Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Werkzeug, das zum Verteilen und Glätten von
Baumaterialien verwendet werden kann, besonders von Gips und Mörtel. Es wird typischerweise
zum Verputzen eingesetzt. Das Werkzeug wird hier allgemein als Glättkelle bezeichnet.
Die Erfindung bezieht sich aber gleichermaßen auf Spachtel, insbesondere auch Flächenspachtel,
Malerspachtel und Gipsspachtel, wie auch im Einzelfall Rakel. Die Erfindung bezieht
sich auch auf Eckenkellen, Inneneckenkellen wie Außeneckenkellen, Mörtelkellen und
Spitzkellen, jeweils in gezahnter und ungezahnter Ausführung.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Das Gebrauchsmuster
DE 1 754 183 offenbart eine Glättekelle, deren Hauptelemente das Kellenblatt, eine Griffstütze
und der Griff sind. Die Griffstütze setzt an einer Leiste an, welche das Kellenblatt
stabilisiert. Wie das Gebrauchsmuster offenbart, kann es vorteilhaft sein, alle drei
Teile in einem Stück aus Kunststoff zu fertigen. Dies umgeht auch die Schwierigkeit
einer zuverlässigen Verbindung, da die mechanische Belastung der Kellen und der Kontakt
mit Mörtel Verbindungen über die Zeit schwächen können.
[0003] Die Offenlegungsschrift
1 684 410 offenbart eine Maurerkelle mit einer Lötverbindung zwischen Kellenblatt und Handgriffstütze.
Die Lötverbindung soll zu einer verbesserten Festigkeit bei der Verbindung zwischen
Handgriff und Kellenblatt führen. Das Lot wird dazu in Bohrungen der Sohlenplatte
des Griffes eingebracht, welche zusätzlich an dem Ende, welches dem Kellenblatt zugewandt
ist, mit Erweiterungen versehen sind. Die Lösung mag sich für verschiedene Kellen
bewährt haben. Es erscheint aber wünschenswert, jedenfalls um mehr Freiheit bei der
Gestaltung und Materialwahl für Griffstütze und Kellenblatt zu haben, auch Alternativen
zur Lotverbindung anbieten zu können.
[0004] Die Offenlegungsschrift
25 40 885 offenbart eine Glättekelle oder einen "Glättspan" zum Verputzen mit verschiebbarem
und auswechselbarem Griff. Dazu ist auf dem Glättblatt eine Führungsschiene vorgesehen,
an der der Handgriff befestigt ist. Die Führungsschiene wird an dem aus Stahl bestehenden
Glättblatt durch Schweißen aufgeheftet.
[0005] Die Patenschrift
DE 3639978 offenbart eine Maurerkelle, bei der der Griff hinter dem Kellenblatt angeordnet ist
und mit einem geschwungenen Rohrstück, der sogenannten Angel, mit dem Kellenblatt
verbunden wird. Die Befestigung zwischen Angel und Kellenblatt soll mittels Schweißung
erfolgen. Diese Konstruktion mag eine sehr haltbare Verbindung erzeugen, ist jedoch
für andere Kellenformen, beispielsweise solche, bei denen der Handgriff über der Blattmitte
liegt, wenig geeignet.
[0006] Das
US-Patent 9 784 000 offenbart, dass Bolzen auf die Oberseite des Kellenblatts aufgeschweißt werden können
und über diese Bolzen ein Griffstück befestigt werden kann.
[0007] Die Erfindung möchte die Nachteile im Stand der Technik umgehen. Es soll eine lange
haltbare und robuste Glättekelle zur Verfügung gestellt werden. Diese soll auch effizient
produziert werden können.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Glättkelle nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind in den Unteransprüchen angegeben. Diese und weitere Vorteile lassen sich im Übrigen
mit einem Verfahren nach den Ansprüchen 8 bis 14 erreichen.
