Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Behandlungsverfahren für ein Walzgut
aus Metall, wobei das Walzgut ein flaches warmes Walzgut ist, das sich in einer Längsrichtung,
in einer Breitenrichtung und in einer Dickenrichtung erstreckt,
- wobei zu einer Behandlungszeit mittels einer Behandlungseinrichtung zumindest im wesentlichen
in Dickenrichtung auf das Walzgut eingewirkt wird,
- wobei zumindest für einen Zeitraum vor der Behandlungszeit mittels eines Modells des
Walzguts durch iteratives Lösen zumindest einer Wärmeleitungsgleichung die zeitliche
Entwicklung eines thermischen Zustands des Walzguts modelliert wird,
- wobei eine Ansteuerung der Behandlungseinrichtung, aufgrund derer die Behandlungseinrichtung
auf das Walzgut einwirkt, in Abhängigkeit von demjenigen thermischen Zustand erfolgt,
der mittels des Modells für das Walzgut für die Behandlungszeit ermittelt wird,
- wobei die Dichte des Walzguts in die Wärmeleitungsgleichung eingeht,
- wobei die Dichte vom jeweiligen thermischen Zustand des Walzguts abhängt. Der Oberbegriff
des Anspruchs 1 basiert auf der WO 2004/042480 A1.
[0002] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einem Steuerprogramm für eine Steuereinrichtung
einer Behandlungseinrichtung zum Behandeln eines Walzguts aus Metall, wobei das Steuerprogramm
Maschinencode umfasst, der von der Steuereinrichtung abarbeitbar ist, wobei die Abarbeitung
des Maschinencodes durch die Steuereinrichtung bewirkt, dass die Steuereinrichtung
die Behandlungseinrichtung gemäß einem derartigen Behandlungsverfahren betreibt.
[0003] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Steuereinrichtung einer Behandlungseinrichtung
zum Behandeln eines Walzguts aus Metall, wobei die Steuereinrichtung mit einem derartigen
Steuerprogramm programmiert ist, so dass die Steuereinrichtung die Behandlungseinrichtung
gemäß einem derartigen Behandlungsverfahren betreibt.
[0004] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Behandlungsanlage zum Behandeln
eines Walzguts aus Metall, wobei das Walzgut ein flaches warmes Walzgut ist, das sich
in einer Längsrichtung, in einer Breitenrichtung und in einer Dickenrichtung erstreckt,
- wobei die Behandlungsanlage eine Behandlungseinrichtung aufweist, mittels derer zumindest
im wesentlichen in Dickenrichtung auf das Walzgut einwirkbar ist,
- wobei die Behandlungsanlage eine Steuereinrichtung aufweist, von der zumindest die
Behandlungseinrichtung gesteuert wird,
- wobei die Steuereinrichtung als entsprechende Steuereinrichtung ausgebildet ist, so
dass die Steuereinrichtung die Behandlungseinrichtung gemäß einem derartigen Behandlungsverfahren
betreibt.
Stand der Technik
[0005] Bei der Herstellung eines flachen Walzguts, also in Verbindung mit dem Gießen, dem
Vorwalzen, dem Fertigwalzen und dem Kühlen, ist es oftmals erforderlich, die Temperatur
bzw. allgemein den thermischen Zustand des flachen Walzguts zu bestimmten Zeiten genau
zu kennen. Eine Messung der Temperatur und damit des thermischen Zustands ist vielfach
jedoch nicht möglich. Aus diesem Grund erfolgt eine entsprechende Modellierung des
thermischen Zustands des flachen Walzguts.
[0006] Zum ordnungsgemäßen Modellieren wird oftmals eine Wärmeleitungsgleichung verwendet.
Die Wärmeleitungsgleichung ist eine Differenzialgleichung, die in kleinen zeitlichen
Schritten iterativ gelöst werden muss. Je nach Vorgehensweise kann die Wärmeleitungsgleichung
auf verschiedene Art und Weise angesetzt werden. Je nach Sachverhalt kann es weiterhin
erforderlich sein, parallel zum Lösen der Wärmeleitungsgleichung auch eine Phasenumwandlungsgleichung
iterativ zu lösen.
[0007] Wärmeleitungsgleichungen sind in verschiedenen Ausgestaltungen bekannt. So ist es
beispielsweise bekannt, die Wärmeleitungsgleichung eindimensional oder dreidimensional
anzusetzen. Im Falle eines eindimensionalen Ansatzes wird die Wärmeleitungsgleichung
nur in Dickenrichtung des flachen Walzguts gelöst. Der Wärmefluss in Längsrichtung
und in Breitenrichtung wird vernachlässigt. Nachstehend werden - in Sinne einer unvollständigen
Aufzählung - einige mögliche eindimensionale Ansätze für die Wärmeleitungsgleichung
aufgeführt und erläutert. Die korrespondierenden dreidimensionalen Ansätze werden
nicht separat mit erläutert, sind im Stand der Technik aber (zumindest meist) mit
angegeben.
[0009] Wenn alternativ die Wärmekapazität temperaturabhängig angesetzt wird, wird Gleichung
1 wie folgt umgeschrieben:

[0010] Der Unterschied zu Gleichung 1 besteht darin, dass die Wärmekapazität c
P nunmehr temperaturabhängig und damit indirekt zeitlich variabel ist und ein nichtlineares
Verhalten des Walzguts modelliert werden kann. Die Wärmeleitfähigkeit kann zustandsabhängig
sein. Dieser Ansatz ist ebenfalls in dem genannten Fachbuch von Aslak Tveito und Ragnar
Winther erläutert. Er ist nichtlinear und basiert ebenfalls auf der Temperatur.
[0011] Alternativ ist es beispielsweise möglich, die Wärmeleitungsgleichung in der Form

anzusetzen. Hierbei sind - zusätzlich zu den bereits erläuterten Größen - H die Enthalpie
und p ein Phasenzustand. Der Phasenzustand kann skalar oder vektoriell sein. Mit Q
werden Wärmequellen oder Wärmesenken modelliert. Dieser Ansatz wird beispielsweise
in der
EP 1 397 523 A1, der
EP 1 576 429 A1 und der
EP 1 711 868 B1 erläutert. Dieser Ansatz ist nichtlinear, arbeitet mit der Enthalpie und der Phasenumwandlung
sowie mit Quellen. Die Temperatur ist eine aus der Enthalpie und dem Phasenzustand
abgeleitete Größe. Bei diesem Ansatz können Wärmequellen und Wärmesenken mit berücksichtigt
werden.
[0012] Der letztgenannte Ansatz kann dahingehend erweitert werden, dass zusätzlich die Konzentration
eines gelösten Legierungselements in einer Phase (insbesondere bei Stahl die Konzentration
von Kohlenstoff in der Phase Austenit) mit berücksichtigt wird. Diese Vorgehensweise
ist in der
EP 1 910 951 B1 detailliert erläutert.
[0013] Als letztes Beispiel sei noch der Ansatz erwähnt, die Wärmeleitungsgleichung in der
Form

