[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verpackungsmaschine gemäß dem Anspruch 1.
Weiter bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren gemäß dem Anspruch 8.
[0002] Außer einer hohen Prozesssicherheit und Leistungsfähigkeit einer Verpackungsmaschine
ist die Reduzierung von Verpackungsmaterial eine wesentliche Kundenanforderung, mit
welcher Verpackungsmaschinenhersteller immer stärker konfrontiert werden. Das bedeutet,
dass zunehmend dünnere Folien eingesetzt werden sollen und der Folienabfall beim Verpackungsprozess,
insbesondere ein dabei nicht zu Verpackungen verarbeiteter Folienrandstreifen, minimiert
werden muss.
[0003] In der Praxis werden an Verpackungsmaschinen, beispielsweise an intermittierend arbeitenden
Tiefziehverpackungsmaschinen oder an Schalenverschließmaschinen, bereits Servoantriebe
zur Ansteuerung von Folienaufnahmen und Folienrestwicklern eingesetzt. Mittels solcher
Servoantriebe ist es möglich, die Folienspannung über eine Drehmomentvorgabe zu steuern.
Damit erhält der Kunde die Möglichkeit, die Folienspannung individuell einzustellen,
wodurch dünne Folien besser transportierbar und lediglich sehr schmale Folienrandstreifen
bei der Herstellung von Verpackungen übrigbleiben.
[0004] Allerdings hat es sich gezeigt, dass die herkömmliche Drehmomentvorgabesteuerung
durch während eines Verpackungsprozesses auftretende Störgrößen, beispielsweise aufgrund
einer sich ändernden Betriebstemperatur und/oder aufgrund variierender Servomotordrehzahlen,
derart beeinflusst werden kann, dass keine gleichbleibende und reproduzierbare Folienspannung
während des Verpackungsprozesses erreicht wird.
[0005] Vor allem kann eine betriebsbedingte Eigendynamik eines jeden für die Folientransporteinrichtung
eingesetzten Antriebs problematisch sein, da diese eine sich während des Produktionslaufs
bzw. Verpackungsprozesses der Verpackungsmaschine schwankende Folienspannung hervorrufen
kann. Eine sich während des Produktionslaufs ändernde Folienspannung führt jedoch
gerade bei dünnen Folien zu Ermüdungserscheinungen und kann weiter dazu führen, dass
das Folienmaterial während des Produktionslaufs sichtbar beschädigt wird, beispielsweise
an ermüdeten Stellen einreißt. Die damit einhergehende Unterbrechung des Produktionslaufs,
um ggf. das Folienmaterial neu einzuspannen, mindert die Produktivität der Verpackungsmaschine.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Verpackungsmaschine sowie ein Verfahren zur Verfügung
zu stellen, womit die Verarbeitung von dünnem Folienmaterial besser möglich ist.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst mittels einer Verpackungsmaschine nach Anspruch 1 sowie
anhand eines Verfahrens nach Anspruch 8. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
sind durch die jeweiligen Gegenstände der Unteransprüche gegeben.
[0008] Die Erfindung bezieht sich auf eine Verpackungsmaschine, die eine Folientransporteinrichtung
und eine Steuereinrichtung zum Steuern eines Betriebs mindestens einer Antriebseinheit
der Folientransporteinrichtung aufweist. Die erfindungsgemäße Verpackungsmaschine
liegt insbesondere in Form einer Tiefziehverpackungsmaschine oder in Form einer Schalenverschließmaschine
vor, die in Fachkreisen auch "Traysealer" genannt wird.
[0009] Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung dazu ausgebildet, die Antriebseinheit bei
einem Produktionslauf der Verpackungsmaschine auf Basis einer anhand eines mittels
der Antriebseinheit durchgeführten, drehangetriebenen Messlaufs erfassten, drehzahl-
und/oder temperaturabhängigen Reibmoment-Kennlinie anzusteuern.
[0010] Der mittels der Antriebseinheit durchgeführte Messlauf findet separat zum Produktionslauf,
d.h. gesondert zum Verpackungsprozess der Verpackungsmaschine, statt. Der Messlauf
dient bei der Erfindung zum Ermitteln einer an der Antriebseinheit messbaren, sich
betriebsbedingt variierenden Eigenreibung. Der Messlauf findet somit als Reibermittlungslauf
als Grundlage für den eigentlichen, mittels der Verpackungsmaschine durchzuführenden
Produktionslauf statt.
[0011] Der charakteristische Verlauf der an der Antriebseinheit messbaren Eigenreibung kann
beispielsweise proportional aus einer für den Messlauf benötigten, an der Antriebseinheit
erfassten Stromzufuhr abgeleitet werden. Die dadurch erhaltene Reibmoment-Kennlinie
wird dann beim eigentlichen Produktionslauf bei der Ansteuerung der Antriebseinheit
berücksichtigt, um eine gewünschte Folienspannung trotz des variierenden Eigenreibungsmoments
der Antriebseinheit gleichbleibend, d.h. ohne Spannungsschwankungen, aufrecht zu erhalten.
In anderen Worten lässt sich dank der Erfindung die durch den Messlauf erfasste Eigenreibung
der Antriebseinheit während des Produktionslaufs derart kompensieren, dass dadurch
eine gleichbleibende Folienspannung während des Produktionslaufs zustande kommt.
[0012] Anhand der für die Antriebseinheit, mittels des daran durchgeführten Messlaufs erfassten
charakteristischen Reibmoment-Kennlinie, die sich beispielsweise direkt proportional
zu einer während des Messlaufs erfassten, drehzahlabhängigen Bestromung der Antriebseinheit
ermitteln lässt, ist es möglich, die Eigenreibung der Antriebseinheit zu erfassen
und diese als Grundlage bei der Ansteuerung der Antriebseinheit während des gesondert,
insbesondere unmittelbar im Anschluss oder erst später ablaufenden Produktionslaufs
zum Erreichen einer konstanten Folienspannung zu berücksichtigen. Der für den Produktionslauf
durchgeführte Messlauf dient somit zum Erfassen der Reibungsdynamik der Antriebseinheit,
unter deren Berücksichtigung die Ansteuerung beim Produktionslauf geschieht, um zu
verhindern, dass das Folienmaterial einer schwankenden Beanspruchung unterliegt. Dadurch
können sehr dünne Folien zuverlässig zu einwandfreien Verpackungen verarbeitet werden.
