TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Füllventil für die Befüllung eines Spülkastens
nach Anspruch 1 und eine Anordnung nach Anspruch 14.
STAND DER TECHNIK
[0002] Füllventile dienen der Befüllung von Spülkästen von Sanitärartikeln, wie Toiletten
oder Urinalen.
[0003] Aus der
EP 2 871 294 ist ein Füllventil bekannt geworden, welches im Wasserführungskanal ein Ventil mit
einer Membran aufweist.
[0004] Ebenfalls zeigt die
WO 2013/010308 ein Füllventil mit einer Membran.
[0005] Im Betrieb von Füllventilen im Allgemeinen hat es sich gezeigt, dass ein Austausch
des Membranelements die Lebensdauer des Füllventils verlängern kann. Der Austausch
der Membran erfolgt meist bei montiertem Füllventil im Inneren des Spülkastens, wo
die Platzverhältnisse begrenzt sind.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt eine Aufgabe zugrunde, ein Füllventil anzugeben,
dessen Membran auch bei engen Platzverhältnissen im Wartungsfall sehr einfach ausgetauscht
werden kann.
[0007] Diese Aufgabe löst ein Füllventil für die Befüllung eines Spülkastens nach Anspruch
1. Demgemäss umfasst ein Füllventil für die Befüllung eines Spülkastens ein Gehäuse,
einen im Gehäuse angeordneten Wasserführungskanal mit einem Eingang und einem Ausgang
und ein im Wasserführungskanal angeordnetes Zuflussventil. Das Zuflussventil umfasst
einen Ventilsitz mit einer ventilsitzseitigen Dichtfläche und eine Ventilmembran mit
einer ventilmembranseitigen Dichtfläche. Die Dichtflächen liegen in der Einbaulage
gesehen in der Horizontalen. Die ventilmembranseitige Dichtfläche ist in Richtung
der Vertikalen von einer Verschlusslage von der ventilsitzseitigen Dichtfläche weg
in eine Freigabelage bewegbar. In der Verschlusslage ist der Wasserführungskanal geschlossen
und in der Freigabelage ist der Wasserführungskanal offen und der Spülkasten kann
befüllt werden. Der Wasserführungskanal setzt sich in Fliessrichtung nach der Ventilmembran
gesehen mit einem in der Horizontalen verlaufenden Horizontalabschnitt fort. Weiter
wird der Wasserführungskanal in Fliessrichtung nach dem Horizontalabschnitt mit einem
Vertikalabschnitt nach unten umgelenkt. Der Ausgang bildet das Ende des Vertikalabschnitts
und ist ebenfalls nach unten gerichtet, derart, dass das Spülwasser vom Ausgang in
der Vertikalen nach unten fliesst. Der Horizontalabschnitt und der Vertikalabschnitt
sind Teil eines Deckels, welches mit dem Gehäuse verbindbar ist. Bei entferntem Deckel
ist die Ventilmembran zugänglich.
[0008] Durch die Anordnung der Ventilmembran in der Horizontalen und der Zugänglichkeit
bei entferntem Deckel wird ein Füllventil geschaffen, bei welchem die Ventilmembran
bei Wartungsarbeiten sehr einfach ausgetauscht werden kann. Insbesondere ist das Einlegen
einer neuen Ventilmembran in das Füllventil sehr einfach, weil die Membran von oben
her in das Gehäuse einsetzbar ist. Ein mühsames Einsetzen von der Seite her entfällt.
[0009] Beim Füllventil handelt es sich vorzugsweise um ein Füllventil, welches von unten
her mit Spülwasser versorgt wird. Vorzugsweise ist das Füllventil an einer Öffnung
in einer Bodenwand eines Spülkastens befestigt. In einer anderen Variante kann es
auch sein, dass das Füllventil an einer Seitenwand eines Spülkastens befestigt ist.
[0010] In der Freigabelage liegen die beiden Dichtflächen in einem Abstand zueinander, so
dass Spülwasser zwischen den beiden Dichtflächen hindurch fliessen kann.
