[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Faserplatten unter verringertem
VOC-Ausstoß, insbesondere zum Herstellen von HDF-Platten oder MDF-Platten.
[0002] Ein kontinuierlicher Herstellungsprozess von Holzfasern nach der Trocken- und Nassmethode,
basierend auf lignocellulosehaltigem Material wie Holz, Stroh oder Bagasse, umfasst
unter anderem eine Zerkleinerung des Rohmaterials zu freien Fasern oder Faseraggregaten,
die in nachfolgenden Schritten mit Klebstoff beschichtet, getrocknet, geformt und
zu einem Endprodukt, der sogenannten Platte oder Holzfaserplatte, gepresst werden.
Die Freisetzung von Fasern aus dem Rohstoff erfolgt heute vorzugsweise in einem sogenannten
thermomechanischen Verfahren in einem Schritt oder in einem thermischen und mechanischen
Verfahren in mindestens zwei getrennten Schritten.
[0003] Vor der ersten thermischen Behandlung werden die Hackschnitzel üblicherweise gewaschen,
um sie von Verschmutzungen wie Erde oder Steinen zu befreien. Das thermische Behandeln,
also die Erwärmung des Rohmaterials, erfolgt unter anderem in einer ersten thermischen
Behandlungsvorrichtung bei einer bevorzugten Temperatur von bis zu etwa 100 Grad Celsius,
insbesondere unter Atmosphärendruck, und anschließend in einer vorzugsweise druckbeaufschlagten
zweiten thermischen Behandlungsvorrichtung bei einer Temperatur von beispielhaft etwa
150 bis 190 Grad Celsius, insbesondere unter einem Druck von etwa 4 bis 13 bar. Die
Verweilzeit der Hackschnitzel in den thermischen Behandlungsvorrichtungen kann je
nach den vorherrschenden Prozessbedingungen angepasst werden und beispielhaft zwischen
etwa 1 bis 10 Minuten liegen. Die thermische Erwärmung in der zweiten thermischen
Behandlungsvorrichtung erfolgt nach Stand der Technik vorzugsweise mittels Dampfs.
Die mechanische Verarbeitung erfolgt anschließend in einem auch als Zerfaserer bezeichnetem
Refiner. Die Verweilzeit des Hackschnitzel-Rohmaterials im Refiner ist von geringer
Dauer. Die Energie, die im Zusammenhang mit der mechanischen Verarbeitung in mechanische
Energie umgewandelt wird, wandelt sich in Wärme in der Verkleinerungszone um und tritt
als Abgas, insbesondere Dampf, im Verarbeitungssystem auf, der aus der Feuchtigkeit
im Rohmaterial erzeugt wird.
[0004] Üblicherweise werden die Holzfasern nach der Zerfaserung im Refiner pneumatisch zu
einem Fasertrockner transportiert, wo der Trocknungsprozess mit einer großen Luftmenge
und einer kontrollierten Eintrittslufttemperatur von etwa 140 bis 200 Grad Celsius,
abhängig von der aktuellen Faserfeuchte, durchgeführt wird. Die Fasern werden von
der Trocknungsluft mechanisch getrennt. Die getrockneten Fasern werden anschließend
weiter zur Formung, zum Vorpressen und schließlich zum Fertigpressen der Platte transportiert.
Die Trocknungsluft wird einer Abgaswäsche unterzogen. Dazu werden Nasswäsche, Nasselektrofilter
oder Biofilter und biologische Abwasserbehandlung eingesetzt.
[0005] Die bei der Freisetzung der Fasern und der Trocknung freigesetzten Holzemissionen,
vor allem in der zweiten thermischen Behandlungsvorrichtung, werden nach dem Stand
der Technik von der ersten thermischen Behandlungsvorrichtung über den Refiner zusammen
mit dem Faserschüttgut bis zum Trockner transportiert, wo der Großteil von der Faser
getrennt wird und schließlich feuchte Trocknungsluft aus dem Trockner nach der Abgaswäsche
in die Atmosphäre geleitet wird. Diese Holzemissionen enthalten vor allem flüchtige
organische Substanzen, sogenannte flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic
Compounds, VOC).
[0006] Innerhalb der VOC gibt es Substanzen, deren Löslichkeit in Wasser bei einer feuchten
Abgaswäsche so klein ist, dass ihr Abscheidegrad nur einen geringen Prozentsatz aufweist
oder sogar gegen Null geht. Das betrifft insbesondere die Terpene. Es ist daher bekannt,
dass nasse Abscheideverfahren nur eine Emissionsminderungsgrad von 10-30% erreichen.
Die geringe Löslichkeit liegt zum einen an der an sich geringen Löslichkeit der Substanzen
in Wasser, zum anderen an der starken Verdünnung in der Trocknungsluft, was den Partialdruck
und damit die thermodynamische Antriebskraft extrem herabsetzt. Die Terpene stammen
aus dem Harz des eingesetzten Holzes. Es handelt sich dabei um leichtflüchtige Öle.
Sie werden auch als Terpentin bezeichnet.
[0007] Die verbleibenden Mengen, die den Trockner nicht verlassen, folgen dem Faserstrom
zu den nachfolgenden Prozesseinheiten, wo sie sukzessive an die umgebende Atmosphäre
abgegeben werden oder als Restprodukt im Endprodukt, der Platte, erscheinen. Somit
kann auch vom Endprodukt aus eine Ableitung der Emissionen in die Atmosphäre stattfinden.
[0008] Aus der
WO 99/10594 ist bisher bekannt, dass die zweite thermische Behandlungsvorrichtung mit einem oberen
Ausgang zur Entgasung der dort freigesetzten organischen Emissionen ausgestattet ist.
Hier wird der Dampf im unteren Teil der ersten thermischen Behandlungsvorrichtung
eingeleitet und die Hackschnitzel, die in den oberen Teil der ersten thermischen Behandlungsvorrichtung
eindringen, werden während der Kondensation des Dampfes im gegenströmenden Dampf gewaschen.
Dies wird durch den Dampf erreicht, der sich durch die Hackschnitzelkolonne nach oben
zu den kälteren Hackschnitzeln im oberen Teil der ersten thermischen Behandlungsvorrichtung
bewegt. Die freigesetzten Emissionen, Abluft und Dampf, die durch die Verdampfung
der Feuchtigkeit in den Hackschnitzeln entstehen, werden getrennt und durch den Auslass
in einer entsprechenden Vorrichtung entsorgt. Durch diese Publikation ist auch bekannt,
dass die Hackschnitzel aus der ersten thermischen Behandlungsvorrichtung mittels einer
Förderschnecke, die die Hackschnitzel während des Transports komprimiert und entwässert,
in den Refiner transportiert werden.
[0009] Gemäß der Offenlegungsschrift
EP 1597427 A1 ist ein Verfahren bekannt, wobei die bei der Verdichtung entstehenden Abgase in einer
Förderschnecke über einen in der Verdichtungszone angeordneten Auslass entsorgt werden.
Die Anlage nach diesem Dokument ist dadurch gekennzeichnet, dass in der Kompressionszone
ein Abgasauslass zur Ableitung von verdampfter Feuchtigkeit angeordnet ist, die beim
Verdichten der Hackschnitzel entsteht und VOC-haltige Abgase enthält.
[0010] EP 2 573 258 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Aufbereiten von Hackschnitzeln
für die Herstellung von holzhaltigem Faserstoff. Hinsichtlich des Waschens der Hackschnitzel
wird ausgeführt, dass dies unter Erhitzung bis auf rund 90°C mit auf bis zu 98°C aufgeheiztem
Wasser erfolgt.
[0011] US 4,925,527 beschreibt ein Verfahren zum Gewinnen von Terpentin aus einem TMP-Verfahren (Thermal
Mechanical Pulp), bei dem ein Gasstrom aus einem Refiner entnommen und einem Kondensator
zugeführt wird.
[0012] EP 1 021 612 A1 beschreibt eine Anlage zur Herstellung und Behandlung von Holzfasern, bestehend aus
einem faserproduzierenden Teil, der mit einem Hackschnitzelvorwärmer und einem Schläger
ausgestattet ist, die dazu dienen, die Fasern von den Hackschnitzeln zu befreien,
und aus mindestens einer Trocknerstufe, die zum Trocknen der Fasern dient. Zwischen
dem faserproduzierenden Teil und der Trocknerstufe ist ein Dampfabscheiderteil vorgesehen,
der einen Zyklonabscheider umfasst, dessen Einlass mit der Gebläseleitung verbunden
ist, die für die Fasern und den aus der Schlagmaschine gewonnenen Dampf verwendet
wird. Der untere Auslass des Zyklonabscheiders ist über einen Schleusenschieber mit
einer Förder-/Trocknungsleitung für die Fasern verbunden. Der obere Auslass des Zyklonabscheiders
ist mit Vorrichtungen verbunden, die zur Abscheidung flüchtiger organischer Stoffe
und zur Wärmerückgewinnung aus dem Dampf des Zyklonabscheiders dienen.