[0013] Anhand der mittels des Messlaufs ermittelten Reibmoment-Kennlinie kann wenigstens
der mechanische Einfluss der Eigenreibung der Antriebseinheit bei verschiedenen für
den Produktionslauf einsetzbaren Drehzahlen erfasst und bei einer dementsprechenden
Ansteuerung der Antriebseinheit kompensiert werden. Es ist daher möglich, eine Stromzufuhr
an der Antriebseinheit so zu tätigen, dass eine zum Erreichen einer gewünschten Folienspannung
angenommene Stromzufuhr hinsichtlich des mittels des Messlaufs erfassten Eigenreibmoments
der Antriebseinheit bei einer dafür anzunehmenden Drehzahl korrigiert wird.
[0014] Insbesondere ist der Messlauf als geschwindigkeitsabhängiger, sprich drehzahlabhängiger,
Reibermittlungslauf durchführbar, um die Eigenreibung der Antriebseinheit zu bestimmen.
Zweckmäßig ist es, den Messlauf ohne Folienmaterial durchzuführen. Gemäß einer Variante
kann der Messlauf betriebsstundenabhängig, beispielsweise in bestimmten Intervallen
durchgeführt werden, um eine aktuelle Eigenreibung der Antriebseinheit zu berücksichtigen.
Vorstellbar ist es, dass eine Messlauffunktion zum Durchführen des Messlaufs von einem
Bediener an der Verpackungsmaschine, beispielsweise an einem daran vorgesehenen Bedienterminal,
aufrufbar ist.
[0015] Bei der Folientransporteinrichtung kann es sich um eine Oberfolientransporteinrichtung
zum Transport einer Oberfolie und/oder um eine Unterfolientransporteinrichtung zum
Transport einer Unterfolie handeln, anhand derer die Oberfolie und/oder Unterfolie
während des Produktionslaufs der Verpackungsmaschine einem daran stattfindenden Arbeitsprozess
unter einer gewünschten Folienspannung zuführbar ist. Insbesondere ist die Oberfolientransporteinrichtung
dazu ausgebildet, die Oberfolie einer Siegelstation einer Tiefziehverpackungs- oder
Schalenverschließmaschine zuzuführen. Die Unterfolientransporteinrichtung kann an
einer Tiefziehverpackungsmaschine zum Einsatz kommen, um die Unterfolie einer Formstation
der Tiefziehverpackungsmaschine zuführen.
[0016] Vorzugsweise weist die Antriebseinheit einen Servoantrieb auf. Dieser kann einen
Servomotor und einen Servoregler umfassen, der auf Basis der Reibmoment-Kennlinie
dynamisch den Betrieb der Antriebseinheit steuert, um während des Produktionslaufs
eine gleichbleibende Folienspannung zu erreichen. Die Reibmoment-Kennlinie, insbesondere
die der Reibmoment-Kennlinie zugrundeliegende Leistungsversorgung der Antriebseinheit,
kann zur Kompensation der Eigenreibung der Antriebseinheit als störgrößenabhängige
Kennlinienvorsteuerung und/oder als Störgrößenaufschaltung dem Servoantrieb, insbesondere
dem Servoregler, zugeschalten sein.
[0017] Insbesondere weist die Antriebseinheit ein Getriebe, insbesondere ein Getriebe mit
mehreren Getriebestufen, auf. Das Getriebe wie auch der Servomotor weisen eine individuelle
Eigenreibung auf, die Einfluss auf die Folienspannung haben können. Die jeweiligen
Reibmomente können jedoch anhand des Messlaufs kumulativ für die Antriebseinheit bestimmt
werden und somit mittels der daraus resultierenden Reibmoment-Kennlinie systematisch
bei der Ansteuerung der Antriebseinheit berücksichtigt werden.
[0018] Vorstellbar ist es, dass die Antriebseinheit zum Erfassen der Reibmoment-Kennlinie
über einen gesamten Drehzahlbereich der Antriebseinheit ansteuerbar ist. Dafür könnte
die Antriebseinheit beim Messlauf sukzessive aus dem Stillstand heraus bis zum Erreichen
der maximalen Drehzahl beschleunigt werden. Damit lässt sich die Eigenreibung der
Antriebseinheit, beispielsweise an verschiedenen Drehzahlstufen, über den gesamten
Drehzahlbereich erfassen und als Basis zur Ansteuerung der Antriebseinheit während
des Produktionslaufs einsetzen. Das Ergebnis des Reibermittlungslaufs könnte mittels
einer elektronischen Speichereinheit der Steuereinrichtung gesichert werden, um zukünftig
für Verpackungsprozesse der Verpackungsmaschine eingesetzt zu werden.
[0019] Vorzugsweise ist die Antriebseinheit zum Erfassen der Reibmoment-Kennlinie anhand
schrittweise, kontinuierlich ansteigenden Drehzahlniveaus, d.h. mittels zunehmend
schneller werdenden Geschwindigkeitsstufen, während des Messlaufs beschleunigbar.
Das Reibmoment kann zuverlässig anhand der ansteigenden Geschwindigkeitsstufen erfasst
werden, insbesondere dann, wenn für die jeweiligen Geschwindigkeitsstufen eine im
Wesentlichen gleichbleibende Bestromung messbar ist. Bildlich wird dies anhand eines
Plateaus in der Leistungskurve dargestellt.
[0020] Es wäre vorstellbar, dass die Steuereinrichtung eine Filterfunktion aufweist, um
jeweils zu Beginn einer während des Messlaufs eingestellten Geschwindigkeitsstufe
kurzzeitig, aufgrund der Drehzahlerhöhung auftretende Leistungspeaks herauszufiltern.
Aus der während des Messlaufs erfassten Leistungsversorgung der Antriebseinheit ergibt
sich insbesondere in direkt proportionalem Zusammenhang die charakteristische Reibmoment-Kennlinie
der Antriebseinheit. Vorstellbar ist es, dass die Steuereinrichtung dazu konfiguriert
ist, aus einer Vielzahl der während des Messlaufs erfassten Reibmomente eine interpolierte
Reibmoment-Kennlinie herzustellen.