[0011] Unter Ausdrucksweise in der Vertikalen wird die Lotrichtung verstanden; die Horizontale
verläuft rechtwinklig zur Vertikalen bzw. rechtwinklig zur Lotrichtung. Die Lotrichtung,
die Horizontale, die Vertikale und die Ausdrucksweise "nach unten" referenzieren sich
auf die Situation in Einbaulage, das heisst auf das Füllventil im eingebauten Zustand.
[0012] Vorzugsweise ist die Ventilmembran mit einem Lagerabschnitt auf einer ringförmigen
Lagerfläche am Gehäuse gelagert und der Deckel drückt in der mit dem Gehäuse verbundenen
Position die Ventilmembran gegen die Lagerfläche.
[0013] Diesbezüglich ergeht der Vorteil, dass der Deckel nicht nur Teile vom Wasserführungskanal
bereitstellt, sondern überdies die Ventilmembran zum Gehäuse sichert. Durch diese
Sicherung kann ein weiteres Sicherungsmittel entfallen.
[0014] Vorzugsweise steht die Ventilmembran mit einem Führungsdorn in Verbindung, welcher
in einen Führungsabschnitt des Wasserführungskanals einragt, wobei der Führungsdorn
und der Führungsabschnitt in der Vertikalen orientiert sind. Der Führungsabschnitt
ist Teil des Deckels und der Horizontalabschnitt schliesst sich dem Führungsabschnitt
an.
[0015] Durch den Führungsdorn und den Führungsabschnitt kann die Bewegung der Ventilmembran
geführt werden. Weiter wird der Ventilmembran in ihrer Mitte eine gewisse Steifigkeit
verliehen.
[0016] Vorzugsweise ist der Ventilsitz mit seiner ventilsitzseitigen Dichtfläche am Deckel
angeordnet.
[0017] Besonders bevorzugt wird die Membran von der Verschlusslage in die Offenlage nach
unten bewegt.
[0018] Vorzugsweise steht der Deckel über einen Schwenkverschluss, insbesondere über einen
formschlüssigen Schwenkverschluss oder einen Bajonettverschluss, mit dem Gehäuse in
Verbindung. Der Schwenkverschluss kann dabei gegenüber dem Gehäuse verschwenkt und
dann vom Gehäuse entfernt werden.
[0019] Vorzugsweise verläuft die Schwenkachse des Schwenkverschlusses in Einbaulage gesehen
in der Vertikalen. Vorzugsweise beträgt der für die Trennung des Deckels vom Gehäuse
benötigte Schwenkwinkel maximal 90°, insbesondere maximal 60°.
[0020] Hierdurch wird sichergestellt, dass der Deckel auch bei engen Platzverhältnissen
in einem Spülkasten entfernbar ist.
[0021] Vorzugsweise ist zwischen dem Deckel und dem Gehäuse ein Dichtungselement angeordnet.
Das Dichtungselement ist beispielsweise ein O-Ring oder ein anderes Dichtungselement.
[0022] Vorzugsweise ist der Deckel zweiteilig mit einem ersten Deckelteil und einem zweiten
Deckelteil ausgebildet, wobei die beiden Deckelteile jeweils einen Abschnitt des Wasserführungskanals
bereitstellen und wobei die beiden Deckelteile über eine Rastverbindung miteinander
verbindbar sind.
[0023] Die zweiteilige Ausbildung hat im Zusammenhang mit Spritzgiessverfahren herstellungstechnische
Vorteile. Dies gerade im Hinblick auf die Umlenkungen des Wasserführungskanals im
Deckel, insbesondere bei Vorhandensein vom Führungsabschnitt, vom Horizontalabschnitt
und vom Vertikalabschnitt.
[0024] Vorzugsweise weist das erste Deckelteil den besagten Führungsabschnitt und einen
Teil des Horizontalabschnittes und das zweite Deckelteil weist den anderen Teil des
Horizontalabschnittes und den Vertikalabschnitt auf.
[0025] Vorzugsweise weist der Ausgang des Wasserführungskanals mindestens eine Austrittsöffnung
auf, welche so angeordnet ist, dass das Spülwasser in einem freien Strahl den Wasserführungskanal
verlassen kann.