[0009] "Glättkelle" ist im Rahmen dieser Erfindung auch als Begriff zur Bezeichnung verwandter
Werkzeuge zu verstehen, die dem Verteilen von Baumaterial dienen, insbesondere solchen,
die eingangs mit typischen Bezeichnungen exemplarisch benannt sind. Eine Glättkelle
umfasst dabei zumindest ein Glättblatt und einen Handgriff. Das Glättblatt ist in
der Regel eine ganz oder überwiegend ebene Fläche, sodass es über die ganze Fläche
zum Glätten auf einer Ebene eingesetzt werden kann. Ausnahmen sind Eckkellen für innere
oder für äußere Ecken/Kanten, bei denen das Glättblatt gebogen ist, sodass die beiden
Hauptarbeitsflächen in einem 90° Winkel zueinander stehen.
[0010] Ein Griffhalter soll den Handgriff mit dem Glättblatt verbinden. Der Griffhalter
kann dabei ein separates Bauteil sein, alternativ könnte er einstückig mit dem Handgriff
oder mit dem Glättblatt ausgeführt sein. Der Griffhalter kann zweckmäßigerweise aus
einem Metall hergestellt werden, beispielsweise aus Stahl, Edelstahl oder Aluminium.
Besonders bietet sich hier an, den Griffhalter als Gussbauteil zu fertigen, vorzugsweise
als Aluminiumdruckguss-Bauteil. Der Griffhalter könnte auch aus Kunststoff hergestellt
werden, durchaus auch im Spitzgussverfahren.
[0011] Der Griffhalter soll mit einer Vielzahl von Bolzen mit dem Glättblatt verbunden sein.
Unter einer Vielzahl ist hier mindestens ein Bolzen zu verstehen, in der Regel werden
mindestens zwei Bolzen, häufig zwischen 4 und 10 Bolzen verwendet. Vorteilhafterweise
sind die Bolzen aus Metall, beispielsweise aus Stahl, Edelstahl oder Aluminium. Ein
gut verschweißbares Metall ist von Vorteil. Es ist möglich die Bolzen auch mit dem
Griffhalter zu verschweißen. Es kann auch vorteilhaft sein, dass die Bolzen verschraubt
werden. Es kann zweckmäßig sein, das Bolzenmaterial so zu wählen, dass eine Pressverbindung
zustande kommen kann.
[0012] Es ist vorteilhaft, wenn die Mehrzahl der Bolzen oder auch alle Bolzen denselben
Durchmesser haben. Dies sorgt für ein ansprechendes Erscheinungsbild der Kelle und
vereinfacht die Herstellung. Es sind Kellen erhältlich, bei denen der erste und letzte
Bolzen einer verbindenden Bolzenreihe dicker sind als die übrigen Bolzen. Da der erste
und letzte Bolzen stärker belastet werden als die übrigen Bolzen, kann dies Vorteile
bieten. Die vorliegende Erfindung erlaubt aber eine sichere und dauerhafter Verbindung,
ohne dass der erste und der letzte Bolzen dicker gewählt werden müssten.
[0013] Erfindungsgemäß sollen im Glättblatt Ausnehmungen vorgesehen sein. Diese Ausnehmungen
können beispielsweise runde Löcher sein. Die Bolzen werden in diese Ausnehmungen hineingeführt.
Somit sollen die Bolzen nicht auf dem Glättblatt aufsitzen, sondern sie werden zumindest
teilweise durch das Glättblatt hindurchgeführt. Diese Art der Verbindungsgeometrie
führt anders als die üblichen Verbindungen mit Bolzen zu einer festeren und dauerhaften
Verbindung. Eine Glättkelle wird häufig über mehrere Jahre, teils auch über mehr als
ein Jahrzehnt eingesetzt. Sie ist hohen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt, insbesondere
deshalb, weil zumindest das Glättblatt typischerweise eine gewisse Elastizität hat.
Sie ist auch chemischen Belastungen ausgesetzt, insbesondere beim Kontakt mit alkalischem
Mörtel oder Gips.
[0014] Vorteilhaft ist es, wenn die Bolzen mit dem Glättblatt verschweißt werden. Dies sollten
unter der Vielzahl der verwendeten Bolzen zumindest einige sein, vorzugsweise alle.