anzusetzen. Die zugehörigen Größen sind bereits erläutert. Dieser Ansatz ist beispielsweise
in der
WO 2017/092 967 A1 erwähnt. In der
WO 2017/092 967 A1 ist weiterhin ausgeführt, dass für die einzelnen Phasen jeweils eine Dichte ermittelt
werden kann, dass Phasengrenzen zwischen den Phasen ermittelt werden können und auf
Basis der ermittelten Dichten und der ermittelten Phasengrenzen eine Dichteverteilung
ermittelt werden kann. Die genaue Kenntnis der Dichteverteilung soll eine genauere
Ermittlung der Temperaturverteilung ermöglichen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0015] Unabhängig von der konkret verwendeten Wärmeleitungsgleichung geht in die Wärmeleitungsgleichung
(unter anderem) stets die Dichte ein. Dies gilt unabhängig davon, ob für die Wärmeleitungsgleichung
einer der obenstehend erläuterten Ansätze verwendet wird oder ein anderer Ansatz.
Es gilt auch unabhängig davon, ob die Wärmeleitungsgleichung eindimensional oder mehrdimensional
angesetzt wird, und unabhängig davon, ob die Wärmeleitungsgleichung linear oder nichtlinear
angesetzt wird.
[0016] Bei den weitaus meisten Ansätzen wird angenommen, dass die Dichte des Materials sich
nicht ändert, so dass im Rahmen des Lösens der Wärmeleitungsgleichung die Dichte als
Konstante angesetzt werden kann. Die
WO 2017/092 967 A1 erwähnt zwar, dass die Dichte als Variable angesetzt werden kann. Es finden sich
aber keinerlei Ausführungen, wie diese variable Dichte in der Wärmeleitungsgleichung
berücksichtigt werden soll. Der Ansatz von Miettinen und Louhenkilpi gilt nur speziell
für Erstarrungsprozesse und ist für Walzgut, bei dem das Metall bereits erstarrt ist,
nicht anwendbar. Der Grund hierfür ist, dass eine Änderung der Dichte bei einem Festkörper
immer auch eine Änderung von dessen Abmessungen nach sich zieht, welche bei der Diskretisierung
der Wärmeleitungsgleichung ebenso wie die Änderung der Dichte selbst mit berücksichtigt
werden muss. Bei dem genannten Fachaufsatz hingegen wird insbesondere eine Änderung
in Dickenrichtung durch Rollen, die am Walzgut anliegen, verhindert.
[0017] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen,
mittels derer die zustandsabhängige Dichte des Walzguts korrekt berücksichtigt werden
kann und so die Genauigkeit beim Lösen der Wärmeleitungsgleichung verbessert werden
kann.
[0018] Die Aufgabe wird durch ein Betriebsverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Betriebsverfahrens sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche 2 bis 5.
[0019] Erfindungsgemäß wird ein Behandlungsverfahren der eingangs genannten Art dadurch
ausgestaltet, dass die Abhängigkeit der Dichte des Walzguts vom jeweiligen thermischen
Zustand des Walzguts in der Wärmeleitungsgleichung durch einen Faktor der Form

berücksichtigt wird, wobei p und ρ
0 auf einen aktuellen und einen vorbestimmten thermischen Zustand des Walzguts bezogene
Dichten des Walzguts sind und die Koeffizienten xL, xB und xD sich als Quotient einer
Erstreckung des Walzguts in Längsrichtung, in Breitenrichtung und in Dickenrichtung
bei dem jeweiligen und dem vorbestimmten thermischen Zustand des Walzguts ergeben.
[0020] Durch den Faktor a bzw. a' kann die Abhängigkeit der Wärmeleitungsgleichung von der
Dichte des Walzguts vollständig berücksichtigt werden. Über den Faktor a bzw. a' hinaus
ist die Wärmeleitungsgleichung also von der Dichte des Walzguts unabhängig.
[0021] Die Faktoren a und a' werden später für eine ganz bestimmte Wärmeleitungsgleichung
hergeleitet werden. Sie sind jedoch völlig unabhängig von der konkret verwendeten
Wärmeleitungsgleichung. Es kann also jede der Gleichungen 1 bis 4 verwendet werden,
auch in ihrer mehrdimensionalen Form. Ebenso können auch andere Wärmeleitungsgleichungen
verwendet werden. Auch ist es nach Bedarf möglich, die verwendete Wärmeleitungsgleichung
mit gleichzeitiger Kopplung mit einer Phasenumwandlungsgleichung zu lösen und dadurch
die bei der Phasenumwandlung auftretende Umwandlungswärme zu berücksichtigen.
[0022] Im allgemeinen Fall müssen die Koeffizienten xL, xB und xD einzeln und individuell
bekannt sein. Oftmals ist die Dichte jedoch isotrop. In diesem Fall sind auch Änderungen
der Dichte isotrop. Somit muss nur die Dichte als solche bekannt sein. Denn in diesem
Fall ist es möglich, die Koeffizienten xL, xB und xD derart zu ermitteln, dass sie
untereinander gleich groß sind und ihr Produkt gleich dem Quotienten der vom jeweiligen
thermischen Zustand des Walzguts abhängigen Dichte und der auf den vorbestimmten thermischen
Zustand des Walzguts bezogenen normierten Dichte ist. Aufgrund der Gleichheit der
Koeffizienten xL, xB und xD kann somit der Faktor a zu

