch auch Arten von Dichtungen, beispielsweise Magnetdichtungen
oder Schleifdichtungen verwenden.
[0054] Die Dichtungsvorrichtung 1, 2 ist in einer nach oben offen ausgebildeten Nut N eines
Flügels F einer Tür oder eines Fensters angeordnet. Der Flügel F kann schwenkbar oder
verschiebbar sein. Die Dichtungsvorrichtung dichtet somit gegen oben, indem bei geschlossenem
Flügel F die Dichtleiste 2 an einem hier nicht dargestellten Rahmen der Tür bzw. des
Fensters oder an einer Gebäudewand anliegt.
[0055] Die Dichtungsvorrichtung kann ebenso in einer nach unten offen ausgebildeten Nut
N an der Unterseite des Flügels F, an einer seitlichen, vertikal verlaufenden Nut
N des Flügels F, oder an anderen Flächen des Flügels F angeordnet sein.
[0056] Die Dichtungsvorrichtung weist die Gehäuseschiene 1 auf, die vorzugsweise einen im
Wesentlichen u-förmigen Querschnitt aufweist. Die Gehäuseschiene 1 weist eine erste
Seitenwand 10, eine dazu im Abstand parallel verlaufende zweite Seitenwand 11 und
einen die zwei Seitenwände 10, 11 miteinander verbindenden Steg 12 auf.
[0057] In der Gehäuseschiene 1 ist vorzugsweise eine Brücke 13 vorhanden, die beabstandet
zum Steg 12 verläuft.
[0058] Inder Gehäuseschiene 1 ist eine Dichtleiste 2 angeordnet, die mittels eines hier
nicht sichtbaren Betätigungsmechanismus relativ zur Gehäuseschiene 1 bewegbar ist.
Die Bewegung der Dichtleiste 2 von der Gehäuseschiene 1 weg erfolgt beim Schliessen
des Flügels vorzugsweise automatisch. Diese Bewegung wird üblicherweise unabhängig
von der Ausrichtung der Dichtungsvorrichtung als "Absenkung" bezeichnet. Im Stand
der Technik ist hierzu ein Auslöser 7 vorhanden, der auf den Betätigungsmechanismus
wirkt. Der Auslöser 7 ist in den Figuren 12 bis 15 erkennbar. In diesem Beispiel ist
es ein Betätigungsknopf, der beim Schliessen des Flügels F eingedrückt wird. Andere
Arten von Auslösern sind ebenfalls einsetzbar. Betätigungsmechanismen sind aus dem
Stand der Technik vielfältig bekannt. Vorzugsweise ist eine Dichtungsvorrichtung vorhanden,
wie sie in
WO 2017/190779 A1 und
WO 2017/191273 A1 beschrieben ist oder eine dazu ähnliche Dichtungsvorrichtung.
[0059] Die Dichtleiste 2 weist eine Trägerschiene 20 auf, die mittels des Betätigungsmechanismus,
vorzugsweise mittels Blattfedern, in der Gehäuseschiene 1 bewegbar gehalten ist. An
der Trägerschiene 20 ist ein einteiliges oder mehrteiliges Dichtungsprofil 21 angeordnet.
Das Dichtungsprofil 21 ist vorzugsweise aus Silikon oder einem anderen elastischen
Material gefertigt.
[0060] Die Gehäuseschiene 1 liegt mit ihrem Steg 12 auf dem Grund der Nut N auf. Vorzugsweise
liegt die zweite Seitenwand 11 an der Seitenwand der Nut N an. Sie kann jedoch auch
beabstandet dazu angeordnet sein.
[0061] Die Gehäuseschiene 1 ist mittels des Befestigungsmittels 3 in der Nut N starr, jedoch
vorzugsweise lösbar, befestigt.
