[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer eine Fräswalze und ein Heckschild
umfassenden Straßenfräsmaschine bei einem im zu fräsenden Boden befindlichen Hindernis.
Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine Straßenfräse zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Gattungsgemäße Straßenfräsmaschinen werden im Straßen- und Wegebau, zur Ausbesserung
und Erneuerung von Fahrbahnen, Plätzen und Start- beziehungsweise Landebahnen eingesetzt.
Konkret handelt es sich hierbei beispielsweise um Straßenfräsen, speziell Kaltfräsen,
beispielsweise vom Heckrotor- oder vom Mittelrotortyp. Sie umfassen typischerweise
einen von Fahreinrichtungen, beispielsweise Kettenlaufwerken oder Rädern, getragenen
Maschinenrahmen. Das primäre Arbeitswerkzeug gattungsgemäßer Straßenfräsmaschinen
ist eine in einem Fräswalzenkasten um eine Rotationsachse rotierbar gelagerte Fräswalze.
Die Fräswalze ist typischerweise mit einem hohlzylindrischen Mantel ausgestattet,
auf dessen Außenumfangsfläche eine Vielzahl von Fräswerkzeugen, beispielsweise Fräsmeißel,
angeordnet sind. Im Arbeitsbetrieb wird die Fräswalze um die Rotationsachse rotiert,
so dass die Fräswerkzeuge in den Boden getrieben werden und diesen abfräsen. Wie weit
die Fräswalze hierbei in den Boden eintaucht, wird durch die beispielsweise vom Bediener
vorgegebene Frästiefe bestimmt. Die Frästiefe kann dabei beispielsweise durch eine
Relativverstellung der Fräswalze bzw. des Fräswalzenkasten gegenüber dem Maschinenrahmen
erreicht werden. Dazu ist es bekannt, den Fräswalzenkasten über eine zumindest teilweise
in Vertikalrichtung relativ zum Maschinenrahmen verstellbare Hubeinrichtung am Maschinenrahmen
zu lagern. Ergänzend oder alternativ kann der Maschinenrahmen samt Fräseinrichtung
in Vertikalrichtung zum Bodenuntergrund verstellbar sein. Dazu ist es bekannt, den
Maschinenrahmen mit den Fahreinrichtungen über geeignete Hubeinrichtungen, beispielsweise
Hubsäulen, zu verbinden. Um das herumgeschleuderte Fräsgut einzudämmen, ist die Fräswalze
üblicherweise von dem beispielsweise am Maschinenrahmen gelagerten Fräswalzenkasten
umgeben, der einen Frontschild, zwei Seitenschilde und einen gegenüber dem Maschinenrahmen
höhenverstellbaren Heckschild aufweisen kann. Es kann ferner ein sogenannter Niederhalter
vorgesehen sein. Der Niederhalter ist dabei wie der Frontschild quer zur Arbeitsrichtung
vor und der Heckschild quer zur Arbeitsrichtung hinter der Fräswalze angeordnet, während
die Seitenschilde die Fräswalze parallel zur Arbeitsrichtung seitlich einhausen. Die
Steuerung der Höhenverstellung des Maschinenrahmens und/oder des Fräswalzenkastens
und/oder Teilen davon kann mithilfe einer Steuereinrichtung erfolgen. Der Fräswalzenkasten
dient ebenfalls dazu, das Fräsgut auf eine Fördereinrichtung zu leiten, beispielsweise
ein Förderband, von der das Fräsgut auf ein Transportfahrzeug, beispielsweise einen
Lastwagen, zum Abtransport überladen wird. Dies kann beispielsweise in Fräsrichtung
nach vorn oder nach hinten erfolgen.
[0003] Der Niederhalter wird typischerweise im Arbeitsbetrieb der Straßenfräsmaschine in
Arbeitsrichtung vor der Fräswalze von oben auf den zu fräsenden Boden gedrückt, schwimmend
über diesen geführt oder knapp über dem Boden gehalten. Er dient dazu, das Herausbrechen
von großen Schollen aus dem zu fräsenden Boden zu verhindern und sicherzustellen,
dass die Fräswalze ausreichend kleine Fräsgutstücke abfräst. Der Frontschild kann
eine Übergabeöffnung aufweisen, durch die hindurch das Fräsgut auf die Transporteinrichtung
aus dem Inneren des Fräswalzenkastens austreten kann. Eine solche Übergabeöffnung
kann auch im Heckschild vorgesehen sein. Die Seitenschilde verschließen den Fräswalzenkasten
seitlich, werden typischerweise gleitend über den Boden geführt und verhindern ein
seitliches Austreten von Fräsgut. Der Heckschild wiederum wird, ähnlich wie der Niederhalter,
in Arbeitsrichtung hinter der Fräswalze von oben auf die gefräste Fläche, auch Fräsbett
genannt, gedrückt, schwimmend über diesem geführt oder knapp über dem Fräsbett gehalten.
In dieser als Arbeitsposition bezeichneten Stellung schert der Heckschild zum einen
im Fräsbett verbliebene, aufragende Bodenbestandteile ab. Zum anderen streift der
Heckschild auch im Fräsbett verbliebenes Fräsgut ab und führt dieses im Inneren des
Fräswalzenkastens mit der Straßenfräsmaschine mit, bis es im weiteren Arbeitsbetrieb
zur Fördereinrichtung gelangt.
[0004] Während der Fräsarbeiten kommt es immer wieder vor, dass sich im zu fräsenden Boden
Hindernisse befinden. Hierbei kann es sich beispielsweise um Einbauten handeln, beispielsweise
Schächte, Kanaldeckel, Metallplatten oder ähnliches. Diese Einbauten sollen durch
Fräsarbeiten nicht beschädigt werden. Darüber hinaus soll auch ein Schaden an der
Fräswalze und den Fräswerkzeugen selbst, der bei einer Kollision mit den Hindernissen
entstehen könnte, vermieden werden. Es ist daher notwendig, dass der Bediener der
Straßenfräsmaschine diese vor jedem Hindernis anhält, die Fräswalze samt Fräswalzenkasten
anhebt, bis diese auf eine Vertikalposition über dem Hindernis verstellt wurde, beispielsweise
mit ca. 2 cm Bodenfreiheit, und dann das Hindernis mit außer Bodeneingriff stehender
Fräswalze überfährt. Hinter dem Hindernis muss der Bediener erneut die Straßenfräsmaschine
stoppen, die Fräswalze erneut auf die gewünschte Frästiefe absenken und den Fräsvorgang
fortsetzen. Insgesamt ist für diesen Vorgang daher eine Vielzahl von Schritten notwendig,
die der Bediener im Arbeitsablauf möglichst präzise ausführen muss. Ein zusätzliches
Problem besteht darin, dass durch das Anheben der Fräswalze und des Fräswalzenkastens
vor dem Hindernis eine nicht unbeachtliche Menge an Fräsgut auf dem abgefrästen Boden
im Fräsbett verbleibt. Dieses liegengebliebene Fräsgut muss im Nachgang von Hand oder
maschinell aufwendig beseitigt werden, was den Zeitaufwand zur Fertigstellung der
Baustelle und damit auch die Kosten erhöht. Von der Fräswalze in Arbeitsrichtung vor
und hinter dem Hindernis nicht abgefräster Boden muss gegebenenfalls ebenfalls per
Hand oder maschinell in einem Nachbearbeitungsschritt abgetragen werden. Der Aufwand
für diese Nachbearbeitung variiert stark, je nachdem, wie präzise vor dem Hindernis
der Bediener die Fräswalze anhebt und sie nach dem Hindernis wieder absenkt. Hierbei
entsteht allerdings ein Spannungsfeld, da der Bediener einerseits eine Kollision des
Hindernisses mit der Fräswalze auf jeden Fall verhindern möchte, andererseits der
manuelle Nachbearbeitungsaufwand möglichst gering gehalten werden soll. Im Ergebnis
versucht der Bediener häufig, so knapp wie möglich an das Hindernis heranzufräsen
und die Fräswalze hinter dem Hindernis so nah wie möglich am Hindernis wieder in den
Boden eintauchen zu lassen. Fehleinschätzungen durch den Bediener können hier daher
zu Beschädigungen am Hindernis und an der Fräswalze oder zu einem erhöhten Aufwand
der Nachbearbeitung führen.
[0005] Vor diesem Hintergrund ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Wirtschaftlichkeit
des Fräsvorgangs bei im zu fräsenden Boden befindlichen Hindernissen zu erhöhen. Insbesondere
soll der Bediener der Straßenfräsmaschine entlastet und der Arbeitsaufwand der notwendigen
Nachbearbeitung verringert werden.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit einem Verfahren und einer Straßenfräsmaschine
gemäß den unabhängigen Ansprüchen. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0007] Konkret gelingt die Lösung mit einem Verfahren zur Steuerung einer eine Fräswalze
und einen Heckschild umfassenden Straßenfräsmaschine bei einem im zu fräsenden Boden
befindlichen Hindernis, umfassend die Schritte:
- a) Abfräsen des Bodens in einer vorgegebenen Frästiefe entlang einer Arbeitsrichtung,
- b) Annähern der Straßenfräsmaschine in Arbeitsrichtung an das im Boden befindliche
Hindernis,
- c) Ausheben der Fräswalze und des Heckschildes aus dem Boden in Arbeitsrichtung vor
dem Hindernis,
- d) Überfahren des Hindernisses derart, dass die Fräswalze außer Kontakt mit dem Hindernis
bleibt, und
- e) Absenken der Fräswalze und des Heckschildes bis zur vorgegebenen Frästiefe in Arbeitsrichtung
hinter dem Hindernis und Fortsetzen des Abfräsens des Bodens.
Ein Kerngedanke der vorliegenden Erfindung liegt nun darin, dass die Straßenfräsmaschine
derart gesteuert wird, dass in Schritt c) das Ausheben der Fräswalze zeitlich vor
dem Ausheben des Heckschildes aus dem Boden durchgeführt wird, wobei sich die Straßenfräsmaschine
zwischen dem Ausheben der Fräswalze und dem Ausheben des Heckschildes weiter in Arbeitsrichtung
bewegt. Mit anderen Worten erfolgt das Ausheben des Heckschildes und das Ausheben
der Fräswalze im laufenden Fräsprozess nacheinander, und die Straßenfräsmaschine fährt
zwischen dem Ausheben des Heckschildes und dem Ausheben der Fräswalze zumindest ein
Stück weit weiter in Arbeitsrichtung. Der Heckschild wird also nicht gleichzeitig
mit der Fräswalze aus dem Fräsbett angehoben, sondern verbleibt während und/oder nach
dem Anheben der Fräswalze noch in der Arbeitsstellung. Dadurch wird der Heckschild
in seiner Arbeitsstellung in Arbeitsrichtung näher an das Hindernis herangeführt als
wenn der Heckschild zusammen mit der Fräswalze angehoben werden würde, wie dies im
Stand der Technik der Fall ist. Der Heckschild wird in Horizontalrichtung auf die
Wegstrecke bezogen somit erst an einer Stelle ausgehoben, in der er in Fräsrichtung
gesehen auf Höhe desjenigen Bereiches ist, in dem vorher die Fräswalze ausgehoben
worden ist. Damit werden der Heckschild und die Fräswalze somit beim Annähern an ein
zu überfahrendes Bodenhindernis relativ zueinander verstellt, derart, dass die Fräswalze
in Vertikalrichtung gegenüber dem Heckschild angehoben wird, gefolgt von einer Phase,
in der der Heckschild relativ zur Fräswalze angehoben wird. In Bezug auf die Wegstrecke
vollziehen die Fräswalze und der Heckschild somit sukzessive zueinander die Hubbewegung
und nicht gleichzeitig. Auf diese Weise kann der Heckschild seine Funktion, das abgefräste
Fräsgut auf dem Fräsbett abzustreifen und mit dem Fräswalzenkasten mitzuführen, länger
ausführen, als wenn er von vorneherein zusammen mit der Fräswalze ausgehoben worden
wäre, denn er wird der Hubbewegung der Fräswalze zeitlich nachlaufend dem Hindernis
in seiner abgesenkten Position näher angenähert. Insgesamt wird durch diese Maßnahme
also weniger Fräsgut auf dem Fräsbett zurückgelassen, wenn der Heckschild dann schließlich
vor dem Hindernis aus dem Fräsbett angehoben wird.
