[0001] Die Erfindung betrifft ein Polierwerkzeug, insbesondere zum rotierenden Antrieb durch
eine Werkzeugmaschine, insbesondere einer Handmaschine, um eine Rotationsachse, mit
einem Trägerkörper, sowie einem an dem Trägerkörper angebrachten Polierkörper, wobei
der Polierkörper eine Anzahl von Lamellen umfasst.
[0002] Beim Polieren erfolgt eine Feinbearbeitung von Oberflächen mit einem Polierwerkzeug,
das gegenüber dem Werkstück bewegt wird. Durch den Energieeintrag über die Relativbewegung
und den Anpressdruck wird die Oberfläche eines insbesondere metallischen Werkstücks
ohne nennenswerte Veränderung der Werkstückkontur durch Einebnen der Oberflächenrauheiten,
Abnehmen eventueller Verunreinigungen und in geringem Maße auch durch Materialabtrag
von Rauheitsspitzen der Werkstückoberfläche bearbeitet. Meist wird dabei ein Poliermittel
eingesetzt, das aus ungebundenem Mineralpulver besteht, meist Metalloxide mit einem
hohen Schmelzpunkt und einer geringen Neigung zur Lösung in Wasser oder Öl. Das Mineralpulver
bildet dabei Teilchen mit geometrisch nicht festgelegter Form. Für Polierzwecke wird
das Mineralpulver aufgeschlemmt oder durch Mischen mit wärmebeständigen Fetten oder
Paraffinen zu Polierpasten oder Poliermittelsuspensionen verarbeitet. Durch die Teilchen
wird der Druck des Werkzeugs punktuell über die sehr kleine Berührfläche von den Teilchen
auf die Werkstückoberfläche übertragen und führt zu lokalen und kurzzeitigen Fließvorgängen,
die zu einer Verringerung der Oberflächenrauheit führen.
[0003] Für die dekorative oder technische Oberflächenfeinbearbeitung werden üblicherweise
handgeführte Maschinen mit Polierwerkzeugen verwendet, die keine werkstückspezifische
Kontur aufweisen und nicht zur Formgebung des Werkstücks bestimmt sind. Vielmehr erfolgt
hier durch das Polieren meist eine Nachbearbeitung der Oberfläche für dekorative Zwecke
oder die Wiederherstellung einer solchen Fläche im Reparaturbetrieb (z.B. Aufpolieren
von lackierten Teilen, Auspolieren von Kratzern), oder aus technischen Gründen, z.B.
im Formenbau. Als handgeführte Maschinen kommen dabei insbesondere Handbohrmaschinen,
Winkelschleifer oder Geradschleifer in Frage.
[0004] insbesondere für den Einsatz bei Fahrzeugkarosserien vor und nach dem Lackieren sind
zudem sogenannte Schwabbelscheiben oder Schwabbelglocken bekannt, bei denen der Polierkörper
des Polierwerkzeugs aus einem Paket aufeinandergelegter und entsprechend der gewünschten
Festigkeit miteinander versteppter Baumwolltücher besteht, die radial zu einer Bohrung
eines Aufspannstiftes oder zu einem solchen Aufspannstift angeordnet sind.
[0005] Der wesentliche Vorteil solcher Schwabbelscheiben ist die noch geringere Übertragung
der Werkzeugkontur auf das Werkstück, so daß selbst bei hochempfindlichen Oberflächen,
z.B. Klavierlacken, eine Markenbildung weitgehend ausgeschlossen werden kann. Nachteilig
ist die verhältnismäßig geringe Arbeitsleistung.
[0006] Aus
US 3,191,208 A sind verschiedene Schwabbelscheiben bekannt, bei denen die Härte der Scheibe teilweise
zusätzlich durch Falten des Baumwolltuches erhöht ist und bei denen anstelle einer
Aufnahmeöffnung für einen Aufspanndorn ein metallischer Krallentopf vorgesehen ist,
auf dessen Krallen, die radial um eine Befestigungsöffnung zur Verbindung mit einem
Aufspanndorn einer Maschine angeordnet sind, das Tuchpaket mit oder ohne zusätzliche
Vernähung oder Versteppung aufgespießt wird. Dabei sind die Krallen länger ausgebildet,
als das Tuchpaket dick ist, so daß zur axialen Fixierung des Tuchpaketes die Enden
der Krallen nach Aufspießen des Tuchpaketes umgebördelt werden können.
[0007] Aus der
WO 2002/018102 A1 sind unter Verweis auf früheren Stand der Technik als Filzpolierkörper massive Filzpolierscheiben
bekannt, die zusammen mit Aufnahmedornen zur Befestigung der Filzpolierscheiben mit
Maschinen einsetzbar sind. Weiterhin sind eine Reihe von konturierten Filzpolierkörpern
bekannt, die von kleinen kugelförmigen Formen des Filzes über verschiedene teilweise
kegelige Ausbildungen bis zu zylindrischen massiven Filzpolierkörpern reichen. Auch
diese Filzpolierkörper sind mit Schäften zur Montage in üblichen Bohrfuttern versehen.
[0008] Aus der
WO 89/00092 ist eine Polierscheibe aus einem Fasermaterial und eine Verwendung einer solchen
Polierscheibe zum Polieren von Uhrengehäusen bekannt. Dazu wird eine verhältnismäßig
schmale Polierscheibe beschrieben, für die als Besonderheit angegeben ist, dass sie
aus einem einzigen massiven Fasermaterial besteht, wobei die Scheibe vom äußeren Umfang
aus in Richtung zum Zentrum hin quer eingeschnitten ist. Dabei sind in der Scheibe
drei radiale Zonen ausgebildet. Die äußere Zone weist eine Vielzahl solcher Einschnitte
auf. Nur jeder zweite der Einschnitte ist in die radial weiter innenliegende Zone
fortgeführt. Die radial innerste Zone weist keine solchen Einschnitte auf. Weiterhin
wird als besonders bevorzugt angegeben, dass diese Einschnitte nicht genau radial
verlaufen, sondern gegen die Rotationsrichtung gekrümmt sind und die Tangenten des
gekrümmten Einschnittes gegenüber der radialen um einen Winkel α geneigt sind, wobei
der Winkel α von au ßen nach innen zunimmt. Im Zusammenhang mit einem Ausführungsbeispiel
wird dort als bevorzugten Wert für den Winkel α eine Neigung von 20° angegeben. Die
Neigung erfolgt dabei so, dass die Tangenten in Rotationsrichtung am Kern der Scheibe
vorbei weisen, d. h. dass die geschlitzten radial äußeren Teile der Polierscheibe
durch die Trägheit bei der Rotation aufeinandergepresst werden und damit die Polierscheibe
in radialer Richtung besonders hart machen. Die Schlitzung soll dabei eine verbesserte
seitliche (axiale) Beweglichkeit der Scheibe ermöglichen. Weiterhin wird als besonders
bevorzugt angegeben, einen verhältnismäßig harten Filz für die Polierscheibe zu verwenden.