[0013] US 2012/227918 A1 beschreibt ein Dampftrennsystem für Refiner umfassend eine Blasleitung zum Transport
einer Fasermaterialmischung von einem Refiner zu einem Einlass eines Dampfseparators.
Der Abdampf wird aus dem Abscheider durch einen Abdampfauslass abgeleitet. Gereinigtes
Fasermaterial wird aus dem Abscheider durch einen Ausgang abgeleitet, der verhindert,
dass ein wesentlicher Teil des Abdampfes durch den Ausgang gelangt. Ein Relaisrohr
steht mit dem Ausgang und einem Trocknerkanal in Verbindung und transportiert das
gereinigte Fasermaterial zwischen diesen beiden. Ein Harzeinlass steht mit dem Relaisrohr
in Verbindung und liefert Harz in dieses. Das Harz wird mit dem gereinigten Fasermaterial
vermischt, bevor das gereinigte Fasermaterial im Trocknerkanal getrocknet wird.
[0014] Allerdings besteht im Sinne einer umweltfreundlichen Holzverarbeitung das Bedürfnis,
die VOCs noch effizienter aus einem Verfahren zur Herstellung von Faserplatten, insbesondere
zum Herstellen von HDF-Platten oder MDF-Platten, zu entfernen, wobei ferner insbesondere
ein ressourcenschonendes Verfahren ermöglicht werden soll.
[0015] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Herstellen
von Faserplatten unter verringertem VOC-Ausstoß mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung angegeben, die jeweils einzeln oder in Kombination einen Aspekt der Erfindung
darstellen können.
[0016] Beschrieben wird ein Verfahren zum Herstellen von Faserplatten unter verringertem
VOC-Ausstoß, wobei das Verfahren wenigstens die folgenden Verfahrensschritte aufweist:
- a) Bereitstellen von holzhaltigen Hackschnitzeln;
- b) Thermisches Behandeln der Hackschnitzel in einer thermischen Behandlungsvorrichtung
oder in einer Mehrzahl an thermischen Behandlungsvorrichtungen;
- c) Zerkleinern, insbesondere Zerfasern der Hackschnitzel in einem Refiner;
- d) Beleimen der zerkleinerten, insbesondere zerfaserten Hackschnitzel; und
- e) Pressen der zerkleinerten, insbesondere zerfaserten und beleimten Hackschnitzel
zum Ausformen der Faserplatte,
wobei
- f) in dem Verfahren verwendeter oder entstehender Dampf an wenigstens einer Dampf-Emissionsstelle
insbesondere kontinuierlich aus dem Verfahren kontrolliert abgetrennt wird, wobei
der Dampf in einem vorgegebenen Mengenbereich abgetrennt wird derart, dass eine Untergrenze
und eine Obergrenze des Mengenbereichs des gesamt abgetrennten Dampfes in Abhängigkeit
wenigstens einer Spezifikation der in Verfahrensschritt a) eingesetzten Hackschnitzel
erfolgt.
[0017] Ein derartiges Verfahren erlaubt es auf besonders vorteilhafte Weise, den umweltschädlichen
VOC-Ausstoß bei der Herstellung von Faserplatten effizient zu reduzieren. Dabei ist
ferner ein ressourcensparendes Verfahren möglich.
[0018] Unter dem Begriff VOC (Volatile Organic Comounds) sind im Sinne der vorliegenden
Erfindung insbesondere derartige flüchtige Verbindungen zu verstehen, die in dem Holz
vorliegen, welches als Ausgangsmaterial für das hier beschrieben Verfahren dient.
Insbesondere sind die in diesem Verfahren beschriebenen VOCs Terpene, welche als Holzöl
in dem Holz vorkommen. Beispiele umfassen etwa die folgenden Substanzen, welche in
den in Klammern genannten Gewichtsprozenten bezogen auf die enthaltenen VOCs beispielhaft
vorkommen können: α-Pinen (20-70%), β-Pinen, (5-20%), Limonen (1-5%), Camphen (1-5%),
Phenol (0,2-2%). Weitere Bestandteile können Myrcen, α-, β- Phellandren, 3-Caren,
Cymol/Cymen, Terpinole, Ocimen umfassen.
[0019] Der Begriff "kontrolliert" im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet hinsichtlich
des Abtrennens des Dampfes, dass die Menge und/oder der Stoffstrom des abzutrennenden
Dampfes einstellbar, vorzugsweise regelbar ist. Insoweit sind nicht einstellbare und/oder
nicht regelbare Emissionsstellen des Dampfes nicht als ein kontrolliertes Abtrennen
des Dampfes im Sinne der Erfindung zu verstehen.
[0020] Das hier beschriebene Verfahren dient dazu, Faserplatten herzustellen. Unter Faserplatten
im Sinne der vorliegenden Erfindung sind in an sich bekannter Weise Platten zu verstehen,
welche Holzfasern in einer Matrix aus einem Binder aufweisen. Beispielsweise können
die Faserplatten sogenannte mitteldichte Faserplatten (MDF-Platten, Dichte beispielsweise
700-800 kg/m
3) oder niederdichte Faserplatten (LDF, Dichte beispielsweise < 650 kg/m
3) umfassen. Ferner können mit dem beschriebenen Verfahren sogenannte hochverdichtete
Faserplatten (HDF-Platten, Dichte beispielsweise > 800 kg/m
3) hergestellt werden. Besonders bevorzugt können durch das beschrieben verfahren MDF-Platten
oder HDF-Platten hergestellt werden. Derartige Faserplatten eignen sich besonders
für den Innenhausbau als Unterdeckplatten von Dächern oder Außenbeplankung von Wänden.
Auch im Möbelbau kommen die Platten vielseitig zum Einsatz. Ebenfalls ist eine Anwendung
als Fußboden-, Decken oder Wandbeläge für den Innenausbau von Räumen geeignet.
[0021] Zunächst erfolgt bei dem hier beschriebenen Verfahren gemäß Verfahrensschritt a)
das Bereitstellen von holzhaltigen Hackschnitzeln. In diesem Schritt kann somit grundsätzlich
ein beliebiges Holz bereitgestellt werden, welches grob zerkleinert wird, so dass
es als Holzschnitzel bereitgestellt werden kann.
[0022] Das verwendete Holz ist nicht grundsätzlich beschränkt, beispielsweise kann Holz
verwendet werden, das ausgewählt ist aus Kiefernholz, Fichtenholz, Lerchenholz, Birkenholz,
Buchenholz, Toteichenholz, Erlenholz, usw., ohne jedoch hierauf beschränkt zu sein.
[0023] Das Rohholz kann etwa in Hackschnitzel verarbeitet werden, indem das als Ausgangsmaterial
verwendete Holz grob zerhackt und ferner entrindet und von groben Verunreinigungen
gereinigt wird, also beispielsweise von Sandbestandteilen oder Steinen befreit wird.
Die Größe der Hackschnitzel ist dabei nicht grundsätzlich beschränkt, wie dies dem
Fachmann aus der Herstellung von Faserplatten grundsätzlich bekannt ist.
[0024] Gemäß Verfahrensschritt b) umfasst das Verfahren ein thermisches Behandeln der Hackschnitzel
in einer thermischen Behandlungsvorrichtung oder in einer Mehrzahl an thermischen
Behandlungsvorrichtungen. In diesem Verfahrensschritt können die Hackschnitzel insbesondere
mit Dampf oder mit heißem Wasser unter Druck bearbeitet werden, etwa um so bereits
VOCs aus dem Holz zu entfernen. Entsprechend kann die Temperatur in diesem Verfahrensschritt
zumindest zum Teil in einem Bereich von oberhalb von 100°C liegen. Darüber hinaus
kann die thermische Behandlung oder können die thermischen Behandlungen dem weiteren
Aufreinigen der Hackschnitzel dienen.
[0025] Gemäß Verfahrensschritt c) erfolgt ein Zerkleinern der Hackschnitzel in einem Refiner.
In diesem Verfahrensschritt wird somit das zuvor grob zerkleinerte Holz weiter zerkleinert
so dass es die Form annimmt, wie sie in den herzustellenden Platten geeignet ist.
Dies kann beispielsweise über eine Anpassung des Mahlwerks beziehungsweise der hierdurch
in die Holzschnitzel eingetragene Energie und/oder Dauer der Behandlung der Holzschnitzel
angepasst werden, wie dies dem Fachmann grundsätzlich bekannt ist. Insbesondere kann
in diesem Verfahrensschritt ein Zerfasern der Holzschnitzel erfolgen.