Es hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, diese Schweißverbindungen auf
der Arbeitsseite des Glättblatts und/oder im Bereich der Ausnehmungen vorzusehen (d.h.
zwischen Arbeitsseite und der gegenüberliegenden Oberseite der Glättkelle). Es kann
richtig sein, Schweißverbindungen auf der Arbeitsseite des Glättblatts vorzusehen
oder Schweißverbindungen im Bereich der Ausnehmungen vorzusehen oder Schweißverbindungen
auf der Arbeitsseite des Glättblatts und im Bereich der Ausnehmungen vorzusehen. Es
können jeweils einzelne oder alle Schweißverbindungen so positioniert sein.
[0015] Dieser Ansatz ist mit gewissen Herausforderungen verbunden, da die Glätte des Blatts
dann erst wiederherzustellen ist. Zugleich hat sich aber gezeigt, dass eine solche
Verbindung besonders fest und haltbar ist, sowie im Herstellungsverfahren günstig.
[0016] Zur Verbindung der Bolzen mit der Glättplatte ist das Laserschweißen besonders geeignet,
auch als Laserstrahlschweißen bezeichnet. Es kann als Wärmeleitungsschweißen oder
als Tiefschweißen eingesetzt werden. Es kann im Einzelfall mit anderen Schweiß-, Füge-
oder Verbindungstechniken kombiniert werden. Vorzugsweise wird die Verbindung allein
durch Laserschweißen hergestellt. Vorzugsweise wird kein Schweißzusatz verwendet.
[0017] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die Glättplatte aus Chrom-Molybdän-Stahl herzustellen.
Allgemein ist es vorteilhaft, dass Glättblatt aus Stahl herzustellen. Dabei kommen
besonders torsionsfeste Stähle in Frage. Allerdings bedeuten diese Stähle auch, dass
hohe Kräfte auf den Griff und damit den Griffhalter wirken. Ebenfalls ist zu bedenken,
dass insbesondere Chrom-Molybdän-Stahl brüchig ist. Eine hohe thermische oder mechanische
Belastung bei der Herstellung der Verbindung von Glättblatt und Griffhalter ist daher
zu vermeiden. Genau dies gelingt mit der vorliegenden Erfindung. Chrom-Molybdän-Stahl
wird hier auch als Oberbegriff für Legierungen verwendet, welche weitere (kleinere)
Anteile enthalten, insbesondere ist es vorteilhaft, wenn Nickel in der Legierung enthalten
ist.
[0018] Es ist zweckmäßig, wenn der Griffhalter einen Griffschuh, einen Griffschaft und einen
Griffkern aufweist. Diese können jeweils als separate Bauteile ausgeführt werden oder
der Griffhalter kann einstückig sein. Über dem Griffschuh wird die Verbindung mit
dem Glättblatt hergestellt. Der Griffschuh kann dazu beispielsweise quaderförmig sein
und auf seiner dem Griffschaft abgewandten Unterseite eine ebene Fläche zum Kontakt
und zur Verbindung mit dem Glättblatt aufweisen.
[0019] Der Griffschaft dient der Verbindung zwischen Griffschuh und Griffkern. Er verläuft
im Wesentlichen senkrecht zur Kontaktfläche des Griffschuhs, also im montierten Zustand
im Wesentlichen senkrecht zum Glättblatt.
[0020] Der Griffkern verläuft typischerweise im Wesentlichen parallel zum Glättblatt. Typischerweise
ist der Griffkern von einem Griffstück umgeben. Das Griffstück kann ergonomisch vorteilhaft
gestaltet sein. Es besteht häufig aus Kunststoff, kann aber auch beispielsweise aus
Kork hergestellt werden. Das Griffstück kann einstückig mit dem Griffkern ausgeführt
werden, vorteilhaft ist aber ein abnehmbares und gegebenenfalls auch austauschbares
Griffstück. Das Griffstück kann dann auf den Griffkern aufgesteckt werden und mit
diesem verbunden werden, beispielsweise verkeilt oder verklebt oder auch verschraubt
werden.