Im Ergebnis wird eine in radialer Richtung sehr harte, dabei in axialer Richtung verhältnismäßig
nachgiebige Polierscheibe erhalten. Die Bearbeitung des Werkstücks erfolgt dabei mit
dem radial äußeren Umfang des Werkzeugs.
[0009] Beim Schleifen, also einer spanabhebenden Oberflächenbearbeitung von Werkstücken
mit einem Werkzeug mit geometrisch unbestimmter Schneide, werden Schleifmittel in
Form von Schleifkörnern verwendet, die an dem Werkzeug gebunden sind. Je nach Flexibilität
des Schleifwerkzeugs erfolgt bei der Bearbeitung der Werkstückoberfläche eine starke
oder geringere Übertragung der Werkzeugkontur auf das Werkstück.
[0010] Bei Schleifwerkzeugen mit gebundenem Korn, auch als gebundene Schleifmittel bezeichnet,
sind die Schleifkörner in einer Kunstharzmasse eingebettet. Diese Schleifwerkzeuge
werden in Form von Schleifsteinen und Schleifscheiben zur Formgestaltung und Oberflächenbearbeitung
von Werkstücken eingesetzt. Solche Schleifwerkzeuge sind starr, was zum einen die
Erzeugung einer Oberflächenkontur erleichtert, jedoch das Problem mit sich bringt,
dass Schleifkorn unkontrolliert und in größeren Fraktionen ausbrechen kann und so
zu ungleichmäßigem Schliffbild auf der Oberfläche des Werkstückes führt.
[0011] Im Gegensatz dazu stehen Schleifmittel auf Unterlage. Diese sind in der DIN ISO 16057
im Einzelnen beschrieben. Als Trägermaterial von Schleifmittel auf Unterlage können
Papier, Gewebe, Polyester und Fiber (Vulkanfiber) eingesetzt werden. Diese Trägermaterialien
ermöglichen die Herstellung von Schleifwerkzeugen mit einem gleichmäßigen Besatz an
Schleifkörnern verschiedenster Körnungen und Schleifmittel. Die Schleifkörner werden
dabei mit einer Kunstharzbindung auf den Trägermaterial festgelegt. Da das Trägermaterial
der Schleifmittel auf Unterlage flexibel ist, werden solche Schleifmittel auch als
flexible Schleifmittel bezeichnet. Für den Einsatz solcher Schleifwerkzeuge in Blattform
ist ein unterstützendes Tragteil für den Einsatz beim Schleifen mit Maschinen erforderlich,
üblicherweise in Form eines sogenannten Stütztellers, wie er in der DIN ISO 15636
genormt ist. Zur Verbesserung der Schleifleistung und der Werkzeugstandzeit ist bekannt,
Abschnitte aus Trägergewebe mit Schleifmaterial in Kunststoffbindung in Form von Lamellen
anzuordnen. Ein solches in der Praxis auch als Fächerschleifer bezeichnetes Werkzeug
ist beispielsweise in der
DE 79 03 893 U1 beschrieben.
[0012] In der
EP 1 093 885 A1 wird ausgeführt, dass aus der
EP 922 535 A1 ein ähnliches Tellerschleifwerkzeug bekannt sei, bei dem zwischen den einzelnen Schleiflamellen
jeweils elastische Zwischenelemente angeordnet sein sollen. Weiter ist beispielsweise
aus der
US 4,517,773 ein Schleifwerkzeug bekannt, bei welchem die Schleiflamellen nicht senkrecht von
einem tellerförmigen Grundkörper abstehend ausgebildet, sondern radial von einem um
seine Längsachse drehbar angetriebenen Zylinder abstehend angeordnet sind. Hier können
die einzelnen Schleiflamellen oder Schleiflamellenbündel jeweils auf einer Seite durch
ein Stützblatt versteift sein, um ein zu starkes Ablenken der Schleiflamellen zu verhindern.
Diese Stützblätter sind biegeelastisch, aber steifer als die eigentlichen Schleiflamellen
ausgelegt. Zwischen den einzelnen Schleiflamellen oder Schleiflamellenbündeln sind
Zwischenräume vorgesehen, was zu einem unregelmässigen Schleifbild gerade bei der
Bearbeitung von weichen Werkstoffen, wie beispielsweise Holz, führen soll.
[0013] In der
EP 1 093 885 A1 wird ein Tellerschleifwerkzeug vorgeschlagen mit Schleiflamellen radial bezüglich
der Schleifwerkzeugachse, senkrecht zum Werkzeugkörper stehend angeordnet. Um einen
konstanten Abstand zwischen den einzelnen Schleiflamellen zu gewährleisten, sind zwischen
den Schleiflamellen beispielsweise zwei Zwischenelemente angeordnet. Das erste Zwischenelement
soll aus einem druckelastischen Material bestehen und an der nicht mit Schleifmittel
beschichteten Seite der Lamelle in Anschlag kommen. Zwischen diesem Zwischenelement
und der mit Schleifmittel beschichteten Seite der Lamelle ist ein weiteres Zwischenelement
angeordnet. Dieses Zwischenelement ist vorzugsweise aus einem Kunststoff hergestellt
und weist eine gute Biegefähigkeit auf, besitzt aber im Vergleich zum ersten Zwischenelement
eine höhere Verschleißfestigkeit. Durch diese Anordnung soll das Abnutzungsverhalten
der Zwischenelemente im Betrieb des Schleifwerkzeuges verbessert werden.
[0014] Aus der
WO 2005/087436 A1 und
EP 1 684 945 B1 ist ein Lamellenschleifwerkzeug bekannt mit einer Abfolge von einander überlappenden
Lamellen, die Schleifkörner enthalten, wobei diese Lamellen abwechselnd aus Schleiflamellen
und komprimierbaren Lamellen gebildet sind. Jede Schleiflamelle soll mit ihrem operativen
Teil auf einer komprimierbaren Lamelle aufliegen und von der komprimierbaren Lamelle
getragen werden. Die Lamellen sollen auch zu Gruppen von Lamellen des betreffenden
Typs zusammengefasst sein können.
