[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein adaptives, modulares Bedienmodul in einer
besonders kompakten Bauweise.
[0002] Fahrerkabinen von Off-Highway- und Nutzfahrzeugen wie beispielsweise Landwirtschaftsmaschinen
weisen anders als andere Fahrzeuge kein Armaturenbrett mit einem weitreichenden Platzangebot
für Bedienvorrichtungen auf. Stattdessen weisen derartige Fahrzeuge regelmäßig Fahrersitze
mit daran angeordnetem Armrest auf, in den die zur Bedienung dieses Nutzfahrzeuges
am häufigsten benötigten Bedienelemente angeordnet sind. Die Bedienelemente weisen
dabei üblicherweise einen für einen Benutzer zugänglichen Bedienhebel und für diesen
nicht zugängliche, im Armrest verborgene Funktionsbaugruppen auf. Fahrerkabinen und
Armrest sind kompakt konzipiert, um möglichst viel Fahrzeugraum für Nutzzwecke oder
an das Fahrzeug angeschlossene Maschinen zur Verfügung zu haben und um eine möglichst
geringe Beeinträchtigung des Sichtfeldes des Bedieners nach Außen zu ermöglichen.
[0003] Diese räumlichen Beschränkungen sind insbesondere für adaptive Bedienmodule eine
große Herausforderung, da diese für bedienmodulinterne Funktionen wie ein Stellkrafterzeuger,
Bremskraft- oder Dämpfkrafterzeuger viel Platz benötigen. Die hierfür notwendigen
Baugruppen müssen darüber hinaus so hohe Kräfte erzeugen, dass ein Benutzer an seinem
Bedienhebel ein entsprechendes Feedback erfährt, das über eine einfache Vibration
hinausgeht. Derartig ausgelegte Brems-, Stellkraft- oder Dämpfermodule sind daher
deutlich platzintensiver.
[0004] Adaptive Bedienmodule für sich gesehen sind hinlänglich aus dem Stand der Technik
bekannt:
So offenbart die
DE 20 2005 015 434 U1 eine Bedienvorrichtung mit einem Bedienhebel, bei der Dämpfungselemente extern an
die Steuerwellen des Bedienhebels angeflanscht werden können.
[0005] Aus der
US 9,272,889 B2 ist eine Joystickvorrichtung bekannt, bei der eine Rückstellvorrichtung unterhalb
der Schwenkachse des Joysticks und parallel zur Schwenkebene angeordnet ist.
[0006] Aus der
DE 10 2019 115 329 A1 ist eine Bedienvorrichtung bekannt, die einen Joystick aufweist, welcher im Bereich
seiner Schwenkebene in einem Gehäuse gelagert ist und Wellen aufweist, um die der
Joystick schwenkbar ist. In diesem Bereich ist je Schwenkachse eine Aktorvorrichtung
vorgesehen, die axial an Verlängerungen der Wellen des Joysticks angeschlossen ist
und den Joystick mit Drehmomenten beaufschlagt.
[0007] Aus der
US 6,536,298 B1 ist eine modulare Bedienvorrichtung mit einem Joystick bekannt, wobei der Joystick
auf einer Welle schwenkbar gelagert ist. Die Welle ist im Wesentlichen von einem Gehäuse
umschlossen, wobei die Enden aus diesem Gehäuse heraus- und in weitere Gehäuse hineinragen,
in denen wiederum auf die Welle wirkende Rückstell- und/oder Dämpfungsmodule angeordnet
sind.
[0008] Aus der
US 2009/0146018 A1 ist eine Bedienvorrichtung bekannt, welche einen um zwei Schwenkachsen schwenkbar
gelagerten Joystick aufweist, der zu diesem Zweck auf Wellen gelagert ist, an denen
jeweils axial ein Aktuator angeschlossen ist.
