[0001] Die Erfindung betrifft eine Dichtung, die zur Verwendung bei einem Tübbing bestimmt
ist, nach den Merkmalen im Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Zur Herstellung eines Tunnelbauwerks werden vorgefertigte, als Tübbing bezeichnete
Betonsegmente eingesetzt, wobei jeder Tübbing sowohl hinsichtlich der Länge als auch
hinsichtlich des Umfangs lediglich einen Abschnitt des Tunnelbauwerks bildet. Mehrere
Tübbinge, die umfangsmäßig aneinander anschließen, werden zu einem vollständigen Ring
zusammengesetzt. In axialer Richtung aneinandergesetzte Ringe bilden dann eine Betonröhre,
welche die Hülle einer Tunnelröhre darstellt. Die einzelnen Tübbinge weisen üblicherweise
eine im Wesentlichen rechteckige Form auf, die allerdings entsprechend dem Durchmesser
des Tunnelbauwerks gekrümmt ist.
[0003] An den umlaufenden Schmalstellen, wo die Tübbinge einander anschließen, weisen die
Tübbinge eine umlaufende Dichtung aus einem gummielastischen Werkstoff auf, um einen
Tübbing in der Längsfuge gegen den nächsten Tübbing desselben Rings abzudichten sowie
in der Ringfuge gegen einen benachbarten Ring abzudichten.
[0004] Eine gattungsgemäße Dichtung ist aus dem
DE 20 2017 103 363 U1 bekannt. Die Dichtung ist in Art eines Dichtungsrahmens aus mehreren Dichtungsprofilen
zusammengesetzt, welche einen Hohlprofilkörper aufweist, welcher im Querschnitt Hohlräume
aufweist. Üblicherweise werden die Dichtungsprofile durch Extrusion hergestellt, so
dass sich die Hohlräume jeweils über die Länge eines Dichtungsprofils erstrecken.
Die Dichtungsprofile sind unter einem von 180° abweichenden Winkel zueinander ausgerichtet,
so dass zwei Enden zweier Dichtungsprofile im Bereich einer Ecke einander benachbart
sind. Regelmäßig weist eine Dichtung vier Dichtungsprofile auf, welche in der Art
ausgerichtet sind, dass jeweils zwei Dichtungsprofile unter einem Winkel von im Wesentlichen
90° eine Ecke ausbildend zueinander ausgerichtet sind.
[0005] Ein Dichtungsprofil weist am Hohlprofilkörper einen Verankerungsfuß auf, der dazu
bestimmt ist, in den Beton eines Tübbings einzugreifen, um die Dichtung vorzugsweise
formschlüssig im Tübbing zu verankern, wobei ein Verankerungsfuß als länglicher Verankerungssteg
ausgestaltet ist, der in Längsrichtung des Dichtungsprofils verläuft. Üblicherweise
wird die Dichtung bereits bei der Herstellung des Tübbings verankert, indem die Dichtung
beim Gießen des Tübbings zumindest teilweise in einer Gießform angeordnet wird und
der Verankerungsfuß in den Betonwerkstoff eingegossen wird. Die sich in dem Betonsegment
durch den formgebenden Verankerungsfuß ausbildende Geometrie, die einen Verankerungsfuß
umgibt, wird vorliegend als Verankerungsnut bezeichnet, wobei die Höhe des Verankerungsfußes
die Eingrifftiefe des Verankerungsfußes in den Beton definiert und wobei die Eingrifftiefe
durch den Hohlprofilkörper begrenzt wird.
[0006] Die Ecken der Dichtung werden üblicherweise nicht dadurch geschaffen, dass die Dichtungsprofile
auf Gehrung geschnitten sind und unmittelbar aneinanderstoßen, sondern es werden Eckstücke
verwendet, die beispielsweise aus einer Vergussmasse bestehen können oder als Formteil
bereitgestellt werden. Jedenfalls können die Eckstücke im Vergleich zu den Dichtungsprofilen
weniger oder gar keine Hohlräume aufweisen.