[0021] Es ist vorteilhaft, wenn die Bolzen mit dem Griffhalter durch Verpressung verbunden
werden. Dazu werden die Bolzen, sofern der Griffhalter einen Griffschuh aufweist,
in Ausnehmungen des Griffschuhs eingeführt. Unter hohem Druck werden die Bolzen dann
gestaucht, sodass sie die Ausnehmungen, in der Regel runde Löcher, im Griffschuh voll
ausfüllen. Bei der Verpressung kann zusätzlich eine Bolzenkappe entstehen, die über
die Löcher im Griffschuh hinausragt und nach oben eine Verdickung hat, wodurch eine
zusätzliche (formschlüssige) Verbindung mit dem Griffschuh erreicht wird.
[0022] Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Herstellung einer Glättkelle,
welches folgende Schritte umfasst:
- a. Zurverfügungstellen eines Glättblatts mit einer Oberseite und eine Arbeitsseite
- b. Zurverfügungstellen eines Griffhalters
- c. Zurverfügungstellen von Bolzen
- d. Erzeugen von mindestens einem Loch im Glättblatt
- e. Einführen des Bolzens in das Loch
- f. Verschweißen des Bolzens von der Arbeitsseite
[0023] Die Schritte werden zweckmäßigerweise in der Reihenfolge ihrer Aufzählung ausgeführt.
In dem Glättblatt kann ein Loch durch ein spanendes Verfahren, insbesondere durch
Bohren erzeugt werden. Das Loch kann auch durch Stanzen erzeugt werden. Für die Vielzahl
von Bolzen ist eine gleiche Vielzahl von Löchern (oder allgemeinen Ausnehmungen) vorzusehen.
Es ist vorteilhaft, wenn diese in einem einzigen Arbeitsschritt erzeugt werden.
[0024] Es ist meist sehr hilfreich, den Griffhalter vor dem Verschweißen mit mindestens
einem Bolzen zu bestücken, meist am besten mit allen zu verschweißenden Bolzen. Es
kann sinnvoll sein, nach dem Einführen der Bolzen in die jeweiligen Löcher diese mit
einer Halterung dort bereitzustellen. Die Halterung kann den Bolzen in der passenden
Position zum Verschweißen stabilisieren. Nach dem Verschweißen kann die Halterung
entfernt werden. Als Halterung bieten sich ganz verschiedene Hilfsmittel an. Als Halterung
kann auch ein mechanischer Halter vorgesehen werden, der die Bolzen in angemessener
Weise temporär unterstützt, beispielsweise indem er diese von der Oberseite des Glättblatts
her unterstützt. (Die Oberseite ist die der Arbeitsseite gegenüberliegende.) Der Griffhalter
selbst kann in diesem Verfahrensschritt als Halterung dienen.
[0025] Es kann allgemein zweckmäßig sein, die Bolzen aus einer beliebigen Richtung zu verschweißen.
Besonders vorteilhaft ist es jedoch, die Bolzen aus Richtung der Arbeitsseite des
Glättblatts zu verschweißen. Es ist ganz grundsätzlich für Verfahren zur Herstellung
von Glättekellen vorteilhaft, wenn die Zuführrichtung der Bolzen und Richtung, aus
der Verschweißt wird, einander gegenüberliegen. Beispielsweise kann die erste Richtung
(Richtung der Zuführung) in einer ersten Halbkugel liegen und die zweite Richtung
(Richtung der Annäherung des Schweißgerätes) in einer zweiten Halbkugel liegen und
beide Halbkugeln liegen um eine zentrale Achse angeordnet einander gegenüber. Beispielsweise
kann die erste Richtung (Richtung der Zuführung) in einem ersten geraden Kreiskegel
liegen und die zweite Richtung (Richtung der Annäherung des Schweißgerätes) in einem
zweiten geraden Kreiskegel liegen und beide Kreiskegel liegen um eine zentrale Achse
angeordnet einander gegenüber, so dass sie einen Doppelkegel bilden. Beide Kreiskegel
können einen Mittelpunktswinkel von 90° oder wenigen haben.
[0026] Es kommt durchaus in Frage, dass die Bolzen eine gewisse Distanz über das Glättblatt
überstehen. Diese Distanz ist aber in der Regel sehr viel geringer als die Bolzenlänge.
