[0001] Die Erfindung betrifft eine Mechanik für einen Stuhl, insbesondere für einen Bürostuhl.
[0002] Mechaniken für Stühle, insbesondere Bürostühle, sind in vielfältiger Ausführung bekannt.
Für einen hohen Sitzkomfort werden sogenannte Synchronmechaniken verwendet. Darunter
werden Baugruppen im Sitzunterbau eines Bürostuhles verstanden, die für eine miteinander
gekoppelte, eine bestimmte Relativbewegung von Sitz- und Rückenlehne zueinander mit
sich bringende Kinematik sorgen. Auf dem Sitzträger ist der in aller Regel mit einer
gepolsterten Sitzfläche versehene Sitz des Bürostuhles montiert. Der Rückenlehnenträger,
der sich in gängiger Weise von der eigentlichen Synchronmechanik nach hinten erstreckt,
trägt an einem nach oben verlaufenden Ausleger die Rückenlehne des Bürostuhles.
[0003] Synchronmechaniken für Stühle, insbesondere Bürostühle, sind oft vergleichsweise
kompliziert aufgebaut, bestehen aus einer Vielzahl zusammenwirkender Bauteile und/oder
sind aufwendig in ihrer Montage.
[0004] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine konstruktiv besonders einfach
aufgebaute Mechanik bereitzustellen. Diese Aufgabe wird durch eine Mechanik nach Anspruch
1 oder Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0005] Danach ist eine Mechanik für einen Stuhl, insbesondere einen Bürostuhl, vorgesehen,
mit einem auf einem Unterbau plazierbaren Basisträger und einem Rückenlehnenträger,
wobei der Rückenlehnenträger um eine erste Querachse schwenkbar mit dem Basisträger
gelenkig verbunden ist, und mit einem Federmechanismus zum Einstellen des Schwenkwiderstandes
einer Rückenlehne des Stuhls, wobei der Federmechanismus wenigstens ein Federelement
aufweist, wobei das wenigstens eine Federelement in Stuhllängsrichtung angeordnet
ist und zwischen dem Rückenlehnenträger und dem Basisträger wirkt, wobei der Federmechanismus
wenigstens ein Federendenpositionierelement aufweist, wobei das wenigstens eine Federelement
mit seinem in Stuhllängsrichtung gesehen hinteren Federende an dem Federendenpositionierelement
und mit seinem in Stuhllängsrichtung gesehen vorderen Federende an dem Basisträger
angreift, wobei das Federendenpositionierelement mit dem Rückenlehnenträger über ein
Koppelelement verbunden ist derart, daß durch ein Verschwenken des Rückenlehnenträgers
um die erste Querachse in Stuhllängsrichtung nach hinten das Federendenpositionierelement
in Stuhllängsrichtung nach vorn bewegt wird, was eine Bewegung des hinteren Federendes
in Richtung des vorderen Federendes und damit eine Beaufschlagung des wenigstens einen
Federelements hervorruft, dadurch gekennzeichnet, daß das Federendenpositionierelement
mit dem Rückenlehnenträger derart über das Koppelelement verbunden ist, daß durch
ein Verschwenken des Rückenlehnenträgers um die erste Querachse in Stuhllängsrichtung
nach hinten das Federendenpositionierelement in Stuhllängsrichtung nach vorn gezogen
wird.
[0006] Anders ausgedrückt wird vorgeschlagen, eine Mechanik für einen Stuhl, insbesondere
einen Bürostuhl, bereitzustellen, bei der das hintere Federende eines zwischen Rückenlehnenträger
und Basisträger der Mechanik wirkenden Federelements ortsveränderlich ausgeführt ist
und bei der bei einem Verschwenken des Rückenlehnenträgers in Stuhllängsrichtung nach
hinten das hintere Federende derart von einem an dem Rückenlehnenträger angelenkten
Koppelelement angesteuert wird, daß es in Stuhllängsrichtung nach vorn gezogen wird.
Vorzugsweise ist die Mechanik derart ausgeführt, daß das hintere Federende ausschließlich
gezogen und nicht gedrückt oder geschoben wird.
[0007] Da die Beaufschlagung des hinteren Federendes des wenigstens einen Federelements
nicht durch Druck oder Schub von hinten erfolgt, sondern statt dessen ausschließlich
durch Zug von vorn, wird keine aufwendige, auf das hintere Federende wirkende Rückenlehnenkonstruktion
benötigt. Statt dessen ist lediglich ein geeignetes, mit dem Rückenlehnenträger zusammenwirkendes
Koppelelement vorzusehen, welches bei einem Verschwenken des Rückenlehnenträgers an
dem hinteren Federende angreift und dieses nach vorn zieht. Dadurch, daß das Koppelelement
das hintere Federende auf diese Weise ansteuert, läßt sich die Konstruktion der Mechanik
vereinfachen.
[0008] Vorzugsweise ist das Koppelelement sowohl um eine zweite Querachse schwenkbar mit
dem Rückenlehnenträger als auch mit dem Federendenpositionierelement drehbar verbunden.
Durch die gelenkige Anbindung des Koppelelements an das Federendenpositionierelement
ist gewährleistet, daß das Federendenpositionierelement von dem Koppelelement in jede
zulässige Position mitgenommen werden kann.
[0009] Vorzugsweise liegt diese zweite Querachse in Stuhllängsrichtung gesehen vor dem hinteren
Federende. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß sich das Koppelelement in Stuhllängsrichtung
nach hinten erstrecken kann, um an dem Federendenpositionierelement anzubinden und
dieses nach vorn mitzunehmen, wenn der Rückenlehnenträger nach hinten verschwenkt.
[0010] Die Anordnung der zweiten Querachse vor dem hinteren Federende wird vorzugsweise
dadurch ermöglicht, daß sich zumindest ein Teil des Rückenlehnenträgers in Stuhllängsrichtung
über die Position des hinteren Federendes hinaus nach vorn erstreckt. Mit Hilfe des
an diesem vorderen Ende des Rückenlehnenträgers angelenkten, sich in Stuhllängsrichtung
nach hinten, d.h. zurück erstreckenden Koppelelements wird das mit dem Koppelelement
verbundene Federendenpositionierelement von dem Koppelelement mitgenommen und nach
vorn gezogen, wenn sich der Rückenlehnenträger nach hinten verschwenkt. Anders ausgedrückt
zieht der Rückenlehnenträger das Federendenpositionierelement nach vorn, wenn er nach
hinten verschwenkt. Hierdurch wird eine Verringerung des Abstandes der beiden Federenden
zueinander hervorgerufen. Das als Druckfeder ausgeführte Federelement wird komprimiert.
