[0001] Die Erfindung betrifft eine Vakuumpumpe und Verfahren zum Betreiben einer solchen
Vakuumpumpe.
[0002] Die meisten Vakuumpumpen weisen bewegliche Teile auf, die Verschleiß ausgesetzt sein
können. Messröhren, die in Vakuumanlagen verwendet werden, weisen ebenso Teile auf,
die aufgrund einer starken physischen Belastung einem Verschleiß ausgesetzt sein können.
Der Verschleiß solcher Vakuumgeräte hängt von den Betriebsbedingungen und Umgebungsbedingungen
des jeweiligen Vakuumgeräts und von der Alterung der beanspruchten Komponenten des
Vakuumgeräts ab.
[0003] Der Verschleiß von Komponenten eines Vakuumgeräts kann dazu führen, dass bestimmte
Funktionen des Vakuumgeräts nicht oder nicht mehr im erforderlichen Maß ausgeführt
werden. Eine Turbomolekular-Vakuumpumpe kann beispielsweise Wälzlager und/oder Fanglager
für deren Rotor aufweisen, bei denen ein gewisser Verschleiß letztlich zu einem Ausfall
der Vakuumpumpe führen kann. Der Verschleiß kann ferner zu einer Vorschädigung an
bestimmten Komponenten des Vakuumgeräts führen, die durch einen unkontrollierten weiteren
Betrieb des Vakuumgeräts verschlimmert werden und zu einem kompletten Ausfall des
Vakuumgeräts führen kann. Dies kann beispielsweise dann auftreten, wenn eine Vakuumpumpe
trotz einer gewissen Vorschädigung eines Lagers weiterhin bei Nennbedingungen bezüglich
der Temperatur, der Leistung und der Drehzahl betrieben wird. Wenn beispielsweise
eine Vorschädigung des Lagers nicht erkannt wird, verkürzt der Betrieb bei Nennbedingungen
die Zeit bis zum Ausfall der Pumpe.
[0004] Um den Ausfall eines Vakuumgeräts aufgrund von Verschleiß zu vermeiden, sind häufig
Wartungsempfehlungen oder ähnliche Vorgaben vorgesehen, die beispielsweise eine Überprüfung
des Vakuumgeräts nach einer vorgegebenen Betriebszeit oder unter bestimmten anderen
Bedingungen definieren. Ein Ausfall des Vakuumgeräts kann jedoch beispielsweise aufgrund
der Betriebsart einer jeweiligen Vakuumpumpe vor dem Ablauf eines solchen Wartungszeitraums
auftreten, wenn der Verschleiß bestimmter Komponenten des Vakuumgeräts nicht erkannt
wird. Umgekehrt kann jedoch die vorgesehene Betriebszeit bis zu einer Wartung zu konservativ
gewählt sein, sodass unnötigerweise eine zu frühe Wartung durchgeführt wird. Dies
führt zu unnötigen Kosten für den Betrieb des Vakuumgeräts.
[0005] In der
EP 3 832 141 A1 sind eine Vakuumpumpe und ein Verfahren zum Betreiben einer solchen beschrieben.
Die Vakuumpumpe weist einen Rotor auf, bei dem ein spezielles Störereignis detektiert
wird, das den Rotor und ein Fanglager für den Rotor betrifft. Während des Störungsereignisses
wird ein Verschleißinkrement geschätzt, das einer Variablen für den Gesamtverschleiß
des Fanglagers hinzugefügt wird. Anhand dieser Variablen für den Gesamtverschleiß
wird entscheiden, ob eine Maßnahme zur Stabilisierung des Rotors ausgeführt wird.
[0006] Die
US 2019/0383300 A1 beschreibt eine Vakuumpumpe mit einem Wälzlager, dem ein Schmiermittel mit einer
speziellen Pumpe zugeführt wird. Zur Steuerung der Zufuhr des Schmiermittels werden
Vibrationen und die Temperatur der Vakuumpumpe ermittelt.
[0007] In der
EP 3 456 979 A1 ist eine Vakuumpumpe beschrieben, für die eine Verschleißreserve in Prozent bis zu
einer empfohlenen Wartung ermittelt wird. Zu diesem Zweck werden verschiedene Betriebsgrößen
der Vakuumpumpe über einen bestimmten Zeitraum erfasst.
