[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen eines Fahrzeugkopfes
für einen Wagenkasten eines Fahrzeugs, insbesondere Schienenfahrzeugs.
[0002] Bei der Herstellung von Fahrzeugköpfen im Bereich der Schienenfahrzeugtechnik werden
heutzutage glasfaserverstärkte Kunststoffe eingesetzt, um die Anforderungen an Kosten,
Formgestaltung und Stabilität erfüllen zu können.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen eines Fahrzeugkopfes
anzugeben, mit dem sich die heutigen Anforderungen erfüllen lassen und gleichzeitig
ein niedriges Gesamtgewicht bei hoher Stabilität erreicht werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in Unteransprüchen
angegeben.
[0005] Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Fahrzeugkopf aus mindestens vier
Baugruppen zusammengesetzt wird, nämlich einer Dachbaugruppe, zwei Seitenwandbaugruppen
und einer Fensteruntergurtbaugruppe, wobei bei mindestens einer der Baugruppen zumindest
zwei Baugruppenteile miteinander durch Laserschweißen von Metallschnittstellen zwischen
den Baugruppenteilen verbunden werden.
[0006] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist darin zu sehen, dass
dieses ohne den Einsatz von glasfaserverstärktem Kunststoff auskommen kann, sondern
sich allein auf der Basis von Metallteilen ausführen lässt. Durch den erfindungsgemäß
vorgesehenen Einsatz eines Laserschweißverfahrens wird es dabei möglich, die einzelnen
Teile des Fahrzeugkopfes mit minimalem Zusatzgewicht miteinander zu verbinden und
dabei ausreichend große mechanische Stabilität zu erreichen. Mit gängigen anderen
Verbindungsverfahren ist dies, wie erfinderseitig festgestellt wurde, so bzw. in diesem
Umfange auf dem Gebiet der Fahrzeugkopfherstellung nicht möglich.
[0007] Vorteilhaft ist es, wenn eine Dachhaube der Dachbaugruppe ganz oder zumindest im
Bereich mindestens einer ihrer internen Schnittstellen zwischen Dachhaubenbestandteilen,
vorzugsweise an allen internen Schnittstellen, und/oder im Bereich zumindest an einer
ihrer externen Schnittstellen zu einer anderen Baugruppe oder einem anderen Element
der Dachbaugruppe, vorzugsweise an allen externen Schnittstellen, aus Metall hergestellt
wird, insbesondere unter Einbezug von Tiefziehen und/oder Biegen mindestens eines
Bleches.
[0008] Mit Blick auf eine Erhöhung der Stabilität wird es als vorteilhaft angesehen, wenn
die Dachhaube mit einer Rippenstruktur ausgestattet wird.
[0009] Bei einer ersten bevorzugten Ausführungsvariante werden zur Herstellung der Dachhaube
zumindest vier Dachhaubenteile zusammengesetzt, nämlich ein Dachteil, zwei Seitendachteile
und ein Stirnteil. Das Stirnteil bildet vorzugsweise eine Schnittstelle zu einer Frontscheibe
des Fahrzeugkopfes.
[0010] Die vier Dachhaubenteile werden vorzugsweise miteinander laserverschweißt.
[0011] Die Rippenstruktur wird vorzugsweise zumindest mit dem Dachteil und dem Stirnteil
verbunden, vorzugsweise durch Laserschweißen.
[0012] Bei einer zweiten bevorzugten Ausführungsvariante umfasst die Bildung der Dachhaube
ein Tiefziehen und/oder Biegen eines Bleches unter Bildung eines Dachteilabschnitts,
zweier Seitendachteilabschnitte und eines Stirnabschnitts. Bei der letztgenannten
Ausführungsvariante kann die Dachhaubenherstellung auch allein bzw. ausschließlich
auf Tiefziehen und/oder Biegen eines Bleches beruhen.
[0013] Das Stirnteil oder der Stirnteilabschnitt werden vorzugsweise zumindest im Bereich
der Schnittstelle zur Frontscheibe laserbesäumt, um die Fertigungstoleranzen an der
Schnittstelle zur Frontscheibe zu minimieren.