Der Benutzer des Stuhles spürt dies als Schwenkwiderstand der Rückenlehne, an der
er sich anlehnt. Beendet der Benutzer das Anlehnen an der Rückenlehne, bewegt das
komprimierte Federelement den Rückenlehnenträger in seine unverschwenkte Ausgangsstellung
nach vorn zurück.
[0011] Vorzugsweise ist das Federendenpositionierelement und damit auch das hintere Federende
des wenigstens einen Federelements von der ersten Querachse beabstandet angeordnet.
Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn der Federmechanismus einen zwischen
der ersten Querachse einerseits und dem Federendenpositionierelement andererseits
wirkenden Abstandshalter aufweist, der das Federendenpositionierelement von der ersten
Querachse beabstandet.
[0012] Vorzugsweise ist der Abstandshalter zum Einstellen der Federkraft des wenigstens
einen Federelements ausgebildet, insbesondere derart, daß die Entfernung des hinteren
Federendes zu der ersten Querachse mittels des Abstandshalters veränderbar ist. Mit
anderen Worten weist der Federmechanismus Mittel zur Einstellung der Federkraft des
wenigstens einen Federelements auf derart, daß die Entfernung eines Federendes des
wenigstens einen Federelements zu der ersten Querachse veränderbar ist. Hierdurch
kann der die Beaufschlagung dieses Federendes bestimmende und damit den Schwenkwiderstand
des Rückenlehnenträgers beeinflussende wirksame Hebelarm verlängert oder verkürzt
werden. Bei der Einstellung der Federkraft wird die Lage des Federelements in der
Mechanik, insbesondere deren Neigung verändert, wodurch sich im Ergebnis die Vorspannung
der Gesamtmechanik ändert.
[0013] Vorzugsweise ist der Abstandshalter derart ausgebildet, daß das hintere Federende
des wenigstens einen Federelements auf einer Kreisbahn mit im wesentlichen konstanten
Radius um das vordere Federende dieses Federelements bewegbar ist. Anders ausgedrückt
erfolgt das Einstellen der Federkraft vorzugsweise derart, daß keine Arbeit gegen
die Federkraft verrichtet werden muß. Für eine solche "kraftlose" Federkrafteinstellung
sind die Einstellmittel derart ausgebildet, daß das lageveränderliche Federende auf
einer Kreisbahn mit im wesentlichen konstanten Radius um das andere Federende bewegbar
ist. Die Vorspannung des Federelements bleibt dabei unverändert.
[0014] Vorzugsweise ist der Abstandshalter als ein beweglich gelagerter Kurventräger ausgeführt,
weist einen solchen Kurventräger auf oder wirkt mit einem solchen Kurventräger zusammen
und das Federendenpositionierelement ist als eine Kurvenrolle ausgeführt, die mit
der Kurve des Kurventrägers zusammenwirkt und auf diese Weise einen Kurventrieb ausbildet,
wobei die mit dem hinteren Federende des wenigstens einen Federelements zusammenwirkende
Kurvenrolle durch eine Bewegung des Kurventrägers in Positionen unterschiedlicher
Federkraft bewegbar ist. Mit anderen Worten umfassen die Einstellmittel einen Kurventrieb,
dessen mit einem Kurventräger zusammenwirkende Kurvenrolle mit einem lageveränderlichen
Federende des wenigstens einen Federelements verbunden ist und durch eine durch den
Benutzer manuell oder motorisch bewirkte Bewegung des Kurventrägers in Positionen
unterschiedlicher Federkraft bewegbar ist. Die Verwendung eines Kurventriebs als Einstellmittel
ist wegen der durch die vorgegebene Kurvensteigung exakt definierbaren Bewegungskurve
des Federendes vorteilhaft.
[0015] Vorzugsweise ist der Abstandshalter als Exzenter ausgebildet und um die erste Querachse
drehbar gelagert, so daß es unterschiedliche Abstände der Kurve des Kurventrägers
zu der ersten Querachse gibt und sich der Abstand zwischen der ersten Querachse und
dem Federendenpositionierelement und damit der Abstand zwischen der ersten Querachse
und dem hinteren Federende durch ein Drehen des Abstandshalters um die erste Querachse
verändern läßt.
[0016] Vorzugsweise läuft das als Kurvenrolle des Kurventriebs dienenden Federendenpositionierelement
einseitig auf der Kurve, an die sie durch das wenigstens eine Federelement gedrückt
wird. Vorzugsweise dient der Abstandshalter ausschließlich dazu, daß sich das Federendenpositionierelement
daran abstützt; es erfolgt keine Beaufschlagung des Federendenpositionierelements
durch den Abstandshalter während eines Verschwenkens des Rückenlehnenträgers, die
Beaufschlagung des Federendenpositionierelements erfolgt ausschließlich durch das
Koppelelement, indem dieses das Federendenpositionierelement nach vorn zieht.
[0017] Vorzugsweise ist die Mechanik als eine Synchronmechanik für eine korrelierte Sitz-Rückenlehnen-Bewegung
eines Bürostuhles ausgebildet. Wie jede Mechanik weist auch diese einen Sitzträger
auf. Mit der vorliegenden Erfindung kann dann die Anzahl der Koppelelemente, insbesondere
die Anzahl der Sitzträger und Rückenlehnenträger verbindenden Elemente, verringert
werden, um dadurch einen besonders einfachen konstruktiven Aufbau der Mechanik zu
erreichen, ohne auf die gewünschte Funktionalität einer Synchronmechanik zu verzichten.
Aus diesem Grund ist der Rückenlehnenträger sowohl um eine Querachse schwenkbar und
damit die Hauptschwenkachse der Mechanik definierend mit dem Basisträger als auch
mit dem Sitzträger vorzugsweise unmittelbar, d.h. direkt und ohne Zwischenschaltung
eines zusätzlichen Koppelelements oder dergleichen, gelenkig verbunden. Vorzugsweise
ist auch der Sitzträger unmittelbar mit dem Basisträger gelenkig verbunden.
[0018] Die Anbindung der drei Hauptkomponenten der Mechanik, Basisträger, Sitzträger und
Rückenlehnenträger, untereinander ist vorzugsweise derart ausgeführt, daß eine Schwenkbewegung
der Rückenlehne von einer Grundstellung in eine nach hinten verschwenkte Stellung
sowohl eine sofortige Absenkbewegung des in Stuhllängsrichtung gesehen hinteren Bereichs
des Sitzträgers nach unten als auch eine sofortige Anhebebewegung des in Stuhllängsrichtung
gesehen vorderen Bereichs des Sitzträgers nach oben induziert.
[0019] Mit anderen Worten wird also der hintere Bereich des Sitzes bei einem Verschwenken
der Rückenlehne in ihre nach hinten verschwenkte Stellung abgesenkt, während der vordere
Bereich des Sitzes angehoben wird. Das Absenken des hinteren Sitzbereiches erfolgt
dabei unmittelbar bei jedem Verlassen der Grundstellung. Als Grundstellung wird dabei
diejenige Stellung angesehen, in der die Rückenlehne nicht nach hinten verschwenkt
ist.
