[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Lastteil für ein autonom geführtes Flurförderzeug
mit einer Längsrichtung und einer Breitenrichtung, umfassend ein Paar von sich im
Wesentlichen horizontal erstreckenden und in der Breitenrichtung nebeneinander angeordneten
Gabelzinken oder eine sich im Wesentlichen horizontal erstreckende und zwei Erstreckungsabschnitte
sowie einen Verbindungsabschnitt aufweisende Monogabel und einen mit dem Gabelzinken
bzw. den beiden Erstreckungsabschnitten verbundenen und sich im Wesentlichen in vertikaler
Richtung oberhalb der Gabelzinken bzw. der Monogabel erstreckenden Lastanschlag.
[0002] Lastschlitten mit Gabelzinken bzw. Monogabel und vertikalem Lastanschlag sind aus
diversen Bautypen von Flurförderzeugen bekannt. Hierbei ist im Fall von Ausführungsformen
mit Gabelzinken die Gabelform in der Regel derart gewählt, dass ein innerer und ein
äußerer Steg gleicher Dicke über ein Deckblech miteinander verbunden sind, wobei beide
Stege im Gabelwurzelbereich eine Anbindung an eine tragende Rahmenstruktur aufweisen,
beispielsweise eine direkte Anbindung an eine Lastanschlagsplatte oder eine Anbindung
der äußeren Gabelstege an Rollenstege. Die Dimensionen der beiden Stege können je
nach Bauform des damit auszurüstenden Flurförderzeugs erlauben, die Gabelzinken über
Lastarme des Flurförderzeugs abzusenken, die ihrerseits Lasträder tragen, so dass
in abgesenktem Zustand des Lastteils die Lastarme zwischen den Stegen der Gabelzinken
einliegen, um die Höhe der Gabelzinken über dem Fahruntergrund in diesem Zustand zu
verringern.
[0003] In ähnlicher Weise sind Lastschlitten bekannt, in welchen der äußere Gabelsteg dicker
oder stärker als der innere ausgebildet ist und beide Stege entweder an der Lastanschlagsplatte
oder mit Rollenstegen verbunden sind, welche zur Anbindung bzw. Führung des Lastteils
in einer vertikal verlagerbaren Weise an dem Fahrzeugkörper des entsprechenden Flurförderzeugs
beitragen.
[0004] Ausführungsformen mit Monogabeln kommen in der Regel dann zum Einsatz, wenn anstelle
von Paletten Objekte wie Gitterrollwagen oder Rollcontainer zu transportieren sind,
also beispielsweise in Supermärkten oder ähnlichen Einrichtungen.
[0005] Bei autonom geführten Flurförderzeugen (häufig auch bezeichnet als AGV - automated
guided vehicles) haben derart ausgebildete Lastteile jedoch den Nachteil, dass in
dem entsprechenden vertikalen Abschnitt des Flurförderzeugs vor dem jeweiligen Lastteil
platzierte Scanner-Einheiten im abgesenkten Zustand des Lastteils einen Scan-Bereich
lediglich an dem Lastanschlag und den Gabelzinken bzw. der Monogabel vorbei überwachen
können, nicht jedoch über diese hinweg. Um in Flurförderzeugen, welche mit den eben
beschriebenen, aus dem Stand der Technik bekannten Lastteilen ausgerüstet sind, lastseitige
Bereiche erfassen zu können, muss das Lastteil demzufolge angehoben werden, so dass
die entsprechende Scan-Ebene der Scanner-Einheiten unterhalb der Gabelzinken bzw.
der Monogabel verläuft.
