[0001] Die Erfindung betrifft eine Hörvorrichtung, bspw. in Form eines Hörhilfegeräts.
[0002] Hörvorrichtungen dienen üblicherweise zur Ausgabe eines Tonsignals an das Gehör des
Trägers dieser Hörvorrichtung. Die Ausgabe erfolgt dabei mittels eines Ausgabewandlers,
meist auf akustischem Weg über Luftschall mittels eines Lautsprechers (auch als "Hörer"
oder "Receiver" bezeichnet). Häufig kommen derartige Hörvorrichtungen dabei als sogenannte
Hörhilfegeräte (auch kurz: Hörgeräte) zum Einsatz. Dazu umfassen die Hörvorrichtungen
normalerweise einen akustischen Eingangswandler (insbesondere ein Mikrofon) und einen
Signalprozessor, der dazu eingerichtet ist, das von dem Eingangswandler aus dem Umgebungsschall
erzeugte Eingangssignal (auch: Mikrofonsignal) unter Anwendung mindestens eines üblicherweise
nutzerspezifisch hinterlegten Signalverarbeitungsalgorithmus derart zu verarbeiten,
dass eine Hörminderung des Trägers der Hörvorrichtung zumindest teilweise kompensiert
wird. Insbesondere im Fall eines Hörhilfegeräts kann es sich bei dem Ausgabewandler
neben einem Lautsprecher auch alternativ um einen sogenannten Knochenleitungshörer
oder ein Cochlea-Implantat handeln, die zur mechanischen oder elektrischen Einkopplung
des Tonsignals in das Gehör des Trägers eingerichtet sind. Unter dem Begriff Hörvorrichtungen
fallen zusätzlich insbesondere auch Geräte wie z.B. sogenannte Tinnitus-Masker, Headsets,
Kopfhörer und dergleichen.
[0003] Typische Bauformen von Hörvorrichtungen, insbesondere Hörgeräten, sind Hinter-dem-Ohr-
("HdO"- oder "BTE"-) und In-dem-Ohr- ("IdO"- oder "ITE"-) Hörvorrichtungen. Diese
Bezeichnungen zielen auf die bestimmungsgemäße Trageposition ab. So weisen Hinter-dem-Ohr-Hörvorrichtungen
ein (Haupt-) Gehäuse auf, das hinter der Ohrmuschel getragen wird. Hier kann in Modelle
unterschieden werden, deren Lautsprecher in diesem Gehäuse angeordnet ist. Die Schallausgabe
an das Ohr erfolgt dabei üblicherweise mittels eines Schallschlauchs, dessen Ende
im Gehörgang positioniert getragen wird, sowie in Modelle, die einen externen Lautsprecher,
der im Gehörgang platziert wird, aufweisen. In-dem-Ohr-Hörvorrichtungen weisen hingegen
ein Gehäuse auf, das in der Ohrmuschel oder sogar vollständig im Gehörgang getragen
wird.
[0004] Insbesondere bei Hörhilfegeräten für Personen mit starker Hörminderung kommen - meist
bei BTE-Hörgeräten - besonders leistungsfähige Lautsprecher zum Einsatz, die einen
vergleichsweise hohen Schalldruckpegel (bspw. von mindestens etwa 90 dB SPL) erzeugen
können. Damit der erzeugte Schall nicht auf andere Komponenten, insbesondere auf das
oder das jeweilige Mikrofon rückwirkt, sind die Lautsprecher in einer zusätzlichen
Einhausung ("Lautsprecherbox") innerhalb des Gehäuses der Hörvorrichtung angeordnet.
In dieser Lautsprecherbox ist der Lautsprecher üblicherweise mittels eines Elastomerüberzugs
aufgehängt und/oder nur punktuell abgestützt, um eine Übertragung von Körperschall
auf die anderen Komponenten zu vermeiden. Zudem ist der Lautsprecher mit seinem Schallausgangsstutzen
- meist sogar unabhängig von der Lautsprecherbox - mittels eines internen Schallleitungselements,
meist ein flexibler Schlauch, an eine Schallausgangsöffnung der Hörvorrichtung, bei
einem BTE meist an einen vom BTE-Gehäuse zum Ohr führenden Schallschlauch angebunden.