[0009] Diese bekannten Vorrichtungen haben jeweils den Nachteil, dass ein besonders breiter
Unterbau des Joysticks für die Anordnung der Rückstell- und Dämpfungsvorrichtungen
benötigt wird, und sich diese Vorrichtungen daher vor allem für Armaturenbretter eignen.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine besonders platzsparende
und dennoch modulare Anordnung einer Bedienvorrichtung mit einem Joystick vorzuschlagen,
welche auch für schmalere Einbauorte wie einen Armrest für Off-Highway- und Nutzfahrzeuge
geeignet ist.
[0011] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein adaptives Bedienmodul aufweisend einen um mindestens
eine Schwenkachse schwenkbar gelagerten Bedienhebel und je Schwenkachse zumindest
ein erstes aktives Stellkraftmodul, welches ein auf den Bedienhebel wirkendes Drehmoment
erzeugend ist, gegen das ein Nutzer den Bedienhebel aus einer Ruheposition auslenken
muss, wobei das mindestens eine erste aktive Stellkraftmodul unterhalb der mindestens
einen Schwenkachse angeordnet ist und unmittelbar über eine Übersetzung wirksam mit
dem Bedienhebel verbunden ist, wobei die Vorrichtung mindestens zwei erste aktive
Rückstellmodule aufweist, wobei diese insbesondere einen konischen Bereich aufweisen
und in einem 90°-Winkel zueinander angeordnet sind.
[0012] Der Bedienhebel ist erfindungsgemäß bevorzugt um eine oder zwei Schwenkachsen schwenkbar
gelagert, wobei die Schwenkachsen eine Schwenkebene aufspannen. Der Bedienhebel ist
an einem Ende in einem Gehäuse oder einem Armrest gelagert, in dem sich die Rückstellmodule
und die Übersetzung befinden. Je Schwenkachse ist mindestens ein erstes aktives Stellkraftmodul
vorgesehen, welches derart wirksam mit dem Bedienhebel verbunden ist, dass das es
ein koaxial zur Schwenkachse gerichtetes Drehmoment auf den Bedienhebel ausübt. Erfindungsgemäß
besteht eine unmittelbare Verbindung zwischen jedem der ersten aktiven Rückstellmodulen
und dem Bedienhebel mittels einer Übersetzung. Erste aktive Stellkraftmodul und Übersetzung
sind erfindungsgemäß unterhalb der durch die Schwenkachsen aufgespannten Schwenkebene
angeordnet, die durch die Schwenkachsen definiert ist. Ist der Bedienhebel lediglich
um eine Schwenkachse schwenkbar gelagert, ist die Schwenkebene erfindungsgemäß definiert
als diejenige Eben, die orthogonal auf der Längsachse des Bedienhebels in seiner Nullposition
steht und in der die Schwenkachse liegt.
[0013] Diese Stellkraft dient erfindungsgemäß in erster Linie als Rückstellkraft, gegen
die eine Auslenkung des Bedienhebels erfolgt, jedoch in bestimmten Anwendungsfällen
auch dazu, eine solche Auslenkung zu bewirken, zu verstärken oder zu erleichtern.
Im Weiteren werden daher beide Begriffe verwendet, wobei ein Rückstellmodul stets
auch als Stellkraftmodul zu lesen ist. Das aktive Stellkraftmodul der Erfindung ist
dabei erfindungsgemäß so ausgebildet, dass es in erster Linie eine Stellkraft aufbringt,
gegen die ein Nutzer den Bedienhebel aus seiner Ruheposition auslenken muss. Hierbei
ist der Verlauf der winkelabhängigen Stellkraftkurve herstellerseitig variabel einstellbar,
so dass sich Druckpunkte, Kraftrampen, Rasterschritte etc., realisieren lassen, mithin
lineare und nicht-lineare Kurvenverläufe. Das Drehmoment des Stellkraftmoduls kann
dabei das einzige sein, dass auf den Bedienhebel wirkt oder auf dasjenige eines passiven
Rückstellmoduls wie beispielsweise eine Schenkelfeder, addiert werden. Erfindungsgemäß
kann das Drehmoment des Stellkraftmoduls jedoch demjenigen eines passiven Rückstellmoduls
entgegengesetzt ausgebildet sein, das resultierende winkelabhängige Gesamtdrehmoment
also unter demjenigen des passiven Rückstellmoduls liegen.