vereinfacht werden. Anstelle des Koeffizienten xD könnte natürlich (aufgrund der
Gleichheit) ebenso der Koeffizient xL oder der Koeffizient xB oder die dritte Wurzel
der Dichteänderung verwendet werden.
[0023] Im Falle der Verwendung des Faktors a' ist es nur erforderlich den Koeffizienten
xD zu ermitteln. In diesem Fall kann der Koeffizient xD derart ermittelt werden, dass
er gleich der dritten Wurzel des Quotienten der vom jeweiligen thermischen Zustand
des Walzguts abhängigen Dichte und der auf den vorbestimmten thermischen Zustand des
Walzguts bezogenen normierten Dichte ist.
[0024] In manchen Fällen kann es ausreichen, die Modellierung der zeitlichen Entwicklung
des thermischen Zustands des Walzguts offline durchzuführen. In der Regel erfolgt
die Modellierung der zeitlichen Entwicklung des thermischen Zustands des Walzguts
jedoch online - beispielsweise im Rahmen einer Setup-Berechnung - oder sogar in Echtzeit.
[0025] Die Art der Behandlung kann nach Bedarf sein. Beispielsweise ist es möglich, dass
mittels der Behandlungseinrichtung ein Walzen des Walzguts erfolgt, so dass die Dicke
des Walzguts nach dem Einwirken der Behandlungseinrichtung auf das Walzgut kleiner
als vor dem Einwirken der Behandlungseinrichtung auf das Walzgut ist. Der mittels
des Modells ermittelte thermische Zustand des Walzguts kann in diesem Fall beispielsweise
im Rahmen der Ermittlung des Umformwiderstands des Walzguts und damit der Ermittlung
der erforderlichen Walzkraft verwendet werden.
[0026] Oftmals erfolgt mittels der Behandlungseinrichtung eine rein thermische Beeinflussung
des Walzguts ohne Umformung des Walzguts. Eine derartige thermische Beeinflussung
des Walzguts kann nach Bedarf beispielsweise ein ein Heizen (beispielsweise ein induktives
Heizen) vor einer Vorstraße oder vor einer Fertigstraße sein. Auch kann es sich um
eine Einwirkung handeln, bei welcher ein Kühlen als unvermeidbarer Nebeneffekt auftritt,
beispielsweise beim Entzundern des Walzguts. Vor allem aber kann es sich um ein beabsichtigtes
Kühlen handeln. Beispielsweise können in diesem Zusammenhang eine Zwischengerüstkühlung
(also eine Kühlung zwischen einzelnen Walzvorgängen in einer mehrgerüstigen Walzstraße)
oder eine Kühlung in einer einer Walzeinrichtung nachgeordneten Kühlstrecke genannt
werden.
[0027] Die Aufgabe wird weiterhin durch ein Steuerprogramm mit den Merkmalen des Anspruchs
6 gelöst. Erfindungsgemäß bewirkt die Abarbeitung des Steuerprogramms, dass die Steuereinrichtung
die Behandlungseinrichtung gemäß einem erfindungsgemäßen Behandlungsverfahren betreibt.
[0028] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Steuereinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
7 gelöst. Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung mit einem erfindungsgemäßen Steuerprogramm
programmiert, so dass die Steuereinrichtung die Behandlungseinrichtung gemäß einem
erfindungsgemäßen Behandlungsverfahren betreibt.
[0029] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Behandlungsanlage mit den Merkmalen des Anspruchs
8 gelöst. Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung als erfindungsgemäße Steuereinrichtung
ausgebildet, so dass die Steuereinrichtung die Behandlungseinrichtung gemäß einem
erfindungsgemäßen Behandlungsverfahren betreibt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0030] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die in Verbindung
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in schematischer Darstellung:
- FIG 1
- eine Behandlungsanlage von der Seite,
- FIG 2
- ein flaches Walzgut von oben,
- FIG 3
- eine Warmwalzanlage einschließlich Kühlstrecke,
- FIG 4
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 5
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 6
- eine Wärmeleitungsgleichung,
- FIG 7
- eine Steuereinrichtung,
- FIG 8
- ein Volumenelement,
- FIG 9
- eine Wärmeleitungsgleichung,
- FIG 10
- eine Modifikation der Steuereinrichtung,
- FIG 11
- eine weitere Modifikation der Steuereinrichtung,
- FIG 12
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 13
- eine Wärmeleitungsgleichung,
- FIG 14
- eine Modifikation der Steuereinrichtung und
- FIG 15
- eine weitere Modifikation der Steuereinrichtung.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0031] Gemäß FIG 1 weist eine Behandlungsanlage für Walzgut 1 eine Behandlungseinrichtung
2 auf. Mittels der Behandlungseinrichtung 2 kann auf das Walzgut 1 eingewirkt werden.
[0032] Das Walzgut 1 besteht aus Metall. Meist besteht das Walzgut 1 aus Stahl. Es kann
aber auch aus einem anderen Metall bestehen, beispielsweise Aluminium oder Kupfer.
Das Walzgut 1 erstreckt sich - siehe FIG 2 - in einer Längsrichtung über eine Gesamtlänge
L und in einer Breitenrichtung über eine Gesamtbreite B. Weiterhin erstreckt sich
das Walzgut 1 auch in einer Dickenrichtung - siehe FIG 1 - über eine Dicke D. Die
Dicke D ist kleiner als die Breite B, meist erheblich kleiner. Die Breite B ist meist
kleiner als die Länge L. Typische Werte für die Dicke D liegen im Bereich unter 1
mm bis 250 mm, manchmal auch etwas darüber. Typische Werte für die Breite B liegen
im Bereich zwischen 500 mm und 2500 mm, in manchen Fällen sogar noch etwas darüber.
Die Länge L liegt bei etlichen Metern, beispielsweise mehreren 100 m oder sogar bis
zu über 1000 m. Es handelt sich bei dem Walzgut 1 somit um ein flaches Walzgut 1.
Weiterhin ist das Walzgut 1 ein warmes Walzgut 1.
[0033] Mittels der Behandlungseinrichtung 2 kann zumindest im wesentlichen in Dickenrichtung
auf das Walzgut 1 eingewirkt werden. Dies wird nachfolgend in Verbindung mit FIG 3
näher erläutert.
[0034] Gemäß FIG 3 kann das Walzgut 1 zunächst in einem Vorwalzwerk vorgewalzt werden, sodann
in einer Fertigstraße fertiggewalzt werden, sodann in einer der Fertigstraße nachgeordneten
Kühlstrecke gekühlt werden und schließlich zu einem Bund gehaspelt werden. Das Vorwalzwerk
weist zum Vorwalzen des Walzguts 1 mindestens ein Vorwalzgerüst 3 auf. In analoger
Weise weist die Fertigstraße zum Fertigwalzen des Walzguts 1 mindestens ein Fertigwalzgerüst
4 auf. Die Kühlstrecke weist mindestens eine Aufbringeinrichtung 5 auf, mittels derer
das Walzgut 1 mit Kühlwasser beaufschlagt werden kann.
[0035] Dem Vorwalzwerk können eine Heizeinrichtung 6 (insbesondere eine Induktionsheizung)
und/oder eine Entzunderungseinrichtung 7 vorgeordnet sein. In analoger Weise können
der Fertigstraße eine Heizeinrichtung 8 (insbesondere eine Induktionsheizung) und/oder
eine Entzunderungseinrichtung 9 vorgeordnet sein. Im Falle einer mehrgerüstigen Fertigstraße
können weiterhin zwischen den Fertigwalzgerüsten 4 Zwischengerüstkühlungen 10 angeordnet
sein, mittels derer das Walzgut 1 zwischen den einzelnen Fertigwalzgerüsten 4 mit
Kühlwasser beaufschlagt werden kann.
[0036] Jede der genannten Komponenten 3 bis 10 kann eine Behandlungseinrichtung 2 im Sinne
der vorliegenden Erfindung sein. Im Falle der Walzgerüste 3, 4 erfolgt ein Walzen
des Walzguts 1. In diesem Fall ist die Dicke D des Walzguts 1 nach dem Einwirken der
Behandlungseinrichtung 2, 3, 4 auf das Walzgut 1 in aller Regel kleiner als vor dem
Einwirken der Behandlungseinrichtung 2, 3, 4 auf das Walzgut 1. Eine Gleichheit ist
lediglich ausnahmsweise gegeben, wenn das Walzgut 1 die Behandlungseinrichtung 2,
3, 4 umformungsfrei durchläuft. Im Falle der Aufbringeinrichtung 5, der Heizeinrichtungen
6, 8, der Entzunderungseinrichtungen 7, 9 und der Zwischengerüstkühlungen 10 erfolgt
durch das Einwirken der Behandlungseinrichtung 2, 5 bis 10 auf das Walzgut 1 eine
rein thermische Beeinflussung des Walzguts 1 ohne Umformung. Bei den Heizeinrichtungen
6, 8 ist die rein thermische Beeinflussung ein Aufheizen des Walzguts 1. Bei den Aufbringeinrichtungen
5, den Entzunderungseinrichtungen 7, 9 und den Zwischengerüstkühlung in 10 ist die
rein thermische Beeinflussung ein Kühlen des Walzguts 1.
[0037] Nachfolgend wird für die Behandlungseinrichtung stets nur das Bezugszeichen 2 verwendet.
Die vollständige Auflistung der Bezugszeichen 2, 3, 4 usw. würde nur den Text aufblähen
und unverständlicher machen, ohne zum Verständnis der vorliegenden Erfindung beizutragen.
[0038] Die Behandlungseinrichtung 2 (und gegebenenfalls auch weitere Komponenten der Behandlungsanlage)
werden gemäß FIG 1 von einer Steuereinrichtung 11 gesteuert. Die Steuereinrichtung
11 ist mit einem Steuerprogramm 12 programmiert. Das Steuerprogramm 12 umfasst Maschinencode
13, der von der Steuereinrichtung 11 abarbeitbar ist. Die Programmierung der Steuereinrichtung
11 mit dem Steuerprogramm 12 (bzw. hiermit gleichwertig die Abarbeitung des Maschinencodes
13 durch die Steuereinrichtung 11) bewirkt, dass die Steuereinrichtung 11 die Behandlungseinrichtung
2 gemäß einem Behandlungsverfahren betreibt, wie es nachstehend - zunächst in Verbindung
mit FIG 4 - näher erläutert wird.
[0039] Gemäß FIG 4 wird der Steuereinrichtung 11 in einem Schritt S1 ein anfänglicher Zustand
ZA des Walzguts 1 bekannt. Der anfängliche Zustand ZA kann sich unter Umständen auf
das gesamte Walzgut 1 beziehen. Alternativ kann er sich - siehe FIG 2 - auf einen
einzelnen Abschnitt 14 des Walzguts 1 beziehen. Nachfolgend wird angenommen, dass
der anfängliche Zustand ZA sich auf einen einzelnen Abschnitt 14 des Walzguts 1 bezieht.
Dies stellt auch den allgemeinen Fall dar, da im Falle einer einheitlichen Betrachtung
des gesamten Walzguts 1 lediglich die Anzahl an Abschnitten 14 entsprechend reduziert
werden muss, nämlich auf einen einzigen Abschnitt 14.
[0040] Durch den anfänglichen Zustand ZA ist ein thermischer Zustand des Abschnitts 14 bestimmt.
Insbesondere ist durch ihn - direkt oder indirekt - zumindest die anfängliche Temperatur
T des entsprechenden Abschnitts 14 bestimmt. Gegebenenfalls kann zusätzlich auch ein
Phasenzustand p bestimmt sein. Beispielsweise kann der anfängliche Zustand ZA die
anfängliche Temperatur oder die anfängliche Enthalpie des Abschnitts 14 enthalten,
und zwar in beiden Fällen mit oder ohne Phasenanteile oder mindestens einen Phasenanteil.
[0041] Beispielsweise kann das Walzgut 1 entsprechend der Darstellung in den FIG 1 bis 3
mit einer konstanten oder variablen Geschwindigkeit v gefördert werden, wobei die
Geschwindigkeit v in der Längsrichtung des Walzguts 1 verläuft. In diesem Fall kann
beispielsweise mittels einer entsprechenden Messeinrichtung 15 (beispielsweise mittels
eines Temperaturmessplatzes) mit einem festen Zeittakt jeweils der anfängliche Zustand
ZA erfasst und der Steuereinrichtung 11 zugeführt werden. Die Steuereinrichtung 11
ordnet in diesem Fall den anfänglichen Zustand ZA dem entsprechenden Abschnitt 14
zu. Es sind aber auch andere Vorgehensweisen möglich. Im Falle eines festen Zeittaktes
ist die Länge des jeweiligen Abschnitts 14, auf den sich der jeweilige anfängliche
Zustand ZA bezieht, durch die Geschwindigkeit v während des jeweiligen Zeittaktes
und den Zeittakt selbst bestimmt. Der Zeittakt liegt typisch zwischen 0,1 s und 0,5
s, insbesondere zwischen 0,2 s und 0,4 s, beispielsweise bei 0,3 s.
[0042] In einem Schritt S2 setzt die Steuereinrichtung 11 einen aktuellen Zustand Z des
Abschnitts 14 gleich dem anfänglichen Zustand ZA. Auch der aktuelle Zustand Z ist
somit ein thermischer Zustand.
[0043] In einem Schritt S3 schreibt die Steuereinrichtung 11 den aktuellen Zustand Z des
Abschnitts 14 fort. Insbesondere setzt die Steuereinrichtung 11 im Schritt S3 in einem
Modell 16 des Walzguts 1 (siehe FIG 1) zumindest eine Wärmeleitungsgleichung für den
Abschnitt 14 an und löst die Wärmeleitungsgleichung für einen einzelnen Zeitschritt.
Dies wird später noch detailliert erläutert werden. Soweit erforderlich, kann die
Steuereinrichtung 11 im Schritt S3 zusätzlich auch eine Phasenumwandlungsgleichung
für den Abschnitt 14 ansetzen und lösen.
[0044] Soweit erforderlich, implementiert die Steuereinrichtung 11 in einem Schritt S4 eine
Wegverfolgung für den Abschnitt 14. Eine Wegverfolgung und deren Implementierung ist
Fachleuten allgemein bekannt.
[0045] In einem Schritt S5 prüft die Steuereinrichtung 11, ob eine Behandlungszeit erreicht
ist, zu der der Abschnitt 14 des Walzguts 1 in der Behandlungseinrichtung 2 behandelt
werden soll, also mit der Behandlungseinrichtung 2 in Dickenrichtung auf den Abschnitt
14 eingewirkt werden soll. Zur Klarstellung: Die Behandlungszeit ist keine von einer
absoluten Zeit losgelöste Zeitspanne, sondern ein fester Zeitpunkt oder eine feste
Zeitspanne. Der Begriff "Behandlungszeit" hat also nicht die Bedeutung, dass in der
Behandlungseinrichtung 2 für - beispielsweise - 5 s auf den Abschnitt 14 eingewirkt
werden soll, unabhängig davon, wann dies geschieht. Der Begriff "Behandlungszeit"
hat vielmehr die Bedeutung, dass in der Behandlungseinrichtung 2 zu einem bestimmten
Zeitpunkt - beispielsweise exakt um 13:39:22 Uhr - auf den Abschnitt 14 eingewirkt
werden soll oder ab dem bestimmten Zeitpunkt für eine vorbestimmte Zeitspanne- beispielsweise
für 5 s - auf den Abschnitt 14 eingewirkt werden soll.
[0046] Ist die Behandlungszeit noch nicht erreicht, geht die Steuereinrichtung 11 zum Schritt
S3 zurück. Ist die Behandlungszeit hingegen erreicht, geht die Steuereinrichtung zu
einem Schritt S6 über.
[0047] Im Schritt S6 ermittelt die Steuereinrichtung 11 in Abhängigkeit des aktuellen Zustands
Z, der mittels des Modells 16 für den Abschnitt 14 für die Behandlungszeit ermittelt
wurde, eine Ansteuerung A für die Behandlungseinrichtung 2. Im Falle eines Walzvorgangs
kann bei der Ermittlung der Ansteuerung A beispielsweise die Materialfestigkeit des
Abschnitts 14 mit berücksichtigt werden, wie sie sich (unter anderem) durch den aktuellen
Zustand Z ergibt. Im Falle einer rein thermischen Beeinflussung kann das Ausmaß der
Beeinflussung - beispielsweise die Menge an Kühlmittel, die auf den Abschnitt 14 aufgebracht
werden soll - in Abhängigkeit von dem aktuellen Zustand Z ermittelt werden.
[0048] In einem nachfolgenden Schritt S7 steuert die Steuereinrichtung 11 die Behandlungseinrichtung
2 entsprechend der ermittelten Ansteuerung A an. Aufgrund der Ansteuerung A wirkt
die Behandlungseinrichtung 2 in Dickenrichtung auf das Walzgut 1 ein.
[0049] Im Ergebnis wird durch die Vorgehensweise von FIG 4 somit zumindest für einen Zeitraum
vor der Behandlungszeit mittels des Modells 16 durch iteratives Lösen zumindest einer
Wärmeleitungsgleichung die zeitliche Entwicklung des aktuellen Zustands Z des Walzguts
1 modelliert. Soweit erforderlich, kann wie bereits erwähnt, iterativ und unter gegenseitiger
Kopplung mit der Wärmeleitungsgleichung simultan auch eine Phasenumwandlungsgleichung
gelöst werden.
[0050] In vielen Fällen ist die Vorgehensweise von FIG 4 entsprechend FIG 5 ergänzt. In
diesem Fall schließen sich an den Schritt S7, in dem die Einwirkung auf den Abschnitt
14 erfolgt, Schritte S11 bis S16 an.
[0051] Im Schritt S11 aktualisiert die Steuereinrichtung 11 den aktuellen Zustand Z des
Abschnitts 14 entsprechend der Ansteuerung A.
[0052] In einem Schritt S12 schreibt die Steuereinrichtung 11 den aktuellen Zustand Z fort.
Der Schritt S12 korrespondiert inhaltlich mit dem Schritt S3. Weiterhin implementiert
die Steuereinrichtung 11, soweit erforderlich, in einem Schritt S13 eine Wegverfolgung
für den entsprechenden Abschnitt 14.
[0053] In einem Schritt S14 prüft die Steuereinrichtung 11, ob der Abschnitt 14 eine Erfassungsstelle
erreicht ist, an der mittels einer weiteren Messeinrichtung 17 ein tatsächlicher thermischer
Zustand ZT des Abschnitts 14 erfasst wird. Die Messeinrichtung 17 kann beispielsweise
ein Temperaturmessplatz sein.
[0054] Ist die Erfassungsstelle noch nicht erreicht, geht die Steuereinrichtung 11 zum Schritt
S12 zurück. Ist die Erfassungsstelle hingegen erreicht, geht die Steuereinrichtung
11 zu einem Schritt S15 über. Im Schritt S15 nimmt die Steuereinrichtung 11 den tatsächlichen
thermischen Zustand ZT des Abschnitts 14 entgegen. Sodann vergleicht die Steuereinrichtung
11 in einem Schritt S16 den zuletzt ermittelten aktuellen Zustand Z mit dem messtechnisch
erfassten tatsächlichen thermischen Zustand ZT. Aufgrund des Vergleichs ergreift die
Steuereinrichtung 11 im Schritt S16 weitere Maßnahmen. Beispielsweise kann sie das
Modell 16 adaptieren oder die Ansteuerung A im Sinne einer Soll-Ist-Regelung nachführen.
[0055] Bei den Vorgehensweisen des Standes der Technik kann als Wärmeleitungsgleichung,
die in den Schritten S3 und S12 gelöst wird, beispielsweise entsprechend der Darstellung
in FIG 6 in dem Modell 16 eine Gleichung der Form