[0015] In der
WO 2015/085211 A1 ist ein beschichtetes Schleifmaterial beschrieben mit einer Unterlage umfassend ein
Gespinst oder Vlies aus einem Material auf Polyesterbasis, getränkt mit einem Phenolharz,
einem Acrylharz, einem Urethanharz oder einer Kombination daraus, mit einer die Unterlage
überdeckenden abrasiven Schicht enthaltend Schleifpartikel. Aus der
US 4,275,529 A ist ein Lamellenschleifwerkzeug bekannt, bei dem Schleiflamellen zu Paketen gebündelt
sind und zwischen benachbarten Schleiflamellenpaketen Zwischenlagen aus einem Schleifvlies
angeordnet sind. Lamellenschleifwerkzeuge mit aufeinanderfolgenden Lamellen aus Schleifvlies
und Schleifleinen sind durch Angebot der SKDS s.r.o., Lužany u Přeštic, CZ, auf
der Website SKDS.cz unter der Bezeichnung "Lamelové kombinované kotouče s upínací
stopkou", Typenbezeichnung BKC, in den verschiedenen Schleifmittelkombinationen Korund/Korund,
Korund/Zirkon, Karbid/Korund bekannt.
[0016] Aus der
US 6,582,289 und der
WO 00/30809 A1 ist eine Fächerschleifscheibe bekannt mit ersten Lamellen aus einer Unterlage, einer
auf die Unterlage aufgebrachten Grundbindungsschicht, einer auf der Grundbindungsschicht
aufgebrachten Streulage aus Schleifkorn und einer auf die Schleifkornstreulage aufgebrachten
Deckschicht, und aus zweiten Lamellen, bestehend aus einer Unterlage und einer auf
die Unterlage aufgebrachten Schicht mit schleifaktiven Stoffen. Als schleifaktive
Stoffe werden Kaliumfluoroborat, Kryolith, Calciumfluorid und Chiolith vorgeschlagen.
Durch eine solche Ausbildung soll eine Fächerschleifscheibe mit verringertem Herstellungs-
und Materialaufwand herstellbar sein.
[0017] Aus der
US 5,752,876 A ist eine Lamellenschleifscheibe bekannt, bei der die Lamellen schindelförmig überlappend
liegend auf dem Schleifteller angeordnet sind. Die Lamellen bestehen aus Baumwoll-
oder Polyestergewebe, auf dem Schleifpartikel mittels Phenolharz gebunden sind. Die
vorgeschlagene Anordnung soll dazu führen, dass abgenutzte Schleifpartikel an den
Verschleißkanten der Lamellen ausbrechen und das dann freiliegende relativ flexible
Trägergewebe schnell abnutzt und so frische Schleifkörner freigelegt werden, mit denen
der Schleifvorgang kontinuierlich fortgesetzt werden kann. Dadurch sollen Schleifmarken
durch Absetzen des Werkzeugs und Neuansatz nach Austauschen einer verschlissenen oder
zugesetzten Schleifscheibe reduziert werden. Alternativ wird vorgeschlagen, das Trägergewebe
durch Vliesmaterial zu ersetzen, auf das die Mischung aus Harz und Schleifpartikeln
aufgebracht sein soll. Weiter wird noch vorgeschlagen, in die Harzmatrix eines Schleiftellers
aus glasfaserverstärktem Kunststoff Schleifpartikel einzubetten.
[0018] Aus der
US 3,529,385 A ist eine Polierbürste bekannt, die aus Streifen aus einem Vliesmaterial besteht,
wobei die Anzahl von Streifen von der Mitte der Trägerscheibe zum radial äußeren Rand
zunimmt, so dass die Dichte der Streifen gleichmäßig ist oder auch höher am radial
äußeren Rand eingestellt werden kann.
[0019] Aus
DE 199 30 373 A1 ist ein poröses Polierwerkzeug und ein Verfahren zum Polieren einer Walze bekannt,
was ermöglichen soll, eine Walze innerhalb einer zufriedenstellenden Dimensionsgenauigkeit
zu polieren und dabei Vorschubmarkierungen und streifenförmige Druckeffekte zu vermeiden,
wenn die polierte Walze zum Drucken verwendet werden soll.
[0020] Aus
DE 198 43 267 A1 ist eine Polierscheibe bekannt, die eine kurze Faserflorschicht mit starker Bindung
an eine Halteschicht aufweist, und wobei eine Kletthaftschicht auf der Rückseite der
Polierscheibe angebracht ist, um die Polierscheibe an einem entsprechenden Polierteller
ablösbar anzubringen. Als Vorteil wird angegeben, dass es möglich ist, die Polierscheibe
von dem Polierteller abzunehmen und in Haushalts- oder Industriewaschmaschinen zu
waschen und dabei angetrocknetes Poliermittel und Polierstaub zu entfernen. Dadurch
soll erreicht werden, dass die Polierscheibe einige Male verwendet werden kann.
[0021] Aus der
WO 2002/018102 A1 und der
US 7,794,309 ist ein Lamellenpolierwerkzeug bekannt, bei der Polierkörper vielfach unterteilt
ist und dadurch eine Anzahl von Lamellen bildet. Für bestimmte Anwendungen und Einsatz
auf stationären Maschinen in der Serienbearbeitung wird weiter vorgeschlagen, Lamellen
aus Polierfilz unterschiedlicher Dichte vorzusehen. Ebenfalls ist dort offenbart,
zur Versteifung des Werkzeugs zwischen wenigstens einigen der Filzlamellen eine oder
mehrere Zwischenlagen vorzusehen. Für die rationelle Bearbeitung weitgehend ebener
Flächen unter Verwendung eines Winkelschleifers wird vorgeschlagen, eine Scheibe als
Trägerkörper zu verwenden und die Filzlamellen auf der axialen Stirnseite der Scheibe
radial überstehend anzuordnen. Mit einer solchen Ausführungsform sollen auch besonders
gut Innenkantenbereiche poliert werden können.
[0022] Zur Verwendung mit den bekannten und weiter oben beschriebenen Polierwerkzeugen ist
es erforderlich, passend zu der Härte des Filzmaterials und dessen Porosität eine
geeignete Polierpaste auszuwählen, wobei es insbesondere auf die Art der Fett- oder
Ölbeimengung ankommt, um ein vorzeitiges Zusetzen des Polierwerkzeuges zu vermeiden.