[0026] Die nach dem Verfahrensschritt c) erhaltenen zerkleinerten beziehungsweise zerfaserten
Hackschnitzel werden anschließend gemäß Verfahrensschritt d) beleimt. Unter einem
Beleimen ist insbesondere ein Einbringen der Hackschnitzel in eine Matrix aus als
Leim dienenden Binder zu verstehen. Der Binder beziehungsweise der Leim kann beispielsweise
ein Harnstoff-Formaldehyd-Harz sein, etwa mit Melamin oder Phenol verstärkt. Darüber
hinaus ist der Leim beziehungsweise ist der Binder vorzugsweise härtbar, beispielsweise
unter Anwendung von Wärme, so dass nach Aushärtung ein stabiles Gebilde entsteht,
welche als entsprechende Faserplatte dienen kann.
[0027] Entsprechend können die zerfaserten und beleimten Hackschnitzel anschließend gemäß
Verfahrensschritt e) unter Ausformung einer Faserplatte gepresst werden, insbesondere
unter Anwendung von Wärme und/oder elektromagnetischer Strahlung. In verständlicher
Weise sind die spezifisch anzuwendenden Parameter in diesem Verfahrensschritt abhängig
von den zu verpressenden Materialien, insbesondere von dem verwendeten Leim beziehungsweise
Binder.
[0028] Bei dem hier beschriebenen Verfahren ist es weiter vorgesehen, dass gemäß Verfahrensschritt
f) in dem Verfahren verwendeter oder entstehender Dampf an wenigstens einer Dampf-Emissionsstelle
aus dem Verfahren kontrolliert abgetrennt wird, wobei der Dampf in einem vorgegebenen
Mengenbereich abgetrennt wird derart, dass eine Untergrenze und eine Obergrenze des
Mengenbereichs des gesamt abgetrennten Dampfes in Abhängigkeit wenigstens einer Spezifikation
der in Verfahrensschritt a) eingesetzten Hackschnitzel erfolgt. Das Abtrennen des
Dampfes kann dabei bevorzugt kontinuierlich erfolgen. Dabei umfasst ein kontinuierliches
Abtrennen des Dampfes beispielsweise ein unterbrechungsfreies Abtrennen oder auch
ein stetiges periodisches Abtrennen, also umfassend definierbare periodisch wiederkehrende
Pausen.
[0029] Insbesondere dadurch, dass in dem Verfahren verwendeter oder entstehender Dampf an
wenigstens einer Dampf-Emissionsstelle aus dem Verfahren kontrolliert abgetrennt wird,
wobei der Dampf in einem vorgegebenen Mengenbereich abgetrennt wird derart, dass eine
Untergrenze und eine Obergrenze des Mengenbereichs des gesamt abgetrennten Dampfes
in Abhängigkeit wenigstens einer Spezifikation der in Verfahrensschritt a) eingesetzten
Hackschnitzel erfolgt, können gegenüber den Lösungen aus dem Stand der Technik deutliche
Vorteile erzielt werden.
[0030] Die Erfindung basiert dabei insbesondere darauf, dass durch das Abtrennen von Dampf
aus dem Verfahren VOCs aus dem Produktionsstrom abgetrennt werden können, da sich
diese in dem Dampf anreichern. Somit erfolgt durch eine entsprechende Dampfabtrennung
eine Reduzierung des Ausstoßes an VOCs etwa als Abgase oder auch als Ausdünstungen
des hergestellten Produkts, also der erzeugten Faserplatte.
[0031] In überraschender Weise hat es sich gezeigt, dass es nicht notwendig ist, stetig
große Dampfmengen aus dem Verfahren abzutrennen, um eine signifikante Reduzierung
des VOC-Ausstoßes zu bewirken. Es wurde vielmehr gefunden, dass schon durch die Emission
von vergleichsweise kleinen Dampfmengen fast die gesamte Menge an VOCs, insbesondere
an Terpenen, ausgeschleust werden kann. Dadurch kann die ausgeschleuste und damit
beispielsweise die weiterzuverarbeitende Menge an Dampf signifikant reduziert werden.
Dadurch kann der Aufwand und können gleichermaßen Kosten bei dem Gesamtprozess reduziert
werden.
[0032] Darüber hinaus ist es bei der Herstellung von Faserplatten oftmals notwendig, dass
zusätzlich zu dem während des Prozesses ohnehin entstehendem Dampf weiterer Dampf
erzeugt werden muss, um eine ausreichende Dampfmenge für die entsprechenden Bearbeitungsschritte
zu erhalten. Die Erzeugung von Dampf ist dabei jedoch ebenfalls mit Aufwand und Kosten
verbunden, welche erfindungsgemäß deutlich reduziert werden können.
[0033] Bei dem hier beschriebenen Verfahren wird ferner ausgenutzt, dass Terpene als in
diesem Verfahren wichtigstes VOCs zwar einen Siedepunkt von über 150°C haben aber
dennoch gefunden werden konnte, dass selbst Abdampfströme oder allgemein Dampfströme
mit Temperaturen von unter 100°C ganz erhebliche Menge an flüchtigen organischen Substanzen
und insbesondere Terpenen enthalten können. Daher ist es bei dem hier beschriebenen
Verfahren vorteilhaft, dass auf die gesamt abgetrennte Dampfmenge abgestellt wird,
unabhängig von deren Entstehung beziehungsweise des lokalen Abtrennungspunktes.
[0034] Die Abtrennung von Dampfströmen kann dabei grundsätzlich nach Methoden aus dem Stand
der Technik erfolgen und es ist vorteilhaft, dass der Dampf zum Sammeln der VOCs behandelt
und nicht unmittelbar mitsamt der VOCs in die Umwelt entlassen wird. Beispielsweise
kann der Dampf mittels Überdruck oder Unterdruck abgetrennt werden.
[0035] Dass der Dampf in einem vorgegebenen Mengenbereich abgetrennt wird derart, dass eine
Untergrenze und eine Obergrenze des Mengenbereichs des gesamt abgetrennten Dampfes
in Abhängigkeit wenigstens einer Spezifikation der in Verfahrensschritt a) eingesetzten
Hackschnitzel erfolgt, kann dabei umsetzbar sein auf verschiedenste Weise, wie dies
nachfolgend in größerem Detail beschrieben ist.
[0036] Im Anschluss an das hier beschriebene Verfahren können die erzeugten Faserplatten
insbesondere in Abhängigkeit ihres spezifischen Anwendungsgebiets noch weiterverarbeitet
werden. Beispielsweise können die erzeugten Faserplatten geschliffen werden, in kleinere
Platten zersägt werden, oder es können noch weitere Schichten aufgebracht werden,
beispielsweise in Laminierprozessen. Weiterhin ist es möglich, bestimmte Strukturen
in die Platten einzubringen, die etwa einer Befestigung aneinander oder an anderen
Substraten dienen können. Dadurch kann die Faserplatte in vorteilhafter Weise der
gewünschten Anwendung zugeführt werden.
[0037] Hinsichtlich der wenigstens einen Spezifikation der Hackschnitzel sei erwähnt, dass
nur eine Spezifikation als Basis für die Ermittlung der abzutrennenden Dampfmenge
dienen kann, oder dass bevorzugt eine Mehrzahl an Spezifikationen als Basis für die
Ermittlung der abzutrennenden Dampfmenge dienen kann.
[0038] Beispielsweise kann eine Spezifikation oder kann eine Mehrzahl an Spezifikationen
ausgewählt sein aus den folgenden Spezifikationen.
[0039] Insbesondere kann eine Spezifikation die Menge an in dem Prozess eingesetzten Hackschnitzeln
sein. Dabei kann die Menge sowohl der Hackschnitzel als auch des Dampfes etwa bei
einem Batch-Prozess die absolute Menge sein, oder kann die Menge sowohl der Hackschnitzel
als auch des Dampfes bei einem kontinuierlichen Prozess die Menge pro Zeiteinheit
sein. Es ist verständlich, dass unabhängig von der jeweiligen konkreten Ausgestaltung
und den Bestandteilen der Hackschnitzel die Menge der Hackschnitzel einen signifikanten
Einfluss auf die durch das Holz in den Prozess eingetragenen und damit gleichermaßen
auf die auszutragenden VOCs hat, so dass der Menge der Hackschnitzel bei der Ermittlung
der abzutrennenden Dampfmenge vorzugsweise beachtet werden sollte.
[0040] Alternativ oder vorzugsweise zusätzlich zu der Menge der eingesetzten Hackschnitzel
kann es bevorzugt sein, dass eine Untergrenze und eine Obergrenze des Mengenbereichs
in Abhängigkeit der Menge der in den Verfahrensschritt a) bereitgestellten Hackschnitzeln
enthaltenen VOCs, insbesondere der enthaltenen Terpene erfolgt. Somit kann insbesondere
ermittelt oder abgeschätzt werden, wieviel VOC und damit insbesondere wieviel in Holz
vorkommende Terpene pro Menge an Hackschnitzeln in den Hackschnitzeln erhalten sind.