[0026] Vorzugsweise sind mehrere Austrittsöffnungen angeordnet. Besonders bevorzugt ist
eine Austrittsöffnung mittig im Ausgang angeordnet und eine Vielzahl von Austrittsöffnungen
sind um die mittig angeordnete Austrittsöffnung herum verteilt angeordnet. Vorzugsweise
weist die mittige angeordnete Austrittsöffnung einen grösseren Durchmesser auf als
die anderen Austrittsöffnungen.
[0027] Vorzugsweise weist das Gehäuse eine Öffnung auf, wobei die Austrittsöffnung in Richtung
der besagten Öffnung orientiert ist, derart, dass austretendes Spülwasser in das Gehäuse
einfliessen kann, wobei das Gehäuse mindestens eine Ausflussöffnung aufweist, über
welche das Spülwasser aus dem Gehäuse austreten kann.
[0028] Durch die Einleitung des Spülwassers in das Gehäuse können laute Füllgeräusche bei
der Befüllung des Spülkastens vermieden werden.
[0029] Vorzugsweise schliesst sich der Öffnung ein Leitelement an, welches das in das Gehäuse
eintretende Spülwasser an die Innenseite einer Seitenwand des Gehäuses umleitet. Hierdurch
kann eine weitere Geräuschreduktion erreicht werden.
[0030] Vorzugsweise ist die Ventilmembran über ein Steuerungselement, insbesondere ein Schwimmer,
ansteuerbar. Der Schwimmer kann dabei das unten genannte Steuerungsventil ansteuern.
[0031] Vorzugsweise ist die Ventilmembran in einer Ventilkammer angeordnet. Die Ventilmembran
teilt die Ventilkammer in einen ersten Kammerbereich und einen zweiten Kammerbereich
auf. Der erste Kammerbereich ist Teil des Wasserführungskanals. Die Ventilmembran
weist eine Durchgangsöffnung auf, welche ein Befüllen des zweiten Kammerbereichs mit
Spülwasser vom ersten Kammerbereich her erlaubt. Der zweite Kammerbereich weist ein
Steuerungsventil mit einem Ventilkörper und einer Steuerungsbohrung auf, welches Steuerungsventil
durch mindestens ein Steuerelement ansteuerbar ist. Bei offenem Steuerungsventil ist
die Ventilmembran aufgrund des Wasserdrucks im ersten Kammerbereich von der Verschlusslage
in eine Freigabelage in Richtung des zweiten Kammerbereichs bewegbar ist.
[0032] Vorzugsweise ist die Steuerungsbohrung derart angeordnet, dass das Wasser aus dem
zweiten Kammerbereich über das Leitelement in den Spülkasten abfliesst.
[0033] Vorzugsweise weist das Füllventil im Bereich des Eingangs ein Aussengewinde auf,
mit welchem das Füllventil an eine Wasserleitung anschliessbar ist und/oder mit dem
Spülkasten verbindbar ist.
[0034] Eine Anordnung umfasst ein Füllventil nach obiger Beschreibung und einen Spülkasten
mit einer Bodenwand und mit sich von der Bodenwand im Wesentlichen rechtwinklig erstreckenden
Seitenwänden, wobei die Dichtflächen parallel zur Bodenwand verlaufen.
[0035] Die Bodenwand liegt ebenfalls in der Horizontalen und die Seitenwände liegen in der
Vertikalen. Im oberen Bereich weisen die Seitenwände eine Zugangsöffnung auf, über
welche ein Sanitärinstallateur Zugang zum Füllventil, insbesondere zum Deckel des
Füllventils, erlangen kann.
[0036] Vorzugsweise liegen das Zuflussventil und der Ausgang oberhalb der Wasserlinie bei
maximalen Füllstand im Spülkasten. Das heisst, dass der oben genannte freie Strahl
des Spülwassers oberhalb der Wasserlinie aus dem Ausgang austritt.
[0037] Vorzugsweise weist der Spülkasten in seiner Bodenwand oder seiner Seitenwand eine
Befestigungsöffnung auf, wobei das Füllventil über den Eingang an der Befestigungsöffnung
befestigt ist.