angesetzt werden. In Gleichung 8 sind H die Enthalpie (oder Energiedichte), t die
Zeit, s die Ortsvariable in Dickenrichtung, λ die Wärmeleitfähigkeit, ρ die Dichte
und T die Temperatur. Die Argumente der Variablen sind in Gleichung 8 nicht mit angegeben,
da es im Rahmen der vorliegenden Erfindung auf sie nicht ankommt. In Verbindung mit
dem Ansatz gemäß Gleichung 8 wird die vorliegende Erfindung nachstehend erläutert.
Die erfindungsgemäße Vorgehensweise ist aber unabhängig von dem getroffenen Ansatz
auch für andere Wärmeleitungsgleichungen gültig.
[0056] Ersichtlich gehen in die Wärmeleitungsgleichung die Dichte ρ und die Wärmeleitfähigkeit
λ des Walzguts 1 ein. Die Wärmeleitfähigkeit λ ist im allgemeinen vom jeweiligen thermischen
Zustand Z des Walzguts 1 (bzw. des entsprechenden Abschnitts 14) abhängig. Der Steuereinrichtung
11 wird daher gemäß FIG 7 die Wärmeleitfähigkeit λ für eine Vielzahl möglicher thermischer
Zustände Z zugeführt. Die Dichte ρ wird als konstant angenommen und der Steuereinrichtung
11 daher als Konstante zugeführt. Diese Vorgehensweise ist im Stand der Technik bekannt
und (noch) nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Bei nicht allzu hohen Genauigkeitsanforderungen
ist diese Vorgehensweise vollauf befriedigend.
[0057] Wie allgemein bekannt ist, ist die Dichte ρ jedoch nicht konstant, sondern variiert
zumindest in Abhängigkeit von der Temperatur, oftmals auch in Abhängigkeit vom Phasenzustand
p. Die Dichte ρ ist daher ebenso wie die Wärmeleitfähigkeit λ vom jeweiligen thermischen
Zustand Z des Walzguts 1 abhängig. Der Umstand, dass die Variabilität der Dichte ρ
in Gleichung 8 nicht berücksichtigt wird, führt zu Ungenauigkeiten bei der Modellierung.
Die - zumindest weitgehende - Kompensation dieser Ungenauigkeiten ist Gegenstand der
vorliegenden Erfindung.
[0058] Wenn das Walzgut 1 einen vorbestimmten thermischen Zustand Z0 aufweist, weist das
Walzgut 1 eine bestimmte Dichte ρ
0 auf. Diese Dichte ρ
0 wird nachfolgend als normierte Dichte bezeichnet. Weicht der aktuelle Zustand Z des
Walzguts 1 von dem vorbestimmten thermischen Zustand Z0 ab, so weicht üblicherweise
auch die aktuelle Dichte ρ des Walzguts 1 von der normierten Dichte ρ
0 des Walzguts 1 ab. Die Abweichung kann durch einen Wert x beschrieben werden, wobei
x zu