[0014] Diese vorteilhafte Anordnung der ersten aktiven Rückstellmodule unterhalb der Schwenkebene
ist auch durch die Übersetzung ermöglicht. Die ersten aktiven Rückstellmodule sind
vorzugsweise kompakt unterhalb des Bedienhebels angeordnet, sodass die Vorrichtung
insbesondere in vertikaler Richtung, also senkrecht zur Schwenkachse ausgedehnt ist,
während sie parallel zur Schwenkachse besonders kleinbauend ist, insbesondere nicht
über eine durch die maximale Auslenkungen des Schwenkhebels definierten, parallel
zur Schwenkebene orientierten Bereich hinausragend ist. Der Bereich um den Bedienhebel
herum innerhalb einer Armlehne ist ergonomisch gesehen besonders wertvoll. So werden
durch die erfindungsgemäße Bauweise diese Bereiche nicht durch den Bauraum der Vorrichtung
belegt. Durch die vertikal dominierte Bauweise ist die Vorrichtung zudem ohne Probleme
skalierbar, sodass sie auch für kleinere Joysticks, wie beispielsweise Frontlader-Joysticks,
oder auch größere Joysticks geeignet ist, welche kleinere respektive größere Drehmomente
und somit kleinere respektive größere Rückstellmodule benötigen. Weiter ist bei dieser
Vorrichtung erfindungsgemäß eine Modularität für jede Schwenkachse vorgesehen. So
ist es erfindungsgemäß, dass ein um eine einzelne Schwenkachse in X-Richtung schwenkbar
gelagerter Bedienhebel mit einem ersten aktiven Rückstellmodul ausgestattet ist, welches
ein Drehmoment in Richtung der X-Schwenkachse erzeugend ist. Soll diese Vorrichtung
nun dahingehend erweitert werden, dass eine Auslenkung des Bedienhebels um zwei Schwenkachsen
möglich wird, also in X- und Y-Richtung, so wird erfindungsgemäß ein weiteres erstes
aktives Rückstellmodul in die Vorrichtung integriert, welches dann ein Drehmoment
in Richtung der Y-Schwenkachse erzeugt. Die jeweils zugehörige Übersetzung ist erfindungsgemäß
entweder für zwei erste aktive Rückstellmodule kombiniert oder aber separat vorgesehen
und ist beim Ausbau entsprechend hinzuzufügen. Diese Modularität ist erfindungsgemäß
auch in die Richtung einer Reduktion der Schwenkachsen gegeben, also durch das Entfernen
eines ersten aktiven Rückstellmoduls und der entsprechenden Übersetzung.
[0015] Weist die Vorrichtung exakt zwei erste aktive Rückstellmodule auf, so ist jeweils
eines der ersten aktiven Rückstellmodule vorzugsweise mit jeweils einer Schwenkachse
des Bedienhebels wirksam verbunden und derart zur Schwenkachse angeordnet, dass eine
besonders einfache Übersetzung wie beispielsweise ein Zahnrad oder Zahnriemen einsetzbar
sind. Bei einer anderen erfindungsgemäßen Anordnung führt die Übersetzung die Kraftübertragung
über einen Winkel. Die erfindungsgemäß auch vorgesehene Anordnung der ersten aktiven
Rückstellmodule in einem 90° Winkel zueinander entspricht der Orientierung der Schwenkachsen
des Bedienhebels. Durch den konischen Bereich der ersten aktiven Rückstellmodule kontaktieren
diese sich und liegen dichtestmöglich aneinander. Eine solche Anordnung erlaubt ein
großes Volumen der ersten aktiven Rückstellmodule ohne Überschreitung der einbaubedingten
Platzbegrenzung. Ein großes Volumen der ersten aktiven Rückstellmodule - unter anderem
in Form von MRF-Modulen, Elektromotoren oder Hubmagneten - ist von besonderer Relevanz,
da ein größeres Volumen die Erzeugung eines größeren Drehmoments ermöglicht.