[0014] Das Herstellen der Seitenwandbaugruppe umfasst vorzugsweise ein mehrfaches Biegen
eines Bleches zur Bildung eines gebogenes Seitenwandteils, das eine Schnittstelle
zur Frontscheibe und eine Schnittstelle zu einer Seitenscheibe bildet. Die letztgenannten
Schnittstellen werden bevorzugt laserbesäumt, um die Fertigungstoleranzen mit Blick
auf das Einsetzen der Front- und Seitenscheiben zu minimieren.
[0015] Das Seitenwandteil wird vorzugsweise durch ein gebogenes Blech verstärkt, das gemeinsam
mit einem A-Säulenabschnitt des Seitenwandteils eine A-Säule des Fahrzeugkopfes bildet.
[0016] Zusätzlich oder alternativ wird das Seitenwandteil vorzugsweise mittels eines Verstärkungsteils
verstärkt, das in Wagenkastenlängsrichtung ausgerichtet wird und einen A-Säulenabschnitt
des Seitenwandteiles mit einem B-Säulenabschnitt des Seitenwandteiles verbindet.
[0017] Zusätzlich oder alternativ wird das Seitenwandteil vorzugsweise mittels zumindest
eines Eckverstärkers verstärkt, der in einen Eckbereich des Seitenwandteiles eingesetzt
wird.
[0018] Die Fensteruntergurtbaugruppe wird vorzugsweise mit zumindest zwei gekrümmten Kantblechen
gebildet, die miteinander laserverschweißt werden.
[0019] Die Krümmung der zwei Kantbleche wird vorzugsweise durch Rollen erzeugt. Die Kantbleche
werden vorzugsweise erst nach dem Rollen miteinander laserverschweißt.
[0020] Der Fahrzeugkopf wird bei einer ersten bevorzugten Ausführungsvariante komplett fertiggestellt,
bevor er mit übrigen Wagenkastenteilen zu dem Wagenkasten zusammengesetzt wird.
[0021] Bei einer zweiten bzw. anderen bevorzugten Ausführungsvariante wird zumindest eine
Baugruppe des Fahrzeugkopfes mit einem oder mehreren übrigen Wagenkastenteilen des
Wagenkastens verbunden, bevor der Fahrzeugkopf insgesamt mit seinen vier Baugruppen
fertiggestellt wird. Bei der letztgenannten Ausführungsvariante wird die Herstellung
des Fahrzeugkopfes also in die Herstellung des Wagenkastens integriert.
[0022] Mindestens eine der Baugruppen, vorzugsweise alle die Fahrzeughaut mitbildenden Baugruppen
des Fahrzeugkopfes - selbstverständlich mit Ausnahme der Scheiben und Dichtungen -
werden vorzugsweise ausschließlich aus Metall bzw. ohne glasfaserverstärkten Kunststoff
hergestellt.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert;
dabei zeigen beispielhaft
- Figur 1
- ein Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäße Fahrzeugkopf in einer Explosionsdarstellung,
- Fig. 2-7
- ein Ausführungsbeispiel für Verfahrensschritte zur Herstellung einer Dachbaugruppe
für den Fahrzeugkopf gemäß Figur 1,
- Fig. 8-12
- ein Ausführungsbeispiel für Verfahrensschritte zur Herstellung von Seitenwandbaugruppen
für den Fahrzeugkopf gemäß Figur 1, und
- Fig. 13-14
- ein Ausführungsbeispiel für Verfahrensschritte zur Herstellung einer Fensteruntergurtbaugruppe
für den Fahrzeugkopf gemäß Figur 1.
[0024] In den Figuren werden der Übersicht halber für identische oder vergleichbare Komponenten
dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0025] Die Figur 1 zeigt in einer Explosionsdarstellung ein Ausführungsbeispiel für einen
erfindungsgemäßen Fahrzeugkopf 1, anhand dessen beispielhaft vorteilhafte Verfahrensvarianten
zum Herstellen von Fahrzeugköpfen erläutert werden sollen; der Fahrzeugkopf 1 bildet
einen Bestandteil eines nicht weiter gezeigten Wagenkastens eines Fahrzeugs, insbesondere
Schienenfahrzeugs.