[0008] Das Ausheben der Fräswalze und das Ausheben des Heckschildes beziehen sich dabei
jeweils auf eine Relativbewegung der Fräswalze beziehungsweise des Heckschildes in
Vertikalrichtung gegenüber dem Boden bzw. einer virtuellen Bodenbezugsebene. Die Fräswalze
kann beispielsweise innerhalb des Fräswalzenkastens relativ zum Fräswalzenkasten höhenverstellbar
ausgebildet sein. In diesem Fall kann die Fräswalze unabhängig vom Heckschild angehoben
werden und der Heckschild kann in der Arbeitsposition verbleiben, ohne hierfür verstellt
werden zu müssen. Es ist allerdings auch möglich, dass die Fräswalze zusammen mit
dem gesamten Fräswalzenkasten höhenverstellbar ausgebildet ist. In diesem Fall wird
mit dem Anheben der Fräswalze ebenfalls der gesamte Fräswalzenkasten inklusive des
Heckschildes angehoben. Es kann daher notwendig sein, dass der Heckschild während
des Aushebens der Fräswalze in Kompensation einer Vertikalverstellung des gesamten
Fräswalzenkastens relativ zum übrigen Fräswalzenkasten nach unten ausgefahren werden
muss, um in der Arbeitsposition zu verbleiben. Mit anderen Worten: Idealerweise erfolgt
die Ausfahrbewegung des Heckschildes während des Anhebens des übrigen Fräswalzenkastens
somit derart, dass die Hubbewegung des übrigen Fräswalzenkasten in Vertikalrichtung
ausgeglichen wird. Näherungsweise wird somit bevorzugt die Hubverstellung des Heckschildes
derart gesteuert, dass er während des Aushebens des übrigen Fräswalzenkasten sein
Vertikallage in Bezug auf den Bodenuntergrund beibehält. Hierbei wird der Heckschild
relativ zur Fräswalze und relativ zum Maschinenrahmen verstellt, gegenüber dem Boden
bleibt er somit allerdings idealerweise in derselben Relativposition, konkret der
Arbeitsposition. Es handelt sich daher nicht um ein erfindungsgemäßes "Ausheben" des
Heckschildes.
[0009] Durch die Rotation der Fräswalze im Arbeitsbetrieb werden von den Fräswerkzeugen,
insbesondere von den Meißelspitzen, Schneidkreise definiert. Die Schneidkreise beschreiben
dabei diejenigen Bahnen, auf denen sich beispielsweise die Meißelspitzen zusammen
mit der Fräswalze um die Rotationsachse bewegen. Von den Schneidkreisen wird also
festgelegt, wieviel Boden von der Fräswalze in einer bestimmten Vertikalhöhe abgetragen
wird bzw. wie groß die Frästiefe letztendlich ist. Wird vorliegend von einem Durchmesser
der Fräswalze gesprochen, so ist damit insbesondere der Durchmesser des größten Schneidkreises
gemeint. Entlang dieses Schneidkreises wird im Arbeitsbetrieb Boden von der Fräswalze
abgetragen. Das Ausheben der Fräswalze aus dem Boden hinterlässt daher einen Aushubbereich,
in dem die Frästiefe der gefrästen Spur durch das Ausheben der Fräswalze in Arbeitsrichtung
abzunehmen beginnt. Im Aushubbereich befindet sich typischerweise eine Rampe bzw.
ein Übergangsbereich vom in der vorgegebenen Frästiefe liegenden Fräsbett bis zum
ungefrästen Boden, wobei der Übergangsbereich im Wesentlichen ein Negativ des Fräswalzenumfangsabschnitts
beziehungsweise von Schneidkreissegmenten der Fräswalze darstellen kann, wenn die
Fräswalze beispielsweise bei stehende Maschine ausgehoben wird. Die Entstehung dieser
Rampe ist dabei der Geometrie der Fräswalze und den Schneidkreisen geschuldet. An
der tiefsten Stelle des Aushub- bzw. Fräsbereichs weist dieser eine Vorderkante auf.
Die tiefste Stelle des Aushubbereiches ist dabei diejenige Stelle unmittelbar vertikal
unter der Rotationsachse der Fräswalze an derjenigen Position, an der die Fräswalze
ausgehoben wird. Zur Höhe der ungefrästen Bodenoberfläche hat diese Vorderkante den
der vorhergehenden Frästiefe entsprechenden Abstand. Die Vorderkante des Aushubbereiches
entsteht also an derjenigen Position, an der die Fräswalze den Boden noch in der vollen,
vorgegebenen Frästiefe abfräst, bevor sie ausgehoben wird. Sie beschreibt daher den
Übergang vom in der vollen, vorgegebenen Frästiefe abgefrästen Boden beziehungsweise
dem Fräsbettboden zur Rampe des Aushubbereiches.
[0010] Gemäß der Erfindung soll der Heckschild in Arbeitsrichtung näher an der Vorderkante
des Aushubbereiches ausgehoben werden als im Stand der Technik. Je später das Ausheben
des Heckschildes durchgeführt wird, desto mehr Fräsgut wird von diesem noch in Arbeitsrichtung
mitgeführt und desto weniger Fräsgut wird nach dem Ausheben auf dem Fräsbett hinterlassen.
Es ist daher bevorzugt, dass der Heckschild möglichst nah und insbesondere erst unmittelbar
an der Vorderkante des Aushubbereiches ausgehoben wird. Diejenige Position in Arbeitsrichtung,
an der der Heckschild aus seiner Arbeitspositionen vertikal nach oben beziehungsweise
vom Fräsbettboden weg bewegt und damit ausgehoben wird, wird als Verlagerungsstelle
bezeichnet. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist es daher vorgesehen,
dass das Ausheben des Heckschildes an einer Verlagerungsstelle entlang der Arbeitsrichtung
erfolgt, die einen Abstand zur Vorderkante des Aushubbereiches aufweist, der kleiner
ist als ein Abstand des Heckschildes zur Rotationsachse der Fräswalze. Im Stand der
Technik dagegen werden die Fräswalze und der Heckschild typischerweise gleichzeitig
ausgehoben, sodass der Abstand der Verlagerungsstelle des Standes der Technik zur
Vorderkante des Aushubbereiches gleich dem Abstand des Heckschildes zur Rotationsachse
der Fräswalze ist. Die genannten Abstände beziehen sich dabei immer auf die Arbeitsrichtung.
Der erfindungsgemäße Abstand zwischen der genannten Verlagerungsstelle und der Vorderkante
des Aushubbereiches entspricht insbesondere maximal 75%, bevorzugt maximal 50% und
besonders bevorzugt maximal 25%, des Abstandes des Heckschildes zur Rotationsachse
der Fräswalze in Arbeitsrichtung. Eine besonders bevorzugte Alternative der Erfindung
sieht vor, dass das Ausheben des Heckschildes an einer Verlagerungsstelle entlang
der Arbeitsrichtung erfolgt, die an, insbesondere unmittelbar an, der Vorderkante
liegt. Bevorzugt wird also der Heckschild an derselben Position in Arbeitsrichtung
aus der Frässpur ausgehoben wie die Fräswalze. Wie bereits erläutert, beginnt in Arbeitsrichtung
hinter der Vorderkante des Aushubbereiches die Rampe, sprich, die Tiefe der ausgefrästen
Spur nimmt ab. Spätestens an diesem Punkt muss daher der Heckschild angehoben werden,
da er ansonsten mit der Rampe kollidieren und beschädigt werden könnte. Gleichzeitig
wird durch das Mitführen des Heckschildes in Arbeitsposition bis zur Vorderkante des
Aushubbereiches so wenig Fräsgut wie möglich auf dem Fräsbett bis zur Vorderkante
hinterlassen.
[0011] Grundsätzlich ist das gegenüber dem Stand der Technik verlängerte Mitführen des Heckschildes
in Arbeitsposition bereits vorteilhaft in Bezug auf die hierdurch kleinere Menge zurückgelassenen
Fräsgutes im Fräsbett. Vorteilhafterweise sieht die Erfindung in einer Weiterbildung
allerdings ebenfalls vor, die Art und Weise des Aushebens des Heckschildes zu steuern,
sodass der Heckschild eine vorgegebene Bewegungsbahn, nachstehend auch Trajektorie
genannt, durchläuft. Als Referenzpunkt für die Bewegungsbahn wird die dem Boden zugewandte
Unterkante des Heckschildes genutzt. Die Bewegungsbahn beziehungsweise Trajektorie
des Heckschildes entsteht dabei durch die Überlagerung sämtlicher Bewegungen, die
das Heckschild durchführt, beispielsweise eine Höhenverstellung in Vertikalrichtung
des Heckschildes selbst und die Fahrbewegung der Straßenfräsmaschine in Arbeitsrichtung.
Hierbei kann es ebenfalls vorkommen, dass die Straßenfräsmaschine beschleunigt oder
abbremst. Sowohl die Fahrgeschwindigkeit als auch insbesondere eine Beschleunigung
der Straßenfräsmaschine wird an der Maschine bevorzugt sensorisch erfasst, sodass
diese für die erfindungsgemäße Steuerung des Heckschildes entlang der Trajektorie
zur Verfügung stehen und auch herangezogen werden. Insgesamt ist es daher bevorzugt
vorgesehen, dass das Ausheben des Heckschildes derart gesteuert wird, dass eine dem
Boden zugewandte Unterkante des Heckschildes während des Aushebens unter Berücksichtigung
der Vorschubgeschwindigkeit und insbesondere auch der Beschleunigung der Straßenfräsmaschine
einer vorgegebenen Trajektorie folgt. Die Trajektorie beginnt, wenn das Heckschild
sich in Arbeitsposition an der Verlagerungsstelle befindet. Sie beginnt also unmittelbar
auf oder geringfügig über dem Fräsbett an der Verlagerungsstelle, an der das Ausheben
des Heckschildes beginnt. Die Trajektorie endet in einer ausgehobenen Position des
Heckschildes, in der der Heckschild mindestens um die vorgegebene Frästiefe angehoben
wurde. In dieser ausgehobenen Position kann der Heckschild also in Arbeitsrichtung
über das Hindernis geführt werden, ohne dieses zu beschädigen oder selbst Schaden
zu nehmen. Die Trajektorie umfasst bevorzugt ebenfalls eine Bewegung des Heckschildes
in Arbeitsrichtung und endet daher bevorzugt in Arbeitsrichtung hinter dem Aushubbereich,
also im Bereich des ungefrästen Bodens beziehungsweise des Hindernisses. Der Heckschild
kann entweder schwimmend über das Hindernis geführt werden, insbesondere drucklos,
also ohne in Vertikalrichtung nach unten auf das Hindernis zu mit einer Auflagekraft
beaufschlagt zu werden. Hierbei hat der Heckschild Kontakt zum Hindernis, gleitet
allerdings schadlos an diesem entlang. Alternativ kann der Heckschild mit einem vertikalen
Sicherheitsabstand, beispielsweise 2 cm, über das Hindernis hinaus verstellt werden,
so dass der Heckschild kontaktlos beziehungsweise schwebend über das Hindernis geführt
werden kann.