[0038] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0039] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Füllventils nach einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung;
- Fig. 2
- eine teilweise geschnittene Ansicht des Füllventils nach Figur 1;
- Fig. 3
- eine teilweise geschnittene Ansicht des Füllventils nach Figur 1;
- Fig. 4
- eine teilweise geschnittene Ansicht des Füllventils nach Figur 1;
- Fig. 5
- eine Explosionsansicht des Füllventils nach Figur 1;
- Fig. 6
- eine Explosionsansicht des Füllventils nach Figur 1 mit geschnittenen Teilen;
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0040] In den Figuren 1 bis 6 wird ein Füllventil 1 für die Befüllung eines Spülkastens
gezeigt. Das Füllventil 1 umfasst ein Gehäuse 2, einen im Gehäuse 2 angeordneten Wasserführungskanal
3 mit einem Eingang 4 und einem Ausgang 5 und ein im Wasserführungskanal 3 angeordnetes
Zuflussventil 6. Das Zuflussventil 6 ist von einer Verschlusslage in eine Freigabelage
bewegbar. In der Verschlusslage ist der Wasserführungskanal 3 gesperrt und in der
Freigabelage ist der Wasserführungskanal 3 freigegeben, sodass Spülwasser durch den
Wasserführungskanal 3 in einen Spülkasten einfliessen kann.
[0041] Der Eingang 4 umfasst, wie von der Figur 1 gezeigt, ein Aussengewinde 34. Über das
Aussengewinde 34 lässt sich das Füllventil 1 zu einem Spülkasten befestigen und es
lässt sich eine Wasserleitung am Füllventil 1 anschliessen.
[0042] Der Ausgang 5 liegt in Einbaulage gesehen oberhalb des Eingangs 4. Der Ausgang 5
ist dabei derart angeordnet, dass diese bezüglich seiner Höhenlage jeweils oberhalb
der Wasserlinie bei voll befülltem Spülkasten liegt.
[0043] Anhand der Schnittdarstellungen der Figuren 2 bis 6 wird die Funktionsweise und die
Struktur des Füllventils 1 genauer erläutert.
[0044] Der Wasserführungskanal 3 erstreckt sich vom Eingang 4 nach oben. In der Figur 2
ist ersichtlich, dass der Wasserführungskanal 3 in der gezeigten Ausführungsform teilweise
mit einem Schlauchelement 35 ausgebildet ist. Der Wasserführungskanal 3 erstreckt
sich zum Zuflussventil 6. Das Zuflussventil 6 umfasst einen Ventilsitz 7 mit einer
ventilsitzseitigen Dichtfläche 8 und eine Ventilmembran 9 mit einer ventilmembranseitigen
Dichtfläche 10. Die Dichtflächen 8, 10 sind derart angeordnet, dass sich diese in
der Einbaulage gesehen in der Horizontalen H erstrecken. Die ventilmembranseitige
Dichtfläche 10 ist in Richtung der Vertikalen V von einer Verschlusslage von der ventilsitzseitigen
Dichtfläche 8 weg in eine Freigabelage bewegbar. In der Verschlusslage liegen die
beiden Dichtflächen 8, 10 vollflächig aufeinander und in der Freigabelage liegen die
beiden Dichtflächen 8, 10 beabstandet zueinander, so dass Spülwasser zwischen den
beiden Dichtflächen 8, 10 hindurch fliessen kann. In der gezeigten Ausführungsform
wird der Wasserführungskanal 3 von oben her zur Ventilmembran 9 geführt.
[0045] Der Wasserführungskanal 3 erstreckt sich in Fliessrichtung gesehen nach der Ventilmembran
9 mit einem in der Horizontalen H verlaufenden Horizontalabschnitt 11 fort. Dem Horizontalabschnitt
11 schliesst sich ein Vertikalabschnitt 12 an. Der Wasserführungskanal 3 wird demnach
in Fliessrichtung gesehen nach dem Horizontalabschnitt 11 mit dem Vertikalabschnitt
12 nach unten hin umgelenkt. Der Ausgang 5 bildet das Ende des Vertikalabschnitts
12 und ist nach unten gerichtet, derart, dass das Spülwasser vom Ausgang 5 in der
Vertikalen V nach unten fliesst.
[0046] Der Horizontalabschnitt 11 und der Vertikalabschnitt 12 sind Teil eines Deckels 13.