[0021] Gemäß einer Variante ist die Steuereinrichtung zum Bestimmen einer Messlauftemperatur
der während des Messlaufs drehangetriebenen Antriebseinheit ausgebildet. Dafür kann
die Antriebseinheit, insbesondere ein daran ausgebildeter Servomotor, mindestens einen
Temperatursensor aufweisen, anhand dessen sich die Messlauftemperatur während des
Reibermittlungslaufs erfassen lässt. Vorzugsweise kann der Temperatursensor darüber
hinaus während des Produktionslaufs zum Messen einer aktuellen Betriebstemperatur
der Antriebseinheit eingesetzt werden.
[0022] Eine zweckmäßige Variante sieht vor, dass der Messlauf derart durchgeführt wird,
dass die Aufzeichnung der Reibmoment-Kennlinie während einer konstanten Messlauftemperatur
stattfindet. Für die Genauigkeit der Ansteuerung der Antriebseinheit während des Produktionslaufs
hat sich herausgestellt, dass eine Messlauftemperatur im Bereich von 3°C bis 8°C,
insbesondere von 5°C bis 6°C, zum Ermitteln der damit zusammenhängenden Reibmoment-Kennlinie
geeignet ist. Vor allem kann die Steuereinrichtung ein Zeitfenster des Messlaufs so
wählen, dass der Messlauf mit einer gleichbleibenden Messlauftemperatur durchführbar
ist. Es hat sich als praxistauglich erwiesen, dass der Messlauf bei einer konstanten
Messlauftemperatur von 5°C durchgeführt wird.
[0023] Eine bevorzugte Variante sieht vor, dass die Steuereinrichtung dazu konfiguriert
ist, auf Basis mindestens einer der Steuereinrichtung für die Antriebseinheit vorgehaltenen
Reibmoment-Temperatur-Kennlinie einen daraus hinsichtlich einer aktuell erfassten
Betriebstemperatur der Antriebseinheit und hinsichtlich der während des Messlaufs
erfassten Messlauftemperatur abgeleiteten Temperaturkompensationsfaktor für die Ansteuerung
der Antriebseinheit zu bestimmen.
[0024] Insbesondere ist die Steuereinrichtung dazu ausgebildet, die mittels des Messlaufs
ermittelte, geschwindigkeitsabhängige Reibmoment-Kennlinie, insbesondere eine daraus
zum Erreichen einer gewünschten Folienspannung ableitbare benötigte Leistungsversorgung
der Antriebseinheit, unter Anwendung des hinsichtlich der aktuell an der Antriebseinheit
anliegenden Betriebstemperatur bestimmten Temperaturkompensationsfaktors zu korrigieren.
Damit kann die tendenziell während des Produktionslaufs mit zunehmender Betriebstemperatur
geringer werdende Eigenreibung bei der Ansteuerung der Antriebseinheit berücksichtigt
werden. Mit dieser Temperaturkompensation lässt sich während des Produktionslaufs
noch besser die gewünschte Folienspannung aufrechterhalten.
[0025] Die Reibmoment-Temperatur-Kennlinie braucht lediglich einmalig für die Antriebseinheit,
d.h. für deren modularen Aufbau, bestimmt zu werden. Es wäre vorstellbar, dass die
Reibmoment-Temperatur-Kennlinie hinsichtlich der jeweiligen Funktionseinheiten der
Antriebseinheit bestimmt wird.
[0026] Tests haben gezeigt, dass Abweichungen des Reibmoment-Temperatur-Verhaltens innerhalb
einer für die Antriebseinheit eingesetzten Getriebebaureihe sehr gering sind und demzufolge
vernachlässigbar sind.
[0027] Vor allem kann der Temperaturkompensationsfaktor als temperaturabhängiger Quotient
aus der der Steuereinrichtung für die jeweilige Antriebseinheit vorgehaltenen Reibmoment-Temperatur-Kennlinie
abgeleitet sein. Insbesondere wird der Quotient angesichts der Reibmoment-Temperatur-Kennlinie
aus dem daraus für die aktuelle Betriebstemperatur angezeigten Reibmoment und dem
daraus hinsichtlich der Messlauftemperatur angezeigten Reibmoment gebildet.
[0028] Während des Produktionslaufs lässt sich vorzugsweise mittels des für die aktuelle
Betriebstemperatur und für die Messlauftemperatur der Antriebseinheit bestimmten Temperaturkompensationsfaktors
fortlaufend eine auf Basis der Reibmoment-Kennlinie angenommene in eine für die aktuelle
Betriebstemperatur tatsächlich benötigte Leistungsversorgung ableiten, um während
des Produktionslaufs trotz steigender Betriebstemperatur der Antriebseinheit eine
gleichbleibende Folienspannung zu erreichen. Mit steigender Betriebstemperatur nimmt
daher das tatsächlich zum Erreichen der gewünschten Folienspannung benötigte Leistungsdrehmoment
proportional ab, wodurch Temperatureinflüsse auf das Reibverhalten der Antriebseinheit
kompensiert werden können. Damit kann in vorteilhafter Weise eine gleichbleibende
und reproduzierbare Folienspannung während des Produktionslaufs selbst bei einer variierenden
Betriebstemperatur der Antriebseinheit erreicht werden, sodass der Einsatz von sehr
dünnen Folien ermöglicht wird.
[0029] Wie bereits an weiter oberer Stelle angedeutet, kann die Verpackungsmaschine als
Tiefziehverpackungsmaschine oder als Schalenverschließmaschine ausgebildet sein. In
Form einer Tiefziehverpackungsmaschine könnte die Folientransporteinrichtung als Oberfolientransporteinrichtung
vorliegen, um eine Oberfolie einer Siegelstation der Tiefziehverpackungsmaschine mit
einer gewünschten Folienspannung zuzuführen. Eine derartige Oberfolientransporteinrichtung
kann an der Schalenverschließmaschine vergleichbar ausgebildet sein.