[0026] Der Fahrzeugkopf 1 gemäß Figur 1 wird durch Zusammensetzen einer Dachbaugruppe 100,
zweier Seitenwandbaugruppen 200 und 300 und einer Fensteruntergurtbaugruppe 400 gebildet.
Die vier Baugruppen werden vorzugsweise durch Laserschweißen miteinander verbunden;
zu diesem Zwecke bestehen sie vorzugsweise ganz oder zumindest im Bereich ihrer Schnittstellen
zu anderen Baugruppen aus laserschweißbarem Metall wie zum Beispiel Stahl. Die Schnittstellen
sind also mit anderen Worten vorzugsweise Metallschnittstellen.
[0027] Bei einer bevorzugten Ausführungsvariante werden die vier Baugruppen zunächst miteinander
verbunden, bevor sie mit den anderen Komponenten des Wagenkastens verbunden, vorzugsweise
laserverschweißt, werden; bei einer anderen bevorzugten Ausführungsvariante werden
die vier Baugruppen, oder zumindest eine von ihnen, zunächst mit anderen Komponenten
des Wagenkastens verbunden, vorzugsweise laserverschweißt, bevor sie untereinander
bzw. mit anderen der Baugruppen verbunden werden.
[0028] Zur Herstellung der Dachbaugruppe 100 des Fahrzeugskopfes 1 gemäß Figur 1 wird zunächst
eine Dachhaube 110, wie sie beispielhaft in der Figur 2 gezeigt ist, hergestellt.
[0029] Zu diesem Zweck werden - gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsvariante - zunächst
ein Stirnteil 111 und ein Dachteil 112 jeweils durch Tiefziehen hergestellt und anschließend
vorzugsweise mittels eines 3D-Lasers beschnitten. Das Stirnteil 111 und das Dachteil
112 werden anschließend miteinander sowie mit zwei Seitendachteilen 113 laserverschweißt.
Danach wird die so gebildete Dachhaube 110 vorzugsweise nochmals laserbesäumt, um
eine hochgenaue Schnittstelle für die Frontscheibe des Fahrzeugs sowie für den Anschluss
an die Seitenwandgruppen 200 und 300 gemäß Figur 1 zu gewährleisten.
[0030] Alternativ kann die Dachhaube 110 - gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsvariante
- hergestellt werden allein durch ein Tiefziehen eines Bleches unter Bildung eines
tiefgezogenen Blechteiles, das einen das Dachteil 112 gemäß Figur 2 bildenden Dachteilabschnitt,
zwei die Seitendachteile 113 gemäß Figur 2 bildende Seitendachteilabschnitte und einen
das Stirnteil 111 gemäß Figur 2 bildenden Stirnabschnitt umfasst.
[0031] Die Figur 2 zeigt darüber hinaus Anschlussschenkel 114 zur Anbindung an die beiden
Seitenwandbaugruppen 200 und 300. Die Anschlussschenkel 114 können durch umgebogene
Abschnitte der Seitendachteile 113 gebildet werden; vorteilhaft ist es jedoch, wenn
die Anschlussschenkel 114 separate Teile sind, die durch Schweißen, vorzugsweise Laserschweißen,
an die Seitendachteile 113 erst nachträglich angebracht werden, um die Zugänglichkeit
der einzelnen Abschnitte beim Handhaben und Verbinden der Dachbaugruppe 100 mit den
beiden Seitenwandbaugruppen 200 und 300 zu vereinfachen.
[0032] Die Figur 3 zeigt eine Rippenstruktur 120, die in die Dachhaube 110 gemäß Figur 2
eingesetzt wird, um diese mechanisch zu verstärken. Die Rippenstruktur 120 umfasst
ein Querverstrebungselement 121, das eine mechanische Stabilisierung zwischen dem
Stirnteil 111 und dem Dachteil 112 bewirkt, sowie zwei Längsverstärkungselemente 122,
die eine Verstärkung in Fahrzeuglängsrichtung bewirken und insbesondere das vom Fahrtwind
bei Fahrt in Fahrzeuglängsrichtung belastete Stirnteil 111 abstützen. Die Anbindung
der beiden Längsverstärkungselemente 122 im Bereich ihres dem Stirnteil 111 abgewandten
Endes an dem Dachteil 112 sowie an daran angeschweißten Anschlussschenkeln 115 ist
beispielhaft näher in der Figur 4 gezeigt.
