Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Behälterbehandlung und ein Verfahren zum Betreiben
einer Anlage zur Behälterbehandlung, wobei die Anlage zum lokalen Aufstellen in einem
Einkaufsmarkt oder an einem Bahnhof geeignet ist.
Technischer Hintergrund
[0002] Getränke und andere flüssige oder pastöse Produkte werden in großen Fabriken hergestellt
und in kleine Gebinde, z. B. aus mehreren Einzelbehältern, verpackt (Primärverpackung).
Diese Gebinde werden wiederum durch Sekundärverpackungen zu größeren Gebinden zusammengefasst.
Anschließend werden die größeren Gebinde zum Einzelhandel transportiert, meist per
LKW und zum Teil mit Umweg über den Großhandel.
[0003] Sowohl als Primär- als auch als Sekundärverpackung kommen entweder Einweg- oder Mehrwegbehälter
zum Einsatz. Einwegverpackungen werden nur zum Teil recycelt, der Rest wird verbrannt
oder deponiert - mit entsprechenden Umweltschäden und Vernichtung von wertvollen Ressourcen.
Alle Verpackungen müssen vom Verpackungshersteller zum Abfüller, vom Getränkeabfüller
zum Großhandel und vom Großhandel zum Einzelhandel transportiert werden. Mehrwegbehälter
nehmen den gleichen Weg wieder zurück. Einwegverpackungen müssen vom Einzelhandel
oder Verbraucher zur Recyclinganlage bzw. zur Mülldeponie oder Müllverbrennung transportiert
werden. Die Verpackung in Kleingebinde erfordert zudem wesentlich mehr Verpackungsmaterial
als in Großgebinden, da wenig Volumen von viel Oberfläche umgeben ist.
[0004] Die
WO 2018/118659 A1 offenbart ein Verfahren zum Abgeben eines Produkts unter Verwendung einer für den
Verbraucher nachfüllbaren Verpackung in einer Einzelhandelsumgebung. Das Verfahren
umfasst die Herstellung eines flüssigen Produkts an einem Herstellungsort. Das flüssige
Produkt wird dann in einem wiederbefüllbaren Kanister zu einem Einzelhandelsstandort
transportiert, der in einem Lagerraum als Teil eines Liefersubsystems zur Übermittlung
des flüssigen Produkts aus dem Lagerraum zu einer Nachfüllstation in einer Einzelhandelsfläche
angebracht ist. Verbraucher bedienen die Nachfüllstation, um einen nachfüllbaren Behälter
mit dem flüssigen Produkt aus dem Kanister im Lagerraum über die Nachfüllstation nachzufüllen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Technik zur Versorgung von Konsumenten
mit Getränken und/oder anderen Produkten zu schaffen, die umweltfreundlich ist und
weniger Verpackungsmüll produziert.
Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen und der Beschreibung angegeben.
[0007] Ein Aspekt betrifft eine (z. B. Klein- und/oder Lokal-) Anlage zur Behälterbehandlung
zum Aufstellen in einem Einkaufsmarkt (z. B. Einzelhandelsumgebung oder Großhandelsumgebung)
oder an einem Bahnhof. Die Anlage weist einen Empfangsbereich auf, in dem mindestens
ein Behälter von einem Benutzer manuell positionierbar ist. Die Anlage weist eine
Reinigungsvorrichtung zum Innenreinigen des mindestens einen Behälters auf. Die Anlage
weist eine Füllvorrichtung zum Füllen des mindestens einen Behälters auf. Die Anlage
weist einen Entnahmebereich auf, aus dem der mindestens eine Behälter nach einer Behandlung
(z. B. Reinigen und Füllen) in der Anlage von dem Benutzer manuell entnehmbar ist.
Die Anlage weist eine Handhabungsvorrichtung auf, die zum Behältertransport (z. B.
mittels Einzelhandling bzw. Einzelhandhabung einzelner oder mehrerer Behälter) zwischen
dem Empfangsbereich, der Reinigungsvorrichtung, der Füllvorrichtung und dem Entnahmebereich
ausgebildet.
[0008] Vorteilhaft kann die Anlage direkt in einem Einkaufsmarkt, an einem Bahnhof oder
einem zentralen Platz im öffentlichen Raum (z. B. Marktplatz) aufgestellt bzw. installiert
werden. Die Anlage ermöglicht, dass Getränke und andere Produkte lokal abgefüllt werden
können. Hierbei können die Behälter zuvor gereinigt werden, um eine hygienische Abfüllung
zu gewährleisten. Vorteilhaft sind die Behälter Mehrwegbehälter, z. B. Glas- oder
Metallflaschen (oder auch Kanister, Kartons, Flakons usw.). Die Anlage kann den Vorteil
bieten, dass Verpackungen häufiger wiederverwendet werden können und kürzere Transportwege
zurückgelegt werden. Primärverpackungen (=Behälter) werden nur vom Konsumenten zum
Verkaufspunkt und zurück transportiert. Sekundärverpackungen können reduziert werden:
Es gibt bspw. nur noch wiederverwendbare Kästen, der Einsatz von Folie fällt weg.
Für den Transport vom Hersteller zum Verkaufspunkt (=Anlage) können bspw. nur Großgebinde
(Container) verwendet werden. Diese haben bei gleichem Inhalt weniger Gewicht als
Einzelbehälter und nehmen weniger Platz weg. Somit kann bspw. in einem LKW mehr Produkt
transportiert werden. Insgesamt können dadurch bspw. weniger CO2 ausgestoßen und Ressourcen
geschont werden.
[0009] In einem Ausführungsbeispiel sind der Empfangsbereich und der Entnahmebereich als
eine integrierte Einheit ausgebildet. Vorteilhaft kann damit eine platzsparende Lösung
zum Empfangen und Ausgeben der Behälter vorgesehen sein.
[0010] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist der Empfangsbereich und/oder der Entnahmebereich
als eine (z. B. überwachte) Schleuse ausgeführt, die vorzugsweise einen Zugang zur
Anlage (z. B. zur Reinigungsvorrichtung, zur Füllvorrichtung und/oder zur Handhabungsvorrichtung)
beschränkt. Vorteilhaft kann damit ein unbefugter Zugang zu der Anlage verhindert
und damit bspw. eine Verletzungsgefahr für den Benutzer verringert werden.
[0011] In einem weiteren Ausführungsbeispiel sind in dem Empfangsbereich gleichzeitig (bzw.
mit einem Mal) mehrere Behälter in einem Gebinde, vorzugsweise einem Kasten, von dem
Benutzer manuell positionierbar. Alternativ oder zusätzlich sind aus dem Entnahmebereich
gleichzeitig (bzw. mit einem Mal) mehrere Behälter in einem Gebinde, vorzugsweise
einem Kasten, von dem Benutzer manuell entnehmbar. Damit kann vorteilhaft eine Leistung
der Anlage erhöht werden sowie bspw. eine echte Alternative zu einem herkömmlichen
Getränkemarkt oder einer herkömmlichen Getränkeabteilung in einem Supermarkt geschaffen
werden.
[0012] In einem weiteren Ausführungsbeispiel weist die Handhabungsvorrichtung mindestens
einen, vorzugsweise mehrachsigen, Roboter, vorzugsweise Gelenkarmroboter, Portalroboter
und/oder Deltaroboter, auf (oder ist als solcher ausgebildet). Alternativ oder zusätzlich
verbindet die Handhabungsvorrichtung den Empfangsbereich, die Reinigungsvorrichtung,
die Füllvorrichtung und den Entnahmebereich flexibel (z. B. steuerungstechnisch anpassbar,
veränderbar oder programmierbar) miteinander. Alternativ oder zusätzlich sind der
Empfangsbereich, die Reinigungsvorrichtung, die Füllvorrichtung und/oder der Entnahmebereich
verteilt um die Handhabungsvorrichtung herum angeordnet, vorzugsweise sternförmig.