[0012] Zwischen dem vorstehend beschriebenen Anfangs- und Endpunkt der Trajektorie kann
diese unterschiedliche Formen annehmen. Beispielsweise umfasst die Trajektorie ausschließlich
eine Bewegung quer zur Arbeitsrichtung vertikal nach oben und eine anschließende Bewegung
horizontal in Arbeitsrichtung. Bei dieser Ausführungsform ist also vorgesehen, dass
der Heckschild in einer einzigen Vertikalbewegung zwischen der Arbeitsposition und
der ausgehobenen Position verstellt wird. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass
die Bewegung quer zur Arbeitsrichtung vertikal nach oben nicht mit einer Fahrbewegung
der Straßenfräsmaschine in Arbeitsrichtung überlagert ist. Die Straßenfräsmaschine
wird für die Verstellung des Heckschildes also angehalten und bewegt sich nicht in
Arbeitsrichtung, während der Heckschild vertikal nach oben von der Arbeitsposition
in die ausgehobene Position verstellt wird. Erst danach schließt sich eine erneute
Bewegung der Straßenfräsmaschine und damit auch des Heckschildes in Arbeitsrichtung
an. Mit anderen Worten hat die Trajektorie die Form einer einzigen, insbesondere rechtwinkligen,
Stufe. Die Trajektorie kann allerdings auch die Form mehrerer, insbesondere rechtwinkliger,
Stufen aufweisen. Beispielsweise umfasst die Trajektorie mehrere, stufenweise Bewegungen
quer zur Arbeitsrichtung vertikal nach oben, wobei die Unterkante des Heckschildes
zwischen den Stufen horizontal in Arbeitsrichtung bewegt wird. Die Bewegung horizontal
in Arbeitsrichtung wird dabei durch den Vorschub der Straßenfräsmaschine bewerkstelligt.
Wie schon für die einstufige Trajektorie beschrieben, kann es auch hier vorgesehen
sein, dass die stufenweisen vertikalen Bewegungen nicht mit einer Fahrbewegung der
Straßenfräsmaschine in Arbeitsrichtung überlagert sind. Dies bedeutet auch hier, dass
die Straßenfräsmaschine während der vertikalen Verstellung des Heckschildes angehalten
wird und sich nicht in Arbeitsrichtung bewegt. Durch die mehrstufige Ausbildung der
Trajektorie wird der Heckschild und insbesondere die Unterkante des Heckschildes insgesamt
näher an der Rampe des Aushubbereiches gehalten, als beispielsweise durch die einstufige
Trajektorie. Dies gelingt umso besser, je mehr Stufen vorgesehen sind. Es ist daher
bevorzugt, dass die Trajektorie mindestens zwei, bevorzugt mindestens drei, besonders
bevorzugt mindestens vier und ganz besonders bevorzugt mindestens fünf Stufen umfasst.
Hierdurch gelingt es, das vom Heckschild mitgeführte Fräsgut zumindest teilweise noch
weiter die Rampe im Aushubbereich hinauf mitzuführen und dieses nicht vollständig
im Fräsbett zurückzulassen, wo es eine aufwendige Nachbearbeitung notwendig macht.
[0013] Um den Bewegungsablauf während des Aushebens des Heckschildes flüssiger zu gestalten
und gleichzeitig das Heckschild beziehungsweise die Unterkante des Heckschildes noch
näher an der Oberfläche der Rampe des Aushubbereiches zu halten, ist es besonders
bevorzugt vorgesehen, dass die Trajektorie wenigstens eine schräge Bewegung, gleichzeitig
quer zur Arbeitsrichtung vertikal nach oben und horizontal in Arbeitsrichtung, umfasst.
Mit anderen Worten wird die Verstellung des Heckschildes in Vertikalrichtung mit einer
Vorwärtsfahrt der Straßenfräsmaschine in Arbeitsrichtung überlagert. Insgesamt ergibt
sich hieraus eine zumindest teilweise schräge Trajektorie, insbesondere schräg nach
vorne und oben gerichtet. Besonders bevorzugt ist es, dass die Straßenfräsmaschine
sich während des gesamten Aushebens des Heckschildes in Arbeitsrichtung bewegt. Die
Straßenfräsmaschine wird also während des Aushebens nicht angehalten und fährt weiter
in Arbeitsrichtung, wodurch ein besonders flüssiger Arbeitsablauf entsteht. Die schräge
Bewegung kann sowohl bei der einstufigen als auch bei der mehrstufigen Trajektorie
zum Einsatz kommen. Hierdurch sind die Stufen der Trajektorie insbesondere nicht mehr
rechtwinkelig, sondern mit einem stumpfen Winkel ausgebildet. Bei der mehrstufigen
Ausbildung der Trajektorie, bei der das Ausheben des Heckschildes von der Arbeitsposition
bis in die ausgehobene Position in mehrere, voneinander getrennte Bewegungen aufgeteilt
ist, ist es bevorzugt, dass sämtliche dieser getrennten Bewegungen schräg ausgebildet
sind. Mit anderen Worten ist es bevorzugt, dass jede Bewegung des Heckschildes in
Vertikalrichtung vom Fräsbettboden weg mit einer Vorwärtsbewegung der Straßenfräsmaschine
überlagert ist.
[0014] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Trajektorie
einer durch das Ausheben des Fräswalze entstehenden Rampe im Aushubbereich derart
folgt, dass die Unterkante des Heckschildes über den gesamten Aushubbereich hinweg
an der Oberfläche der Rampe im Wesentlichen anliegt. Dieser Ausführungsform bedarf
einer besonders genauen Steuerung der Vertikalposition des Heckschildes und der Vorschubgeschwindigkeit
der Straßenfräsmaschine, insbesondere inklusive deren Beschleunigung. Diese Werte
zur Bewegung des Heckschildes und der Straßenfräsmaschine werden daher von einer Steuereinrichtung
erfasst. Darüber hinaus ist es vorteilhaft, die Geometrie der Fräswalze und insbesondere
deren Durchmesser beziehungsweise den Durchmesser der Schneidkreise, zu kennen, da
dieser die Form der Rampe vorgibt. Die Geometrie der Fräswalze ist im Vorhinein bekannt
und ist in der Steuereinrichtung hinterlegt und/oder kann an der Steuereinrichtung
eingegeben werden. Sämtliche Parameter sind daher bekannt und werden von der Steuereinrichtung
zur Verstellung des Heckschildes herangezogen beziehungsweise bei der Verstellung
berücksichtigt, sodass der Heckschild der Trajektorie folgt. Die Unterkante des Heckschildes
kann hierbei beispielsweise, wie im Arbeitsbetrieb üblich, mit einer vertikal nach
unten auf den Boden gerichteten Kraft beaufschlagt werden, sodass die Unterkante des
Heckschildes die Oberfläche der Rampe abstreift. Gleichzeitig muss die Höhenposition
des Heckschildes gemäß der Rampen-Geometrie angepasst werden, damit der Heckschild
der Form der Rampe auch tatsächlich folgen kann und nicht an dieser hängenbleibt.
Alternativ kann vorgesehen sein, dass der Heckschild, ohne auf den Boden aufgedrückt
zu werden, gleitend beziehungsweise schwimmend die Rampe hinauf geführt wird. Der
Heckschild hat hierbei also Kontakt zur Oberfläche der Rampe, wird allerdings nicht
aktiv mit einer zum Boden gerichteten Kraft beaufschlagt. Die Trajektorie folgt dabei
der Oberfläche der Rampe. Schließlich ist es ebenfalls möglich, die Unterkante des
Heckschildes entlang einer Trajektorie zu steuern, die der Form der Rampe entspricht,
die Unterkante allerdings über einen Sicherheitsabstand, beispielsweise 2 cm, von
der Rampe zu beabstanden. Die Unterkante des Heckschildes wird also schwebend entlang
der Rampe geführt. Die genannten Ausführungsformen beschreiben allesamt Möglichkeiten,
bei denen die Unterkante des Heckschildes über den gesamten Aushubbereich hinweg an
der Oberfläche der Rampe im Wesentlichen anliegt. Insbesondere wird die Unterkante
des Heckschildes und damit der Heckschild selber besonders nah entlang der Rampe zwischen
der Arbeitsposition und der ausgehobenen Position verstellt. Ein Großteil im Fräswalzenkasten
vorhandenen losen Fräsgutes wird auf diese Weise vom Heckschild mit die Rampe hinauf
befördert und bleibt nicht im Fräsbett zurück. Hieraus ergibt sich eine signifikante
Zeitersparnis, da Nacharbeiten entfallen.
[0015] Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Verfahren von einem Bediener schrittweise
manuell durchgeführt werden, indem dieser die Straßenfräsmaschine entsprechend steuert.
Um den Bediener allerdings nach Möglichkeit zu entlasten, ist es bevorzugt vorgesehen,
dass zumindest Schritt c), und insbesondere ebenfalls die Schritte d) und e), selbsttätig
durchgeführt werden, insbesondere ausgelöst durch einen einzigen Steuerbefehl eines
Bedieners. Das Abfräsen des Bodens im normalen Arbeitsbetrieb gemäß Schritt a) und
das Annähern der Straßenfräsmaschine an das Hindernis gemäß Schritt b) werden also
wie üblich vom Bediener durchgeführt beziehungsweise gesteuert. Um das erfindungsgemäße
Verfahren zu nutzen, positioniert der Bediener dann die Straßenfräsmaschine möglichst
nah vor dem Hindernis. Anstatt dann das Ausheben der Fräswalze zu steuern, gibt der
Bediener allerdings lediglich einen Steuerbefehl an der Steuereinrichtung der Straßenfräsmaschine
ein, beispielsweise über ein Bedienelement wie einen Schalter oder einen Touchscreen.
Das Ausheben der Fräswalze gemäß Schritt c) wird dann selbsttätig von der Steuereinrichtung
der Straßenfräsmaschine durchgeführt, wobei der Heckschild und insbesondere die Unterkante
des Heckschildes insbesondere entlang der vorgegebenen Trajektorie geführt werden.
Ist das Ausheben abgeschlossen, so kann der Bediener das Überfahren des Hindernisses
gemäß Schritt d) wieder selbst steuern und die Straßenfräsmaschine hinter dem Hindernis
positionieren. Durch einen weiteren Steuerbefehl des Bedieners wird dann das Absenken
gemäß Schritt e) bevorzugt wieder selbsttätig durch die Steuereinrichtung durchgeführt,
wobei hier insbesondere wieder die Arbeitsparameter eingestellt werden, die schon
vor dem Ausheben gemäß c) vorgelegen haben. Auf diese Weise kann der Arbeitsbetrieb
einfach und schnell fortgesetzt werden.