[0020] Dadurch, daß der Sitzträger in seinem rückwärtigen Bereich abgesenkt wird und gleichzeitig
ein Anheben des vorderen Bereichs des Sitzträgers erfolgt, erfolgt ein synchrones
Mitführen des Sitzes in einem definierten Verhältnis zur Rückenlehne sowie ein Neigen
der Sitzfläche. Hierdurch gibt sich der gewünschte Synchroneffekt, bei dem sich der
Winkel des Sitzträgers zum Rückenlehnenträger ändert. Die erzielbare Synchronbewegung
von Sitz- und Rückenlehne vermeidet eine lineare Bewegungskomponente des Sitzträgers.
Die Synchronbewegung des Sitzes erfolgt bei dieser Punktsynchronmechanik als Drehung
um einen Drehpunkt.
[0021] Gegenüber anderen Mechaniken zeichnet sich die vorliegende Mechanik dadurch aus,
daß sie besonders flachbauend ist, so daß eine entsprechende Baugruppe nur sehr wenig
Bauraum benötigt. Mit anderen Worten wird mit der Erfindung auf elegante Weise auf
kleinstem Raum ein besonders hoher Sitzkomfort ohne den sogenannten "Hemdauszieheffekt"
erreicht, ohne daß auf aufwendige und teure konstruktive Lösungen zurückgegriffen
werden muß.
[0022] Diese und weitere Vorteile der Erfindung werden im Zusammenhang mit den Ausführungsbeispielen
der Erfindung nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht der Mechanik in der Grundstellung ("harte" Einstellung),
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Mechanik in einer maximal nach hinten verschwenkten Stellung
("harte" Einstellung),
- Fig. 3
- eine Seitenansicht der Mechanik in der Grundstellung ("weiche" Einstellung),
- Fig. 4
- eine Seitenansicht der Mechanik in einer maximal nach hinten verschwenkten Stellung
("weiche" Einstellung),
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht der Synchronmechanik in der Grundstellung ("harte" Einstellung),
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht der Synchronmechanik in der Grundstellung ("harte" Einstellung),
mit Sitzträger,
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht der Synchronmechanik in der maximal nach hinten verschwenkten
Stellung ("harte" Einstellung),
- Fig. 8
- eine perspektivische Ansicht der Synchronmechanik in der maximal nach hinten verschwenkten
Stellung ("harte" Einstellung), mit Sitzträger.
[0023] Alle Ansichten zeigen einen Schnitt durch die Mechanik entlang der Mittellängsebene.
Sämtliche Figuren zeigen die Erfindung nicht maßstabsgerecht, dabei lediglich schematisch
und nur mit ihren wesentlichen Bestandteilen. Gleiche Bezugszeichen entsprechen dabei
Elementen gleicher oder vergleichbarer Funktion.
[0024] Zunächst wird der allgemeine Aufbau und Bewegungsablauf der Mechanik erläutert.
[0025] Die Mechanik 100 weist einen Basisträger 1 auf, der mittels einer Konusaufnahme 2
auf einen Stuhlunterbau aufsetzbar ist, hier auf das obere Ende einer Stuhlsäule 10
(siehe Fig. 1) . Darüber hinaus umfaßt die Mechanik 100 einen im wesentlichen rahmenförmigen
Sitzträger 3 (siehe Fig. 6, 8) und einen Rückenlehnenträger 4, dessen Wangen 5 parallel
laufend zu den Seitenwänden des Basisträgers 1 angeordnet sind.
[0026] Der Sitzträger 3 ist zur Aufnahme oder Montage einer vorzugsweise gepolsterten Sitzfläche
(nicht abgebildet) vorgesehen. Die Montage erfolgt mit Hilfe nicht näher dargestellter
Befestigungselemente auf übliche Art und Weise. Am Rückenlehnenträger 4 ist eine nicht
näher dargestellte Rückenlehne angebracht, die bei modernen Bürostühlen höhenverstellbar
ist. Die Rückenlehne kann mit dem Rückenlehnenträger 4 auch einstückig verbunden sein.
[0027] Die gesamte Mechanik 100 ist bezüglich ihrer Mittellängsebene, was die eigentliche
Kinematik betrifft, spiegelsymmetrisch aufgebaut. Insoweit ist bei der folgenden Beschreibung
immer von beiderseits paarweise vorhanden Konstruktionselementen der eigentlichen
Schwenkmechanik auszugehen, soweit nicht anders angegeben.
[0028] In den Fig. 1, 3, 5 und 6 ist die Grundposition der Mechanik 100 gezeigt, bei welcher
der Sitzträger 3 eine im wesentlichen waagerechte Lage einnimmt. Fig. 2, 4, 7 und
8 zeigen die Mechanik 100 in einer maximal nach hinten geschwenkten Stellung des Rückenlehnenträgers
4. Der Basisträger 1 ist dabei immer feststehend.
[0029] In dem in Stuhllängsrichtung 14 gesehen hinteren Bereich 6 der Mechanik 100 ist der
Rückenlehnenträger 4 an dem Anlenkpunkt 24 mit dem hinteren Bereich 25 des Sitzträgers
3 unmittelbar , d.h. direkt und ohne Zwischenschaltung eines zusätzlichen Koppelelements
oder dergleichen, gelenkig verbunden. Ein entsprechendes Schwenklager wird unter Verwendung
einer Schwenkachse 13 gebildet.
[0030] Der Rückenlehnenträger 4 ist darüber hinaus mit seiner sich in Richtung des vorderen
Sitzträgerbereiches 8 erstreckenden Wange 5 unmittelbar an dem Basisträger 1 angelenkt
und somit um eine die feststehende Hauptschwenkachse der Mechanik 100 definierende
erste Querachse 11 in Schwenkrichtung 7 schwenkbar. Die erste Querachse 11 liegt in
Stuhllängsrichtung 14 gesehen vor dem Anlenkpunkt 24 des Rückenlehnenträgers 4 an
dem Sitzträger 3. Ein Herausschwenken des Rückenlehnenträgers 4 aus der Grundstellung
in eine nach hinten verschwenkte Stellung ist daher stets mit einer Absenkbewegung
des hinteren Bereiches 25 des Sitzträgers 3 verbunden.
[0031] Sowohl in der Grundstellung als auch in der maximal nach hinten verschwenkten Stellung
des Rückenlehnenträgers 4 befinden sich mit Ausnahme des Anlenkpunktes 24 des Rückenlehnenträgers
4 an dem Sitzträger 3 alle Schwenkachsen und Anlenkpunkte in Stuhllängsrichtung 14
gesehen vor dem Zentrum der Konusaufnahme 2.