Der Deckel 13 ist mit dem Gehäuse 2 verbindbar. Bei entferntem Deckel 13 ist die Ventilmembran
9 zugänglich und kann im Falle eines Defektes ausgetauscht werden.
[0047] Der Ventilsitz 7 mit der ventilsitzseitigen Dichtfläche 8 ist Teil des Deckels 13.
Demnach wird die Ventilmembran 9 in der Verschlusslage mit der ventilmembranseitigen
Dichtfläche 10 gegen den Deckel 13 gedrückt.
[0048] Die Ventilmembran 9 ist mit einem Lagerabschnitt 14 auf einer ringförmigen Lagerfläche
15 am Gehäuse 2 gelagert. Der Deckel 13 bildet ein entsprechendes Gegenstück und drückt
in der mit dem Gehäuse 2 verbundenen Position die Ventilmembran 9 gegen die Lagerfläche
15. Mit anderen Worten gesagt klemmt der Deckel 13 die Ventilmembran 9 zum Gehäuse
2. Die ringförmige Lagerfläche 15 ist am äusseren Umfang der Ventilmembran 9 angeordnet.
[0049] Mittig in der Ventilmembran 9 ist ein Führungsdorn 16 angeordnet. Die Ventilmembran
9 steht dabei mit dem Führungsdorn 16 in fester Verbindung. Der Führungsdorn 16 ragt
in einen Führungsabschnitt 17 des Wasserführungskanals 3 ein. Der Führungsdorn 16
und der Führungsabschnitt 17 sind dabei in der Vertikalen V orientiert, wobei sich
der Führungsdorn 16 in der Vertikalen V bewegt. Der Führungsdorn 16 weist Führungsflächen
36 und zwischen den Führungsflächen 36 Durchlassbereiche 37 auf. Über die Durchlassbereiche
37 fliesst das Spülwasser hindurch. Der Führungsabschnitt 17 ist Teil des Deckels
13 und liegt zwischen der Ventilmembran 9 und dem Horizontalabschnitt 11. Der Horizontalabschnitt
11 schliesst sich dem Führungsabschnitt 17 entsprechend an.
[0050] Der Deckel 13 ist über einen Schwenkverschluss 18 mit dem Gehäuse 2 verbunden. Der
Schwenkverschluss 18 weist in der gezeigten Ausführungsform die Gestalt eines Bajonettverschlusses
auf. Die Schwenkachse S des Schwenkverschlusses 18 verläuft in der Einbaulage in der
Vertikalen V. Für die Trennung des Deckels 13 vom Gehäuse 2 wird der Deckel 13 um
die Schwenkachse S verschwenkt. Der maximale Schwenkwinkel beträgt dabei 90°, besonders
bevorzugt 60°.
[0051] Zwischen dem Deckel 13 und im Gehäuse 2 ist ein Dichtungselement 19 angeordnet. Das
Dichtungselement 19 ist ein O-Ring.
[0052] Die Figuren 5 und 6 zeigen Explosionsdarstellungen des Füllventils 1. Der Deckel
13 ist in der gezeigten Ausführungsform zweiteilig mit einem ersten Deckelteil 20
und einen zweiten Deckelteil 21 ausgebildet. Beide Deckelteile 20, 21 stellen jeweils
einen Abschnitt des Wasserführungskanals 3 bereit. In der gezeigten Ausführungsform
sind im ersten Deckelteil 20 der Führungsabschnitt 17 und Teile des Horizontalabschnitts
11 angeordnet. Im zweiten Deckelteil 21 sind Teile des Horizontalabschnitts 11 und
der Vertikalabschnitt 12 angeordnet. Die beiden Deckelteile 20, 21 sind über eine
Rastverbindung 22 miteinander verbunden.
[0053] Von den Schnittdarstellungen kann weiterhin erkannt werden, dass der Ausgang 5 des
Wasserführungskanals 3 mindestens eine Austrittsöffnung 23 aufweist. Die Austrittsöffnung
23 dabei derart angeordnet, dass das Spülwasser in einem freien Strahl den Wasserführungskanal
2 verlassen kann. Der freie Strahl fliesst in der Vertikalen V nach unten.