[0016] Der Bediener kann zusätzlich vorab eine Erstreckung des Hindernisses in Arbeitsrichtung
eingeben, beispielsweise an der Steuereinrichtung. Wird die Erstreckung des Hindernisses
in Arbeitsrichtung vom Bediener vorab eingegeben, so können sämtliche Schritte c),
d) und e) ausgelöst durch einen einzigen Steuerbefehl des Bedieners selbsttätig durchgeführt
werden, insbesondere von der Steuereinrichtung. Wie bereits erläutert, positioniert
der Bediener also die Straßenfräsmaschine möglichst nah vor dem Hindernis. Dann gibt
der Bediener nur noch den Steuerbefehl an die Steuereinrichtung ab, woraufhin diese
das Ausheben der Fräswalze gemäß Schritt c), das Überfahren des Hindernisses gemäß
Schritt d) und das Absenken der Fräswalze und des Heckschildes gemäß Schritt e) selbsttätig
durchführt, ohne dass der Bediener hierfür weiter tätig werden muss. Der Bediener
führt also lediglich ganz normale Fräsarbeiten bis kurz vor das Hindernis durch, gibt
dann den Steuerbefehl ab, woraufhin die Straßenfräsmaschine selbsttätig das Hindernis
umfräst, und kann dann die Fräsarbeiten in Arbeitsrichtung hinter dem Hindernis ganz
normal fortsetzen. Auf diese Weise werden nicht nur Nacharbeiten minimiert, sondern
auch der Bediener der Straßenfräsmaschine im Arbeitsbetrieb entlastet.
[0017] Wie vorstehend beschrieben, kann das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt werden,
indem der Bediener der Straßenfräsmaschine das im zu fräsenden Boden befindliche Hindernis
erkennt und dessen Erstreckung in Arbeitsrichtung als Grundlage für eine selbsttätige
Steuerung bestimmt beziehungsweise vorgibt. Das Erkennen des Hindernisses an sich
und auch von dessen Ausmaßen, insbesondere der Erstreckung in Arbeitsrichtung, kann
allerdings alternativ auch von einer Sensoreinrichtung durchgeführt werden. Hierfür
ist es bevorzugt vorgesehen, dass in Arbeitsrichtung vor der Fräswalze wenigstens
eine Sensoreinrichtung angeordnet ist, die dazu ausgebildet ist, Hindernisse im zu
fräsenden Boden zu detektieren. Die Sensoreinrichtung kann hierfür beispielsweise
einen induktiven, kapazitiven oder magnetischen Sensor, beispielsweise einen Metalldetektor,
umfassen. Ergänzend oder alternativ kann die Sensoreinrichtung auch einen optischen
Sensor, beispielsweise eine Kamera oder eine Wärmebildkamera, oder einen Schallsensor,
beispielsweise einen Ultraschallsensor, umfassen. Wichtig ist, dass die Sensoreinrichtung
in der Lage ist, Hindernisse zu erkennen, die innerhalb der Fräsbreite der Straßenfräsmaschine
beziehungsweise der Fräswalze liegen. Der Erfassungsbereich der Sensoreinrichtung
muss also die gesamte Fräsbreite der Fräswalze abdecken, damit auch seitlich versetzte
Hindernisse zuverlässig erkannt werden können. Um dies zu erreichen, kann die Sensoreinrichtung
beispielsweise auch mehrere Sensoren, beispielsweise auch mehrere Sensoren unterschiedlicher
Art, beispielsweise quer zur Arbeitsrichtung verteilt, aufweisen.
[0018] Weist die Straßenfräsmaschine eine Sensoreinrichtung auf, die ein im zu fräsenden
Boden befindliches Hindernis detektieren kann, so ist es besonders bevorzugt vorgesehen,
dass der Schritt c), und insbesondere auch die Schritte d) und e), selbsttätig durchgeführt
werden, ausgelöst durch die Detektion eines Hindernisses durch die Sensoreinrichtung.
Besonders bevorzugt wird zur Durchführung der Schritte c), d) und e) die Erstreckung
des Hindernisses in Arbeitsrichtung durch die Sensoreinrichtung bestimmt. Die Sensoreinrichtung
erkennt also automatisch eine in Arbeitsrichtung vordere und in Arbeitsrichtung hintere
Kante des Hindernisses und legt die Erstreckung des Hindernisses in Arbeitsrichtung
zwischen diesen beiden Kanten fest. Daraufhin wird sowohl das Ausheben der Fräswalze
gemäß Schritt c), das Überfahren des Hindernisses gemäß Schritt d) und das Absenken
der Fräswalze und des Heckschildes gemäß Schritt e) selbsttätig durchführt, ohne dass
der Bediener hierfür weiter tätig werden muss. Es ist also insbesondere noch nicht
einmal mehr erforderlich, dass der Bediener einen Steuerbefehl absetzt, der diese
Schritte auslöst. Auch dies wird bevorzugt von der Steuereinrichtung anhand der Detektion
des Hindernisses selbsttätig durchgeführt.
[0019] Um die Flexibilität und gegebenenfalls die Sicherheit des erfindungsgemäßen Verfahrens
zu erhöhen, kann ebenfalls vorgesehen sein, dass die Sensoreinrichtung das Vorhandensein
und insbesondere die Ausmaße des Hindernisses detektiert, der Bediener allerdings
dennoch konkrete Vorgaben zur Steuerung insbesondere des Aushebens gemäß Schritt c)
und Überfahrens gemäß Schritt d) und/oder des Absenkens gemäß Schritt e) macht. Insbesondere
soll der Bediener die Möglichkeit erhalten, festzulegen, wie viel ungefräster Boden
um das Hindernis herum zurückbleiben soll. Hierfür ist bevorzugt vorgesehen, dass
dem Bediener auf einer Anzeigeeinrichtung eine aus von der Sensoreinrichtung gewonnenen
Daten erstellte Darstellung des Hindernisses angezeigt wird, und dass der Bediener
an der Anzeigeeinrichtung die in Arbeitsrichtung vordere und hintere Kante des Hindernisses
vorgeben kann, wobei die Schritte c), d) und e) dann derart durchgeführt werden, dass
die Fräswalze außer Kontakt mit den vom Bediener vorgegebenen Kanten des Hindernisses
bleibt. Beispielsweise kann dem Bediener das Bild einer Kamera auf der Anzeigeeinrichtung
angezeigt werden, wobei das Hindernis auf dem Bild sichtbar ist. Der Bediener kann
dann über Eingabeelemente, beispielsweise einen Touchscreen, die in Arbeitsrichtung
vordere und hintere Kante des Hindernisses anhand des Bildes festlegen. Diese vom
Bediener festgelegten Abmessungen des Hindernisses in Arbeitsrichtung werden dann
der weiteren Steuerung zu Grunde gelegt. Die Steuerung erfolgt dabei derart, dass
die Fräswalze vor der in Arbeitsrichtung vorderen Kante des Hindernisses aus dem Boden
ausgehoben und erst hinter der in Arbeitsrichtung hinteren Kante des Hindernisses
wieder in den Boden abgesenkt wird. Ein potenziell schädlicher Kontakt zwischen der
Fräswalze und dem Hindernis wird dabei vermieden.
[0020] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird ebenfalls das Annähern der
Straßenfräsmaschine in Arbeitsrichtung an das im Boden befindliche Hindernis gemäß
Schritt b) selbsttätig von der Steuereinrichtung durchgeführt. Hierbei kann vorgesehen
sein, dass die Steuereinrichtung die Straßenfräsmaschine möglichst nah vor dem Hindernis
positioniert. Zum einen soll die Fräswalze möglichst knapp vor dem Hindernis ausgehoben
werden, um überstehende Reste des abzufräsenden Bodens möglichst gering zu halten,
die nachträglich manuell oder maschinell entfernt werden müssen. Zum anderen soll
sichergestellt werden, dass weder das Hindernis noch die Fräswalze durch eine Kollision
beschädigt werden. Aufgrund der Geometrie der Fräswalze ist hierbei zu beachten, dass
die Straßenfräsmaschine je nach Frästiefe unterschiedlich nah an Hindernisse heranfahren
kann. Aufgrund des kreisförmigen Durchmessers der Fräswalze muss diese bei hohen Frästiefen
früher und kann bei niedrigeren Frästiefen später ausgehoben werden, um sie außer
Kontakt mit dem Hindernis zu halten. Es ist daher bevorzugt vorgesehen, dass die Position
in Arbeitsrichtung, an dem das Ausheben der Fräswalze durchgeführt wird, unter Berücksichtigung
der Lage des Hindernisses, der Frästiefe und insbesondere auch der Geometrie der Fräswalze
bestimmt wird, um diese außer Kontakt mit dem Hindernis zu halten. Insbesondere wird
diese Position selbsttätig durch die Steuereinrichtung bestimmt, sodass auch der Schritt
b) des Annäherns der Straßenfräsmaschine in Arbeitsrichtung an das im Boden befindliche
Hindernis selbsttätig von der Steuereinrichtung und ohne einen Eingriff des Bedieners
durchgeführt wird. Der Bediener kann sich in diesem Fall vollständig auf das Abfräsen
des Bodens gemäß Schritt a) konzentrieren. Sämtliche weiteren Schritte b) bis e),
die sich mit dem Ausweichen aufgrund des Hindernisses befassen, werden bevorzugt selbsttätig
durch die Steuereinrichtung durchgeführt.
[0021] Da die Straßenfräsmaschine während den Schritten c) und d) weniger bis kein Fräsgut
vom Boden abträgt, ist es bevorzugt vorgesehen, dass während des Durchführens dieser
Schritte eine Fördereinrichtung der Straßenfräsmaschine, insbesondere selbsttätig,
außer Betrieb gesetzt wird. Dies kann ebenfalls von der Steuereinrichtung durchgeführt
werden. Auf diese Weise muss während des Durchführens dieser Schritte nicht noch zusätzlich
auf das fehlerfreie und verlustarme Übertragen des Fräsgutes auf ein Transportfahrzeug
geachtet werden. Entsprechende Fehlerquellen werden dadurch reduziert und die Arbeitssicherheit
erhöht. Darüber hinaus wird die Fördereinrichtung bevorzugt in Schritt e) selbsttätig
wieder aktiviert, um den Fräsvorgang reibungslos fortzusetzen.
[0022] Um einen einfachen, schnellen und nahtlosen Übergang der Fräsarbeiten vor dem Hindernis
und nach dem Hindernis zu gewährleisten, ist es bevorzugt vorgesehen, dass zum Fortsetzen
des Abfräsens des Bodens gemäß Schritt e) selbsttätig dieselben Maschineneinstellungen,
insbesondere bezüglich Frästiefe und/oder Vorschubgeschwindigkeit und/oder Betrieb
der Fördereinrichtung, eingestellt werden, insbesondere wie sie in Schritt a) vorlagen.
Die Fräsarbeiten sollen in Arbeitsrichtung hinter dem Hindernis also mit denselben
Maschineneinstellungen fortgesetzt werden, die vor dem Hindernis eingestellt waren.
Entsprechend werden die jeweiligen Einstellungen von der Steuereinrichtung gespeichert
und im Schritt e) selbsttätig wiederhergestellt.