In anderen Worten kann die Menge an Terpenen beziehungsweise an VOCs in Gewichtsprozent,
bezogen auf die Menge an Hackschnitzeln, in Betracht gezogen werden, die in den Hackschnitzeln
vorkommen.
[0041] Diese Spezifikation kann insbesondere von Vorteil sein, da es sich gezeigt hat, dass
unterschiedliche Holzarten auch eine unterschiedliche Menge an Terpenen aufweisen.
Entsprechend kann die Menge an in einer bestimmten Menge an Hackschnitzeln vorliegenden
VOCs abhängig sein von der spezifisch eingesetzten Holzart.
[0042] Insbesondere unter Auswahl derartiger Spezifikationen kann die Menge an abzutrennendem
Dampf besonders verlässlich reduziert werden, da sichergestellt ist, dass nicht durch
Schwankungen in den auftretenden VOCs bei der Abtrennung des Dampfes zu wenig Dampf
abgetrennt und somit ein unerwünscht hoher Gehalt an VOCs austritt. Darüber hinaus
kann dennoch verlässlich und ohne die vorbeschriebene Gefahr die Menge an abzutrennendem
und etwa zu produzierendem Dampf sicher reduziert werden.
[0043] Es kann weiter vorteilhaft sein, wenn die Menge der in den Verfahrensschritt a) eingesetzten
Hackschnitzeln enthaltenen VOCs, insbesondere der enthaltenen Terpene durch Untersuchung
der eingesetzten Hackschnitzel bestimmt wird oder anhand der Art der eingesetzten
Hackschnitzel abgeschätzt wird.
[0044] Eine Bestimmung der Menge an VOCs durch Untersuchung der Hackschnitzel kann eine
besonders exakte Bestimmung der in den Hackschnitzeln enthaltenen VOCs ermöglichen,
so dass die Bestimmung der abzutrennenden Dampfmenge ebenfalls sehr exakt durchführbar
ist. Eine Bestimmung der VOC-Menge kann dabei in an sich bekannter Weise durch Analyse
der Bestandteile der Hackschnitzel erfolgen. Dies kann beispielsweise vorteilhaft
sein, da sich der Gehalt an VOCs schlicht durch Ausdünstungen bei der Lagerung Reduzieren
kann oder auch Schwankungen der enthaltenen VOCs in der gleichen Holzart auftreten
können.
[0045] Eine Abschätzung der in den Hackschnitzeln enthaltenen VOCs, insbesondere der enthaltenen
Terpenmenge anhand der Art der eingesetzten Hackschnitzel, also insbesondere unter
Betrachtung, aus welcher Art von Holz die Hackschnitzel geformt sind, kann eine besonders
einfache Bestimmung der VOC-Menge erlauben, wobei der Aufwand sehr gering gehalten
werden kann. Diese Ausgestaltung kann insbesondere darauf basieren, dass unterschiedliche
Holzarten, also beispielsweise Birke oder Fichte, oftmals eine unterschiedliche Menge
an VOC wie z.B. Terpenen aufweisen, die enthaltene VOC-Menge und insbesondere Terpenmenge
jedoch für die Art des Holzes charakteristisch ist. Somit kann unter Kenntnis des
eingesetzten Holzes im Vorfeld die VOC-Menge abgeschätzt werden, ohne dass eine Analytik
durchgeführt werden müsste.
[0046] Damit potentiell auftretende Ungenauigkeiten der VOC-Menge in dem jeweiligen Holz
unkritisch sind, kann die Menge an abgetrenntem Damp mit einem definierbaren Sicherheitsfaktor
bestimmt werden, also etwa eine definierbar größere Menge an Dampf abgetrennt werden,
als laut verwendeten Daten der Terpenmenge notwendig. Dies erlaubt ebenfalls eine
besonders sichere und verlässliche Reduzierung der Menge an aus dem Prozess ausgeschleusten
VOCs.
[0047] Es hat sich herausgestellt, dass es bereits ausreichend ist, wenn die in Verfahrensschritt
f) gesamt abgetrennte Dampfmenge in einem Mengenbereich liegt von der 0,5 bis 100-fachen
Masse, bevorzugt der 0,5 bis 50-fachen Masse, besonders bevorzugt der 0,5 bis 10-fachen
Masse bezogen auf die Terpenmenge der bereitgestellten Hackschnitzel. Diese Menge
liegt deutlich unterhalb der Dampfmenge, die in Lösungen aus dem Stand der Technik,
beispielsweise in
US 4,925,527, abgetrennt wird, reicht jedoch in überraschender Weise aus, um im Wesentlichen die
Gesamtmenge an VOCs aus dem Verfahren auszuschleusen und somit den VOC-Ausstoß bei
dem hier beschriebenen Verfahren zur Herstellung von Faserplatten deutlich zu reduzieren.
Somit hat sich gezeigt, dass beispielsweise dann, wenn das hier beschriebene Verfahren
beziehungsweise die in dem Verfahren abgetrennte Dampfmenge auf der Menge der durch
die Hackschnitzel in den Prozess eingetragenen VOCs wie z.B. Terpene basiert, eine
überraschend geringe Dampfmenge abgetrennt werden kann, die ausreicht, um die erfindungsgemäße
Aufgabe zu lösen.
[0048] Alternativ oder zusätzlich kann auch die Trockenmasse der bereitgestellten Hackschnitzel
ein guter Indikator für die Bestimmung der abzutrennenden Dampfmenge sein. So kann
es von Vorteil sein, wenn die in Verfahrensschritt f) gesamt abgetrennte Dampfmenge
in einem Mengenbereich liegt von der 0,001 bis 0,2-fachen Masse, bevorzugt der 0,001
bis 0,1-fachen Masse, besonders bevorzugt der 0,001 bis 0,02-fachen Masse bezogen
auf die Trockenmasse der bereitgestellten Hackschnitzel.
[0049] Auch bei einer derartigen Korrelation liegt die Menge an abzutrennendem Dampf deutlich
unterhalb der Menge, die in Lösungen aus dem Stand der Technik, beispielsweise in
US 4,925,527 abgetrennt wird, reicht jedoch ebenfalls in überraschender Weise aus, um fast die
Gesamtmenge an VOCs aus dem Verfahren auszuschleusen und somit den VOC-Ausstoß bei
dem hier beschriebenen Verfahren zur Herstellung von Faserplatten deutlich zu reduzieren.
Somit hat sich gezeigt, dass beispielsweise auch dann, wenn das hier beschriebene
Verfahren beziehungsweise die in dem Verfahren abgetrennte Dampfmenge auf der Trockenmasse
der bereitgestellten Hackschnitzel, basiert, eine überraschend geringe Dampfmenge
abgetrennt werden kann die ausreicht, um die erfindungsgemäße Aufgabe zu lösen.
[0050] Dabei bezieht sich die Trockenmasse des Holzes beziehungsweise der Hackschnitzel
insbesondere auf absolut trockenes Holz (atro), wie dies in der Holzverarbeitung an
sich üblich ist. Die Trockenmasse von verwendetem Holz kann wiederum analytisch bestimmt
oder anhand bekannter Daten für die Art des verwendeten Holzes abgeschätzt werden.
Darüber ist die Masse wiederum bei kontinuierlichen oder Batch-Verfahren problemlos
bestimmbar, als Menge pro Zeiteinheit oder als absolute Menge, wie vorstehend beschrieben.
[0051] Es hat sich ferner gezeigt, dass es von Vorteil ist, dass wenigstens eine Dampf-Emissionsstelle
stromaufwärts, also prozesstechnisch vor dem Refiner, positioniert ist. Es hat sich
gezeigt, dass bereits vor dem Refiner eine signifikante Menge von VOCs aus dem Holz
ausgetragen wird und es somit von Vorteil ist, die VOCs bereits vor dem Refiner durch
Dampfabtrennung aus dem Verfahren auszuschleusen. Dadurch kann zum Einen eine effektive
VOC-Entfernung realisiert werden. Darüber hinaus kann verhindert werden, dass die
VOCs in dem Verfahren mitgeschleppt werden, was eine Entfernung gegebenenfalls schwieriger
gestalten kann.
[0052] Hinsichtlich der Positionierung stromaufwärts des Refiners kann es von besonderem
Vorteil sein, die stromaufwärts des Refiners positionierte Dampf-Emissionsstelle eine
thermischen Behandlungsvorrichtung umfasst oder zwischen dem Refiner und einer thermischen
Behandlungsvorrichtung, wie etwa einem Kocher, positioniert ist. Es hat sich gezeigt,
dass insbesondere an diesen Positionen effektiv VOCs wie insbesondere Terpene durch
Dampfabtrennung aus dem Prozess entfernt werden können, so dass das Verfahren in dieser
Ausgestaltung besonders effektiv ausführbar sein kann.