[0005] Gerade bei solchen besonders leistungsfähigen Lautsprechern kommt es allerdings häufig
unter anderem zu sogenannten Pumpeffekten in den flexiblen Schallleitungselementen,
die die erzielbare Verstärkung reduzieren. Teilweise kommt es aufgrund von Körperschall
zu einem Feedback ("Rückkopplung") im Bereich von etwa 1 bis 2 kHz und einer Luftschall-Rückkopplung
(auch als open loop gain feedback bezeichnet) im Bereich von etwa 3-5 kHz.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Hörvorrichtung anzugeben.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Hörvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1. Vorteilhafte und teils für sich erfinderische Ausführungsformen und
Weiterentwicklungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung dargelegt.
[0008] Die erfindungsgemäße Hörvorrichtung weist ein Gehäuse auf, das einen Gehäuseinnenraum
umhüllt, sowie einen Lautsprecher zur Erzeugung von akustischen Signalen. Die Hörvorrichtung
weist des Weiteren ein durch eine Dämpfungsmatte gebildetes, d. h. zumindest eine
solche aufweisendes, Dämpfungselement auf, das dem Lautsprecher und einer Wandung
des Gehäuses oder einer (insbesondre innerhalb des Gehäuses angeordneten) Lautsprecherbox
zwischengelagert ist. Die Dämpfungsmatte weist dabei wenigstens eine mit einem Fluid
gefüllte Dämpferkammer auf.
[0009] Dadurch, dass die Dämpfungsmatte eine fluidgefüllte und dem Lautsprecher und der
Wandung zwischengelagerte Dämpferkammer aufweist, kann diese vorteilhafterweise Vibrationen
und/oder Stöße in der Richtung zwischen Lautsprecher und Wandung aufnehmen und insbesondere
im Vergleich zu lediglich aus einem Elastomer gebildeten Lagerungselementen auch zu
einem höheren Grad absorbieren. Dadurch können auch Bewegungen des Lautsprechers in
Flächenrichtung der Dämpfungsmatte reduziert werden.
[0010] Vorzugweise ist der Lautsprecher nur mit einer Seitenfläche mittels des Dämpfungselements
gegen die Wandung abgestützt (oder: gelagert). Andere Seitenflächen des Lautsprechers
sind dabei vorzugsweise frei von Kontakt mit der Wandung oder anderen Bauelementen,
insbesondere nicht zum Dämpfungselement gehörigen Elementen, der Hörvorrichtung. Dadurch
wird eine Übertragung von Vibrationen auf andere Bauelemente der Hörvorrichtung vermindert.
[0011] Bevorzugt handelt es sich bei der Wandung, gegen die der Lautsprecher mittels des
Dämpfungselements gelagert ist, um eine Außenwandung insbesondere des Gehäuses der
Hörvorrichtung. Diese weist eine vergleichsweise hohe Steifigkeit und im Vergleich
zum Lautsprecher auch hohe Masse auf, so dass dadurch auch eine effektive Dämpfung
von Vibrationen ermöglicht wird.
[0012] Bevorzugt handelt es sich bei der Hörvorrichtung um ein BTE-Hörhilfegerät, kurz als
"BTE" bezeichnet.
[0013] In einer bevorzugten Ausführung weist die Dämpfungsmatte eine aus einem ersten Elastomer
gebildete Stützschicht auf. Diese Stützschicht bildet zwischen dem Lautsprecher und
der Lautsprecherbox wenigstens eine (oder die) mit einem Fluid gefüllte Dämpferkammer.
[0014] In einer zweckmäßigen Weiterbildung weist diese Stützschicht eine Anzahl von säulenartigen
Stützelementen auf. Diese stützen die Dämpferkammer gegen den Lautsprecher, die Wandung
oder eine Deckschicht der Dämpfungsmatte ab. Anders ausgedrückt tragen die Stützelemente
dazu bei, dass die Dämpferkammer ihre bestimmungsgemäße Form zumindest im bestimmungsgemäßen
Normalgebrauch beibehält. Insbesondere tragen die Stützelemente auch dazu bei, unter
Belastung diese auch gleichmäßig über die (oder zumindest nahezu die) gesamte Fläche
der Dämpfungsmatte zu verteilen. Ferner tragen die Stützelemente auch dazu bei, eine
Schubfestigkeit des Dämpfungselements zu erhöhen.