[0023] Um auch auf dem Hindernis möglichst wenig Fräsgut zu hinterlassen, ist es bevorzugt
vorgesehen, dass der Heckschild während des Überfahrens des Hindernisses gemäß Schritt
d) in der ausgehobenen Positionen entweder am ungefrästen Boden und dem Hindernis
anliegend oder mit einem Sicherheitsabstand, beispielsweise 2 cm, über diesem schwebend
gehalten wird. Auf diese Weise wird ein Großteil des Fräsgutes im in Arbeitsrichtung
vor dem Hindernis liegenden Fräsbett aus diesem heraustransportiert, dann vom Heckschild
über das Hindernis befördert und bis zum erneuten Ansetzen der Fräswalze im Fräswalzenkasten
behalten. Sobald die Fräsarbeiten in Arbeitsrichtung hinter dem Hindernis wieder einsetzen,
kann das Fräsgut dann ganz normal auf die Fördereinrichtung transportiert und entsorgt
werden. Das erneute Ansetzen der Fräswalze in Arbeitsrichtung hinter dem Hindernis
kann dabei grundsätzlich genauso ablaufen, wie am Beginn einer neuen Frässpur. Um
auch am Beginn der neuen Frässpur in Arbeitsrichtung hinter dem Hindernis ein möglichst
sauberes Fräsbett zu hinterlassen, kann es allerdings bevorzugt vorgesehen sein, dass
das Absenken des Heckschildes bis zur vorgegebenen Frästiefe in Arbeitsrichtung hinter
dem Hindernis derart gesteuert wird, dass die Unterkante des Heckschildes während
des Absenkens einer der vorliegend beschriebenen Trajektorien in umgekehrter Richtung
folgt. Hierbei kann es sich grundsätzlich um eine beliebige der vorstehend beschriebenen
Trajektorien handeln. Insbesondere handelt es sich um dieselbe Trajektorie wie während
des Aushebens. Die Steuerung des Absenkens des Heckschildes und der Vorschubgeschwindigkeit
der Straßenfräsmaschine erfolgt also derart, dass die entsprechende Trajektorie genau
andersherum durchlaufen wird. Auf diese Weise bleibt sowohl vor als auch hinter dem
Hindernis möglichst wenig Fräsgut zurück, welches in aufwendigen Nacharbeiten entfernt
werden muss.
[0024] Das Verfahren lässt sich weiter verbessern, wenn ein Speichern von Hindernisbreiten
im Ablauf des Verfahrens erfolgt. Die Hindernisbreite bezeichnet vorliegend die Erstreckung
des Hindernisses in Fahr- bzw. Fräsrichtung der Straßenfräsmaschine. Dies kann beispielsweise
für mehrfach zu überfahrende Hindernisse und/oder Hindernisse mit Standardbreiten,
wie beispielsweise Kanaldeckel etc., sinnvoll sein. In diesem Fall kann der Bediener
beispielsweise per manueller Auslösung das Erreichen eines solchen Hindernisses mit
gespeicherter Breite signalisieren. Damit steht die Strecke fest, über die die Fräswalze
und der Heckschild gemäß den vorstehenden Angaben gehoben werden sollen. Innbesondere
entfällt zudem die Notwendigkeit, dass der Fahrer auch das Absenken auslösen muss.
Ergänzend oder alternativ kann auch ein Offset vorgesehen sein. Dieser bezeichnet
einen, insbesondere auch manuell definierbaren, Abstand in Fräsrichtung vor und hinter
dem Hindernis. Dieser kann individuell pro Hindernis vom Bediener festgelegt werden
oder aber auch als definierte Größe in einer Speichereinrichtung. hinterlegt sein.
[0025] Die Lösung der eingangs genannten Aufgabe gelingt ebenfalls mit einer Straßenfräsmaschine
zum Abfräsen eines Bodens in einer Arbeitsrichtung. Die erfindungsgemäße Straßenfräsmaschine
umfasst einen gegenüber dem Boden höhenverstellbaren Fräswalzenkasten. Diese Höhenverstellung
kann über eine Verstelleinrichtung erreicht werden, die derart ausgebildet ist, dass
der Fräswalzenkasten relativ zum Maschinenrahmen ganz oder teilweise höhenverstellbar
ist. Ergänzend oder alternativ kann der Maschinenrahmen über vertikal verstellbare
Hubeinrichtungen mit den auf dem Bodenuntergrund ablaufenden Fahreinrichtungen verbunden
sein. In diesem Fall wird der Fräswalzenkasten somit zusammen mit dem Maschinenrahmen
in Vertikalrichtung verstellt. Der Fräswalzenkasten kann einen Frontschild, einen
Niederhalter, zwei Seitenschildern (je eines stirnseitig der Fräswalze) und einen
gegenüber dem Maschinenrahmen höhenverstellbaren Heckschild aufweisen. Darüber hinaus
umfasst sie eine im Fräswalzenkasten um eine, insbesondere horizontale und quer zur
Arbeitsrichtung verlaufende, Rotationsachse rotierbar gelagerte Fräswalze und eine
Steuereinrichtung. Die erfindungsgemäße Straßenfräsmaschine zeichnet sich dadurch
aus, dass die Steuereinrichtung zur Durchführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens
ausgebildet ist. Sämtliche vorstehend für das Verfahren genannten Merkmale, Wirkungen
und Vorteile gelten daher im übertragenen Sinne ebenfalls für die erfindungsgemäße
Straßenfräsmaschine und umgekehrt. Es wird lediglich zur Vermeidung von Wiederholungen
auf die jeweils anderen Ausführungen Bezug genommen.
[0026] Wie eingangs bereits erwähnt, kann die Fräswalze entweder innerhalb des Fräswalzenkastens
und relativ zu diesem höhenverstellbar ausgebildet sein, oder die Fräswalze ist zusammen
mit dem Fräswalzenkasten höhenverstellbar ausgebildet. Je nachdem, wie die Fräswalze
der Straßenfräsmaschine höhenverstellt wird, kann es vorteilhaft sein, dass der Heckschild
und insbesondere die Unterkante des Heckschildes, tiefer absenkbar ausgebildet ist,
als die Fräswalze und insbesondere deren unterer Scheitelpunkt. Der untere Scheitelpunkt
der Fräswalze ist auf die größten Schneidkreise der Fräswalze bezogen. Mit anderen
Worten ist bevorzugt vorgesehen, dass die Straßenfräsmaschine eine Verstelleinrichtung
zur Höhenverstellung des Heckschildes aufweist, die derart ausgebildet ist, dass der
Heckschild bis unter den unteren Scheitelpunkt der Fräswalze hinaus verstellbar ist,
insbesondere um mindestens 10 %, bevorzugt um mindestens 20 %, besonders bevorzugt
um mindestens 30 %, des Durchmessers der Fräswalze. Hierdurch wird insbesondere sichergestellt,
dass der Heckschild noch in Arbeitsposition sein kann, während die Fräswalze bereits
ausgehoben wird beziehungsweise wurde, auch wenn die Fräswalze grundsätzlich zusammen
mit dem gesamten Fräswalzenkasten höhenverstellt wird. In diesem Fall wird vom Heckschild
eine Gegenbewegung zur Kompensation durchgeführt, bei der der Heckschild vertikal
unter die Fräswalze und insbesondere auch unter deren unteren Scheitelpunkt hinaus
verstellt wird.
[0027] Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Figur 1:
- eine Seitenansicht einer Straßenfräsmaschine;
- Figur 2:
- eine Draufsicht auf einen Fräswalzenkasten und eine Fräswalze;
- Figuren 3-9:
- einen zeitlichen Ablauf von Fräsarbeiten bei einem im zu fräsenden Boden befindlichen
Hindernis;
- Figur 10:
- eine Detailansicht gemäß Ausschnitt X aus Figur 5;
- Figur 11:
- eine Detailansicht gemäß Figur 10 mit angehobener Fräswalze;
- Figur 12:
- eine einstufige Trajektorie;
- Figur 13:
- eine weitere einstufige Trajektorie mit in Richtung der Vorderkante des Aushubbereiches
verschobener Verlagerungsstelle;
- Figur 14:
- eine weitere einstufige Trajektorie mit einer Verlagerungsstelle, die der Vorderkante
des Aushubbereiches entspricht;
- Figur 15:
- eine mehrstufige Trajektorie;
- Figur 16:
- eine mehrstufige Trajektorie mit schrägen Abschnitten;
- Figur 17:
- eine einstufige, schräge Trajektorie;
- Figur 18:
- eine Trajektorie, bei der die Unterkante des Heckschildes im Wesentlichen an der Oberfläche
der Rampe im Aushubbereich anliegt;
- Figur 19:
- eine Sensoreinrichtung mit einem Sensor;
- Figur 20:
- eine Sensoreinrichtung mit mehreren Sensoren;
- Figur 21:
- den Einfluss der Frästiefe auf die Position des Aushebens der Fräswalze; und
- Figur 22:
- ein Ablaufdiagramm des Verfahrens.
[0028] Gleiche beziehungsweise gleich wirkende Bauteile sind mit den gleichen Bezugsziffern
bezeichnet. Sich wiederholende Bauteile sind nicht in jeder Figur gesondert bezeichnet.
[0029] Figur 1 zeigt eine Straßenfräsmaschine 1, hier eine Straßenfräse beziehungsweise
Kaltfräse vom Mittelrotortyp, zum Abfräsen eines Bodens 8 in Arbeitsrichtung a. Die
Straßenfräsmaschine 1 weist einen Maschinenrahmen 3 und einen Fahrerstand 2 auf. Der
Maschinenrahmen 3 wird über Hubsäulen 15 getragen, die den Maschinenrahmen 3 mit den
Fahreinrichtungen 6 verbinden, die im gezeigten Ausführungsbeispiele als Kettenlaufwerke
ausgebildet sind, bei denen es sich allerdings ebenfalls um Räder handeln kann. Über
die Hubsäulen 15 kann der Maschinenrahmen 3 gegenüber dem Boden 8 höhenverstellt bzw.
in Vertikalrichtung verstellt werden. Die Straßenfräsmaschine 1 umfasst darüber hinaus
einen Antriebsmotor 4, bei dem es sich typischerweise um einen Dieselverbrennungsmotor
handelt, der allerdings ebenfalls beispielsweise ein Elektromotor sein kann. Auch
ein hybrider Antrieb ist möglich. Als primäre Arbeitseinheit weist die Straßenfräsmaschine
1 eine Fräswalze 9 auf, die um eine Rotationsachse 10 rotierbar in einem Fräswalzenkasten
7 gelagert ist. Im Betrieb der Straßenfräsmaschine 1 rotiert die Fräswalze 9 um die
Rotationsachse 10 und fräst dabei Bodenmaterial vom Boden 8 ab. Dieses losgelöste
Fräsgut wird aus dem Fräswalzenkasten 7 auf eine Fördereinrichtung 5 übertragen, die
typischerweise ein Förderband umfasst, und die dazu ausgebildet ist, das Fräsgut auf
ein nicht dargestelltes Transportfahrzeug zum Abtransport zu überladen. Der Fräswalzenkasten
7 kann in Vertikalrichtung ortsfest am Maschinenrahmen 7 angeordnet sein. Alternativ
kann auch eine Verstelleinrichtung vorgesehen sein, die derart ausgebildet ist, dass
der Fräswalzenkasten in Vertikalrichtung verstellbar relativ zum Maschinenrahmen ist.