Wenn also eine Vielzahl von Bolzen verwendet wird, insbesondere mehr als vier Bolzen,
und die Bolzen dichter angeordnet sind als in einem Abstand von 5 cm, insbesondere
auch dichter als 3 cm oder 2 cm, ist das Verschweißen von Bolzen von der Arbeitsseite
her einfacher. Auf der Oberseite des Glättblatts wären die hervorstehenden Bolzen
der freien Annäherung und Bewegung eines Schweißgerätes oder Schweißbrenners im Wege.
[0027] Es kann besonders zweckmäßig sein, wenn in dem Verfahren der Griffhalter zunächst
mit Bolzen bestückt wird und die Bolzen dann zusammen mit dem Griffhalter zur Verfügung
gestellt werden. In einem folgenden Verfahrensschritt wäre der Griffhalter mitsamt
den Bolzen dann zum Schweißplatz zu verbringen. Durch die entsprechende Vorbereitung
des Griffhalters ist der Schweißvorgang selbst aber schneller zu vollziehen. Dies
ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die eingesetzten Schweißgeräte teuer sind
und insoweit ein hoher Durchsatz an der Schweißstation vorteilhaft ist.
[0028] Insbesondere ist es zweckmäßig, wenn das Verschweißen der Bolzen durch Laserschweißen
geschieht.
[0029] Vorteilhaft ist es, wenn die verwendeten Bolzen über die Arbeitsseite des Glättblatts
überstehen und Bolzenmaterial im Schweißprozess dort abgetragen wird. Vorteilhaft
dabei ist insbesondere, wenn Bolzenmaterial in den Spalt zwischen Bolzen und Loch
versetzt wird. Hierzu kann Material geschmolzen werden. Dabei kann das gesamte über
die Arbeitsseite überstehende Material oder nur ein Teil davon versetzt werden. In
dieser Weise wird das Loch, das zumindest minimal größer sein muss als der Bolzenumfang,
ganz oder zum Teil verschlossen. Das Versetzen von Material kann durch die Wirkung
der Schwerkraft erleichtert werden, wenn die Bolzen entsprechend orientiert sind.
Daher ist es zweckmäßig, wenn die Bolzenenden nach oben weisen.
[0030] Das Verschließen könnte durch einen Schweißzusatz erfolgen, beispielsweise einem
Schweißdraht, im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist das Verschweißen ohne Schweißzusatz
aber bevorzugt. Der Schweißprozess ohne Schweißzusatz ist noch wirtschaftlicher und
schneller auszuführen.
[0031] Ein Bolzenüberstand ist an sich nicht vorteilhaft und insoweit ist dieses Verfahrenskonzept
nicht intuitiv. Es hat sich dennoch im Rahmen der vorliegenden Erfindung als vorteilhaft
erwiesen, das Entstehen eines Bolzenüberstands im entsprechenden Verfahrensschritt
hinzunehmen.
[0032] Vorteilhaft ist auch ein Verfahren, bei dem mindestens zwei oder alle im Glättblatt
vorzusehenden Löcher in einem Arbeitsschritt erzeugt werden.
[0033] Das Verfahren ist auf die erfindungsgemäße Glättkelle bezogen zu verstehen. Das heißt,
Merkmale der Gestaltung des Produktes sind analog auf das Verfahren zu übertragen,
und Merkmale des Verfahrens sind analog auf Merkmale des Produktes zu übertragen
[0034] Weitere Merkmale, aber auch Vorteile der Erfindung, ergeben sich aus den nachfolgend
aufgeführten Zeichnungen und der zugehörigen Beschreibung. In den Abbildungen und
in den dazugehörigen Beschreibungen sind Merkmale der Erfindung in Kombination beschrieben.
Diese Merkmale können allerdings auch in anderen Kombinationen von einem erfindungsgemäßen
Gegenstand umfasst werden. Jedes offenbarte Merkmal ist also auch als in technisch
sinnvollen Kombinationen mit anderen Merkmalen offenbart zu betrachten. Die Abbildungen
sind teilweise leicht vereinfacht und schematisch.
- Fig. 1
- zeigt in perspektivischer Ansicht eine einsatzbereite erfindungsgemäße Glättkelle.