[0007] Bei der Montage wird ein Tübbing neben einem weiteren Tübbing angeordnet, um einen
Ring zu schaffen, bzw. wird ein Ring hinter einem weiteren Ring angeordnet, um einen
Tunnelabschnitt zu schaffen, und dabei liegen die Dichtungen benachbarter Tübbinge
oder der aus den Tübbingen gebildeten Ringe einander unmittelbar an und werden zur
Erzielung der gewünschten Dichtigkeit aneinander gepresst, wodurch die Dichtungen
verformt werden. Dabei werden Kräfte in den Tübbing eingeleitet, die die Betonfestigkeit
übersteigen können. Insbesondere nahe den Ecken, wo die hohlraumarmen oder hohlraumfreien
Eckstücke die Kompressionsdrücke in hohem Maße in den Betonwerkstoff des jeweiligen
Tübbings einleiten, besteht das Risiko von Werkstoffversagen, beispielsweise in Art
von Rissbildungen, Abplatzungen oder dergleichen. Zu berücksichtigen ist, dass der
Beton dichtungsnah ohnehin geschwächt ist durch die in einem Tübbing geschaffenen
Verankerungsnuten aufgrund der dort verlaufenden Verankerungsfüße.
[0008] Je weniger Hohlräume eine Dichtung aufweist, desto größer sind - bei gleichem Querschnitt,
gleicher Werkstoffdichte der Dichtung und gleichen Montagedrücken - die in den Tübbing
eingeleiteten Kräfte. Insbesondere in den Eckbereichen einer Dichtung, welche Eckstücke
aufweisen, die nur sehr wenige oder keine Hohlräume aufweisen, kann die Belastung
des Betons und damit einhergehend das Risiko für Beschädigungen besonders ausgeprägt
sein, so dass grundsätzlich eine Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit eines Tübbings
zu besorgen ist.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Dichtung
dahingehend zu verbessern, dass das Risiko für ein Werkstoffversagen bei einem Tübbing
verringert ist und zwar insbesondere im Eckbereich eines Tübbings, ohne dass beispielsweise
eine Verbindung zweier Tübbinge erschwert oder die Leistung einer Abdichtung herabgesetzt
wird.
[0010] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Dichtung nach den Merkmalen des Anspruchs 1 und
durch einen Tübbing nach den Merkmalen des Anspruchs 12. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen beschrieben. Die beanspruchten Merkmal haben jeweils eine
eigenständige erfinderische Bedeutung. Sie können in beliebiger Kombination zusammen
oder auch einzeln und unabhängig voneinander genutzt werden.
[0011] Die Erfindung schlägt mit anderen Worten vor, die bei der Montage der Tübbinge dichtungsbedingt
auf den Beton wirkenden Kräfte zu verringern, indem der Verankerungsfuß zum Ende eines
Dichtungsprofils auslaufend in Art einer Ausklinkung ausgestaltet ist, derart, dass
die Höhe des Verankerungsfußes zum Eckstück hin abnimmt, so dass der Verankerungsfuß
nicht umläufig im Bereich einer Ecke verläuft. Die Abnahme erfolgt nicht abrupt, sondern
verläuft in einem Ausklinkungswinkel, der flacher ist als 90° - bezogen auf die Längsachse
des Dichtungsprofils. Die zum Eckstück hin abnehmende Eingrifftiefe des Verankerungsfußes
in den Beton bewirkt, dass beim Gießen eines Tübbings eine kürzere bzw. flachere Verankerungsnut
geschaffen wird.