In diesem Fall könnte auch auf die Hubeinrichtungen 15 verzichtet werden. Im Fahrerstand
2 befindet sich im gezeigten Ausführungsbeispiel eine Steuereinrichtung 18, die beispielsweise
Teil des Bordcomputers der Straßenfräsmaschine 1 ist. Insbesondere ist die Steuereinrichtung
18 mit Eingabemitteln ausgestattet, über die ein Bediener Steuerbefehle an die Steuereinrichtung
18 zur Steuerung der Straßenfräsmaschine 1 eingeben kann. Darüber hinaus ist die Steuereinrichtung
18 mit einer Anzeigeeinrichtung 26 verbunden, beispielsweise einem Display. Die Anzeigeeinrichtung
26 kann auch gleichzeitig als Eingabemittel ausgebildet sein, beispielsweise als Touchscreen.
[0030] In Figur 2 ist eine Draufsicht auf die im Fräswalzenkasten 7 angeordnete Fräswalze
9 gezeigt. Ein Abschluss in Vertikalrichtung nach oben bzw. ein Deckel ist in Fig.
2 aus Deutlichkeitsgründen nicht gezeigt. Die Fräswalze 9 weist eine Vielzahl von
Fräswerkzeugen 11, beispielsweise Fräsmeißeln, auf. Die Fräswerkzeuge 11 sind dabei
über den Außenmantel der hohlzylindrischen Fräswalze 9 verteilt angeordnet, beispielsweise
in Wendeln. Insgesamt umgibt der Fräswalzenkasten 7 die Fräswalze 9 haubenartig und
ist im Wesentlichen lediglich in Richtung des Bodens 8, sprich, nach unten, geöffnet
ausgebildet (im Front- und/oder Heckschild kann hierzu ergänzend ferner eine Materialdurchtrittsöffnung
vorgesehen sein). In Arbeitsrichtung a vorne ist der Fräswalzenkasten 7 durch einen
Frontschild 13 verschlossen. Der Frontschild 13 kann einen Niederhalter umfassen.
Der Niederhalter kann auch als separates Element in Arbeitsrichtung a vor dem Frontschild
13 angeordnet sein. Insbesondere wenn die Fräswalze 9 in umgekehrter Rotationsrichtung
bezüglich der Fahreinrichtungen 6 rotiert, verhindert der vor der Fräswalze 9 auf
den Boden 8 drückende Niederhalter das Ausbrechen von größeren Schollen aus dem Boden
8. Seitlich wird der Fräswalzenkasten 7 durch Seitenschilder 12 begrenzt, die auf
dem Boden 8 neben der Fräswalze 9 gleitend mitgeführt werden und ein Austreten von
Fräsgut seitlich aus dem Fräswalzenkasten 7 verhindern. In Arbeitsrichtung a hinten
wird der Fräswalzenkasten 7 von einem Heckschild 14 abgeschlossen. Der Heckschild
14 streift das auf dem Boden 8 liegende Fräsgut ab und sorgt dafür, dass dieses mit
dem Fräswalzenkasten 7 mittransportiert und aus diesem heraus kanalisiert abtransportiert
wird. Auf diese Weise wird ein möglichst sauberes Fräsbett hinterlassen. Grundsätzlich
können sowohl der Frontschild 13, die Seitenschilde 12 und der Heckschild 14 jeweils
für sich höhenverstellbar ausgebildet sein. Aus Übersichtlichkeitsgründen ist lediglich
eine Verstelleinrichtung 28 zur Höhenverstellung des Heckschildes 14 dargestellt.
Diese umfasst beispielsweise einen oder mehrere, insbesondere doppelt wirkende Hydraulikzylinder.
Über die Verstelleinrichtung 28 ist der Heckschild 14 höhenverstellbar, insbesondere
relativ zum Maschinenrahmen 3 und/oder zur Fräswalze 9 und/oder zum Boden 8 ausgebildet.
[0031] Die Figuren 3-9 veranschaulichen den zeitlichen Ablauf bei Fräsarbeiten und einem
im zu fräsenden Boden 8 befindlichen Hindernis 16. Bei dem Hindernis 16 kann es sich
beispielsweise um einen Kanaldeckel, einen Schacht oder einen sonstigen Einbau im
Boden 8 handeln. Insbesondere soll das Hindernis 16 durch die Fräsarbeiten nicht beschädigt
oder zerstört werden. Gleichzeitig soll auch die Fräswalze 9 beziehungsweise deren
Fräswerkzeuge 11 vor Beschädigung durch eine Kollision mit dem Hindernis 16 bewahrt
werden. Figur 3 zeigt dabei die Situation vor Beginn der Fräsarbeiten. Die Fräswalze
9 ist in einer ausgehobenen Position über dem Boden 8 angeordnet. Sie wird dann rotierend
in den Boden 8 abgesenkt, während sich die Straßenfräsmaschine 1 in Arbeitsrichtung
a über den Boden 8 bewegt. Die Fräswalze 9 trägt hierdurch den Boden 8 ab und eine
Frässpur entsteht. Diese Situation ist in Figur 4 gezeigt. Die Straßenfräsmaschine
1 wird bis knapp vor das Hindernis 16 in Arbeitsrichtung a an dieses herangefahren.
Figur 5 zeigt die Situation, in der die Straßenfräsmaschine 1 vor dem Hindernis 16
positioniert und angehalten wurde. Um eine Kollision zwischen der Fräswalze 9 und
dem Hindernis 16 zu verhindern, wird die Fräswalze 9 dann um mindestens die vorgegebene
Frästiefe der Frässpur vertikal nach oben angehoben, wie dies in Figur 6 dargestellt
ist. Erfindungsgemäß verbleibt der Heckschild 14 hierbei vorerst in seiner Arbeitsposition
und wird daher nicht gleichzeitig mit der Fräswalze 9 vom Boden 8 vertikal nach oben
verstellt. Gegenüber der Fräswalze 9 kann der Heckschild 14 hierfür gegebenenfalls
vertikal nach unten verstellt werden. Als nächstes überfährt die Straßenfräsmaschine
1 mit der Fräswalze 9 das Hindernis 16 derart, dass die Fräswalze 9 das Hindernis
16 nicht berührt. Wie genau der Heckschild 14 hierbei aus der Frässpur ausgehoben
werden kann, wird nachstehend noch näher erläutert. Die Situation des Überfahrens
des Hindernisses 16 bei angehobener Fräswalze 9 und ausgehobenem Heckschild 14 ist
in Figur 7 dargestellt. Figur 8 wiederum zeigt bereits den nächsten Arbeitsschritt,
bei dem die Fräswalze 9 in Arbeitsrichtung a hinter dem Hindernis 16 wieder in den
Boden 8 abgesenkt wird und eine neue, in Arbeitsrichtung a hinter dem Hindernis 16
liegende Frässpur fräst. Diese Fräsarbeiten hinter dem Hindernis 16 können dann gemäß
Figur 9 wie üblich fortgesetzt werden. Die Erfindung ermöglicht es hierbei, dass sowohl
in Arbeitsrichtung a vor als auch hinter dem Hindernis 16 nur minimale Nacharbeiten
notwendig sind, um beispielsweise nicht abgefrästes Bodenmaterial oder liegengebliebenes
Fräsgut zu entfernen.
[0032] In Figur 10 ist der Ausschnitt X aus Figur 5 vergrößert dargestellt. Im zeitlichen
Ablauf der Fräsarbeiten wurde die Straßenfräsmaschine 1 beziehungsweise die Fräswalze
9 gerade vor dem Hindernis 16 positioniert. Bis vor das Hindernis 16 hat die Fräswalze
9 eine Frässpur in einer Frästiefe FT abgetragen. Wie in Figur 11 gezeigt, wird die
Fräswalze 9 nun aus der Frässpur um mindestens die Frästiefe FT vertikal angehoben.
Zusätzlich zur Frästiefe FT kann die Fräswalze 9 um einen Sicherheitsabstand, beispielsweise
2 cm, angehoben werden. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Fräswerkzeuge
11 der Fräswalze 9 nicht in Berührung mit dem Hindernis 16 kommen. Wie ebenfalls in
Figur 11 dargestellt, befindet sich der Heckschild 14 immer noch in seiner Arbeitsposition.
Insbesondere ist die Unterkante 19 des Heckschildes 14 noch in Kontakt mit dem Fräsbettboden
27. Von der Situation in Figur 11 ausgehend, wird das Ausheben des Heckschildes 14
derart gesteuert, dass die Unterkante 19 des Heckschildes 14 einer der in den nachstehend
näher beschriebenen Figuren 12-18 gezeigten Trajektorien T folgt.
[0033] In Figur 12 ist ein Fall gezeigt, bei dem der Heckschild 14 gleichzeitig mit der
Fräswalze 19 ausgehoben wird. Durch das Ausheben der Fräswalze 9 entsteht in Arbeitsrichtung
a vor dem Hindernis 16 ein Aushubbereich AB, dessen Form im Wesentlichen dem Umfang
der Fräswalze 9 beziehungsweise deren Schneidkreisen entspricht, und der vom Fräsbettboden
27 bis zum ungefrästen Boden 8 verläuft. Diejenige Linie quer zur Arbeitsrichtung
a, an der die Frästiefe FT noch maximal ist, allerdings dann in Arbeitsrichtung a
abzunehmen beginnt, wird als Vorderkante VK des Aushubbereiches AB bezeichnet. Wie
aus einem Vergleich der Figuren 11 und 12 hervorgeht, liegt die Vorderkante VK des
Aushubbereiches AB direkt vertikal unter der Rotationsachse 10 der Fräswalze 9 an
derjenigen Position, an der die Fräswalze 9 aus der Frässpur ausgehoben wird. Der
Abstand zwischen der Rotationsachse 10 der Fräswalze 9 und dem Heckschild 14 in Arbeitsrichtung
a wird als x bezeichnet. Figur 12 zeigt nun denjenigen Fall, dass der Heckschild 14
gleichzeitig mit der Fräswalze 9 ausgehoben wird, sprich, die Verlagerungsstelle V
1, an der der Heckschild 14 aus der Frässpur ausgehoben wird, ist um den Abstand x
von der Vorderkante VK des Aushubbereiches AB entfernt. Darüber hinaus wird die Unterkante
19 des Heckschildes 14 entlang einer einstufigen, rechtwinkligen Trajektorie T geführt.
[0034] Figur 13 zeigt einen Fall, in dem die Unterkanten 19 des Heckschildes 14 an einer
Verlagerungsstelle V2 ausgehoben wird, wobei die Verlagerungsstelle V2 einen Abstand
y von der Vorderkante VK des Aushubbereiches AB entfernt ist, wobei der Abstand y
kleiner ist als der Abstand x. Hierfür ist es notwendig, dass der Heckschild 14 nach
dem Ausheben der Fräswalze 9 in Arbeitsposition verbleibt und die Straßenfräsmaschine
1 sich zwischen dem Ausheben der Fräswalze 9 und dem Ausheben des Heckschildes 14
in Arbeitsrichtung a weiter bewegt, konkret um die Differenz des Abstandes x minus
den Abstand y. Erst nachdem sich die Straßenfräsmaschine 1 um diese Differenz weiter
in Arbeitsrichtung a bewegt hat, wird der Heckschild 14 an der Verlagerungsstelle
V2 ausgehoben. Dies hat den Vorteil, dass der Heckschild 14 noch bis zur Verlagerungsstelle
V2 seine Funktion erfüllt und das im Fräswalzenkasten 17 angesammelte lose Fräsgut
mit dem Fräswalzenkasten 7 mittransportiert. Auf diese Weise verbleibt nach dem Anheben
des Heckschildes 14 weniger Fräsgut auf dem Fräsbettboden 27. Auch in der Figur 13
wird die Unterkanten 19 des Heckschildes 14 entlang einer einstufigen, rechtwinkligen
Trajektorie T geführt.
