[0001] Die Erfindung betrifft eine Strangführungseinrichtung nach dem Oberbegriff von Anspruch
1, und ein Verfahren zum Stranggießen eines metallischen Produkts in einer Stranggießanlage
mit einer solchen Strangführungseinrichtung nach dem Oberbegriff von Anspruch 11.
[0002] Stranggießanlagen für Dick- oder Dünnbrammen, Knüppel oder Rundanlagen sind nach
dem Stand der Technik neben ihrer Kokille durch die Anzahl der Segmente und der Stützrollen
definiert. Um höhere Gießgeschwindigkeiten zu fahren, ist es für solche Stranggießanlagen
herkömmlich bekannt, die zugehörige stützende Strangführung um ein- oder mehrere Segmente
zu verlängern. In gleicher Weise ist es bekannt, defekte Segmente gegen Segmente der
gleichen Bauart auszutauschen. Für ein Berechnungsverfahren ist die gesamte Anlagekonfiguration
mit allen Segmenten, Rollen- und Düsenpositionen sowie Rollendurchmessern elektronisch
abgelegt.
[0003] Beim Betrieb von Stranggießanlagen entspricht es dem Stand der Technik, den Gießstrang
nach dem Austreten aus der Kokille in der sogenannten Sekundärkühlung einer stützenden
Strangführung solcher Anlagen abzukühlen, bis eine vollständige Erstarrung des Gießstrangs
erreicht ist. Dieser Abkühlvorgang spielt eine wichtige Rolle für die resultierende
Qualität des Gießstrangs und der daraus erzeugten Produkte. Die vollständige Erstarrung
des Gießstrangs sollte innerhalb der stützenden Strangführung liegen, die den Gießstrang
mit noch flüssigem Kern stützen, erreicht werden.
[0004] Der Betrieb der Sekundärkühlung einer Stranggießanlage wird in der Regel mit Sprüh-
bzw. Kühlwasser realisiert, wobei die Wassermenge, die auf die Oberflächen des Gießstrangs
ausgebracht wird, unter Vorgabe von Solltemperaturkurven eingestellt wird. Der Verlauf
dieser Solltemperaturkurven kann je nach Werkstoff des zu vergießenden Materials,
und z.B. in Abhängigkeit von bestimmten Kühlzonen der stützenden Strangführung und/oder
der Gießgeschwindigkeit variieren. Je nach Werkstoff und gewählter Gießgeschwindigkeit
wird dann eine entsprechende Solltemperaturkurve ausgewählt und damit die Sekundärkühlung
zum Ausbringen des Sprüh- bzw. Kühlwassers auf die Oberflächen des zu kühlenden Gießstrangs
eingestellt.
[0005] In der Fig. 16 ist vereinfachend ein Teil einer herkömmlichen Stranggießanlage 110
mit einer zugehörigen Sekundärkühlung 111 gezeigt, die aus neun einzelnen Strangführungssegmenten
102 gebildet ist. Im Einzelnen umfasst das an der Position #1 angeordnete Strangführungssegment
insgesamt 13 einander gegenüberliegend angeordnete Stützrollenpaare. Die Strangführungssegmente
an den Positionen #2 bis #7 umfassen jeweils sechs Stützrollenpaare, wobei die beiden
Strangführungssegmente an den Positionen #8 und #9 jeweils sieben Stützrollenpaare
umfassen. Im Ergebnis umfasst diese Sekundärkühlung 111, die zugleich für die Stranggießanlage
110 die stützende Strangführung bildet, insgesamt 63 Stützrollenpaare
[0006] Aus
WO 2007/121838 A1 ist es bekannt, in Bezug auf ein Strangführungsgerüst einer Stranggießanlage zum
Gießen von flüssigen Metallen, insbesondere von flüssigen Stahlwerkstoffen, die Rollenabstände
der Stützrollen des Strangführungsgerüsts zu bestimmen. Hierbei werden die Abstände
der Rollenpaare oder der Rollensegmente in Gießrichtung auf eine instationäre, sich
mit veränderbarer Gießgeschwindigkeit bewegenden Ausbauchung eingestellt und Badspiegelschwankungen
in der Stranggießkokille durch Beeinflussung der hierdurch entstehenden Einzelfrequenz
reduziert. Im Zuge dessen werden solche unterschiedliche Rollenabstände kombiniert,
die aufgrund des Basisrollenabstandes und der Gießgeschwindigkeit aus mehreren oder
allen Einzelfrequenzen der jeweiligen Stützrolle ein Gesamtstreckenprofil des Strangführungsgerüstes
ergeben, aus dem ein Optimum für eine maximale Dämpfung aller Ausbauchungs-Effekte
ermittelt wird, aufgrund dessen dann optimale Rollenabstände eingeteilt werden. Die
Vorteile sind eine stärkere Dämpfung der Badspiegelschwankungen und der Ausbauchungen
bei unterschiedlichen Gießbedingungen. Dieses Optimum aus geringer Anfangsamplitude,
einem kontinuierlichen Abklingverhalten, einer schnellen Dämpfung und einer hohen
Gesamtzeitkonstanten bewirkt eine geringe Volumenänderung im Kokillenbadspiegel. Die
Störanfälligkeit bzw. das Aufschwingverhalten des Kokillenbadspiegels bei prozessbedingten
Parameteränderungen, wie bspw. Änderungen der Gießgeschwindigkeit, der Stahlqualität,
Dicken- oder Breitenänderungen, Abkühlungsänderungen u. dgl. verursachen weniger Ausbauch-Effekte.
Gleichwohl unterliegt die Technologie gemäß
WO 2007/121838 A1 dem Nachteil, dass in einer bereits bestehenden Anlage nachträglich die Rollenabstände
in einem Strangführungsgerüst nicht veränderlich sind.
[0007] Entsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, beim Stranggießen von metallischen
Produkten eine Konfiguration der stützenden Strangführung und zumindest eines Segments
hiervon in einfacher Weise an verschiedene Stahlgüten anpassen zu können.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Strangführungseinrichtung zur Verwendung in einer Stranggießanlage
mit den Merkmalen von Anspruch 1, und durch ein Verfahren zum Stranggießen eines metallischen
Produkts mit den im Anspruch 11 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0009] Eine Strangführungseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung dient zur Verwendung
in einer Stranggießanlage, in der ein metallisches Produkt in Form eines Gießstrangs
in einer Transportrichtung bewegbar ist. Eine solche Strangführungseinrichtung umfasst
eine Mehrzahl von separaten stützenden Strangführungssegmenten, die in der Transportrichtung
gesehen neben- bzw. hintereinander angeordnet sind und jeweils eine Mehrzahl von Stützrollen,
vorzugsweise in Form von einander gegenüberliegend angeordneten Stützrollenpaaren,
aufweisen, wobei zumindest ein Strangführungssegment an einer vorbestimmten Position
der Strangführungseinrichtung auswechselbar ausgebildet und somit durch ein Wechselsegment
ausgetauscht werden kann. Ein solches Wechselsegment unterscheidet sich im Vergleich
zu dem Strangführungssegment, welches an der vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung
zuvor bzw. ursprünglich eingesetzt gewesen ist, in zumindest einem Merkmal, wobei
dieses Merkmal gewählt ist aus einer Gruppe von Merkmalen gebildet aus Rollenanzahl,
Rollenabstand, Rollendurchmesser, Rollenart, Rollenantrieb, Rollenteilung, Art und
Anzahl der Düsen zur Strangkühlung, Anstellkräfte der Segmentzylinder, Art und Anzahl
von Rollenrührern und/oder Beschaffenheit von zumindest einem Rahmenelement. Anders
ausgedrückt, unterscheidet sich das Wechselsegment im Vergleich zum bisher an dieser
vorbestimmten Position genutzten bzw. eingesetzten Strangführungssegment in zumindest
einem Merkmal, wie soeben erläutert.
[0010] In gleicher Weise sieht die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren zum Stranggießen
eines metallischen Produkts in einer Stranggießanlage mit einer Strangführungseinrichtung
vor, die eine Mehrzahl von separaten stützenden Strangführungssegmenten umfasst. Bei
diesem Verfahren wird das metallische Produkt in Form eines Gießstrangs in einer Transportrichtung
bewegt, wobei hierbei die Strangführungssegmente der Strangführungseinrichtung in
der Transportrichtung gesehen neben- bzw. hintereinander angeordnet sind und jeweils
eine Mehrzahl von Stützrollen, vorzugsweise in Form von einander gegenüberliegend
angeordneten Stützrollenpaaren, aufweisen. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch
aus, dass bei einem Chargenwechsel für das metallische Produkt zumindest ein Strangführungssegment
an einer vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung durch ein Wechselsegment
ausgetauscht wird. Ein solches Wechselsegment unterscheidet sich im Vergleich zu dem
Strangführungssegment, welches an der vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung
zuvor bzw. ursprünglich eingesetzt gewesen ist, in zumindest einem Merkmal, wobei
dieses Merkmal gewählt ist aus einer Gruppe von Merkmalen gebildet aus Rollenanzahl,
Rollenabstand, Rollendurchmesser, Rollenart, Rollenantrieb, Rollenteilung, Art und
Anzahl der Düsen zur Strangkühlung, Anstellkräfte der Segmentzylinder, Art und Anzahl
von Rollenrührern und/oder Beschaffenheit von zumindest einem Rahmenelement.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt die wesentliche Erkenntnis zugrunde, dass es durch
den Einsatz eines Wechselsegments in der Strangführungseinrichtung möglich ist, bei
der Herstellung von metallischen Produkten mittels Stranggießen eine Anpassung an
andere Stahlsorten bzw. -güten und deren unterschiedliche Materialeigenschaften zu
erreichen. Beispielsweise ist es durch den Einsatz von zumindest einem Wechselsegment
möglich, auch Sondergüten mit einer hohen Strangqualität (z. B.: Ultra Low Carbon
Güten, Peritekten, Röhren- oder Siliziumstähle, ferritische Edelstähle) zu vergießen.