[0053] Entsprechend kann es ebenfalls von Vorteil sein, dass die Dampf-Emissionsstelle eine
Dampfbehandlungsvorrichtung vor einem Hackschnitzelkocher oder der Hackschnitzelkocher
selbst ist oder zwischen der Dampfbehandlungsvorrichtung und dem Kocher liegt. Auch
an diesen Emissionsstellen hat sich gezeigt, dass VOCs und insbesondere Terpene effektiv
aus dem Prozesslauf entfernt werden können.
[0054] Eine Dampfabtrennung stromaufwärts einer Position, wie etwa des Refiners, kann dabei
eine Position an dem Haupt-Stoffstrom der Hackschnitzel sein oder auch eine Dampfrückführung,
welche zwar in zu dem Haupt-Stoffstrom umgekehrter Richtung verläuft aber dennoch
aufgrund der Position benachbart zu der entsprechenden Position des Haupt-Stoffstromes
beziehungsweise aufgrund des Verlaufs der Dampfrückführung als stromaufwärts zu bezeichnen
ist. Somit ist beispielsweise eine Dampfrückführung von dem Refiner zu einer thermischen
Behandlungsvorrichtung als stromaufwärts des Refiners anzusehen.
[0055] Wie vorstehend beschrieben kann es sehr effektiv sein, den Dampf an einer oder mehreren
Dampf-Emissionsstellen stromaufwärts des Refiners abzutrennen. Insbesondere, da das
hier beschrieben Verfahren sich jedoch dadurch auszeichnet, dass nur eine sehr reduzierte
Menge an Dampf abgetrennt wird, kann es, um eine besonders effektive Dampfabtrennung
zu ermöglichen und die VOCs möglich vollständig aus dem Prozess zu entfernen, von
Vorteil sein, wenn wenigstens eine Dampf-Emissionsstelle stromabwärts des Refiners
positioniert ist. Diese Ausgestaltung ermöglicht es somit selbst dann, wenn stromaufwärts
des Refiners nicht sämtliche Terpene entfernt werden, diese stromabwärts des Refiners
aus dem Prozess auszutreiben.
[0056] Insbesondere in dieser Ausgestaltung kann somit eine Reduzierung des VOC-Ausstoßes
besonders effektiv reduziert werden.
[0057] Dabei kann es hinsichtlich einer effektiven Reduzierung des VOC-Ausstoßes besonders
vorteilhaft sein, dass die stromabwärts des Refiners positionierte Dampf-Emissionsstelle
ein stromabwärts des Refiners positionierter Dampfabtrenner ist. Unter einem Dampfabtrenner
ist dabei eine derartige Vorrichtung zu verstehen, bei der Dampf aus dem Verfahren
entfernt werden soll. Neben einer effektiven VOC-Reduzierung kann diese Ausgestaltung
somit auch ohne großen apparativen Aufwand umgesetzt werden.
[0058] Es kann weiterhin bevorzugt sein, dass wenigstens eine Dampf-Emissionsstelle aus
einem Flüssigkeitsstrom erzeugt wird. In dieser Ausgestaltung kann somit aus einem
entsprechend heißen Flüssigkeitsstrom Dampf austreten, welcher dann abgetrennt wird,
oder ein kühlerer Flüssigkeitsstrom, aus dem kein Dampf austritt, kann bis zum Dampfaustreten
erhitzt werden, um die so erzeugten Dampfströme abzutrennen.
[0059] In dieser Ausgestaltung kann dem Rechnung getragen werden, dass VOCs beziehungsweise
Terpene, welche aus dem Holz ausgetreten sind, sich nicht ausschließlich im Dampf
anreichern sondern zusätzlich zumindest in geringen Mengen in Flüssigkeitsströmen
anzufinden sind. Durch eine Dampfemission aus diesen Flüssigkeitsströmen können dann
effektiv auch derartige Anteile an VOCs aus dem Verfahren ausgetragen werden, was
die Reduzierung der VOCs als Ganzes weiter effektiv gestalten kann.
[0060] Beispiele für Flüssigkeitsströme, in welchen VOCs gefunden werden konnten, umfassen
etwa einen Quetschwasserstrom unmittelbar aus einer Stopfschnecke oder einen aus einem
Quetschwasserstrom aus einer Stopfschnecke entstehenden Flüssigkeitsstrom.
[0061] Es kann weiterhin vorteilhaft sein, der gemäß Verfahrensschritt g) entfernte VOC
enthaltende Dampf gesammelt und gegebenenfalls ein oder mehr Bestandteile weiterbehandelt
werden. In dieser Ausgestaltung kann das Verfahren somit nicht nur dazu dienen, den
VOC-Ausstoß zu reduzieren, sondern das Verfahren kann aufgrund der Möglichkeit, abgetrennte
Dampfströme zu sammeln und gegebenenfalls weiter zu behandeln, deutlich ökonomischer
durchgeführt werden. Denn die in dem Dampfstrom enthaltenen Materialien oder andere
Eigenschaften des Dampfstroms, wie etwa dessen Wärme, können bei dem Verfahren oder
anderen Verfahren verwendet werden, so dass Kosten und Ressourcen geschont werden
können.
[0062] Beispielsweise kann es von Vorteil sein, dass als Weiterbehandlung ein Gemisch aus
Terpenen oder Terpentinöl isoliert wird. Derartige Substanzen sollten zwar als Ausstoß
des Verfahrens zum Herstellen von Faserplatten reduziert werden, um ein Freisetzen
in die Umwelt zu verhindern, jedoch können diese Substanzen für andere Prozesse oder
Anwendungen wertvolle Produkte sein. Somit kann diese Ausgestaltung besonders vorteilhaft
hinsichtlich der Ökonomie des hier beschriebenen Verfahrens und hinsichtlich der Wertschöpfung
des eingesetzten Holzes sein. Gleiches gilt, wenn etwa ein Hydrolat als Weiterbehandlung
isoliert wird. Als Hydrolat wir dabei im Sinne der Erfindung allgemein die nach Kondensation
des Dampfes erhaltene wässrige Phase verstanden, in der entsprechend wasserlösliche
Bestandteile enthalten seien können, wie beispielsweise Formaldehyd.
[0063] Es kann weiterhin vorteilhaft sein, dass der abgetrennte Dampf oder ein oder mehr
Bestandteile weiterbehandelt werden durch Verbrennung bzw. Aussetzen von hohen Temperaturen,
Adsorption, Absorption, Methoden der Membrantechnik, Kondensation, Kristallisation
oder anderen geeigneten verfahrenstechnischen Methoden.
[0064] Das Verbrennen beziehungsweise das Aussetzen hoher Temperaturen ermöglicht beispielsweise
eine thermische Nachverbrennung und dabei etwa energetische Nutzung der in dem abgetrennten
Dampfstrom enthaltenen VOCs. Die weiteren genannten Methoden können sich allesamt
auf die Isolierung beziehungsweise Abtrennung einzelner Substanzen beziehen.
[0065] Es kann weiterhin vorteilhaft sein, dass die Wärme eines in dem Verfahren auftretenden
Stoffstroms, beispielsweise eines abgetrennten Dampfstroms, energetisch in dem Verfahren
weiterverwendet wird. In dieser Ausgestaltung kann somit die dem Stoffstrom innewohnende
Energie in Form von Wärme weiterverwendet werden, insbesondere, um andere Stoffströme
zu erhitzen. Auch dieser Schritt kann ökonomische Aspekte des Verfahrens gemäß der
Erfindung verbessern und somit Kosten und Ressourcen schonen.
[0066] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand
bevorzugter Ausführungsbeispiele exemplarisch erläutert, wobei die nachfolgend dargestellten
Merkmale sowohl jeweils einzeln als auch in Kombination einen Aspekt der Erfindung
darstellen können. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung.
[0067] In Figur 1 ist ein Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung schematisch gezeigt.
Dabei sollen Vollpfeile den Haupt-Stoffstrom anzeigen und strichpunktierte Pfeile
sollen eine Dampfrückführung zeigen.
[0068] An dem Schritt 10 werden Hackschnitzel bereitgestellt. Diese sind aus einem grundsätzlich
wählbaren Holz ausgebildet und durch grobe Verkleinerung des Holzes und insbesondere
durch eine Grobwäsche bereitgestellt.
[0069] Anschließend werden die Hackschnitzel in einer Mehrzahl an thermischen Behandlungsvorrichtungen
behandelt. Dies wird in einem ersten thermischen Behandlungsschritt 20, in einem zweiten
thermischen Behandlungsschritt 40 und in einem dritten thermischen Behandlungsschritt
50 realisiert.
[0070] Grundsätzlich ist im Sinne der Erfindung vorgesehen, dass VOC-haltige Abgase eine
hohe Temperatur aufweisen. Dies bedeutet insbesondere eine Temperatur größer der Siedetemperatur
von Wasser, also 100 °C, so dass diese Temperatur zumindest teilweise auch bei der
thermischen Behandlung anliegen kann.