[0008] Die
DE 101 57 143 A1 beschreibt eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erkennung von Verschleiß bei Pumpen.
Verschleißrelevante Betriebsparameter der Pumpen werden mit Sensoren erfasst, um mittels
einer Auswertungseinrichtung anhand der erfassten Betriebsparameter einen zu erwartenden
Wert für eine Betriebsdauer bis zur Fälligkeit der nächsten Wartung oder dem Austausch
von bestimmten Teilen der Pumpen zu ermitteln.
[0009] Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vakuumpumpe und ein Verfahren zum
Betreiben einer solchen zu schaffen, bei denen ein Ausfall der Vakuumpumpe aufgrund
von Verschleiß vermieden oder zumindest verzögert wird.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Vakuumpumpe und ein Verfahren mit den Merkmalen der
unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen angegeben.
[0011] Die Vakuumpumpe umfasst eine Verschleißerkennungseinrichtung und eine Schutzeinrichtung.
Die Verschleißerkennungseinrichtung ist ausgebildet, um einen Satz von Betriebsgrößen
der Vakuumpumpe zu erfassen und für jede der erfassten Betriebsgrößen einen jeweiligen
Verschleißindikator für die Vakuumpumpe zu ermitteln, der den Verschleiß zumindest
einer Komponente der Vakuumpumpe angibt. Die zumindest eine Komponente kann insbesondere
ein Wälzlager der Vakuumpumpe sein. Die Schutzeinrichtung ist ausgebildet, um eine
Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe auszuführen, wenn zumindest
einer der Verschleißindikatoren einen vorbestimmten Zustand annimmt, d.h. einen jeweiligen
vorbestimmten Schwellenwert überschreitet.
[0012] Der Satz von Betriebsgrößen der Vakuumpumpe umfasst unter anderem die Anzahl der
Betriebsstunden der Vakuumpumpe. In diesem Fall kann die Verschleißerkennungseinrichtung
ausgebildet sein, um die bisherigen Betriebsstunden der Vakuumpumpe zu erfassen. Die
Verschleißerkennungseinrichtung kann zusätzlich oder alternativ ausgebildet sein,
um spezifische, vorgegebene Störungsereignisse zu erkennen und ein erfasstes Störungsereignis
einem bestimmten Verschleiß zuzuordnen. Anhand der Gesamtzahl der Betriebsstunden
und optional auch anhand der ermittelten Störungsereignisse der Vakuumpumpe, kann
die Verschleißerkennungseinrichtung diesen erfassten Betriebsgrößen einen bestimmten
Zahlenwert als Verschleißindikator zuordnen. Zusätzlich erfasst die Verschleißerkennungseinrichtung
als Betriebsgrößen bestimmte Betriebsparameter der Vakuumpumpe , welche die Temperatur
und die Drehzahl der Vakuumpumpe umfassen. Der jeweilige Wert des Betriebsparameters
kann über einen vorbestimmten Zeitraum erfasst werden, um den Verschlei-ßindikator
mit den derart erfassten Werten des Betriebsparameters in Beziehung zu setzen. Die
über den vorbestimmten Zeitraum erfassten Werte des Betriebsparameters können beispielsweise
summiert, integriert oder auf andere Weise miteinander verrechnet werden, um dadurch
beispielsweise einen Mittelwert für den Betriebsparameter zu erhalten, anhand dessen
der jeweilige Verschleißindikator ermittelt werden kann. Ferner ist es zusätzlich
auch möglich, dass die Verschleißerkennungseinrichtung den Zustand eines bestimmten
Betriebsmittels der Vakuumpumpe erfasst und diesen Zustand einem weiteren Verschleißindikator
zuordnet. Ein solcher Zustand des Betriebsmittels kann beispielsweise die Temperatur
eines Kühlmittels der Vakuumpumpe und/oder die Qualität bestimmter Schmierstoffe umfassen.