Vorteilhaft kann somit eine besonders platzsparende Anlage geschaffen werden. Vorzugsweise
kann der Behältertransport sehr flexibel gestaltet werden. Während bspw. einige Behälter
in der Reinigungsvorrichtung gereinigt werden, kann die Handhabungsvorrichtung andere
Behälter von der Füllvorrichtung oder aus dem Empfangsbereich abtransportieren. Die
Handhabungsvorrichtung kann vorzugsweis immer genau dort Behälter handhaben, wo gerade
ein Behältertransport benötigt wird.
[0013] Beispielsweise kann die Handhabungsvorrichtung im Wesentlichen zentral in der Anlage
angeordnet sein.
[0014] In einer Ausführungsform weist die Füllvorrichtung mehrere Füllstationen zum unterschiedlichen
Befüllen des mindestens einen Behälters auf. Vorteilhaft können damit auch unterschiedliche
Produkte angefüllt werden.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform sind die mehreren Füllstationen zumindest teilweise
mit unterschiedlich befüllten Großgebinden verbunden oder verbindbar. Alternativ oder
zusätzlich ist zumindest eine der mehreren Füllstationen mit einem Ausmischsystem,
einem Umkehrosmosesystem, einem Enthärter, einem Remineralisiersystem, einem Karbonisierer
und/oder einem Trinkwasseranschluss der Anlage verbunden. Alternativ oder zusätzlich
ist zumindest eine der mehreren Füllstationen als Aseptik-Füllstation zum aseptischen
Abfüllen ausgebildet. Alternativ oder zusätzlich ist zumindest eine der mehreren Füllstationen
zum Mischen mehrerer Produkte beim Abfüllen ausgebildet.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform weist die Anlage ferner eine Verschlusslösevorrichtung
zum Lösen eines Verschlusses, vorzugsweise Schraubverschlusses, von dem mindestens
einen Behälter auf. Alternativ oder zusätzlich weist die Anlage eine Verschließvorrichtung
zum Verschließen des mindestens einen Behälters, vorzugsweise mit einem Schraubverschluss,
auf. Alternativ oder zusätzlich weist die Anlage eine Verschlussreinigungsvorrichtung
zum Reinigen eines Verschlusses des mindestens einen Behälters auf. Beispielsweise
kann die Verschlussreinigungsvorrichtung mit der Reinigungsvorrichtung integriert
oder separat dazu ausgebildet sein.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform weist die Anlage ferner einen Pufferbereich auf,
in dem der mindestens eine Behälter zwischenlagerbar ist. Vorteilhaft können damit
bspw. fertig befüllte Behälter zwischengelagert werden, bis der Bediener zum Abholen
erscheint. Die Behälter blockieren damit bspw. nicht den Entnahmebereich und ggf.
den Empfangsbereich.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform weist die Anlage ferner eine Ent- und/oder Verpackungsstation
auf, an der mehrere Behälter aus einem Gebinde, vorzugsweise Kasten, entnehmbar und/oder
in einem Gebinde, vorzugsweise Kasten, positionierbar sind, vorzugsweise mittels der
Handhabungsvorrichtung oder einem Roboter, vorzugsweise SCARA-Roboter, der Ent- und/oder
Verpackungsstation.
[0019] In einer Ausführungsvariante weist die Anlage ferner eine Inspektionsvorrichtung
auf, die dazu ausgebildet ist, die Behälter auf eine Beschädigung und/oder Verschmutzung
hin zu prüfen, vorzugsweise visuell, chemisch und/oder mittels Massenspektrometer.
Behälter mit Beschädigungen oder nicht mehr zu reinigenden Verschmutzungen können
somit vorteilhaft ausgeschleust werden.
[0020] In einer weiteren Ausführungsvariante kann die Anlage ferner eine Etikettier- und/oder
Druckvorrichtung aufweisen, die dazu ausgebildet ist, die Behälter in Abhängigkeit
von einem Füllmedium in dem jeweiligen Behälter, das die Füllvorrichtung in den jeweiligen
Behälter gefüllt hat, mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum und/oder einer Information
zum Füllmedium zu versehen.
[0021] In einem Ausführungsbeispiel weist die Anlage ferner eine Kommunikationsschnittstelle
zum (z. B. direkten, indirekten und/oder drahtlosen) Kommunizieren mit einem mobilen
Endgerät (z. B. Tablet, Smartphone usw.) auf. Vorteilhaft kann somit eine Steuerung
der Anlage über das mobile Endgerät und einer bspw. darauf installierten App ermöglicht
werden. Die Übertragung kann bspw. von daheim aus über das Internet oder direkt vor
Ort bei der Anlage mittels drahtloser Kommunikation mit der Anlage (z. B. WLAN, Bluetooth,
NFC usw) erfolgen.
[0022] In einem Ausführungsbeispiel ist die Kommunikationsschnittstelle dazu konfiguriert,
eine Auftragsinformation zum Befüllen mindestens eines vorbestimmten Behälters mit
einem vorgegeben Füllmedium von dem mobilen Endgerät zu empfangen (und z. B. an eine
Steuereinheit der Anlage zu übermitteln). Mittels einer App kann bspw. daheim eine
Auswahl an zu füllenden Produkten getroffen werden.
[0023] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Kommunikationsschnittstelle dazu konfiguriert,
eine Abholinformation zum Abholen mindestens eines vorbestimmten Behälters aus dem
Entnahmebereich an das mobile Endgerät zu senden. Vorteilhaft kann der Benutzer somit
darüber informiert werden, wann er die gefüllten Behälter von der Anlage abholen kann.
[0024] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Kommunikationsschnittstelle dazu konfiguriert,
eine Statusinformation zum aktuellen Behandlungsstatus mindestens eines vorbestimmten
Behälters an das mobile Endgerät zu senden. Vorteilhaft kann der Benutzer somit darüber
informiert werden, wie lange die Behandlung noch dauern wird.
[0025] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Kommunikationsschnittstelle dazu konfiguriert,
eine Abrechnungsinformation zur Abrechnung einer Behandlung mindestens eines vorbestimmten
Behälters von dem mobilen Endgerät zu empfangen und/oder zu dem mobilen Endgerät zu
senden. Vorzugsweise kann somit bspw. eine Bezahlung per App ermöglicht werden.
[0026] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Kommunikationsschnittstelle dazu konfiguriert,
eine Information bezüglich verfügbarer Füllmedien der Füllvorrichtung, bezüglich einer
geschätzten Behälterbehandlungsdauer, bezüglich eines Preises für die Behälterbehandlung,
bezüglich kompatibler Behälter und/oder bezüglich eines Belegungszustands der Anlage
zu dem mobilen Endgerät zu senden.
[0027] In einer Ausführungsform weist die Anlage ferner eine Benutzerschnittstelle auf,
mittels der eine Auftragsinformation zum Befüllen mindestens eines vorbestimmten Behälters
mit einem vorgegebenen Füllmedium von dem Benutzer eingebbar ist. Alternativ oder
zusätzlich ist mittels der Benutzerschnittstelle eine Information bezüglich verfügbarer
Füllmedien der Füllvorrichtung, bezüglich einer geschätzten Behälterbehandlungsdauer,
bezüglich eines Preises für die Behälterbehandlung, bezüglich kompatibler Behälter
und/oder bezüglich eines Belegungszustands der Anlage ausgebbar. Alternativ oder zusätzlich
ist die Benutzerschnittstelle zum Empfangen von Bargeld, zum bargeldlosen Bezahlen
und/oder zum Ausgeben eines (z. B. digitalen oder gedruckten) Rechnungsbelegs ausgebildet.
[0028] In einem Ausführungsbeispiel weist die Anlage eine Gesamtstellfläche von ≤ 100 qm,
≤ 80 qm, ≤ 60 qm, ≤ 50 qm, ≤ 40 qm, ≤ 30 qm, ≤ 20 qm, ≤ 15 qm oder ≤ 10 qm auf. Vorteilhaft
kann damit eine vergleichsweise kleine Anlage zur Installation in einem Einkaufsmarkt,
an einem Bahnhof usw. geschaffen werden.