[0035] In Figur 14 ist ein Fall gezeigt, bei dem der Heckschild 14 an einer Verlagerungsstelle
V
3 aus der Frässpur ausgehoben wird, wobei die Verlagerungsstelle V
3 der Vorderkante VK des Aushubbereiches AB entspricht. Mit anderen Worten ist der
Abstand y im Falle der Figur 14 gleich null. Der Heckschild 14 wird also nach dem
Ausheben der Fräswalze 9 aus der Frässpur bis zur Vorderkante VK des Aushubbereiches
AB in Arbeitsposition beibehalten und erst an der Vorderkante VK ebenfalls aus der
Frässpur ausgehoben. Der Heckschild 14 wird also an derselben Position in Arbeitsrichtung
a aus der Frässpur ausgehoben wie die Fräswalze 9. Da sich die Frästiefe FT in Arbeitsrichtung
a hinter der Vorderkante VK zu verringern beginnt, ist es notwendig, den Heckschild
14 spätestens an der Vorderkante VK auszuheben. Die Trajektorie T, entlang der die
Unterkante 19 des Heckschildes 14 geführt wird, kann in unterschiedlicher Weise an
die Geometrie der Rampe R im Aushubbereich AB angepasst sein. Die in Figur 14 gezeigte
Trajektorie T ist wieder einstufig und rechtwinklig ausgebildet.
[0036] Weitere Beispiele für anders geformte Trajektorien T gehen aus den Figuren 15-18
hervor. Zwar sind in den Figuren 15-18 lediglich Fälle gezeigt, bei denen der Heckschild
14 an der der Vorderkante VK entsprechenden Verlagerungsstelle V
3 ausgehoben wird. Es sind erfindungsgemäß allerdings ebenfalls Fälle umfasst, bei
denen die Formen der Trajektorien T der Figuren 15-18 ausgehend von einer Verlagerungsstelle
V2 im Abstand y von der Vorderkante VK des Aushubbereiches AB zum Einsatz kommen,
und bei denen der Abstand y insbesondere nicht null ist. So zeigt beispielsweise Figur
15 eine mehrstufige Trajektorie T, im vorliegenden Fall eine zweistufige Trajektorie
T. Selbstverständlich kann die Trajektorie T optional auch eine höhere Anzahl an Stufen
umfassen. Darüber hinaus handelt es sich im gezeigten Beispiel der Figur 15 um rechtwinklige
Stufen, die dadurch zustande kommen, dass die vertikale Höhenverstellung des Heckschildes
14 frei von einer Überlagerung mit der Vorschubbewegung der Straßenfräsmaschine 1
durchgeführt wird. Die Höhenverstellung des Heckschildes 14 wird mit anderen Worten
immer dann durchgeführt, wenn die Straßenfräsmaschine 1 stillsteht und sich nicht
in Arbeitsrichtung a bewegt. In Figur 16 ist ein Fall dargestellt, bei der ebenfalls
eine mehrstufige Trajektorie T vorliegt, wobei die einzelnen Stufen allerdings einen
stumpfen Winkel aufweisen. Hierzu wird die Höhenverstellung des Heckschildes 14 in
Vertikalrichtung mit einer Bewegung der Straßenfräsmaschine 1 in Arbeitsrichtung a
überlagert, sodass insgesamt eine schräg nach vorne und oben gerichtete Trajektorie
T entsteht. Auch hier wird, wie bei den anderen Ausführungsbeispielen mit mehrstufiger
Trajektorie T, die Höhenverstellung des Heckschildes 14 in Vertikalrichtung nicht
in einer einzigen Bewegung von der Arbeitsposition bis zur ausgehobenen Position hindurch
verstellt, sondern intervallartig. Insbesondere sind zwischen vertikalen Bewegungsabschnitten
des Heckschildes 14 weitere Abschnitte vorhanden, in denen die Unterkante 19 des Heckschildes
14 lediglich in Arbeitsrichtung a mit der Straßenfräsmaschine 1 durch deren Vorschub
mitbewegt wird, wodurch die horizontalen Anteile der Trajektorie T entstehen. Figur
17 wiederum zeigt erneut eine einstufige Trajektorie T, wobei diese allerdings schräg
ausgebildet ist. Die Trajektorie T gemäß Figur 17 umfasst also eine einzige durchgehende
Bewegung des Heckschildes 14 in Vertikalrichtung von der Arbeitsposition bis in die
ausgehobene Position. Die Vertikalverstellung des Heckschildes 14 ist dabei durchgängig
von der Bewegung der Straßenfräsmaschine 1 in Arbeitsrichtung a überlagert, so dass
sich insgesamt die schräge Bewegungsbahn ergibt. Der Winkel der schrägen Trajektorie
T gegenüber einer Horizontalen, insbesondere dem Fräsbettboden 27, ist dabei derart
gewählt, dass die Trajektorie T von der Vorderkante des Aushubbereiches AB bis zum
in Arbeitsrichtung a der Vorderkante VK gegenüberliegenden Ende des Aushubbereiches
AB verläuft. Insbesondere wird der Winkel derart gewählt, dass die Unterkante 19 des
Heckschildes 14 an der Vorderkante VK und an dem in Arbeitsrichtung a der Vorderkante
VK gegenüberliegenden Ende des Aushubbereiches AB anliegt oder mit einem vorgegebenen
Sicherheitsabstand über diesem schwebt. Mit anderen Worten verläuft die Trajektorie
T vom in Arbeitsrichtung a vorderen Ende der Rampe R bis zum in Arbeitsrichtung a
hinteren Ende der Rampe R. In Figur 18 schließlich ist eine Trajektorie T gezeigt,
deren Verlauf an den Aushubbereich AB beziehungsweise die Rampe R angepasst ist. Unter
Berücksichtigung der Geometrie der Fräswalze 9 sowie der Vorschubgeschwindigkeit der
Straßenfräsmaschine 1 und insbesondere auch deren Beschleunigung, wird die Unterkante
19 des Heckschildes 14 derart entlang der Trajektorie T geführt, dass die Unterkante
19 der Oberfläche der Rampe R folgt und diese dabei entweder berührt oder in einem
vorgegebenen Sicherheitsabstand über diesem schwebt.
[0037] Figur 19 zeigt eine Draufsicht auf den Fräswalzenkasten 7 in Anlehnung an Figur 2.
Im Arbeitsbetrieb der Fräswalze 9 fräst diese den Boden 8 in Arbeitsrichtung a ab,
wodurch die Frässpur 29 entsteht. Die Frässpur 29 entsteht dabei über die gesamte
Fräsbreite FB der Fräswalze 9. Die Fräsbreite FB entspricht dabei im Wesentlichen
der Ausdehnung der Fräswalze 9 entlang der Rotationsachse 10. In Arbeitsrichtung a
vor der Fräswalze 9 und ebenfalls vor dem Fräswalzenkasten 7 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel
eine Sensoreinrichtung 17 angeordnet, die dazu ausgebildet ist, Hindernisse 16 im
Boden 8 und insbesondere innerhalb der Fräsbreite FB zu detektieren. Hierfür ist die
Sensoreinrichtung 17 derart ausgebildet, dass sie einen Erfassungsbereich EB aufweist,
der die gesamte Fräsbreite FB abdeckt. In Figur 20 ist an Ausführungsbeispiel dargestellt,
in dem die Sensoreinrichtung 17 mehrere einzelne Sensoren umfasst. Jeder einzelne
der Sensoren weist einen Erfassungsbereich EB auf, der kleiner ist als die Fräsbreite
FB. Insgesamt jedoch ist die Sensoreinrichtung 17 wieder derart ausgebildet, dass
die Gesamtheit der Erfassungsbereiche EB sämtlicher Sensoren der Sensoreinrichtung
17 die gesamte Fräsbreite FB abdecken. Die Sensoreinrichtung 17 kann zusätzlich dazu
ausgebildet sein, die Erstreckung E des Hindernisses 16 in Arbeitsrichtung a zu erfassen
beziehungsweise zu ermitteln. Dies ist in Figur 19 beispielsweise anhand eines runden
Hindernisses 16 gezeigt, beispielsweise einem Kanaldeckel. In Figur 20 ist dies im
Falle von nicht runden, beispielsweise rechteckigen Hindernissen 16 gezeigt, beispielsweise
Einbauschächten. Die Erstreckung E des Hindernisse 16 ist, wie insbesondere aus Figur
20 hervorgeht, immer auf die Arbeitsrichtung a bezogen. Sie verläuft von der in Arbeitsrichtung
a vorderen Kante des Hindernisses 16 bis zu der in Arbeitsrichtung a hinteren Kante
des Hindernisses 16. Wird diese Erstreckung E und damit die Kanten des Hindernisse
16 bei der Steuerung der Straßenfräsmaschine 1 wie vorstehend beschrieben berücksichtigt,
so kann effizient verhindert werden, dass die Fräswalze 9 mit dem Hindernis 16 in
Kontakt kommt.
[0038] In Figur 21 ist gezeigt, welchen Einfluss die Frästiefe auf die Position hat, an
der die Fräswalze 9 aus der Frässpur 29 ausgehoben werden muss, um einen Kontakt zwischen
dem Hindernis 16 und der Fräswalze 9 zu vermeiden. Insbesondere sind gestrichelt zwei
verschiedene Positionen von Fräswalzen 9 gezeigt, die sich in unterschiedlichen Frästiefen
FT
1 und FT2 befinden, wobei die Frästiefe FT
1 größer ist als die Frästiefe FT2. Aus den unterschiedlichen Frästiefen FT
1, FT2 ergeben sich unterschiedliche Abstände A
1, A2 zwischen der jeweilige Rotationsachse 10 der Fräswalzen 9 und dem Hindernis 16,
in denen die Fräswalze 9 aus der Frässpur 29 ausgehoben werden muss. Insbesondere
kann die Fräswalze 9 bei geringerer Frästiefe FT2 in einem geringeren Abstand A2 vor
dem Hindernis 16 aus der Frässpur 29 ausgehoben werden als bei einer höheren Frästiefe
FT
1. Die Straßenfräsmaschine 1 kann also bei einer geringeren Frästiefe FT näher an das
Hindernis 16 heranfahren als bei einer höheren Frästiefe FT. Dieser Parameter wird
daher, zusammen mit der Geometrie der Fräswalze 9, von der Steuereinrichtung 18 mit
berücksichtigt, wenn diese selbsttätig die Position des Aushebens der Fräswalze 9
bestimmt.