[0006] Dies hat jedoch zwei wesentliche Nachteile. Zum einen ist jeweils ein zeitaufwändiges
Heben und Senken des Lastteils bei Einfahrten und Ausfahrten in bzw. aus zu transportierenden
Paletten oder anderen Objekten vonnöten, was zu einer Verschlechterung der Leistungsfähigkeit
und Betriebseffizienz des entsprechenden Flurförderzeugs führt. Andererseits besteht
jedoch auch eine erhöhte Unfalls- und Verletzungsgefahr durch derart ausgerüstete
Flurförderzeuge, da solche autonom geführten Fahrzeuge häufig in Logistikanlagen mit
gemischtem Betrieb eingesetzt werden und dementsprechend die Wege von anderen autonom
fahrenden Fahrzeugen und im Lager tätigen Mitarbeitern kreuzen.
[0007] Bleibt somit in einem derartigen Logistikumfeld ein autonom geführtes Flurförderzeug
abrupt stehen und fährt gleichzeitig beispielsweise ein manuell bedientes Gerät mit
Fahrerstandplattform hinter diesem her, so ist es in der Vergangenheit bereits in
etlichen Fällen zu Auffahrunfällen und massiven Verletzungen der Bediener im Bereich
ihrer Schienbeine oder Knie aufgrund der angehobenen Gabel gekommen, während bei weiter
abgesenkten Gabeln diese Gefahr deutlich reduziert wäre.
[0008] Es ist demzufolge die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gattungsgemäßes Lastteil
für ein autonom geführtes Flurförderzeug derart weiterzubilden, dass es die Nachteile
des oben beschriebenen Stands der Technik ausräumt und insbesondere auch für Logistikeinrichtungen
mit Blocklagerung einsetzbar ist, in welchen Paletten oder andere Objekte mit minimalen
Abständen auf dem Fahruntergrund der Einrichtung abgestellt werden und sich Flurförderzeuge
zwischen diesen bewegen.
[0009] In derartigen Szenarien sollte ein entsprechendes Fahrzeug beispielsweise die Breite
einer Euro-Palette von ca. 800mm nicht überschreiten und eine besonders schmale Bauform
des resultierenden Flurförderzeugs ist gewünscht. Eine wesentliche Maßnahme zum Erreichen
dieser kompakten Bauform besteht darin, sämtliche Scanner-Einheiten, welche sich relativ
bodennah am Fahrzeug befinden, sofern möglich innerhalb der Kontur oder des Umrisses
des Fahrzeug in einer Draufsicht anzuordnen, um an dieser Stelle keine Überstände
oder eine Verbreiterung hervorzurufen.
[0010] Da gemäß neuer Entwicklungen auf dem Sektor von autonom geführten Flurförderzeugen
die bisher bereits in Verwendung stehenden Personenschutz-Scanner ebenfalls als Navigations-Scanner
verwendet werden sollen, hat es sich in diesem Kontext als praktikabel erwiesen, die
im Wesentlichen horizontal verlaufende Scan-Ebene auf eine Höhe von ca. 100 mm über
dem Fahruntergrund festzulegen, damit das derart ausgerüstete autonom geführte Flurförderzeug
auch unbeladene Paletten problemlos erkennen kann.
[0011] Um nun auf dieser Höhe über dem Fahruntergrund eine möglichst große Winkelabdeckung
der Scan-Ebene um das derart auszurüstende Flurförderzeug herum mit innerhalb des
Fahrzeugumrisses angeordneten Scanner-Einheiten erzielen zu können, wird erfindungsgemäß
vorgeschlagen, dass der Lastanschlag des vorliegenden Lastteils an wenigstens einer
seiner Außenseiten in der Breitenrichtung benachbart zu dem entsprechenden Gabelzinken
bzw. Erstreckungsabschnitt einen Ausschnitt aufweist. Durch diesen wenigstens einen
Ausschnitt wird es in Breitenrichtung des entsprechenden Flurförderzeugs innerhalb
der Fahrzeugkontur angeordneten Scanner-Einheiten möglich, ihr bisher von typischen
Lastteilen eingeschränktes Sichtfeld derart zu erweitern, dass die Gabelzinken bzw.
die Monogabel selbst zumindest teilweise von dem Scan-Bereich überstrichen werden
können.