[0012] Erstens wird durch das Auslaufen eines Verankerungsfußes erreicht, dass bei der Montage
und der damit einhergehenden Verformung der Dichtung im Bereich der Ausklinkung weniger
Dichtungsmaterial auf den Beton drückt. Zweitens kann die verankerungsnutbedingte
Schwächung des Betons, insbesondere im Bereich einer Ecke vermindert und somit die
Belastbarkeit erhöht werden. Drittens kann durch einen auslaufenden Verankerungsfuß
die Ausbildung von Spannungsspitzen herabgesetzt werden, da wirkende Kräfte weitestgehend
flächig von der Dichtung in den Beton eines Tübbings eingeleitet werden können. Infolgedessen
wird das Risiko von Werkstoffversagen bei der Montage von Tübbinge deutlich herabgesetzt,
wobei dabei keine Einbußen hinsichtlich der Abdichtungsleistung zu besorgen sind.
[0013] Zusätzlich kann vorschlagsgemäß wirtschaftlich vorteilhaft das Packmaß der Dichtung
reduziert werden, da sich beispielsweise ein aus Dichtungsprofilen zusammengesetzter
Dichtungsrahmen insbesondere in den Eckbereichen leichter verformen bzw. falten lässt,
so dass der gefaltete Dichtungsrahmen ein kleineres Transport- bzw. Verpackungsvolumen
oder dergleichen beansprucht.
[0014] In überraschender Weise konnte in ersten Versuchen gezeigt werden, dass die vorschlagsgemäße
Dichtung ausreichend gegen bei der Montage hervorgerufene, die Dichtung verschiebende
Kräfte am Tübbing gehalten ist, auch wenn die Länge und die Höhe der Verankerungsfüße,
welche formschlüssig in Eingriff stehen mit einer Verankerungsnut im Tübbing, im Vergleich
zur bekannten Praxis mitunter deutlich verringert ist. Eine sichere Positionierung
der Dichtung am Tübbing ist insbesondere für die Abdichtung von Bedeutung, da die
Dichtigkeit maßgeblich auf einem Aufeinanderpressen zweier Dichtungen zweier benachbarter
Tübbinge basiert. Das Verrutschen einer Dichtung könnte eine geringere Verformung
bzw. Kompression bedingen, was eine geringere Abdichtleistung zur Folge hätte.
[0015] In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der Ausklinkungswinkel zwischen
20° und 60° beträgt. Innerhalb dieses Winkelspektrums ist erfahrungsgemäß ein wirksamer
Beitrag zur Erhöhung der Belastbarkeit des Betons erzielbar, wobei die Dichtung noch
in ausreichender Weise im Beton des Tübbings gehalten ist.
[0016] Der vorliegenden Erfindung liegt die Überlegung zugrunde, den insbesondere bei der
Montage der Tübbinge hervorgerufenen Spannungsspitzen entgegenzuwirken, und zwar durch
Abflachung der Geometrie der Dichtung bzw. durch Schaffung abgeflachter Konturübergänge.
Daher kann in einer Weiterentwicklung der Übergang des auslaufenden Endes eines Verankerungsfußes
auf den Hohlprofilkörper des Dichtungsprofils gebogen ausgestaltet sein. Dabei kann
der Radius des Bogens vorteilhafterweise in einem Verhältnis zum Ausklinkungswinkel
stehen, in der Art, dass der Radius des Bogens umso größer ist, je geringer der Ausklinkungswinkel
ist. Der radiale Übergang wirkte einem Einreißen des Dichtungsprofils entgegen, insbesondere
ein Einreißen zwischen Hohlprofilkörper und Verankerungsfuß, und führt dazu, dass
die Dichtung hinreichend im Tübbing gehalten ist und beim Komprimieren in Position
verbleibt, was letztendlich eine hohe Abdichtung gewährleistet.
[0017] Es kann vorgesehen sein, dass das Eckstück zwei Abschnitte aufweist und dass diese
Abschnitte in einem von 180° abweichenden Winkel aneinandergrenzen. Regelmäßig ist
ein Tübbing rechteckig ausgestaltet, sodass dabei die zwei Abschnitte im Wesentlichen
in einem rechten Winkel aneinandergrenzen. Vorteilhafterweise gehen die beiden Abschnitte
in einem Radius ineinander über, wodurch beispielsweise eine durch den Beton auf das
Eckstück einwirkende Kerbwirkung verringert wird, so dass exemplarisch weniger Beschädigungen
an der Dichtung zu besorgen sind und damit einhergehend eine hinreichende Abdichtleistung
gewährleistet werden kann.