[0071] Der erste thermische Behandlungsschritt 20 erfolgt ein einem sogenannten VorVordampfbehälter
bei einer bevorzugten Temperatur von bis zu etwa 100 °C, insbesondere unter Atmosphärendruck.
Dies ist ein erstes thermisches Behandeln der Hackschnitzel und erfolgt mittels Dampf,
vorzugsweise Wasserdampf. Dabei kann ein Teil der VOCs von den Hackschnitzeln auf
den Dampf übergehen. Dieser VOC-haltige Dampf kann an einer Dampf-Emissionsstelle
aus der ersten thermischen Behandlungsvorrichtung abgeführt werden, vorzugsweise aus
deren oberem Abschnitt und beispielsweise über eine am Dach angeordnete Rohrleitung.
[0072] Anschließend erfolgt vor dem zweiten thermischen Behandlungsschritt 40 ein Waschen
beziehungsweise Reinigen der Hackschnitzel in einem Reinigungsschritt 30. Das Reinigen
der Hackschnitzel in einer Waschvorrichtung erfolgt insbesondere bei einer Temperatur
über Raumtemperatur und kleiner gleich der Siedetemperatur von Wasser, insbesondere
zwischen 80° und 100 °C. Eine erhöhte Temperatur ermöglicht ein besseres Trennen von
Hackschnitzeln und Fremdstoffen. Somit werden Fremdstoffe, die keine Hackschnitzel
sind, aus dem Verarbeitungssystem herausgefiltert und abgeführt. Vorzugsweise erfolgt
das Reinigen der Hackschnitzel mit einem wasserhaltigen, insbesondere wasserbasierten
Medium.
[0073] Es ist eine vorteilhafte Option, dass die Waschvorrichtung das vorgenannte VOC-haltige
Kondensat aus der ersten thermischen Behandlungsvorrichtung aufnimmt. Dieses VOC-haltige
Kondensat kann gemeinsam mit während des Waschens freigesetztem VOC aus dem Verarbeitungssystem
abgeführt werden.
[0074] Der zweite thermische Behandlungsschritt 40 der Hackschnitzel erfolgt in der zweiten
thermischen Behandlungsvorrichtung, auch Vordampfbehälter genannt, die etwa ausgebildet
ist, VOC-haltige Abgase aufzunehmen und auszuscheiden, insbesondere zurück in die
erste thermische Behandlungsvorrichtung. Das zweite thermische Behandeln erfolgt beispielsweise
druckfrei bei einer Temperatur über Raumtemperatur, insbesondere bei einer Temperatur
kleiner gleich der Siedetemperatur von Wasser, also kleiner gleich 100 °C. Eine erhöhte
Temperatur ermöglicht ein besseres Freisetzen von VOCs aus den Hackschnitzeln. Die
VOC-haltigen Abgase werden insbesondere aus der zweiten thermischen Behandlungsvorrichtung
abgeführt und/oder in die erste thermische Behandlungsvorrichtung weitergeleitet.
Weiterhin können VOC-haltige Abgase aus einer anschließend verwendeten Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens in die zweite thermische Behandlungsvorrichtung eingespeist
werden, um die Hackschnitzel weiter aufzuheizen beziehungsweise um VOCs freizusetzen.
[0075] Beispielhaft und unabhängig anderer Merkmale ist es möglich, dass das zweite thermische
Behandeln der Hackschnitzel in der zweiten thermischen Behandlungsvorrichtung mittels
Dampf, vorzugsweise Wasserdampf, erfolgt. Dabei kann ein Teil der VOCs von den Hackschnitzeln
auf den Dampf übergehen. Dieser VOC-haltige Dampf kann aus der zweiten thermischen
Behandlungsvorrichtung abgeführt werden, vorzugsweise aus deren oberem Abschnitt und
beispielsweise über eine am Dach angeordnete Rohrleitung. Alternativ oder zusätzlich
zum Ausscheiden des VOC-haltigen Dampfes kann ein Teil des Dampfes oder der gesamte
Dampf kondensieren und als Kondensat VOCs aus den Hackschnitzel freisetzen. Dieses
VOC-haltige Kondensat kann zum Beispiel in eine Stopfschnecke und/oder einen Kocher
und/oder in eine Wasseraufbereitungsanlage weitergeleitet werden.
[0076] Der dritte thermische Behandlungsschritt 50 kann insbesondere in einem sogenannten
Kocher erfolgen. Das Kochen der Hackschnitzel in dem Kocher, der ausgebildet sein
kann, VOC-haltige Abgase aufzunehmen und auszuscheiden, erfolgt beispielsweise bei
einer Temperatur über Raumtemperatur, insbesondere zwischen einschließlich zwischen
einschließlich 3 bar bis einschließlich 15 bar, bevorzugt zwischen einschließlich
5 bar bis einschließlich 13 bar, vorzugsweise 9 bar, bei einer Temperatur größer der
Siedetemperatur von Wasser, also 100 °C, etwa bei 90-175 °C. Eine erhöhte Temperatur
ermöglicht ein besseres Freisetzen von VOCs aus den Hackschnitzeln. Vorzugsweise erfolgt
das Reinigen der Hackschnitzel mit einem wasserhaltigen, insbesondere wasserbasierten
Medium. Das erste und zweite thermische Behandeln hat die Hackschnitzel derart erwärmt
und aufgeweicht, dass in den Hackschnitzeln enthaltene VOCs in effizienter Weise aus
dem Kocher freigesetzt werden. Vorzugsweise ist dem Kocher ein Tropfenabscheider nachgeschaltet.
[0077] Es ist eine vorteilhafte Option, dass eine dem Kocher vorgeschaltete Stopfschnecke
und/oder der Kocher das vorgenannte VOC-haltige Kondensat aus der zweiten thermischen
Behandlungsvorrichtung aufnimmt. Dieses VOC-haltige Kondensat kann über die Stopfschnecke
und/oder über den Kocher gemeinsam mit optional während des Kochens freigesetztem
VOC aus dem Verarbeitungssystem abgeführt werden.
[0078] Anschließend erfolgt das Zerkleinern der Hackschnitzel in einer Zerkleinerungssschritt
60 beziehungsweise Zerfaserungsschritt in dem Refiner. Die Ausgestaltung und die Fahrweise
des Refiners kann anpassbar sein an das gewünschte Anwendungsgebiet der Platte. Grundsätzlich
kann über die Mahlwerkzeuge, welche Bestandteil des Refiners sind und die Hackschnitzel
zerfasern, eine Mahlenergie von 50 - 200 kWh/t Hackschnitzel eingebracht werden. Geringere
Mahlenergie etwa in einem Bereich von 50 kWh/t Hackschnitzel eignet sich etwa für
Bodenbeläge, 150 kWh/t Hackschnitzel für hochwertige Möbel.
[0079] Ausgehend von dem Refiner werden die zerfaserten Hackschnitzel bzw. die so erhaltenen
Holzfasern durch eine sogenannte Blowline geleitet und es erfolgt in einem Trockner
ein Trocknungsschritt 70 zum Trocknen der aus dem Refiner kommenden Holzfasern. Dies
kann wiederum bei erhöhten Temperaturen erfolgen, wobei die so entstehende feuchte
Atmosphäre durch einen Abtrennungsschritt 80 von den Holzfasern entfernt werden kann.
Dabei kann die Abluft beispielsweise gewaschen werden, so dass letzte Bestandteile,
insbesondere VOC-haltige Bestandteile, ausgewaschen und gegebenenfalls weiterverwendet
oder gesammelt werden können.
[0080] Die getrockneten zerfaserten Hackschnitzel bzw. die so erhaltenen Holzfasern werden
in einem Verarbeitungsschritt 90 zu Faserplatten verarbeitet. Hierzu können die zerfaserten
Hackschnitzel beleimt und die beleimten zerfaserten Hackschnitzel können zu einer
Platte gepresst werden. Anschließend kann die Platte für die spezifische Anwendung
endverarbeitet werden.
[0081] Bei dem hier beschriebenen Verfahren entsteht Dampf oder es wird weiterer Dampf zugeführt.
Um die aus dem Rohholz im Laufe des Verfahrens austretenden VOCs vorteilhaft aus dem
Prozess zu entfernen ist es vorgesehen, dass in dem Verfahren verwendeter oder entstehender
Dampf an wenigstens einer Dampf-Emissionsstelle kontinuierlich aus dem Verfahren abgetrennt
wird, wobei der Dampf in einem vorgegebenen Mengenbereich abgetrennt wird derart,
dass eine Untergrenze und eine Obergrenze des Mengenbereichs des gesamt abgetrennten
Dampfes in Abhängigkeit wenigstens einer Spezifikation der in Verfahrensschritt a)
eingesetzten Hackschnitzel erfolgt.