[0030] Vorzugsweise weist die Folientransporteinrichtung mindestens eine weitere Antriebseinheit
auf, wobei die Steuereinrichtung dazu ausgebildet ist, die weitere Antriebseinheit
bei einem Produktionslauf der Verpackungsmaschine auf Basis einer anhand eines mittels
der weiteren Antriebseinheit durchgeführten, drehangetriebenen Messlaufs erfassten,
drehzahl- und/oder temperaturabhängigen weiteren Reibmoment-Kennlinie anzusteuern.
Die beiden Antriebseinheiten können damit derart auf Basis der daran vorliegenden
Eigenreibung betrieben werden, dass sie gemeinsam die dazwischen eingespannte Folie
mit gleichmäßiger und reproduzierbarer Folienspannung während des Produktionslaufs
transportieren.
[0031] Es wäre möglich, dass für sämtliche an der Folientransporteinrichtung für den Folientransport
eingesetzten Antriebseinheiten ein jeweiliger Messlauf, beispielsweise zeitgleich
und/oder bei einer Inbetriebnahme der Verpackungsmaschine, stattfindet, um für die
jeweilige Antriebseinheit eine gesonderte Reibmoment-Kennlinie zu erfassen und in
der Steuereinrichtung zu hinterlegen.
[0032] Die erfindungsgemäße Folientransporteinrichtung könnte an der Tiefziehverpackungsmaschine
eine Unterfolientransporteinrichtung sein, um eine in Produktionsrichtung eingangs
der Tiefziehverpackungsmaschine gelagerte Unterfolie mittels einer gewünschten Folienspannung
einer stromabwärts positionierten Formstation zur Herstellung von Mulden zuzuführen.
Hier kann die gewünschte Folienspannung dadurch erreicht werden, dass eine erfindungsgemäß
auf Basis der Reibmoment-Kennlinie durchgeführte, dynamische Ansteuerung der Antriebseinheit
einer eingangs der Tiefziehverpackungsmaschine gelagerten Folienrollenaufnahme sowie
eine auf Basis der weiteren Reibmoment-Kennlinie durchgeführte, dynamische Ansteuerung
der weiteren Antriebseinheit geschieht, welche eine Klammerkette für die Unterfolie
hinsichtlich eines Arbeitstakts der Verpackungsmaschine in Produktionsrichtung bewegt.
[0033] Die Ansteuerung des Messlaufs der weiteren Antriebseinheit kann in ähnlicher Weise
ablaufen, wie dies vorangehend für die erfindungsgemäße Antriebseinheit bereits beschrieben
wurde. Insbesondere können die erfindungsgemäße Antriebseinheit sowie die weitere
Antriebseinheit derart aufeinander abgestimmt angesteuert werden, dass sie während
des Produktionslaufs einen an ihnen jeweils vorliegenden Temperatureinfluss ausgleichen
können, um gemeinsam eine konstante und reproduzierbare Folienspannung zu erreichen.
[0034] Vorstellbar ist es, dass die Antriebseinheit eine Folienaufnahme und die weitere
Antriebseinheit einen Folienrestwickler dreht. Insbesondere ist es möglich, eine gewünschte
Folienspannung für verschiedene Folientypen an der Steuereinrichtung individuell einzustellen
und trotz Temperaturänderungen während des Produktionslaufs eine gleichbleibende und
reproduzierbare Folienspannung zu erreichen. Eine derartige Einstellfunktion könnte
alternativ oder ergänzend auch direkt an der Folienaufnahme und/oder am Folienrestwickler
zur Verfügung stehen.
[0035] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Steuern mindestens einer Antriebseinheit
einer Folientransporteinrichtung, die an einer Verpackungsmaschine während eines daran
stattfindenden Produktionslaufs eine Folie mit einer vorbestimmten Folienspannung
einer Arbeitsstation der Verpackungsmaschine zuführt. Insbesondere ist die Folientransporteinrichtung
dazu konfiguriert, während eines an der Verpackungsmaschine stattfindenden Produktionslaufs
eine Oberfolie mit einer vorbestimmten Folienspannung einer Siegelstation der Verpackungsmaschine
zuzuführen.
[0036] Die Folientransporteinrichtung kann alternativ dafür eingesetzt werden, um eine Unterfolie
mit einer vorbestimmten Folienspannung einer Formstation der Verpackungsmaschine zuzuführen.
[0037] Erfindungsgemäß wird die Antriebseinheit bei einem Produktionslauf der Verpackungsmaschine
auf Basis einer anhand eines mittels der Antriebseinheit durchgeführten, drehangetriebenen
Messlaufs erfassten, drehzahl- und/oder temperaturabhängigen Reibmoment-Kennlinie
gesteuert. Unabhängig davon, ob die Folientransporteinrichtung für den Transport einer
Oberfolie oder einer Unterfolie eingesetzt wird, kann damit im Folienmaterial besser
eine konstante und reproduzierbare Folienspannung während des Produktionslaufs eingehalten
werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich bei der Ansteuerung der Antriebseinheit
unter Berücksichtigung der anhand des Messlaufs erfassten Reibmoment-Kennlinie größtenteils
eine Eigendynamik der Antriebseinheit ausgleichen lässt.
[0038] Sinnvoll ist es, wenn die Antriebseinheit während eines vorbestimmten Einfahrintervalls
vor einem Start des Messlaufs in beiden Richtungen gedreht wird. Anhand des derart
in umgekehrten Richtungen durchgeführten Einfahrintervalls lassen sich an der Antriebseinheit
Hafteffekte beseitigen, wodurch im Anschluss daran der Messlauf präziser durchführbar
ist, um die Eigenreibung der Antriebseinheit, vorzugsweise stufenweise über den gesamten
Drehzahlbereich, zu erfassen.
[0039] Zweckmäßig ist es, dass die Antriebseinheit während einer nach dem Einfahrintervall
durchgeführten Messstrecke des Messlaufs schrittweise, mit einer kontinuierlich ansteigenden
Drehzahl zum Ermitteln der Reibmoment-Kennlinie beschleunigt wird. Dadurch ergibt
sich eine stufenartig ansteigende Drehzahlkennlinie. Davon abhängig lässt sich die
Bestromung der Antriebseinheit messen, welche direkt proportional zum daran anliegenden
Leistungsdrehmoment ist.