[0016] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass Übersetzung und erstes aktives
Rückstellmodul derart ausgestaltet sind, dass das auf den Bedienhebel wirkende Drehmoment
zwischen 1 und 10 Nm liegt. Dafür ist das erste aktive Rückstellmodul mit einem möglichst
großen Volumen ausgestattet, während die Übersetzung das vom ersten aktiven Rückstellmodul
ausgehende Drehmoment zum Bedienhebel insbesondere um einen Faktor von 2 bis 3 verstärkt.
Drehmomentbereiche von 1 bis 10 Nm ermöglichen zudem einen variablen Einsatz der Vorrichtung
als Fahr- und Hauptjoystick von Off-Highway- und Nutzfahrzeugen, ohne dabei, insbesondere
bei der oben genannten Bauweise, auf weiteren Bauraum angewiesen zu sein.
[0017] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass sie weiter eine passive Rückstelleinheit
aufweist, welche den Bedienhebel in eine Nullposition zurückführend ist. Die passive
Rückstelleinheit ist vorzugsweise von den aktiven Rückstellmodulen entkoppelt und
nicht durch einen Benutzer direkt beeinflussbar, sodass die passive Rückstelleinheit
zu jeder Zeit auf den Bedienhebel wirkt und eine Kraft auf diesen in Richtung seiner
Nullposition ausübt. Durch die aktiven Rückstellmodule ist der Bedienhebel somit gänzlich
individuell, beispielsweise in seinem Force-Feedback-Verhalten oder einer Sperrung
einzelner Richtungen, beeinflussbar, während durch die passive Rückstelleinheit lediglich
eine Grund-Rückstellkraft in Richtung der Nullposition auf den Bedienhebel erzeugt
wird. Dies ist vor allem bei Versagen der aktiven Rückstellmodule von Vorteil, da
der sichere Zustand der Nullposition trotz eines Fehlers, beispielsweise des Motors,
bei dem der Systemstrom abgeschaltet ist, erreicht wird. Die passive Rückstelleinheit
ist dabei derart ausgestaltet, dass sie die Reibung des Bedienhebels überwindet.
[0018] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die passive Rückstelleinheit
als Feder, insbesondere als Schenkelfeder, ausgebildet ist und/oder im Bereich der
mindestens einen Schwenkachsen auf den Bedienhebel wirkend ist. Eine Feder ist eine
besonders einfache und kostengünstige Form einer passiven Rückstelleinheit. Schenkelfedern
sind dabei insbesondere für Winkel- oder Drehbewegungen, wie sie im Falle des Bedienhebels
auftreten, besonders geeignet, da diese bei einem Schwenken des Bedienhebels durch
entsprechende Anformungen des Bedienhebels, welche in die Schenkel der Schenkelfeder
eingreifen, ein Drehmoment aufnehmen, welches sie beim Entspannen wieder direkt oder
über die Anformungen an den Bedienhebel abgeben. Ist die Feder im Bereich der mindestens
einen Schwenkachse auf den Bedienhebel wirkend, so ist keine weitere Übersetzung notwendig
und eine besonders kompakte Bauweise ermöglicht. Alternativ kann die passive Rückstelleinheit
auch als Zug-, Druck- oder Luftfeder ausgebildet sein.