definiert ist.
[0059] Die Änderung der Dichte ρ korrespondiert mit einer Änderung des Volumens. Für die
Länge L, die Breite B und die Dicke D des Walzguts 1 ergeben sich somit die Beziehungen

wobei L, B und D die Länge, die Breite und die Dicke des Walzguts 1 bei dem jeweiligen
Zustand Z und L
0, B
0 und D
0 die Länge, die Breite und die Dicke des Walzguts 1 bei dem vorbestimmten thermischen
Zustand Z0 sind. Die auf den vorbestimmten thermischen Zustand Z0 bezogenen Größen
werden nachfolgend als normierte Länge, normierte Breite und normierte Dicke bezeichnet.
[0060] Da die Masse des Walzguts 1 sich nicht ändert und die Dichte ρ als Quotient von Masse
und Volumen definiert ist, muss weiterhin zwangsweise die Beziehung

gelten.
[0061] Mit den Änderungen insbesondere der Dicke D, aber auch der Länge L und der Breite
B, ist folgendes Problem verbunden: Die Wärmeleitungsgleichung wird in der Praxis
für vorbestimmte Stützstellen gelöst. Die Stützstellen werden einmalig vorgegeben
und weisen bei der Vorgabe insbesondere in der Dickenrichtung bestimmte (kleine) Abstände
ds
0 voneinander auf. Mit der Änderung der Dichte ρ ändert sich aber auch die Lage der
Stützstellen. Damit ändern sich auch die Abstände ds der Stützstellen voneinander.
Mit jeder erneuten Ermittlung des Zustand Z müssten daher die Abstände ds aktualisiert
werden. Dies erweist sich in der Praxis als unhandlich. Die Modellierung vereinfacht
sich erheblich, wenn die Abstände ds
0 einheitlich beibehalten werden können, also durchgängig mit dem Abstand ds
0 gerechnet wird. Dies hat Auswirkungen auf die Wärmeleitungsgleichung.
[0062] Um die Auswirkungen auf die Wärmeleitungsgleichung darzulegen, wird nachstehend ein
kleines Volumenelement 18 betrachtet, also ein Volumenelement 18, das gemäß FIG 8
(siehe dort links) die normierte Länge L
0, die normierte Breite B
0 und die normierte Dicke ds
0 aufweist. Im aktuell betrachteten Zustand Z weist das Volumenelement 18 hingegen
(siehe in FIG 8 rechts) tatsächlich die Länge L, die Breite B und die Dicke ds auf.
[0063] Damit die Stützstellen, an denen die Wärmeleitungsgleichung gelöst wird, unabhängig
vom jeweils betrachteten Zustand Z unverändert beibehalten werden können, wird eine
(geometrische) Transformation des betrachteten Volumenelements 18 von den normierten
Abmessungen L
0, B
0 und ds
0 auf die Abmessungen L, B, ds vorgenommen. Um diese Transformation vornehmen zu können,
muss die Wärmeleitungsgleichung geeignet angepasst werden. Zur Ermittlung dieser Anpassung
werden nachstehend verschiedene Größen erwähnt werden, die sich mit dem Index "0"
auf die normierten Abmessungen L
0, B
0 und ds
0 des Volumenelements 18 und ohne den Index "0" auf die tatsächlichen Abmessungen L,
B, ds des Volumenelements 18 beziehen. Der Kürze halber werden nachstehend anstelle
der Formulierungen "bezogen auf die normierten Abmessungen L
0, B
0, ds
0" und "bezogen auf die Abmessungen L, B, ds" nur kurz die Formulierungen "im untransformierten
Zustand" und "im transformierten Zustand" verwendet.
[0064] Durch die geometrische Transformation ändert sich zunächst nicht die Energiedichte
H (Einheit: J/kg). Es gilt also

[0065] Durch die geometrische Transformation ändert sich weiterhin nicht die Temperatur
T. Es gilt also

[0066] Aufgrund der geometrischen Transformation ändert sich jedoch die Dicke ds entsprechend
dem Koeffizienten xD. Damit ändert sich auch der Temperaturgradient. Es gilt somit

[0067] Weiterhin beeinflusst die Änderung der Dichte ρ die Wärmeleitfähigkeit λ. Aus physikalischen
Gründen muss - zumindest für kleine Änderungen der Dichte ρ - eine Proportionalität
bestehen. Es gilt somit

[0068] Die Wärmestromdichte j ist das Produkt aus Wärmeleitfähigkeit λ und Temperaturgradient.
Es gilt somit

[0069] Durch Einsetzen der transformierten Größen in die Wärmeleitungsgleichung ergibt sich
somit

[0070] In der Praxis wird der Steuereinrichtung 11 gemäß FIG 9 (und auch bereits gemäß FIG
7) die Wärmeleitfähigkeit λ als Funktion des Zustands Z vorgegeben. Die Steuereinrichtung
11 "kennt" daher nicht die Wärmeleitfähigkeit λ
0 im untransformierten Zustand, sondern die Wärmeleitfähigkeit λ im transformierten
Zustand. Aufgrund von Gleichung 17 ergibt sich somit - siehe auch FIG 9 - die Gleichung