[0029] Es ist möglich, dass die Ent- und/oder Verpackungsvorrichtung, die Inspektionsvorrichtung,
die Verschlusslösevorrichtung, die Verschlussreinigungsvorrichtung, der Pufferbereich,
die Verschließvorrichtung und/oder die Etikettier- und/oder Druckvorrichtung (z. B.
ebenfalls) verteilt um die Handhabungsvorrichtung herum angeordnet sind.
[0030] Es ist auch möglich, dass die Handhabungsvorrichtung zum Behältertransport (z. B.
mittels Einzelhandling bzw. Einzelhandhabung einzelner oder mehrerer Behälter) zwischen
der Ent- und/oder Verpackungsvorrichtung, der Inspektionsvorrichtung, der Verschlusslösevorrichtung,
der Verschlussreinigungsvorrichtung, dem Pufferbereich, der Verschließvorrichtung
und/oder der Etiketier- und/oder Druckvorrichtung ausgebildet ist.
[0031] Ein weiterer Aspekt betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Anlage wie hierin
offenbart, vorzugsweise in einem Einkaufsmarkt oder an einem Bahnhof. Das Verfahren
weist ein manuelles Positionieren mindestens eines Behälters im Empfangsbereich durch
den Benutzer, ein Transportieren des mindestens einen Behälters durch die Anlage mittels
der Handhabungsvorrichtung und ein Reinigen des mindestens einen Behälters mittels
der Reinigungsvorrichtung auf. Das Verfahren weist ferner ein Füllen des mindestens
einen (z. B. gereinigten) Behälters mittels der Füllvorrichtung (z. B. mit Trinkwasser,
Milch, Saft, Softdrink, Schorle, Bier, Wein, Reinigungsmitteln oder Pflegeprodukten)
und ein Bereitstellen des mindestens einen (z. B. gereinigten und gefüllten) Behälters
in dem Entnahmebereich zur manuellen Entnahme auf.
[0032] Beispielsweise kann das Verfahren ferner ein Entpacken des mindestens einen Behälters
aus einem Gebinde, vorzugsweise einem Kasten, mittels der Entpackungsvorrichtung aufweisen.
Optional kann das Verfahren ein Lösen eines Verschlusses von dem mindestens einen
Behälter mittels der Verschlusslösevorrichtung aufweisen. Vorzugsweise kann das Verfahren
ein Prüfen des mindestens einen Behälters mittels der Inspektionsvorrichtung aufweisen.
Bevorzugt kann das Verfahren ein Reinigen des gelösten Verschlusses mittels einer
Verschlussreinigungsvorrichtung oder der Reinigungsvorrichtung aufweisen. Beispielsweise
kann das Verfahren ferner ein Verschließen des mindestens einen Behälters, vorzugsweise
mit dem gereinigten Verschluss, mittels der Verschließvorrichtung aufweisen. Optional
kann das Verfahren ferner ein Verpacken des mindestens einen Behälters in einem Gebinde,
vorzugsweise Kasten, mittels der Verpackungsvorrichtung aufweisen. Vorzugsweise kann
das Verfahren ferner ein Zwischenlagern des mindestens einen Behälters in dem Pufferbereich
aufweisen.
[0033] Vorzugsweise kann sich der Begriff "Steuereinheit" auf eine Elektronik (z. B. mit
Mikroprozessor(en) und Datenspeicher) beziehen, die je nach Ausbildung Steuerungsaufgaben
und/oder Regelungsaufgaben und/oder Verarbeitungsaufgaben übernehmen kann. Auch wenn
hierin der Begriff "Steuern" verwendet wird, kann damit gleichsam zweckmäßig auch
"Regeln" bzw. "Steuern mit Rückkopplung" und/oder "Verarbeiten" umfasst bzw. gemeint
sein.
[0034] Die zuvor beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen und Merkmale der Erfindung
sind beliebig miteinander kombinierbar.
Kurzbeschreibung der Figur
[0035] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden unter Bezug auf
die beigefügte Zeichnung beschrieben. Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Draufsicht auf eine (Klein-) Anlage zur Behälterbehandlung gemäß
einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Offenbarung.
Detaillierte Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen
[0036] Die Figur 1 zeigt eine Behälterbehandlungsanlage 10. Die Anlage 10 ist als Kleinanlage
bzw. Lokalanlage konfiguriert. Beispielsweise hat die Anlage 10 eine Gesamtstellfläche,
die ≤ 100 qm, ≤ 80 qm, ≤ 60 qm, ≤ 50 qm, ≤ 40 qm, ≤ 30 qm, ≤ 20 qm, ≤ 15 qm oder ≤
10 qm ist. Die Anlage 10 kann bevorzugt in einem Einkaufsmarkt (z. B. Supermarkt,
Discounter, Getränkemarkt, Einzelhandel, Großhandel, Einkaufszentrum usw.) aufgestellt
bzw. verwendet werden. Alternativ kann die Anlage 10 bspw. an einem Bahnhof oder einem
zentralen Platz im öffentlichen Raum aufgestellt bzw. verwendet werden. Die Anlage
10 kann bspw. in einem abschließbaren Raum untergebracht sein, der für einen Benutzer
B der Anlage 10 nicht zugänglich ist bzw. nur für Technik- und Servicepersonal zugänglich
ist (z. B. schlüsselgesichert).
[0037] Die Anlage 10 weist einen Empfangsbereich 12, eine Reinigungsvorrichtung 14, eine
Füllvorrichtung 16, einen Entnahmebereich 18 und eine Handhabungsvorrichtung 20 auf.
Die Anlage 10 kann ferner eine Ent- und/oder Verpackungsstation 22, eine Verschlusslösevorrichtung
24, eine Inspektionsvorrichtung 26, einen Pufferbereich 28, eine Verschließvorrichtung
30 und/oder eine Etikettier- und/oder Druckvorrichtung 32 aufweisen. Die Anlage 10
kann ferner eine Benutzerschnittstelle 34, eine Kommunikationsschnittstelle 36 und/oder
eine Steuereinheit 38 aufweisen.
[0038] Der Empfangsbereich 12 ist zum Empfangen von Behältern 40 von einem Benutzer B ausgebildet
Die Benutzer B kann die Behälter 40 selbst in dem Empfangsbereich 12 positionieren.
Im Empfangsbereich 12 positionierte Behälter 40 können bevorzugt von der Handhabungsvorrichtung
20 abtransportiert werden.
[0039] Die Behälter 40 sind bevorzugt Mehrwegbehälter. Die Behälter 40 können für die Verwendung
in der Anlage 10 vorbestimmt sein. Vorzugsweise sind die Behälter 40 Glasbehälter
(z. B. Glasflaschen) oder Metallbehälter (z. B. Metallflaschen), vorzugsweise aus
Hygienegründen für die Abfüllung von Lebensmitteln bzw. Getränken. Es ist allerdings
auch möglich, dass die Behälter 40 bspw. Kunststoffbehälter sind, vorzugsweise für
die Abfüllung von Reinigungsmitteln oder Pflegeprodukten bzw. Health-Care-Produkten.
Zur Benutzung der Anlage 10 kann der Benutzer B die Behälter 40 selbst mitbringen
oder bspw. vor Ort an der Anlage 10 erwerben.
[0040] Beispielsweise können die Behälter 40 einzeln, zu mehreren oder in mindestens einem
Gebinde (z. B. Kiste) in den Empfangsbereich 12 gegeben werden. Es ist auch möglich,
dass der Empfangsbereich 12 in mehrere Unterbereiche unterteilt ist. Ein Unterbereich
kann zum Empfangen von einzelnen Behältern 40 ausgeführt sein. Ein weiterer Unterbereich
kann zum Empfangen von mindestens einem Gebinde mit mehreren Behältern 40 ausgebildet
sein.
[0041] Der Empfangsbereich 12 kann eine stationäre Abstellfläche für die Behälter 40 aufweisen.
Alternativ kann die Abstellfläche bspw. bewegbar sein, z. B. in Form eines Platten-
oder Bandförderers. Auf der bewegbaren Abstellfläche können die Behälter 40 bspw.
in Richtung zu der Handhabungsvorrichtung 20 und/oder entgegengesetzt dazu transportiert
werden.