[0018] In einer alternativen oder zusätzlichen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass
eine Dichtlippe die beiden Abschnitte des Eckstücks miteinander verbindet, wobei die
Dichtlippe derart angeordnet ist, dass diese im Eckbereich dem Beton eines Tübbings
anliegt und gebogen zwischen den Abschnitten verläuft, um dem bereits zuvor erörterten
Risiko einer Rissbildung in der Dichtung oder Beschädigungen am Beton des Tübbings
entgegenwirken zu können.
[0019] Vorteilhafterweise ist der Radius zwischen den zwei das Eckstück bildenden Abschnitten
kleiner als die Höhe des Verankerungsfußes, insbesondere vorteilhaft ist ein Radius
der einem Drittel der Höhe des Verankerungsfußes entspricht.
[0020] Versuche habe gezeigt, dass bei diesen Radien beispielsweise eine Kerbwirkung in
ausreichender Weise unterdrückt werden kann, wobei der wirtschaftliche Aufwand zur
die Herstellung des radial gestalteten Übergangs zwischen den Abschnitten nicht wesentlich
erhöht ist.
[0021] Wie dargestellt, handelt es ich bei den vorliegenden Dichtungsprofilen vorzugsweise
um Strangpressprofile, welche in beliebiger Länge, insbesondere entsprechend der Länge
der Schmalseiten eines Tübbings, ablängenbar sind. In einer Ausgestaltung kann vorgesehen
sein, dass der Hohlprofilkörper der Dichtung in der Art gekürzt ist, dass sich der
Verankerungsfuß über das Schnittende des angeschlossenen Hohlprofilkörpers erstreckt
und dass ein Abschnitt des Eckstücks in der Art an das Schnittende des Hohlprofilkörpers
anschließt, dass der Verankerungsfuß auf dem Abschnitt ausläuft.
[0022] Um insbesondere einen Eckbereich stärker zu entlasten, kann vorgesehen sein, dass
der Verankerungsfuß im Abstand von dem Eckstück ausläuft, beispielsweise in einem
Abstand zwischen 10 und 200 mm. Der Abstand definiert somit einen Abschnitt des Hohlprofilkörpers,
welcher frei ist von Verankerungsfüßen ausgestaltet ist. Die Länge des Abstands steht
vornehmlich in Beziehung mit dem Ausklinkungswinkel, in der Art, das vorgesehen sein
kann, mit zunehmenden Abstand den Ausklinkungswinkel zu erhöhen, um die Ausklinkung
zu verkürzen und eine hinreichende Verankerung der Dichtung im Beton erzielen zu können.
[0023] Für die Dichtung können vorzugsweise Elastomere vorgesehen sein, um unter anderem
eine ausreichende Verformbarkeit sicherstellen zu können, so dass die Dichtung bei
der Montage nicht beschädigt wird und sich die Dichtung auch unebenen Oberflächen
anlegen kann zur Erzielung einer hinreichenden Abdichtleistung.
[0024] Der Verankerungsfuß ist dazu ausgestaltet, die Dichtung im Beton eines Tübbings zu
verankern. Dafür kann vorteilhafterweise vorgesehen sein, dass der Verankerungsfuß
einen Querschnitt aufweist, der eine formschlüssige Verankerung in einem umgebenden
Material bewirkt, und zwar gegen Auszugskräfte, die zum Hohlprofilkörper wirken. Besonders
vorteilhaft kann in einer Ausgestaltung dabei eine Querschnittserweiterung des Verankerungsfußes
vorgesehen sein, und zwar ausgehend von dem Hohlprofilkörper, so dass der Querschnitt
distal zum Hohlprofilkörper erweitert ist. Zur Verwirklichung können dafür vorzugsweise
die in der Praxis bekannten Ausführungen verwendet werden, beispielsweise ein trapezoider
Querschnitt oder dergleichen. Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass
eine Seitenlinie des Querschnitts gekrümmt ausgestaltet ist.