[0032] In dem vorderen Bereich 17 der Mechanik 100 ist der vordere Bereich 18 des Basisträgers
1 an dem Anlenkpunkt 26 mit dem vorderen Bereich 8 des Sitzträgers 3 unmittelbar,
d.h. direkt und ohne Zwischenschaltung eines zusätzlichen Koppelelements oder dergleichen,
gelenkig verbunden. Ein entsprechendes Schwenklager wird unter Verwendung einer Schwenkachse
15 gebildet. Dieser Anlenkpunkt 26 ist, ebenso wie die erste Querachse 11, ortsfest
zu dem Basisträger 1 und damit feststehend, wird also bei einem Verschwenken des Rückenlehnenträgers
4 nicht mitbewegt.
[0033] Durch den beschriebenen Schwenkmechanismus wird gewährleistet, daß der Rückenlehnenträger
4 mit der Rückenlehne (nicht dargestellt) um die als Hauptschwenkachse dienende erste
Querachse 11 in Schwenkrichtung 7 verschwenkt werden kann. Zugleich induziert eine
Schwenkbewegung des Rückenlehnenträgers 4 nach hinten eine sofortige Absenkbewegung
des hinteren Bereiches 25 des Sitzträgers 3 nach unten und der vordere Bereich 8 des
Sitzträgers 3 vollführt eine Anhebebewegung nach oben. Bei einer Verschwenkung des
Rückenlehnenträgers 4 erfolgt also zugleich eine Verschwenkung des Sitzträgers 3,
während der Basisträger 1 mit den Achsen 11, 15 positionsfest bleibt.
[0034] Die Mechanik 100 weist einen Federmechanismus zum Einstellen des Schwenkwiderstandes
des Rückenlehnenträgers 4 bzw. der Rückenlehne auf. Dieser Federmechanismus umfaßt
ein einzelnes, in Stuhllängsrichtung 14 zentral in dem Basisträger 1 angeordnetes
Federelement 30 in Form einer Schraubendruckfeder. Das Federelement 30 ist nicht in
allen Figuren, sondern nur in Fig. 2 angedeutet. Das Federelement 30 wirkt zwischen
dem Rückenlehnenträger 4 und dem Basisträger 1. Es übt dabei eine Federkraft entgegen
der nach hinten gerichteten Schwenkbewegung 7 des Rückenlehnenträgers 4 aus. Dabei
wird das Federelement 30 bei einem Verschwenken des Rückenlehnenträgers 4 beaufschlagt.
Je nach "Härte" des Federelements 30 erfolgt also die Synchronbewegung (Sitz- und
Rückenlehne) gegen einen mehr oder weniger großen Federwiderstand.
[0035] Das Federelement 30 stützt sich einerseits an einem vorderen Widerlager 31 und andererseits
an einem hinteren Widerlager 37 mit Hilfe von Federtellern 32, 34 ab. Das Federelement
30 umgreift dabei Führungsstangen 33, die an ihren jeweiligen Enden die Federteller
32, 34 aufweisen.
[0036] Der Federmechanismus weist ein gegenüber dem Basisträger 1 ortsveränderliches Federendenpositionierelement
45 auf, das von der ersten Querachse 11 beabstandet angeordnet ist. Bei einem Verschwenken
des Rückenlehnenträgers 4 wird das Federelement 30 einseitig beaufschlagt. Dabei greift
das Federelement 30 mit seinem in Stuhllängsrichtung 14 gesehen hinteren Federende
27 an dem Federendenpositionierelement 45, welches das hintere Widerlager 37 bildet,
und mit seinem in Stuhllängsrichtung 14 gesehen vorderen Federende 28 an dem ortsunveränderlichen
Basisträger 1, nämlich an dem Widerlager 31 an, indem es sich daran abstützt, siehe
Fig. 2. Auf diese Weise wird durch ein Verschwenken des Rückenlehnenträgers 4 um die
erste Querachse 11 in Schwenkrichtung 7 bzw. in Stuhllängsrichtung 14 nach hinten
ausschließlich das hintere Federende 27 beaufschlagt. Diese alleinige Beaufschlagung
des hinteren Federendes 27 ist ein wesentliches Merkmal der erfindungsgemäßen Mechanik
100.
[0037] Das hintere Federende 27 ist zur Ausbildung eines in der dargestellten Ausführungsform
längenveränderlichen hinteren Hebelarmes 35 beabstandet von der ersten Querachse 11
mit dem Rückenlehnenträger 4 verbunden. Dieser Anlenkpunkt 40 befindet sich in einem
Bereich unterhalb der ersten Querachse 11. Die Verbindung des hinteren Federendes
27 mit dem Rückenlehnenträger 4 erfolgt über zwei Koppelelemente 21, die einerseits
unmittelbar an dem Rückenlehnenträger 4, nämlich um eine zweite Querachse 19 schwenkbar,
und andererseits unmittelbar an dem Federendenpositionierelement 45 angelenkt sind.
Die sich in Stuhllängsrichtung 14 erstreckenden Koppelelemente 21 sind rechts und
links des Federelements 30 angeordnet. In den Schnittdarstellungen der Figuren ist
jeweils nur eines der Koppelelemente 21 abgebildet. Aufbau und Funktion der Koppelelemente
21 werden nachfolgend anhand eines einzelnen Koppelelements 21 beschrieben.
[0038] Bei dem Federendenpositionierelement 45 handelt es sich im einfachsten Fall, wie
in den Figuren dargestellt, um einen zylindrischen Bolzen, an dem sich der Federteller
34 des Federelements 30 abstützt. Die Anlenkung des Koppelelements 21 an dem Federendenpositionierelement
45 erfolgt, indem das Federendenpositionierelement 45 in dem in Stuhllängsrichtung
14 gesehen hinteren Ende 38 des Koppelelements 21 drehbar einliegt.
[0039] Die zweite Querachse 19 liegt in Stuhllängsrichtung 14 gesehen vor dem hinteren Federende
27. Im der nicht nach hinten verschwenkten Grundstellung der Mechanik 100 liegt die
zweite Querachse 19 in Stuhllängsrichtung 14 gesehen auch vor dem vorderen Federende
28 bzw. dem vorderen Widerlager 31.
[0040] Das Koppelelement 21 ist an einem sich über den Anlenkpunkt 11 hinaus in Stuhllängsrichtung
14 nach vorn erstreckenden Arm 20 der Wange 5 angelenkt. Die Anlenkung des Koppelelements
21 an dem Rückenlehnenträgers 4 erfolgt, indem an einem Anlenkpunkt 36 ein zwischen
den beiden Wangen 5 des Rückenlehnenträgers 4 angebrachter zylindrischer Bolzen 16
in dem in Stuhllängsrichtung 14 gesehen vorderen Ende 39 des Koppelelements 21 drehbar
einliegt, wodurch ein Schwenklager unter Verwendung des Bolzens 16 als Schwenkachse
gebildet wird.