Jedenfalls wird durch den Einsatz eines solchen Wechselsegments in der stützenden
Strangführung einer Stranggießanlage erreicht, dass dank der Veränderung von zumindest
einem Merkmal dieses Wechselsegments im Vergleich zu einem Strangführungssegment,
welches anstatt des Wechselsegments an der vorbestimmten Position der Strangührungseinrichtung
ursprünglich bzw. zuvor eingesetzt gewesen ist, dann eine Anpassung an eine andere
Stahlgüte, beispielsweise in Form der vorstehend genannten Sondergüten, erreicht werden
kann, um damit die Herstellbarkeit bzw. Gießbarkeit einer solchen anderen Stahlgüte
mit veränderten Materialeigenschaften zu realisieren. Im Ergebnis wird hiermit bei
bestimmten Stahlgüten eine Qualitätsverbesserung für die hergestellten metallischen
Produkte erreicht.
[0012] Entsprechend stellt die vorliegende Erfindung darauf ab, dass nicht die Länge der
Strangführungseinrichtung mit ihren jeweiligen stützenden Strangführungssegmenten
verändert wird, sondern dass diese Strangführungseinrichtung in Bezug auf zumindest
eines ihrer zugehörigen Segmente "umgebaut" wird, nämlich dadurch, dass zumindest
ein Strangführungssegment durch ein Wechselsegment ersetzt wird. Nochmals: Dieses
Wechselsegment unterscheidet sich- wie vorstehend bereits erläutert - in zumindest
einem Merkmal von dem Strangführungssegment, welches zuvor an der vorbestimmten Position
der Strangführungseinrichtung ursprünglich eingesetzt gewesen ist und nun durch das
Wechselsegment ausgetauscht worden ist.. Diesbezüglich ist auch hervorzuheben, dass
die Positionen der "Nachbarsegmente", d.h. jene Strangführungssegmente, die nicht
durch ein Wechselsegment ausgetauscht worden sind, durch den Einsatz eines Wechselsegments
nicht verändert werden.
[0013] An dieser Stelle wird gesondert darauf hingewiesen, dass gemäß der vorliegenden Erfindung
mit dem Einsatz von zumindest einem Wechselsegment auch folgende Zwecke verfolgt werden:
- Verminderung von statischem Bulging durch einen geringeren Rollenabstand;
- Verminderung von Gießspiegelschwankungen durch unterschiedliche Rollenabstände;
- Erhöhung der Produktion durch eine verstärkte Kühlung;
- Kornfeinung zur Rissvermeidung durch eine Intensivkühlung (verstärkte Kühlung);
- Verminderung der Auszugskräfte durch zusätzlich angetriebene Rollen;
- Verminderung der Segmentauffederung durch steifere Segmentrahmen;
- Möglichkeit einer dynamischen Segmentanstellung;
- Verminderung der Rollen-Durchbiegung durch mehrfach geteilte Stützrollen;
- Erhöhung der Rollenstandzeit durch den Einsatz anderer Rollenarten; und/oder
- Erstarrungsgefüge zur Verbesserung der Innenqualität durch Rollenrührer.
[0014] In vorteilhafter Weiterbildung der erfindungsgemäßen Strangführungseinrichtung ist
vorgesehen, dass ein Wechselsegment im Vergleich zu dem Strangführungssegment, welches
zuvor an der vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung ursprünglich vorhanden
bzw. eingesetzt ist, die gleiche Grundgeometrie aufweist. Damit ist gewährleistet,
dass an einer vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung, d.h. an einer
gezielten Stelle hiervon ein vorhandenes Strangführungssegment gezielt durch ein Wechselsegment
ausgetauscht bzw. ersetzt werden kann. Die besagte Grundgeometrie kann durch einen
Radius der Rollenführung und - in der Transportrichtung gesehen - eine jeweilige Segmentlänge
definiert sein. Anders ausgedrückt, bleiben der Radius der Rollenführung, die Segmentlänge
und die Maulweite eines Wechselsegments im Vergleich zu dem Strangführungssegment,
das dann an der vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung durch das Wechselsegment
ausgetauscht werden soll, unverändert gleich.
[0015] Das vorstehend genannte Austauschen von zumindest einem vorhandenen Strangführungssegmenten
der Strangführungseinrichtung durch ein jeweiliges Wechselsegment kann in einem gekrümmten
Bereich der Strangführungseinrichtung und/oder in einem gerade bzw. linear verlaufenden
Bereich der Strangführungseinrichtung, beispielsweise von deren vertikal oder horizontal
verlaufenden Bereich erfolgen. Letzterenfalls versteht sich, dass dann ein solches
Wechselsegment ebenfalls gerade bzw. linear verläuft und keinen Krümmungsradius aufweist.
[0016] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung können auch zwei Segmente der Strangführungseinrichtung
durch ein Wechselsegment ausgetauscht bzw. ersetzt werden, welches die gleichen Abmessungen
wie diese beiden ausgetauschten Segmente hat, jedoch beispielsweise über zumindest
ein Rahmenelement mit größerer Steifigkeit verfügt. Dies bedeutet, dass beispielsweise
zwei Segmente der Strangführungseinrichtung durch ein Wechselsegment mit größerer
Steifigkeit ersetzt werden können, wobei das Wechselsegment entweder eine gleiche
oder eine erhöhte Anzahl von Stützrollen aufweisen kann.
[0017] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann das Wechselsegment zumindest eine
Stützrolle oder ein Stützrollenpaar mit einem zusätzlichen Antrieb aufweisen. Hierdurch
ist es möglich, für den Gießstrang, mit dem eine solche Stützrolle oder ein solches
Stützrollenpaar in Kontakt bringbar ist, dann eine höhere Auszugskraft in Richtung
der Transportrichtung zu erzeugen. Dies ist insbesondere bei größeren Strangabmessungen
(= breiterer und/oder dickerer Gießstrang) von Vorteil.
[0018] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass ein Wechselsegment
mit einem Rollenrührer ausgestattet ist. Mittels eines solchen Rollenrührers ist es
möglich, in dem noch flüssigen Bereich des Gießstrangs ein wechselndes Magnetfeld
zu erzeugen. Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass sich bei der Erstarrung der flüssigen
Schmelze in einer Stranggießanlage, in Abhängigkeit von der jeweiligen Erstarrungsgeschwindigkeit,
runde Körner (Globuliten) oder ovale Körner (Dendriten) ausbilden können. Falls ferritische
Edelstähle einen zu geringen Anteil an Globuliten haben, bildet sich eine ungewünschte
sogenannte Zugrilligkeit an der Oberfläche des Kaltbandes aus. Aber auch bei nicht
frostfreien Stählen führt ein höherer Anteil an Globuliten zu einem festeren Gefüge
und einer verminderten Mittenseigerung. Durch das Vorsehen des vorstehend genannten
Rollenrührers in dem Wechselsegment ist es möglich, bei einem Einsatz eines solchen
Wechselsegments in der Strangführungseinrichtung einer Stranggießanlage den globulitischen
Gefügeanteil von bestimmten Güten zu erhöhen.
[0019] Beim Stranggießen bestimmt eine Solltemperaturkurve die Sollwerte für die zu erreichende
Oberflächentemperatur, die der Strang innerhalb der stützenden Strangführung erreicht,
z.B. am Ende von einzelnen Kühlzonen, die Teil dieser stützenden Strangführung sind.
Die Spritzwassermengen der Sekundärkühlung werden dabei so geregelt, dass diese Zielwerte
erreicht werden.
[0020] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann das Wechselsegment für rissempfindliche
Stahlgüten ausgelegt sein. Für diesen Fall unterscheidet sich ein solches Wechselsegment
im Vergleich zu vorhandenen Strangführungssegmenten, die für rissunempfindliche Stahlgüten
ausgelegt sind, durch folgende Merkmale:
- mindestens ein weiteres Rollenpaar, und oder
- mindestens eine weitere Sekundärdüse zur Kühlung des Gießstrangs, und/oder
- mindestens eine weitere Rollenteilung, um dadurch eine verminderte Rollendurchbiegung
zu erreichen, und/oder
- einen um mindestens 1 mm kleineren Rollenradius der nicht angetriebenen Rollen.