[0042] Der Empfangsbereich 12 kann den Benutzer B von der Anlage 10 trennen. Der Empfangsbereich
12 kann als eine Schleuse ausgeführt sein. Die Schleuse kann bspw. mindestens eine
Schleusentür 42, 44 aufweisen.
[0043] Die Schleusentür 42 kann in einer Schließstellung einen Zugang zu dem Empfangsbereich
12 von außerhalb der Anlage 10 blockieren. Die Schleusentür 42 kann in einer Öffnungsstellung
einen Zugang zu dem Empfangsbereich 12 von außerhalb der Anlage 10 freigeben.
[0044] Die Schleusentür 44 kann in einer Schließstellung einen Zugang zu dem Empfangsbereich
12 von innerhalb der Anlage 10 und/oder für die Handhabungsvorrichtung 20 blockieren.
Die Schleusentür 44 kann in einer Öffnungsstellung einen Zugang zu dem Empfangsbereich
12 von innerhalb der Anlage 10 und/oder für die Handhabungsvorrichtung 20 freigeben.
[0045] Die Schleusentür 42 und/oder 44 kann zwischen der Schließstellung und der Öffnungsstellung
bewegbar, z. B. verschiebbar und/oder verschwenkbar, sein. Die Schleusentür 42 und/oder
44 kann bspw. mittels eines Antriebs, vorzugsweise eines elektrischen Antriebs, bewegbar
sein.
[0046] Es ist möglich, dass die Schleusentüren 42, 44 im Normalbetrieb der Anlage 10 derart
von der Steuereinheit 38 gesteuert sind, dass gleichzeitig maximal eine von den beiden
Schleusentüren 42, 44 geöffnet ist.
[0047] Es ist auch möglich, dass der Empfangsbereich 12 überwacht ist, z. B. mittels einer
Kamera, einem LED-Scanner oder einem Laser-Scanner. Sofern eine unzulässige Bewegung
oder ein unzulässiges Eindringen in den Empfangsbereich 12 detektiert wird, kann die
Steuereinheit 38 bspw. ein Öffnen der Schleusentür 44 verhindern, ein Schließen der
Schleusentür 44 bewirken und/oder die Handhabungsvorrichtung 20 stilllegen oder in
einen sicheren Zustand überführen.
[0048] Es ist ebenfalls möglich, dass der Empfangsbereich 12 und der Entnahmebereich 18
als ein gemeinsamer Empfangs-Entnahme-Bereich ausgebildet sind, wie in Figur 1 dargestellt
ist. Alternativ können der Empfangsbereich 12 und der Entnahmebereich 18 bspw. getrennt
voneinander ausgebildet sein.
[0049] Die Reinigungsvorrichtung 14 ist dazu ausgebildet, Behälter 40 von innen zu reinigen.
Die Reinigungsvorrichtung 14 kann die Behälter 40 von der Handhabungsvorrichtung 20
empfangen. Nach der Reinigung kann die Handhabungsvorrichtung 20 die gereinigten Behälter
04 abtransportieren.
[0050] Die Reinigungsvorrichtung 14 kann die Behälter 40 mit einer Reinigungsflüssigkeit,
z. B. Wasser ggf. mit einem Reinigungsadditiv (z. B. Lauge), reinigen und/oder sterilisieren.
Die Reinigungsvorrichtung 14 kann die Behälter 40 bspw. ausspülen. Beispielsweise
kann die Reinigungsvorrichtung 14 mehrere Flüssigkeitsdüsen aufweisen, aus denen eine
Reinigungsflüssigkeit in die Behälter 40 gespritzt werden kann. Die Behälter 40 können
so in der Reinigungsvorrichtung 14 positioniert und/oder ausgerichtet werden, dass
die Flüssigkeitsdüsen auf Behälteröffnungen der Behälter 40 zielen.
[0051] Bspw. kann die Reinigungsvorrichtung 14 die Behälter 40 über Kopf reinigen. Die Behälter
40 können bspw. von der Handhabungsvorrichtung 20 über Kopf an die Reinigungsvorrichtung
14 übergeben werden.
[0052] Die Reinigungsvorrichtung 14 kann die Behälter 40 stationär reinigen. Alternativ
können die Behälter 40 beim Reinigen in der Reinigungsvorrichtung 14 bspw. von einem
Einlass der Reinigungsvorrichtung 14 zu einem Auslass der Reinigungsvorrichtung 14
gefördert werden, bevorzugt mittels eines angetriebenen Förderers. Die Behälter 40
können am Einlass von der Handhabungsvorrichtung 20 übernommen bzw. abgegeben werden.
Die Behälter 40 können am Auslass von der Handhabungsvorrichtung 20 übernommen bzw.
abtransportiert werden.
[0053] Die Füllvorrichtung 16 ist zum Füllen der Behälter 40 ausgebildet. Die Füllvorrichtung
16 ist bevorzugt als ein Linearfüller ausgeführt. Alternativ kann die Füllvorrichtung
16 bspw. als ein Füllerkarussell ausgeführt sein. Die Füllvorrichtung 16 kann die
(gereinigten) Behälter 40 von der Handhabungsvorrichtung 20 empfangen. Die gefüllten
Behälter 40 können von der Handhabungsvorrichtung 20 abtransportiert werden.
[0054] Die Füllvorrichtung 16 kann mehrere Füllstationen 16A-16D zum Befüllen der Behälter
40 mit unterschiedlichen Produkten oder Füllmedien aufweisen. Je nach Konfiguration
kann mit mindestens einer der Füllstationen 16A - 16D Trinkwasser (Tafelwasser), mindestens
ein Saft, mindestens eine Schorle, mindestens eine Limonade, mindestens ein Softdrink,
mindestens eine Milch, mindestens ein Wein, mindestens ein Bier, mindestens ein (Körper-)
Pflegeprodukt und/oder mindestens ein Reinigungsprodukt abgefüllt werden.
[0055] Es ist möglich, dass mindestens eine der Füllstationen 16A - 16D zum aseptischen
Abfüllen ausgebildet ist, z. B. um Milch in die Behälter 40 abzufüllen. Die Milch
kann bspw. zuvor in einer Molkerei pasteurisiert und in einem wiederverwendbaren Großgebinde
an die entsprechende Füllstation angeschlossen werden.
[0056] Beispielsweise kann mit der Füllstation 16A mindestens ein Saft, eine Schorle und/oder
ein Softdrink abgefüllt werden. Der Füllstation 16A kann bspw. mit einem Ausmischsystem
46 und einem Umkehrosmosesystem 48 verbunden sein. Vorzugsweise pasteurisiertes Saftkonzentrat
kann in einem wiederverwendbaren Großgebinde an das Ausmischsystem 46 angeschlossen
werden. Das Umkehrosmosesystem 48 kann an einen Trinkwasseranschluss angeschlossen
sein und das Trinkwasser zum Bereitstellen von Umkehrosmosewasser behandeln. Im Ausmischsystem
46 kann das gewünschte Getränk mit Umkehrosmosewasser von dem Umkehrosmosesystem 48
ausgemischt und optional karbonisiert werden. Alternativ kann die Ausmischung bspw.
im Füllventil der Füllstation 16A erfolgen. Das ausgemischte Getränk kann mit der
Füllstation 16A in einen Behälter 40 abgefüllt werden, vorzugsweise aseptisch.
[0057] Beispielsweise kann mit der Füllstation 16B mindestens ein Trinkwasser abgefüllt
werden. Die Füllstation 16B kann bspw. mit dem Umkehrosmosesystem 48 und einem Remineralisiersystem
50 (z. B. mit Mineraliendosierstation, Dolomitfilter) verbunden sein. Optional kann
bspw. noch ein Enthärtersystem vorhanden sein. Mit dem Umkehrosmosesystem 48 kann
Umkehrosmosewasser bereitgestellt werden. Das Remineralisiersystem 50 kann das Umkehrosmosewasser
wie gewünscht zur Herstellung von Tafelwässern remineralisieren, sodass bspw. ein
"Nachbau" von Mineralwässern von Ort in der Anlage 10 ermöglicht wird. Wenn gewünscht,
kann das Trinkwasser optional karbonisiert werden. Alternativ kann das Trinkwasser
bspw. in einem wiederverwendbaren Großgebinde vom Hersteller zur Verfügung gestellt
und an der Füllstation 16B angeschlossen werden.