[0041] Das Federendenpositionierelement 45 ist mit dem Rückenlehnenträger 4 über das Koppelelement
21 derart verbunden, daß durch ein Verschwenken des Rückenlehnenträgers 4 um die erste
Querachse 11 in Stuhllängsrichtung 14 nach hinten das Federendenpositionierelement
45 in Stuhllängsrichtung 14 nach vorn bewegt wird, was eine Bewegung des hinteren
Federendes 27 in Richtung des vorderen Federendes 28 und damit eine Beaufschlagung
des Federelements 30 hervorruft. Dabei ist das hintere Federende 27 beabstandet von
der ersten Querachse 11 über das Koppelelement 21 mit dem Rückenlehnenträger 4 verbunden.
[0042] Das Koppelelement 21 ist erfindungsgemäß derart ausgeführt, daß durch ein Verschwenken
des Rückenlehnenträgers 4 um die erste Querachse 11 in Stuhllängsrichtung 14 nach
hinten das Federendenpositionierelement 45 in Stuhllängsrichtung 14 nach vorn gezogen
wird. Die Beaufschlagung des hinteren Federendes 27 erfolgt mit anderen Worten nicht
durch Druck oder Schub von hinten, sondern durch Zug nach vorn. Der Arm 20 des Rückenlehnenträgers
4 erstreckt sich in Stuhllängsrichtung 14 über die Position des hinteren Federendes
28 hinaus nach vorn, so daß mit Hilfe des an diesem vorderen Ende 47 des Rückenlehnenträgers
4 angelenkten, sich in Stuhllängsrichtung 14 nach hinten, d.h. zurück erstreckenden
Koppelelements 21 das mit dem Koppelelement 21 verbundene Federendenpositionierelement
45 von dem Koppelelement 21 mitgenommen und nach vorn gezogen wird, wenn sich der
Rückenlehnenträger 4 nach hinten verschwenkt.
[0043] Das vordere Federende 28 stützt sich mit dem Federteller 32 an einem geeignet ausgeführten
Abstützelement 51 im vorderen Bereich 18 des Basisträgers 1 ab, welches das Widerlager
31 bildet, wodurch ein fester, ortsunveränderlicher Anlenkpunkt 9 gebildet wird.
[0044] Da das Federelement 30 in Stuhllängsrichtung 14 angeordnet ist, verläuft auch dessen
Wirklinie 52 parallel zu der Stuhllängsrichtung 14, siehe Fig. 2. Das Koppelelement
21 zieht bei einem Verschwenken des Rückenlehnenträgers 4 nach hinten das Federendenpositionierelement
45 in Stuhllängsrichtung 14 und damit in Wirkrichtung 52 des Federelements 30 nach
vorn. Diese Art der Anordnung von Koppelelement 21 und Federelement 30 ist die bevorzugte
Anordnung. Eine bezüglich der Stuhllängsrichtung 14 schräge Anordnung des Koppelelements
21 und/oder des Federelements 30 wäre jedoch ebenfalls möglich.
[0045] Das Koppelelement 21 führt als eine Art Lenker bei einer Schwenkbewegung des Rückenlehnenträgers
4 bzw. des daran angelenkten Sitzträgers 3 eine zum Rückenlehnenträger 4 hin gerichtete
Schwenkbewegung 29 aus, siehe Fig. 2, 4, die der Schwenkbewegung 41 des Armes 20 des
Rückenlehnenträgers 4 folgt und bewirkt, daß das Federendenpositionierelement 45 in
Stuhllängsrichtung 14 nach vorn gezogen wird, wodurch die zwischen dem Basisträger
1 und dem Koppelelement 21 eingespannte Druckfeder 30 zusammengedrückt wird.
[0046] Die Position des Anlenkpunktes 40 des hinteren Endes 27 des Federelements 30 an dem
Koppelelement 21 (und damit indirekt an dem Rückenlehnenträger 4) definiert die Länge
des Hebelarmes 35 bis zur Hauptschwenkachse 11 der Mechanik 100. Bei einem Verschwenken
des Rückenlehnenträgers 4 wird dieser Hebelarm 35 um die Hauptschwenkachse 11 nach
vorn verschwenkt, wodurch das hintere Federende 27 beaufschlagt wird. Bei einem Verschwenken
des Rückenlehnenträgers 4 bleibt die Position des vorderen Federendes 28 unverändert.
[0047] Nachfolgend wird die Änderung des Schwenkwiderstandes näher beschrieben.
[0048] Da das Federelement 30 an dem Federendenpositionierelement 45 angreift, kann durch
eine Ortsänderung des Federendenpositionierelements 45 umgekehrt auch auf das Federelement
30 eingewirkt werden.
[0049] Der Federmechanismus umfaßt Mittel zum Einstellen der Federkraft des Federelements
30, indem die Position des hinteren Federendes 27 und damit der Abstand zwischen den
beiden Federenden 27, 28 verändert wird. Hierzu wird die Entfernung des hinteren Federendes
27 zu der ersten Querachse 11 verändert.
[0050] In dem hier illustrierten Ausführungsbeispiel dienen zwei zwischen der ersten Querachse
11 einerseits und dem Federendenpositionierelement 45 andererseits wirkende Abstandshalter
43 dazu, das Federendenpositionierelement 45 von der ersten Querachse 11 zu beabstanden.
Diese Abstandshalter 43 dienen zugleich zum Einstellen der Federkraft des wenigstens
einen Federelements 30, indem sie dazu ausgebildet sind, die Entfernung des hinteren
Federendes 27 zu der ersten Querachse 11 zu verändern. Die Abstandshalter 43 sind,
wie die Koppelelemente 21, mit denen sie zusammenwirken, ebenfalls rechts und links
des Federelements 30 angeordnet. In den Schnittdarstellungen der Figuren ist jeweils
nur einer der Abstandshalter 43 abgebildet. Aufbau und Funktion der Abstandshalter
43 werden nachfolgend anhand eines einzelnen Abstandshalters 43 beschrieben.
[0051] Vorzugsweise ist der Abstandshalter 43 derart ausgeführt, daß er eine Bewegung des
hinteren Federendes 27 auf einer Kreisbahn mit im wesentlichen konstanten Radius um
das vordere Federende 28 zuläßt, wodurch eine "kraftlose" Federkrafteinstellung erreicht
wird.
[0052] Die Veränderung der Position des hinteren Federendes 27 erfolgt dabei, indem der
Abstandshalter 43 als Kurventräger 44 eines Kurventriebes dient. Der manuell und/oder
motorisch betätigbare, beweglich am Rückenlehnenträger 4 gelagerte, nämlich um die
erste Querachse 11 drehbar gelagerte, exzentrische Kurventräger 44 wirkt mit dem als
Abtastelement des Kurventriebes dienenden Federendenpositionierelement 45 zusammen.