[0071] Dies ist eine aus Gleichung 8 abgeleitete Wärmeleitungsgleichung, bei der die Abhängigkeit
der Dichte ρ vom aktuellen Zustand Z korrekt berücksichtigt wird und die demzufolge
in den Schritten S3 und S12 gelöst werden kann.
[0072] Zur Berücksichtigung der zustandsabhängigen Dichte ρ darf man somit nicht schlichtweg
die vom aktuellen Zustand Z abhängige Dichte ρ in die ansonsten unveränderte Wärmeleitungsgleichung
einsetzen. Vielmehr muss man zusätzliche Korrekturen vornehmen. Beispielsweise kann
man entsprechend Gleichung 20 mit einer normierten Dichte ρ
0 - also der auf den vorbestimmten thermischen Zustand Z0 bezogenen Dichte ρ
0 - rechnen und den Einfluss der vom Zustand Z abhängigen Dichte ρ durch die Verwendung
eines vom aktuellen Zustand Z abhängigen Faktors a berücksichtigen, wobei sich der
Faktor a zu

ergibt.
[0073] In der Praxis ist es somit möglich, der Steuereinrichtung 11 gemäß FIG 10 zusätzlich
zu der (vom aktuellen Zustand Z abhängigen) Wärmeleitfähigkeit λ die normierte Dichte
ρ
0 sowie die (ebenfalls vom aktuellen Zustand Z abhängigen) Koeffizienten xL, xB und
xD vorzugeben. Die Vorgabe der Wärmeleitfähigkeit λ und der Koeffizienten xL, xB und
xD erfolgt beispielsweise für vorab festgelegte Zustände, zwischen denen interpoliert
wird. Dies ist Fachleuten allgemein bekannt und muss nicht detailliert erläutert werden.
Durch die normierte Dichte ρ
0 und die Koeffizienten xL, xB und xD ist implizit auch die vom aktuellen Zustand Z
abhängige Dichte ρ gegeben, auch wenn die vom aktuellen Zustand Z abhängige Dichte
ρ zum Lösen der Wärmeleitungsgleichung selbst nicht mehr benötigt wird.
[0074] In der Praxis verhält sich das Walzgut 1 oftmals isotrop. Dies gilt zwar nicht nur,
aber auch für die Dichte p. In diesem Fall ist es möglich, dass der Steuereinrichtung
11 gemäß FIG 11 zusätzlich zu der (vom aktuellen Zustand Z abhängigen) Wärmeleitfähigkeit
λ die (ebenfalls vom aktuellen Zustand Z abhängige) Dichte ρ vorgegeben wird. In diesem
Fall kann die Steuereinrichtung 11 entsprechend der Darstellung in FIG 12 (beispielsweise
vor der Ausführung der Schritte S1 bis S7) zunächst in einem Schritt S21 eigenständig
die normierte Dichte ρ
0 ermitteln. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 11 als normierte Dichte ρ
0 unter den vorgegebenen Dichten ρ die größte Dichte ρ, die kleinste Dichte ρ oder
einen Wert zwischen der größten und der kleinsten Dichte ρ ermitteln. Sodann kann
die Steuereinrichtung 11 in einem Schritt S22 durch Bildung des Quotienten entsprechend
Gleichung 9 für den jeweiligen Zustand Z den entsprechenden Wert x ermitteln. Da weiterhin
das Produkt der Koeffizienten xL, xB und xD gemäß Gleichung 13 gleich dem Wert x sein
muss und aufgrund der Isotropie die Koeffizienten xL, xB und xD untereinander den
gleichen Wert aufweisen müssen, kann die Steuereinrichtung 11 schließlich in einem
Schritt S23 auch den Koeffizienten xD (und ebenso auch die Koeffizienten xL und xB)
ermitteln.
[0075] Aufgrund der Gleichheit der Koeffizienten xL, xB und xD kann weiterhin die in den
Schritten S3 und S12 gelöste Wärmeleitungsgleichung zu

vereinfacht werden. Der Faktor a vereinfacht sich somit zu

[0076] Sofern das Walzgut 1 sich isotrop verhält, ist es weiterhin im Falle der Ausgestaltung
gemäß FIG 10 nicht erforderlich, die Koeffizienten xL, xB und xD einzeln vorzugeben.
Da die Koeffizienten xL, xB und xD bei einem isotropen Verhalten untereinander gleich
groß sind, reicht vielmehr die Vorgabe eines einzelnen der Koeffizienten xL, xB und
xD aus.
[0077] Anstelle der auf den vorbestimmten thermischen Zustand Z0 bezogenen Dichte ρ
0 kann man auch die vom aktuellen Zustand Z abhängige Dichte ρ verwenden. In diesem
Fall transformiert sich Gleichung 20 (siehe auch FIG 13) durch Einsetzen von Gleichung
9 zu

[0078] Gleichung 24 ist sehr ähnlich zu Gleichung 19, mit Gleichung 19 aber nicht identisch.
Der Unterschied besteht darin, dass in Gleichung 19 die untransformierte Wärmeleitfähigkeit
λ
0 und die normierte Dichte ρ
0 des vorbestimmten Zustands verwendet werden, während in Gleichung 24 die Wärmeleitfähigkeit
λ und die Dichte ρ verwendet werden, wie sie der Steuereinrichtung 11 vorgegeben werden.
[0079] Alternativ zur Verwendung der normierten Dichte ρ
0 kann man also auch mit der vom Zustand Z abhängigen tatsächlichen Dichte ρ rechnen,
wenn man zusätzlich einen vom aktuellen Zustand Z abhängigen Faktor a' berücksichtigt,
wobei sich der Faktor a' zu

ergibt.
[0080] Um den Faktor a' ermitteln zu können, kann der Steuereinrichtung 11 gemäß FIG 14
zusätzlich zur Wärmeleitfähigkeit λ und zur Dichte ρ der Koeffizient xD vorgegeben
werden. Sofern das Walzgut 1 sich isotrop verhält, ist es weiterhin möglich, der Steuereinrichtung
11 ebenso wie in FIG 11 nur die Wärmeleitfähigkeit λ und die Dichte ρ vorzugeben,
da die Steuereinrichtung 11 in diesem Fall den Koeffizienten xD eigenständig ermitteln
kann. Alternativ ist es gemäß FIG 15 möglich, der Steuereinrichtung 11 zusätzlich
zur Wärmeleitfähigkeit λ und zur normierten Dichte ρ
0 den Koeffizienten xD vorzugeben.
[0081] Um die korrekte Berücksichtigung der (vom aktuellen Zustand Z abhängigen) Dichte
ρ darzulegen, wurde obenstehend von einer ganz bestimmten Wärmeleitungsgleichung ausgegangen,
nämlich die Wärmeleitungsgleichung gemäß Gleichung 8. Wie bereits erwähnt, ist die
Art und Weise der Berücksichtigung jedoch unabhängig von der konkret verwendeten Wärmeleitungsgleichung.
Zur korrekten Berücksichtigung muss also stets - je nach Vorgehensweise - der Faktor
a oder der Faktor a' berücksichtigt werden, wie sie in den Gleichungen 21, 23 und
25 angegeben sind. Dies gilt gleichermaßen für die Verwendung einer eindimensionalen,
einer zweidimensionalen und einer dreidimensionalen Wärmeleitungsgleichung und gleichermaßen
für jede Art von Wärmeleitungsgleichung. Wie ebenfalls bereits erwähnt, kann in Verbindung
mit dem Lösen der Wärmeleitungsgleichung jeweils auch eine Phasenumwandlungsgleichung
mit gelöst werden, sofern dies erforderlich ist.
[0082] Die technische Anwendung ist prinzipiell stets möglich, wenn die Temperatur des Walzguts
1 modelliert werden soll. Beispiele entsprechender Sachverhalte wurden obenstehend
in Verbindung mit FIG 3 ausführlich erläutert. Es sind aber auch andere Anwendungen
möglich.
[0083] Fachleuten ist allgemein bekannt, dass die Wärmeleitungsgleichung gemäß Gleichung
8 (dies gilt in analoger Weise auch für andere Wärmeleitungsgleichungen) in Echtzeit
gelöst werden kann. In diesem Fall erfolgt also die Modellierung der zeitlichen Entwicklung
des thermischen Zustands Z des Walzguts 1 in Echtzeit. Beispielsweise bei der in Verbindung
mit den FIG 3 und 4 erläuterten Vorgehensweisen ist dies der Fall.
[0084] In analoger Weise ist auch eine Lösung online, d.h. zwar nicht in Echtzeit, aber
in enger zeitlicher Kopplung mit einem realen Prozess möglich. Beispielsweise können
der Steuereinrichtung 11 im Rahmen einer Setup-Berechnung ein erwarteter thermischer
Anfangszustand ZA und ein erwarteter zeitlicher Verlauf für die Geschwindigkeit v
des Walzguts 1 zugeführt werden, so dass die Steuereinrichtung 11 vorab ermitteln
kann, welcher aktuelle thermische Zustand Z erwartet wird, wenn das Walzgut 1 die
Behandlungseinrichtung 2 erreicht.
[0085] Die Anforderungen an eine Ausführung online sind geringer als die Anforderungen an
eine Ausführung in Echtzeit. Da obenstehend erläutert wurde, wie eine Ausführung in
Echtzeit realisierbar ist, ist eine Ausführung online ebenfalls möglich.
[0086] Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Insbesondere kann der Einfluss
der Dichte ρ sogar dann, wenn die Dichte ρ zustandsabhängig ist, in der Wärmeleitungsgleichung
zumindest im wesentlichen korrekt berücksichtigt werden. Dadurch ist eine verbesserte
Modellierung des thermischen Verhaltens des Walzguts 1 möglich. Eine Verschiebung
von Stützstellen, für welche die Wärmeleitungsgleichung gelöst wird, ist hingegen
nicht erforderlich.
[0087] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Varianten können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung wie er in den Ansprüchen definiert wird zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0088]
- 1
- Walzgut
- 2
- Behandlungseinrichtung
- 3
- Vorwalzgerüst
- 4
- Fertigwalzgerüst
- 5
- Aufbringeinrichtungen
- 6, 8
- Heizeinrichtungen
- 7, 9
- Entzunderungseinrichtungen
- 10
- Zwischengerüstkühlungen
- 11
- Steuereinrichtung
- 12
- Steuerprogramm
- 13
- Maschinencode
- 14
- Abschnitte
- 15, 17
- Messeinrichtungen
- 16
- Modell
- 18
- Volumenelement
- A
- Ansteuerung
- a, a'
- Faktoren
- B, B0
- Breiten
- D, D0, ds, ds0
- Dicken
- H, H0
- Enthalpien bzw. Energiedichten
- j, j0
- Wärmestromdichten
- L, L0
- Längen
- p
- Phasenzustand
- s
- Ortsvariable in Dickenrichtung
- S1 bis S23
- Schritte
- T, T0
- Temperaturen
- t
- Zeit
- v
- Geschwindigkeit
- xL, xB, xD
- Koeffizienten
- Z, ZA, ZT, Z0
- thermische Zustände
- λ, λ0
- Wärmeleitfähigkeiten
- ρ, ρ0
- Dichten
1. Behandlungsverfahren für ein Walzgut (1) aus Metall, wobei das Walzgut (1) ein flaches
warmes Walzgut ist, das sich in einer Längsrichtung, in einer Breitenrichtung und
in einer Dickenrichtung erstreckt,
- wobei zu einer Behandlungszeit mittels einer Behandlungseinrichtung (2) zumindest
im wesentlichen in Dickenrichtung auf das Walzgut (1) eingewirkt wird,
- wobei zumindest für einen Zeitraum vor der Behandlungszeit mittels eines Modells
(16) des Walzguts (1) durch iteratives Lösen zumindest einer Wärmeleitungsgleichung
die zeitliche Entwicklung eines thermischen Zustands (Z) des Walzguts (1) modelliert
wird,
- wobei eine Ansteuerung der Behandlungseinrichtung (2), aufgrund derer die Behandlungseinrichtung
(2) auf das Walzgut (1) einwirkt, in Abhängigkeit von demjenigen thermischen Zustand
(Z) erfolgt, der mittels des Modells (16) für das Walzgut (1) für die Behandlungszeit
ermittelt wird,
- wobei die Dichte (p) des Walzguts (1) in die Wärmeleitungsgleichung eingeht,
- wobei die Dichte (p) vom jeweiligen thermischen Zustand (Z) des Walzguts (1) abhängt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abhängigkeit der Dichte (p) des Walzguts (1) vom jeweiligen thermischen Zustand
(Z) des Walzguts (1) in der Wärmeleitungsgleichung durch einen Faktor (a, a') der
Form