[0033] Die Figur 3 zeigt darüber hinaus Seitenverstärkungselemente 123, die mit dem Querverstärkungselement
121 verbunden sind und eine mechanische Stabilisierung der Seitendachteile 113 relativ
sowohl zum Stirnteil 111 als auch zum Dachteil 112 bewirken. Die Figur 5 zeigt die
Anbindung eines der beiden Seitenverstärkungselemente 123 am Querverstärkungselement
121 näher im Detail.
[0034] Es lässt sich erkennen, dass die Seitenverstärkungselemente 123 zwecks Montage und
Justage vorzugsweise einen Schiebesitz auf dem Querverstärkungselement 121 ermöglichen
und somit in ihrer Längsrichtung zunächst verschieblich sind, bevor sie mit dem Querverstärkungselement
121, dem Stirnteil 111 und dem jeweils zugeordneten Seitendachteil 113 verbunden,
vorzugsweise verschweißt, insbesondere laserverschweißt, werden.
[0035] Die Figur 6 zeigt einen vorteilhaften Aufbau des Querverstärkungselements 121 gemäß
Figur 3. Es lässt sich erkennen, dass das Querverstärkungselement 121 aus drei gebogenen
Lochblechen 121a, einem gebogenen Hauptblech 121b, drei Eckverstärkern 121c sowie
zwei Endelementen 121d gebildet werden kann. Die genannten Elemente werden vorzugsweise
miteinander verschweißt, insbesondere laserverschweißt.
[0036] Die Figur 7 zeigt das Querverstärkungselement 121, nachdem dieses aus den in der
Figur 6 genannten Teilen zusammengesetzt wurde.
[0037] Die Dachbaugruppe 100 besteht vorzugsweise ganz oder zumindest im Bereich ihrer internen
Schnittstellen zwischen ihren Bestandteilen sowie im Bereich ihrer externen Schnittstellen
zu anderen Baugruppen aus Metall. Die Schnittstellen sind also mit anderen Worten
vorzugsweise Metallschnittstellen.
[0038] Die Figur 8 zeigt am Beispiel der Seitenwandbaugruppe 200 gemäß Figur 1, wie die
beiden Seitenwandbaugruppen 200 und 300 in vorteilhafter Weise hergestellt werden
können.
[0039] In der Figur 8 erkennt man ein mehrfach gebogenes, beispielsweise gekantetes, Seitenwandteil
210, das eine Schnittstelle zur nicht gezeigten Frontscheibe des Fahrzeugkopfes und
eine weitere Schnittstelle zu einer ebenfalls nicht gezeigten Seitenscheibe des Fahrzeugkopfes
bildet. Das Seitenwandteil 210 insgesamt oder zumindest die Schnittstellen zur Front-
und Seitenscheibe werden vorzugsweise laserbesäumt, um eine optimale Anbindung der
Scheiben zu gewährleisten.
[0040] Zur Verstärkung der Seitenwandbaugruppe 210 ist eine Vielzahl an Verstärkungsteilen
vorgesehen, die nachfolgend beispielhaft näher im Detail erläutert werden. Die Verstärkungsteile
sind vorzugsweise mit dem Seitenwandteil 210 laserverschweißt.
[0041] Zur Verstärkung eines A-Säulenabschnitts 211 des Seitenwandteils 210 ist bei dem
Ausführungsbeispiel gemäß Figur 8 ein gebogenes Blech vorhanden, das als A-Säulen-Verstärkungsteil
220 bezeichnet werden kann und gemeinsam mit dem A-Säulenabschnitt 211 des Seitenwandteils
210 eine A-Säule des Fahrzeugkopfes 1 bildet. Die Figur 9 zeigt eine vorteilhafte
Ausgestaltung des A-Säulen-Verstärkungsteils 220 in Form eines rinnenförmigen Blechteils.