[0062] Das Befestigungsmittel 3 weist in diesem ersten Ausführungsbeispiel einen ersten
Bereich 31 in Form eines plattenförmigen ersten Schenkels, einen zweiten Bereich 32
in Form eines plattenförmigen zweiten Schenkels und einen die zwei Schenkel miteinander
verbindenden dritten Bereich 33 auf. Der dritte Bereich 33 ist vorzugsweise ebenfalls
plattenförmig ausgebildet. Vorzugsweise ist das Befestigungsmittel 3 einteilig ausgebildet.
Vorzugsweise ist es ein Metallprofil. Es lässt sich jedoch auch aus Kunststoff fertigen.
[0063] In den Figuren 3 und 4 ist gut erkennbar, wie die einzelnen Bereich 31, 32, 33 relativ
zueinander verlaufen. Der dritte Bereich 33 verläuft senkrecht zu den zwei anderen
Bereichen 31, 32. Der erste und der zweite Bereich 31, 32 verlaufen in zueinander
parallelen Ebenen, wobei der erste Bereich 31 höher liegt. Der erste und der zweite
Bereich 31, 32 überlappen sich nicht. In horizontaler Richtung entspricht ihr Abstand
vorzugsweise der Dicke einer der Seitenwände 10, 11 der Gehäuseschiene 1 oder er ist
leicht grösser. Der erste Bereich 31 ist in diesem Beispiel länger als der zweite
Bereich 32. Sie sind vorzugsweise gleich dick.
[0064] Der erste Bereich 31 greift in die Gehäuseschiene 1 ein, wobei er in diesem Beispiel
auf der Brücke 13 aufliegt. Anstelle einer durchgehenden Brücke 13 können auch auf
beiden Seiten der Gehäuseschiene 1 nach innen ragende Stege angeordnet sein, die als
Auflagefläche für den ersten Bereich 31 dienen.
[0065] Der zweite Bereich 32 liegt auf dem Nutgrund auf und zwar ausserhalb der Gehäuseschiene
1 und seitlich dazu. Dies ist in Figur 2 gut erkennbar. Der zweite Bereich 32 ist
mittels Schrauben 34, welche Durchgangsöffnungen 320 des zweiten Bereichs 32 durchsetzen,
im Nutgrund festgeschraubt. Dadurch ist die Gehäuseschiene 1 und somit die Dichtungsvorrichtung
im Flügel befestigt.
[0066] Die Nut lässt sich stirnseitig mittels einer Abdeckplatte, die hier nicht dargestellt
ist, verschliessen, so dass die Dichtungsanordnung stirnseitig nicht mehr sichtbar
ist.
[0067] In Figur 5 ist eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemässen Befestigungsmittels
3 dargestellt. Es ist im Wesentlichen gleich ausgebildet wie im ersten Ausführungsbeispiel.
Der erste Bereich 31 ist liegt jedoch tiefer, so dass der vertikale Abstand zum zweiten
Bereich 32 kleiner ist. Der erste Bereich 31 lässt sich somit derart in die Gehäuseschiene
1 einschieben, dass er auf dem untersten Steg 12 aufliegt. Diese Ausführungsform eignet
sich insbesondere für Dichtungsvorrichtungen, die eine geringe Höhe aufweisen.
[0068] Zudem ist der zweite Bereich 32 länger ausgebildet. Vorzugsweise überragt er den
ersten Bereich 31. Die Durchgangsöffnungen 320 für die Schrauben 34 sind hier nicht
nebeneinander, sondern hintereinander angeordnet. Diese Ausbildung eignet sich insbesondere
zur Verwendung in schmalen Nuten.
[0069] In anderen Ausführungsformen ist der erste Bereich 31 wie in Figur 4 höher angeordnet,
der zweite Bereich 32 jedoch schmal wie in Figur 5 ausgebildet. In weiteren Ausführungsformen
ist der erste Bereich 31 tief wie in Figur 5 angeordnet, der zweite Bereich 32 ist
jedoch breit wie in Figur 4 ausgebildet.
