[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle
einer Textilmaschine, vorzugswiese einer Spulmaschine, mit deren Hilfe ein Garn von
einer ersten Hülse auf eine zweite Hülse umgespult wird, oder einer Spinnmaschine,
wobei das Garn mittels eines Verlegeelements während des Aufspulens zu einer Kreuzspule
changiert wird, und wobei bei Bedarf ein Hilfsgarnführer in einen Garnweg des Garns
bewegt und hierdurch eine Wirkverbindung zwischen dem Verlegeelement und dem Garn
getrennt wird. Außerdem betrifft die Erfindung eine Arbeitsstelle einer Textilmaschine,
vorzugswiese einer Spulmaschine, mit deren Hilfe ein Garn von einer ersten Hülse auf
eine zweite Hülse umgespult wird, oder einer Spinnmaschine. Die Textilmaschine umfasst
ein Verlegeelement, mit dessen Hilfe das Garn zu einer Kreuzspule changiert wird,
einem Hilfsgarnführer, der bei Bedarf in einen Garnweg des Garns bewegt wird und hierdurch
eine Wirkverbindung zwischen dem Verlegeelement und dem Garn trennt und eine Steuerung.
[0002] Es ist bei Textilmaschinen bekannt, Kreuzspulen mittels Verlegeelementen herzustellen,
die während eines Spulvorgangs eines Garns eine Bewegung des Garns quer zur Oberfläche
einer Spule verursachen. Derartige Verlegeelemente können, auch im Rahmen der vorliegenden
Erfindung, beispielsweise als Nutwalzen, als changierende Garnführer, bei denen beispielsweise
ein Elektromotor eine oszillierende Bewegung verursacht oder als rotatorische Verlegeelemente,
ausgebildet sein. Um eine Beschädigung der Spule, des Garns oder der Textilmaschine
zu vermeiden ist es vorteilhaft, bei einer Unterbrechung des Spulvorgangs das Garn
außer Eingriff des Verlegeelements zu bringen, bzw. die Wirkverbindung zwischen dem
Garn und dem Verlegeelement zu trennen. Das Garn und das Verlegeelement können hierdurch
beispielsweise unabhängig voneinander für eine Fortsetzung des Spulvorgangs vorbereitet
werden. Das Garn ist bei den Vorbereitungsmaßnahmen nicht in Gefahr durch das Verlegeelement
beschädigt zu werden. Unterbrechungen des Spulvorgangs können beispielsweise durch
einen Garnbruch oder auch durch einen Reinigerschnitt bzw. Qualitätsschnitt verursacht
werden. Bei einem Reinigerschnitt wird das Garn bewusst durchtrennt, um einen zuvor
detektierten Garnfehler zu entfernen. Nach einem Reinigerschnitt wird das bereits
aufgespulte Garn in der Regel mittels eines Spleißers mit dem noch aufzuspulenden
Garn neu verbunden. Bei Garnbrüchen oder - schnitten kann es dazu kommen, dass das
auf die Spule auflaufende Garnende unkontrolliert auf der Spule oder außerhalb der
Spule abgelegt wird. Hierdurch wird ein Auffinden des Garnendes für eine Fortsetzung
des Spulvorgangs erschwert. Durch das Eingreifen eines Hilfsgarnführers kann das Garnende
hingegen kontrolliert, an einem für das Auffinden des Garnendes günstigen Ort, abgelegt
werden.
[0003] Für das Trennen der Wirkverbindung des Garns und des Verlegeelements im Falle einer
Unterbrechung des Spulvorgangs ist aus der
DE 100 51 997 A1 beispielsweise ein Hilfsgarnführer in Form einer eingekerbten Platte bekannt, der
das Garn nach einer Garnunterbrechung aus einem Changiergarnführer heraushebt. Nachteilig
hierbei ist, dass der Hilfsgarnführer erst nach der Garnunterbrechung in Eingriff
gebracht wird, und somit ein Zeitfenster entsteht, währenddessen eine Beschädigung
des Garns oder der Spule entstehen kann. Auch kann während dieses Zeitfensters ein
unkontrolliertes Ablegen eines Garnendes auf der Spule stattfinden, wodurch ein Auffinden
des Garnendes für ein Fortsetzen des Spulvorgangs erschwert wird.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, das Eingreifen des Hilfsgarnführers
zu verbessern.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren und eine Arbeitsstelle mit den Merkmalen
der unabhängigen Patentansprüche.