[0019] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass sie je Schwenkachse des Bedienhebels
ein zweites aktives Rückstellmodul aufweist, welches ein auf den Bedienhebel wirkendes,
das Drehmoment des ersten aktiven Rückstellmoduls überlagerndes, zweites Drehmoment
erzeugend ist. Das zweite aktive Rückstellmodul kann durch diese Überlagerung zusätzliche
Funktionen ausüben und ein anderes Drehmoment erzeugen als das erste aktive Rückstellmodul.
Erfindungsgemäß bewirkt das zweite aktive Rückstellmodul kleinere Effekte wie beispielsweise
einen Vibrationsalarm, andere Force-Feedback-Effekte oder wirkt als Spurhalteassistent,
durch das der Bedienhebel in eine bestimmte Richtung forciert wird. Während das erste
aktive Rückstellmodul insbesondere für größere Drehmomente vorgesehen ist, ist das
zweite aktive Rückstellmodul ohne Übersetzung oder sonstige Verstärkung des vom Rückstellmodul
erzeugten Drehmoments erfindungsgemäß. So kann es direkt mit dem Bedienhebel, aber
auch mit der Übersetzung oder mit dem ersten aktiven Rückstellmodul wirksam verbunden
sein.
[0020] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das zweite aktive Stellkraftmodul
ein geringeres Bauvolumen aufweist als das dazu korrespondierende erste aktive Stellkraftmodul.
Da das zweite aktive Stellkraftmodul erfindungsgemäß insbesondere für Aufgaben vorgesehen
ist, bei denen geringere Drehmomente benötigt werden als für die des ersten aktiven
Stellkraftmoduls, kann das zweite aktive Stellkraftmodul kompakter, insbesondere kompakter
als das erste, ausgestaltet sein. Insbesondere ist dessen Durchmesser etwa zwei bis
dreimal kleiner als derjenige des ersten und dessen Länge etwa drei bis viermal kürzer
als diejenige des ersten Stellkraftmoduls, insbesondere Rückstellkraftmoduls.
[0021] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das erste und/oder zweite aktive
Rückstellmodul gewählt ist aus der Gruppe gebildet durch radiales MRF-Modul, lineares
MRF-Modul, Elektromotor, Hubmagnet, Formgedächtnislegierung und sonstige aktive Aktoren.
Derartige Rückstellmodule sind besonders für die aktive, individuelle Ansteuerung
geeignet. So sind mit der entsprechenden Software verschiedenste Modi ermöglicht,
wie beispielsweise Sperrung, Vibration, variable Rückstellkraft, die zuvor genannten
Modi individuell für bestimmte Auslenkungsrichtungen oder -stärke. Dabei ist die zuvor
genannte Auflistung der möglichen Modi nicht als abschließend zu betrachten.
[0022] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Übersetzung gewählt ist aus
der Gruppe gebildet durch Getriebe, Zahnriemen, Kette, Gestänge mit Kugelkopf. Derartige
Formen der Übersetzung stellen insbesondere einfache und kompakte Alternativen dar,
die der erfindungsgemäßen kompakten Bauweise der Vorrichtung entsprechen.
[0023] Die Erfindung wird in einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme auf eine
Zeichnung beispielhaft beschrieben, wobei weitere vorteilhafte Einzelheiten der Zeichnung
zu entnehmen sind.
[0024] Gleichwirkende Teile wurden mit einem gemeinsamen Bezugszeichen versehen.
[0025] Die Figuren zeigen im Einzelnen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen adaptiven Bedienmoduls in einer
bevorzugten Ausführungsform in einer Seitenansicht und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen adaptiven Bedienmoduls in einer
bevorzugten Ausführungsform in einer Ansicht von unten und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der möglichen winkelabhängigen Drehmomentkurven.