[0070] In den Figuren 6 und 7 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Dichtungsanordnung
dargestellt. Das Befestigungsmittel 3 ist wiederum einteilig in Form eines Profilelements
ausgebildet. Es weist nur den ersten Bereich 31 in Form eines ersten Schenkels und
den zweiten Bereich 32 in Form eines zweiten Schenkels auf. Beide sind wiederum plattenförmig
ausgebildet. Der zweite Bereich 32 verläuft senkrecht zum ersten Bereich 31, wobei
er seitlich am ersten Bereich 31 angeordnet ist. Der zweite Bereich 32 weist wiederum
mindestens eine Durchgangsöffnung 320 zur Durchführung von Schrauben 34 auf.
[0071] Die Einbaulage des Befestigungsmittels gemäss Figur 6 ist in Figur 7 erkennbar. Die
Gehäuseschiene 1 liegt wiederum mit dem Steg 13 auf dem Grund der Nut N auf und liegt
mit der zweiten Seitenwand 11 an der Innenwand der Nut N an. Die Gehäuseschiene 1
ist zurückversetzt in der Nut N angeordnet. Der erste Bereich 31 ist wiederum in die
Gehäuseschiene 1 eingeschoben und liegt auf einer Auflagefläche, zum Beispiel dem
Steg 12 oder der Brücke 13, auf. Der zweite Bereich 32 liegt an der Innenwand der
Nut N an und ist an sie angeschraubt. Dabei befindet sich der zweite Bereich 32 ausserhalb
der Gehäuseschiene 1 und er erstreckt sich vor der Stirnseite der Gehäuseschiene 1.
[0072] Diese Ausführungsform eignet sich insbesondere für Schiebetüren, wenn das Dichtungsprofil
21 nicht über die gesamte Länge des Türflügels dichten muss. Dies ist beispielsweise
der Fall, wenn der Schiebetürflügel im geschlossenen Zustand der Tür in einen Rahmen
der Tür eingreift.
[0073] In weiteren Ausführungsformen, die hier nicht dargestellt sind, sind die Ausführungsformen
gemäss den Figuren 4 oder 5 mit der Ausführungsform gemäss Figur 6 kombiniert, so
dass zwei zweite Bereiche 32 vorhanden sind.
[0074] In den Figuren 8 bis 17 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemässen Dichtungsanordnung
dargestellt. Es handelt sich um eine Schiebetür, die gemäss dem Prinzip der
WO 2017/190779 A1 und
WO 2017/191273 A1 ausgebildet ist und die wie in der noch unveröffentlichten
EP 3 825 503 A1 die obere Seite des Schiebetürflügels F dichtet.
[0075] In einer hier nur teilweise dargestellten ortsfest angeordneten oberen Laufschiene
9 ist mindestens ein Laufwagen 80 mit seitlichen Rädern 81 geführt in Längsrichtung
verschiebbar gehalten. Der Schiebetürflügel F ist über eine Aufhängung 84 mit dem
Laufwagen 80 fest verbunden. Der Abstand zwischen dem Laufwagen 80 und der Aufhängung
84 ist vorzugsweise mittels einer Verbindungsstange 83 einstellbar.
[0076] Ein Kontaktmodul 4 ist in einem Endbereich der Laufschiene 9 angeordnet. Das Kontaktmodul
4 weist eine nach unten gerichtete Schrägfläche 40 auf, die sich zum Ende der Laufschiene
hin weiter nach unten neigt. Sie endet in einer horizontal verlaufenden Anlagefläche
41. Die Schrägfläche 40 und die Anlagefläche 41 bilden eine Kontaktierungsfläche.
Ein Finger 60 eines Schwenkelements 6 gleitet beim Schliessen des Schiebetürflügels
F dieser Schrägfläche 40 entlang und liegt bei geschlossenem Schiebetürflügel F auf
der Anlagefläche 41 an. Dies ist in den Figuren 8 und 9 gut erkennbar. Die Schliessrichtung
des Schiebetürflügels F ist in den Figuren 8 und 9 mit einem Pfeil gekennzeichnet.