Ein solches vorzeitiges Zusetzen führt zu Streifen und Schlieren auf dem Werkstück
und kann im Extremfall zu Brandmarken führen.
[0023] Dieses Problem soll vermieden werden bei den in der Gebrauchsmusterschrift DE-GM
1 940 005 beschriebenen Polierscheiben, bei denen ein angepasstes Poliermittel in
weicher Bindung integriert sein soll. Dazu soll das Textil mit der Poliermittelzubereitung
getränkt oder eine solche z.B. durch Einwickeln in Tuchabschnitte eingebettet sein.
Als wesentlich wird hervorgehoben, dass der tuchige Charakter einer solchen Polierscheibe
wie bei den bekannten aus flachen oder aufgebauschten tuchigen Lagen aufgebauten Polierscheiben
erhalten bleiben soll.
[0024] Auch dabei ist wie bei anderen Polierscheiben durch den Bearbeiter ein angepasster
Anpressdruck einzuhalten, um einerseits die gewünschte Polierwirkung zu erhalten und
andererseits eine Überhitzung zu vermeiden. Eine solche Überhitzung kann zu Brandmarken
auf dem Werkstück führen oder auch zu einer Verkohlung des Polierfilzes, was wiederum
bei zukünftigem Einsatz des Polierwerkzeuges zu Kratzern auf dem Werkstück führen
kann.
[0025] Das Polierergebnis ist somit von einer gewissen Erfahrung und Übung des Bearbeiters
sowie dessen Erfahrungen in geeigneter Auswahl eines Polierkörpers mit passender Härte
sowie ein an das Material des Werkstücks und den Polierkörper angepasstes Poliermittel
abhängig.
[0026] Im Stand der Technik sind also vielfach Lösungen für verschiedenste Verbesserungen
von Schleif- und Polierwerkzeugen beschrieben. Dennoch weisen die vorgeschlagenen
Lösungen Nachteile verschiedenster Art hinsichtlich ihrer Handhabung, der Herstellung
oder der Wirtschaftlichkeit ihrer Anwendung auf.
[0027] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Polierwerkzeug bereitzustellen,
dass hinsichtlich seiner Handhabung und im Hinblick auf einen effizienteren Arbeitseinsatz
verbesserte Eigenschaften aufweist.
[0028] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Polierwerkzeug der eingangs erwähnten
Art zum rotatorischen Antrieb durch eine Antriebsmaschine um eine Rotationsachse,
mit einem Trägerkörper, sowie einem an dem Trägerkörper angebrachten Polierkörper,
wobei der Polierkörper eine Anzahl von ersten Lamellen und wenigstens eine Anzahl
von zweiten Lamellen umfasst, wobei die ersten Lamellen einen Polierfilz und die zweiten
Lamellen einen Vlies umfassen, wobei der Vlies im Wesentlichen aus Kunststofffasern
gebildet ist und wobei der Vlies eine größere Porosität aufweist, als der Polierfilz.
[0029] Die Porosität des Vlieses wird hierbei durch die Hohlräume zwischen den Fasern gebildet.
Dadurch nimmt der Vlies im Betrieb die notwendig zuzugebende Polierpaste auf und gibt
sie bei Gebrauch des Werkzeugs nach und nach ab. Das Vlies wirkt also im Betrieb als
Depot für die Polierpaste. Durch die Ausbildung des Polierkörpers in Form von Lamellen
kann sich das Poliermittel besser auf der Oberfläche des Polierwerkzeugs verteilen
und die Gefahr des Zusetzens des Filzes und damit von Schmierstellen auf dem Werkstück
einerseits oder das Trockenlaufen des Polierwerkzeugs auf dem Werkstück andererseits
kann besser vermieden werden.
[0030] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung eines Polierwerkzeuges ist es nunmehr möglich,
eine unbearbeitete Werkstückoberfläche in einem einzigen Arbeitsgang mit nur einem
Werkzeug feinzuschleifen und zu polieren. Durch die Depotwirkung des Schleifvlieses
für das Poliermittel ist in vielen Fällen auch eine Unterbrechung des Poliervorgangs
zur erneuten Zugabe von Poliermittel nicht mehr erforderlich, wodurch sich nicht nur
eine erhebliche Zeitersparnis ergibt, sondern auch Beeinträchtigungen der Oberfläche
durch Unterbrechungen, die eine Nacharbeit erfordern, vermieden werden. Ein erfindungsgemäßes
Polierwerkzeug ermöglicht also für einen Großteil der typischen Anwendungsfälle eine
schnellere und effektivere Feinbearbeitung einer Oberfläche eines Werkstücks. Somit
ist die Feinbearbeitung von Werkstückoberflächen mit dem erfindungsgemäßen Polierwerkzeug
wesentlich wirtschaftlicher durchzuführen, als mit den bisher bekannten Werkzeugen.
[0031] Auch wenn insbesondere für dekorative Zwecke gelegentlich eine hochglanzpolierte
Oberfläche, teilweise sogar Spiegelglanz, als Ergebnis der Bearbeitung erwünscht ist,
so sind insbesondere bei technisch bedingten Anforderungen an eine polierte Oberfläche
meist satinierte oder mattpolierte Oberflächen ausreichend, bei verschiedenen Werkstoffen,
z.B. manchen nichtrostenden Stählen, ist eine Hochglanzpolitur aufgrund der Materialstruktur
gar nicht möglich. Mit einem erfindungsgemäßen Polierwerkzeug wurden mit kürzester
Bearbeitungszeit in einem Arbeitsgang feinst satinierte und mattpolierte Oberflächen
erzeugt. Damit sind Oberflächen gemeint, bei denen eine üblich gestaltete Visitenkarte,
auf die Oberfläche gestellt, über die Reflektion der Oberfläche noch lesbar ist.
[0032] Für die rationelle Bearbeitung weitgehend ebener Flächen mit einem Winkelschleifer
ist es vorteilhaft, wenn der Trägerkörper als Trägerscheibe ausgebildet ist. Die Trägerscheibe
kann vorzugsweise als kunstharzgebundener Glasfaserteller oder im wesentlichen aus
einem Kunststoff, vorzugsweise einem faserverstärkten Kunststoff, aus Aluminium, einem
Hartpapier (Fibermaterial), einem Verbundmaterial oder aus Stahl hergestellt sein.