[0042] Zwei andere Verstärkungsteile bilden jeweils ein A-B-Säulen-verstärkungsteil 230,
das sich nach dem Laserverschweißen mit dem Seitenwandteil 210 in Fahrzeuglängsrichtung
erstreckt und den A-Säulenabschnitt 211 des Seitenwandteils 210 und damit die A-Säule
des Fahrzeugkopfes gegenüber dem B-Säulenabschnitt 212 des Seitenwandteils 210 abstützt.
Die Figur 10 zeigt eine vorteilhafte Ausgestaltung der A-B-Säulen-Verstärkungsteile
230 näher im Detail.
[0043] Darüber hinaus sind vorzugsweise weitere Versteifungsbleche vorhanden, die als Eckverstärkungsteile
240 in den Ecken des Seitenwandteils 210 angeordnet und dort verschweißt werden. Vorzugsweise
sind alle Ecken des Seitenwandteils 210 entsprechend eckverstärkt. Die Figur 11 zeigt
eine vorteilhafte Ausgestaltung der Eckverstärkungsteile 240 näher im Detail.
[0044] Auch ist es vorteilhaft, wenn noch zusätzliche Versteifungsbleche 250 vorgesehen
werden, die mechanisch an besonders beanspruchten Bereichen des Seitenwandteils 210
angebracht, vorzugsweise durch Laserverschweißen, werden. Die Figur 12 zeigt eine
vorteilhafte Ausgestaltung solcher zusätzlichen Versteifungsbleche 250 näher im Detail.
[0045] Die Seitenwandbaugruppen 200 und 300 bestehen vorzugsweise ganz oder zumindest im
Bereich ihrer internen Schnittstellen zwischen ihren Bestandteilen und/oder ihrer
externen Schnittstellen zu anderen Baugruppen aus Metall. Die Schnittstellen sind
also mit anderen Worten vorzugsweise Metallschnittstellen.
[0046] Im Zusammenhang mit den Figuren 13 und 14 wird nachfolgend eine bevorzugte Ausgestaltung
und ein bevorzugtes Verfahren zur Herstellung der Fensteruntergurtbaugruppe 400 gemäß
Figur 1 erläutert. So zeigt die Figur 13 einen Abschnitt der Fensteruntergurtbaugruppe
400 und lässt erkennen, dass diese vorzugsweise durch Laserverschweißen zweier Kantbleche
410 und 420 gebildet wird, die zunächst durch Rollen in die in der Figur 13 gezeigte
Form gebracht werden. Die Kantbleche 410 und 420 sind mit Blick auf minimales Gewicht
vorzugsweise als gelochtes Profil ausgeführt.
[0047] Die Figur 14 zeigt die beiden gerollten Kantbleche 410 und 420 nochmals näher im
Detail, nachdem sie laserverschweißt worden sind.
[0048] Nach dem Laserverschweißen der zwei Kantbleche 410 und 420 wird die so gebildete
Fensteruntergurtbaugruppe 400 vorzugsweise laserbesäumt, um eine optimale Schnittstelle
zur Anbringung der Frontscheibe zu gewährleisten.
[0049] Die Fensteruntergurtbaugruppe 400 besteht vorzugsweise ganz oder zumindest im Bereich
ihrer internen Schnittstellen zwischen ihren Bestandteilen und/oder ihrer externen
Schnittstellen zu anderen Baugruppen aus Metall. Die Schnittstellen sind also mit
anderen Worten vorzugsweise Metallschnittstellen.
[0050] Der Fahrzeugkopf 1, wie er oben beispielhaft beschrieben worden ist, besteht vorzugsweise
insgesamt aus Metall wie z. B. Stahl; alternativ können Bestandteile von Baugruppen
oder auch einzelne Baugruppen teilweise oder auch insgesamt aus GfK bestehen; vorzugsweise
wird aber zumindest eine Verbindung zwischen mindestens einer Schnittstelle zwischen
den Baugruppen oder zumindest eine Verbindung zwischen mindestens einer internen Schnittstelle
innerhalb derselben Baugruppe durch Laserschweißen gebildet.