[0021] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann das Wechselsegment für hohe Gießgeschwindigkeiten
ausgelegt sein. Für diesen Fall unterscheidet sich ein solches Wechselsegment im Vergleich
zu vorhandenen Strangführungssegmenten, die für Standard-Gießgeschwindigkeiten ausgelegt
sind, durch folgende Merkmale:
- mindestens ein weiteres Rollenpaar, und oder
- mindestens eine weitere Sekundärdüse zur Kühlung des Gießstrangs, und/oder
- mindestens eine Sekundärdüse zur Kühlung des Gießstrangs, deren Regelungsbereich zu
größeren Wassermengen hin verschoben ist, und/oder
- mindestens eine weitere Rollenteilung, um dadurch eine verminderte Rollendurchbiegung
zu erreichen, und/oder
- einen um mindestens 1 mm kleineren Rollenradius der nicht angetriebenen Rollen.
[0022] Einige hochwertige Stahlgüten neigen zu einem starken Ausbauchen zwischen den Stützrollen
der Strangführungseinrichtung. Dieser Tendenz kann bei den zuletzt genannten möglichen
Weiterbildungen der Erfindung durch eine verstärkte Kühlleistung begegnet werden,
beispielsweise durch eine größere Anzahl von Sekundärdüsen zur Kühlung des Gießstrangs
und/oder durch größere Wassermengen, welche den Sekundärdüsen zugeführt werden. Jedenfalls
wird durch eine verstärkte Kühlung eine Vergrößerung der Strangschalen des Gießstrangs
erreicht, wodurch der Effekt des Ausbauchens zwischen den Stützrollen vermindert wird
und somit auch die Gefahr einer Bildung von Innenrissen an der Erstarrungsfront des
Gießstrangs sinkt.
[0023] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann das Wechselsegment für hohe Strangtemperaturen
ausgelegt sein. Für diesen Fall unterscheidet sich ein solches Wechselsegment im Vergleich
zu vorhandenen Strangführungssegmenten mit stärkerer Kühlung durch folgende Merkmale:
- mindestens eine Sekundärdüse weniger, um eine geringere Kühlung des Gießstrangs zu
erreichen, und/oder
- mindestens eine Sekundärdüse zur Kühlung des Gießstrangs, deren Regelungsbereich zu
geringeren Wassermengen hin verschoben ist, und/oder
- mindestens eine stärker gekühlte Rolle und/oder ein stärker gekühltes Rollenpaar,
und/oder
- mindestens eine stärker beschichtete Rolle und/oder ein stärker beschichtetes Rollenpaar.
[0024] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann das Wechselsegment für die Durchführung
einer Softreduktion für den Gießstrang ausgelegt sein. Für diesen Fall unterscheidet
sich ein solches Wechselsegment im Vergleich zu vorhandenen Strangführungssegmenten
mit fest eingestelltem Taper durch folgende Merkmale:
- dynamisch verstellbare Maulweiten, und/oder
- mindestens einen verstärkten Anstellzylinder.
[0025] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann das Wechselsegment in Bezug auf
seine Grundgeometrie zumindest zwei benachbarten Strangführungssegmenten, die in der
ursprünglichen Strangführungseinrichtung angrenzend zueinander angeordnet sind, entsprechen.
[0026] Die vorliegende Erfindung sieht auch eine Stranggießanlage zur Herstellung eines
metallischen Produkts in Form eines Gießstrangs vor. Eine solche Stranggießanlage
umfasst eine Strangführungseinrichtung wie vorstehend erläutert, in welcher der Gießstrang
in einer Transportrichtung bewegt werden kann.
[0027] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird hierbei
ein Wechselsegment einer Strangführungseinrichtung wie vorstehend erläutert eingesetzt.
[0028] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens können innenrissempfindliche
Stahlgüten verarbeitet werden, wobei durch den Einsatz des Wechselsegments für das
metallische Produkt, währenddessen es innerhalb der stützenden Strangführungseinrichtung
bewegt wird, ein statisches Bulging reduziert und somit eine Qualitätsverbesserung
für das metallische Produkt erreicht wird.
[0029] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens können in
dem Wechselsegment Stützrollen eingesetzt sein, deren Rollendurchmesser kleiner und
deren Anzahl größer ist als im Vergleich zu den Stützrollen des Strangführungssegments,
welches an der vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung ursprünglich vorhanden
bzw. eingesetzt gewesen war und durch das Wechselsegment ausgewechselt worden ist.
[0030] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens können Stahlgüten
mit einer Gießgeschwindigkeit von zumindest 2 m/min verarbeitet werden, wobei durch
den Einsatz des Wechselsegments eine Reduzierung von dynamischen Bulging für den Gießstrang
erreicht und dadurch die Anlagensicherheit verbessert wird. Hierbei kann es zweckmäßig
sein, dass die in den Wechselsegment eingesetzten Stützrollen einen jeweils unterschiedlichen
Rollenabstand relativ zueinander aufweisen.
[0031] Ergänzend oder alternativ kann es vorteilhaft sein, dass ein Rollenabstand der in
einem Wechselsegment eingesetzten Stützrollen im Vergleich zu den Stützrollen des
Strangführungssegments, welches an der vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung
zuvor vorhanden gewesen ist und nun durch das Wechselsegment ausgetauscht worden ist,
jeweils unterschiedlich ausgebildet ist.
[0032] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein
Prozessmodell Informationen hinsichtlich der Anordnung der verwendeten Strangführungssegmenten
der Strangführungseinrichtung und des zumindest einen eingesetzten Wechselsegments
erhalten und aus einem Segment- und Düsenkatalog die Anlagenkonfiguration in Bezug
auf einen Rollen- und Düsenplan zusammenstellen. Auf Grundlage dessen wird dann vom
Prozessmodell die Temperatur des Gießstrangs entlang der stützenden Segmente der Strangführungseinrichtung
berechnet, vorzugsweise nach Art einer Regelung.
[0033] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein
Prozessmodell Informationen hinsichtlich der Anordnung der verwendeten Strangführungssegmenten
der Strangführungseinrichtung und des zumindest einen eingesetzten Wechselsegments
erhalten und aus einem Segment- und Düsenkatalog die Anlagenkonfiguration in Bezug
auf einen Rollen- und Düsenplan zusammenstellen. Auf Grundlage dessen wird dann vom
Prozessmodell eine Sumpfspitzenposition für den Gießstrang entlang der stützenden
Segmente der Strangführungseinrichtung berechnet.
[0034] Dies bedeutet, dass für ein Berechnungsverfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
die Anlagenkonfiguration, d.h. die Konfiguration einer Stranggießanlage z.B. hinsichtlich
ihrer zugehörigen Stützrollen und Sekundärdüsen zur Kühlung des Gießstrangs, automatisch
neu zusammengestellt wird. Hierzu sind in einem Segmentkatalog für alle Strangführungssegmente
der Strangführungseinrichtung, auch einschließlich von zumindest einem Wechselsegment,
die Positionen und Arten von Stützrollen und Düsen beschrieben. Je nach aktueller
Segmentauswahl werden dann der Rollen- und Düsenplan intern neu zusammengestellt.
[0035] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens können Stahlgüten
bzw. Sekundärstahl mit einem Gehalt an Kupfer von ≥ 0,15% verarbeitet werden. Hierbei
wird durch den Einsatz eines Wechselsegments mit erhöhter Spritzwasserkühlung für
den Gießstrang eine Kornfeinung und damit eine Qualitätsverbesserung erreicht.
[0036] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens können auch
ferritische Edelstähle oder Siliziumstähle mit einem Siliziumgehalt von zumindest
0,5 % verarbeitet werden. Durch den Einsatz eines Wechselsegments mit zumindest einem
Rollenrührer wird für den Gießstrang ein erhöhter Anteil an globulitischem Primärgefüge
und damit eine Qualitätsverbesserung erreicht.
[0037] Nachstehend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer schematisch vereinfachten
Zeichnung im Detail beschrieben.
[0038] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematisch vereinfachte Seitenansicht einer Stranggießanlage mit einer zugehörigen
Strangführungseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2, 7, 8
- jeweils schematisch vereinfachte Seitenansichten der Stützrollen eines Wechselsegments,
welches Teil einer Strangführungseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist,
- Fig. 3
- eine schematisch vereinfachte Seitenansicht der Stützrollen eines Strangführungssegments,
welches Teil einer Strangführungseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist,
- Fig. 4
- eine schematisch vereinfachte Seitenansicht eines Wechselsegments, welches Teil einer
Strangführungseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist,
- Fig. 5, 6
- jeweils schematisch vereinfachte Seitenansichten einer Stranggießanlage mit weiteren
Ausführungsformen einer zugehörigen Strangführungseinrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung,
- Fig. 9
- eine schematisch vereinfachte Ansicht von Stützrollen eines Strangführungssegments,
welches Teil einer Strangführungseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist,
- Fig. 10
- eine schematisch vereinfachte Ansicht von Stützrollen eines Wechselsegments, welches
Teil einer Strangführungseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist,
- Fig. 11
- eine schematisch vereinfachte Seitenansicht eines Wechselsegments, welches zwischen
zwei anderen Strangführungssegmenten einer erfindungsgemäßen Strangführungseinrichtung
angeordnet ist,
- Fig. 12-14
- jeweils schematisch vereinfachte Draufsichten auf ein Wechselsegment, welches Teil
einer Strangführungseinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist, und
- Fig. 15
- eine schematisch vereinfachte Seitenansicht eines Wechselsegments, das neben einem
anderen Strangführungssegment einer erfindungsgemäßen Strangführungseinrichtung angeordnet
ist.