[0015] In einer weiteren zweckmäßigen Weiterbildung bildet die Stützschicht vorzugsweise
eine Wanne. Unter "Wanne" wird dabei vorzugsweise verstanden, dass die Stützschicht
seitliche eine Vertiefung begrenzende Wände aufweist. Vom Boden der Wanne, also von
deren "Wannenboden", stehen die vorstehend beschriebenen Stützelemente empor. Des
Weiteren ist die Wanne mittels einer Deckschicht verschlossen, die vorzugsweise aus
einem zweiten, gegenüber dem ersten Elastomer steiferen Elastomer gebildet ist.
[0016] Vorzugsweise ist das Dämpfungselement in einem Mehrkomponenten-Spritzgießverfahren
hergestellt, wobei zunächst die Stützschicht in Form der Wanne (mit den darin ausgebildeten
Stützelementen) ausgebildet wird und anschließend mit der Deckschicht - in einem zweiten
Spritzgießvorgang - verschlossen wird.
[0017] Alternativ ist die Deckschicht nachträglich, bspw. in einer Art Siegelungsprozess
mit der Wanne verbunden.
[0018] Vorzugsweise weist die Stützschicht - insbesondere in einer die Vertiefung der Wanne
begrenzenden Wand - eine Injektionsöffnung auf, durch die hindurch die Dämpferkammer
mit dem Fluid befüllt ist. Diese Injektionsöffnung ist dabei mittels eines selbstheilenden
Elastomers, bspw. einem selbstheilenden Gummi, verschlossen. Optional ist die gesamte
Stützschicht aus dem selbstheilenden Elastomer gebildet. Das selbstheilende Elastomer
bildet dabei eine Art Druckventil oder "Dichtung", so dass nach einer Injektion des
Fluids die Injektionsöffnung automatisch verschlossen wird. Solche selbstheilenden
Elastomere sind bspw. für Verschlüsse von Blutentnahmeröhrchen oder dergleichen bekannt.
Bspw. basieren die "Selbstheilungseffekte" solcher Elastomere auf der Ausbildung von
Wasserstoffbrückenbindungen.
[0019] In einer zweckmäßigen Ausführung weist das Dämpfungselement wenigstens eine, insbesondere
aus dem zweiten Elastomer gebildete, Halteschlaufe auf. Mittels dieser Haltschlaufe
ist der Lautsprecher gegen die Dämpfungsmatte gehalten. Vorzugsweise ist die Halteschlaufe
in ihrer Form bereits der Außengeometrie des Lautsprechers angepasst. Insbesondere
bildet die Halteschlaufe also eine rechteckförmige Form aus. Vorzugsweise weist das
Dämpfungselement zwei derartige Halteschlaufen auf.
[0020] In einer alternativen Ausführung ist der Lautsprecher auf das Dämpfungselement aufgeklebt.
[0021] In einer weiteren zweckmäßigen Ausführung weist der Lautsprecher ein offenes Frontvolumen
auf und ist vorzugsweise in der vorstehen genannten, innerhalb des Gehäuses angeordneten
Lautsprecherbox angeordnet. In diesem Fall fehlt dem Lautsprecher insbesondere eine
vollständige Seitenfläche (insbesondere die zur Lautsprechermembran benachbarte),
so dass die Halterung mittels der einen oder der zwei Halteschlaufen nicht möglich
wäre oder den positiven Effekt des offenen Frontvolumens zumindest verringern würde.
[0022] In einer zweckmäßigen Weiterbildung, insbesondere der Ausführung des Lautsprechers
mit dem offenen Frontvolumen, ist der Lautsprecher ohne Schallschlauch innerhalb der
Lautsprecherbox angeordnet. Dadurch wird eine Übertragung von Vibrationen, insbesondere
aufgrund sogenannter Pump-Effekte des Schallschlauches oder auch durch akustisches
Feedback aufgrund von Luftdruck-änderungen aufgrund solchen Pumpens, und oder eine
dadurch bedingte Begrenzung der erzielbaren Verstärkung vermieden oder zumindest verringert.