[0012] Da derartige Typen von autonom geführten Flurförderzeugen üblicherweise ein Paar
von sich in Breitenrichtung symmetrisch gegenüberliegenden Scanner-Einheiten aufweisen,
bietet es sich ebenfalls an, dass der Lastanschlag des erfindungsgemäßen Lastteils
an seinen beiden Außenseiten symmetrisch ausgebildete Ausschnitte aufweisen kann.
[0013] Weiterhin können in dem erfindungsgemäßen Lastteil in Ausführungsformen mit zwei
nebeneinander angeordneten Gabelzinken diese sich in der Längsrichtung erstreckenden
Gabelzinken jeweils bezogen auf die Breitenrichtung einen inneren und einen äußeren
Steg sowie ein die beiden Stege verbindendes Deckblech umfassen, wobei der jeweils
innere Steg mit einem größeren Querschnitt ausgebildet ist als der jeweilige äußere
Steg. Auf diese Weise kann der innere Steg im Wesentlichen die gesamte tragende Funktion
der Gabelzinken übernehmen, da durch das Vorsehen des wenigstens einen Ausschnitts
in dem Lastanschlag im Bereich des äußeren Stegs keine geeignete Kraftaufnahme durch
eine Verbindung dieses Stegs mit dem Lastanschlag mehr sichergestellt werden könnte.
[0014] Insbesondere können in dem erfindungsgemäßen Lastteil die Gabelzinken jeweils einen
bezogen auf die Breitenrichtung innen angeordneten Steg und ein "L"-förmiges Deckblech
umfassen. Hierbei kann der äußere Steg in das L-förmige Deckblech integriert sein
oder es kann ganz auf ihn verzichtet werden, da er keine Anbindung an den Lastanschlag
aufweisen muss, sondern lediglich mit dem Deckblech verbunden sein kann, und demzufolge
sein tragender Anteil in dieser Ausführungsform sehr gering ist.
[0015] Prinzipiell wäre selbst das Vorsehen eines Deckblechs zumindest aus Festigkeitssicht
nicht dringend erforderlich, es bietet jedoch aufgrund seiner Ausdehnung in Breitenrichtung
den Vorteil, dass das Kammermaß von zu transportierenden Paletten besser ausgefüllt
werden kann und somit die entsprechenden Paletten seitlich weniger verrutschen können.
Selbst wenn die Gabelzinken demzufolge auch lediglich aus den zwingend notwendigen
inneren Stegen bestehen könnten, würde dies unter Umständen zu einem Kippeln der Paletten
führen, so dass das Vorsehen des Deckblechs in jedem Fall bevorzugt ist.
[0016] Insbesondere kann, wie bereits angesprochen, die Verbindung zwischen dem Lastanschlag
und den beiden Gabelzinken lediglich im Bereich des jeweiligen inneren Stegs vorliegen,
so dass in derartigen Ausführungsformen der äußere Steg nur mehr zur inneren Versteifung
des entsprechenden Gabelzinkens beitragen kann.
[0017] In Ausführungsformen mit einer Monogabel können die Erstreckungsabschnitte davon
jeweils wenigstens abschnittsweise als mit dem Lastanschlag verbundener Steg ausgebildet
sein, wobei die beiden Stege mittels eines Deckblechs verbunden sind, welches den
Verbindungsabschnitt bildet. Hierbei kann das Deckblech unterschiedliche Formen aufweisen,
beispielsweise kann es sich zunächst einmal um eine bestimmte Weglänge weiterhin in
der Richtung der Erstreckungsabschnitte erstrecken und dann den senkrecht hierzu verlaufenden
Verbindungsabschnitt bilden. Hierbei können auch noch Übergangsbereiche vorgesehen
sein, in welchen das Deckblech unter einem jeweiligen Winkel zu dem entsprechenden
Erstreckungsabschnitt verläuft.