[0006] Bei dem Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Textilmaschine, vorzugswiese
einer Spulmaschine, mit deren Hilfe ein Garn von einer ersten Hülse auf eine zweite
Hülse umgespult wird, oder einer Spinnmaschine, wird das Garn mittels eines Verlegeelements
während des Aufspulens zu einer Kreuzspule changiert. Bei Bedarf wird ein Hilfsgarnführer
in einen Garnweg des Garns bewegt, wobei hierdurch eine Wirkverbindung zwischen dem
Verlegeelement und dem Garn getrennt wird. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass
das Bewegen des Hilfsgarnführers in den Garnweg unmittelbar vor einem Reinigerschnitt
durchgeführt wird.
[0007] Hierdurch ist der abgetrennte Garnabschnitt zu keinem Zeitpunkt unkontrolliert. Das
Garnende kann durch den Hilfsgarnführer kontrolliert auf der Spule abgelegt werden,
sodass ein Aufwand für das Auffinden des Garnendes minimiert wird. Ebenfalls wird
eine Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Beschädigungen am Garn, an der Spule
und am Verlegeelement verringert. Ein Garnreiniger, der in der Regel den beschriebenen
Reinigerschnitt ausführt, ist beispielsweise ausgebildet, einen Garnfehler zu erkennen
und innerhalb kurzer Zeit den Reinigerschnitt auszuführen. Das Bewegen des Hilfsgarnführers
kann beispielsweise zwischen dem Detektieren eines Garnfehlers und dem Ausführen des
Reinigerschnitts stattfinden. Ein Stoppen des Verlegeelements kann beispielsweise
auch erst nach dem Bewegen des Hilfsgarnführers in den Garnweg stattfinden. Typische
Garnfehler sind beispielsweise Dünn- oder Dickstellen, Knoten oder Schlingen oder
sonstige Abweichungen von einer erwarteten Garnqualität.
[0008] Der Hilfsgarnführer wird beispielsweise von einer Ausgangsposition in eine Eingriffsposition
bewegt, wobei er das Garn mitnimmt und insbesondere den Garnweg derart verändert,
dass das Garn an dem Verleegelement vorbeigeführt wird. Im Falle einer Spulmaschine,
bei der ein von einer Spinnmaschine erzeugtes Garn zu einer Kreuzspule umgespult wird,
ist die erste Hülse beispielsweise eine Spinnhülse und die zweite Hülse eine Spulhülse.
Im Falle einer Spinnmaschine, die zur Herstellung einer Kreuzspule ausgebildet ist,
wird ein gesponnenes Garn direkt aufgespult.
[0009] Es ist vorteilhaft, wenn das Bewegen des Hilfsgarnführers in den Garnweg ebenfalls
unmittelbar vor, während oder nach einem Garnbruch durchgeführt wird. Hierdurch kann
auch bei einem Garnbruch eine Kontrolle des Garnendes bzw. des abgetrennten Garnstücks,
das auf die Spule aufläuft, gewährleistet werden. Wie bereits beschrieben, findet
ein Garnbruch in der Regel unvorhergesehen verursacht durch einen Garnfehler oder
durch eine Fehlfunktion der Textilmaschine statt. Ein Bewegen des Hilfsgarnführers
nach einem Garnbruch kann insbesondere dann stattfinden, wenn der Garnbruch beispielsweise
von dem Garnreiniger detektiert wird. Eine Bewegung des Hilfsgarnführers vor oder
während einem Garnbruch kann nur dann zuverlässig stattfinden, wenn sich der Garnbruch
für die Textilmaschine erkennbar ankündigt. Dies kann beispielsweise bei einer sprunghaften
Veränderung der Garnspannung der Fall sein. Eventuell werden von der Textilmaschine
weitere Parameter erfasst, deren plötzliche Veränderung einen Garnbruch ankündigt.
Ein präventives Eingreifen des Hilfsgarnführers kann sich in diesen Fällen als vorteilhaft
erweisen.
[0010] Vorteile bringt es zudem mit sich, wenn ein auf die zweite Hülse oder eine Garnwicklung
der zweiten Hülse auflaufendes Garnende mittels des Hilfsgarnführers definiert, insbesondere
mittig, auf der zweiten Hülse oder der Garnwicklung der zweiten Hülse platziert wird.