[0023] Die Konjunktion "und/oder" ist hier und im Folgenden insbesondere derart zu verstehen,
dass die mittels dieser Konjunktion verknüpften Merkmale sowohl gemeinsam als auch
als Alternativen zueinander ausgebildet sein können.
[0024] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in einer schematischen Darstellung eine Hörvorrichtung,
- Fig. 2
- in einer schematischen Teilschnittansicht die Hörvorrichtung,
- Fig. 3
- in einer perspektivischen Detailansicht einen Lautsprecher und ein Dämpfungselement
der Hörvorrichtung,
- Fig. 4
- in einer schematischen Explosionsdarstellung das Dämpfungselement, und
- Fig. 5
- in einer schematischen Teilschnittdarstellung eine Lautsprecherbox und einen Lautsprecher
eines weiteren Ausführungsbeispiels der Hörvorrichtung.
[0025] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren stets mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0026] In Fig. 1 ist eine Hörvorrichtung in Form eines Hörhilfegeräts, konkret eines hinter
dem Ohr eines Nutzers zu tragenden Hörhilfegeräts (kurz auch als Hörgerät, hier als
"BTE 1" bezeichnet), dargestellt. Das BTE 1 umfasst ein Gehäuse 2, in dem elektronische
Komponenten des BTE 1 angeordnet sind. Bei diesen elektronischen Komponenten handelt
es sich beispielsweise um zwei Mikrofone 4, einen Lautsprecher 6, einen Signalprozessor
8 und ein Batteriemodul 10. Die Mikrofone 4 dienen im bestimmungsgemäßen Betrieb des
BTE 1 zum Empfang von Umgebungsschall und Wandlung dessen in elektrische Eingangssignale
(auch: "Mikrofonsignale MS"), die von dem Signalprozessor 8 (auch als "Controller"
bezeichnet) verarbeitet (insbesondere gefiltert, frequenzabhängig verstärkt und/oder
gedämpft etc.) werden. Die verarbeiteten Eingangssignale werden anschließend als Ausgangssignale
AS an den Lautsprecher 6 ausgegeben und von diesem in Schallsignale gewandelt und
an das Gehör des Nutzers weitergegeben.
[0027] Um die Mikrofone 4 vor Rückkopplungen ("Feedback") mit dem Lautsprecher 6 zu schützen,
ist dieser in einer innerhalb des Gehäuses 2 angeordneten Lautsprecherbox (kurz: "Box
12") eingeschlossen. In dieser Box 12 ist der Lautsprecher 6 mittels eines nachfolgend
näher beschriebenen Dämpfungselements 14 möglichst vibrationsentkoppelt befestigt.
[0028] Grundsätzlich kann die Box 12 aber auch entfallen.
[0029] Wie aus Fig. 2 zu erkennen ist, schließt an einen Schallausgangsstutzen 15 des Lautsprechers
6 ein Schallschlauch 16 an, der zur Leitung des vom Lautsprecher 6 erzeugten Luftschalls
in einen weiteren vom Gehäuse 2 zum Ohr des Nutzers führenden Schallschlauch 18 dient.
[0030] Der Lautsprecher 6 ist außerdem in der Box 12 an eine Bodenwand 26 der Box 12 (s.
auch Fig. 5) angebunden, die wiederum an der Außenwand des Gehäuses 2 anliegt. Dabei
ist das vorstehend genannte Dämpfungselement 14 zwischengeschaltet.
[0031] Das Dämpfungselement 14 umfasst eine Dämpfungsmatte (s. auch Fig. 4). Diese ist durch
eine Dämpfungsschicht 30 (auch: "Stützschicht") aus einem ersten Elastomer mit vergleichsweise
geringer Shore-Härte gebildet und weist eine etwa rechteckige Wanne auf, von deren
Wannenboden 31 als Stützstruktur mehrere Säulen 32 emporstehen, die einen etwa sanduhrartigen
Längsschnitt aufweisen (s. Fig. 2). Die Wanne ist von einer Deckschicht 34 aus einem
zweiten Elastomer mit höherer Shore-Härte verschlossen, so dass der Wanneninnenraum
eine gasgefüllte Dämpfungskammer 36 bildet, die von den Säulen 32 getragen oder gestützt
wird.