[0018] Da die vertikale Scanfeldbreite von zu diesem Zweck üblicherweise eingesetzten Typen
von Scanner-Einheiten bei etwa +/- 25mm um eine zentrale Ebene herum liegt, kann die
vertikale Ausdehnung des wenigstens einen Ausschnitts dementsprechend ebenfalls etwa
50mm betragen, so dass die gesamte Breite des Scanfelds hierdurch freigestellt sein
kann.
[0019] Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein autonom geführtes Flurförderzeug,
umfassend einen Fahrzeugkörper mit wenigstens einem gelenkten Antriebsrad, und ein
vertikal verlagerbar angeordnetes Lastteil der oben beschriebenen erfindungsgemäßen
Art.
[0020] Hierbei kann das Flurförderzeug ferner ein Paar von sich von dem Fahrzeugkörper in
Längsrichtung erstreckenden Radarmen umfassen, welche jeweils wenigstens ein Lastrad
tragen, wobei das Lastteil oberhalb der Lastarme angeordnet ist.
[0021] In der bereits angedeuteten Weise kann ein solches erfindungsgemäßes Flurförderzeug
an wenigstens einer Seite und vorzugsweise in symmetrischer Anordnung an beiden Seiten
in Breitenrichtung eine Scanner-Einheit mit einer im Wesentlichen horizontal ausgerichteten
Scan-Ebene umfassen, wobei in einem vollständig abgesenkten Zustand des Lastteils
der wenigstens eine Ausschnitt davon auf vertikaler Höhe der Scan-Ebene liegt. Somit
ist gleichzeitig ebenfalls dafür gesorgt, dass in diesem vollständig abgesenkten Zustand
die Lastgabeln des Lastteils unterhalb der Scan-Ebene liegen und somit ein vergrößerter
Überwachungsbereich der Scanner-Einheit erzielt wird, indem die Gabelzinken von den
Scanner-Einheiten "überscannt" werden können.
[0022] Beispielsweise kann in einer Ausführungsform, in welcher die Scan-Ebene in einer
vertikalen Höhe von etwa 100mm über einem Fahruntergrund liegt, eine Gabelhöhe in
vollständig abgesenktem Zustand etwa 75mm betragen. Durch diese horizontale Anordnung
der Ausschnitte des Lastteils sowie der Gabelzinken kann die oben bereits angedeutete
Erfassung von Paletten in abgesenktem Zustand des Lastteils in der gewünschten Weise
erfolgen.
[0023] Ferner kann das erfindungsgemäße Flurförderzeug eine Steuereinheit umfassen, welche
dazu eingerichtet ist, eine vertikale Verlagerung des Lastteils derart zu steuern,
dass in einem Bewegungszustand des Flurförderzeugs mit angehobenem Lastteil dieses
stets um wenigstens eine vorbestimmte Höhendifferenz oberhalb der Scan-Ebene befindlich
ist. Somit wird auch in einem fahrbereiten und beladenen Zustand des Flurförderzeugs,
in welchem dieses beispielsweise eine Palette auf dem angehobenen Lastteil trägt,
sichergestellt, dass in diesem Fall die ScanEbene unterhalb der Gabelzinken sowie
der Palette liegt und die Erfassung der Umgebung des Flurförderzeugs ebenfalls in
gewünschter und problemloser Weise unterhalb des Lastteils und der davon getragenen
Last stattfinden kann.
[0024] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung einer Ausführungsform davon noch deutlicher, wenn diese gemeinsam mit
den beiliegenden Figuren betrachtet wird. Diese zeigen im Einzelnen:
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Lastteil für ein autonom geführtes Flurförderzeug in
einer isometrischen Ansicht;
Fig. 2 das Lastteil aus Fig. 1 in einer Vorderansicht,
Fig. 3 eine vereinfachte Ansicht eines mit einem derartigen Lastteil ausgerüsteten
Flurförderzeugs in einer isometrischen Ansicht, und
Fig. 4 eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Lastteils in einer
isometrischen Ansicht von schräg unten.