- Fig. 2
- zeigt in gleicher perspektivischer Ansicht eine erfindungsgemäße Glättkelle mit abgenommenem
Handgriff.
- Fig. 3
- zeigt in einer Querschnittsansicht die Aufnahme eines Bolzens durch das Glättblatt.
- Fig. 4
- zeigt in einer vergrößerten perspektivischen Ansicht einen Abschnitt der erfindungsgemäßen
Glättkelle.
[0035] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Glättkelle in perspektivischer Ansicht. Die Glättkelle
10 weist ein Glättblatt 20 auf, welches mit dem Handgriff 30 geführt wird. Der Verbindung
von Handgriff 30 und Glättblatt 20 dient der Griffhalter 40. Der Griffhalter 40 ist
durch eine Vielzahl von Bolzen 50 mit dem Glättblatt 20 verbunden.
[0036] Figur 2 zeigt in gleicher perspektivischer Ansicht eine erfindungsgemäße Glättkelle
10, bei der jedoch der Handgriff 30 abgenommen ist. Dadurch ist die Gestaltung des
Griffhalters 40 besser erkennbar. Der Griffhalter 40 umfasst den Griffschuh 42. Der
Griffschuh liegt unmittelbar auf der Oberseite des Glättblatts 20 auf. (Denkbar ist
auch ein mittelbares Aufliegen über eine Zwischenlage.) Er erstreckt sich über einen
wesentlichen Teil der Länge des Glättblatts, zweckmäßigerweise allgemein über mehr
als 50 % der Länge, typischerweise zwischen 50 und 80 % der Länge des Glättblatts.
Der Griffschuh 42 ist mit einem vom Griffschuh 42 aufragenden Griffschaft 44 verbunden.
Der Griffschaft 44 stellt die Verbindung zum Griffkern 46 her. Der Griffkern 46 ist
zweckmäßigerweise ein Stangen- oder Rohrabschnitt. Er hat im Wesentlichen die Länge
des Handgriffes 30. Der Griffkern 46 kann ein Profil haben, beispielsweise ein quadratisches
oder rechteckiges Profil, das eine Verdrehung des Handgriffs um die Längsachse des
Griffkerns 46 verhindert. Dargestellt ist hier ein quadratisches Profil. Am Ende des
Griffkerns kann beispielsweise auch ein Gewinde vorgesehen werden, über das der Handgriff
30 mit einer Mutter gesichert werden kann, um sein Abrutschen vom Griffkern 46 zu
verhindern.
[0037] Figur 3 zeigt in schematischer Darstellung die Verbindung eines Bolzens 50 mit dem
Glättblatt 20. Der Bolzen weist ein unteres Ende 52 auf, einen Bolzenschaft 54 und
den Bolzenkopf 56. Im Glättblatt 20 ist für den Bolzen die Ausnehmung 60 vorgesehen.
Bei einem runden Bolzen wird diese Ausnehmung zweckmäßiger Weise als rundes Loch vorgesehen.
Die Ausnehmung kann durch Bohren oder Stanzen erzeugt werden.
[0038] Das untere Bolzenende 52 wird von der Oberseite des Glättblatts 20 ganz durch die
Ausnehmung 60 hindurchgeschoben. Daher steht dann das untere Bolzenende 52 des Bolzens
50 hervor und überragt die Arbeitsfläche 70 des Glättblatts 20.
[0039] Diese Positionierung des Bolzens weicht stark von bekannten Verbindungstypen ab.
Typisch ist für das Verschweißen, dass der Bolzen auf die Oberseite des Glättblatts
20 aufgesetzt wird. Bei dieser Variante ist also gar keine Ausnehmung vorzusehen.