Wie bereits beschrieben, kann hierdurch ein Wiederauffinden des Garnendes und ein
daran anschließendes Spleißen oder Wiederanspinnen erleichtert werden. Vor allem lässt
sich die Zeit verringern, die benötigt wird, um das Garnende aufzufinden. Die bereits
mit einer Garnwicklung bespulte zweite Hülse wird als Spule bezeichnet. In der Regel
wird das aufgelaufene Garnende durch eine Saugdüse aufgesaugt und fixiert. Während
dieses Vorgangs rotiert die zweite Hülse bzw. die Spule beispielsweise entgegen der
Aufspulrichtung. Das Garnende lässt sich durch das Eingreifen des Hilfsgarnführers
beispielsweise in einem Bereich maximaler Saugkraft der Saugdüse ablegen. Auch kann
das Garnende in einem Bereich der Spule abgelegt werden, der empirisch eine besonders
große Erfolgsquote für das Auffinden des Garnendes aufweist. Insbesondere kann durch
das Eingreifen des Hilfsgarnführers verhindert werden, dass das Garnende außerhalb
des Spulenkörpers bzw. außerhalb des Eingriffs der Saugdüse abgelegt wird.
[0011] Vorteilhaft ist es zudem, wenn das Garn mittels des Hilfsgarnführers aus dem Verlegeelement
herausgehoben wird. Hierbei kann bei dem Herausheben des Garns zum aufbauen oder beibehalten
einer gewissen Garnspannung und bei einem späteren Wiedereinsetzen des Garns in das
Verlegeelement die Schwerkraft ausgenutzt werden. Der Hilfsgarnführer ist beispielsweise
unterhalb des Garnwegs angeordnet. Vorteilhafterweise bleibt in diesem Fall das Garn
für einen Bediener leicht zugänglich.
[0012] Ebenso bringt es Vorteile mit sich, wenn das Garn, während sich der Hilfsgarnführer
in dem Garnweg befindet, von einer Kerbe oder Einbuchtung im Hilfsgarnführer geführt
wird. Die Möglichkeit eines Abgleitens oder Herausrutschens des Garns aus dem Hilfsgarnführer
wird auf diese Weise vermieden. Je nach dem gewünschten Ablageort des Garnendes auf
der Spule kann die Kerbe oder Einbuchtung im Hilfsgarnführer platziert werden. Insbesondere
befindet sich die Kerbe oder Einbuchtung mittig im Hilfsgarnführer. Es ist denkbar,
dass der Hilfsgarnführer derart bewegbar ist, dass die Position der Kerbe oder Einbuchtung
relativ zu einer Längsachse der Spule bewegbar ist. Hierdurch kann der Ablageort das
Garnendes eventuell je nach den individuellen Bedingungen an der Textilmaschine verändert
werden.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Hilfsgarnführer für wenigstens einen an den
Reinigerschnitt anschließenden Vorbereitungsprozess, insbesondere ein Rückspulen und/oder
ein Spleißen des Garns, in dem Garnweg verbleibt.
[0014] Der Hilfsgarnführer kann hierdurch auch während des Vorbereitungsprozesses für eine
kontrollierte Führung das Garns sorgen. Der Vorbereitungsprozess kann insbesondere
auch ein Wiederanspinnen im Falle einer Spinnmaschine beinhalten. Für derartige Vorbereitungsprozesse
wäre ein Eingriff des Verlegeelements eher nachteilig. Es ist denkbar, dass der Hilfsgarnführer
und das Verlegeelement derart zusammenwirken, dass bei einer Bewegung des Hilfsgarnführers
aus dem ursprünglichen Garnweg heraus das Garn wieder in das Verlegeelement eingefädelt
wird.
[0015] Vorteilhaft ist es, wenn der Hilfsgarnführer 0,5 bis 5 Sekunden vor dem Durchführen
eines Reinigerschnitts in den Garnweg bewegt wird. Bei einigen Garnfehlertypen, bei
denen sich der Garnfehler über eine längere Strecke des Garns erstreckt, ist es eventuell
notwendig, die Bewegung des Hilfsgarnführers etwas zu verzögern. Es muss sichergestellt
werden, dass die gesamte Länge des Garnfehlers durch den Reinigerschnitt entfernt
werden kann. Auch sollte der Hilfsgarnführer, um Fehlwicklungen auf der Spule zu vermeiden,
nicht zu lange vor dem Reinigerschnitt in den Garnweg bewegt werden.