[0032] Zur Fertigung des Dämpfungselements 14 wird zunächst die Dämpfungsschicht 30 ausgebildet,
bspw. spritzgegossen. Anschließend wird die von der Dämpfungsschicht 30 gebildete
Wanne mit der Deckschicht 34 verschlossen, bspw. in einem Mehrkomponenten-Spritzgießverfahren
oder indem die Deckschicht 34 auf die Dämpfungsschicht 30 gesiegelt wird. Anschließend
wird ein Fluid, insbesondere ein Gas, eine Flüssigkeit oder auch eine Mischung aus
Gas und Flüssigkeit, über einen Injektionskanal 38 (oder: Injektionsöffnung) in die
Dämpferkammer 36 injiziert. Der Injektionskanal 38 ist dabei mittels eines selbstheilenden
Elastomers verschlossen, so dass sich der Injektionskanal 38 nach dem Entfernen einer
Injektionslanze (oder: Kanüle etc.) selbsttätig wieder verschließt.
[0033] Zur Halterung des Lautsprechers 6 sind im in den Figuren 2 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiel
zwei Halteschlaufen 40 an der Deckschicht 34 angebunden, insbesondere gemeinsam mit
dieser ausgeformt. Diese Haltschlaufen 40 sind dabei derart ausgebildet, dass der
Lautsprecher 6 - unter diese Halteschlaufen 40 geschoben - kraftschlüssig - d. h.
mittels einer Klemmwirkung - von diesen an der Deckschicht 34 gehalten wird.
[0034] Das Dämpfungselement 14 ist - wenn die Box 12 nicht vorhanden ist - an eine Wandung,
konkret deren Innenseite, des Gehäuses 2 oder aber der Box 12, konkret deren Bodenwand
26, geklebt.
[0035] In Fig. 5 ist ein alternatives Ausführungsbeispiel dargestellt. Innerhalb der Box
12 ist hier kein Schallschlauch 16 zwischen dem Lautsprecher 6 und einer Schallaustrittsöffnung
42 der Box 12 vorhanden. Dazu wird eine Übertragung von Vibrationen über den Schallschlauch
auf die Box 12 und damit auf das Gehäuse 2 des BTE 1 sowie darüber wiederum auf die
Mikrofone 4 verhindert oder verringert. Außerdem kann innerhalb der Box 12 auch kein
schalldruckbedingtes Pumpen des Schallschlauchs auftreten, was einerseits zu einem
Leistungsverlust und andererseits zu einer luftgetragenen Rückkopplung führen kann.
[0036] Da kein Schallschlauch innerhalb der Box 12 vorhanden ist, kann auch der Lautsprecher
6 angepasst werden. Deshalb ist der Lautsprecher 6 mit offenem Frontvolumen ausgebildet,
indem ein "Deckel" des Lautsprechergehäuses, der oberhalb der Schallabgabeseite einer
Lautsprechermembran 44 angeordnet wäre, fehlt. Der Lautsprecher 6 ist in diesem Ausführungsbeispiel
als "balanced armature reciever" dargestellt. Das offene Frontvolumen ermöglicht eine
hohe Empfindlichkeit des BTE 1 im Bereich hoher Frequenzen, insbesondere im Sprachbereich.
Aufgrund des offenen Frontvolumens fehlt auch der Schallaustrittsstutzen 15. Vibrationen
des Lautsprechers 6 in Richtung auf die Schallaustrittsöffnung 42 werden somit nicht
über den Schallautrittsstutzen 15 und den Schallschlauch 16 auf die Box 12 übertragen.
[0037] In diesem Ausführungsbeispiel ist der Lautsprecher 6 nicht mittels der Halteschlaufen
40 gehaltert. Diese sind hier nicht vorhanden. Vielmehr ist der Lautsprecher 6 an
das Dämpfungselement 14 geklebt, insbesondere an die Deckschicht 34.
[0038] Das Dämpfungselement 14 ist im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 mit der Bodenwand
26 verklebt und der Lautsprecher 6 wiederum mit dem Dämpfungselement 14.
[0039] Eine Öffnung 46 der Box 12 zur Durchführung von Anschlussdrähten 48 zum Lautsprecher
6 ist mittels einer Gummi-Einlage 50 hinreichend dicht verschlossen. Die Box 12 ist
außerdem aus einem weichmagnetischen Metall mit hoher Permeabilität gebildet.