berücksichtigt wird, wobei p und ρ
0 auf einen aktuellen und einen vorbestimmten thermischen Zustand (Z, Z0) des Walzguts
(1) bezogene Dichten (p, ρ
0) des Walzguts (1) sind und die Koeffizienten xL, xB und xD sich als Quotient einer
Erstreckung (L, B, D, L
0, B
0, D
0) des Walzguts (1) in Längsrichtung, in Breitenrichtung und in Dickenrichtung bei
dem jeweiligen und dem vorbestimmten thermischen Zustand (Z, Z0) des Walzguts (1)
ergeben.
2. Behandlungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Koeffizienten xL, xB und xD derart ermittelt werden, dass sie untereinander gleich
groß sind und ihr Produkt gleich dem Quotienten der vom jeweiligen thermischen Zustand
(Z) des Walzguts (1) abhängigen Dichte (p) und der auf den vorbestimmten thermischen
Zustand (Z0) des Walzguts (1) bezogenen normierten Dichte (ρ0) ist oder der Koeffizient xD derart ermittelt wird, dass er gleich der dritten Wurzel
des Quotienten der vom jeweiligen thermischen Zustand (Z) des Walzguts (1) abhängigen
Dichte (p) und der auf den vorbestimmten thermischen Zustand (Z0) des Walzguts (1)
bezogenen normierten Dichte (ρ0) ist.
3. Behandlungsverfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Modellierung der zeitlichen Entwicklung des thermischen Zustands (Z) des Walzguts
(1) online oder in Echtzeit erfolgt.
4. Behandlungsverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels der Behandlungseinrichtung (2) ein Walzen des Walzguts (1) erfolgt, so dass
die Dicke (D) des Walzguts (1) nach dem Einwirken der Behandlungseinrichtung (2) auf
das Walzgut (1) kleiner als vor dem Einwirken der Behandlungseinrichtung (2) auf das
Walzgut (1) ist.
5. Behandlungsverfahren nach Anspruch 1 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels der Behandlungseinrichtung (2) eine rein thermische Beeinflussung des Walzguts
(1) ohne Umformung des Walzguts (1) erfolgt, insbesondere ein Heizen oder ein Kühlen
des Walzguts (1).
6. Steuerprogramm für eine Steuereinrichtung (11) einer Behandlungseinrichtung (2) zum
Behandeln eines Walzguts (1) aus Metall, wobei das Steuerprogramm Maschinencode (13)
umfasst, der von der Steuereinrichtung (11) abarbeitbar ist, wobei die Abarbeitung
des Maschinencodes (13) durch die Steuereinrichtung (11) bewirkt, dass die Steuereinrichtung
(11) die Behandlungseinrichtung (2) gemäß einem Behandlungsverfahren nach einem der
obigen Ansprüche betreibt.
7. Steuereinrichtung einer Behandlungseinrichtung (2) zum Behandeln eines Walzguts (1)
aus Metall, wobei die Steuereinrichtung mit einem Steuerprogramm (12) nach Anspruch
6 programmiert ist, so dass die Steuereinrichtung die Behandlungseinrichtung (2) gemäß
einem Behandlungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 betreibt.
8. Behandlungsanlage zum Behandeln eines Walzguts (1) aus Metall, wobei das Walzgut (1)
ein flaches warmes Walzgut ist, das sich in einer Längsrichtung, in einer Breitenrichtung
und in einer Dickenrichtung erstreckt,
- wobei die Behandlungsanlage eine Behandlungseinrichtung (2) aufweist, mittels derer
zumindest im wesentlichen in Dickenrichtung auf das Walzgut (1) einwirkbar ist,
- wobei die Behandlungsanlage eine Steuereinrichtung (11) aufweist, von der zumindest
die Behandlungseinrichtung (2) gesteuert wird,
- wobei die Steuereinrichtung (11) als Steuereinrichtung gemäß Anspruch 7 ausgebildet
ist, so dass die Steuereinrichtung (11) die Behandlungseinrichtung (2) gemäß einem
Behandlungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 betreibt.
1. Treatment method for an item of metal rolling stock (1), wherein the rolling stock
(1) is a flat hot item of rolling stock which extends in a longitudinal direction,
in a width direction and in a thickness direction,
- wherein at a treatment time, the rolling stock (1) is acted on at least substantially
in the thickness direction by means of a treatment device (2),
- wherein at least for a period before the treatment time, the temporal development
of a thermal state (Z) of the rolling stock (1) is modelled by means of a model (16)
of the rolling stock (1) by iteratively solving at least one heat conduction equation,
- wherein control of the treatment device (2), taken as a basis for the treatment
device (2) to act on the rolling stock (1), is effected depending on that thermal
state (Z) which is determined by means of the model (16) for the rolling stock (1)
for the treatment time,
- wherein the density (p) of the rolling stock (1) influences the heat conduction
equation,
- wherein the density (p) is dependent on the respective thermal state (Z) of the
rolling stock (1),
characterized
in that an allowance is made for the dependence of the density (p) of the rolling stock (1)
on the respective thermal state (Z) of the rolling stock (1) in the heat conduction
equation by a factor (a, a') of the form