[0026] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen adaptiven Bedienmoduls
1 in einer bevorzugten Ausführungsform in Seitenansicht. Am oberen Ende durch einen
Hebelsack umschlossen befindet sich der Bedienhebel 3, welcher in einem freien Ende
von einem Benutzer greifbar ist. Im Bereich seines zweiten, dem freien Ende gegenüberliegenden,
Ende ist der Bedienhebel 3 schwenkbar gelagert. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist der Bedienhebel 3 um zwei Schwenkachsen 2 schwenkbar gelagert. Dabei liegt in
der Darstellungsebene der Figur die erste Schwenkachse 2 senkrecht zur Bildebene und
die zweite Schwenkachse 2 in der Bildebene, wobei beide Schwenkachsen 2 zudem senkrecht
zum Bedienhebel 3 in seiner hier dargestellten Nullposition orientiert sind. Die Schwenkachsen
2 spannen eine Schwenkebene auf, die ebenso wie die Schwenkachsen 2 senkrecht zum
Bedienhebel 3 in seiner Nullposition orientiert ist. Der Bedienhebel 3 kann bis zu
der Schwenkebene reichen und diese kontaktieren, oder aber über die Schwenkebene nach
unten hinausragen und diese durchsetzen. Je Schwenkachse 2 weist das adaptive Bedienmodul
1 ein erstes aktives Rückstellmodul 4 auf, welches im Betriebszustand ein Drehmoment
erzeugt, das im dargestellten Fall mittelbar auf den Bedienhebel 3 übertragen und
so auf diesen in einer gewünschten Force-Feedback- oder sonstigen Funktion wirkt.
Zur Übermittlung der von den ersten aktiven Rückstellmodulen 4 erzeugten Drehmomente
an den Bedienhebel 3 ist eine Übersetzung 5 vorgesehen, welche die ersten aktiven
Rückstellmodule 4 mit dem Bedienhebel 3 wirksam verbindet. Zudem verstärkt die Übersetzung
5 erfindungsgemäß das jeweilige Drehmoment, sodass ein für ein größeres Drehmoment
normalerweise erforderliches, größeres Bauvolumen der ersten aktiven Rückstellmodule
4 vermieden und eine kompaktere Bauweise des adaptiven Bedienmoduls 1 ermöglicht ist.
Zudem ist für eine besonders einfache Form der Übersetzung 5 eine zweite Übersetzung
5 für das zweite der ersten aktiven Rückstellmodule 4 erfindungsgemäß, was hier jedoch
nicht dargestellt ist. Aufgrund der Übersetzung 5 wirken besonders große Drehmomente
auf den Bedienhebel 3, ausgehend von den ersten aktiven Rückstellmodulen 4. Ein zweites
aktives Rückstellmodul 8 ist vorgesehen, welches ein Drehmoment erzeugt, dass das
Drehmoment der ersten aktiven Rückstellmodule 4 überlagert und ebenfalls auf den Bedienhebel
3 wirkt. Dieses zweite aktive Rückstellmodul 8 ist deutlich kleiner ausgestaltet,
da es auch nur kleinere Drehmomente erzeugen soll. Diese kleineren Drehmomente erfüllen
vorwiegend kleinere Aufgaben, wie beispielsweise einen Vibrationsalarm. Die größere
Kräfte erfordernden Aufgaben wie beispielsweise die Sperrung bestimmter Auslenkungen
des Bedienhebels übernehmen die ersten aktiven Rückstellmodule 4. Zudem ist es erfindungsgemäß,
dass auch das zweite aktive Rückstellmodul 8 über eine Übersetzung 5, oder gar über
die gleiche Übersetzung 5 wie die ersten aktiven Rückstellmodule 4 mit dem Bedienhebel
3 wirksam verbunden sind und so das von dem zweiten aktiven Rückstellmodul 8 erzeugte
Drehmoment ebenfalls durch eine Übersetzung 5 verstärkt wird. Ebenso ist es erfindungsgemäß,
dass das adaptive Bedienmodul 1 je Achse ein zweites aktives Rückstellmodul 8 aufweist.