[0025] In Fig. 1 ist ein erfindungsgemäßes Lastteil für ein autonom geführtes Flurförderzeug
zunächst in einer isometrischen Ansicht dargestellt und ganz allgemein mit dem Bezugszeichen
10 bezeichnet. Das Lastteil 10 umfasst hierbei ein Paar von sich in einer Längsrichtung
L im Wesentlichen horizontal erstreckenden und in einer Breitenrichtung B nebeneinander
angeordneten Gabelzinken 12a und 12b sowie einen mit dem Paar von Gabelzinken 12a
und 12b verbundenen und sich im Wesentlichen in vertikaler Richtung oberhalb der Gabelzinken
12, 12b erstreckenden Lastanschlag 14.
[0026] Hierbei ist der Lastanschlag 14 an seinen beiden Seiten in Breitenrichtung B mit
jeweiligen Profilen 14a und 14b versehen, welche eine Kopplung an einen erst in Fig.
3 dargestellten Fahrzeugkörper 102 eines mit dem Lastteil 10 auszustattenden Flurförderzeugs
100 nach der Art von Rollenstegen ermöglicht.
[0027] Wie sich insbesondere der Hinteransicht aus Fig. 2 entnehmen lässt, sind die beiden
Gabelzinken 12a und 12b jeweils mit einem inneren Steg 16 ausgebildet, welcher im
Bereich der Gabelwurzel der jeweiligen Gabel 12a, 12b mit dem Lastanschlag 14 verbunden
ist. Weiterhin erstreckt sich von dem jeweiligen inneren Steg 16 zunächst in Breitenrichtung
B nach außen und anschließend vertikal nach unten ein "L"-förmiges Deckblech 18, wobei
der sich vertikal erstreckende Teil davon einen äußeren Steg 20 bildet. Auf diese
Weise wird durch die Ankopplung des inneren Stegs 16 mit größerem Querschnitt an den
Lastanschlag 14 eine ausreichende Steifigkeit der Verbindung zwischen den Gabelzinken
12a, 12b und dem Lastanschlag 14 erzielt, während das Deckblech 18 für ein rutschfreies
und kippelfreies Tragen von Paletten dient und der äußere Steg 20 lediglich eine innere
Versteifung des jeweiligen Gabelzinkens 12a, 12b bewirkt. Ferner ist durch diese Ausgestaltung
der beiden Gabelzinken 12a und 12b die Möglichkeit geschaffen, die Gabelzinken über
Lastarme eines entsprechenden Flurförderzeugs abzusenken, so dass in abgesenktem Zustand
des Lastteils die Lastarme zwischen den Stegen der Gabelzinken einliegen, um die Höhe
der Gabelzinken über dem Fahruntergrund in diesem Zustand zu verringern.
[0028] Wie sowohl in der Fig. 1 als auch in der Fig. 2 zu erkennen ist, weist der Lastanschlag
14 an seinen beiden Außenseiten in Breitenrichtung B jeweils benachbart zu dem entsprechenden
Gabelzinken 12a bzw. 12b zwei Ausschnitte 22a und 22b auf, deren Funktion weiter unten
anhand von Fig. 3 noch näher erläutert werden wird. Die beiden Ausschnitte 22a und
22b können in einer Ausführungsform beispielsweise eine vertikale Erstreckung von
50 mm und eine Erstreckung in Breitenrichtung B vom 50 bis 150 mm aufweisen.