[0033] Die Lamellen sind vorzugsweise entlang des Umfangs der Trägerscheibe, vorzugsweise
diesen radial überragend, auf der axialen Stirnseite der Scheibe angeordnet. Mit einer
solchen Ausführungsform können auch besonders gut Innenkantenbereiche poliert werden.
[0034] Für eine besonders hohe Arbeitsleistung ist es vorteilhaft, wenn die ersten und zweiten
Lamellen im Wesentlichen parallel zur Rotationsachse ausgerichtet sind. Ein solches
erfindungsgemäßes Polierwerkzeug lässt sich auch vollflächig zum Polieren aufsetzen,
entsprechend einem Anstellwinkel von 0°.
[0035] Für bestimmte Anwendungsfälle, z.B. bei starker Wölbung oder sonstiger Konturierung
des Werkstücks kann es vorteilhaft sein, wenn die ersten und zweiten Lamellen gegenüber
der Rotationsachse und der Trägerscheibe in einem Winkel geneigt angeordnet sind,
vorzugsweise den Rand der Trägerscheibe radial überragend.
[0036] Für eine gute Abtragsleistung, z.B. wenn bei der Feinbearbeitung auch Grate zu beseitigen
sind, ist es zweckmäßig, wenn die zweiten Lamellen einen Vlies mit an Fasern gebundene
Schleifmittel umfassen. Für ein gutes Arbeitsergebnis ist dabei eine Körnung von wenigstens
etwa 320 zu bevorzugen, entsprechend einer Partikelgröße von weniger als 50 µm.
[0037] Für die Bearbeitung von Oberflächen, die eher verschmutzt sind, kann es vorteilhaft
sein, wenn die zweiten Lamellen einen Vlies ohne an Fasern gebundene Schleifmittel
umfassen. Für geringe erforderliche Schleifleistung kann es dabei vorteilhaft sein,
wenn das Material der Kunststofffasern aus einem mit einem Aluminium-Silikat-Pulver
gefüllten Kunststoff besteht.
[0038] Für spezielle Anwendungsfälle kann es auch vorteilhaft sein, wenn der Polierkörper
ferner eine Anzahl von dritten Lamellen umfasst, wobei die zweiten und dritten Lamellen
jeweils einen Vlies mit und ohne mit an Fasern gebundene Schleifmittel umfassen. So
lassen sich die Vorzüge von Vlieslamellen mit und ohne Schleifmittel kombinieren,
zugleich kann ein besonders flexibles Polierwerkzeug für stark konturierte Oberflächen
erhalten werden.
[0039] Je nach gewünschter Härte des Polierwerkzeugs kann es vorteilhaft sein, wenn der
Polierkörper erste und zweite Lamellen in einem Verhältnis von 1:1, 1:2 oder 1:3 aufweist.
[0040] In einer besonders für die Serienfertigung wirtschaftlichen Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Polierwerkzeugs sind die zweiten Lamellen aus Vlies mit einer Polierpaste wenigstens
teilweise gefüllt. Die Polierpaste befindet sich dabei in den Hohlräumen zwischen
den Fasern des Vlieses. Dadurch wird ein Poliermitteldepot gebildet, aus dem kontinuierlich
während des Bearbeitungsvorgangs Poliermittel abgegeben wird. Die Poliermittelmenge
kann dabei über eine Dicke und Dichte des Vlieses so angepasst werden, dass das Poliermitteldepot
in den Vlieslamellen für die Standzeit des Werkzeugs ausreichend ist. Der Benutzer
des Werkzeugs ist dadurch nicht mit Fragen der Auswahl des richtigen Poliermittels
und Zugabe passender Mengen des Poliermittels befasst. Ein solches Werkzeug ist besonders
geeignet für die wiederholte Bearbeitung größerer Flächen auch durch angelerntes Personal.
[0041] Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn der Polierkörper des Polierwerkzeugs bis
zum Einsatz mit einer Umhüllung versehen ist, die ein Austrocknen des Poliermittels
verhindert. Die Umhüllung kann beispielsweise in Form einer Folie oder nach Art einer
Wachsumhüllung ausgebildet sein. Die Umhüllung ist üblicherweise vom Benutzer vor
dem Einsatz des Werkzeugs zu entfernen. Die Umhüllung kann auch durch eine - gegebenenfalls
auch wiederverwendbare - Verpackung für eines oder mehrer der erfindungsgemäßen Polierwerkzeuge
gebildet sein.
[0042] Die Erfindung soll im folgenden anhand von in den beigefügten Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1:
- ein erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs in Form einer Lamellenpolierscheibe
mit stehenden Lamellen in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 2:
- die Lamellenpolierscheibe aus Fig. 1 in Draufsicht auf die Polierseite;
- Fig. 3:
- ein zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs in Form einer Lamellenpolierscheibe
in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 4:
- die Lamellenpolierscheibe aus Fig. 3 in Draufsicht auf die Polierseite;
- Fig. 5:
- ein dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs in Form einer Lamellenpolierscheibe
mit liegenden Lamellen in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 6:
- die Lamellenpolierscheibe aus Fig. 5 in Draufsicht auf die Polierseite;
- Fig. 7:
- ein vierte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs in Form einer Lamellenpolierscheibe
in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 8:
- die Lamellenpolierscheibe aus Fig. 7 in Draufsicht auf die Polierseite;
- Fig. 9:
- ein fünfte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs in Form einer Lamellenpolierscheibe
mit stehenden Lamellen in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 10:
- die Lamellenpolierscheibe aus Fig. 9 in Draufsicht auf die Polierseite;
- Fig. 11:
- ein sechste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs in Form einer
Lamellenpolierscheibe in perspektivischer Ansicht; und
- Fig. 12:
- die Lamellenpolierscheibe aus Fig. 11 in Draufsicht auf die Polierseite.
[0043] Das in den Figuren dargestellte erfindungsgemäße Polierwerkzeug, insgesamt mit 1
bezeichnet, ist zum rotierenden Antrieb durch eine Werkzeugmaschine um eine Rotationsachse
2 ausgebildet. Das Polierwerkzeug 1 weist einen Polierkörper auf, der eine Anzahl
von ersten Lamellen 3 und wenigstens eine Anzahl von zweiten Lamellen 4 umfasst. Die
ersten und zweiten Lamellen 3, 4 sind an einer Trägerscheibe 5 als Trägerkörper befestigt.