Grundsätzlich denkbar wäre auch eine formschlüssige Verbindung. Das untere Bolzenende
52 könnte dazu eine Verdickung aufweisen und ein Bereich der Ausnehmung könnte eine
korrespondierende Verbreiterung aufweisen. Dieser Ansatz wurde jedoch genauer untersucht
und hat sich gerade im Hinblick auf seine Langlebigkeit als nachteilig erwiesen. Insbesondere
wenn ein Glättblatt geringer Dicke verwendet wird, kann zwar anfänglich eine stabile
Verbindung hergestellt werden, über die Nutzungsdauer hinweg jedoch bleibt diese Verbindung
nicht stabil. Da das Glättblatt im Arbeitseinsatz Druck ausgesetzt ist und sich dabei
regelmäßig verbiegt, wird eine solche mechanische Verbindung stark beansprucht. Es
kann passieren, dass sich die Verbindung dann rasch löst. Im Übrigen passiert es in
der Regel, dass die Verbindung nicht mehr ganz plan ist. Das Bolzenende ragt dann
im Einzelfall über die Arbeitsseite 70 des Glättblatts 20 hinaus oder es zieht sich
dahinter zurück. In einem Fall entsteht ein Überstand, im anderen Fall entsteht eine
Kuhle. Beides beeinträchtigt das Glättergebnis so negativ, dass die Glättkelle in
der Regel außer Dienst genommen werden muss.
[0040] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung aber wird der Bolzen 50 durch die Ausnehmung
60 im Glättblatt geführt, um eine Schweißverbindung vorzusehen. Eine solche Schweißverbindung
kann im ersten Schweißbereich 62 vorgesehen werden. Dieser Schweißbereich liegt im
Spalt zwischen den Wänden der Ausnehmung 60 und dem Außenumfang des Bolzens 50, ganz
oder im Wesentlichen zwischen Oberseite und Arbeitsseite des Glättblatts 20. Dort
kann gegebenenfalls auch mit einem Schweißzusatz verschweißt werden. Alternativ oder
zusätzlich kann im zweiten Schweißbereich 64 verschweißt werden. Dieser Schweißbereich
liegt im Austrittsbereich des Bolzens. Verschweißt wird also unmittelbar an der Arbeitsseite
70 der Glättkelle 20. Typischerweise verläuft eine Schweißnaht ringförmig entlang
der Kante der Ausnehmung und somit zugleich ringförmig um den Bolzen. Bei einem runden
Loch ergibt sich hierbei ein runder Ring. Verschweißt werden kann unter Zuhilfenahme
eines Schweißzusatzes. Alternativ kann auch ohne Schweißzusatz verschweißt werden.
Zweckmäßig kann es sein, Teil des Bolzenmaterials, insbesondere Teile des überstehenden
Bolzenmaterials abzuschmelzen und zur Bildung einer Schweißnaht zu verwenden.
[0041] In dieser Weise lässt sich eine sehr feste und dauerhafte Verbindung des Bolzens
50 mit der Glättkelle 20 verbinden.
[0042] Mit dem auf der Oberseite der Glättkelle 20 überstehende Bereich des Bolzens, im
Wesentlichen mit dem Bolzenschaft 54, wird eine Verbindung zum Griffhalter 40 hergestellt.
Dazu wird der Bolzenschaft 54 in entsprechende Löcher oder Ausnehmungen des Griffhalters,
typischerweise des Griffschuhs 42 geführt. Die Verbindung kann durch Verschraubung
erfolgen. Dann wäre am Bolzenschaft 54 ein Gewinde vorzusehen. Die Verbindung kann
auch durch eine Verpressung erfolgen. Dabei wird aus Richtung des Bolzenkopfes 56
so viel Druck auf den Bolzen ausgeübt, dass er eine entsprechend dimensionierte Ausnehmung
im Griffhalter ausfüllt. Zum Zweck der Verpressung ist ein weicheres Bolzenmaterial
vorzusehen, beispielsweise Aluminium.
[0043] Figur 4 zeigt mit einem vergrößerten Ausschnitt wie die Verbindung zwischen Glättblatt
20 und dem Griffhalter 40 hergestellt werden kann. Wie abgebildet werden eine Vielzahl
von Bolzen 60 mit dem Glättblatt 20 verbunden. Zweckmäßig ist allgemein im Rahmen
der vorliegenden Erfindung eine Zahl von zwei bis zwölf Bolzen. Die Bolzen werden
in gleichmäßigen oder variablen Abständen mit dem Glättblatt 20 verbunden. Die Bolzen
werden dann in passende Ausnehmungen in dem Griffhalter 40, vorzugsweise im Griffschuh
42, eingeführt. Dargestellt sind Bolzen, welche verpresst wurden. Dementsprechend
ist es nicht erforderlich, auf der Oberseite der Bolzen 60 Muttern vorzusehen. Es
ist zweckmäßig, wenn die Oberseite 48 des Griffschuhs 42 nach dem Verpressen abgeschliffen
wird. Dann ergibt sich, so wie dargestellt, ein bündiger Abschluss der Bolzen 60 mit
der Oberseite 48 des Griffschuhs 42.