[0016] Die erfindungsgemäße Arbeitsstelle einer Textilmaschine, vorzugswiese einer Spulmaschine,
mit deren Hilfe ein Garn von einer ersten Hülse auf eine zweite Hülse umgespult wird,
oder einer Spinnmaschine weist ein Verlegeelement auf, mit dessen Hilfe das Garn zu
einer Kreuzspule changiert wird. Die Arbeitsstelle umfasst außerdem einen Hilfsgarnführer,
der bei Bedarf in einen Garnweg des Garns bewegt wird, wobei hierdurch eine Wirkverbindung
zwischen dem Verlegeelement und dem Garn getrennt wird. Außerdem umfasst die Arbeitsstelle
eine Steuerung. Es wird vorgeschlagen, dass die Steuerung ausgebildet ist, die Arbeitsstelle
gemäß dem zuvor beschriebenen Verfahren zu steuern. Die Arbeitsstelle verwirklicht
damit die bereits zuvor beschriebenen Vorteile. Insbesondere wird ein unkontrolliertes
Auflaufen eines Garnendes auf die zweite Hülse, bzw. Spule, verhindert. Außerdem wird
die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung des Garns, der Spule oder des Verlegeelements
im Falle eines kontrollierten oder unkontrollierten Stoppens des Spulvorgangs reduziert.
[0017] Moderne Textilmaschinen, die zur Herstellung von Kreuzspulen ausgebildet sind, weisen
in der Regel eine Vielzahl von Arbeitsstellen auf, die größtenteils unabhängig voneinander
arbeiten. Beispielsweise wird zu jedem Zeitpunkt an jeder Arbeitsstelle eine Kreuzspule
aufgespult. Im Falle einer Spulmaschine kommt das Garn beispielsweise von einer Spinnhülse,
die von einer Spinnmaschine hergestellt wurde und den Arbeitsstellen der Spulmaschine
zugeführt wurde. Im Falle einer Spinnmaschine kann das an der jeweiligen Arbeitsstelle
gesponnene Garn beispielsweise direkt zu einer Kreuzspule aufgespult werden. Die erfindungsgemäßen
Merkmale sind vorteilhaft für beide Maschinentypen.
[0018] Der Hilfsgarnführer kann beispielsweise unterhalb eines Garnwegs angeordnet sein
und von einer Ausgangsposition in eine Eingriffsposition bewegbar sein. Bei einer
Bewegung in den Garnweg greift der Hilfsgarnführer das Garn beispielsweise von unten
und hebt es aus dem Verlegeelement heraus. Beispielsweise beeinflusst die Gravitation
in diesem Fall in vorteilhafter Weise die Garnspannung.
[0019] Vorteilhaft ist es zudem, wenn das Verlegeelement als Nutwalze oder changierender
Garnführer ausgebildet ist. In beiden Fällen ist ein Trennen des Verlegeelements vor
einem Stoppen des Spulvorgangs vorteilhaft. Eine Nutwalze kann beispielsweise gleichzeitig
dem Antrieb der zweiten Hülse bzw. Spule dienen. Der changierende Garnführer kann
leichter für verschiedene Legemuster oder andere Parameter einer Kreuzspule angepasst
werden. Der changierende Garnführer weist beispielsweise einen Elektromotor auf, der
für eine oszillierende Bewegung des Garnführers ausgebildet ist. Der Hilfsgarnführer
ist in einer Bewegungsrichtung des Garns während des Spulvorgangs beispielsweise unmittelbar
vor dem Verlegeelement angeordnet. Im Falle des changierenden Garnführers ist es ebenfalls
denkbar, dass der Hilfsgarnführer zwischen dem Verlegeelement und der zweiten Hülse
bzw. der Spule angeordnet ist.
[0020] Vorteilhaft ist es, wenn der Hilfsgarnführer als bewegbarer Bügel, insbesondere mit
einer Kerbe oder Einbuchtung, ausgebildet ist. Der vorzugsweise metallische Bügel
vereint hohe Stabilität mit niedrigem Materialeinsatz und kann ebenfalls mit geringer
Energie in kurzer Zeit bewegt werden. Außerdem ermöglicht der Bügel leichte Zugänglichkeit
zum Garn für einen Bediener. Die Kerbe oder Einbuchtung dient der Führung des Garns.