[0051] Die oben im Zusammenhang mit der Beschreibungseinleitung und den Figuren 1 bis 14
beispielhaft beschriebenen Verfahren zum Herstellen eines Fahrzeugkopfes können einzelne,
mehrere oder alle der nachfolgend stichpunktartig aufgeführten Vorteile oder Merkmale
aufweisen:
- Die beispielhaft beschriebene Herstellung des Fahrzeugkopfes ermöglicht eine leichte
Bauweise zum Erreichen vorgegebener Zielgewichte.
- Die beispielhaft beschriebene Herstellung des Fahrzeugkopfes ermöglicht eine gute
Erfüllung aktueller und zukünftiger normativer Randbedingungen, wie bezüglich Sichtfeldnorm
und Crashnorm.
- Die beispielhaft beschriebene Herstellung des Fahrzeugkopfes ermöglicht eine Integration
der Front- und Seitenscheiben über Gummikederschnittstellen, Klebeschnittstellen oder
eine Kombination davon.
- Die beispielhaft beschriebene Herstellung des Fahrzeugkopfes ermöglicht die Erfüllung
hoher optischer Anforderungen bzw. eines guten Erscheinungsbildes (geringe Ebenheitsabweichungen)
bei gleichzeitig minimalem Gewicht und hoher Steifigkeit.
- Die beispielhaft beschriebene Herstellung des Fahrzeugkopfes ermöglicht eine gute
Robustheit gegenüber korrosiven Angriffen.
- Die beispielhaft beschriebene Herstellung des Fahrzeugkopfes ermöglicht eine hohe
Reparaturfreundlichkeit, zum Beispiel nach einem Unfall.
- Die beispielhaft beschriebene Herstellung des Fahrzeugkopfes kann so ausgeführt werden,
dass nur wenige bzw. keine Materialdopplungen entstehen und dadurch in Verbindung
mit korrosionsbeständigen Werkstoffen auf der Innenseite keine zusätzlichen Korrosionsschutzmaßnahmen
mehr nötig sind.
- Die beispielhaft beschriebene Herstellung des Fahrzeugkopfes kann prinzipiell auf
zwei Varianten erfolgen:
- Im Rahmen einer ersten Verfahrensvariante kann der Fahrzeugkopf als vorgefertigte
Baugruppe hergestellt und erst anschließend mit den übrigen Komponenten des Wagenkastens
verschraubt oder verschweißt werden; der Vorteil dieser Plug- and Play-Lösung liegt
darin, dass die Schnittstelle zu den Scheiben sehr genau ist und nicht mehr nachgearbeitet
werden muss. Außerdem ermöglicht die Bauweise die Vormontage von Scheiben und Elementen
der Innenausstattung.
- Im Rahmen einer zweiten Verfahrensvariante können die Baugruppen des Fahrzeugkopfes
zunächst individuell mit dem Wagenkasten und erst anschließend untereinander verbunden,
vorzugsweise laserverschweißt, werden; dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Toleranzen,
die beim Wagenkastenzusammenbau im Fahrzeugkopf zusammenlaufen, einfach kompensiert
werden können. Nachteil ist der größere Wärmeeintrag und Verzug, der sich zwischen
den Baugruppen des Fahrzeugkopfes einstellen könnte.
- Durch die beschriebenen Verfahrensschritte unter Einbezug von Tiefziehen, Biegen/Kanten
und Laserschweißen ist es erstmals möglich, den Fahrzeugkopf unter Einhaltung der
heutzutage vorgegebenen Randbedingungen auf metallischer Grundlage zu bauen.
- Die resultierenden Fahrzeugköpfe sind wegen ihrer metallischen Bauweise robuster als
eine GfK(glasfaserverstärkter Kunststoff)-Bauweise.
- Die resultierenden Fahrzeugköpfe sind kostengünstiger und leichter als GfK-Fahrzeugköpfe.
- Die resultierenden Fahrzeugköpfe können direkt mit dem Rohbau des Wagenkastens verschweißt
werden, anders als GfK-Fahrzeugköpfe, die nur verschraubt bzw. verklebt werden können.