[0029] In Fig. 3 ist zuletzt in vereinfachter Weise ein erfindungsgemäßes autonom geführtes
Flurförderzeug 100 gezeigt, welches das Lastteil 10 aus den Fig. 1 und 2 in einer
mittels Rollenstegen 104 vertikal verlagerbaren angeordneten Weise umfasst, welche
wiederum dem Fahrzeugkörper 102 des Flurförderzeugs 100 zugeordnet sind. In dem in
Fig. 3 gezeigten Zustand ist das Lastteil 10 vollständig vertikal abgesenkt und liegt
unmittelbar auf einem Paar von sich von dem Fahrzeugkörper 102 erstreckenden Radarmen
106 auf, welche in der Darstellung aus Fig. 3 größtenteils verdeckt sind. Die von
den Radarmen 106 getragenen Lasträder sind ebenso wie das wenigstens eine gelenkte
Antriebsrad und ggf. vorzusehende Stützräder in der vereinfachten Darstellung aus
Fig. 3 aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen.
[0030] An seinen Außenseiten in Breitenrichtung B umfasst das Flurförderzeug 100 zueinander
symmetrisch gegenüberliegende Scanner-Einheiten 108, von welchen in Fig. 3 ebenfalls
lediglich eine zu erkennen ist, während die andere verdeckt ist. Gemeinsam bilden
die jeweiligen Scan-Bereiche S1 und S2 der beiden Scanner-Einheiten 108 eine im Wesentlichen
horizontal ausgerichtete Scan-Ebene E aus.
[0031] In der in Fig. 3 gezeigten erfindungsgemäßen Ausführungsform eines autonom geführten
Flurförderzeugs liegt die Scan-Ebene E in dem vollständig abgesenkten Zustand des
Lastteils 10 oberhalb der beiden Gabeln 12a und 12b und im Bereich der Ausschnitte
22a und 22b des Lastteils 10. Somit kann, wie in Fig. 3 anhand der Umrisse der Scan-Bereiche
S1 und S2 gut zu erkennen ist, eine wenigstens teilweise Abdeckung des Bereichs oberhalb
der beiden Gabeln 12a und 12b sowie eine beinahe vollständige Rundumsicht außerhalb
der Außenkonturen des Flurförderzeugs 100 durch die Scanner-Einheiten 108 erzielt
werden. Zu diesem Zweck sind die vertikalen Erstreckungen der beiden Ausschnitte 22a
und 22b auf die vertikale Breite der Scan-Ebene E abgestimmt und können beispielsweise
etwa 50mm betragen. Dementsprechend liegen die Oberseiten der Gabeln 12a und 12b in
einer Gabelhöhe von etwa 75mm über dem Fahruntergrund, so dass auch übliche Europaletten
durch die Scanner-Einheiten 108 in der Umgebung des Flurförderzeugs 100 erfasst werden
können.
[0032] Weiterhin kann das Flurförderzeug 100 dazu eingerichtet sein, in einem beladenen
Zustand, insbesondere wenn durch das Lastteil 10 eine Palette ergriffen und angehoben
wird, diese stets soweit anzuheben, dass sich die Scan-Ebene E vollständig unterhalb
des Lastteils und der getragenen Palette erstreckt und somit erneut eine problemlose
Rundumsicht ermöglicht ist, da die beiden Scan-Felder S1 und S2 in derselben Weise
wie im Zustand aus Fig. 3 den Bereich um das Flurförderzeug 100 herum abdecken.
[0033] Ferner kann durch das Absenken der Gabeln 12a und 12b die genannte Gabelhöhe von
etwa 75mm in unbeladenem Zustand ein weiterer Gefahrenherd minimiert werden, da sich
die Gabeln nunmehr in diesem Zustand nicht mehr in einer Höhe erstrecken, in welcher
sich menschliche Mitarbeiter bei einem Zusammenstoß damit im Bereich ihrer Schienbeine
oder Knie verletzen könnten.
[0034] Zuletzt zeigt die Fig. 4 eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Lastteils in einer isometrischen Ansicht von schräg unten, das allgemein mit dem Bezugszeichen
200 bezeichnet ist und das in ähnlicher Weise wie das Lastteil 10 aus den Fig. 1 und
2 in dem Flurförderzeug 100 zum Einsatz kommen könnte. Hierbei sind Komponenten des
Lastteils 200, welche denjenigen aus der Ausführungsform aus den Fig. 1 und 2 entsprechen
oder eine äquivalente Funktion erfüllen, jeweils mit demselben Bezugszeichen, erhöht
um 200, bezeichnet und auf ihre Erklärung wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die
obenstehende Erläuterung der entsprechenden Komponenten in den Fig. 1 und 2 teilweise
verzichtet werden.