[0040] Insbesondere kann der Messlauf so gesteuert werden, dass die Drehzahlsprünge kontinuierlich
größer werden. Dadurch kann die Eigenreibung der Antriebseinheit insgesamt genauer
aufgenommen werden. Vor allem kann dies zu einem Messzeitfenster für den Messlauf
führen, in dem es während des Messlaufs zu keiner Temperaturänderung der Antriebseinheit
kommt.
[0041] Vorzugsweise bestimmt die Steuereinrichtung auf Basis einer ihr für die Antriebseinheit
vorgehaltenen Reibmoment-Temperatur-Kennlinie einen Temperaturkompensationsfaktor
hinsichtlich einer während des Produktionslaufs aktuell erfassten Betriebstemperatur
der Antriebseinheit und hinsichtlich einer während des Messlaufs erfassten Messlauftemperatur
für die Ansteuerung der Antriebseinheit. Anhand des Temperaturkompensationsfaktors
kann die Steuereinrichtung während des Produktionslaufs die temperaturabhängige Eigenreibung
der Antriebseinheit kompensieren. In anderen Worten kann damit von der Steuereinrichtung
kontinuierlich während des Produktionslaufs ein dynamisch an die aktuelle Betriebstemperatur
der Antriebseinheit angepasster Temperaturkompensationsfaktor ermittelt und fortlaufend
bei der Ansteuerung der Antriebseinheit zur Kompensation der temperaturabhängigen
Eigenreibung eingesetzt werden. Anhand dieser Temperaturkompensation ist während des
Produktionslaufs eine konstante und reproduzierbare Folienspannung erreichbar.
[0042] Eine vorteilhafte Variante sieht vor, dass die Steuereinrichtung während des Produktionslaufs
aus der erfassten Reibmoment-Kennlinie eine Stromversorgung der Antriebseinheit zum
Erreichen einer gewünschten Folienspannung ableitet und diese angenommene Stromversorgung
mittels des hinsichtlich der aktuellen Betriebstemperatur bestimmten Temperaturkompensationsfaktors
dynamisch anpasst. Die Reibmoment-Kennlinie, welche mittels des Messlaufs für die
Antriebseinheit ermittelt werden kann, liefert somit eine für die Eigenreibung der
Antriebseinheit charakteristische Kennlinie, aus welcher eine mithilfe des Temperaturkompensationsfaktors
dynamisch angepasste, tatsächlich benötigte Stromversorgung für die Antriebseinheit
ableitbar ist, um das Folienmaterial mit einer gewünschten, gleichbleibenden und reproduzierbaren
Folienspannung dem Verpackungsprozess zuzuführen.
[0043] Auf Basis der während des Reibermittlungslaufs gemessenen Messlauftemperatur sowie
hinsichtlich der aktuellen Betriebstemperatur der Antriebseinheit kann aus der der
Steuereinrichtung vorgehaltenen Reibmoment-Temperatur-Kennlinie ein Quotient hergeleitet
werden, der den Temperaturkompensationsfaktor für die aktuelle Betriebstemperatur
angibt. Damit lässt sich während des Produktionslaufs hinsichtlich der an der Antriebseinheit
anliegenden Eigenreibung sowie unter Berücksichtigung der daran erfassten Betriebstemperatur
die tatsächlich benötigte Stromversorgung der Antriebseinheit dynamisch bestimmen,
um das Folienmaterial mit einer gleichbleibenden Folienspannung zu transportieren.
[0044] Anhand der vorliegenden Erfindung ist es möglich, die für die Antriebseinheit, einschließlich
eines daran ausgebildeten Servomotors, eines daran ausgebildeten Getriebes und/oder
daran ausgebildeter Lagerstellen, charakteristische Eigenreibung, sprich dessen allgemeine
drehzahl- und/oder temperaturbedingte Eigendynamik, mittels der Durchführung des Messlaufs
und der damit erfassten Reibmoment-Kennlinie aufzunehmen. Ein daraus für eine gewünschte
Folienspannung abgeleitetes Reibmoment bzw. eine dafür eingesetzte Stromversorgung
der Antriebseinheit zum Erreichen der gewünschten Folienspannung kann darüber hinaus
mittels des Temperaturkompensationsfaktors hinsichtlich einer speziellen, d.h. aktuell
gemessenen Betriebstemperatur der Antriebseinheit angepasst werden, um den Einfluss
einer sich ändernden Betriebstemperatur während des Produktionslaufs auf das Reibungsverhalten
der Antriebseinheit zu kompensieren, damit die Folienspannung während des Produktionslaufs
in hohem Maße gleichbleibend und reproduzierbar ist.
[0045] Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren genauer erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer Verpackungsmaschine, die als Tiefziehverpackungsmaschine
ausgebildet ist,
- Fig. 2
- eine Perspektivdarstellung einer Verpackungsmaschine, die als Traysealer vorliegt,
- Fig. 3
- ein Messlauf bzw. Reibermittlungslauf für eine Antriebseinheit einer Folientransporteinrichtung
der Verpackungsmaschine, und
- Fig. 4
- eine Reibmoment-Temperatur-Kennlinie zum Ermitteln eines Temperaturkompensationsfaktors.
[0046] Gleiche Komponenten sind in den Figuren durchgängig mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0047] Figur 1 zeigt in einer schematischen Seitenansicht eine Verpackungsmaschine 1, die
als intermittierend arbeitende Tiefziehverpackungsmaschine 2 ausgebildet ist. Diese
Tiefziehverpackungsmaschine 2 weist eine Formstation 3, eine Siegelstation 4, eine
Querschneideeinrichtung 5 und eine Längsschneideeinrichtung 6 auf, die in dieser Reihenfolge
in einer Transportrichtung R an einem Maschinengestell 7 angeordnet sind. Eingangsseitig
befindet sich an dem Maschinengestell 7 eine Zufuhrrolle 8, von der eine Unterfolie
9 abgezogen wird. Ferner weist die Tiefziehverpackungsmaschine 2 eine Transportkette
11 auf, die die Unterfolie 9 ergreift und diese pro Hauptarbeitstakt in der Transportrichtung
R weitertransportiert, insbesondere beidseitig angeordnete Transportketten bzw. Klammerketten
11.