[0058] Beispielsweise können mit der Füllstation 16C Getränke, wie bspw. Bier oder Wein
usw., abgefüllt werden. Bier kann bspw. von einer Brauerei in ein wiederverwendbares
Großgebinde 52 (z. B. KEG oder Container-je nach Absatzvolumen; nur rein schematisch
und verkleinert in Figur 1 dargestellt) gefüllt werden. Wein kann bspw. von einem
Winzer in ein wiederverwendbares Großgebinde 52 (z. B. KEG, Container - je nach Absatzvolumen)
gefüllt werden. Das Großgebinde 52 kann an die Füllstation 16C angeschlossen werden.
Das im angeschlossenen Großgebinde 52 enthaltene Produkt kann mit der Füllstation
16C in einen Behälter 40 abgefüllt werden, vorzugsweise aseptisch.
[0059] Beispielsweise kann mit der Füllstation 16D ein Reinigungsmittel (z. B. Spülmittel,
Essigreiniger usw.) oder ein Pflegeprodukt bzw. Health-Care-Produkt (z. B. Flüssigseife,
Shampoo usw.) abgefüllt werden. Das Reinigungsmittel oder das Pflegeprodukt kann bspw.
vom Hersteller in einem Großgebinde 54 (nur rein schematisch und verkleinert in Figur
1 dargestellt) gefüllt werden. Das Großgebinde 54 kann an die Füllstation 16D angeschlossen
werden.
[0060] Das Großgebinde 52 und/oder 54 kann bspw. ein Volumen von mindestens 10 Litern, vorzugsweise
mindestens 30 Litern oder mindestens 50 Litern, aufweisen. Ein Großgebinde 52 und/oder
54 kann auch ein Volumen von 1 m
3 bei bereits ausgemischten Produkten aufweisen.
[0061] Es ist möglich, dass die Füllstationen 16A-16D mittels einer Selbstreinigung (z.
B. mittels eines CIP-Systems = cleaning-in-place) gereinigt werden können. Die Reinigung
kann bspw. in vorgebaren Zeitintervallen, nach einer vorgegebenen Anzahl an Füllzyklen,
bei Betriebsbeginn der Anlage 10 und/oder zum Betriebsende der Anlage 10 automatisch
erfolgen. Optional können zum Steuern der Reinigung Produktkategorien angelegt werden,
die vom gleichen Füllventil der Füllstationen 16A-16D gefüllt werden können. Es kann
bspw. eine Matrix erstellt werden, welche Reinigung (keine, nur Wasser, Lauge, Säure,...)
notwendig ist, wenn ein bestimmtes Produkt auf ein bestimmtes anderes Produkt an derselben
Füllstation 16A - 16D folgt.
[0062] Der Entnahmebereich 18 ist zum Bereitstellen der (gereinigten und gefüllten) Behälter
40 ausgebildet. Der Entnahmebereich 18 kann die Behälter 40 von der Handhabungsvorrichtung
20 empfangen. Beispielsweise können die Behälter 40 einzeln, zu mehreren oder in mindestens
einem Gebinde (z. B. Kiste) in dem Entnahmebereich 18 bereitgestellt werden. Es ist
auch möglich, dass der Entnahmebereich 18 in mehrere Unterbereiche unterteilt ist.
Ein Unterbereich kann zum Bereitstellen von einzelnen Behältern 40 ausgeführt sein.
Ein weiterer Unterbereich kann zum Bereitstellen von mindestens einem Gebinde mit
mehreren Behältern 40 ausgebildet sein.
[0063] Der Entnahmebereich 18 kann eine stationäre Abstellfläche für die Behälter 40 aufweisen.
Alternativ kann die Abstellfläche bspw. bewegbar sein, z. B. in Form eines Platten-
oder Bandförderers. Auf der bewegbaren Abstellfläche können die Behälter 40 bspw.
in Richtung zu der Handhabungsvorrichtung 20 und/oder entgegengesetzt dazu transportiert
werden.
[0064] Der Entnahmebereich 18 kann den Benutzer B von der Anlage 10 trennen. Der Entnahmebereich
18 kann als eine Schleuse ausgeführt sein, entsprechend den Erläuterungen zur Ausführung
des Empfangsbereichs 12 als Schleuse. Bspw. kann der Entnahmebereich 18 mindestens
eine Schleusentür 42, 44 aufweisen, usw.
[0065] Die Handhabungsvorrichtung 20 kann die Vorrichtungen bzw. Bereiche 12, 14, 16, 18,
22, 24, 26, 28, 30 und/oder 32 miteinander zum Transportieren von Behältern zwischen
diesen Vorrichtungen bzw. Bereichen 12, 14, 16, 18, 22, 24, 26, 28, 30 und/oder 32
verbinden, vorzugsweise im Einzelhandling (d. h. kein fließender Prozess).
[0066] Bevorzugt weist die Handhabungsvorrichtung 20 mindestens einen, vorzugsweise mehrachsigen,
Roboter, auf oder ist als mindestens ein Roboter ausgeführt. Der mindestens eine Roboter
kann bspw. einen Gelenkarmroboter, einen Portalroboter und/oder einen Deltaroboter
aufweisen. Es ist auch möglich, dass die Handhabungsvorrichtung 20 mindestens einen
Behälterförderer aufweist.
[0067] Die Handhabungsvorrichtung 20 kann im Wesentlichen mittig bzw. zentral in der Anlage
10 angeordnet sein. Bevorzugt sind die Vorrichtungen bzw. Bereiche 12, 14, 16, 18,
22, 24, 26, 28, 30 und/oder 32 verteilt um die Handhabungsvorrichtung 20 herum angeordnet,
vorzugsweise sternförmig. Die Handhabungsvorrichtung 20 kann derart angeordnet sein,
dass sie die Vorrichtungen bzw. Bereiche 12, 14, 16, 18, 22, 24, 26, 28, 30 und/oder
32 erreichen kann.
[0068] Es ist möglich, dass die Handhabungsvorrichtung 20 die Behälter 40 über Kopf und
zurückdrehen kann. Beispielsweise kann die Handhabungsvorrichtung 20 die Behälter
40 vor einer Übergabe an die Reinigungsvorrichtung 14 über Kopf drehen. Alternativ
oder zusätzlich kann die Handhabungsvorrichtung 20 über Kopf ausgerichtete Behälter
40 aus der Reinigungsvorrichtung 14 wieder in eine aufrechte Ausrichtung zurückdrehen.
Alternativ kann bspw. die Reinigungsvorrichtung 14 zum Drehen über Kopf und/oder zum
Zurückdrehen der Behälter 40 ausgebildet sein.
[0069] Die Ent- und/oder Verpackungsstation 22 ist dazu ausgebildet, Behälter 40 aus einem
Gebinde (z. B. Kasten) zu entpacken bzw. zu entnehmen und/oder Behälter 40 in einem
Gebinde (z. B. Kasten) zu verpacken bzw. zu positionieren. Die Station 22 kann hierfür
bspw. eine eigene Robotervorrichtung, z. B. einen SCARA-Roboter, aufweisen. Alternativ
oder zusätzlich kann die Station 22 bspw. von der Handhabungsvorrichtung 20 betrieben
werden.
[0070] Beispielsweise kann die Station 22 die Behälter 40 von der Handhabungsvorrichtung
20 empfangen. Nach dem Entpacken in der Station 22 kann die Handhabungsvorrichtung
20 die Behälter 40 bspw. zu der Verschlusslösevorrichtung 24, der Inspektionsvorrichtung
26 oder der Reinigungsvorrichtung 14 transportieren. Nach dem Verpacken in der Station
22 kann die Handhabungsvorrichtung 20 das Gebinde mit den Behältern 40 bspw. zu dem
Entnahmebereich 18 transportieren.