[0025] Weiterhin schlägt die Erfindung einen Tübbing vor, welcher zur Herstellung einer
Röhre eines Tunnelbauwerks bestimmt ist. Vorschlagsgemäß weist ein an sich bekannter
Tübbing eine vorschlagsgemäße Dichtung auf, welche über Verankerungsfüße in einer
in den umlaufenden Schmalseiten eines Tübbings angeordneten Verankerungsnut formschlüssig
gehalten ist.
[0026] Wie bereits dargestellt, ist ein Verankerungsfuß der Dichtung auslaufend in Art einer
Ausklinkung ausgestaltet, so dass beispielsweise beim Gießen eines Tübbings im Bereich
der Ausklinkung eine flachere Verankerungsnut geschaffen wird bzw. ein Abschnitt im
Beton geschaffen wird, der keine Verankerungsnut aufweist. Im Ergebnis führt dies
dazu, dass der Tübbing insbesondere in einem Eckstoß, das heißt in dem Bereich in
dem zwei Enden zweier Schmalseiten unter einem von 180° abweichenden Winkel aneinandergrenzen,
stabilisiert wird und weniger Beschädigungen oder dergleichen bei der Montage der
Tübbinge zu besorgen sind.
[0027] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand rein schematischer Darstellungen
nachfolgend näher erläutert, wobei einzelne Merkmale oder eine Kombination von Merkmalen
der dargestellten Ausführungsbeispiele auch unabhängig von übrigen Ausgestaltungen
des Ausführungsbeispiels bei einer vorschlagsgemäßen Dichtung verwirklicht sein können.
Dabei zeigt
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht auf ein quergeschnittenes Dichtungsprofil,
- Fig. 2
- eine ausschnittsweise Draufsicht auf den Eckbereich einer Dichtung gemäß dem Stand
der Technik,
- Fig. 3
- eine ausschnittsweise Draufsicht auf den Eckbereich einer Dichtung gemäß einem ersten
Ausführungsbeispiel, und
- Fig. 4
- eine ausschnittsweise Draufsicht auf den Eckbereich einer Dichtung gemäß einem zweiten
Ausführungsbeispiel.
[0028] Fig.1 zeigt eine perspektivische Ansicht auf ein quergeschnittenes Dichtungsprofil
10 mit einem Hohlprofilkörper 11, welcher sich in Längsrichtung des Dichtungsprofils
10 erstreckende Hohlräume 12 aufweist, und mit zwei Verankerungsfüßen 14, die jeweils
als länglicher, in Längsrichtung verlaufender Verankerungssteg ausgestaltet sind.
Die Verankerungsfüße 14 weisen einen Querschnitt auf, der beispielsweise eine formschlüssige
Verankerung im Beton eines Tübbings gegen ausziehende Kräfte ermöglicht, und zwar
in der Art, dass sich der Querschnitt des Verankerungsfußes 14 in Richtung des distalen
Endes 15 erweitert - ausgehend von dem Hohlkörperprofil 11, wobei im vorliegenden
Ausführungsbeispiel des Dichtungsprofils 10 eine trapezoide Ausgestaltung des Verankerungsfußes
14 vorliegt.