[0035] Im Gegensatz zu der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsform mit den beiden
Gabelzinken 12a und 12b umfasst das Lastteil 200 eine Monogabel 212 mit zwei Erstreckungsabschnitten
212a und 212b sowie einem die Erstreckungsabschnitte 212a und 212b an einem vorderen
Ende davon verbindenden Verbindungsabschnitt 212c. Aufgrund dieser Bauweise wird ein
Flurförderzeug mit dem Lastteil 200 in der Regel dann zum Einsatz kommen, wenn Objekte
wie Gitterrollwagen oder Rollcontainer zu transportieren sind, also beispielsweise
in Supermärkten oder ähnlichen Einrichtungen.
[0036] In der in Fig. 4 gezeigten Ausführungsform sind die Erstreckungsabschnitte 212a und
212b der Monogabel 212 jeweils abschnittsweise als mit dem Lastanschlag 214 verbundener
Steg ausgebildet, wobei die beiden Stege mittels eines Deckblechs 218 verbunden sind,
welches wiederum den Verbindungsabschnitt 212c bildet. Hierbei erstreckt sich das
Deckblech 218 jedoch ausgehend von den Erstreckungsabschnitten 212a und 212b zunächst
noch um ein Wegstück in dieselbe Richtung wie diese, bevor sich nach einem jeweiligen
leicht angewinkelten Übergangsbereich letztlich der Verbindungsabschnitt 212c anschließt.
[0037] Auch im Bereich des Lastanschlags 214 ist verglichen mit der Ausführungsform aus
den Fig. 1 und 2 eine leichte Modifikation vorgenommen worden, welche daraus resultiert,
dass sich das Deckblech 218 in Breitenrichtung B nach außen nicht über die Stege hinaus
erstreckt. Stattdessen sind in Breitenrichtung B außerhalb der Stege Verlängerungen
214c vorgesehen, welche die Ausschnitte 222a und 222b begrenzen und sich in vertikaler
Richtung bis zur Unterseite der Stege erstrecken. Somit grenzen in dieser Ausführungsform
die beiden Erstreckungsabschnitte 212a und 212b nicht unmittelbar an die Ausschnitte
222a und 222b an, sind jedoch im Sinne der vorliegenden Erfindung immer noch als benachbart
zu diesen anzusehen.
[0038] Diese Ausschnitte 222a und 222b erfüllen in der Ausführungsform aus Fig. 4 dieselbe
Funktion wie die Ausschnitte 22a und 22b in der Ausführungsform aus den Fig. 1 und
Fig. 2, so dass auch mit dem Lastteil 200 die oben beschriebenen Verbesserungen hinsichtlich
eines zu überdeckenden Scanbereichs in einem damit ausgerüsteten Flurförderzeug erzielt
werden können.
1. Lastteil (10; 200) für ein autonom geführtes Flurförderzeug (100) mit einer Längsrichtung
(L) und einer Breitenrichtung (B), umfassend:
- ein Paar von sich im Wesentlichen horizontal erstreckenden und in der Breitenrichtung
(B) nebeneinander angeordneten Gabelzinken (12a, 12b); oder
- eine sich im Wesentlichen horizontal erstreckende und zwei Erstreckungsabschnitte
(212a, 212b) sowie einen Verbindungsabschnitt (212c) aufweisende Monogabel (212) und
- einen mit dem Paar von Gabelzinken (12a, 12b) bzw. den beiden Erstreckungsabschnitten
(212a, 212b) verbundenen und sich im Wesentlichen in vertikaler Richtung oberhalb
der Gabelzinken (12a, 12b) bzw. der Monogabel (212) erstreckenden Lastanschlag (14;
214),
dadurch gekennzeichnet, dass der Lastanschlag (14; 214) an wenigstens einer seiner Außenseiten in der Breitenrichtung
(B) benachbart zu dem entsprechenden Gabelzinken (12a, 12b) bzw. Erstreckungsabschnitt
(212a, 212b) einen Ausschnitt (22a, 22b; 222a, 222b) aufweist.