[0039] Nachstehend sind unter Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 15 bevorzugte Ausführungsformen
für eine stützende Strangführungseinrichtung 100, eine zugeordnete Stranggießanlage
110 und ein Verfahren zum Stranggießen eines metallischen Produkts in einer solchen
Stranggießanlage 110 gemäß der vorliegenden Erfindung erläutert, mit der bzw. dem
ein Gießstrang 101 aus Metall mittels Stranggießen hergestellt wird. Gleiche Merkmale
in der Zeichnung sind jeweils mit gleichen Bezugszeichen versehen. An dieser Stelle
wird gesondert darauf hingewiesen, dass die Zeichnung lediglich vereinfacht und insbesondere
ohne Maßstab dargestellt ist.
[0040] Fig. 1 zeigt prinzipiell vereinfacht eine Seitenansicht der Strangführungseinrichtung
100 und einer zugeordneten Stranggießanlage 110 gemäß einer ersten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
[0041] An dieser Stelle wird gesondert darauf hingewiesen, dass für die nachfolgende Beschreibung
die Begriffe metallisches Produkt, Metallstrang bzw. Gießstrang wahlweise als Synonym
verwendet werden.
[0042] Die Stranggießanlage 110 nach Fig. 1 umfasst eine Kokille 112, die eine untere Öffnung
113 und hierdurch einen vertikalen Ausgang nach unten aufweist. In die Kokille 112
wird bis zu einem Gießspiegel bzw. Badspiegel 114 flüssiges Metall eingefüllt, z.
B. Stahl oder eine Stahllegierung.
[0043] Die Stranggießanlage 110 umfasst im Bereich einer Sekundärkühlung 111 die stützende
Strangführungseinrichtung 100, die sich an die untere Öffnung 113 der Kokille anschließt.
Somit ist die stützende Strangführungseinrichtung 100 der Kokille 112 unmittelbar
nachgelagert bzw. stromabwärts hiervon angeordnet. Im Betrieb der Stranggießanlage
110 und bei Durchführung eines entsprechenden erfindungsgemäßen Verfahrens tritt ein
Gieß- bzw. Metallstrang 101 nach unten aus der unteren Öffnung 113 der Kokille 112
aus und wird anschließend entlang der Strangführungseinrichtung 100 in einer Transportrichtung
T bewegt bzw. transportiert.
[0044] Die Sekundärkühlung 111 umfasst entlang der Strangführungseinrichtung 100 (nicht
näher bezeichnete) einzelne Kühlsegmente, durch die das Aufbringen eines Kühlmediums,
insbesondere in Form von Wasser z.B. durch Spritzdüsen, auf beide Seiten des Metallstranges
101 gewährleistet ist, um den Metallstrang 101 gezielt zu kühlen. Diese Kühlsegmente
werden jeweils über (nicht gezeigte) Leitungen mit Kühlflüssigkeit gespeist und sind
jeweils mit (nachstehend noch zu erläuternden) Spritz- bzw. Sekundärdüsen ausgestattet.
Entsprechend ist es möglich, durch die Spritzdüsen der einzelnen Kühlsegmente Kühlflüssigkeit
auf die Oberflächen des Metallstranges 101 auszubringen, nämlich an dessen Oberseite
und/oder Unterseite.
[0045] Die Stranggießanlage 110 umfasst eine Steuer- oder Regelungseinheit 132, die über
eine Signalstrecke 134 signaltechnisch u.a. mit den Kühlsegmenten der stützenden Strangführungseinrichtung
100 in Verbindung steht. Diese Signalstrecke 134 kann kabelgebunden oder drahtlos,
z.B. durch eine Funkstrecke oder dergleichen, ausgeführt sein.
[0046] Die Steuer- oder Regelungseinheit 132 umfasst einen Prozessrechner 133, auf dem eine
geeignete Software aufgespielt ist.
[0047] Die Steuer- oder Regelungseinheit 132 ist mit einem Datenspeicher 136 verbunden,
in dem erforderliche Prozessdaten für die Stranggießanlage 110 gespeichert sind. Des
Weiteren können aktuelle Prozessdaten der Stranggießanlage 110 auch in dem Datenspeicher
gesammelt bzw. abgespeichert werden. Insoweit bildet dieser Datenspeicher 136 eine
Datenbank. Über eine (nicht gezeigte) Schnittstelle ist es möglich, einzelne Prozessdaten
PD in den Datenspeicher 136 einzugeben bzw. darin einzulesen. Diese Eingabemöglichkeit
ist in der Fig. 1 durch einen Pfeil mit "PD" symbolisiert.
[0048] Die Stranggießanlage 110 ist mit zumindest einem (nicht näher bezeichneten) Temperatursensor,
oder einer Mehrzahl von solchen Sensoren, ausgestattet, der bzw. die angrenzend an
die stützende Strangführungseinrichtung 100 angeordnet ist bzw. sind. Mittels eines
solchen Sensors oder einer Mehrzahl solcher Sensoren kann die Temperatur des Metallstranges
101 bestimmt werden, um damit beispielsweise die zuvor berechnete Temperatur des Metallstranges
101 mit der Messung abzugleichen. Die Temperaturdaten des Sensors bzw. der Sensoren
werden zunächst einer Datenerfassung 138 zugeführt, und von dort an die Steuer- oder
Regelungseinheit 132 über die Signalstrecke 134 gesendet.
[0049] In dem Datenspeicher 136 sind Größen bzw. Parameter gespeichert, auf Grundlage derer
für die einzelnen Kühlsegmente entlang der stützenden Strangführungseinrichtung 100
Solltemperaturen eingestellt bzw. festgelegt werden können. Zu diesen Größen können
eine bestimmte Solltemperatur und ein vorbestimmter Abstand zum Bad- bzw. Gießspiegel
114 gehören. Diese Größen sind abhängig von einem bestimmten Werkstoff bzw. einer
bestimmten Werkstoffgruppe, aus dem bzw. der der Metallstrang 101 hergestellt wird,
und jedenfalls unabhängig von einer konkreten Stranggießanlage.
[0050] Anhand der vorstehend genannten Parameter, die in dem Datenspeicher 136 abgelegt
sind, können mittels der Steuer- und Regelungseinheit 132 für die einzelnen Kühlsegmente
entlang der stützenden Strangführungseinrichtung 100 im Bereich der Sekundärkühlung
111 einer konkreten Stranggießanlage, z.B. die Stranggießanlage 110 von Fig. 1, Solltemperaturen
eingestellt bzw. festgelegt werden.
[0051] Die Strangführungseinrichtung 100 umfasst eine Mehrzahl von stützenden Strangführungssegmenten,
die in der Ausführungsform von Fig. 1 jeweils mit den Ziffern 1-9 bezeichnet sind.
Diese Strangführungssegmente 1-9 sind in der Transportrichtung T gesehen neben- bzw.
hintereinander angeordnet und weisen jeweils eine Mehrzahl von Stützrollen 118 auf.
[0052] Bei der Ausführungsform von Fig. 1 umfasst das Strangführungssegment an der Position
# 1 der Strangführungseinrichtung 100 insgesamt 13 Stützrollenpaare 118, wobei die
beiden Strangführungssegmente an den Positionen #8 und #9 jeweils mit sieben Stützrollenpaaren
118 ausgestattet sind. Des Weiteren sind die Strangführungssegmente an den Positionen
#2 bis #7, jedenfalls in einer ursprünglichen Anlagenkonfiguration der Stranggießanlage
110, mit jeweils sechs Stützrollenpaaren 118 ausgerüstet.
[0053] In der Fig. 3 ist ein Strangführungssegment gezeigt, welches an der Position #4 der
Strangführungseinrichtung 100 ursprünglich angeordnet sein kann und - wie erläutert
- mit sechs Stützrollenpaaren 118 ausgerüstet ist. Falls die Strangführungseinrichtung
110 wie erläutert an ihren Positionen #1 bis #9 mit den vorstehend genannten Strangführungssegmenten
1-9 ausgestattet ist, so ergibt sich für die Strangführungseinrichtung 110 unter Berücksichtigung
dieser neun Strangführungssegmente 1-9 eine Gesamtanzahl von 63 Stützrollenpaare,
in gleicher Weise wie bei der Darstellung von Fig. 16.