[0071] Die Ent- und/oder Verpackungsstation 22 kann als eine integrierte Einheit zum Ent-
und Verpacken ausgebildet sein. Alternativ kann die Ent- und/oder Verpackungsstation
22 bspw. als zwei separate Einheiten ausgeführt sein. Die separaten Einheiten können
bspw. auch räumlich getrennt sein. Die Einheit zum Entpacken kann bspw. direkt benachbart
zu dem Empfangsbereich 12 angeordnet sein.
[0072] Die Einheit zum Verpacken kann bspw. direkt benachbart zum dem Entnahmebereich 18
angeordnet sein.
[0073] Die Verschlusslösevorrichtung 24 ist dazu ausgebildet, die Verschlüsse von den Behältern
40 zu lösen. Die Verschlusslösevorrichtung 24 kann die Behälter 40 von der Handhabungsvorrichtung
20 empfangen.
[0074] Bspw. kann die Verschlusslösevorrichtung 24 Dreh- bzw. Schraubverschlüsse von den
Behältern 40 abdrehen. Die gelösten Verschlüsse können entweder entsorgt (Einwegverschlüsse)
oder bevorzugt gereinigt werden (Mehrwegverschlüsse), z. B. in der Reinigungsvorrichtung
14 oder einer separaten Reinigungsvorrichtung für die Verschlüsse. Es ist auch möglich,
dass die Verschlüsse sterilisiert werden. Nach dem Reinigen und ggf. Sterilisieren
können die Verschlüsse der Verschließvorrichtung 30 zum Verschließen der Behälter
40 zugeführt werden, z. B. mittels der Handhabungsvorrichtung 20.
[0075] Alternativ zur Anordnung der Verschlusslösevorrichtung 24 kann bspw. auch erfordert
und optional geprüft werden, dass die Behälter 40 vom Benutzer B ohne Verschluss im
Empfangsbereich 12 positioniert werden.
[0076] Die Inspektionsvorrichtung 26 ist dazu ausgebildet, die Behälter 40 auf eine Beschädigung
und/oder Verschmutzung hin zu prüfen. Die Prüfung kann bspw. visuell, chemisch und/oder
mittels Massenspektrometer erfolgen. Zur Prüfung kann die Inspektionsvorrichtung 26
die Behälter 40 bspw. von der Handhabungsvorrichtung 20 empfangen. Alternativ kann
die Handhabungsvorrichtung 20 die Behälter 40 bspw. an der Inspektionsvorrichtung
26 zur Prüfung vorbeiführen.
[0077] Der Pufferbereich 28 ist zum Zwischenlagern von Behältern 40 ausgebildet. Der Pufferbereich
28 kann Behälter 40 von der Handhabungsvorrichtung 20 empfangen. Die Handhabungsvorrichtung
20 kann Behälter 40 von dem Pufferbereich 28 abtransportieren. Der Pufferbereich 28
kann an einer geeigneten Position in der Anlage 10 angeordnet werden, z. B. dort wo
Engpässe auftreten können oder bspw. benachbart zum Entnahmebereich 18 und/oder zum
Empfangsbereich 12.
[0078] Der Pufferbereich 28 kann eine stationäre Abstellfläche für die Behälter 40 aufweisen.
Alternativ kann die Abstellfläche des Pufferbereichs 28 bspw. bewegbar sein, z. B.
in Form eines Platten- oder Bandförderers. Auf der bewegbaren Abstellfläche können
die Behälter 40 bspw. in Richtung zu der Handhabungsvorrichtung 20 und/oder entgegengesetzt
dazu transportiert werden.
[0079] Die Verschließvorrichtung 30 ist zum Verschließen der Behälter 40 ausgeführt, z.
B. mit einem Deckel, einem Korken, einem Kronkorken oder einem Schraubverschluss.
Die Verschließvorrichtung 30 kann bspw. als ein Verschließerkarussell oder ein Linearverschließer
ausgeführt sein. Die Verschließvorrichtung 30 kann mehrere Verschließstationen zum
gleichzeitigen Verschließen mehrerer Behälter 40 aufweisen. Die Verschließvorrichtung
30 kann die Behälter 40 von der Handhabungsvorrichtung 20 empfangen. Die Handhabungsvorrichtung
20 kann die (verschlossenen) Behälter 40 von der Verschließvorrichtung 30 abtransportieren.
[0080] Die Etikettier- und/oder Druckvorrichtung 32 ist dazu ausgebildet, die Behälter 40
zu etikettieren und/oder zu bedrucken. Beispielsweise kann die Vorrichtung 32 einen
Behälter 40 in Abhängigkeit von einem Füllmedium in dem Behälter 40, das die Füllvorrichtung
16 in den Behälter 40 gefüllt hat, mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum und/oder einer
Information zum Füllmedium zu versehen. Das Datum und/oder die Information kann bspw.
auf einem aufklebbaren Etikett enthalten sein oder aufgedruckt werden, z. B. mit einer
laugelöslichen Tinte.
[0081] Die Vorrichtungen bzw. Bereiche 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30 können, wie
in Figur 1 dargestellt, als separate Einheiten ausgebildet sein. Es ist allerdings
auch möglich, dass mehrere Einheiten miteinander integriert sind. Bspw. können die
Füllvorrichtung 16 und die Verschließvorrichtung 30 miteinander in einer Einheit integriert
sein.
[0082] Die Benutzerschnittstelle 34 ist zum Ausgeben von Informationen an den Benutzer B
und/oder zum Eingeben von Eingabebefehlen durch den Benutzer B ausgebildet. Beispielsweise
können die Informationen visuell und/oder akustisch an den Benutzer B ausgegeben werden.
Bevorzugt kann die Benutzerschnittstelle 34 eine, vorzugsweise berührungsempfindliche,
Anzeigeeinrichtung aufweisen. Alternativ oder zusätzlich kann die Benutzerschnittstelle
34 bspw. mindestens einen Knopf, mindestens einen Schalter und/oder ein Mikrofon usw.
zum Eingeben der Eingabebefehle aufweisen. Bevorzugt ist die Benutzerschnittstelle
34 benachbart zu dem Empfangsbereich 12 angeordnet.
[0083] Vorzugsweise können die Eingabeinformationen eine Auftragsinformation für vorbestimmte
Behälter 40 des Benutzers B zum Befüllen der vorbestimmten Behälter 40 mit einem gewünschten
vorgegebenen Füllmedium mittels der Fülleinrichtung 16 aufweisen. Die Auftragsinformation
kann an die Steuereinheit 38 zur entsprechenden Steuerung der Anlage 10 übermittelt
werden.
[0084] Bevorzugt können die Ausgabeinformationen beispielsweise eine Information bezüglich
verfügbarer Füllmedien der Füllvorrichtung 16, eine Information bezüglich einer geschätzten
Behandlungsdauer durch die Anlage 10, eine Preisinformation für die Behandlung der
Behälter 40, eine Kompatibilitätsinformation bezüglich kompatibler Behälter 40 und/oder
eine Information bezüglich eines Belegungszustands der Anlage 10 usw. aufweisen.
[0085] Es ist möglich, dass die Benutzerschnittstelle 34 zum Empfangen einer Bezahlung für
die Behälterbehandlung der Behälter 40 ausgebildet ist. Beispielsweise kann der Benutzer
B an der Benutzerschnittstelle 34 mit Bargeld und/oder bargeldlos (z. B. mit Karte
und/oder mobilem Endgerät 56) für die Behälterbehandlung bezahlen. Es ist auch möglich,
dass die Benutzerschnittstelle 34 einen Rechnungsbeleg für den Benutzer B ausgibt.
Der Benutzer B kann für die Behälterbehandlung mit dem Beleg an einer separaten Kasse
bezahlen.