[0039] In Figur 22 ist ein Ablaufdiagramm des Verfahrens 20 zur Steuerung der Straßenfräsmaschine
1 bei einem im zu fräsenden Boden 8 befindlichen Hindernis 16 gezeigt. Das Verfahren
20 beginnt mit dem Abfräsen 21 des Bodens 8 in einer vorgegebenen Frästiefe FT in
Arbeitsrichtung a während des ganz normalen Arbeitsbetriebes der Straßenfräsmaschine
1. Es folgt ein Annähern 22 der Straßenfräsmaschine 1 an das im Boden 8 befindliche
Hindernis 16. Dies kann entweder vom Bediener durchgeführt werden, oder beispielsweise
ebenfalls selbsttätig durch die Steuereinrichtung 18, insbesondere wenn eine Sensoreinrichtung
17 vorhanden ist, die das im Boden 8 befindliche Hindernis 16 detektieren kann. Die
Straßenfräsmaschine 1 wird vor dem Hindernis 16 positioniert. Als nächstes erfolgt
das Ausheben 23 der Fräswalze 9 und des Heckschildes 14 aus dem Boden 8 vor dem Hindernis
16. Hierbei ist es erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Ausheben 23 der Fräswalze
9 zeitlich vor dem Ausheben 23' des Heckschildes 14 aus dem Boden 8 durchgeführt wird,
und dass sich die Straßenfräsmaschine 1 zwischen dem Ausheben 23 der Fräswalze 9 und
dem Ausheben 23' des Heckschildes 14 weiter in Arbeitsrichtung a bewegt. Hierdurch
wird der Abstand y zwischen der Vorderkante VK des Aushubbereiches AB und der Verlagerungsstelle
V
2/3 des Heckschildes 14 verkürzt. Es folgt sodann das Überfahren 24 des Hindernisses
16, wobei die Fräswalze 9 außer Kontakt mit dem Hindernis 16 bleibt. Schlussendlich
erfolgt ein Absenken 25 der Fräswalze 9 und des Heckschildes 14 bis zur vorgegebenen
Frästiefe FT in Arbeitsrichtung a hinter dem Hindernis 16, sodass der Fräsvorgang
fortgesetzt werden kann. Sowohl das Ausheben 23, 23', das Überfahren 24 und das Absenken
25 kann selbsttätig durch die Steuereinrichtung 18 durchgeführt werden. Dies kann
beispielsweise durch einen einzigen Steuerbefehl des Bedieners ausgelöst werden oder
alternativ ebenfalls durch die Detektion des Hindernisse 16 durch die Sensoreinrichtung
17. Durch das hierin beschriebene Verfahren 20 wird der Bediener der Straßenfräsmaschine
im Arbeitsbetrieb von sich an Hindernissen 16 immer wiederholenden Steuervorgängen
entlastet. Gleichzeitig wird weniger Fräsgut im Fräsbett zurückgelassen, sodass notwendige
Nacharbeiten durch das erfindungsgemäße Verfahren 20 verringert werden. Insgesamt
lässt sich daher der Fräsvorgang der Straßenfräsmaschine 1 wirtschaftlicher und effizienter
gestalten.
1. Verfahren (20) zur Steuerung einer eine Fräswalze (9) und einen Heckschild (14) umfassenden
Straßenfräsmaschine (1) bei einem im zu fräsenden Boden (8) befindlichen Hindernis
(16), umfassend die Schritte:
a) Abfräsen (21) des Bodens (8) in einer vorgegebenen Frästiefe (FT) entlang einer
Arbeitsrichtung (a),
b) Annähern (22) der Straßenfräsmaschine (1) in Arbeitsrichtung (a) an das im Boden
(8) befindliche Hindernis (16),
c) Ausheben (23, 23') der Fräswalze (9) und des Heckschildes (14) aus dem Boden (8)
in Arbeitsrichtung (a) vor dem Hindernis (16),
d) Überfahren (24) des Hindernisses (16) derart, dass die Fräswalze (9) außer Kontakt
mit dem Hindernis (16) bleibt, und
e) Absenken (25) der Fräswalze (9) und des Heckschildes (14) bis zur vorgegebenen
Frästiefe (FT) in Arbeitsrichtung (a) hinter dem Hindernis (16) und Fortsetzen des
Abfräsens (21) des Bodens (8),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Straßenfräsmaschine (1) derart gesteuert wird, dass in Schritt c) das Ausheben
(23) der Fräswalze (9) zeitlich vor dem Ausheben (23) des Heckschildes (14) aus dem
Boden (8) durchgeführt wird, wobei sich die Straßenfräsmaschine (1) zwischen dem Ausheben
(23) der Fräswalze (9) und dem Ausheben (23) des Heckschildes (14) weiter in Arbeitsrichtung
(a) bewegt.
2. Verfahren (20) nach Anspruch 1,
wobei das Ausheben (23) der Fräswalze (9) einen Aushubbereich (AB) hinterlässt, in
dem die Frästiefe (FT) der gefrästen Spur durch das Ausheben (23) der Fräswalze (9)
in Arbeitsrichtung (a) abzunehmen beginnt, wobei der Aushubbereich (AB) an seiner
tiefsten Stelle eine Vorderkante (VK) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ausheben (23') des Heckschildes (14) an einer Verlagerungsstelle (V2) entlang
der Arbeitsrichtung (a) erfolgt, die einen Abstand (y) zur Vorderkante (VK) des Aushubbereichs
(AB) aufweist, der kleiner ist als ein Abstand (x) des Heckschildes (14) zu einer
Rotationsachse (10) der Fräswalze (9), oder
dass das Ausheben (23') des Heckschildes (14) an einer Verlagerungsstelle (V3) entlang
der Arbeitsrichtung (a) erfolgt, die an der Vorderkante (VK) liegt.
3. Verfahren (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ausheben (23') des Heckschildes (14) derart gesteuert wird, dass eine dem Boden
(8) zugewandte Unterkante (19) des Heckschildes (14) während des Aushebens (23') unter
Berücksichtigung der Vorschubgeschwindigkeit und insbesondere auch der Beschleunigung
der Straßenfräsmaschine (1) einer vorgegebenen Trajektorie (T) folgt.
4. Verfahren (20) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trajektorie (T) wenigstens eines der folgenden Merkmale aufweist:
- sie umfasst ausschließlich eine Bewegung quer zur Arbeitsrichtung (a) vertikal nach
oben, die insbesondere nicht mit einer Fahrbewegung der Straßenfräsmaschine (1) in
Arbeitsrichtung (a) überlagert ist, und eine anschließende Bewegung horizontal in
Arbeitsrichtung (a);
- sie umfasst mehrere, stufenweise Bewegungen quer zur Arbeitsrichtung (a) vertikal
nach oben, wobei die Unterkante (19) zwischen den Stufen horizontal in Arbeitsrichtung
(a) bewegt wird, und wobei die stufenweisen vertikalen Bewegungen insbesondere nicht
mit einer Fahrbewegung der Straßenfräsmaschine (1) in Arbeitsrichtung (a) überlagert
sind;
- sie umfasst wenigstens eine schräge Bewegung, gleichzeitig quer zur Arbeitsrichtung
(a) vertikal nach oben und horizontal in Arbeitsrichtung (a);
- sie folgt einer durch das Ausheben (23) der Fräswalze (9) entstehenden Rampe (R)
im Aushubbereich (AB) derart, dass die Unterkante (19) über den gesamten Aushubbereich
(AB) hinweg an der Oberfläche der Rampe (R) im Wesentlichen anliegt.
5. Verfahren (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Arbeitsrichtung (a) vor der Fräswalze (9) wenigstens eine Sensoreinrichtung (17)
angeordnet ist, die dazu ausgebildet ist, Hindernisse (16) im zu fräsenden Boden (8)
zu detektieren, wobei die wenigstens eine Sensoreinrichtung (17) insbesondere einen
induktiven, kapazitiven oder magnetischen Sensor, beispielsweise einen Metalldetektor,
einen optischen Sensor, beispielsweise eine Kamera oder eine Wärmebildkamera, oder
einen Schallsensor, beispielsweise einen Ultraschallsensor, umfasst.
6. Verfahren (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Durchführung der Schritte c), d) und e) vorab vom Bediener eine Erstreckung (E)
des Hindernisses (16) in Arbeitsrichtung (a) eingegeben wird, oder dass die Erstreckung
(E) des Hindernisses (16) in Arbeitsrichtung (a) durch die Sensoreinrichtung (17)
bestimmt wird.
7. Verfahren (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schritte c), d) und e) selbsttätig durchgeführt werden, ausgelöst durch einen
einzigen Steuerbefehl eines Bedieners oder durch die Detektion eines Hindernisses
(16) durch die Sensoreinrichtung (17).
8. Verfahren (20) nach einem der Ansprüche 5-7,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Bediener auf einer Anzeigeeinrichtung (26) eine aus von der Sensoreinrichtung
(17) gewonnenen Daten erstellte Darstellung des Hindernisses (16) angezeigt wird,
und dass der Bediener an der Anzeigeeinrichtung (26) die in Arbeitsrichtung (a) vordere
und hintere Kante des Hindernisses (16) vorgeben kann, wobei die Schritte c), d) und
e) dann derart durchgeführt werden, dass die Fräswalze (9) außer Kontakt mit den vom
Bediener vorgegebenen Kanten des Hindernisses (16) bleibt.
9. Verfahren (20) nach einem der Ansprüche 5-8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Position in Arbeitsrichtung (a), an dem das Ausheben (23) der Fräswalze (9) durchgeführt
wird, unter Berücksichtigung der Lage des Hindernisses (16), der Frästiefe (FT) und
insbesondere auch der Geometrie der Fräswalze (9) bestimmt wird, um diese außer Kontakt
mit dem Hindernis (16) zu halten.
10. Verfahren (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass während den Schritten c) und d) eine Fördereinrichtung (5) der Straßenfräsmaschine
(1), insbesondere selbsttätig, außer Betrieb gesetzt wird.
11. Verfahren (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Fortsetzen des Abfräsens (21) des Bodens (8) gemäß Schritt e) selbsttätig dieselben
Maschineneinstellungen, insbesondere bezüglich Frästiefe (FT) und/oder Vorschubgeschwindigkeit
und/oder Betrieb der Fördereinrichtung (5), wie in Schritt a) eingestellt werden.
12. Verfahren (20) nach einem der Ansprüche 3-11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Absenken (25) des Heckschildes (14) bis zur vorgegebenen Frästiefe (FT) in Arbeitsrichtung
(a) hinter dem Hindernis (16) derart gesteuert wird, dass die Unterkante (19) des
Heckschildes (14) während des Absenkens (25) einer Trajektorie (T), insbesondere derselben
Trajektorie (T) wie während des Aushebens (23), in umgekehrter Richtung folgt.
13. Straßenfräsmaschine (1) zum Abfräsen eines Bodens (8) in einer Arbeitsrichtung (a),
mit
- einem von Fahreinrichtungen (6) getragenen Maschinenrahmen (3),
- einem am Maschinenrahmen (3) gelagerten Fräswalzenkasten (7) mit einem Frontschild
(13), zwei Seitenschilden (12) und einem gegenüber dem Maschinenrahmen (3) höhenverstellbaren
Heckschild (14),
- einer im Fräswalzenkasten (7) um eine Rotationsachse (10) rotierbar gelagerten Fräswalze
(9), und
- einer Steuereinrichtung (18),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (18) zur Durchführung des Verfahrens (20) gemäß einem der vorherstehenden
Ansprüche ausgebildet ist.
14. Straßenfräsmaschine (1) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine Verstelleinrichtung (28) zur Höhenverstellung des Heckschildes (14) aufweist,
die derart ausgebildet ist, dass der Heckschild (14) bis unter den unteren Scheitelpunkt
der Fräswalze (9) hinaus verstellbar ist, insbesondere um mindestens 10 %, bevorzugt
um mindestens 20 %, besonders bevorzugt um mindestens 30 %, des Durchmessers der Fräswalze
(9).