[0054] Erfindungsgemäß kann in der Strangführungseinrichtung 100 an einer vorbestimmten
Position hiervon ein Standard-Strangführungssegment durch ein Wechselsegment W ausgetauscht
bzw. ersetzt werden. Einzelheiten hierzu sind nachfolgend erläutert:
Ein Vergleich von Fig. 2 mit Fig. 3 verdeutlicht, dass eine in der Transportrichtung
T gesehene Segmentlänge L eines Wechselsegments W (Fig. 2) mit jener des Strangführungssegments
#4 (Fig. 3) übereinstimmt. Gleiches gilt für einen Radius, um den das Wechselsegment
W bzw. das Strangführungssegment # 4 jeweils gekrümmt ausgebildet sind. Die Übereinstimmung
in Bezug auf Segmentlänge L und Krümmungsradius, mit denen jeweils eine Grundgeometrie
der jeweiligen Segmente der Strangführungseinrichtung definiert wird, macht es vorliegend
möglich, dass das Strangführungssegment #4 wie erläutert durch das Wechselsegment
W ausgetauscht wird. Für dieses Beispiel versteht sich, dass die vorbestimmte Position
der Strangführungseinrichtung 100, an welcher ein zuvor vorhandenes Strangführungssegment
durch das Wechselsegment W ausgewechselt wird, der Position #4 entspricht.
[0055] Die Ausführungsform von Fig. 1 zeichnet sich nun dadurch aus, dass hier das Strangführungssegment
an der Position #4 gegen ein Wechselsegment W ausgetauscht werden kann, welches sich
von dem bisher verwendeten Strangführungssegment an der Position #4 in zumindest einem
Merkmal unterscheidet. In dem hier gezeigten Beispiel wird dieses unterscheidende
Merkmal u.a. durch eine größere Anzahl von Stützrollenpaaren 118 gebildet - das Wechselsegment
W ist nämlich hier mit insgesamt sieben Stützrollenpaaren 118 ausgerüstet, wie es
auch durch die vereinfachte Ansicht von Fig. 2 veranschaulicht wird. Unter Berücksichtigung
dieser größeren Anzahl von Stützrollenpaaren 118 des Wechselsegments W, wenn dieses
gemäß der Darstellung von Fig. 1 an der Position # 4 in die Strangführungseinrichtung
110 eingesetzt ist, ergibt sich dann eine Gesamtanzahl von insgesamt 64 Stützrollenpaaren
118.
[0056] Ein weiterer Vergleich von Fig. 2 mit Fig. 3 verdeutlicht, dass bei dem Wechselsegment
W (vgl. Fig. 2) der Durchmesser der Stützrollen 118 kleiner ausgebildet ist als bei
den Stützrollen 118 des Strangführungssegments #4 (vgl. Fig. 3). Dies macht es möglich,
dass bei gleicher Segmentlänge L das Wechselsegment W ein zusätzliches Rollenpaar
aufweist, nämlich insgesamt sieben Stützrollenpaare 118. Hierdurch wird ein zusätzlicher
Rollenspalt erhalten, was dazu führt, dass bei ansonsten gleichen Sekundärdüsen die
auf den Gießstrang 101 aufgebrachte Kühlwassermenge erhöht wird. Folgendes Zahlenbeispiel
möge dies verdeutlichen: bei einer Erhöhung der Anzahl von Stützrollenpaaren von sechs
auf sieben erhöht sich damit die Kühlwassermenge um 1/6, und damit um 16,66%.
[0057] In der Darstellung von Fig. 1 ist mit dem Pfeil "W" symbolisiert, dass an der Position
# 4 in der Strangführungseinrichtung 110 bereits das Wechselsegment W mit seinen insgesamt
sieben Stützrollenpaaren 118 eingesetzt worden ist. Bei den übrigen acht Strangführungssegmenten
an den Positionen 1-3 und 5-9 handelt es sich um Standard-Strangführungssegmente,
die auch bereits vorher in der Strangführungseinrichtung 100 vorhanden gewesen sind.
Unter Berücksichtigung des eingesetzten Wechselsegments W enthält die Strangführungseinrichtung
110 wie bereits erläutert nun insgesamt 64 Stützrollenpaare 118.
[0058] Unter Bezugnahme auf die Fig. 4, welche eine vereinfachte Seitenansicht eines Wechselsegments
W zeigt, sind nachfolgend weitere Details und Merkmale eines solchen Wechselsegments
W erläutert:
Das Wechselsegment W umfasst ein oberes Rahmenelement 116 und ein unteres Rahmenelement
117. An diesen Rahmenelementen 116, 117 sind jeweils Stützrollen 118 drehbar gelagert
angebracht. Im montierten Zustand des Wechselsegments W, ausweislich der Darstellung
von Fig. 4, sind diese Stützrollen 118, die jeweils an dem oberen Rahmenelement 116
und an dem unteren Rahmenelement 117 angebracht sind, einander gegenüberliegend angeordnet,
so dass hierdurch jeweilige Stützrollenpaare gebildet werden.
[0059] Zu weiteren Merkmalen eines Wechselsegments W gemäß Fig. 4 folgende Erläuterungen:
- Mit der Strecke "a" ist ein Rollenabstand bezeichnet, d.h. ein Abstand, um den zwei
zueinander benachbarte Stützrollen 118 voneinander beanstandet sind.
- Mit "D" ist exemplarisch für eine Stützrolle 118 deren Rollendurchmesser gezeigt.
- Mit "120" ist ein Anstellzylinder angezogen, mit dem das obere Rahmenelement 116 und
das untere Rahmenelement 117 relativ zueinander verstellt werden können, um dadurch
beispielsweise eine Maulweite zwischen der oberen und der unteren Reihe von Stützrollen
118 zu verändern. Hierdurch lassen sich unterschiedlich große Dicken von Gießsträngen
101 erzeugen.
- Mit "122" ist ein zusätzlicher Antrieb bezeichnet, mit dem eine Stützrolle 118 ausgerüstet
sein kann. In der Darstellung von Fig. 4 sind die Stützrollen 118, die mit einem Antrieb
ausgerüstet sind, symbolisch vereinfacht durch ein "X" ausgefüllt, vorliegend - und
rein beispielhaft zu verstehen - zwei Stützrollen 118 in der oberen Reihe. Jedenfalls
kann es sich bei dem mit "122" bezeichneten Antrieb um einen solchen handeln, der
lediglich für das Wechselsegment W vorgesehen ist, wobei ein Standard-Strangführungssegment
nicht über einen solch zusätzlichen Antrieb verfügt. Entsprechend ist es mittels eines
solchen Wechselsegments W bei dessen Einsatz in der Strangführungseinrichtung 100
möglich, auf den Gießstrang 101 dann größere Auszugskräfte auszuüben.
- Mit "124" und jeweils schraffierten Bereichen angedeutet sind Rollenrührer, mit denen
eine entsprechende Stützrolle 118 ausgerüstet sein kann. Die Bedeutung eines solchen
Rollenrührers 124 und dessen Funktionsweise sind vorstehend bereits an anderer Stelle
erläutert worden, so dass zur Vermeidung von Wiederholungen hierauf verwiesen werden
darf.
[0060] Bezüglich aller der vorstehend genannten Merkmale eines Wechselsegments W versteht
sich, dass sich dieses Wechselsegment W in zumindest einem dieser Merkmale von einem
Standard-Strangführungssegment einer Strangführungseinrichtung 100 unterscheiden kann,
für welches das Wechselsegment W an der vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung
100 eingesetzt wird.
[0061] Fig. 5 zeigt prinzipiell vereinfacht eine Seitenansicht der Strangführungseinrichtung
100 und einer zugeordneten Stranggießanlage 110 gemäß einer zweiten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung. Hierbei ist im Unterschied zur ersten Ausführungsform
von Fig. 1 vorgesehen, dass ein Wechselsegment W an den Positionen #2 und #4 in der
Strangführungseinrichtung 100 eingesetzt werden kann, um dort wie erläutert ein Standard-Strangführungssegment
zu ersetzen. Dies ist in der Fig. 5 jeweils mit "W" und durch entsprechende Pfeile
symbolisiert.
[0062] Gemäß der Darstellung von Fig. 5 sind die beiden Wechselsegmente W jeweils mit insgesamt
sieben Stützrollenpaaren 118 ausgerüstet, in Entsprechung der Darstellung von Fig.
2 oder Fig. 4. Falls die übrigen Standard-Strangführungssegmente jenen von Fig. 1
entsprechen, ergeben sich für das Beispiel der Strangführungseinrichtung 100 gemäß
Fig. 5 dann insgesamt 65 Stützrollenpaare.
[0063] In Bezug auf die Ausführungsform von Fig. 5 darf an dieser Stelle gesondert darauf
hingewiesen werden, dass die vorbestimmte Position der Strangführungseinrichtung 100,
an denen ein zuvor vorhandenes Strangführungssegment jeweils durch ein Wechselsegment
W ausgewechselt wird, vorliegend den Positionen #2 und #4 entspricht.