Die Kerbe oder Einbuchtung ist vorzugsweise derart angeordnet, dass ein Garnende,
wie bereits beschrieben, in vorteilhafter Weise auf der Spule abgelegt wird, und bei
einer Suche beispielsweise durch eine Saugdüse schnell aufgefunden werden kann. Auch
kann die Kerbe oder Einbuchtung beispielsweise bei Vorbereitungsprozessen für die
Fortsetzung eines Spule- oder Spinnprozesses der Führung des Garns dienen. Ebenfalls
kann die Kerbe oder Einbuchtung derart angeordnet sein, dass bei einer Bewegung des
Hilfsgarnführers in seiner Ausgangsposition das Garn wieder in das Verlegeelement
eingefädelt wird.
[0021] Ebenso bringt es Vorteile mit sich, wenn der Hilfsgarnführer mit einem Antrieb, insbesondere
einem Elektromotor, einem elektromagnetischen Antrieb, Pneumatikantrieb oder Hydraulikantrieb,
und/oder mit einem Federelement in Wirkverbindung steht. Der Antrieb verursacht die
Bewegung des Hilfsgarnführers in den Garnweg, womit das Verlegeelement außer Eingriff
gebracht wird. Die genannten Antriebsvariationen sind für eine derartige Anwendung
geeignet und können je nach den individuellen Voraussetzungen an der Textilmaschine
vorgesehen werden. Für einen schnellen Eingriff des Hilfsgarnführers ist ein schnelles
Auslösen des Antriebs vorteilhaft. Der Antrieb kann für eine Linearbewegung des Hilfsgarnführers
oder beispielsweise auch für eine Verschwenkung ausgebildet sein. Insbesondere steht
der Antrieb in Wirkverbindung mit der Steuerung. Ebenfalls kann die Bewegung des Hilfsgarnführers
in den Garnweg durch das Federelement, das insbesondere als vorgespannte Feder ausgebildet
ist, verursacht werden. Hierdurch kann die Bewegung ebenfalls schnell ausgelöst werden.
Es ist denkbar, dass eine Rückbewegung des Hilfsgarnführers in eine Ausgangsposition
dann mittels des Antriebs durchgeführt wird. Das Federelement steht insbesondere mit
einem Auslösemechanismus in Wirkverbindung.
[0022] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Frontansicht einer erfindungsgemäßen Arbeitsstelle, und
- Figur 2
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Arbeitsstelle.
[0023] Bei der nachfolgenden Beschreibung der Figuren werden für in den verschiedenen Figuren
jeweils identische und/oder zumindest vergleichbare Merkmale gleiche Bezugszeichen
verwendet. Die einzelnen Merkmale, deren Ausgestaltung und/oder Wirkweise werden meist
nur bei ihrer ersten Erwähnung ausführlich erläutert. Werden einzelne Merkmale nicht
nochmals detailliert erläutert, so entspricht deren Ausgestaltung und/oder Wirkweise
der Ausgestaltung und Wirkweise der bereits beschriebenen gleichwirkenden oder gleichnamigen
Merkmale.
[0024] Figur 1 zeigt eine schematische Frontansicht einer erfindungsgemäßen Arbeitsstelle
1 einer nicht dargestellten Textilmaschine. In diesem Ausführungsbeispiel ist die
Arbeitsstelle 1 als Arbeitsstelle 1 einer Spulmaschine ausgebildet. Ein Garn 2 wird
von einer ersten Hülse 3, in diesem Beispiel eine Spinnhülse, auf eine zweite Hülse
4, in diesem Beispiel eine Spulhülse, umgespult. Die Spinnhülse kommt beispielsweise
von einer Ringspinnmaschine. Das Garn 2 wird von einem Verlegeelement 5 auf der zweiten
Hülse 4 zu einer Kreuzspule 6 aufgespult.