[0082] Somit erfolgt die Abtrennung des Dampfes zur Ausschleusung von VOCs in Abhängigkeit
der durch die Hackschnitzel beziehungsweise deren Holz in das Verfahren eingebrachten
VOCs. Dies kann beispielsweise erfolgen unter Berücksichtigung der Menge und/oder
Art an eingebrachtem Holz oder auch konkret über die eingetragene VOC-Menge. Insbesondere
kann die gesamt abgetrennte Dampfmenge in einem Mengenbereich liegen von der 0,5 bis
100-fachen Masse, bevorzugt der 0,5 bis 50-fachen Masse, besonders bevorzugt der 0,5
bis 10-fachen Masse, bezogen auf die Terpenmenge der bereitgestellten Hackschnitzel.
Alternativ oder zusätzlich kann die gesamt abgetrennte Dampfmenge in einem Mengenbereich
liegt von der 0,001 bis 0,2-fachen Masse, bevorzugt der 0,001 bis 0,1-fachen Masse,
besonders bevorzugt der 0,001 bis 0,02-fachen Masse, bezogen auf die Trockenmasse
der bereitgestellten Hackschnitzel.
[0083] Zum Abtrennen des Dampfes und damit zur Ausschleusung der VOCs können verschiedene
Dampf-Emissionsstellen Verwendung finden. Dabei ist unter einer Dampf-Emissionsstelle
insbesondere eine derartige Stelle zu verstehen, bei der Dampf aus dem Verfahren abgetrennt
werden kann.
[0084] Beispielsweise eignen sich die folgenden Dampf-Emissionsstellen zum Abtrennen von
Dampf, nämlich der Vorvordampfbehälter beziehungsweise eine erste thermische Behandlungsvorrichtung,
der Vordampfbehälter beziehungsweise eine zweite thermische Behandlungsvorrichtung,
der Kocher beziehungsweise die dritte thermische Behandlungsvorrichtung oder auch
der Refiner. Weiterhin eignen sich Transporteinheiten wie etwa eine Schnecke oder
Förderaggregate, wie etwa nach der ersten thermischen Behandlungsvorrichtung, zwischen
der zweiten und dritten thermischen Behandlungsvorrichtung, oder eine Transporteinheit,
wie etwa eine Schnecke zwischen der dritten thermischen Behandlungsvorrichtung und
dem Refiner. Weiterhin ist auch eine Entwässerungseinheit, wie etwa eine Entwässerungsschnecke,
geeignet oder Dampfrückführungen zwischen einzelnen Bearbeitungseinheiten.
[0085] Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die folgenden Gas-Emissionsstellen besonders
geeignet sind.
[0086] Beispielsweise kann wenigstens eine Gas-Emissionsstelle stromaufwärts des Refiners
positioniert sein. Diesbezügliche Positionen umfassen beispielsweise eine thermische
Behandlungsvorrichtung oder eine Position in einer Dampfrückführung zwischen dem Refiner
und einer thermischen Behandlungsvorrichtung, eine Dampfbehandlungsvorrichtung vor
einem Hackschnitzelkocher oder der Hackschnitzelkocher selbst oder eine Dampfrückführung
zwischen der Dampfbehandlungsvorrichtung und dem Kocher.
[0087] Alternativ oder zusätzlich kann es vorteilhaft sein, dass wenigstens eine Dampf-Emissionsstelle
stromabwärts des Refiners positioniert ist. Diesbezüglich ist es von Vorteil, dass
die stromabwärts des Refiners positionierte Dampf-Emissionsstelle ein stromabwärts
des Refiners positionierter Dampfabtrenner ist.
[0088] Ferner kann es besonders bevorzugt sein, dass wenigstens eine Dampf-Emissionsstelle
aus einem Flüssigkeitsstrom erzeugt wird. Beispiele umfassen etwa einen Quetschwasserstrom
unmittelbar aus einer Stopfschnecke oder ein aus einem Quetschwasserstrom aus einer
Stopfschnecke entstehender Flüssigkeitsstrom.
[0089] Das hier beschrieben Verfahren erlaubt eine kosten- und ressourcensparende Möglichkeit,
um den VOC-Ausstoß bei der Herstellung von Faserplatten, insbesondere von HDF- oder
MDF-Platten zu reduzieren.
Bezugszeichenliste
[0090]
- 10
- Schritt des Bereitstellens der Hackschnitzel
- 20
- erster thermischer Behandlungsschritt
- 30
- Reinigungsschritt
- 40
- zweiter thermischer Behandlungsschritt
- 50
- dritter thermischer Behandlungsschritt
- 60
- Zerkleinerungsschritt
- 70
- Trocknungsschritt
- 80
- Abtrennungsschritt
- 90
- Verarbeitungsschritt
1. Verfahren zum Herstellen von Faserplatten unter verringertem VOC-Ausstoß, wobei das
Verfahren wenigstens die folgenden Verfahrensschritte aufweist:
a) Bereitstellen von holzhaltigen Hackschnitzeln;
b) Thermisches Behandeln der Hackschnitzel in einer thermischen Behandlungsvorrichtung
oder in einer Mehrzahl an thermischen Behandlungsvorrichtungen;
c) Zerkleinern der Hackschnitzel in einem Refiner;
d) Beleimen der Hackschnitzel; und
e) Pressen der beleimten Hackschnitzel zum Ausformen der Faserplatte, wobei
f) in dem Verfahren verwendeter oder entstehender Dampf an wenigstens einer Dampf-Emissionsstelle
kontinuierlich aus dem Verfahren kontrolliert abgetrennt wird, wobei der Dampf in
einem vorgegebenen Mengenbereich abgetrennt wird derart, dass eine Untergrenze und
eine Obergrenze des Mengenbereichs des gesamt abgetrennten Dampfes in Abhängigkeit
wenigstens einer Spezifikation der in Verfahrensschritt a) eingesetzten Hackschnitzel
erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Untergrenze und eine Obergrenze des Mengenbereichs des abgetrennten Dampfes
in Abhängigkeit der Menge der in Verfahrensschritt a) bereitgestellten Hackschnitzel
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Untergrenze und eine Obergrenze des Mengenbereichs des abgetrennten Dampfes
in Abhängigkeit der Menge der in den in Verfahrensschritt a) bereitgestellten Hackschnitzeln
enthaltenen VOCs, insbesondere Terpene, erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge der in den in Verfahrensschritt a) eingesetzten Hackschnitzeln enthaltenen
VOCs, insbesondere Terpene, durch Untersuchung der eingesetzten Hackschnitzel bestimmt
wird oder anhand der Art der eingesetzten Hackschnitzel abgeschätzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die in Verfahrensschritt f) gesamt abgetrennte Dampfmenge in einem Mengenbereich
liegt von der 0,5 bis 100-fachen Masse, bevorzugt der 0,5 bis 50-fachen Masse, besonders
bevorzugt der 0,5 bis 10-fachen Masse, bezogen auf die VOC-Menge der bereitgestellten
Hackschnitzel.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die in Verfahrensschritt f) gesamt abgetrennte Dampfmenge in einem Mengenbereich
liegt von der 0,001 bis 0,2-fachen Masse, bevorzugt der 0,001 bis 0,1-fachen Masse,
besonders bevorzugt der 0,001 bis 0,02-fachen Masse, bezogen auf die Trockenmasse
der bereitgestellten Hackschnitzel.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Dampf-Emissionsstelle stromaufwärts des Refiners positioniert ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die stromaufwärts des Refiners positionierte Dampf-Emissionsstelle eine thermischen
Behandlungsvorrichtung umfasst oder zwischen dem Refiner und einer thermischen Behandlungsvorrichtung
positioniert ist.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die stromaufwärts des Refiners positionierte Dampf-Emissionsstelle eine Dampfbehandlungsvorrichtung
vor einem Hackschnitzelkocher oder der Hackschnitzelkocher selbst ist oder zwischen
der Dampfbehandlungsvorrichtung und dem Kocher liegt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Dampf-Emissionsstelle stromabwärts des Refiners positioniert ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die stromabwärts des Refiners positionierte Dampf-Emissionsstelle ein stromabwärts
des Refiners positionierter Dampfabtrenner ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Dampf-Emissionsstelle aus einem Flüssigkeitsstrom erzeugt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsstrom ein Quetschwasserstrom unmittelbar aus einer Stopfschnecke
oder ein aus einem Quetschwasserstrom aus einer Stopfschnecke entstehender Flüssigkeitsstrom
ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der gemäß Verfahrensschritt f) entfernte VOC enthaltende Dampf gesammelt und gegebenenfalls
ein oder mehr Bestandteile weiterbehandelt werden.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass als Weiterbehandlung ein Gemisch aus Terpenen oder Terpentinöl isoliert wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass als Weiterbehandlung ein Hydrolat isoliert wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der abgetrennte Dampf oder ein oder mehr Bestandteile weiterbehandelt werden durch
Verbrennung oder Aussetzen von hohen Temperaturen, Adsorption, Absorption, Methoden
der Membrantechnik, Kondensation, Kristallisation oder anderen geeigneten verfahrenstechnischen
Methoden.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärme eines in dem Verfahren auftretenden Stoffstroms energetisch in dem Verfahren
weiterverwendet wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärme eines abgetrennten Dampfstroms energetisch in dem Verfahren weiterverwendet
wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren ein thermomechanisches Verfahren ist und dabei MDF-Platten oder HDF-Platten
hergestellt werden.