[0029] Eine ausschnittsweise Draufsicht auf den Eckbereich 20 einer Dichtung gemäß dem Stand
der Technik mit zwei Dichtungsprofilen 10, die unter einem Winkel von im Wesentlichen
90° zueinander ausgerichtet sind, so dass zwei Enden der Dichtungsprofile 10 im Bereich
einer Ecke 21 einander benachbart sind, und die an ein Eckstück 21 anschließen, zeigt
Fig. 2. Das Eckstück 21 weist eine Eckverankerung 23 auf, die an die Verankerungsfüße
14 der Dichtungsprofile 10 angrenzt. Diese aus dem Stand der Technik bekannte Ausführung
bedingt bei der Montage von Tübbinge hohe Druckkräfte, die in den Beton des Tübbings
eingeleitet werden, wobei die Einleitung zumindest teilweise konzentriert erfolgt,
so dass Spannungsspitzen im Beton Beschädigungen wie Rissbildungen, Abplatzungen oder
dergleichen bedingen.
[0030] Zur Überwindung der aus dem Stand der Technik bekannten Probleme zeigt Fig. 3, vergleichbar
zu Fig. 2, eine ausschnittsweise Draufsicht auf den Eckbereich 20 einer Dichtung 1
gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel.
[0031] Dargestellt ist eine Dichtung 1 mit zwei Dichtungsprofilen 10, die unter einem Winkel
von im Wesentlichen 90° zueinander ausgerichtet sind, so dass zwei Enden der Dichtungsprofile
10 im Bereich einer Ecke 20 einander benachbart sind, und die an ein Eckstück 21 anschließen.
Die Verankerungsfüße 14 sind auslaufend in Art einer Ausklinkung 2 ausgestaltet, so
dass die Höhe h der Verankerungsfüße 14 zum Eckstück 21 hin abnimmt. Der Ausklinkungswinkel
α beträgt vorliegend 55°. Die Höhe h der Verankerungsfüße 14 nimmt kontinuierlich
ab.
[0032] Das Eckstück 21 weist zwei Abschnitte 22 auf, die in einem Winkel von im Wesentlichen
90° aneinandergrenzen. Die beiden Abschnitte 22 gehen in einem Radius r ineinander
über, wobei der Radius r ein Drittel der Höhe h der Verankerungsfüße 14 beträgt. Zudem
ist erkennbar, dass die Verankerungsfüße 14 auf dem Eckstück 21 auslaufend ausgestaltet
sind. Die Ausklinkung 2 bedingt, dass die Verankerungsfüße 14 nicht den Eckbereich
20 umlaufend ausgestaltet sind, so dass die bei der Montage von Tübbinge auf einen
Eckbereich 20 einwirkenden Druckkräfte reduziert werden und somit das Risiko von Beschädigungen,
Rissbildungen oder dergleichen am Beton herabgesetzt werden kann, welche die Funktionsfähigkeit
eines Tübbings beinträchtigen könnten.
[0033] Ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Dichtung 1 zeigt Fig. 4, wobei wieder eine
ausschnittsweise Draufsicht eines Eckbereichs 20 dargestellt ist. Im Unterschied zum
ersten Ausführungsbeispiel sind die Verankerungsfüße 14 in Fig. 4 nicht derart ausgestaltet,
dass diese auf dem Eckstück 21 auslaufen. Stattdessen ist ein Abschnitt 111 der Hohlprofilkörper
11 erkennbar, der frei von Verankerungsfüßen 14 ausgestaltet ist. Ferner ist sichtbar,
dass die Verankerungsfüße 14 im Abstand von dem Eckstück 21 auslaufen. In Abwägung
zwischen einer reduzierten Druckbelastung eines Tübbings im Eckbereich 20 bei der
Montage und einer noch hinreichenden, formschlüssigen Verankerung der Dichtung 1 im
Beton ist vorliegend eine relativ kurze Beabstandung dargestellt.