[0044] Insgesamt erkennt man, wie sich in preiswerter Weise eine zweckmäßige und für die
Massenherstellung geeignete Vorrichtung erzeugen lässt, welche universell verwendbar
ist.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 10
- Glättkelle
- 20
- Glättblatt
- 30
- Handgriff
- 40
- Griffhalter
- 42
- Griffschuh
- 44
- Griffschaft
- 46
- Griffkern
- 48
- Oberseite Griffschuh
- 50
- Bolzen
- 52
- unteres Bolzenende
- 54
- Bolzenschaft
- 56
- Bolzenkopf
- 60
- Ausnehmung
- 62
- erster Schweißbereich
- 64
- zweiter Schweißbereich
- 70
- Arbeitsfläche
1. Glättkelle (10), die ein Glättblatt (20) und einen Handgriff (30) umfasst und bei
der ein Griffhalter (40) den Handgriff (30) mit dem Glättblatt (20) verbindet, wobei
der Griffhalter (40) mit einer Vielzahl von Bolzen (50) mit dem Glättblatt (20) durch
Schweißverbindungen verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass im Glättblatt (20) Ausnehmungen (60) vorgesehen sind und die Bolzen (50) in diese
Ausnehmungen (60) hineingeführt werden.
2. Glättkelle (10) nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem Schweißverbindungen auf
der Arbeitsseite des Glättblatts vorgesehen sind.
3. Glättkelle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem Schweißverbindungen
im Bereich der Ausnehmungen vorgesehen sind.
4. Glättkelle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Schweißverbindungen
durch Laserschweißen ausgeführt sind.
5. Glättkelle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Glättblatt (20)
aus Chrom-Molybdän-Stahl gefertigt ist.
6. Glättkelle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Bolzen (50) in
Durchführungen des Griffhalters (40) geführt und dort verpresst werden.
7. Glättkelle (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der alle Bolzen (50)
denselben Durchmesser haben.
8. Verfahren zur Herstellung einer Glättekelle (10), welches folgende Schritte umfasst:
a. Zurverfügungstellen eines Glättblatts mit einer Oberseite und eine Arbeitsseite
b. Zurverfügungstellen eines Griffhalters
c. Zurverfügungstellen von Bolzen
d. Erzeugen von mindestens einem Loch im Glättblatt
e. Einführen des Bolzens in das Loch
f. Verschweißen des Bolzens von der Arbeitsseite
9. Verfahren zur Herstellung einer Glättekelle (10) nach dem vorhergehenden Anspruch,
bei dem mindestens ein Bolzen zusammen mit dem Griffhalter zur Verfügung gestellt
wird.
10. Verfahren zur Herstellung einer Glättekelle (10) nach Anspruch 6 oder 7, bei dem das
Verschweißen des Bolzens durch Laserschweißen geschieht.
11. Verfahren zur Herstellung einer Glättekelle (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
bei dem der Bolzen über die Arbeitsseite des Glättblatts übersteht und Bolzenmaterial
im Schweißprozess in einen Spalt zwischen Bolzen und Loch versetzt wird.
12. Verfahren zur Herstellung einer Glättekelle (10) nach dem vorhergehenden Anspruch,
bei dem ein Bolzenüberstand über der Arbeitsseite des Glättblatts abgetragen wird.
13. Verfahren zur Herstellung einer Glättekelle (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
bei dem mindestens zwei Löcher erzeugt werden.
14. Verfahren zur Herstellung einer Glättekelle (10) nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
bei dem die Richtung, aus der verschweißt wird, der Richtung, aus der Bolzen zugeführt
werden, gegenüberliegt.