[0086] Die Kommunikationsschnittstelle 36 ist zur Kommunikation mit einem mobilen Endgerät
56 des Benutzers B ausgebildet. Die Kommunikation kann direkt zwischen der Kommunikationsschnittstelle
36 und dem mobilen Endgerät erfolgen, z. B. über WLAN, Bluetooth und/oder NFC. Die
Kommunikation kann alternativ oder zusätzlich indirekt zwischen der Kommunikationsschnittstelle
36 und dem mobilen Endgerät 56 erfolgen, z. B. über das Internet. Beispielsweise ist
auf dem mobilen Endgerät 56 eine Anwendung, z. B. eine App, installiert, die eine
Kommunikation mit der Kommunikationsschnittstelle 36 ermöglicht.
[0087] Mittels der Kommunikationsschnittstelle 36 kann bspw. eine Auftragsinformation zum
Befüllen von vorbestimmten Behältern 40 mit einem gewünschten vorgegeben Füllmedium
mittels der Füllvorrichtung 16 von dem mobilen Endgerät 56 empfangen werden. Die Auftragsinformation
kann an die Steuereinheit 38 zur entsprechenden Steuerung der Anlage 10 übermittelt
werden.
[0088] Mittels der Kommunikationsschnittstelle 36 kann bspw. eine Abholinformation zum Abholen
mindestens eines vorbestimmten Behälters 40 aus dem Entnahmebereich 18 an das mobile
Endgerät 56 gesendet werden. Es ist auch möglich eine Statusinformation zum aktuellen
Behandlungsstatus mindestens eines vorbestimmten Behälters 40 an das mobile Endgerät
56 zu senden. Alternativ oder zusätzlich kann bspw. eine Abrechnungsinformation zur
Abrechnung einer Behandlung mindestens eines vorbestimmten Behälters 40 von dem mobilen
Endgerät 56 empfangen und/oder zu dem mobilen Endgerät 56 gesendet werden.
[0089] Vergleichbar mit der Benutzerschnittstelle 34 kann auch mindestens eine Information
bezüglich verfügbarer Füllmedien der Füllvorrichtung 16, bezüglich einer geschätzten
Behälterbehandlungsdauer, bezüglich eines Preises für die Behälterbehandlung, bezüglich
kompatibler Behälter 40 und/oder bezüglich eines Belegungszustands der Anlage 10 von
der Kommunikationsschnittstelle 36 zu dem mobilen Endgerät 56 gesendet werden.
[0090] Die Steuereinheit 38 ist zum Steuern der Anlage 10 ausgebildet. Die Steuereinheit
38 kann zum Steuern der Anlage 10 bspw. in Signalverbindung mit dem Empfangsbereich
12, der Reinigungsvorrichtung 14, der Füllvorrichtung 16, den Füllstationen A16A -
16D, dem Entnahmebereich 18, der Handhabungsvorrichtung 20, der Ent- und/oder Verpackungsstation
22, der Verschlusslösevorrichtung 24, der Inspektionsvorrichtung 26, dem Pufferbereich
28, der Verschließvorrichtung 30, der Etikettier- und/oder Druckvorrichtung 32, der
Benutzerschnittstelle 34, der Kommunikationsschnittstelle 36, der Schleusentür 42,
der Schleusentür 44, dem Ausmischsystem 46, dem Umkehrosmosesystem 48, dem Remineralisiersystem
50, dem Enthärter und/oder dem Karbonisierer sein.
[0091] Es ist möglich, dass eine Behältererkennung im Empfangsbereich 12 oder an einer anderen
Stelle der Anlage 10 durchgeführt wird. Die Behältererkennung kann eine Erkennung
einer Form des jeweiligen Behälters 40 und/oder das Erkennen eines Codes (z. B. QR-Code,
RFID usw.) auf dem jeweiligen Behälter 40 aufweisen. Alternativ oder zusätzlich kann
die Behältererkennung basierend auf einer Eingabe des Benutzers B erfolgen, z. B.
eine Eingabe an der Benutzerschnittstelle 34 und/oder gesendet vom mobilen Endgerät
56 und empfangen von der Kommunikationsschnittstelle 36.
[0092] Basierend auf einer Behältererkennung eines Behälters 40 kann die Steuereinheit 38
bspw. eine oder mehrere der Vorrichtungen bzw. Bereiche 14-32 steuern, um wie gewünscht
bzw. wie vorgegeben mit dem jeweiligen Behälter 40 zu interagieren. Beispielsweise
kann die Füllvorrichtung 16 derart gesteuert werden, dass der erkannte Behälter 40
immer mit dem gleichen Füllmedium gefüllt wird und/oder mit einer für den erkannten
Behälter 40 vorgegebenen Füllmenge oder Füllhöhe befüllt wird. Beispielsweise kann
verhindert werden, dass in für Reinigungsmittel oder Pflegeprodukte vorgesehene, erkannte
Behälter keine Lebensmittel, wie Getränke, gefüllt werden. Beispielsweise kann die
Reinigungsvorrichtung 14 derart gesteuert werden, dass ein für den erkannten Behälter
40 vorgegebenes Reinigungsprogramm beim Reinigen des erkannten Behälters 40 ausgeführt
wird. Beispielsweise kann die Handhabungsvorrichtung 20 derart gesteuert werden, dass
der erkannte Behälter 40 in einem für den erkannten Behälter 40 vorgegebenen Bereich
gehalten wird. Beispielsweise kann die Verschließvorrichtung 30 derart gesteuert werden,
dass ein für den erkannten Behälter 40 vorgegebener Verschluss an dem erkannte Behälter
40 angebracht wird und/oder dass ein Verschluss an einer für den erkannten Behälter
40 vorgegebenen Position angebracht wird. Beispielsweise kann die Verschlusslösevorrichtung
24 derart gesteuert werden, dass ein Verschluss an einer für den erkannten Behälter
40 vorgegeben Position von dem erkannten Behälter 40 gelöst wird.
[0093] Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich
fallen. Insbesondere beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und
die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von den in Bezug genommenen Ansprüchen.
Insbesondere sind die einzelnen Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 jeweils unabhängig
voneinander offenbart. Zusätzlich sind auch die Merkmale der Unteransprüche unabhängig
von sämtlichen Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 und beispielsweise unabhängig
von den Merkmalen bezüglich des Vorhandenseins und/oder der Konfiguration des Empfangsbereichs,
der Reinigungsvorrichtung, der Füllvorrichtung, des Entnahmebereichs und/oder der
Handhabungsvorrichtung des unabhängigen Anspruchs 1 offenbart. Alle Bereichsangaben
hierin sind derart offenbart zu verstehen, dass gleichsam alle in den jeweiligen Bereich
fallenden Werte einzeln offenbart sind, z. B. auch als jeweils bevorzugte engere Außengrenzen
des jeweiligen Bereichs.
Bezugszeichenliste
[0094]
- 10
- Anlage
- 12
- Empfangsbereich
- 14
- Reinigungsvorrichtung
- 16
- Füllvorrichtung
- 16A-16D
- Füllstation
- 18
- Entnahmebereich
- 20
- Handhabungsvorrichtung
- 22
- Ent- und/oder Verpackungsstation
- 24
- Verschlusslösevorrichtung
- 26
- Inspektionsvorrichtung
- 28
- Pufferbereich
- 30
- Verschließvorrichtung
- 32
- Etikettier-, Codier- und/oder Druckvorrichtung
- 34
- Benutzerschnittstelle
- 36
- Kommunikationsschnittstelle
- 38
- Steuereinheit
- 40
- Behälter
- 42
- Schleusentür
- 44
- Schleusentür
- 46
- Ausmischsystem
- 48
- Umkehrosmosesystem
- 50
- Remineralisiersystem
- 52
- Großgebinde
- 54
- Großgebinde
- 56
- mobiles Endgerät
1. Anlage (10) zur Behälterbehandlung zum Aufstellen in einem Einkaufsmarkt oder an einem
Bahnhof, wobei die Anlage (10) aufweist:
einen Empfangsbereich (12), in dem mindestens ein Behälter (40) von einem Benutzer
(B) manuell positionierbar ist;
eine Reinigungsvorrichtung (14) zum Innenreinigen des mindestens einen Behälters (40);
eine Füllvorrichtung (16) zum Füllen des mindestens einen Behälters (40);
einen Entnahmebereich (18), aus dem der mindestens eine Behälter (40) nach einer Behandlung
in der Anlage (10) von dem Benutzer (B) manuell entnehmbar ist; und
eine Handhabungsvorrichtung (20), die zum Behältertransport zwischen dem Empfangsbereich
(12), der Reinigungsvorrichtung (14), der Füllvorrichtung (16) und dem Entnahmebereich
(18) ausgebildet ist.