Die Trägerscheibe 5 weist eine zur Rotationsachse 2 des Polierwerkzeugs 1 rotationssymmetrisch
ausgebildete Aufnahmefläche auf, an der die Lamellen 3, 4 z.B. mittels eines Kunstharzklebers
befestigt sind. Die Aufnahmefläche ist axial stirnseitig auf der Trägerscheibe 5 angeordnet.
[0044] Die ersten Lamellen 3 sind aus einem Polierfilz hergestellt. Das Filzmaterial der
ersten Lamellen 3 kann übliche Polierfilze umfassen, beispielsweise und bevorzugt
Polierfilz mit einem Gehalt an reiner Wolle (tierische Haare) von wenigstens etwa
30 % und vorzugsweise einer Härte von 0,14 bis 0,68 (W4 bis H5) nach DIN 61200. Dabei
fallen insbesondere wesentlich weniger Polierrückstände auf dem Werkstück an, als
bei anderen Poliermaterialien.
[0045] Die zweiten Lamellen 4 umfassen einen Vlies, wobei der Vlies im Wesentlichen aus
Kunststofffasern gebildet ist. Der Vlies weist eine größere Porosität auf als der
Polierfilz. Schleifvliese bestehen aus Kunststofffasern, meist Nylon, Polyester oder
Mischungen davon. Je nach Verarbeitung entstehen dabei Schleifvliese unterschiedlicher
Elastizität und Festigkeit. Ein Verfahren zur Herstellung eines Schleifvlieses mit
an die Fasern gebundenem Schleifmittel in Form von Schleifkörnern ist beispielsweise
aus der
WO 2017/072293 A1 und der
US 2018/0326556 A1 bekannt. Die Porosität des Vlieses wird durch die zwischen den Fasern befindlichen
relativ großen Hohlräume gebildet.
[0046] Dadurch nimmt der Vlies im Betrieb die notwendig zuzugebende Polierpaste auf und
gibt sie bei Gebrauch des Werkzeugs nach und nach ab. Das Vlies wirkt also im Betrieb
als Depot für die Polierpaste. Durch die Ausbildung des Polierkörpers in Form von
Lamellen kann sich das Poliermittel besser auf der Oberfläche des Polierwerkzeugs
verteilen und die Gefahr des Zusetzens des Filzes und damit von Schmierstellen auf
dem Werkstück einerseits oder das Trockenlaufen des Polierwerkzeugs auf dem Werkstück
andererseits kann besser vermieden werden.
[0047] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung eines Polierwerkzeuges ist es nunmehr möglich,
eine unbearbeitete Werkstückoberfläche in einem einzigen Arbeitsgang mit nur einem
Werkzeug feinzuschleifen und zu polieren. Durch die Depotwirkung des Schleifvlieses
für das Poliermittel ist in vielen Fällen auch eine Unterbrechung des Poliervorgangs
zur erneuten Zugabe von Poliermittel nicht mehr erforderlich, wodurch sich nicht nur
eine erhebliche Zeitersparnis ergibt, sondern auch Beeinträchtigungen der Oberfläche
durch Unterbrechungen, die eine Nacharbeit erfordern, vermieden werden. Ein erfindungsgemäßes
Polierwerkzeug ermöglicht also für einen Großteil der typischen Anwendungsfälle eine
schnellere und effektivere Feinbearbeitung einer Oberfläche eines Werkstücks. Somit
ist die Feinbearbeitung von Werkstückoberflächen mit dem erfindungsgemäßen Polierwerkzeug
wesentlich wirtschaftlicher durchzuführen, als mit den bisher bekannten Werkzeugen.
[0048] Auch wenn insbesondere für dekorative Zwecke gelegentlich eine hochglanzpolierte
Oberfläche, teilweise sogar Spiegelglanz, als Ergebnis der Bearbeitung erwünscht ist,
so sind insbesondere bei technisch bedingten Anforderungen an eine polierte Oberfläche
meist satinierte oder mattpolierte Oberflächen ausreichend, bei verschiedenen Werkstoffen,
z.B. manchen nichtrostenden Stählen, ist eine Hochglanzpolitur aufgrund der Materialstruktur
gar nicht möglich. Mit einem erfindungsgemäßen Polierwerkzeug wurden mit kürzester
Bearbeitungszeit in einem Arbeitsgang feinst satinierte und mattpolierte Oberflächen
erzeugt. Damit sind Oberflächen gemeint, bei denen eine üblich gestaltete Visitenkarte,
auf die Oberfläche gestellt, über die Reflektion der Oberfläche noch lesbar ist.
[0049] Die Trägerscheibe 5 kann zweckmäßig als harzgebundener Glasfaserteller oder aus einem
Kunststoff, vorzugsweise einem faserverstärkten Kunststoff, aus Aluminium, einem Hartpapier
(Fibermaterial) oder aus Stahl hergestellt sein. Zweckmäßig ist die Trägerscheibe
5 wie in den Figuren dargestellt gekröpft ausgebildet. Dadurch kann bei stark konturierten
Werkstücken der Arbeitsabstand zwischen der Antriebsmaschine und der Werkstückoberfläche
vergrößert werden, andererseits wirkt ein solche steifere Ausgestaltung der Trägerscheibe
5 einem Flattern des Polierwerkzeugs 1 entgegen.
[0050] Die in den Figuren 3, 4, 7, 8, 11 und 12 gezeigten Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen
Polierwerkzeugs 1 weisen eine Trägerscheibe 5 mit einem Loch 6 zur Aufnahme eines
üblichen Aufnahmedornes zur Verbindung mit einer Antriebsmaschine auf. Bei der Herstellung
der Trägerscheibe 5 aus einem faserverstärkten Kunststoff ist der Rand des Loches
6 zweckmäßig mit einer Metallöse 7 verstärkt, um einen sicheren zentrischen Sitz zu
garantieren. Ein Durchmesser des Loches 6 von 22,23 mm ist für viele Winkelschleifer
passend.
[0051] In Verbindung mit gängigen Handwerkzeugmaschinen, wie Winkelschleifern, ist es jedoch
für einen raschen und einfachen Werkzeugwechsel vorteilhaft, in einem zentralen Bereich
der Trägerscheibe 5 ein Mitnehmerelement 8 vorzusehen und in dem Mitnehmerelement
8 ein ein- oder mehrgängiges Schrauben- oder Muttergewinde anzuordnen. Besonders geeignet
wäre hier ein Anschlussmuttergewinde der Größe M14 oder 5/8-11". Eine solche Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs 1 ist in den Figuren 1, 2, 5, 6, 9 und 10
gezeigt.