Anders ausgedrückt übernimmt das Federendenpositionierelement 45 die Funktion einer
Kurvenrolle, die mit einer Kurve 46 des Kurventrägers 44 zusammenwirkt bzw. in Eingriff
steht. Aufgrund der Exzentrizität des Abstandshalters 43 und der sich daraus ergebenden
Form des Kurventrägers 44 gibt es unterschiedliche Abstände der Kurve 46 zu der ersten
Querachse 11. Der Abstand zwischen der ersten Querachse 11 und dem Federendenpositionierelement
45 und damit der Abstand zwischen der ersten Querachse 11 und dem hinteren Federende
27 läßt sich auf diese Weise durch ein Drehen des Abstandshalters 43 um die erste
Querachse 11 verändern.
[0053] In einem einfachen Fall, in dem der Kurventräger 44 als Kurvenscheibe ausgeführt
ist, läuft, wie dargestellt, das Federendenpositionierelement 45 einseitig auf der
Kurve 46, an die sie durch das wenigstens eine Federelement 30 gedrückt wird. Das
Federendenpositionierelement 45 ist dabei mit dem hinteren Federende 27 verbunden,
in dem hier beschriebenen Beispiel dadurch, daß sich das hintere Federende 27 daran
abstützt. Durch eine Bewegung des Kurventrägers 44 kann das Federendenpositionierelement
45 und damit das dort angebrachte Federende 27 in Positionen relativ zu der ersten
Querachse 11 bewegt werden, welche unterschiedliche Federkräfte zur Folge haben.
[0054] Anstelle eines als Exzenter ausgeführten Abstandshalters 43 kann auch ein anders
gestalteter Abstandshalter verwendet werden, solange er geeignet ist, den Abstand
zwischen dem Federendenpositionierelement 45 und der ersten Querachse 11 auf die gewünschte
Weise zu verändern. Auch ist es möglich, daß der Abstandshalter 43 nicht selbst als
Kurvenscheibe 44 ausgebildet ist, sondern eine mit dem Abstandshalter 43 zusammenwirkende
Kurvenscheibe 44 vorgesehen ist, die sich zusammen mit dem Abstandshalter 43 bzw.
mit Hilfe des Abstandshalters 43 auf die gewünschte Weise bewegen läßt.
[0055] Der Abstandshalter 43 bzw. die Kurvenscheibe 44 dient nur dazu, daß sich das Federendenpositionierelement
45 daran abstützt oder mit anderen Worten nur der Lagesicherung des Federendenpositionierelements
45. Es erfolgt keine Beaufschlagung des Federendenpositionierelements 45 durch den
Abstandshalter 43 oder die Kurvenscheibe 44 während eines Verschwenkens des Rückenlehnenträgers
4. Die Beaufschlagung des Federendenpositionierelements 45 erfolgt ausschließlich
durch das Koppelelement 21, indem dieses das Federendenpositionierelement 45 nach
vorn zieht. Zieht das Koppelelement 21 das Federendenpositionierelement 45 bei einem
Verschwenken des Rückenlehnenträgers 4 nach vorn, wird dadurch, daß das Federendenpositionierelement
45 an dem Abstandshalter 43 anliegt, der Abstandshalter 43 um die Querachse 11 verschwenkt,
so daß der Abstandshalter 43 die Schwenkbewegung des Rückenlehnenträgers 4 mitmacht.
[0056] Auf dem den Verlauf der Kurve 46 definierenden Rand des Kurventrägers 44 sind mehrere
Mulden vorgesehen, die den lokalen Verlauf der Kurve 46 bestimmen, einschließlich
einer hintersten Mulde 48 und einer vordersten Mulde 49, siehe Fig. 3, 4. Diese an
definierten Stellen der Kurve 46 angebrachten Mulden gewährleisten eine ausreichend
große Selbsthemmung, also einen hinreichenden Widerstand gegen ein Verrutschen des
Federendenpositionierelements 45 auf der Kurve 46. Damit bleibt das Federendenpositionierelement
45 an seinem Platz, auch wenn zum Erreichen eines möglichst kurzen Verstellweges bei
der Einstellung der Federkraft des Federelements 30 ein Kurventräger 44 zum Einsatz
kommt, der eine Kurve 46 mit möglichst steilem Anstieg, also einem steilen Kurvenwinkel,
aufweist.
[0057] Ein Vorteil der Mulden ist, daß dadurch eine gestufte Einstellung der Federkraft
möglich ist, was aus Benutzersicht oftmals als vorteilhaft angesehen wird, da das
Verstellen des hinteren Federendes 27 mit einem mehr oder weniger starken Einrasten
des Federendenpositionierelements 45 in der jeweiligen Mulde verbunden ist, wodurch
der Benutzer eine taktile Rückmeldung über einen erfolgreich vollzogenen Einstellvorgang
erhält. Es ist jedoch auch eine Ausführung mit durchgehend glattem Kurvenrand möglich.
[0058] Von der "harten" in die "weiche" Einstellung und zurück gelangt man, wenn der an
der hinteren Querachse 11 gelagerte Abstandshalter 43 in Betätigungsrichtung 50 gedreht
wird.
[0059] In der in den Fig. 1, 2, 5 bis 8 abgebildeten härtesten Einstellung liegt das Federendenpositionierelement
45 in der vordersten Mulde 49 der Kurve 46 ein. Der wirksame Hebelarm 35 vom Anlenkpunkt
40 des Federelements 30 bis zur Hauptschwenkachse 11 der Mechanik 100 ist am längsten.
In dieser Stellung muß der Anlenkpunkt 40 des Federelements 30 bei gleichem Verschwenkwinkel
des Rückenlehnenträgers 4 eine größere Strecke zurücklegen. Mit anderen Worten ist
der Federweg länger. Aus diesem Grund wird das Federelement 30 stärker komprimiert.
Der Schwenkwiderstand und somit auch das Rückstelldrehmoment des Rückenlehnenträgers
4 sind größer. Dabei weist das Federelement 30 bereits zu Beginn des Verschwenkvorgangs
die größte Härte auf, ohne daß dazu ein Verschwenken des Rückenlehnenträgers 4 notwendig
ist.
[0060] In der in Fig. 3 und 4 abgebildeten weichesten Einstellung liegt das Federendenpositionierelement
45 in der hintersten Mulde 48 der Kurve 46 ein. Der effektive Hebelarm 35 ist kürzer,
der Federweg und damit der Schwenkwiderstand sowie das Rückstelldrehmoment entsprechend
geringer.