[0048] In der dargestellten Ausführungsform ist die Formstation 3 als eine Tiefziehstation
ausgebildet, bei der in die Unterfolie 9 durch Tiefziehen, beispielsweise mittels
Druckluft und/oder Vakuum, Mulden M geformt werden. Dabei kann die Formstation 3 derart
ausgebildet sein, dass in der Richtung senkrecht zur Transportrichtung R mehrere Mulden
M nebeneinander gebildet werden. In Transportrichtung R hinter der Formstation 3 ist
eine Einfüllstrecke 10 vorgesehen, in der die in der Unterfolie 9 geformten Mulden
M mit Produkten befüllt werden.
[0049] Die Siegelstation 4 verfügt über eine hermetisch verschließbare Kammer 4a, in der
die Atmosphäre in den Mulden M vor dem Versiegeln mit der von einer Oberfolientransporteinrichtung
12 abgegebenen Oberfolie 30 z.B. evakuiert und/oder durch Gasspülen mit einem Austauschgas
oder mit einem Gasgemisch ersetzt werden kann.
[0050] Die Querschneideeinrichtung 5 kann als Stanze ausgebildet sein, die die Unterfolie
9 und die Oberfolie 30 in einer Richtung quer zur Transportrichtung R zwischen benachbarten
Mulden M durchtrennt. Dabei arbeitet die Querschneideeinrichtung 5 derart, dass die
Unterfolie 9 nicht über die gesamte Breite aufgetrennt wird, sondern zumindest in
einem Randbereich nicht durchtrennt wird. Dies ermöglicht einen kontrollierten Weitertransport
durch die Transportkette 11.
[0051] Die Längsschneideeinrichtung 6 kann als eine Messeranordnung ausgebildet sein, mit
der die Unterfolie 9 und die Oberfolie 30 zwischen benachbarten Mulden M und am seitlichen
Rand der Unterfolie 9 in der Transportrichtung R durchtrennt werden, sodass hinter
der Längsschneideeinrichtung 6 vereinzelte Verpackungen V vorliegen.
[0052] Die Tiefziehverpackungsmaschine 2 verfügt ferner über eine Steuereinrichtung 13.
Sie hat die Aufgabe, die in der Tiefziehverpackungsmaschine 2 ablaufenden Prozesse
zu steuern und zu überwachen. Eine Anzeigevorrichtung 14 mit Bedienelementen 15 dient
zum Visualisieren bzw. Beeinflussen der Prozessabläufe in der Tiefziehverpackungsmaschine
2 für bzw. durch einen Bediener.
[0053] Figur 2 zeigt eine Schalenverschließmaschine 16. Diese wird in Fachkreisen auch Traysealer
genannt. An der Schalenverschließmaschine 16 werden Verpackungsschalen S auf einem
Zuführband 17 bereitgestellt. Die Schalenverschließmaschine 16 weist eine Greifereinrichtung
18 auf, mittels welcher die auf dem Zuführband 17 bereitgestellten Verpackungsschalen
S abgeholt und für einen Schalenverschließvorgang an ein Siegelwerkzeugunterteil 19
der Siegelstation 20 übergeben werden. Beim Schalenverschließvorgang wird das Siegelwerkzeugunterteil
19 gegen ein darüber positioniertes Siegelwerkzeugoberteil 21 angehoben, um die Verpackungsschalen
S mit einer durch die Siegelstation 20 geführten Oberfolie 22 zu versiegeln. Über
das Siegelwerkzeugoberteil 21 und/oder das Siegelwerkzeugunterteil 19 kann vor dem
Schalenverschließvorgang ein Begasungsprozess durchgeführt werden, um innerhalb der
in der Siegelstation 20 positionierten Verpackungsschalen S eine gewünschte Atmosphäre
herzustellen. Nach dem Schalenverschließvorgang wird die Siegelstation 20 geöffnet,
indem das Siegelwerkzeugunterteil 19 abgesenkt wird. Jetzt können die mit einer gewünschten
Atmosphäre versiegelten Verpackungen mittels der Greifereinrichtung 18 abgeholt und
an ein Abführband 23 übergeben werden.
[0054] Die Schalenverschließmaschine 16 aus Figur 2 verfügt über eine Steuereinrichtung
24. Sie hat die Aufgabe, die in der Schalenverschließmaschine 16 ablaufenden Prozesse
zu steuern und zu überwachen.
[0055] An den in Figur 1 und in Figur 2 gezeigten Verpackungsmaschinen 1, sprich an der
Tiefziehverpackungsmaschine 2 und an der Schalenverschließmaschine 16, ist es vorteilhaft
die jeweiligen Folien mit einer bestimmten gleichbleibenden, pro Maschinenarbeitstakt
reproduzierbaren Folienspannung den jeweiligen Arbeitsstationen zuzuführen.
[0056] In der Tiefziehverpackungsmaschine 1 wird dafür als Folientransporteinrichtung 25a
eingangs der Tiefziehverpackungsmaschine 1 eine Unterfolientransporteinrichtung 26
eingesetzt. Die Unterfolientransporteinrichtung 26 weist eine Antriebseinheit 27 auf.
Die Steuereinrichtung 13 ist zum Steuern eines Betriebs der Antriebseinheit 27 konfiguriert.
Anhand der Antriebseinheit 27 sowie anhand einer Ansteuerung einer weiteren, nicht
gezeigten Antriebseinheit der Transportketten 11 kann die Unterfolie 9 mit einer gewünschten
Folienspannung der Formstation 3 für den darin stattfindenden Formprozess zugeführt
werden.
[0057] Des Weiteren zeigt Figur 1 als Folientransporteinrichtung 25b die Oberfolientransporteinrichtung
12, die eine Antriebseinheit 28 aufweist, um die Oberfolie 30 mit einer gewünschten
Folienspannung der Siegelstation 4 zuzuführen. Die Oberfolientransporteinrichtung
12 kann mittels der Steuereinrichtung 13 derart angesteuert werden, dass die Oberfolie
30 mit der gewünschten Folienspannung der Siegelstation 4 zugeführt wird. Die Antriebseinheit
28 der Oberfolientransporteinrichtung 12 kann dabei mit den Transportketten 11 aufeinander
abgestimmt angesteuert werden, um die gewünschte Folienspannung in der Oberfolie 30
zu erreichen.