[0040] Wie aus Fig. 2, 3 und 5 hervorgeht, ist der Lautsprecher 6 jeweils nur mit einer
Seitenwand gegen die Wandung des BTE 1 gelagert.
[0041] Der Gegenstand der Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr können weitere Ausführungsformen der Erfindung von dem Fachmann
aus der vorstehenden Beschreibung abgeleitet werden.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- BTE
- 2
- Gehäuse
- 4
- Mikrofon
- 6
- Lautsprecher
- 8
- Signalprozessor
- 10
- Batteriemodul
- 12
- Box
- 14
- Dämpfungselement
- 15
- Schallaustrittsstutzen
- 16
- Schallschlauch
- 18
- Schallschlauch
- 26
- Bodenwand
- 30
- Dämpfungsschicht
- 31
- Wannenboden
- 32
- Säule
- 34
- Deckschicht
- 36
- Dämpfungskammer
- 38
- Injektionskanal
- 40
- Halteschlaufe
- 42
- Schallaustrittsöffnung
- 44
- Lautsprechermembran
- 46
- Öffnung
- 48
- Anschlussdraht
- 50
- Gummi-Einlage
- MS
- Mikrofonsignal
- AS
- Ausgangssignal
1. Hörvorrichtung (1), aufweisend
- ein Gehäuse (2), das einen Gehäuseinnenraum umhüllt,
- einen Lautsprecher (6) zur Erzeugung von akustischen Signalen, und
- ein durch eine Dämpfungsmatte gebildetes Dämpfungselement (14), das dem Lautsprecher
(6) und einer Wandung (26) des Gehäuses (2) oder einer Lautsprecherbox (12) zwischengelagert
ist,
wobei die Dämpfungsmatte wenigstens eine mit einem Fluid gefüllte Dämpferkammer (36)
aufweist.
2. Hörvorrichtung (1) nach Anspruch 1,
wobei der Lautsprecher (6) nur mit einer Seitenfläche mittels des Dämpfungselements
(14) gegen die Wandung (26) abgestützt ist.
3. Hörvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die Dämpfungsmatte eine aus einem ersten Elastomer gebildete Stützschicht (30)
aufweist, die zwischen dem Lautsprecher (6) und der Lautsprecherbox (12) wenigstens
eine mit einem Fluid gefüllte Dämpferkammer (36) bildet.
4. Hörvorrichtung (1) nach Anspruch 3,
wobei Stützschicht (30) eine Anzahl von säulenartigen Stützelementen (32) aufweist,
die die Dämpferkammer (36) gegen den Lautsprecher (6), die Wandung (12) oder eine
Deckschicht (34) der Dämpfungsmatte (14) abstützen.
5. Hörvorrichtung (1) nach Anspruch 4,
wobei die Stützschicht (30) eine Wanne bildet, von deren Wannenboden (31) die Stützelemente
(32) emporstehen, wobei die Wanne mittels einer Deckschicht (34) verschlossen ist,
die vorzugsweise aus einem zweiten, gegenüber dem ersten Elastomer steiferen Elastomer
gebildet ist.
6. Hörvorrichtung (1) nach Anspruch 5,
wobei die Stützschicht (30) eine Injektionsöffnung (38) aufweist, durch die hindurch
die Dämpferkammer (36) mit dem Fluid befüllt ist, und die mittels eines selbstheilenden
Elastomers verschlossen ist.
7. Hörvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei das Dämpfungselement (14) wenigstens eine, insbesondere aus dem zweiten Elastomer
gebildete, Halteschlaufe (40) aufweist, mittels derer der Lautsprecher (6) gegen die
Dämpfungsmatte (30) gehalten ist.
8. Hörvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei der Lautsprecher (6) auf das Dämpfungselement (14) aufgeklebt ist.
9. Hörvorrichtung (1) nach Anspruch 8,
wobei der Lautsprecher (6) ein offenes Frontvolumen aufweist und in einer innerhalb
des Gehäuses (2) angeordneten Lautsprecherbox (12) angeordnet ist.
10. Hörvorrichtung (1) nach Anspruch 9,
wobei der Lautsprecher (6) ohne Schallschlauch (16) innerhalb der Lautsprecherbox
(12) angeordnet ist.