[0052] Für eine besonders hohe Arbeitsleistung ist es vorteilhaft, wenn die ersten und zweiten
Lamellen 3, 4 im Wesentlichen parallel zur Rotationsachse 2 ausgerichtet sind, also
stehend auf der axialen Stirnseite der Trägerscheibe 5. Die Lamellen 3, 4 sind entlang
des Umfangs der Trägerscheibe 5, vorzugsweise diesen radial überragend angeordnet.
Dies ist besonders gut in den Figuren 1 bis 4 und 9 bis 12 zu sehen. Ein solches erfindungsgemäßes
Polierwerkzeug lässt sich auch vollflächig zum Polieren aufsetzen, entsprechend einem
Anstellwinkel von 0°.
[0053] Für bestimmte Anwendungsfälle, z.B. bei starker Wölbung oder sonstiger Konturierung
des Werkstücks kann es vorteilhaft sein, wenn die ersten und zweiten Lamellen 3, 4
gegenüber der Rotationsachse 2 und der Trägerscheibe 5 in einem Winkel geneigt angeordnet
sind, ebenfalls vorzugsweise den Rand der Trägerscheibe 5 radial überragend. Eine
solche Anordnung wird auch gerne als "liegend" bezeichnet. Ausführungsformen mit einer
solchen Anordnung der Lamellen 3, 4 sind in den Figuren 5 bis 8 gezeigt.
[0054] Die Figuren 1, 3, 5, 7, 9 und 11 zeigen eine perspektivische Ansicht der Ausführungsformen
eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs 1 von der Antriebsmaschinenseite aus gesehen.
Die Figuren 2, 4, 6, 8, 10 und 12 zeigen eine Draufsicht der Ausführungsformen eines
erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs 1 von der Werkstückseite aus gesehen.
[0055] Durch den radialen Überstand 10 der Lamellen 3, 4 über den Rand der Trägerscheibe
5 können mit einer solchen Ausführungsform auch besonders gut Innenkantenbereiche
poliert werden, da dieses Polierwerkzeug 1 bis in die Ecken reicht.
[0056] Es sich als zweckmäßig herausgestellt, eine Stärke der Lamellen 3, 4 von etwa 1 mm
bis etwa 20 mm vorzusehen, vorzugsweise im Bereich von etwa 3 mm bis etwa 10 mm. Zur
Anpassung der gewünschten Eigenschaften eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs 1
kann die Stärke der ersten Lamellen 3 und der zweiten Lamellen 4 angepasst werden.
[0057] Schmalere erste Lamellen 3 in Verbindung mit dickeren zweiten Lamellen 4 ergeben
eine höhere Aggressivität, also Abtragsleistung.
[0058] Für eine gute Abtragsleistung, z.B. wenn bei der Feinbearbeitung auch Grate zu beseitigen
sind, ist es zweckmäßig, wenn die zweiten Lamellen 4 einen Vlies mit an Fasern gebundene
Schleifmittel umfassen. Für ein gutes Arbeitsergebnis ist dabei eine Körnung von wenigstens
etwa P320 nach FEPA oder feiner zu bevorzugen, entsprechend einer Partikelgröße von
weniger als etwa 50 µm.
[0059] Für die Bearbeitung von Oberflächen, die eher verschmutzt sind, kann es vorteilhaft
sein, wenn die zweiten Lamellen 4 einen Vlies ohne Besatz von an Fasern gebundene
Schleifmittel umfassen. Für geringe erforderliche Schleifleistung kann es dabei vorteilhaft
sein, wenn das Material der Kunststofffasern aus einem mit einem Aluminium-Silikat-Pulver
gefüllten Kunststoff besteht.
[0060] Für spezielle Anwendungsfälle kann es auch vorteilhaft sein, wenn der Polierkörper
ferner eine Anzahl von dritten Lamellen 9 umfasst, wobei die zweiten und dritten Lamellen
4, 9 jeweils einen Vlies mit und ohne mit an Fasern gebundene Schleifmittel umfassen.
So lassen sich die Vorzüge von Vlieslamellen mit und ohne Schleifmittel kombinieren,
zugleich kann ein besonders flexibles Polierwerkzeug 1 für stark konturierte Oberflächen
erhalten werden. Eine solche Ausführungsform ist in den Figuren 9 und 10 zu sehen.
[0061] Je nach gewünschter Härte des Polierwerkzeugs kann es vorteilhaft sein, wenn der
Polierkörper erste und zweite Lamellen 3, 4 in einem Verhältnis von 1:1, 1:2 oder
1:3 aufweist. Eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs 1 mit ersten
und zweiten Lamellen 3, 4 in einem Verhältnis von 1:2 ist in den Figuren 11 und 12
gezeigt.
[0062] In einer besonders für die Serienfertigung wirtschaftlichen Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Polierwerkzeugs 1 sind die zweiten Lamellen 4 aus Vlies mit einer Polierpaste wenigstens
teilweise gefüllt. Die Polierpaste befindet sich dabei in den Hohlräumen zwischen
den Fasern des Vlieses. Dadurch wird ein Poliermitteldepot gebildet, aus dem kontinuierlich
während des Bearbeitungsvorgangs Poliermittel abgegeben wird. Die Poliermittelmenge
kann dabei über eine Dicke und Dichte des Vlieses so angepasst werden, dass das Poliermitteldepot
in den Vlieslamellen für die Standzeit des Werkzeugs ausreichend ist. Der Benutzer
des erfindungsgemäßen Polierwerkzeugs 1 ist dadurch nicht mit Fragen der Auswahl des
richtigen Poliermittels und Zugabe passender Mengen des Poliermittels befasst. Ein
solches erfindungsgemäßes Polierwerkzeug 1 ist besonders geeignet für die wiederholte
Bearbeitung größerer Flächen auch durch angelerntes Personal.
[0063] Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn der Polierkörper des Polierwerkzeugs 1 bis
zum Einsatz mit einer Umhüllung versehen ist, die ein Austrocknen des Poliermittels
verhindert. Die Umhüllung kann beispielsweise in Form einer Folie oder nach Art einer
Wachsumhüllung ausgebildet sein. Die Umhüllung ist üblicherweise vom Benutzer vor
dem Einsatz des Werkzeugs 1 zu entfernen. Die Umhüllung kann auch durch eine - gegebenenfalls
auch wiederverwendbare - Verpackung für eines oder mehrer der erfindungsgemäßen Polierwerkzeuge
1 gebildet sein.