[0058] In Figur 2 liegt als Folientransporteinrichtung 25c eine weitere Oberfolientransporteinrichtung
29 vor, die dazu konfiguriert ist, die Oberfolie 22 der Siegelstation 20 mit einer
gewünschten Folienspannung zuzuführen. Die in Figur 2 gezeigte Oberfolientransporteinrichtung
29 verfügt über eine Antriebseinheit 31, die mittels der Steuereinrichtung 24 ansteuerbar
ist. Ferner weist die Schalenverschließmaschine 16 einen Restfolienwickler 42 auf,
der die nach dem Siegelprozess übrig gebliebene Oberfolie 22 aufwickelt. Die Antriebseinheit
31 und eine Antriebseinheit 32 des Restfolienwicklers 42 können mittels der Steuereinrichtung
24 für einen kontrollierten Folientransport mit einer gewünschten Folienspannung angesteuert
werden.
[0059] Figur 3 zeigt ein Drehzahldiagramm, das mittels einer der in den Figuren 1 und 2
gezeigten oder nicht gezeigten Antriebseinheiten 27, 28, 31, 32 durchgeführt wird.
Das Drehzahldiagramm aus Figur 3 zeigt ein Einfahrintervall 33. Während des Einfahrintervalls
33 wird die Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 in beide Richtungen bewegt, um einen Hafteffekt
zu beseitigen. Anschließend findet ein Messlauf 34 statt. Während des Messlaufs 34
wird die Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 stufenweise über ihren gesamten Drehzahlbereich
beschleunigt. Anhand des derart durchgeführten Messlaufs 34 kann die Eigenreibung
der Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 für die jeweiligen Drehzahlstufen ermittelt werden.
Der Messlauf 34 stellt somit einen Reibermittlungslauf für die jeweiligen Antriebseinheiten
27, 28, 31, 32 dar.
[0060] Figur 3 zeigt, dass während des Messlaufs 34 allmählich größer werdende Drehzahlschritte
durchgeführt werden. Entlang der dadurch entstehenden konstanten Geschwindigkeitsplateaus
40 lässt sich das dafür resultierende Reibmoment der Antriebseinheiten 27, 28, 31,
32 erfassen. Dabei verhält sich das jeweilige Reibmoment direkt proportional zu einer
für die jeweiligen Geschwindigkeitsplateaus 40 eingesetzten Stromversorgung, deren
Verlauf in Figur 3 unterhalb der Drehzahlkurve gezeigt ist.
[0061] Vor allem zeigt Figur 3, dass unmittelbar zu Beginn des Messlaufs 34 beim Schalten
in das erste Geschwindigkeitsplateau 40 an der Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 ein
Übergang 35 zwischen einer Haftreibung und einer Gleitreibung messbar ist. Dieser
Übergang 35 wird in Figur 3 durch den Anstieg der Stromstärke zwischen dem Einfahrintervall
33 und dem Messlauf 34 gezeigt.
[0062] Ferner zeigt Figur 3 im darin dargestellten Stromverlauf, dass eine Erhöhung der
Drehzahl eingangs der Geschwindigkeitsplateaus 40 zu Leistungsspitzen 41 in der Stromversorgung
führen. Die an den jeweiligen Geschwindigkeitsplateaus 40 daran zu Beginn durch die
gesteuerte Drehzahlzunahme hervorgerufenen Leistungsspitzen 41 flachen dann jedoch
mit gleichbleibender Drehzahl ab. Anhand der sich während des Messlaufs 34 für die
Geschwindigkeitsplateaus 40 einstellenden, im Wesentlichen geglätteten Leistungsversorgungswerte
kann eine Reibmoment-Kennlinie 38 (siehe Figur 4) mittels der Steuereinrichtung 13,
24 bestimmt werden.
[0063] Figur 4 zeigt eine Reibmoment-Temperatur-Kennlinie 36, welche beispielshaft für eine
der Antriebseinheiten 27, 28, 31, 32 oder für eine der vorangehend genannten, aber
nicht gezeigten Antriebseinheiten der Steuereinrichtung 13, 24 vorhaltbar ist.
[0064] Anhand der in Figur 4 gezeigten Reibmoment-Temperatur-Kennlinie 36 kann ein Temperaturkompensationsfaktor
37 für die entsprechende Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 bestimmt werden. Der Temperaturkompensationsfaktor
37 bildet einen Quotienten aus einem Drehmoment, das für eine aktuell gemessene Betriebstemperatur
der Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 mittels der Reibmoment-Temperatur-Kennlinie 36
widergegeben ist und aus einem Reibmoment, welches in der Reibmoment-Temperatur-Kennlinie
36 bei der Temperatur vorliegt, bei welcher der Messlauf 34 aus Figur 3 durchgeführt
wurde.
[0065] Anhand des Temperaturkompensationsfaktor 37 ist es möglich, die aus Figur 3 für eine
gewünschte Folienspannung benötigte Drehzahl, sprich die dafür anhand der Reibmoment-Kennlinie
38 angenommene Stromzufuhr, hinsichtlich der aktuellen Betriebstemperatur der Antriebseinheit
27, 28, 31, 32 anzupassen, sodass sich während des Produktionslaufs auch bei sich
ändernden Betriebstemperaturen der Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 eine konstante Folienspannung
erreichen lässt.
[0066] In Figur 4 ist exemplarisch das Reibmoment aus der Reibmoment-Temperatur-Kennlinie
36 für eine Betriebstemperatur von 15° ermittelt, welches gemäß Figur 4 ungefähr 9
Nm beträgt. Ferner wird angenommen, dass der Messlauf 34 aus Figur 3 bei einer Messlauftemperatur
von 5°C durchgeführt wurde. Die Reibmoment-Temperatur-Kennlinie 36 aus Figur 4 gibt
für 5°C ein Reibmoment in Höhe von 9 Nm an, sodass der Quotient aus den jeweiligen
Reibmomenten 2/3 beträgt.