Bezugszeichen:
[0034]
- 1
- Dichtung
- 2
- Ausklinkung
- 10
- Dichtungsprofil
- 11
- Hohlprofilkörper
- 111
- Freier Hohlprofilkörperabschnitt
- 12
- Hohlräume
- 14
- Verankerungsfuß
- 15
- Distales Ende
- 20
- Eckbereich
- 21
- Eckstück
- 22
- Abschnitt
- 23
- Eckverankerung
- α
- Ausklinkungswinkel
- h
- Höhe des Verankerungsfußes
- r
- Radius
1. Dichtung (1),
welche zur Anordnung an umlaufenden Schmalseiten eines Tübbings bestimmt ist,
mit wenigstens zwei einen Kunststoff aufweisenden Dichtungsprofilen (10),
wobei die Dichtungsprofile (10) je einen Hohlprofilkörper (11) und einen Verankerungsfuß
(14) aufweisen,
und wobei die Dichtungsprofile (10) unter einem von 180° abweichenden Winkel zueinander
ausgerichtet sind, derart, dass zwei Enden der Dichtungsprofile (10) im Bereich einer
Ecke (20) einander benachbart sind,
wobei in der Ecke ein Eckstück (21) angeordnet ist, an welches die beiden Dichtungsprofile
(10) jeweils anschließen,
und wobei ein Dichtungsprofil (10) einen Verankerungsfuß (14) aufweist, welcher als
länglicher, in Längsrichtung des Dichtungsprofils (10) verlaufender Verankerungssteg
ausgestaltet ist und zum Eckstück (21) hin in der Art ausgeklinkt ist, dass die Höhe
(h) des Verankerungsfußes (14) zum Eckstück (21) hin abnimmt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Höhe (h) des Verankerungsfußes (14) auslaufend in einem Ausklinkungswinkel (a)
zum Eckstück hin abnimmt, der flacher als 90° zur Längsachse des Dichtungsprofils
(10) verläuft.
2. Dichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausklinkungswinkel (a) zwischen 20° und 60° beträgt.
3. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verankerungsfuß (14) im Übergang von dem auslaufenden Ende in einem Radius an
den Hohlprofilkörper (11) des Dichtungsprofils (10) anschließt.
4. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Eckstück (21) zwei Abschnitte (22) aufweist, welche in einem von 180° abweichenden
Winkel aneinandergrenzen, wobei die beiden Abschnitte (22) in einem Radius (r) ineinander
übergehen.
5. Dichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Radius (r) kleiner ist als die Höhe (h) des Verankerungsfußes (14).
6. Dichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Radius (r) ein Drittel der Höhe (h) des Verankerungsfußes (14) beträgt.
7. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verankerungsfuß (14) auf dem Eckstück (21) ausläuft.
8. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verankerungsfuß (14) beabstandet von dem Eckstück (21) ausläuft, so dass ein
an das Eckstück (21) anschließender Abschnitt (111) des Hohlprofilkörpers frei von
Verankerungsfüßen ausgestaltet ist.
9. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dichtung (1) einen Elastomerwerkstoff aufweist.
10. Dichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verankerungsfuß (14) einen Querschnitt aufweist, der eine formschlüssige Verankerung
in einem umgebenden Material bewirkt gegen Auszugskräfte, die zum Hohlprofilkörper
(11) wirken.
11. Dichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich der Querschnitt des Verankerungsfußes (14) von dem Hohlprofilkörper (11) aus
erweitert.
12. Tübbing zur Herstellung einer Tunnelröhre,
mit einer Verankerungsnut in einer der umlaufenden Schmalseite des Tübbings,
und mit einer Dichtung, wobei die Dichtung einen Verankerungsfuß (14) aufweist, welcher
sich in die Verankerungsnut erstreckt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgestaltet ist.
13. Tübbing nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schmalseiten unter einem von 180° abweichenden Winkel zueinander ausgerichtet
sind, derart, dass zwei Enden der Schmalseiten im Bereich eines Eckstoßes aneinandergrenzen,
wobei die Verankerungsnut beabstandet von dem Eckstoß angeordnet ist.
14. Tübbing nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Längsrichtung einer Schmalseite der Abstand zwischen dem Eckstoß und der Verankerungsnut
zwischen 10 und 200 mm beträgt.