[0013] Der jeweilige Verschleißindikator nimmt somit einen bestimmten Zahlenwert an, der
anhand der Betriebsstunden, optional auch anhand von Störungsereignissen und anhand
weiterer erfasster Betriebsparameter der Vakuumpumpe abgeleitet ist. Ein vorbestimmter
Zustand des Verschleißindikators, der die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes
in der Vakuumpumpe mittels der Schutzeinrichtung auslöst, umfasst in diesem Fall,
dass der Zahlenwert des Verschleißindikators einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet.
Ein weiterer Verschleißindikator kann einem bestimmten Zustand eines Betriebsmittels
der Vakuumpumpe direkt zugeordnet sein, sodass der Zustand des Betriebsmittels, z.B.
das Überschreiten einer bestimmten Temperatur des Kühlmittels der Vakuumpumpe, die
Maßnahme zum Verringern des Verschleißes direkt auslöst.
[0014] Die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe kann umfassen, dass
bestimmte Betriebsparameter der Vakuumpumpe derart angepasst werden, dass der Verschleiß
der Komponente der Vakuumpumpe verringert wird. Beispielsweise eine maximal mögliche
Drehzahl verringert werden, um die Vakuumpumpe weiterhin betreiben zu können, ohne
dass beispielsweise eine Beschädigung an deren Wälzlager oder Fanglager auftritt.
[0015] Die erfindungsgemäße Vakuumpumpe zeichnet sich somit dadurch aus, dass nicht nur
der Verschleiß der Komponente der Vakuumpumpe erfasst wird, unter anderem durch Zählen
von Betriebsstunden, sondern dass zusätzlich anhand der Verschleißindikatoren eine
geeignete Maßnahme zum Verringern des Verschleißes ausgelöst wird. Durch das Ermitteln
des Verschleißindikators anhand der Betriebsgrößen der Vakuumpumpe erfolgt ferner
eine sorgfältige Diagnose der Vakuumpumpe. Dadurch ist es möglich, beispielsweise
eine Warnung auszugeben, bevor eine tatsächliche Beeinträchtigung oder sogar ein Ausfall
der Vakuumpumpe und somit der Anlage erfolgt, in welche die Vakuumpumpe eingebunden
ist. Durch das Auslösen der Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe
kann deren Betrieb ausgedehnt bzw. dessen Betriebsdauer verlängert werden, auch wenn
dieser Betrieb aufgrund der Maßnahme mit Einschränkungen verbunden ist, die jedoch
unter bestimmten Umständen tolerierbar sind. Insgesamt wird ein Ausfall der Vakuumpumpe
aufgrund des Verschleißes einer ihrer Komponenten dadurch vermieden, dass der Verschleiß
frühzeitig erkannt und eine Gegenmaßnahme zum Verringern oder sogar zum Vermeiden
des weiteren Verschleißes dieser Komponente eingeleitet wird.
[0016] Wie bereits erwähnt, umfasst der Satz der Betriebsgrößen eine Betriebsdauer der Vakuumpumpe,
und einer der Verschleißindikatoren umfasst einen Zahlenwert, der von der Betriebsdauer
der Vakuumpumpe abgeleitet ist. Die Betriebsdauer kann ab einer vorhergehenden Wartung
der Vakuumpumpe erfasst werden, wenn beispielsweise Teile oder Komponenten der Vakuumpumpe,
die einem Verschleiß ausgesetzt sind, bei dieser Wartung repariert oder ausgetauscht
werden. Alternativ kann die gesamte Betriebsdauer der Vakuumpumpe erfasst werden.
Konkret werden die Betriebsstunden der Vakuumpumpe gezählt, sodass der Zahlenwert
der Betriebsstunden den entsprechenden Verschleißindikator darstellt. Die Anzahl der
Betriebsstunden wird mit einem vorbestimmen Schwellenwert verglichen, dem eine gewisse
Wahrscheinlichkeit zugeordnet ist, dass der Verschleiß der zumindest einen Komponente
der Vakuumpumpe innerhalb einer relativ kurzen Zeitdauer zu einer Störung oder gar
einem Ausfall der Vakuumpumpe führen kann. Ein solcher Schwellenwert kann konfigurierbar
sein, d.h. dass der Schwellenwert an den speziellen Typ der Vakuumpumpe und an die
Umgebung, in der die Vakuumpumpe verwendet wird, anpassbar sein kann. Ferner kann
die Erfassung der Betriebsdauer der Vakuumpumpe mit einem geringen Aufwand verbunden
sein, da beispielsweise bei vielen Vakuumpumpen ohnehin deren Betriebsstunden gezählt
werden.