1. A process for manufacturing fiberboards with reduced VOC emissions, wherein the process
includes at least the following process steps:
a) providing wood-containing wood chips;
b) thermally treating the wood chips in a thermal treatment device or in a plurality
of thermal treatment devices;
c) shredding the wood chips in a refiner;
d) gluing the wood chips; and
e) pressing the glued wood chips to form the fiberboard,
wherein
f) vapor used or arising in the process is separated continuously from the process
at at least one vapor emission location in a controlled manner, wherein the vapor
is separated in a predetermined quantity range such that a lower limit and an upper
limit of the quantity range of the total separated vapor depend on at least one specification
of the wood chips used in process step a).
2. The process according to claim 1, characterized in that a lower limit and an upper limit of the quantity range of the separated vapor depend
on the quantity of wood chips provided in process step a).
3. The process according to claim 1 or 2, characterized in that a lower limit and an upper limit of the quantity range of the separated vapor depend
on the quantity of VOCs, especially terpenes, contained in the wood chips provided
in process step a).
4. The process according to claim 3, characterized in that the quantity of VOCs, especially terpenes, contained in the wood chips used in process
step a) is determined by examining the wood chips used or is estimated based on the
type of wood chips used.
5. The process according to any of claims 1 to 4, characterized in that the total separated quantity of vapor in process step f) is within a quantity range
from 0.5 to 100 times the mass, preferably from 0.5 to 50 times the mass, more preferably
from 0.5 to 10 times the mass, based on the VOC quantity of the wood chips provided.
6. The process according to any of claims 1 to 5, characterized in that the total separated quantity of vapor in process step f) is within a quantity range
from 0.001 to 0.2 times the mass, preferably from 0.001 to 0.1 times the mass, more
preferably from 0.001 to 0.02 times the mass, based on the dry mass of the wood chips
provided.
7. The process according to any of claims 1 to 6, characterized in that at least one vapor emission location is positioned upstream of the refiner.
8. The process according to claim 7, characterized in that the vapor emission location positioned upstream of the refiner includes a thermal
treatment device or is located between the refiner and a thermal treatment device.
9. The process according to claim 7 or 8, characterized in that the vapor emission location positioned upstream of the refiner is a vapor treatment
device before a wood chip cooker or the wood chip cooker itself, or is located between
the vapor treatment device and the cooker.
10. The process according to any of claims 1 to 9, characterized in that at least one vapor emission location is positioned downstream of the refiner.
11. The process according to claim 10, characterized in that the vapor emission location positioned downstream of the refiner is a vapor separator
positioned downstream of the refiner.
12. The process according to any of claims 1 to 11, characterized in that at least one vapor emission location is generated from a liquid stream.
13. The process according to claim 12, characterized in that the liquid stream is a squeeze water stream directly from a compaction screw, or
a liquid stream emerging from a squeeze water stream from a compaction screw.
14. The process according to any of claims 1 to 13, characterized in that the VOC-containing vapor removed according to process step f) is collected and, if
applicable, one or more components are further treated.
15. The process according to claim 14, characterized in that, as further treatment, a mixture of terpenes or turpentine oil is isolated.
16. The process according to claim 14 or 15, characterized in that, as further treatment, a hydrolate is isolated.
17. The process according to any of claims 14 to 16, characterized in that the separated vapor or one or more components are further treated by combustion or
exposure to high temperatures, adsorption, absorption, membrane technology techniques,
condensation, crystallization, or other suitable process engineering techniques.
18. The process according to any of claims 1 to 17, characterized in that the heat of a material stream occurring in the process is energetically reused in
the process.
19. The process according to any of claims 1 to 18, characterized in that the heat of a separated vapor stream is energetically reused in the process.
20. The process according to any of claims 1 to 19, characterized in that the process is a thermomechanical process in which MDF boards or HDF boards are manufactured.
1. Procédé de fabrication de panneaux fibreux à émission réduite de COV, le procédé présentant
au moins les étapes de procédé suivantes :
a) préparation de copeaux contenant du bois ;
b) traitement thermique des copeaux dans un dispositif de traitement thermique ou
dans une multiplicité de dispositifs de traitement thermique ;
c) réduction de la taille des copeaux dans un raffineur ;
d) encollage des copeaux ; et
e) compression des copeaux encollés pour le façonnage du panneau fibreux,
où
f) de la vapeur employée ou créée dans le procédé est séparée de manière contrôlée
et continue au niveau d'au moins un point d'émission de vapeur à partir du procédé,
la vapeur étant séparée dans une plage en quantité prédéfinie de telle sorte qu'il
y ait une limite inférieure et une limite supérieure de la plage en quantité de la
vapeur séparée au total en fonction d'au moins une spécification des copeaux engagés
dans l'étape de procédé a).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une limite inférieure et une limite supérieure de la plage en quantité de vapeur séparée
se produisent en fonction de la quantité de copeaux préparés dans l'étape de procédé
a).
3. Procédé selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce qu'une limite inférieure et une limite supérieure de la plage en quantité de vapeur séparée
se produisent en fonction de la quantité de COV contenus dans les copeaux préparés
dans l'étape de procédé a), en particulier des terpènes.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que la quantité de COV contenus dans les copeaux engagés dans l'étape de procédé a),
notamment de terpènes, est déterminée par l'examen des copeaux engagés ou est évaluée
à l'aide du type de copeaux engagés.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la quantité de vapeur séparée au total dans l'étape de procédé f) se situe dans une
plage en quantité de 0,5 à 100 fois la masse, de préférence de 0,5 à 50 fois la masse,
de manière particulièrement préférée de 0,5 à 10 fois la masse, par rapport à la quantité
de COV des copeaux préparés.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la quantité de vapeur séparée au total dans l'étape de procédé f) se situe dans une
plage en quantité de 0,001 à 0,2 fois la masse, de préférence de 0,001 à 0,1 fois
la masse, de manière particulièrement préférée de 0,001 à 0,02 fois la masse, par
rapport à la masse sèche des copeaux préparés.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'au moins un point d'émission de vapeur est positionné en amont du raffineur.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que le point d'émission de vapeur positionné en amont du raffineur comprend un dispositif
de traitement thermique ou est positionné entre le raffineur et un dispositif de traitement
thermique.
9. Procédé selon la revendication 7 ou la revendication 8, caractérisé en ce que le point d'émission de vapeur positionné en amont du raffineur se situe avant un
four de cuisson de copeaux ou est lui-même le four de cuisson de copeaux ou se situe
entre le dispositif de traitement de la vapeur et le four de cuisson.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'au moins un point d'émission de vapeur est positionné en aval du raffineur.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que le point d'émission de vapeur positionné en aval du raffineur est un séparateur de
gaz positionné en aval du raffineur.
12. Procédé selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce qu'au moins un point d'émission de vapeur est créé à partir d'un écoulement de liquide.
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que l'écoulement de liquide est un écoulement d'eau de pressurisation sortant immédiatement
d'une vis de remplissage ou est un écoulement de liquide créé par un écoulement d'eau
de pressurisation provenant d'une vis de remplissage.
14. Procédé selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que la vapeur contenant les COV séparée selon l'étape de procédé f) est collectée et
éventuellement un ou plusieurs constituants sont traités ultérieurement.
15. Procédé selon la revendication 14, caractérisé en ce qu'en guise de traitement ultérieur, un mélange de terpènes ou d'huile de terpènes est
isolé.
16. Procédé selon la revendication 14 ou la revendication 15, caractérisé en ce qu'en guise de traitement ultérieur, on isole un hydrolat.
17. Procédé selon l'une des revendications 14 à 16, caractérisé en ce que la vapeur séparée ou un ou plusieurs constituants sont traités ultérieurement par
une combustion ou par une soumission à des températures élevées, une adsorption, une
absorption, des méthodes techniques avec des membranes, une condensation, une cristallisation
ou d'autres méthodes techniques de procédés appropriées.
18. Procédé selon l'une des revendications 1 à 17, caractérisé en ce que la chaleur d'un écoulement de matière se produisant dans le procédé est réemployée
énergétiquement dans le procédé.
19. Procédé selon l'une des revendications 1 à 18, caractérisé en ce que la chaleur d'un écoulement de vapeur séparé est réemployée énergétiquement dans le
procédé.
20. Procédé selon l'une des revendications 1 à 19, caractérisé en ce que le procédé est un procédé thermomécanique et que de cette manière des panneaux MDF
ou des panneaux HDF sont fabriqués.