2. Anlage (10) nach Anspruch 1, wobei:
der Empfangsbereich (12) und der Entnahmebereich (18) als eine integrierte Einheit
ausgebildet sind; und/oder
der Empfangsbereich (12) und/oder der Entnahmebereich (18) als eine Schleuse, die
vorzugsweise einen Zugang zur Anlage (10) beschränkt, ausgeführt ist.
3. Anlage (10) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei:
in dem Empfangsbereich (12) gleichzeitig mehrere Behälter (40) in einem Gebinde, vorzugsweise
einem Kasten, von dem Benutzer (B) manuell positionierbar sind; und/oder
aus dem Entnahmebereich (18) gleichzeitig mehrere Behälter (40) in einem Gebinde,
vorzugsweise einem Kasten, von dem Benutzer (B) manuell entnehmbar sind.
4. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
die Handhabungsvorrichtung (20) mindestens einen, vorzugsweise mehrachsigen, Roboter,
vorzugsweise Gelenkarmroboter, Portalroboter und/oder Deltaroboter, aufweist; und/oder
die Handhabungsvorrichtung (20) den Empfangsbereich (12), die Reinigungsvorrichtung
(14), die Füllvorrichtung (16) und den Entnahmebereich (18) flexibel miteinander verbindet;
und/oder
der Empfangsbereich (12), die Reinigungsvorrichtung (14), die Füllvorrichtung (16)
und der Entnahmebereich (18) verteilt um die Handhabungsvorrichtung (20) herum angeordnet
sind, vorzugsweise sternförmig.
5. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
die Füllvorrichtung (16) mehrere Füllstationen (16A-16D) zum unterschiedlichen Befüllen
des mindestens einen Behälters (40) aufweist.
6. Anlage (10) nach Anspruch 5, wobei:
die mehreren Füllstationen (16A-16D) zumindest teilweise mit unterschiedlich befüllten
Großgebinden (52, 54) verbunden oder verbindbar sind; und/oder
zumindest eine der mehreren Füllstationen (16A-16D) mit einem Ausmischsystem (46),
einem Umkehrosmosesystem (48), einem Enthärter, einem Remineralisiersystem (50), einem
Karbonisierer und/oder einem Trinkwasseranschluss der Anlage (10) verbunden ist; und/oder
zumindest eine der mehreren Füllstationen (16A-16D) als Aseptik-Füllstation zum aseptischen
Abfüllen ausgebildet ist; und/oder
zumindest eine der mehreren Füllstationen (16A-16D) zum Mischen mehrerer Produkte
beim Abfüllen ausgebildet ist.
7. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, ferner aufweisend:
eine Verschlusslösevorrichtung (24) zum Lösen eines Verschlusses, vorzugsweise Schraubverschlusses,
von dem mindestens einen Behälter (40); und/oder
eine Verschließvorrichtung (30) zum Verschließen des mindestens einen Behälters (40),
vorzugsweise mit einem Schraubverschluss; und/oder
eine Verschlussreinigungsvorrichtung (14) zum Reinigen eines Verschlusses des mindestens
einen Behälters (40).
8. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, ferner aufweisend:
einen Pufferbereich (28), in dem der mindestens eine Behälter (40) zwischenlagerbar
ist.
9. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, ferner aufweisend:
eine Ent- und/oder Verpackungsstation (22), an der mehrere Behälter (40) aus einem
Gebinde, vorzugsweise Kasten, entnehmbar und/oder in einem Gebinde, vorzugsweise Kasten,
positionierbar sind, vorzugsweise mittels der Handhabungsvorrichtung (20) oder einem
Roboter, vorzugsweise SCARA-Roboter, der Ent- und/oder Verpackungsstation (22).
10. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, ferner aufweisend:
eine Inspektionsvorrichtung (26), die dazu ausgebildet ist, die Behälter (40) auf
eine Beschädigung und/oder Verschmutzung hin zu prüfen, vorzugsweise visuell, chemisch
und/oder mittels Massenspektrometer.
11. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, ferner aufweisend:
eine Etikettier- und/oder Druckvorrichtung (32), die dazu ausgebildet ist, die Behälter
(40) in Abhängigkeit von einem Füllmedium in dem jeweiligen Behälter (40), das die
Füllvorrichtung (16) in den jeweiligen Behälter (40) gefüllt hat, mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum
und/oder einer Information zum Füllmedium zu versehen.
12. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, ferner aufweisend:
eine Kommunikationsschnittstelle (36) zum Kommunizieren mit einem mobilen Endgerät
(56)), wobei die Kommunikationsschnittstelle (36) dazu konfiguriert ist:
- eine Auftragsinformation zum Befüllen mindestens eines vorbestimmten Behälters (40)
mit einem vorgegeben Füllmedium von dem mobilen Endgerät (56) zu empfangen; und/oder
- eine Abholinformation zum Abholen mindestens eines vorbestimmten Behälters (40)
von dem Entnahmebereich (18) an das mobile Endgerät (56) zu senden; und/oder
- eine Statusinformation zum aktuellen Behandlungsstatus mindestens eines vorbestimmten
Behälters (40) an das mobile Endgerät (56) zu senden; und/oder
- eine Abrechnungsinformation zur Abrechnung einer Behandlung mindestens eines vorbestimmten
Behälters (40) von dem mobilen Endgerät (56) zu empfangen und/oder zu dem mobilen
Endgerät (56) zu senden; und/oder
- eine Information bezüglich verfügbarer Füllmedien der Füllvorrichtung (16), bezüglich
einer geschätzten Behälterbehandlungsdauer, bezüglich eines Preises für die Behälterbehandlung,
bezüglich kompatibler Behälter (40) und/oder bezüglich eines Belegungszustands der
Anlage (10) zu dem mobilen Endgerät (56) zu senden.
13. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, ferner aufweisend:
eine Benutzerschnittstelle (34),
- mittels der eine Auftragsinformation zum Befüllen mindestens eines vorbestimmten
Behälters (40) mit einem vorgegebenen Füllmedium von dem Benutzer (B) eingebbar ist;
und/oder
- mittels der eine Information bezüglich verfügbarer Füllmedien der Füllvorrichtung
(16), bezüglich einer geschätzten Behälterbehandlungsdauer, bezüglich eines Preises
für die Behälterbehandlung, bezüglich kompatibler Behälter (40) und/oder bezüglich
eines Belegungszustands der Anlage (10) ausgebbar sind; und/oder
- die zum Empfangen von Bargeld, zum bargeldlosen Bezahlen und/oder zum Ausgeben eines
Rechnungsbelegs ausgebildet ist.
14. Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
die Anlage (10) eine Gesamtstellfläche von ≤ 100 qm, ≤ 80 qm, ≤ 60 qm, ≤ 50 qm,
≤ 40 qm, ≤ 30 qm, ≤ 20 qm, ≤ 15 qm oder ≤ 10 qm aufweist.
15. Verfahren zum Betreiben einer Anlage (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, vorzugsweise
in einem Einkaufsmarkt oder an einem Bahnhof, wobei das Verfahren aufweist:
manuelles Positionieren mindestens eines Behälters (40) im Empfangsbereich (12) durch
den Benutzer (B);
Transportieren des mindestens einen Behälters (40) durch die Anlage (10) mittels der
Handhabungsvorrichtung (20);
Reinigen des mindestens einen Behälters (40) mittels der Reinigungsvorrichtung (14);
Füllen des mindestens einen Behälters (40) mittels der Füllvorrichtung (16); und
Bereitstellen des mindestens einen Behälters (40) in dem Entnahmebereich (18) zur
manuellen Entnahme.