[0061] Während des beschriebenen Einstellens des Schwenkwiderstandes wird die Federvorspannung
des Federelements 30 nicht verändert. Jedoch ändert sich mit einer Änderung des Schwenkwiderstandes
der initiale Widerstand des Rückenlehnenträgers 4. Je "härter" die Einstellung, desto
größer ist die für ein Verschwenken des Rückenlehnenträgers 4 durch den Benutzer aufzubringende
Anfangskraft.
[0062] Die Drehung des Abstandshalters 43 in Betätigungsrichtung 50 (hier von "hart" nach
"weich", siehe Fig. 1) kann mittels einer manuell betätigbaren Handhabe (nicht abgebildet)
erfolgen, beispielsweise mit einem Drehgriff oder einem Handrad. Diese Handhabe ist
vorzugsweise an dem Rückenlehnenträger 4 gelagert, wobei die Drehachse eines vorteilhafterweise
verwendeten Handrades mit der hintere Querachse 11 übereinstimmt, so daß eine benutzerfreundliche
Direktübertragung der Drehung des Handrades auf den Abstandshalter 43 erfolgt, ohne
daß zuvor eine Übertragung einer linearen Bedienbewegung in eine Drehbewegung des
Abstandshalters 43 erfolgen muß. Alternativ kann der Abstandshalter 43 auch über Hebel,
Bowdenzüge usw. angetrieben werden oder es erfolgt eine Übertragung einer Bedienbewegung
von einer Handhabe, deren Drehachse entfernt von der Querachse 11 ist, zu dem Abstandshalter
43 mit Hilfe von Getriebeelementen, wie Zahnrädern und dergleichen. Auch kann anstelle
einer manuellen Betätigung ein (elektro)motorischer Antrieb vorgesehen sein.
[0063] Je nach zur Verfügung stehendem Bauraum kann ein großer oder kleiner Kurventräger
44 zum Einsatz kommen. Auch kann je nach gewünschter Baugröße eine Kurve 46 mit einer
geringen oder einer starken Steigung verwendet werden. Ebenso kann durch die Wahl
der Kurve 46, insbesondere durch die Entscheidung, ob eine Kurve 46 mit konstanter
oder variabler Steigung eingesetzt wird, die Verstellcharakteristik des Schwenkwiderstandes
eingestellt werden.
[0064] Insgesamt ergibt sich somit eine mit wenigen Bauteilen realisierbare und besonders
wenig Bauraum benötigende Federkrafteinstellung.
[0065] In dem illustrierten Ausführungsbeispiel, in dem keine Zwangsführung des als Kurvenrolle
des Kurventriebes dienenden Federendenpositionierelements 45 vorgesehen ist, um zur
konstruktiven Vereinfachung die Anzahl benötigter Bauteile so gering wie möglich zu
halten, muß bei einem Verdrehen des Abstandshalters 43 zur Verstellung des Schwenkwiderstandes,
insbesondere bei einer Verstellung von "hart" nach "weich", gewährleistet werden,
daß das Federelement 30 der Kurve 46 der Kurvenscheibe 44 folgt und den Kontakt zu
dem Abstandshalter 43 nicht verliert. Eine auf das Federendenpositionierelement 45
einwirkende Kraft, die ausreicht, um das Federendenpositionierelement 45 zuverlässig
an die Kurve 46 anzudrücken, wird vorteilhafterweise durch eine geeignete, aufeinander
abgestimmte Anordnung des Federelements 30 und des Koppelelements 21 bereitgestellt.
[0066] Vorzugsweise sind Federelement 30 und Koppelelement 21 zu diesem Zweck derart in
der Mechanik 100 angeordnet, daß die Wirklinie 52 des Federelements 30 nicht mit der
Zugrichtung 53 des Koppelelements 21 übereinstimmt. Mit anderen Worten sind die Wirklinien
52, 53 von Federelement 30 und Koppelelement 21 voneinander beabstandet. Vorzugsweise
liegen die Wirklinie 52 des Federelements 30 und die hier mit der Zugrichtung 53 übereinstimmenden
Mittellängsachse des Koppelelements 21 nie parallel zueinander. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel sind zum Erreichen der gewünschten Kraftwirkung auf das Federendenpositionierelement
45 diese Bauteile vorzugsweise derart angeordnet, daß die zusammen mit dem Rückenlehnenträger
4 ortsveränderliche zweite Querachse 19 stets beabstandet von dem ortsfesten Anlenkpunkt
9 ist, an dem sich das Federelement 30 an dem Basisträger 1 abstützt, sich insbesondere
oberhalb dieses Drehpunkts 9 befindet. Die daraus resultierende, auf das Federendenpositionierelement
45 einwirkende Kraft ist in Fig. 3 mit Pfeil 54 angedeutet.
[0067] Mit anderen Worten wird das Federendenpositionierelement 45 immer leicht an den Abstandshalter
43 angedrückt, weil die Wirklinien 52, 53 einen Winkelversatz aufweisen, die eine
auf das Federendenpositionierelement 45 wirkende, nach oben in Richtung Abstandshalter
43 gerichtete Kraftkomponente hervorrufen. Auf diese Weise kann von der Verwendung
eines das Federendenpositionierelement 45 von unten in Richtung Abstandshalter 43
beaufschlagenden zusätzlichen Federelements und von der Verwendung alternativer Sicherungsmaßnahmen
abgesehen werden.
[0068] Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und den Zeichnungen dargestellten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich
sein.
[0069] Diese Merkmale bzw. Merkmalskombinationen können jeweils eine selbständige Erfindung
begründen, deren Inanspruchnahme ausdrücklich vorbehalten ist.
[0070] Bei der Angabe einer eine Erfindung definierenden Merkmalskombination müssen einzelne
Merkmale aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels nicht zwingend mit einem
oder mehreren oder allen anderen in der Beschreibung dieses Ausführungsbeispiels angegebenen
Merkmalen kombiniert werden; diesbezüglich ist jede Unterkombination von Merkmalen
eines oder mehrerer Ausführungsbeispiele ausdrücklich mitoffenbart.