[0052] Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Verfahren zum Herstellen eines Fahrzeugkopfes (1) für einen Wagenkasten eines Fahrzeugs,
insbesondere Schienenfahrzeugs,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Fahrzeugkopf (1) aus mindestens vier Baugruppen (100, 200, 300, 400) zusammengesetzt
wird, nämlich einer Dachbaugruppe (100), zwei Seitenwandbaugruppen (200, 300) und
einer Fensteruntergurtbaugruppe (400),
- wobei bei mindestens einer der Baugruppen (100, 200, 300, 400) zumindest zwei Baugruppenteile
miteinander durch Laserschweißen von Metallschnittstellen zwischen den Baugruppenteilen
verbunden werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Dachhaube (110) der Dachbaugruppe (100) ganz oder zumindest im Bereich mindestens
einer ihrer internen Schnittstellen zwischen Dachhaubenbestandteilen, vorzugsweise
an allen internen Schnittstellen, und/oder im Bereich zumindest an einer ihrer externen
Schnittstellen, vorzugsweise an allen externen Schnittstellen, aus Metall hergestellt
wird, insbesondere unter Einbezug von Tiefziehen und/oder Biegen mindestens eines
Bleches.
3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dachhaube (110) mit einer Rippenstruktur (120) ausgestattet wird.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Herstellung der Dachhaube (110) zumindest vier Dachhaubenteile, nämlich zumindest
ein Dachteil (112), zwei Seitendachteile (113) und ein eine Schnittstelle zu einer
Frontscheibe des Fahrzeugkopfes (1) bildendes Stirnteil (111) miteinander laserverschweißt
werden.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche 1 bis 3,
d a durc h g e k e n n z e ichn e t, dass
die Dachhaube (110) allein durch ein Tiefziehen und/oder Biegen eines Bleches hergestellt
wird, wobei ein Dachteilabschnitt, zwei Seitendachteilabschnitte und ein eine Schnittstelle
zu einer Frontscheibe des Fahrzeugkopfes (1) bildender Stirnabschnitt ausgebildet
werden.
6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Stirnteil (111) oder der Stirnteilabschnitt zumindest im Bereich der Schnittstelle
zur Frontscheibe laserbesäumt wird.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Herstellen der Seitenwandbaugruppe (200, 300) ein mehrfaches Biegen eines Bleches
zur Bildung eines gebogenes Seitenwandteils (210) umfasst, das eine Schnittstelle
zur Frontscheibe und eine Schnittstelle zu einer Seitenscheibe bildet, und
- die letztgenannten Schnittstellen laserbesäumt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Seitenwandteil (210) durch ein gebogenes Blech (220) verstärkt wird, das gemeinsam
mit einem A-Säulenabschnitt (211) des Seitenwandteils (210) eine A-Säule des Fahrzeugkopfes
(1) bildet.
9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche 7 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Seitenwandteil (210) mittels eines Verstärkungsteils (230) verstärkt wird, das
in Wagenkastenlängsrichtung ausgerichtet wird und einen A-Säulenabschnitt (211) des
Seitenwandteiles mit einem B-Säulenabschnitt (212) des Seitenwandteils (210) verbindet.
10. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Seitenwandteil (210) mittels zumindest eines Eckverstärkers (240) verstärkt wird,
der in einen Eckbereich des Seitenwandteils (210) eingesetzt wird.
11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Fensteruntergurtbaugruppe (400) mit zumindest zwei gekrümmten Kantblechen (410,
420) gebildet wird, die miteinander laserverschweißt werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Krümmung der zwei Kantbleche (410, 420) durch Rollen erzeugt wird und die Kantbleche
(410, 420) erst nach dem Rollen laserverschweißt werden.
13. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Fahrzeugkopf (1) fertiggestellt wird, bevor er mit den übrigen Wagenkastenteilen
zu dem Wagenkasten zusammengesetzt wird.
14. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest eine Baugruppe des Fahrzeugkopfes (1) mit einem oder mehreren der übrigen
Wagenkastenteilen des Wagenkastens verbunden wird, bevor der Fahrzeugkopf (1) insgesamt
fertiggestellt wird.
15. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine der Baugruppen (100, 200, 300, 400), vorzugsweise alle die Fahrzeughaut
mitbildenden Baugruppen des Fahrzeugkopfes (1) - mit Ausnahme der Scheiben und Dichtungen
- ausschließlich aus Metall hergestellt werden.