[0077] Die Gehäuseschiene 1 der Dichtungsvorrichtung ist wiederum mit einem Befestigungsmittel
3 in der Nut N des Türflügels F lösbar befestigt. Das Befestigungsmittel 3 weist wiederum
einen ersten Bereich 31 auf, der in die Gehäuseschiene 1 eingreift, sowie einen zweiten
Bereich 32, der im montierten Zustand seitlich zur Gehäuseschiene 1 verläuft und welcher
der Befestigung in der Nut N dient. Er weist wiederum Durchgangsöffnungen 320 zur
Aufnahme von Schrauben 34 auf.
[0078] In diesem Ausführungsbeispiel ist ein weiterer erster Bereich 31 vorhanden. Der zweite
Bereich 32 liegt zwischen den zwei ersten Bereichen 31, so dass je nach Einbaulage
das Befestigungsmittel 3 die Gehäuseschiene 1 wahlweise auf der rechten oder der linken
Seite überragt. Somit greift nur einer der zwei ersten Bereiche 31 in die Gehäuseschiene
1 ein.
[0079] Diese Ausführungsform lässt sich zudem mit dem Beispiel gemäss Figur 6 kombinieren,
d.h. es lässt sich ein zweiter senkrecht aufragender Schenkel 32 an einer nachfolgend
erwähnten Grundplatte 30 anordnen.
[0080] Der Auslöser 7 ist in diesem Beispiel zurückversetzt angeordnet. Der untere vordere
Bereich der Gehäuseschiene 1 ist vorzugsweise entsprechend ebenfalls zurückversetzt,
indem in die Seitenwände 10, 11 eine untere kürzere erste Ausnehmung 110 und eine
obere längere zweite Ausnehmung 111 vorhanden ist. Der Steg 12 endet vorzugsweise
ebenfalls entsprechend beabstandet zur vorderen Stirnfläche der Gehäuseschiene 1.
Dadurch lässt sich das Befestigungsmittel 3 tiefer in die Gehäuseschiene 1 einschieben,
so dass die Dichtleiste 2 näher am stirnseitigen Ende der Nut N endet. Dadurch lässt
sich gewährleisten, dass sich die nach oben in den Dichtzustand gebrachte Dichtung
über die gewünschte Länge der Schiebetür dichtet.
[0081] Das Befestigungsmittel 3 ist in diesem Fall gleichzeitig die Halterung für das Schwenkelement
6, welches beim Schliessen der Schiebetür den Auslöser 7 betätigt. Hierzu weist das
Befestigungsmittel 3 die Grundplatte 30 auf, die den zweiten Bereich 32 umfasst und
an dem an einem Ende die zwei ersten Bereiche 31 angeformt sind. Die Grundplatte 30
ist nun mit dem Schwenkelement 6 verbindbar bzw. sie ist damit verbunden. Vorzugsweise
ist die Verbindung zwischen der Grundplatte 30 und dem Schwenkelement 6 lösbar. Sie
kann in Längs- und/oder in Querrichtung der Gehäuseschiene 1 einstellbar sein, so
dass die Position des Schwenkelements 6 bezüglich des Auslösers wählbar ist. In diesem
Beispiel ist diese Position jedoch vorgegeben.
[0082] Die Grundplatte 30 weist in diesem Beispiel ein an zwei gegenüberliegenden Seiten
angeordnetes Führungsnutpaar 35 auf. Das Schwenkelement 6 ist auf einem Schlitten
bzw. einem Schiebekörper 5 angeordnet. Der Schiebekörper 5 weist eine Grundplatte
50 mit einem vertikal verlaufenden Bügel 51 auf. Zwischen den zwei freien Armen des
Bügels 51 ist eine Achse 52 gehalten. Das Schwenkelement 6 ist auf der Achse 52 angeordnet.
Je nach Ausführungsform schwenkt das Schwenkelement 6 um die Achse 52 und die Achse
52 ist drehfest im Bügel 51 gehalten oder das Schwenkelement 6 ist fest mit der Achse
52 verbunden und die Achse 52 ist schwenkbar im Bügel 51 gelagert.