[0071] Außerdem können gegenständliche Merkmale der Vorrichtung umformuliert als Verfahrensmerkmale
Verwendung finden und Verfahrensmerkmale können umformuliert als gegenständliche Merkmale
der Vorrichtung Verwendung finden. Auf diese Weise umformulierte Merkmale sind automatisch
mitoffenbart.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 1
- Basisträger
- 2
- Konusaufnahme
- 3
- Sitzträger
- 4
- Rückenlehnenträger
- 5
- Wange
- 6
- hinterer Mechanikbereich
- 7
- Schwenkrichtung
- 8
- vorderer Bereich des Sitzträgers
- 9
- Drehpunkt, Anlenkpunkt Federelement/Basisträger
- 10
- Stuhlsäule
- 11
- erste Querachse, Hauptschwenkachse
- 12
- (frei)
- 13
- Schwenkachse Rückenlehnenträger/Basisträger
- 14
- Stuhllängsrichtung
- 15
- Schwenkachse Basisträger/Sitzträger
- 16
- Bolzen, Schwenkachse
- 17
- vorderer Mechanikbereich
- 18
- vorderer Bereich des Basisträgers
- 19
- zweite Querachse, Schwenkachse
- 20
- Arm
- 21
- Koppelelement
- 22
- (frei)
- 23
- (frei)
- 24
- Anlenkpunkt Rückenlehnenträger/Sitzträger
- 25
- hinterer Bereich des Sitzträgers
- 26
- Anlenkpunkt Basisträger/Sitzträger
- 27
- hinteres Federende
- 28
- vorderes Federende
- 29
- Schwenkbewegung des Koppelelements
- 30
- Schraubendruckfeder, Federelement
- 31
- vorderes Widerlager
- 32
- vorderer Federteller
- 33
- Führungsstange
- 34
- hinterer Federteller
- 35
- Hebelarm
- 36
- Anlenkpunkt Rückenlehnenträger/Koppelelement
- 37
- hinteres Widerlager
- 38
- hinteres Ende des Koppelelements
- 39
- vorderes Ende des Koppelelements
- 40
- Verbindungs-/Angriffs-/Anlenkpunkt
- 41
- Schwenkbewegung des hinteren Hebelarms
- 42
- (frei)
- 43
- Abstandshalter
- 44
- Kurventräger
- 45
- Kurvenrolle, Abtaster
- 46
- Kurve
- 47
- vorderes Endes des Rückenlehnenträgers
- 48
- hinterste Mulde
- 49
- vorderste Mulde
- 50
- Betätigungsrichtung
- 51
- Abstützelement
- 52
- Federwirklinie, Wirkrichtung
- 53
- Zugrichtung des Koppelelements
- 100
- Mechanik
1. Mechanik (100) für einen Stuhl, insbesondere für einen Bürostuhl,
mit einem auf einem Unterbau (10) plazierbaren Basisträger (1) und einem Rückenlehnenträger
(4), wobei der Rückenlehnenträger (4) um eine erste Querachse (11) schwenkbar mit
dem Basisträger (1) gelenkig verbunden ist,
mit einem Federmechanismus zum Einstellen des Schwenkwiderstandes einer Rückenlehne
des Stuhls, wobei der Federmechanismus wenigstens ein Federelement (30) aufweist,
wobei das wenigstens eine Federelement (30) zwischen dem Rückenlehnenträger (4) und
dem Basisträger (1) wirkt,
wobei der Federmechanismus wenigstens ein Federendenpositionierelement (45) aufweist,
wobei das wenigstens eine Federelement (30) mit seinem in Stuhllängsrichtung (14)
gesehen hinteren Federende (27) an dem Federendenpositionierelement (45) und mit seinem
in Stuhllängsrichtung (14) gesehen vorderen Federende (28) an dem Basisträger (1)
angreift,
wobei das Federendenpositionierelement (45) mit dem Rückenlehnenträger (4) über ein
Koppelelement (21) verbunden ist derart, daß durch ein Verschwenken des Rückenlehnenträgers
(4) um die erste Querachse (11) in Stuhllängsrichtung (14) nach hinten das Federendenpositionierelement
(45) in Stuhllängsrichtung (14) nach vorn bewegt wird, was eine Bewegung des hinteren
Federendes (27) in Richtung des vorderen Federendes (28) und damit eine Beaufschlagung
des wenigstens einen Federelements (30) hervorruft,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Federendenpositionierelement (45) in Stuhllängsrichtung (14) nach vorn gezogen
wird.
2. Mechanik (100) nach Anspruch 1, wobei das Koppelelement (21) sowohl um eine zweite
Querachse (19) schwenkbar mit dem Rückenlehnenträger (4) als auch mit dem Federendenpositionierelement
(45) gelenkig verbunden ist.
3. Mechanik (100) nach Anspruch 2, wobei die zweite Querachse (19) in Stuhllängsrichtung
(14) gesehen vor dem hinteren Federende (27) des wenigstens einen Federelements (30)
liegt.
4. Mechanik (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Federendenpositionierelement
(45) von der ersten Querachse (11) beabstandet angeordnet ist.
5. Mechanik (100) nach Anspruch 4, wobei der Federmechanismus einen zwischen der ersten
Querachse (11) einerseits und dem Federendenpositionierelement (45) andererseits wirkenden
Abstandshalter (43) aufweist, der das Federendenpositionierelement (45) von der ersten
Querachse (11) beabstandet.
6. Mechanik (100) nach Anspruch 5, wobei der Abstandshalter (43) zum Einstellen der Federkraft
des wenigstens einen Federelements (30) ausgebildet ist derart, daß die Entfernung
des hinteren Federendes (27) des wenigstens einen Federelements (30) zu der ersten
Querachse (11) mittels des Abstandshalters (43) veränderbar ist.
7. Mechanik (100) nach Anspruch 6, wobei
der Abstandshalter (43) als ein beweglich gelagerter Kurventräger (44) ausgeführt
ist, einen solchen Kurventräger (44) aufweist oder mit einem solchen Kurventräger
(44) zusammenwirkt, und wobei das Federendenpositionierelement (45) als eine Kurvenrolle
ausgeführt ist, die mit der Kurve (46) des Kurventrägers (44) zusammenwirkt und auf
diese Weise einen Kurventrieb ausbildet, wobei die mit dem hinteren Federende (27)
des wenigstens einen Federelements (30) zusammenwirkende Federendenpositionierelement
(45) durch eine Bewegung des Kurventrägers (44) in Positionen unterschiedlicher Federkraft
bewegbar ist.
8. Mechanik (100) nach Anspruch 7, wobei das Federendenpositionierelement (45) einseitig
auf der Kurve (46) läuft, an die sie durch das wenigstens eine Federelement (30) gedrückt
wird.
9. Mechanik (100) nach Anspruch 8, wobei die Wirklinien des wenigstens einen Federelements
(30) und des Koppelelements (21) nicht parallel zueinander liegen.
10. Mechanik (100) für einen Stuhl, insbesondere für einen Bürostuhl, bei der das hintere
Federende (27) eines zwischen Rückenlehnenträger (4) und Basisträger (1) der Mechanik
(100) wirkenden Federelements (30) ortsveränderlich ausgeführt ist und bei der bei
einem Verschwenken des Rückenlehnenträgers (4) in Stuhllängsrichtung (14) nach hinten
das hintere Federende (27) derart von einem an dem Rückenlehnenträger (4) angelenkten
Koppelelement (21) ansteuerbar ist, daß es in Stuhllängsrichtung (14) nach vorn gezogen
wird.
11. Stuhl, insbesondere Bürostuhl, mit einer Mechanik (100) nach einem der Ansprüche 1
bis 10.