Auch dies ist in der dargestellten Ausführungsform nicht gezeigt. Für eine besonders
vorteilhafte kompakte Bauweise sind die ersten aktiven Rückstellmodule 4 und die Übersetzung
5, aber auch das zweite aktive Rückstellmodul 8 vertikal unterhalb des Bedienhebels
3 und insbesondere unterhalb der durch die Schwenkachsen 2 aufgespannten Schwenkebene
angeordnet. In der dargestellten Ausführungsform ist eine passive Rückstelleinheit
7 in Form einer Schenkelfeder im Bereich der Schwenkachsen 2 des Bedienhebels 3 angeordnet
und auf diesen derart wirkend, dass die passive Rückstelleinheit 7 auch bei mangelnder
Stromversorgung des adaptiven Bedienmoduls 1 den Bedienhebel 3 in seine Nullposition
zurückführend ist.
[0027] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen adaptiven Bedienmoduls
1 in einer bevorzugten Ausführungsform in einer Ansicht von unten. Besonders prägnant
ist die Form der ersten aktiven Rückstellmodule 4 zu erkennen. Sie sind in der dargestellten
Ausführungsform einander kontaktierend angeordnet, um möglichst viel Bauraum einzusparen.
Zudem weisen die ersten aktiven Rückstellmodule 4 jeweils einen konischen Bereich
6 auf, durch den sie auf eine besonders kompakte Weise einander kontaktierend angeordnet
sein können. Zudem ist durch den konischen Bereich 6 trotz des minimal beanspruchten
Bauraums ein maximales Bauvolumen ermöglicht, wobei das von dem ersten aktiven Rückstellmodul
4 erzeugbare Drehmoment vom Bauvolumen abhängig ist. So kann durch eine derartige
Ausgestaltung und Anordnung der ersten aktiven Rückstellmodule 4 ein guter Kompromiss
zwischen einer kompakten Bauweise und einer Erzeugung von derart hohen Drehmomenten
erreicht werden, die zumindest in Kombination mit einer möglichst kompakten Übersetzung
5 auch Force-Feedback-Funktionen wie beispielsweise eine Sperrung der Hebelbewegung
ermöglichen.
[0028] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung möglicher Drehmomentkurven in Abhängigkeit vom
Auslenkungswinkel α in ° des Bedienhebels auf der Abszisse und des Drehmoments T in
Nm auf der Ordinate. Der Maximalwert der Abszisse ist vorgegeben durch die maximale
mechanisch mögliche Auslenkung des Bedienhebels, die maximal möglichen Ordinatenwerte
sind vorgeben durch das maximal zu erreichende Drehmoment T aus der Addition derjenigen
von aktivem Stellkraftmodul und passiver Rückstelleinheit.
[0029] Die nicht markierte, durchgezogene Linie mit linearem Anstieg gibt die Drehmomentkurve
der passiven Rückstelleinheit wieder. Die dazu parallel in Richtung auf die Ordinate
verschobene, gepunktete Linie gibt die minimal mögliche Drehmomentkurve wieder, die
durch ausschließliche Subtraktion des maximalen Drehmoments des aktiven Stellkraftmoduls
von demjenigen der passiven Rückstelleinheit erhalten wird. Zwischen beiden verläuft
eine erste nichtlineare Kurve 9, die erhalten wird durch eine Subtraktion eines variablen
Drehmoments des aktiven Stellkraftmoduls von demjenigen der passiven Rückstelleinheit.
Eine solcher Verlauf kann wünschenswert sein, wenn einem Bediener beispielsweise das
Erreichen eines Leerwegabschnittes einer Arbeitsvorrichtung signalisiert werden soll
und dessen Ende.
[0030] Die zweite nichtlineare Kurve 10 wird erhalten durch Addition eines variablen Drehmoments
des aktiven Stellkraftmoduls zu demjenigen der passiven Rückstelleinheit. Der Kurvenverlauft
gibt beispielhaft einen, von einem Bediener zu überwindenden, Druckpunkt wieder, erfindungsgemäß
wären auch mehrere Druckpunkte entlang des Auslenkungswinkels α, zueinander gleich
oder unterschiedlich beabstandet in α, gleich oder unterschiedlich hoch in T.