Bezugszeichenliste
[0064]
- 1
- Polierwerkzeug
- 2
- Rotationsachse
- 3
- erste Lamellen
- 4
- zweite Lamellen
- 5
- Trägerscheibe
- 6
- Loch
- 7
- Metallöse
- 8
- Mitnehmerelement
- 9
- dritte Lamellen
- 10
- Überstand
1. Polierwerkzeug (1) zum rotatorischen Antrieb durch eine Antriebsmaschine um eine Rotationsachse
(2), mit einem Trägerkörper, sowie einem an dem Trägerkörper angebrachten Polierkörper,
wobei der Polierkörper eine Anzahl von ersten Lamellen (3) und wenigstens eine Anzahl
von zweiten Lamellen (4) umfasst, wobei die ersten Lamellen (3) einen Polierfilz und
die zweiten Lamellen (4) einen Vlies umfassen, wobei der Vlies im Wesentlichen aus
Kunststofffasern gebildet ist und wobei der Vlies eine größere Porosität aufweist,
als der Polierfilz.
2. Polierwerkzeug (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerkörper als Trägerscheibe (5) ausgebildet ist.
3. Polierwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Lamellen (3, 4) im Wesentlichen parallel zur Rotationsachse
(2) ausgerichtet sind.
4. Polierwerkzeug (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Lamellen (3, 4) gegenüber der Rotationsachse (2) und der Trägerscheibe
(5) in einem Winkel geneigt angeordnet sind.
5. Polierwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Lamellen (4) einen Vlies mit an Fasern gebundene Schleifmittel umfassen.
6. Polierwerkzeug (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Lamellen (4) einen Vlies ohne an Fasern gebundene Schleifmittel umfassen.
7. Polierwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Polierkörper ferner eine Anzahl von dritten Lamellen (9) umfasst, wobei die zweiten
und dritten Lamellen (4, 9) jeweils einen Vlies mit und ohne mit an Fasern gebundene
Schleifmittel umfassen.
8. Polierwerkzeug (1) nach einem der Ansprüche 5 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass das an Fasern gebundene Schleifmittel eine Körngröße von wenigstens 320 aufweist.
9. Polierwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Polierkörper erste und zweite Lamellen (3, 4) in einem Verhältnis von 1:1, 1:2
oder 1:3 aufweist.
10. Polierwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die zweiten Lamellen (4) aus Vlies mit einer Polierpaste wenigstens teilweise
gefüllt sind.
1. A polishing tool (1) which is to be driven in rotation by a driving machine about
an axis of rotation (2), which polishing tool has a support body and a polishing body
attached to the support body, wherein the polishing body comprises a number of first
lamellae (3) and at least a number of second lamellae (4), wherein the first lamellae
(3) comprise a polishing felt and the second lamellae (4) comprise a nonwoven, wherein
the nonwoven is formed substantially of synthetic fibers and wherein the nonwoven
has a higher porosity than the polishing felt.
2. The polishing tool (1) as claimed in claim 1, wherein the support body is in the form
of a support wheel (5).
3. The polishing tool (1) as claimed in any one of the preceding claims, wherein the
first and second lamellae (3, 4) are oriented substantially parallel to the axis of
rotation (2).
4. The polishing tool (1) as claimed in either claim 1 or claim 2, wherein the first
and second lamellae (3, 4) are arranged inclined at an angle relative to the axis
of rotation (2) and the support wheel (5).
5. The polishing tool (1) as claimed in any one of the preceding claims, wherein the
second lamellae (4) comprise a nonwoven with abrasives bonded to fibers.
6. The polishing tool (1) as claimed in any one of claims 1 to 4, wherein the second
lamellae (4) comprise a nonwoven without abrasives bonded to fibers.
7. The polishing tool (1) as claimed in any one of the preceding claims, wherein the
polishing body further comprises a number of third lamellae (9), wherein the second
and third lamellae (4, 9) in each case comprise a nonwoven with and without abrasives
bonded to fibers.
8. The polishing tool (1) as claimed in either claim 5 or claim 7, wherein the abrasive
bonded to fibers has a grain size of at least 320.
9. The polishing tool (1) as claimed in any one of the preceding claims, wherein the
polishing body has first and second lamellae (3, 4) in a ratio of 1:1, 1:2 or 1:3.
10. The polishing tool (1) as claimed in any one of the preceding claims, wherein at least
the second lamellae (4) of nonwoven are at least partially filled with a polishing
paste.
1. Outil de polissage (1) pour l'entraînement rotatif par une machine d'entraînement
autour d'un axe de rotation (2), avec un corps de support, ainsi qu'un corps de polissage
monté au niveau du corps de support, dans lequel le corps de polissage comprend un
nombre de premières lamelles (3) et au moins un nombre de deuxièmes lamelles (4),
dans lequel les premières lamelles (3) comprennent un feutre de polissage et les deuxièmes
lamelles (4) comprennent un non-tissé, dans lequel le non-tissé est formé sensiblement
en fibres plastiques et dans lequel le non-tissé présente une porosité supérieure
à celle du feutre de polissage.
2. Outil de polissage (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que le corps de support est réalisé comme disque de support (5).
3. Outil de polissage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les premières et deuxièmes lamelles (3, 4) sont orientées sensiblement parallèlement
à l'axe de rotation (2).
4. Outil de polissage (1) selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que les premières et deuxièmes lamelles (3, 4) sont agencées inclinées dans un angle
par rapport à l'axe de rotation (2) et au disque de support (5).
5. Outil de polissage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les deuxièmes lamelles (4) comprennent un non-tissé avec un abrasif lié aux fibres.
6. Outil de polissage (1) selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les deuxièmes lamelles (4) comprennent un non-tissé sans abrasif lié aux fibres.
7. Outil de polissage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le corps de polissage comprend de plus un nombre de troisièmes lamelles (9), dans
lequel les deuxièmes et troisièmes lamelles (4, 9) comprennent respectivement un non-tissé
avec et sans abrasif lié aux fibres.
8. Outil de polissage (1) selon l'une quelconque des revendications 5 et 7, caractérisé en ce que l'abrasif lié aux fibres présente une grosseur de grains d'au moins 320.
9. Outil de polissage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le corps de polissage présente des premières et deuxièmes lamelles (3, 4) dans un
rapport de 1:1, 1:2 ou 1:3.
10. Outil de polissage (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins les deuxièmes lamelles (4) en non-tissé sont remplies au moins partiellement
avec une pâte de polissage.