[0083] Die Grundplatte 50 des Schiebekörpers 5 lässt sich im Führungsnutpaar 35 auf die
Grundplatte 30 des Befestigungsmittels 3 schieben. Vorzugsweise sind Fixierungsmittel
vorhanden, um die Position des Schiebekörpers 5 zu fixieren. Je nach Ausführungsform
sind hierzu verschiedene Positionen wählbar. In diesem Beispiel ist in der Grundplatte
30 des Befestigungsmittels 3 ein nach oben vorstehende Nase 36 vorhanden, die in ein
Fenster 500 des Schiebekörpers 5 einrastet und somit den Schiebekörper 5 und das Schwenkelement
6 in vorgegebener Position fixiert. Diese Verbindung ist wieder lösbar, beispielsweise
indem die Nase 36 nach unten gedrückt wird, vorzugsweise mit einem geeigneten Werkzeug.
[0084] Wie in Figur 17 erkennbar ist, weist der Schiebekörper 5 eine Ausnehmung 501 auf,
die an einem der Gehäuseschiene 1 zugewandten Ende offen ausgebildet ist. In diese
Ausnehmung 501 ragt ein Schraubenkopf der Befestigungsschraube 34. Andere Ausbildungen
sind jedoch ebenfalls möglich.
[0085] Das Schwenkelement 6 lässt sich einteilig oder mehrteilig ausbilden. Anstelle des
dargestellten Schwenkelements 6 lässt sich auch eine Aktivierungseinheit verwenden,
wie sie beispielsweise in
WO 2017/190779 A1,
WO 2017/191273 A1 oder
EP 3 825 503 A1 beschrieben sind.
[0086] Das Schwenkelement 6 weist den genannten Finger 60 zur Anlage an das Kontaktmodul
4 sowie ein Kraftübertragungselement 61 auf, das gemeinsam mit dem Finger 60 geschwenkt
wird und dadurch beim Schliessen der Schiebetür auf den Auslöser 7 wirkt. Das Kraftübertragungselement
61 drückt dadurch den Auslöser 7 in die Gehäuseschiene 1 hinein, wodurch der Absenkmechanismus
betätigt und die Dichtleiste aus der Gehäuseschiene in die dichtende Stellung bewegt
wird. Wird die Schiebetür wieder geöffnet, so gleitet der Finger 60 entlang einer
Schrägfläche 40 des Kontaktmoduls zurück. Das Schwenkelement 6 und auch der Auslöser
7 werden dadurch wieder freigegeben. Die Dichtleiste 2 bewegt sich dank Rückstellfedern
wieder zur Gehäuseschiene 1 zurück.
[0087] Diese Anordnung des Schwenkelements 6 auf einem Schiebeelement 5, das sich lösbar
mit einem Befestigungsmittel verbinden lässt, lässt sich auch auf andere Art und Weise
verwirklichen. Das Befestigungsmittel kann beispielsweise lediglich zur Befestigung
des Schwenkelements dienen und keinen Anteil an der Fixierung der Gehäuseschiene haben.
Das Befestigungsmittel lässt sich anstelle des oder zusätzlich zum parallel zum ersten
Bereich verlaufenden zweiten Bereichs auch mit einem senkrecht zum ersten Bereich
verlaufenden zweiten Bereich ausbilden. Dabei kann der zweite Bereich wie in Figur
5 angeordnet sein, d.h. in einem rechten Winkel zum ersten Bereich entlang der Längsrichtung
des ersten Bereichs verlaufen. Das Befestigungsmittel lässt sich jedoch auch in der
Form der bekannten Befestigungsmittel, beispielsweise als Winkelelement, ausbilden,
wobei beispielsweise der zweite Schenkel den zweiten Bereich bildet und dieser zweite
Schenkel sichtbar an die Stirnseite des Türflügels befestigt ist.
[0088] Die Anordnung eines ein- oder mehrteiligen Schwenkelements 6 auf einem Schiebeelement,
das sich lösbar mit einem Befestigungsmittel verbinden lässt, wird hiermit als eigenständige
Erfindung beansprucht.