wherein p and ρ
0 are densities (p, ρ
0) of the rolling stock (1) related to a current and a predetermined thermal state
(Z, Z0) of the rolling stock (1) and the coefficients xL, xB and xD arise as a quotient
of an extent (L, B, D, L
0, B
0, D
0) of the rolling stock (1) in the longitudinal direction, in the width direction and
in the thickness direction in the case of the respective and the predetermined thermal
state (Z, Z0) of the rolling stock (1).
2. Treatment method according to Claim 1,
characterized
in that the coefficients xL, xB and xD are determined in such a way that they are mutually
equal in magnitude and their product is equal to the quotient of the density (p) dependent
on the respective thermal state (Z) of the rolling stock (1) and the normalized density
(ρ0) related to the predetermined thermal state (Z0) of the rolling stock (1), or the
coefficient xD is determined in such a way that it is equal to the cube root of the
quotient of the density (p) dependent on the respective thermal state (Z) of the rolling
stock (1) and the normalized density (ρ0) related to the predetermined thermal state (Z0) of the rolling stock (1).
3. Treatment method according to Claim 1 or 2,
characterized
in that the modelling of the temporal development of the thermal state (Z) of the rolling
stock (1) is effected online or in real time.
4. Treatment method according to Claim 1, 2 or 3, characterized
in that rolling of the rolling stock (1) is effected by means of the treatment device (2),
such that the thickness (D) of the rolling stock (1) after the treatment device (2)
has acted on the rolling stock (1) is smaller than before the treatment device (2)
has acted on the rolling stock (1).
5. Treatment method according to Claim 1, 2 or 3,
characterized
in that by means of the treatment device (2), purely thermal influencing of the rolling stock
(1) without conversion of the rolling stock (1) is effected, in particular heating
or cooling of the rolling stock (1).
6. Control program for a control device (11) of a treatment device (2) for treating an
item of metal rolling stock (1), wherein the control program comprises machine code
(13) which is processable by the control device (11), wherein the processing of the
machine code (13) by the control device (11) has the effect that the control device
(11) operates the treatment device (2) in accordance with a treatment method according
to any of the preceding claims.
7. Control device of a treatment device (2) for treating an item of metal rolling stock
(1), wherein the control device is programmed with a control program (12) according
to Claim 6, such that the control device operates the treatment device (2) in accordance
with a treatment method according to any of Claims 1 to 5.
8. Treatment installation for treating an item of metal rolling stock (1), wherein the
rolling stock (1) is a flat hot item of rolling stock which extends in a longitudinal
direction, in a width direction and in a thickness direction,
- wherein the treatment installation has a treatment device (2), by means of which
the rolling stock (1) is able to be acted on at least substantially in the thickness
direction,
- wherein the treatment installation has a control device (11), by which at least
the treatment device (2) is controlled,
- wherein the control device (11) is designed as a control device according to Claim
7, such that the control device (11) operates the treatment device (2) in accordance
with a treatment method according to any of Claims 1 to 5.
1. Procédé de traitement d'un produit laminé métallique (1), dans lequel le produit laminé
(1) est un produit laminé chaud plan qui s'étend dans une direction longitudinale,
dans une direction de largeur et dans une direction d'épaisseur,
- dans lequel, pendant un temps de traitement, un dispositif de traitement (2) agit
au moins essentiellement dans la direction d'épaisseur sur le produit laminé (1),
- dans lequel, au moins pendant une période avant le temps de traitement, le développement
au cours du temps d'un état thermique (Z) du produit laminé (1) est modélisé au moyen
d'un modèle (16) du produit laminé (1) à l'aide d'une résolution itérative d'au moins
une équation de conductivité thermique,
- dans lequel, le dispositif de traitement (2), sur la base duquel le dispositif de
traitement (2) agit sur le produit laminé (1), est commandé en fonction de l'état
thermique (Z) qui est déterminé au moyen du modèle (16) pour le produit laminé (1),
pendant le temps de traitement,
- dans lequel, l'épaisseur (p) du produit laminé (1) est introduite dans l'équation
de conductivité thermique,
- dans lequel l'épaisseur (p) dépend de l'état thermique respectif (Z) du produit
laminé (1),
caractérisé en ce que la dépendance de l'épaisseur (p) du produit laminé (1) de l'état thermique respectif
(Z) du produit laminé (1) dans l'équation de conductivité thermique est prise en compte
par un facteur (a, a') de la forme

dans lequel p et ρ
0 sont des épaisseurs (p, ρ
0) du produit laminé (1) fondées sur un état thermique actuel et un état thermique
prédéfini (Z, Z0) du produit laminé (1) et les coefficients xL, xB et xD se présentent
sous forme d'un quotient d'une étendue (L, B, D, L
0, B
0, D
0) du produit laminé (1) dans la direction longitudinale, dans la direction de largeur
et dans la direction d'épaisseur dans l'état thermique respectif et l'état thermique
prédéfini (Z, Z0) du produit laminé (1).
2. Procédé de traitement selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les coefficients xL, xB et xD sont déterminés de manière à être égaux entre eux et
à ce que leur produit soit égal au quotient de l'épaisseur (p) en fonction de l'état
thermique respectif (Z) du produit laminé (1) et de l'épaisseur normalisée (ρ0) par rapport à l'état thermique prédéfini (Z0) du produit laminé (1) ou le coefficient
xD est déterminé de manière à être égal à la troisième racine du quotient de l'épaisseur
(p) en fonction de l'état thermique respectif (Z) du produit laminé (1) et de l'épaisseur
normalisée (ρ0) par rapport à l'état thermique prédéfini (Z0) du produit laminé (1).
3. Procédé de traitement selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
la modélisation de l'évolution au cours du temps de l'état thermique (Z) du produit
laminé (1) s'effectue en ligne ou en temps réel.
4. Procédé de traitement selon la revendication 1, 2 ou 3,
caractérisé en ce que
le produit laminé (1) est laminé au moyen du dispositif de traitement (2), de sorte
que l'épaisseur (D) du produit laminé (1) après l'action du dispositif de traitement
(2) sur le produit laminé (1) est plus petite qu'avant l'action du dispositif de traitement
(2) sur le produit laminé (1).
5. Procédé de traitement selon la revendication 1, 2 ou 3,
caractérisé en ce que
le dispositif de traitement (2) exerce une influence purement thermique sur le produit
laminé (1) sans déformation du produit laminé (1), en particulier un chauffage ou
un refroidissement du produit laminé (1).
6. Programme de commande pour un dispositif de commande (11) d'un dispositif de traitement
(2) pour traiter un produit laminé métallique (1), dans lequel le programme de commande
comprend un code de machine (13) pouvant être traité par le dispositif de commande
(11), dans lequel le traitement du code de machine (13) par le dispositif de commande
(11) amène le dispositif de commande (11) à faire fonctionner le dispositif de traitement
(2) selon un procédé de traitement selon l'une quelconque des revendications précédentes.
7. Dispositif de commande d'un dispositif de traitement (2) pour traiter un produit laminé
métallique (1), dans lequel le dispositif de commande est programmé avec un programme
de commande (12) selon la revendication 6, de sorte que le dispositif de commande
fait fonctionner le dispositif de traitement (2) selon un procédé de traitement selon
l'une quelconque des revendications 1 à 5.
8. Installation de traitement pour traiter un produit laminé métallique (1), dans laquelle
le produit laminé (1) est un produit laminé chaud plan qui s'étend dans une direction
longitudinale, dans une direction de largeur et dans une direction d'épaisseur,
- dans laquelle l'installation de traitement présente un dispositif de traitement
(2) au moyen duquel il est possible d'agir au moins sensiblement dans la direction
d'épaisseur sur le produit laminé (1),
- dans laquelle l'installation de traitement présente un dispositif de commande (11)
à partir duquel au moins le dispositif de traitement (2) est commandé,
- dans laquelle le dispositif de commande (11) est conçu sous la forme d'un dispositif
de commande selon la revendication 7, de sorte que le dispositif de commande (11)
fait fonctionner le dispositif de traitement (2) selon un procédé de traitement selon
l'une quelconque des revendications 1 à 5.