[0031] Die dritte nichtlineare Kurve 11 wird erhalten durch eine nichtlineare, maximale
Addition des Drehmoments des aktiven Stellkraftmoduls und simuliert einem Benutzer
die mechanische Auslenkungsbeschränkung des Bedienhebels des Joysticks. Dies kann
immer dann gewünscht sein, wenn bereits kleine Auslenkungsbewegungen ausreichend genaue
Steuerungen ermöglichen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0032]
- 1
- adaptives Bedienmodul
- 2
- Schwenkachse
- 3
- Bedienhebel
- 4
- Erstes aktives Stellkraftmodul
- 5
- Übersetzung
- 6
- Konischer Bereich
- 7
- Passive Rückstelleinheit
- 8
- Zweites aktives Stellkraftmodul
- 9
- Erste nichtlineare Kurve
- 10
- Zweite nichtlineare Kurve
- 11
- Dritte nichtlineare Kurve
1. Adaptives Bedienmodul (1) aufweisend einen um mindestens eine Schwenkachse (2) schwenkbar
gelagerten Bedienhebel (3) und je Schwenkachse (2) zumindest ein erstes aktives Stellkraftmodul
(4), welches ein auf den Bedienhebel (3) wirkendes Drehmoment erzeugend ist, gegen
das ein Benutzer den Bedienhebel (3) aus einer Ruheposition auslenken muss, wobei
das mindestens eine erste aktive Stellkraftmodul (4) unterhalb der mindestens einen
Schwenkachse (2) angeordnet ist und unmittelbar durch eine Übersetzung (5) wirksam
mit dem Bedienhebel (3) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass es zumindest zwei erste aktive Rückstellmodule (4) aufweist, wobei diese insbesondere
einen konischen Bereich (6) aufweisen und in einem 90°-Winkel zueinander angeordnet
sind.
2. Adaptives Bedienmodul (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Übersetzung (5) und erstes aktives Stellkraftmodul (4) derart ausgestaltet sind,
dass das auf den Bedienhebel (3) wirkende Drehmoment zwischen 1 und 10 Nm liegt.
3. Adaptives Bedienmodul (1) gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es weiter eine passive Rückstelleinheit (7) aufweist, welche den Bedienhebel (3)
in eine Nullposition zurückführend ist.
4. Adaptives Bedienmodul (1) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die passive Rückstelleinheit (7) als Feder, insbesondere als Schenkelfeder, ausgebildet
ist und/oder im Bereich der mindestens einen Schwenkachsen (2) auf den Bedienhebel
(3) wirkend ist.
5. Adaptives Bedienmodul (1) gemäß einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es weiter je Schwenkachse des Bedienhebels (3) ein zweites aktives Stellkraftmodul
(8) aufweist, welches ein auf den Bedienhebel (3) wirkendes, das Drehmoment des ersten
aktiven Stellkraftmoduls (4) überlagerndes zweites Drehmoment erzeugend ist.
6. Adaptives Bedienmodul (1) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite aktive Stellkraftmodul (8) ein geringeres Bauvolumen aufweist als das
dazu korrespondierende erste aktive Stellkraftmodul (4).
7. Adaptives Bedienmodul (1) gemäß einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und/oder zweite aktive Stellkraftmodul (4, 8) gewählt ist aus der Gruppe
radiales MRF-Modul, lineares MRF-Modul, Elektromotor, Hubmagnet, Formgedächtnislegierung,
sonstige aktive Aktoren.
8. Adaptives Bedienmodul (1) gemäß einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Übersetzung (5) gewählt ist aus der Gruppe Getriebe, Zahnriemen, Kette, Gestänge
mit Kugelkopf.