[0064] Fig. 6 zeigt prinzipiell vereinfacht eine Seitenansicht der Strangführungseinrichtung
100 und einer zugeordneten Stranggießanlage 110 gemäß einer dritten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung. Hierbei ist im Unterschied zur ersten Ausführungsform
von Fig. 1 vorgesehen, dass ein Wechselsegment W an den Positionen #2, #3 und #4 in
der Strangführungseinrichtung 100 eingesetzt werden kann, um dort wie erläutert ein
Standard-Strangführungssegment zu ersetzen. Dies ist in der Fig. 6 jeweils mit "W"
und durch entsprechende Pfeile symbolisiert.
[0065] Gemäß der Darstellung von Fig. 6 sind die drei Wechselsegmente W jeweils mit insgesamt
sieben Stützrollenpaaren 118 ausgerüstet, in Entsprechung der Darstellung von Fig.
2 oder Fig. 4. Falls die übrigen Standard-Strangführungssegmente der Strangführungseinrichtung
100 jenen von Fig. 1 entsprechen, ergeben sich für das Beispiel der Strangführungseinrichtung
100 gemäß Fig. 6 dann insgesamt 66 Stützrollenpaare.
[0066] In Bezug auf die Ausführungsform von Fig. 6 darf an dieser Stelle gesondert darauf
hingewiesen werden, dass die vorbestimmte Position der Strangführungseinrichtung 100,
an denen ein zuvor vorhandenes Strangführungssegment jeweils durch ein Wechselsegment
W ausgewechselt wird, vorliegend den Positionen #2, #3 und #4 entspricht.
[0067] Bei den Ausführungsformen gemäß Fig. 5 und Fig. 6 ist es demnach wie erläutert möglich,
dass Wechselsegmente W an mehreren vorbestimmten Positionen der Strangführungseinrichtung
100 die Strangführungssegmente, die dort ursprünglich eingesetzt gewesen sind, ersetzen
und sich in zumindest einem Merkmal von diesen ursprünglichen Strangführungssegmenten
unterscheiden.
[0068] Falls erfindungsgemäß mehrere Wechselsegmente W an jeweils vorbestimmten Positionen
der Strangführungseinrichtung 100 eingesetzt werden, so ist es hierbei auch möglich,
dass sich diese Wechselsegmente W auch im Vergleich zueinander um zumindest ein Merkmal
voneinander unterscheiden können.
[0069] In Bezug auf die Ausführungsform von Fig. 5 und 6 versteht sich, dass eine solche
Stranggießanlage 100 ebenfalls mit einer Steuer- und Regelungseinheit 132 ausgestattet
ist, so wie es für die Ausführungsform von Fig. 1 gezeigt und erläutert worden ist.
Jedenfalls ist es für alle diese Ausführungsform einer Stranggießanlage 110 mit einer
Strangführungseinrichtung 100 gemäß der vorliegenden Erfindung möglich, dass mittels
der Steuer- und Regelungseinheit 132 und des zugehörigen Prozessrechners 133 ein Berechnungsverfahren
durchgeführt werden kann, wenn wie erläutert zumindest ein Wechselsegment W in die
Strangführungseinrichtung 100 eingesetzt wird, um damit dann den Rollen- und Düsenplan
für die Stranggießanlage 110 neu zusammenzustellen.
[0070] In den Fig. 7 und 8 sind nochmals mögliche Ausführungsformen eines Wechselsegments
W und dessen Anordnung von Stützrollenpaaren 118 vereinfacht dargestellt, mit jeweils
sieben Stützrollenpaaren 118 entlang der Segmentlänge L.
[0071] Bei der Ausführungsform von Fig. 7 ist eines der Stützrollenpaare 118 mit einem zusätzlichen
Antrieb versehen, hier vereinfacht mit "122" bezeichnet. Hierbei kann vorgesehen sein,
dass der Rollendurchmesser D der Stützrollen 118, die mit dem zusätzlichen Antrieb
122 ausgestattet sind, im Vergleich zu den daran angrenzenden Stützrollen ohne Antrieb
größer gewählt ist. Im Übrigen darf zur Funktionsweise eines solchen zusätzlichen
Antriebs 122 zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Erläuterungen zu Fig. 4 verwiesen
werden.
[0072] Fig. 9 zeigt schematisch vereinfacht die Anordnung von Stützrollen 118 eines Strangführungssegments
der Strangführungseinrichtung 100, entweder eines Standard-Strangführungssegments
oder eines Wechselsegments W. Jedenfalls sind diese Stützrollen 118 im Wechselsegment
W entlang ihrer Längserstreckung ungeteilt.
[0073] Beim Stranggießen wird durch den hydrostatischen Druck der noch flüssigen Schmelze
im Kern des Gießstrangs ein Druck auf die Strangführungssegmente der Strangführungseinrichtung
ausgeübt, wodurch diese auffedern und es zu einem leichten Durchbiegen der beteiligten
Stützrollen zwischen den zugeordneten Stützrollenlagern nach aussen kommen kann. Dies
kann bei rissempfindlichen Güten bei dem erzeugten metallischen Produkt zu Innenfehlern
oder zu Fehlern an der Oberfläche führen. Um dieser Problematik zu begegnen, kann
für ein Wechselsegment W gemäß der Ausführungsform von Fig. 10 vorgesehen sein, dass
die zugehörigen Stützrollen 118 entlang ihrer Längserstreckung jeweils doppelt oder
mehrfach geteilt ausgebildet sind. Anders ausgedrückt, sind die jeweiligen Stützrollen
118 gemäß Fig. 10 in ihrer Gesamtlänge jeweils aus drei Teilen ausgebildet, wobei
entsprechend dann auch mehrere Lagerstellen vorgesehen sind. Durch eine solche Teilung
der Stützrollen 118 ist es möglich, den genannten nachteiligen Effekt einer Rollendurchbiegung
zu verringern, wodurch die Qualität des Gießstrang 101 und der hieraus hergestellten
metallischen Produkte erhöht wird.
[0074] An dieser Stelle darf in Bezug auf die Ausführungsform von Fig. 10 ergänzend darauf
hingewiesen werden, dass für die Stützrollen 118 eines Wechselsegments W alternativ
jeweils auch eine andere Teilung vorgesehen sein kann, beispielsweise eine zweiteilige
oder eine vierteilige Teilung.
[0075] Der vorstehend genannte Effekt einer möglichen Segmentauffederung hängt u.a. auch
von der Strangbreite ab. Falls nun eine größere Strangbreite vergossen werden soll,
kann sich die Auffederung verstärken und die erzeugte Strangdicke in der Strangmitte
ausserhalb eines Toleranzbereiches liegen. Bei größeren Strangdicken kann nun erfindungsgemäß
in der Strangführungseinrichtung 100 ein Wechselsegment W zum Einsatz kommen, das
durch einen verstärkten Segmentrahmen diese Auffederung vermindert. In der Fig. 11
(in der Mitte) ist ein solches Wechselsegment W gezeigt, das im Vergleich zu Standard-Strangführungssegmenten
102, die in der Fig. 11 angrenzend hierzu angeordnet und gezeigt sind, verstärkte
Rahmenelemente 116 und 117 mit einer größeren Steifigkeit aufweist.
[0076] In der Fig. 11 sind die Durchbiegungen der Stützrollen 118, die sich in Folge des
hydrostatischen Drucks des Gießstrangs 101 einstellen, jeweils durch gestrichelte
Linien mit der Bezeichnung "C
Traverse" gezeigt. Hierbei ist zu erkennen, dass die Durchbiegung der Stützrollen 118 für
ein Wechselsegment W geringer ausfällt als für die benachbarten Standard-Strangführungssegmente
102, nämlich dank seiner verstärkten oberen und unteren Rahmenelemente 116, 117.
[0077] Nachstehend sind unter Bezugnahme auf die Figuren 12-14 weitere Ausführungsformen
für ein Wechselsegment W dargestellt und erläutert, mit denen die Kühlleistung zum
Kühlen eines Gießstrangs 101 verändert und insbesondere erhöht werden kann.
[0078] Die Ausführungsform von Fig. 12 zeigt ein Wechselsegment W, bei dem entlang der Segmentlänge
L insgesamt sieben Reihen von Sekundärdüsen 126 zur Kühlung des Gießstrang 101 vorgesehen
sind. Im Vergleich zu einer Ausführungsform von Fig. 13, bei der lediglich sechs Reihen
von Sekundärdüsen 126 vorgesehen sind, ergibt sich demnach für die Ausführungsform
gemäß Fig. 12 durch die eine zusätzliche Reihe von Sekundärdüsen 126 eine entsprechend
größere Menge an Kühlwasser, die auf den Gießstrang 101 ausbringbar ist.
[0079] Der gleiche Effekt wird bei der Ausführungsform eines Wechselsegments W gemäß der
Fig. 14 erreicht, wonach die hier eingesetzten Sekundärdüsen 126 jeweils verstärkt
ausgebildet sind und hiermit - in der Transportrichtung T gesehen - eine größere Breite
für den Ausstoß von Kühlwasser auf eine Oberfläche des Gießstrangs 101 möglich ist.