[0089] Wird die erfindungsgemässe Dichtungsanordnung in einer Schiebetür verwendet, so ist
die Dichtungsvorrichtung auf einer Stirnseite vorzugsweise mit einem Befestigungsmittel
und dem Schwenkelement gemäss den Figuren 8 bis 17 versehen und auf der gegenüberliegenden
Stirnseite mit einem Befestigungsmittel in den Ausführungsformen gemäss den Figuren
1 bis 7 ausgestattet.
[0090] Die erfindungsgemässe Dichtungsanordnung weist ein Befestigungsmittel auf, das einfach
montierbar und vorzugsweise wieder lösbar ist. Zudem lässt es sich derart montieren,
dass es im montierten Zustand der Tür nicht oder kaum sichtbar ist. Dies ermöglicht
eine Vielzahl an Montagemöglichkeiten.
BEZUGSZEICHENLISTE
| 1 |
Gehäuseschiene |
|
|
| 10 |
erste Seitenwand |
5 |
Schiebekörpers |
| 11 |
zweite Seitenwand |
50 |
Grundplatte |
| 110 |
erste Ausnehmung |
500 |
Fenster |
| 111 |
zweite Ausnehmung |
501 |
Ausnehmung |
| 12 |
Steg |
51 |
Bügel |
| 13 |
Brücke |
52 |
Achse |
| 2 |
Dichtleiste |
6 |
Schwenkelement |
| 20 |
Trägerschiene |
60 |
Finger |
| 21 |
Dichtungsprofil |
61 |
Kraftübertragungselement |
| 3 |
Befestigungsmittel |
7 |
Auslöser |
| 30 |
Grundplatte |
|
|
| 31 |
erster Bereich |
80 |
Laufwagen |
| 32 |
zweiter Bereich |
81 |
Rad |
| 320 |
Durchgangsöffnung |
83 |
Verbindungsstange |
| 33 |
dritter Bereich |
84 |
Aufhängung |
| 34 |
Schraube |
|
|
| 35 |
Führungsnutpaar |
9 |
Laufschiene |
| 36 |
Nase |
|
|
| |
|
F |
Flügel |
| 4 |
Kontaktmodul |
N |
Nut |
| 40 |
Schrägfläche |
|
|
| 41 |
Anlagefläche |
|
|
1. Dichtungsanordnung für eine Tür oder ein Fenster, wobei die Dichtungsanordnung eine
Dichtungsvorrichtung mit einer Gehäuseschiene (1) und mit einer Dichtleiste (1, 2)
und ein Befestigungsmittel (3) zur Befestigung der Gehäuseschiene (1) an einem bewegbaren
Flügel (F) der Tür oder des Fensters aufweist,
wobei die Gehäuseschiene (1) zwei Seitenwände (10, 11) und einen die Seitenwände (10,
11) verbindenden Steg (12) aufweist, wobei der Steg (12) sich in einer ersten Ebene
erstreckt,
wobei das Befestigungsmittel (3) ein separates Bauteil ist,
wobei das Befestigungsmittel (3) einen ersten Bereich (31) aufweist, der auf einer
Stirnseite der Gehäuseschiene (1) in die Gehäuseschiene (1) eingreift,
wobei der erste Bereich (31) parallel zu der ersten Ebene verläuft,
und wobei das Befestigungsmittel (3) einen zweiten Bereich (32) aufweist, der am Flügel
(F) der Tür oder des Fensters befestigbar ist und der sich ausserhalb der Gehäuseschiene
(1) erstreckt,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich der zweite Bereich (32) seitlich neben der Gehäuseschiene (1) befindet und/oder
dass sich der zweite Bereich (32), sich entlang einer Ebene einer der zwei Seitenwände
(10, 11) erstreckend, vor der Stirnseite der Gehäuseschiene (1) befindet.