[0054] Das Gehäuse 2 weist weiterhin eine Öffnung 24 auf. Die Austrittsöffnung 23 ist dabei
in Richtung der besagten Öffnung 24 orientiert. Aus der Austrittsöffnung 23 austretendes
Spülwasser fliesst über die Öffnung 24 in das Gehäuse 2 ein. Das Gehäuse 2 weist mindestens
eine Ausflussöffnung 25 auf, über welche das Spülwasser aus dem Gehäuse 2 austreten
kann. In der gezeigten Ausführungsform sind mehrere Ausflussöffnung 25 nebeneinander
und übereinander angeordnet. Die Ausflussöffnung 25 ist dabei im unteren Bereich des
Gehäuses 2 angeordnet und ist in der Figur 1 ersichtlich.
[0055] Der Öffnung 24 schliesst sich im Inneren des Gehäuses 2 ein Leitelement 26 an. Das
Leitelement 26 ist dabei so ausgebildet, dass dieses das Spülwasser an die Innenseite
einer Seitenwand 27 des Gehäuses 2 umleitet. Durch diese Umleitung ergeht der Vorteil,
dass das Spülwasser entlang der Seitenwand 27 nach unten fliesst. Hierdurch entstehen
keine plätschernden Geräusche.
[0056] Von den Figuren ist ersichtlich, dass die Ventilmembran 9 in einer Ventilkammer 28
angeordnet ist. Die Ventilmembran 9 teilt die Ventilkammer 28 in einen ersten Kammerbereich
29 und einen zweiten Kammerbereich 30 auf. Der erste Kammerbereich 29 ist Teil des
Wasserführungskanals 3. Der zweite Kammerbereich 31 dient im Wesentlichen der Ansteuerung
der Ventilmembran 9. Die Ventilmembran 9 weist eine Durchgangsöffnung 31 auf, welche
ein Befüllen des zweiten Kammerbereichs 30 mit Spülwasser vom ersten Kammerbereich
29 her erlaubt. Der zweite Kammerbereich 30 weist ein Steuerungsventil 32 mit einem
Ventilkörper und einer Steuerungsbohrung 33 auf. Das Steuerungsventil 32 ist durch
mindestens ein Steuerelement ansteuerbar. Bei offenem Steuerungsventil 32 wird die
Ventilmembran 9 aufgrund des Wasserdrucks im ersten Kammerbereich 29 von der Verschlusslage
in die Freigabelage in Richtung des zweiten Kammerbereichs 30 bewegt. Das Steuerungsventil
32 und somit auch die Ventilmembran werden über ein Steuerungselement, insbesondere
über einen Schwimmer, entsprechend angesteuert. Von der Figur 4 ist weiterhin ersichtlich,
dass die Steuerungsbohrung 33 derart angeordnet ist, dass bei offenen Steuerungsventil
32 das Wasser im zweiten Kammerbereich 30 zum Leitelement 26 geführt werden kann.
Das Wasser aus dem zweiten Kammerbereich 30 fliesst demnach in den Hauptstrahl, der
vom Ausgang 5 ausfliesst.
[0057] Eine in den Figuren nicht gezeigte Anordnung umfasst das Füllventil 1 nach obiger
Beschreibung und einen Spülkasten mit einer Bodenwand und sich von der Bodenwand im
Wesentlichen rechtwinklig erstreckenden Seitenwänden, wobei die Dichtflächen 8, 10
in Einbaulage parallel zur Bodenwand verlaufen. Die Bodenwand erstreckt sich ebenfalls
in der Horizontalen H. Der Spülkasten weist in einer Ausführungsform in seiner Bodenwand
eine Befestigungsöffnung auf, wobei das Füllventil über den Eingang an der Befestigungsöffnung
befestigt ist. In einer anderen Ausführungsform weist der Spülkasten in seiner Seitenwand
eine Befestigungsöffnung auf, wobei der Wasserführungskanal dann in einem ersten Abschnitt
parallel zur Bodenwand verläuft und dann in die Vertikale übergeht.