[0080] Bezüglich der Ausführungsform von Fig. 14 darf darauf hingewiesen werden, dass ein
solch breiterer Ausstoß von Kühlwasser mittels der verstärkten Sekundärdüsen 126 in
gleicher Weise auch für den Fall möglich ist, dass eine andere Anzahl von Reihen für
die Sekundärdüsen 126 vorgesehen ist, beispielsweise sieben Düsenreihen, so wie es
beispielsweise in der Fig. 12 gezeigt ist.
[0081] Alternativ oder zusätzlich können für bestimmte Güten in einem Wechselsegment auch
andere Düsen mit zum Beispiel einem größeren Spritzwinkel in Gieß- bzw. Transportrichtung
T (Tiefenwinkel) eingebaut werden. Durch eine Erhöhung der Düsenanzahl in einem Rollenspalt
bei gleichzeitiger Verminderung des Spritzwinkels über der Strangbreite kann ebenfalls
die Wasserbeaufschlagung für den Gießstrang 101 erhöht werden.
[0082] Gemäß weiterer vorteilhafter Ausführungsformen für ein Wechselsegment W können auch
folgende Aspekte vorgesehen sein:
- Alternativ oder zusätzlich können für bestimmte Güten in einem Wechselsegment W auch
andere Sekunderdüsen 126 mit zum Beispiel einem größeren Spritzwinkel in Gießrichtung
(Tiefenwinkel) eingebaut werden. Durch eine Erhöhung der Düsenanzahl in einem Rollenspalt
bei gleichzeitiger Verminderung des Spritzwinkels über der Strangbreite kann ebenfalls
die Wasserbeaufschlagung für den Gießstrang 101 erhöht werden.
- Für jede Düse existiert ein minimaler und ein maximaler Wasserdurchfluss (Regelbereich),
bei dem die Düse die Wassermenge mit einem genügend hohen Impact auf die Strangoberfläche
befördern kann. Wenn nun bei einer bestimmten Stahl-Güte immer eine höhere Wasserbeaufschlagung
gewünscht ist, können in einem Wechselsegment W auch andere Düsen mit einem zu höheren
Wassermengen hin verschobenen Regelbereich bei gleicher Düsenanzahl und gleichen Spritzwinkeln
benutzt werden.
[0083] In der Fig. 15 ist eine weitere Ausführungsform für ein Wechselsegment W (rechts
dargestellt) gezeigt. Im Vergleich zu einem Standard-Strangführungssegment 102 (in
Fig. 15 links gezeigt) sind bei diesem Wechselsegment W die Anstellzylinder 120 verstärkt
ausgeführt. Entsprechend ist es unter Verwendung eines solchen Wechselsegments W möglich,
beim Vergießen einer anderen Stahlgüte mit einem unterschiedlichen Schrumpfverhalten
innerhalb der stützenden Strangführungseinrichtung 100 einen stärkeren Taper einzustellen.
[0084] Der Einsatz von verstärkten Hydraulik- bzw. Anstellzylindern 120 kann auch im Zusammenhang
mit der Durchführung einer sog. "Softreduktion" hilfreich sein. Hierbei werden je
nach Position der Sumpfspitze des Gießstrangs 101 ausgewählte Segmente der Strangführungseinrichtung
100 angestellt, d.h. zugefahren. Hierzu werden spezielle Softreduktionsegmente benötigt.
Falls nun im Betrieb der Stranggießanlage 100 beispielsweise hochwertige Güten verarbeitet
werden sollen, können für diesen Fall zumindest ein Standard-Strangführungssegment
102, oder auch eine Mehrzahl von ausgewählten Standard-Strangführungssegmenten 102,
durch ein jeweiliges Wechselsegment W gemäß der Ausführungsform von Fig. 15 eingesetzt
werden, das sich dank seiner verstärkten Anstellzylinder 120 für eine dynamische Anstellung
bzw. Softreduktion eignet.
[0085] An dieser Stelle wird nochmals gesondert darauf hingewiesen, dass es mit Hilfe der
vorliegenden Erfindung möglich ist, in einer Stranggießanlage 110, wie sie in Fig.
1, Fig. 5 bzw. Fig. 6 gezeigt und vorstehend erläutert worden ist, auch hochwertige
Güten zu vergießen, indem in der Strangführungseinrichtung 100 an ausgewählten Positionen
zum Ersatz eines Standard-Strangführungssegments 102 zumindest ein Wechselsegment
W eingesetzt wird. Wie erläutert, haben diese Wechselsegmente W die gleiche Grundgeometrie,
also beispielsweise die gleiche Segmentlänge L und ggf. den gleichen Krümmungsradius,
wie die ausgetauschten "alten" Standard-Strangführungssegmente 102. Durch den Einsatz
von zumindest einem Wechselsegment W kann in der stützenden Strangführungseinrichtung
100 beispielsweise die Gesamtanzahl der Stützrollen 118 innerhalb der Stranggießanlage
100 und damit das Design einer solchen Anlage verändert bzw. an eine bestimmte Stahlgüte
angepasst werden.
[0086] Schließlich wird in Bezug auf die Ausführungsformen gemäß der Fig. 1, 5 und 6 darauf
hingewiesen, dass ein Wechselsegment W in einem bogenförmigen, d.h. gekrümmten Bereich
der Strangführungseinrichtung 100 an unterschiedlichen vorbestimmten Positionen eingesetzt
werden kann, beispielsweise und wie erläutert an den Positionen # 2, #3 und/oder #4.
Ergänzend oder alternativ ist es auch möglich, ein Wechselsegment W in einem Horizontalteil
der Strangführungseinrichtung 100, der keine Krümmung aufweist, einzusetzen. Falls
solche Wechselsegmente W, ungeachtet ihrer genauen Position für einen Einsatz in der
Strangführungseinrichtung 100, eine kleinere Rollenteilung aufweisen, ist es hiermit
möglich, im Stranggießprozess hohe Gießgeschwindigkeiten sowohl zu erreichen als auch
zu halten.
Bezugszeichenliste
[0087]
- 1-9
- Stützrollensegmente (der stützenden Strangführungseinrichtung 100)
- 1-66
- Stützrollenpaare (der Stützrollensegmente 1-9)
- 100
- stützende Strangführungseinrichtung
- 101
- metallisches Produkt/Gießstrang
- 102
- Standard-Strangführungssegment
- 110
- Stranggießanlage
- 111
- Sekundärkühlung
- 112
- Kokille
- 113
- untere Öffnung (der Kokille 112)
- 114
- Badspiegel / Gießspiegel
- 116
- oberes Rahmenelement
- 117
- unteres Rahmenelement
- 118
- Stützrollen / Rollenpaare
- 120
- Segment- bzw. Anstellzylinder
- 122
- zusätzlicher Antrieb
- 124
- Rollenrührer
- 126
- Sekundärdüse(n) (zur Kühlung des Gießstrangs 101)
- 132
- Steuer- oder Regelungseinheit
- 133
- Prozessrechner
- 134
- Signalstrecke bzw. Signalverbindung
- 136
- Datenbank bzw. Datenspeicher
- 138
- Datenerfassung
- a
- Rollenabstand
- D
- Rollendurchmesser
- L
- Segmentlänge
- T
- Transportrichtung (für den Gießstrang 101)
- W
- Wechselsegment
1. Strangführungseinrichtung (100) zur Verwendung in einer Stranggießanlage (110), in
der ein metallisches Produkt in Form eines Gießstrang (101) in einer Transportrichtung
(T) bewegbar ist, umfassend
eine Mehrzahl von separaten stützenden Strangführungssegmenten (1-9), die in der Transportrichtung
(T) gesehen neben- bzw. hintereinander angeordnet sind und jeweils eine Mehrzahl von
Stützrollen, vorzugsweise in Form von einander gegenüberliegend angeordneten Stützrollenpaaren,
aufweisen, wobei zumindest ein Strangführungssegment an einer vorbestimmten Position
der Strangführungseinrichtung (100) auswechselbar ausgebildet und somit durch ein
Wechselsegment (W) austauschbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Wechselsegment (W) im Vergleich zu dem Strangführungssegment, welches an der
vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung (100) zuvor bzw. ursprünglich
eingesetzt gewesen ist, sich in zumindest einem Merkmal unterscheidet, wobei dieses
Merkmal gewählt ist aus einer Gruppe von Merkmalen gebildet aus Rollenanzahl, Rollenabstand
(a), Rollendurchmesser (D), Rollenart, Rollenantrieb (122), Rollenteilung, Art und
Anzahl der Düsen (126) zur Strangkühlung, Anstellkräfte der Segmentzylinder (120),
Art und Anzahl von Rollenrührern (124) und/oder Beschaffenheit von zumindest einem
Rahmenelement (126, 127).
2. Strangführungseinrichtung (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wechselsegment (W) im Vergleich zu dem Strangführungssegment, welches an der
vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung (100) der Strangführungseinrichtung
(100) zuvor eingesetzt gewesen ist, die gleiche Grundgeometrie aufweist, vorzugsweise,
dass die Grundgeometrie durch einen Radius der Rollenführung und - in der Transportrichtung
(T) gesehen - eine jeweilige Segmentlänge (L) definiert ist.