2. Lastteil (10; 200) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Lastanschlag (14; 214) an seinen beiden Außenseiten in der Breitenrichtung (B)
symmetrisch ausgebildete Ausschnitte (22a, 22b; 222a, 222b) aufweist.
3. Lastteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gabelzinken (12a, 12b) jeweils bezogen auf die Breitenrichtung (B) einen inneren
(16) und einen äußeren (20) Steg sowie ein die beiden Stege (16, 20) verbindendes
Deckblech (18) umfassen,
wobei der jeweilige innere Steg (16) mit einem größeren Querschnitt ausgebildet ist
als der jeweilige äußere Steg (20).
4. Lastteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gabelzinken (12a, 12b) jeweils einen bezogen auf die Breitenrichtung (B) innen
angeordneten Steg (16) und ein "L"-förmiges Deckblech (18) umfassen.
5. Lastteil (10) nach einem der Ansprüche 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen dem Lastanschlag (14) und den Gabelzinken (12a, 12b) lediglich
im Bereich des jeweiligen inneren Stegs (16) vorliegt.
6. Lastteil (200) nach einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Erstreckungsabschnitte (212a, 212b) der Monogabel (212) jeweils wenigstens abschnittsweise
als mit dem Lastanschlag (214) verbundener Steg ausgebildet sind, wobei die beiden
Stege mittels eines Deckblechs (218) verbunden sind, welches den Verbindungsabschnitt
(212c) bildet.
7. Lastteil (10; 200) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die vertikale Ausdehnung des wenigstens einen Ausschnitts (22a, 22b; 222a, 222b)
etwa 50 mm beträgt.
8. Autonom geführtes Flurförderzeug (100), umfassend:
- einen Fahrzeugkörper (102) mit einer wenigstens einem gelenkten Antriebsrad; und
- ein vertikal verlagerbar angeordnetes Lastteil (10; 200) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
9. Flurförderzeug (100) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass es ferner ein Paar von sich von dem Fahrzeugkörper (102) erstreckenden Radarmen (106)
umfasst, welche jeweils wenigstens ein Lastrad tragen; und
das Lastteil (10; 200) oberhalb der Lastarme (106) angeordnet ist
10. Flurförderzeug (100) nach einem der Ansprüche 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet, dass es an wenigstens einer Seite und vorzugsweise in symmetrischer Anordnung an beiden
Seiten in Breitenrichtung (B) eine Scanner-Einheit (108) mit einer im Wesentlichen
horizontal ausgerichteten Scanebene (E) umfasst,
wobei in einem vollständig abgesenkten Zustand des Lastteils (10; 200) der wenigstens
eine Ausschnitt davon auf vertikaler Höhe der Scanebene (E) liegt.
11. Flurförderzeug (100) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass die Scanebene (E) in einer vertikalen Höhe von etwa 100 mm über einem Fahruntergrund
liegt und eine Gabelhöhe in vollständig abgesenktem Zustand etwa 75 mm beträgt.
12. Flurförderzeug (100) nach einem der Ansprüche 10 und 11,
dadurch gekennzeichnet, dass es ferner eine Steuereinheit umfasst, welche dazu eingerichtet ist, eine die vertikale
Verlagerung des Lastteils (10; 200) derart zu steuern, dass in einem Bewegungszustand
des Flurförderzeugs (100) mit angehobenem Lastteil (10; 200) dieses stets um wenigstens
eine vorbestimmte Höhendifferenz oberhalb der Scanebene (E) befindlich ist.