BEZUGSZEICHENLISTE
| 1 |
Füllventil |
25 |
Ausflussöffnung |
| 2 |
Gehäuse |
26 |
Leitelement |
| 3 |
Wasserführungskanal |
27 |
Seitenwand |
| 4 |
Eingang |
28 |
Ventilkammer |
| 5 |
Ausgang |
29 |
erster Kammerbereich |
| 6 |
Zuflussventil |
30 |
zweiter Kammerbereich |
| 7 |
Ventilsitz |
31 |
Durchgangsöffnung |
| 8 |
ventilsitzseitige Dichtfläche |
32 |
Steuerungsventil |
| 9 |
Ventilmembran |
33 |
Steuerungsbohrung |
| 10 |
ventilmembranseitige Dichtfläche |
34 |
Aussengewinde |
| 35 |
Schlauchelement |
| 11 |
Horizontalabschnitt |
36 |
Führungsfläche |
| 12 |
Vertikalabschnitt |
37 |
Durchlassbereich |
| 13 |
Deckel |
|
|
| 14 |
Lagerabschnitt |
H |
Horizontale |
| 15 |
Lagerfläche |
V |
Vertikale |
| 16 |
Führungsdorn |
S |
Schwenkachse |
| 17 |
Führungsabschnitt |
|
|
| 18 |
Schwenkverschluss |
|
|
| 19 |
Dichtungselement |
|
|
| 20 |
erster Deckelteil |
|
|
| 21 |
zweiter Deckelteil |
|
|
| 22 |
Rastverbindung |
|
|
| 23 |
Austrittsöffnung |
|
|
| 24 |
Öffnung |
|
|
1. Füllventil (1) für die Befüllung eines Spülkastens umfassend ein Gehäuse (2),
einen im Gehäuse (2) angeordneten Wasserführungskanal (3) mit einem Eingang (4) und
einem Ausgang (5) und
ein im Wasserführungskanal (3) angeordnetes Zuflussventil (6),
wobei das Zuflussventil (6) einen Ventilsitz (7) mit einer ventilsitzseitigen Dichtfläche
(8) und eine Ventilmembran (9) mit einer ventilmembranseitigen Dichtfläche (10) umfasst,
wobei die Dichtflächen (8, 10) in der Einbaulage gesehen in der Horizontalen (H) liegen,
wobei die ventilmembranseitige Dichtfläche (10) in Richtung der Vertikalen (V) von
einer Verschlusslage von der ventilsitzseitigen Dichtfläche (8) weg in eine Freigabelage
bewegbar ist,
wobei sich der Wasserführungskanal (3) in Fliessrichtung nach der Ventilmembran (9)
gesehen mit einem in der Horizontalen (H) verlaufenden Horizontalabschnitt (11) fortsetzt,
wobei der Wasserführungskanal (3) in Fliessrichtung nach dem Horizontalabschnitt (11)
mit einem Vertikalabschnitt (12) nach unten umgelenkt wird und der Ausgang (5) das
Ende des Vertikalabschnitts (12) bildet und nach unten gerichtet ist, derart, dass
das Spülwasser vom Ausgang (5) in der Vertikalen (V) nach unten fliesst,
wobei der Horizontalabschnitt (11) und der Vertikalabschnitt (12) Teil eines Deckels
(13) sind, welches mit dem Gehäuse (2) verbindbar ist und
wobei bei entferntem Deckel (13) die Ventilmembran (9) zugänglich ist.
2. Füllventil (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilmembran (9) mit einem Lagerabschnitt (14) auf einer ringförmigen Lagerfläche
(15) am Gehäuse (2) gelagert ist und dass der Deckel (13) in der mit dem Gehäuse (2)
verbundenen Position die Ventilmembran (9) gegen die Lagerfläche (15) drückt.
3. Füllventil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilmembran (9) mit einem Führungsdorn (16) in Verbindung steht, welcher in
einen Führungsabschnitt (17) des Wasserführungskanals (3) einragt, wobei der Führungsdorn
(16) und der Führungsabschnitt (17) in der Vertikalen (V) orientiert sind, wobei der
Führungsabschnitt (17) Teil des Deckels (13) ist und wobei sich der Horizontalabschnitt
(11) dem Führungsabschnitt (17) anschliesst.