[0067] Ferner zeigt Figur 4 die lediglich schematisch dargestellte Reibmoment-Kennlinie
38, die anhand des Messlaufs 34, d.h. in Abhängigkeit der in Figur 3 gezeigten dafür
benötigten Stromversorgung der Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 erfolgt. Aus der Reibmoment-Kennlinie
38 kann für die Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 mittels der Steuereinrichtung 13, 24
unter Verwendung des Temperaturkompensationsfaktors 37 eine für die Betriebstemperatur
15, die während des Produktionslaufs gemessen wird, kompensierte Stromzufuhr 38' ermittelt
werden, anhand welcher die Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 betrieben werden kann, um
bei einer Betriebstemperatur von 15° die Folienspannung konstant zu halten. Hierbei
wird die angenommene Stromzufuhr, welche für die Drehzahl zum Erreichen der Folienspannung
aus dem Messlauf 34 resultiert, um den Temperaturkompensationsfaktor 37 korrigiert.
[0068] Die Figuren 3 und 4 zeigen, dass eine anhand des Messlaufs 34 herleitbare Stromversorgung
zum Erreichen einer bestimmten, gewünschten Folienspannung hinsichtlich einer sich
während des Produktionslaufs ändernden Betriebstemperatur der Antriebseinheit 27,
28, 31, 32, hervorgerufen durch den laufenden Betrieb der Antriebseinheit 27, 28,
31, 32 mittels des berechenbaren Temperaturkompensationsfaktors 37 angepasst werden
kann, um die tatsächlich für die erfasste Betriebstemperatur benötigte Stromzufuhr
der Antriebseinheit 27, 28, 31, 32 zu berechnen, welche zum Erreichen einer konstanten
und reproduzierbaren Folienspannung nötig ist.
1. Verpackungsmaschine (1), umfassend eine Folientransporteinrichtung (25a, 25b, 25c)
und eine Steuereinrichtung (13, 24) zum Steuern eines Betriebs mindestens einer Antriebseinheit
(27, 28, 31, 32) der Folientransporteinrichtung (25a, 25b, 25c), dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (13, 24) dazu ausgebildet ist, die Antriebseinheit (27, 28,
31, 32) bei einem Produktionslauf der Verpackungsmaschine (1) auf Basis einer anhand
eines mittels der Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) durchgeführten, drehangetriebenen
Messlaufs erfassten, drehzahl- und/oder temperaturabhängigen Reibmoment-Kennlinie
(38) anzusteuern.
2. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) einen Servoantrieb aufweist.
3. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) zum Erfassen der Reibmoment-Kennlinie (38) über
einen gesamten Drehzahlbereich der Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) ansteuerbar und/oder
dass die Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) auf schrittweise, kontinuierlich ansteigenden
Drehzahlniveaus (40) zum Erfassen der Reibmoment-Kennlinie (38) ansteuerbar ist.
4. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (13, 24) zum Bestimmen einer Messlauftemperatur (TM) der während des Messlaufs (34) drehangetriebenen Antriebseinheit (27, 28, 31, 32)
ausgebildet ist.
5. Verpackungsmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (13, 24) dazu konfiguriert ist, auf Basis einer der Steuereinrichtung
(13, 24) für die Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) vorgehaltenen Reibmoment-Temperatur-Kennlinie
(36) einen daraus hinsichtlich einer aktuell erfassten Betriebstemperatur (TP) der Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) und hinsichtlich der während des Messlaufs
(34) erfassten Messlauftemperatur (TM) abgeleiteten Temperaturkompensationsfaktor (37) für die Ansteuerung der Antriebseinheit
(27, 28, 31, 32) zu bestimmen.
6. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungsmaschine (1) eine Tiefziehverpackungsmaschine (2) oder eine Schalenverschließmaschine
(16) ist.
7. Verpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folientransporteinrichtung (25a, 25b, 25c) eine weitere Antriebseinheit aufweist,
wobei die Steuereinrichtung (13, 24) dazu ausgebildet ist, die weitere Antriebseinheit
bei einem Produktionslauf der Verpackungsmaschine (1) auf Basis einer anhand eines
mittels der weiteren Antriebseinheit durchgeführten, drehangetriebenen Messlaufs (34)
erfassten, drehzahl- und/oder temperaturabhängigen Reibmoment-Kennlinie (38) anzusteuern.
8. Verfahren zum Steuern mindestens einer Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) einer Folientransporteinrichtung
(25a, 25b, 25c), die an einer Verpackungsmaschine (1) während eines daran stattfindenden
Produktionslaufs eine Folie (9, 22, 30) mit einer vorbestimmten Folienspannung einer
Arbeitsstation der Verpackungsmaschine (1) zuführt, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) beim Produktionslauf der Verpackungsmaschine
(1) auf Basis einer anhand eines mittels der Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) durchgeführten,
drehangetriebenen Messlaufs (34) erfassten, drehzahl- und/oder temperaturabhängigen
Reibmoment-Kennlinie (38) gesteuert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (13, 24) auf Basis einer ihr für die Antriebseinheit (27, 28,
31, 32) vorgehaltenen Reibmoment-Temperatur-Kennlinie (36) einen Temperaturkompensationsfaktor
(37) hinsichtlich einer während des Produktionslaufs aktuell erfassten Betriebstemperatur
(TP) der Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) und hinsichtlich einer während des Messlaufs
(34) erfassten Messlauftemperatur (TM) für die Ansteuerung der Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) bestimmt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (13, 24) während des Produktionslaufs aus der erfassten Reibmoment-Kennlinie
(38) eine Stromversorgung (I) der Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) zum Erreichen einer
gewünschten Folienspannung ableitet und die Stromversorgung (I) mittels des hinsichtlich
der aktuellen Betriebstemperatur (TP) bestimmten Temperaturkompensationsfaktors (37) dynamisch anpasst.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) während eines vorbestimmten Einfahrintervalls
(33) vor dem Messlauf (34) in beiden Richtungen gedreht wird.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (27, 28, 31, 32) während einer nach dem Einfahrintervall (33)
durchgeführten Messstrecke des Messlaufs (34) schrittweise, mit einer kontinuierlich
ansteigenden Drehzahl zum Ermitteln der Reibmoment-Kennlinie (38) beschleunigt wird.