2. Dichtungsvorrichtung nach Anspruch 1, wobei der zweite Bereich (32) Durchgangsöffnungen
(320) für ein Befestigungselement (34) aufweist.
3. Dichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der erste und/oder der
zweite Bereich (31, 32) plattenförmig ausgebildet ist.
4. Dichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Befestigungsmittel
(3) einteilig ausgebildet ist.
5. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der erste und der zweite
(31, 32) Bereich parallel zueinander und seitlich versetzt voneinander verlaufen.
6. Dichtungsanordnung nach Anspruch 5, wobei sich der erste Bereich (31) in einer zweiten
Ebene erstreckt und der zweite Bereich (32) sich in einer Ebene erstreckt, die parallel
und beabstandet zur zweiten Ebene verläuft.
7. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, wobei ein dritter Bereich (33)
vorhanden ist, der senkrecht zum ersten und zweiten Bereich (31, 32) verläuft und
der den ersten Bereich (31) und den zweiten Bereich (32) miteinander verbindet.
8. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der erste Bereich (31)
in Form eines ersten Schenkels ausgebildet ist, der eine Längsrichtung definiert,
wobei der zweite Bereich (32) in Form eines zweiten Schenkels ausgebildet ist, wobei
der zweite Schenkel senkrecht zum ersten Schenkel verläuft und an einer Längsseite
des ersten Schenkels angeordnet ist.
9. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Befestigungsmittel
(3) eine Grundplatte (30) aufweist, die den zweiten Bereich (32) umfasst, und wobei
der erste Bereich (31) an der Grundplatte (30) angeformt ist.
10. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei das Befestigungsmittel
(3) ein Führungsnutpaar (35) ausbildet und wobei ein Schiebekörper (5) vorhanden ist,
der entlang dieses Führungsnutpaars (35) zur Gehäuseschiene (1) hin schiebbar ist
und in einer lösbar fixierten Position haltbar ist.
11. Dichtungsanordnung nach Anspruch 10, wobei der Schiebekörper (5) mittels einer Schnappverbindung
fixiert haltbar ist.
12. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 11, wobei die Dichtungsanordnung
einen mechanischen Auslöser (7) aufweist, um die Dichtleiste (1, 2) relativ zur Gehäuseschiene
(1) zu bewegen und wobei die Dichtungsanordnung ein Schwenkelement (6) aufweist zur
Betätigung des Auslösers (7), wobei das Schwenkelement (6) schwenkbar auf dem Schiebekörper
(5) angeordnet ist.
13. Dichtungsanordnung nach Anspruch 12, wobei die Dichtungsanordnung eine bezüglich eines
Rahmens der Tür oder des Fensters ortsfeste Kontaktierungsfläche (40, 41) umfasst,
wobei das Schwenkelement (6) beim Schliessen des Flügels (F) mittels dieser Kontaktierungsfläche
(40, 41) zum Auslöser (7) hin bewegbar ist, wodurch der Auslöser (7) betätigbar und
die Dichtleiste (1, 2) relativ zur Gehäuseschiene (1) bewegbar ist.
14. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei das Befestigungsmittel
(3) zwei erste Bereiche (31) aufweist, wobei jeweils lediglich einer der zwei ersten
Bereiche (31) zur Befestigung der Gehäuseschiene (1) verwendet ist.
15. Tür- oder Fenstereinheit mit einer Dichtungsanordnung gemäss einer der Ansprüche 1
bis 14 und mit einem bewegbaren Flügel (F), der eine Nut (N) aufweist, wobei die Dichtungsvorrichtung
(1, 2) und das Befestigungsmittel (3) in der Nut (N) angeordnet sind.
16. Aktivierungseinrichtung einer Dichtungsvorrichtung einer Schiebetür, wobei die Aktivierungseinrichtung
ein ein- oder mehrteiliges Schwenkelement (6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenkelement (6) auf einem Schiebekörper (5) schwenkbar angeordnet ist, wobei
der Schiebekörper (5) verschiebbar auf einem Befestigungsmittel (3) angeordnet ist.