4. Füllventil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilsitz (7) mit seiner ventilsitzseitigen Dichtfläche (8) am Deckel (13) angeordnet
ist.
5. Füllventil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (13) über einen Schwenkverschluss (18), insbesondere über einen formschlüssigen
Schwenkverschluss oder einen Bajonettverschluss, mit dem Gehäuse (2) in Verbindung
steht.
6. Füllventil (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (S) des Schwenkverschlusses (18) in Einbaulage gesehen in der Vertikalen
(V) verläuft und/oder dass der für die Trennung des Deckels (13) vom Gehäuse (2) benötigte
Schwenkwinkel maximal 90°, insbesondere maximal 60°, beträgt.
7. Füllventil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Deckel (13) und dem Gehäuse (2) ein Dichtungselement (19) angeordnet
ist; und/oder
dass der Deckel (13) zweiteilig mit einem ersten Deckelteil (20) und einem zweiten Deckelteil
(21) ausgebildet ist, wobei die beiden Deckelteile (20, 21) jeweils einen Abschnitt
des Wasserführungskanals (3) bereitstellen und wobei die beiden Deckelteile (20, 21)
über eine Rastverbindung (22) miteinander verbindbar sind.
8. Füllventil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgang (5) des Wasserführungskanals (3) mindestens eine Austrittsöffnung (23)
aufweist, welche so angeordnet ist, dass das Spülwasser in einem freien Strahl den
Wasserführungskanal (2) verlassen kann.
9. Füllventil (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse eine Öffnung (24) aufweist, wobei die Austrittsöffnung (23) in Richtung
der besagten Öffnung (24) orientiert ist, derart, dass austretendes Spülwasser in
das Gehäuse (2) einfliessen kann, wobei das Gehäuse (2) mindestens eine Ausflussöffnung
(25) aufweist, über welche das Spülwasser aus dem Gehäuse (2) austreten kann.
10. Füllventil (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Öffnung (24) ein Leitelement (26) anschliesst, welches das in das Gehäuse
(2) eintretende Spülwasser an die Innenseite einer Seitenwand (27) des Gehäuses (2)
umleitet.
11. Füllventil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilmembran über ein Steuerungselement, insbesondere ein Schwimmer, ansteuerbar
ist.
12. Füllventil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilmembran (9) in einer Ventilkammer (28) angeordnet ist,
wobei die Ventilmembran (9) die Ventilkammer (28) in einen ersten Kammerbereich (29)
und einen zweiten Kammerbereich (30) aufteilt,
wobei der erste Kammerbereich (29) Teil des Wasserführungskanals (3) ist,
wobei die Ventilmembran (9) eine Durchgangsöffnung (31) aufweist, welche ein Befüllen
des zweiten Kammerbereichs (30) mit Spülwasser vom ersten Kammerbereich (29) her erlaubt,
wobei der zweite Kammerbereich (30) ein Steuerungsventil (32) mit einem Ventilkörper
und einer Steuerungsbohrung (33) aufweist, welches Steuerungsventil (32) durch mindestens
ein Steuerelement ansteuerbar ist, und
wobei bei offenem Steuerungsventil (32) die Ventilmembran (9) aufgrund des Wasserdrucks
im ersten Kammerbereich (29) von der Verschlusslage in die Freigabelage in Richtung
des zweiten Kammerbereichs (30) bewegbar ist.
13. Füllventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllventil (1) im Bereich des Eingangs (4) ein Aussengewinde (34) aufweist, mit
welchem das Füllventil (1) an eine Wasserleitung anschliessbar ist und/oder mit dem
Spülkasten verbindbar ist.
14. Anordnung umfassend ein Füllventil (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche und
einen Spülkasten mit einer Bodenwand und sich von der Bodenwand im Wesentlichen rechtwinklig
erstreckenden Seitenwänden, wobei die Dichtflächen (8, 10) in Einbaulage parallel
zur Bodenwand verlaufen.
15. Anordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Spülkasten in seiner Bodenwand oder einer Seitenwand eine Befestigungsöffnung
aufweist, wobei das Füllventil über den Eingang an der Befestigungsöffnung befestigt
ist.