[0025] Die Arbeitsstelle 1 weist außerdem einen Hilfsgarnführer 7 auf, der bei Bedarf in
einen Garnweg 8 des Garns 2 bewegt werden kann. Hierbei wird eine Wirkverbindung zwischen
dem Garn 2 von dem Verlegeelement 5 getrennt. Dieser Bedarf entsteht beispielsweise
bei einer geplanten oder ungeplanten Unterbrechung des Spulvorgangs. Der Hilfsgarnführer
7 ist in diesem Beispiel als Bügel ausgebildet. Der Hilfsgarnführer 7 weist mittig
eine Kerbe oder Einbuchtung 9 auf. Die Kerbe oder Einbuchtung 9 dient dem Führen des
Garns 2 und beispielsweise der mittigen Ablage eines Garnendes auf der zweiten Hülse
4. Hierdurch kann das Garnende besonders effizient aufgefunden werden.
[0026] Die Arbeitsstelle 1 weist beispielsweise ebenfalls einen Ballonbegrenzer 10, sowie
ein erstes schwenkbares Saugrohr 11 und ein zweites schwenkbares Saugrohr 12 auf.
Die schwenkbaren Saugrohre 11, 12 dienen dem Auffinden und Ergreifen von Garnenden
auf der ersten Hülse 3 bzw. der zweiten Hülse 4. Außerdem weist die Arbeitsstelle
1 einen Garnspanner 13 auf, der der Aufrechterhaltung einer gleichmäßigen Garnspannung
dient. Der Garnspanner 13 ist beispielsweise als Gatterspanner ausgebildet. Ein Garnreiniger
14 der Arbeitsstelle 1 ist beispielsweise ausgebildet, mittels eines oder mehrerer
Sensoren Garnfehler zu erkennen und einen Reinigerschnitt bzw. Qualitätsschnitt durchzuführen,
bei dem das Garn 2 während des Spulprozesses durchtrennt wird. Zum Zusammenfügen von
Garnenden weist die Arbeitsstelle 1 einen Spleißer 18 auf.
[0027] Die Arbeitsstelle 1 weist eine Steuerung 15 auf, die ausgebildet ist, eine Bewegung
des Hilfsgarnführers 7 in den Garnweg 8 des Garns 2 unmittelbar vor dem Reinigerschnitt
zu verursachen. Hierdurch wird das Verlegeelement 5 außer Eingriff gebracht und das
durch den Reinigerschnitt auf die zweite Hülse 4 aufgelaufene Garnende wird für eine
anschließende Suche günstig abgelegt. Außerdem wird das Risiko einer Beschädigung
des Garns 2 oder des Verlegeelements 5 hierdurch reduziert. In diesem Beispiel ist
das Verlegeelement 5 als Nutwalze ausgebildet, die beispielsweise ebenfalls dem Antrieb
der zweiten Hülse 4 bzw. der Kreuzspule 6 während des Spulvorgangs dient.
[0028] In dem Ausführungsbeispiel der Figur 2, in dem die Arbeitsstelle 1 in einer schematischen
Seitenansicht dargestellt ist, ist das Verlegeelement 5 als changierender Garnführer
ausgebildet. In einem derartigen Fall ist es beispielsweise möglich den Hilfsgarnführer
7 in einer Laufrichtung des Garns 2 zwischen dem Verlegeelement 5 und der zweiten
Hülse 4 anzuordnen. Eine Antriebswalze 16 dient in diesem Beispiel ausschließlich
dem Antrieb der zweiten Hülse 4 bzw. der Kreuzspule 6.
[0029] In beiden gezeigten Ausführungsbeispielen ist der Hilfsgarnführer 7 mit einem Antrieb
17 verbunden, der bei Bedarf eine Bewegung des Hilfsgarnführers 7 nach oben in den
Garnweg 8 ermöglicht. Hierdurch wird das Verlegeelement 5 außer Eingriff gebracht.
Das Garn 2 wird vom Hilfsgarnführer 7 aus dem Verlegeelement 5 herausgehoben, wobei
das Garn 2, während sich der Hilfsgarnführer 7 in einer Eingriffsposition befindet,
beispielsweise von der Kerbe oder Einbuchtung 9 geführt wird. Diese Führung des Garns
2 kann nach dem Reinigerschnitt beispielsweise auch bei anschließenden Vorbereitungsmaßnahmen
beibehalten werden. Der Antrieb 17 kann beispielsweise als Elektromotor, elektromagnetischer
Antrieb, Pneumatikantrieb oder Hydraulikantrieb ausgebildet sein. Die Steuerung 15
steht beispielsweise mit dem Antrieb 17, dem Garnreiniger 14 und/oder dem Spleißer
18 in Wirkverbindung.