3. Strangführungseinrichtung (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Wechselsegment (W) zumindest eine Stützrolle (118) oder ein Stützrollenpaar mit
einem zusätzlichen Antrieb (122) aufweist, so dass für den Gießstrang (101), mit dem
eine solche Stützrolle (118) oder ein solches Stützrollenpaar in Kontakt bringbar
ist, eine höhere Auszugskraft in Richtung der Transportrichtung (T) erzeugbar ist.
4. Strangführungseinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines Rollenrührers des Wechselsegments (W) in dem noch flüssigen Bereich
des Gießstrang (101) ein wechselndes Magnetfeld erzeugbar ist.
5. Strangführungseinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Wechselsegment (W) für rissempfindliche Stahlgüten ausgelegt ist und im Vergleich
zu vorhandenen Strangführungssegmenten (1-9), die für rissunempfindliche Stahlgüten
ausgelegt sind, sich unterscheidet durch:
- mindestens ein weiteres Rollenpaar (118), und oder
- mindestens eine weitere Sekundärdüse (126) zur Kühlung des Gießstrang (101), und/oder
- mindestens eine weitere Rollenteilung, um dadurch eine verminderte Rollendurchbiegung
zu erreichen, und/oder
- einen um mindestens 1 mm kleineren Rollenradius der nicht angetriebenen Rollen.
6. Strangführungseinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Wechselsegment (W) für hohe Gießgeschwindigkeiten ausgelegt ist und im Vergleich
zu vorhandenen Strangführungssegmenten (1-9), die für Standard-Gießgeschwindigkeiten
ausgelegt sind, sich unterscheidet durch:
- mindestens ein weiteres Rollenpaar (118), und oder
- mindestens eine weitere Sekundärdüse (126) zur Kühlung des Gießstrangs (101), und/oder
- mindestens eine Sekundärdüse (126) zur Kühlung des Gießstrangs (101), deren Regelungsbereich
zu größeren Wassermengen hin verschoben ist, und/oder
- mindestens eine weitere Rollenteilung, um dadurch eine verminderte Rollendurchbiegung
zu erreichen, und/oder
- einen um mindestens 1 mm kleineren Rollenradius der nicht angetriebenen Rollen.
7. Strangführungseinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Wechselsegment (W) für hohe Strangtemperaturen ausgelegt ist und im Vergleich
zu vorhandenen Strangführungssegmenten (1-9) mit stärkerer Kühlung sich unterscheidet
durch
- mindestens eine Sekundärdüse (126) weniger, um eine geringere Kühlung des Gießstrang
(101) zu erreichen, und/oder
- mindestens eine Sekundärdüse (126) zur Kühlung des Gießstrang (101), deren Regelungsbereich
zu geringeren Wassermengen hin verschoben ist, und/oder
- mindestens eine stärker gekühlte Rolle (118) und/oder ein stärker gekühltes Rollenpaar
(118), und/oder
- mindestens eine stärker beschichtete Rolle (118) und/oder ein stärker beschichtetes
Rollenpaar (118).
8. Strangführungseinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Wechselsegment (W) für die Durchführung einer Softreduktion für den Gießstrang
(101) ausgelegt ist und im Vergleich zu vorhandenen Strangführungssegmenten (1-9)
mit fest eingestelltem Taper sich unterscheidet durch:
- dynamisch verstellbare Maulweiten, und/oder
- mindestens einen verstärkten Anstellzylinder (120).
9. Strangführungseinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wechselsegment (W) in Bezug auf seine Grundgeometrie zumindest zwei benachbarten
Strangführungssegmenten (1-9), die in der ursprünglichen Strangführungseinrichtung
(100) angrenzend zueinander angeordnet sind, entspricht.
10. Stranggießanlage (110) zur Herstellung eines metallischen Produkts in Form eines Gießstrangs
(101), umfassend eine Strangführungseinrichtung (100) mit zumindest einem Wechselsegment
(W) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, in welcher der Gießstrang (101) in einer Transportrichtung
(T) bewegbar ist.
11. Verfahren zum Stranggießen eines metallischen Produkts in einer Stranggießanlage (110)
mit einer Strangführungseinrichtung (100), die eine Mehrzahl von separaten stützenden
Strangführungssegmenten (1-9) umfasst, wobei das metallische Produkt in Form eines
Gießstrang (101) in einer Transportrichtung (T) bewegt wird und hierzu die Strangführungssegmente
(1-9) der Strangführungseinrichtung (100) in der Transportrichtung (T) gesehen neben-
bzw. hintereinander angeordnet sind und jeweils eine Mehrzahl von Stützrollen, vorzugsweise
in Form von einander gegenüberliegend angeordneten Stützrollenpaaren, aufweisen, dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem Chargenwechsel für das metallische Produkt zumindest ein Strangführungssegment
an einer vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung (100) durch ein Wechselsegment
(W) ausgetauscht wird, wobei das Wechselsegment (W) sich im Vergleich zu dem Strangführungssegment,
welches an der vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung (100) zuvor bzw.
ursprünglich eingesetzt gewesen ist, in zumindest einem Merkmal unterscheidet, wobei
dieses Merkmal gewählt ist aus einer Gruppe von Merkmalen gebildet aus Rollenanzahl,
Rollenabstand (a), Rollendurchmesser (D), Rollenart, Rollenantrieb (122), Rollenteilung,
Art und Anzahl der Düsen (126) zur Strangkühlung, Anstellkräfte der Segmentzylinder
(120), Art und Anzahl von Rollenrührern (124) und/oder Beschaffenheit von zumindest
einem Rahmenelement (126, 127).
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass hierbei ein Wechselsegment (W) einer Strangführungseinrichtung (100) nach einem der
Ansprüche 1 bis 9 eingesetzt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass hierbei innenrissempfindliche Stahlgüten verarbeitet werden, wobei durch den Einsatz
des Wechselsegments (W) für das metallische Produkt, währenddessen es innerhalb der
stützenden Strangführungseinrichtung (100) bewegt wird, ein statisches Bulging reduziert
und somit eine Qualitätsverbesserung für das metallische Produkt erreicht wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Wechselsegment (W) Stützrollen eingesetzt sind, deren Rollendurchmesser (D)
kleiner und deren Anzahl größer ist als im Vergleich zu den Stützrollen des Strangführungssegments,
welches an der vorbestimmten Position der Strangführungseinrichtung (100) ursprünglich
vorhanden bzw. eingesetzt gewesen war und durch das Wechselsegment (W) ausgewechselt
worden ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass hierbei Stahlgüten mit einer Gießgeschwindigkeit von zumindest 2 m/min verarbeitet
werden, wobei durch den Einsatz des Wechselsegments (W) eine Reduzierung von dynamischen
Bulging für den Gießstrang (101) erreicht und dadurch die Anlagensicherheit verbessert
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die in den Wechselsegment (W) eingesetzten Stützrollen (118) einen jeweils unterschiedlichen
Rollenabstand (a) relativ zueinander aufweisen.
17. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rollenabstand (a) der in dem Wechselsegment (W) eingesetzten Stützrollen (118)
im Vergleich zu den Stützrollen des Strangführungssegments, welches an der vorbestimmten
Position der Strangführungseinrichtung (100) durch das Wechselsegment (W) ausgewechselt
worden ist, jeweils unterschiedlich ausgebildet ist.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass ein Prozessmodell Informationen hinsichtlich der Anordnung der verwendeten Strangführungssegmenten
(1-9) der Strangführungseinrichtung (100) und des zumindest einen eingesetzten Wechselsegments
(W) erhält und aus einem Segment- und Düsenkatalog die Anlagenkonfiguration in Bezug
auf einen Rollen- und Düsenplan zusammenstellt, wobei das Prozessmodell auf Grundlage
dessen die Temperatur des Gießstrangs (101) entlang der stützenden Segmente (1-9)
der Strangführungseinrichtung (100) berechnet und regelt.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Prozessmodell Informationen hinsichtlich der Anordnung der verwendeten Strangführungssegmenten
(1-9) der Strangführungseinrichtung (100) und des zumindest einen eingesetzten Wechselsegments
(W) erhält und aus einem Segment- und Düsenkatalog die Anlagenkonfiguration in Bezug
auf einen Rollen- und Düsenplan zusammenstellt, wobei das Prozessmodell auf Grundlage
dessen eine Sumpfspitzenposition für den Gießstrang (101) entlang der stützenden Segmente
(1-9) der Strangführungseinrichtung (100) berechnet.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass hierbei Stahlgüten bzw. Sekundärstahl mit einem Gehalt an Kupfer von ≥ 0,15% verarbeitet
werden, wobei durch den Einsatz eines Wechselsegments (W) mit erhöhter Spritzwasserkühlung
für den Gießstrang (101) eine Kornfeinung und damit eine Qualitätsverbesserung erreicht
wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass hierbei ferritische Edelstähle oder Siliziumstähle mit einem Siliziumgehalt von zumindest
0,5 % verarbeitet werden, wobei durch den Einsatz eines Wechselsegments (W) mit zumindest
einem Rollenrührer für den Gießstrang (101) ein erhöhter Anteil an globulitischem
Primärgefüge und damit eine Qualitätsverbesserung erreicht wird.