[0030] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
Kombination der Merkmale, auch wenn sie in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Arbeitsstelle
- 2
- Garn
- 3
- ersten Hülse
- 4
- zweite Hülse
- 5
- Verlegeelement
- 6
- Kreuzspule
- 7
- Hilfsgarnführer
- 8
- Garnweg
- 9
- Kerbe oder Einbuchtung
- 10
- Ballonbegrenzer
- 11
- erstes schwenkbares Saugrohr
- 12
- zweites schwenkbares Saugrohr
- 13
- Garnspanner
- 14
- Garnreiniger
- 15
- Steuerung
- 16
- Antriebswalze
- 17
- Antrieb
- 18
- Spleißer
1. Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle (1) einer Textilmaschine, vorzugswiese
einer Spulmaschine, mit deren Hilfe ein Garn (2) von einer ersten Hülse (3) auf eine
zweite Hülse (4) umgespult wird, oder einer Spinnmaschine, wobei das Garn (2) mittels
eines Verlegeelements (5) während des Aufspulens zu einer Kreuzspule (6) changiert
wird, und wobei bei Bedarf ein Hilfsgarnführer (7) in einen Garnweg (8) des Garns
(2) bewegt und hierdurch eine Wirkverbindung zwischen dem Verlegeelement und dem Garn
(2) getrennt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Bewegen des Hilfsgarnführers (7) in den Garnweg (8) unmittelbar vor einem Reinigerschnitt
durchgeführt wird.
2. Verfahren gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Bewegen des Hilfsgarnführers (7) in den Garnweg (8) ebenfalls unmittelbar vor,
während oder nach einem Garnbruch durchgeführt wird.
3. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein auf die zweite Hülse (4) oder eine Garnwicklung der zweiten Hülse (4) auflaufendes
Garnende mittels des Hilfsgarnführers (7) definiert, insbesondere mittig, auf der
zweiten Hülse (4) oder der Garnwicklung der zweiten Hülse (4) platziert wird.
4. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Garn (2) mittels des Hilfsgarnführers (7) aus dem Verlegeelement (5) herausgehoben
wird.
5. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Garn (2) während sich der Hilfsgarnführer (7) in dem Garnweg (8) befindet von
einer Kerbe oder Einbuchtung (9) im Hilfsgarnführer (7) geführt wird.
6. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsgarnführer (7) für wenigstens einen an den Reinigerschnitt anschließenden
Vorbereitungsprozess, insbesondere ein Rückspulen und/oder ein Spleißen des Garns
(2), in dem Garnweg (8) verbleibt.
7. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsgarnführer (7) 0,5 bis 5 Sekunden vor dem Durchführen eines Reinigerschnitts
in den Garnweg (8) bewegt wird.
8. Arbeitsstelle (1) einer Textilmaschine, vorzugswiese einer Spulmaschine, mit deren
Hilfe ein Garn (2) von einer ersten Hülse (3) auf eine zweite Hülse (4) umgespult
wird, oder einer Spinnmaschine mit
- einem Verlegeelement (5), mit dessen Hilfe das Garn (2) zu einer Kreuzspule (6)
changiert wird,
- einem Hilfsgarnführer (7), der bei Bedarf in einen Garnweg (8) des Garns (2) bewegt
wird, wobei hierdurch eine Wirkverbindung zwischen dem Verlegeelement (5) und dem
Garn (2) getrennt wird und
- einer Steuerung (15),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung (15) ausgebildet ist, die Arbeitsstelle (1) gemäß einem Verfahren eines
oder mehrerer der vorangegangenen Ansprüche zu steuern.
9. Arbeitsstelle (1) gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Verlegeelement (5) als Nutwalze oder changierender Garnführer ausgebildet ist.
10. Arbeitsstelle (1) gemäß Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsgarnführer (7) als bewegbarer Bügel, insbesondere mit einer Kerbe oder Einbuchtung
(9), ausgebildet ist.
11. Arbeitsstelle (1) gemäß einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsgarnführer (7) mit einem Antrieb (17), insbesondere einem Elektromotor,
einem elektromagnetischen Antrieb, Pneumatikantrieb oder Hydraulikantrieb, und/oder
mit einem Federelement in Wirkverbindung steht.