[0017] Zusätzlich umfasst der Satz der Betriebsgrößen Betriebsparameter der Vakuumpumpe
. Die Verschleißerkennungseinrichtung ist ausgebildet, um den Verschlei-ßindikator
zu ermitteln, indem Werte des Betriebsparameters über eine vorbestimmte Zeitdauer
erfasst und mit dem Verschleißindikator in Beziehung gesetzt werden. Der Betriebsparameter
umfasst eine Temperatur in einem vorbestimmten Bereich der Vakuumpumpe und eine Vibration
der Vakuumpumpe. Beispielsweise kann eine Zeitdauer erfasst werden, während der die
Temperatur der Vakuumpumpe oberhalb eines vorbestimmten Grenzwerts liegt. Die Intensität
der Vibrationen und optional auch Frequenzen und/oder die Amplitude der Vibrationen
der Vakuumpumpe können über einen vorbestimmten Zeitraum erfasst werden.
[0018] Wenn die Amplitude der Vibrationen kumulativ für eine bestimmte
[0019] Zeitdauer einen vorbestimmten Grenzwert übersteigt und/oder vorbestimmte Charakteristiken
in den Frequenzen der Vibrationen erkennbar sind, kann dies mit einem erhöhten Verschleiß
einer oder mehrerer Komponenten der Vakuumpumpe wie etwa deren Wälzlager verbunden
sein. Die Messung der Vibrationen der Vakuumpumpe kann dadurch einem entsprechenden
Verschleißindikator zugeordnet sein.
[0020] Ferner werden zusätzlich der Druck und die Drehzahl sowie optional ein Drehzahl/Druck-Zyklus
oder mehrere Drehzahl/Druck-Zyklen und/oder ein Gasfluss in der Vakuumpumpe als Teil
des Satzes der Betriebsgrößen der Vakuumpumpe erfasst. Aus der Erfassung dieser Betriebsgrößen
über einen vorbestimmten Zeitraum kann wiederum ermittelt werden, ob in einem bestimmten
Bereich oder an einer bestimmten Komponente der Vakuumpumpe ein erhöhter Verschleiß
aufgetreten ist.
[0021] Zusätzlich kann der Satz der Betriebsgrößen einen Zustand zumindest eines Betriebsmittels
der Vakuumpumpe umfassen. In diesem Fall kann die Verschleißerkennungseinrichtung
ausgebildet sein, um einen zusätzlichen Verschleißindikator anhand des Zustands des
zumindest einen Betriebsmittels zu ermitteln. Der Zustand des Betriebsmittels kann
insbesondere die Temperatur eines Kühlmittels und/oder die Qualität eines Schmiermittels
für zumindest eine Komponente der Vakuumpumpe umfassen. Bei einer solchen Ausführungsform
kann der Verschleiß einer Komponente der Vakuumpumpe somit indirekt anhand der Wechselwirkung
der Komponente mit dem Betriebsmittel erfasst werden. Ein erhöhter Verschleiß einer
bestimmten Komponente der Vakuumpumpe kann mit anderen Worten mit einer Veränderung
des Zustands des zumindest einen Betriebsmittels verbunden sein, sodass diese Änderung
des Zustands des Betriebsmittels als Verschleißindikator verwendet werden kann. Beispielsweise
können die Veränderung der Temperatur des Kühlmittels und/oder die Verringerung der
Qualität des Schmiermittels, die beispielsweise durch eine Trübung eines Schmieröls
einer Vakuumpumpe nachgewiesen werden kann, Indikatoren für den Verschleiß derjenigen
Komponente der Vakuumpumpe darstellen, für die das Kühlmittel bzw. Schmiermittel vorgesehen
ist.
[0022] Um den Verschleiß einer oder mehrerer Komponenten der Vakuumpumpe, d.h. insbesondere
des Wälzlagers, rechtzeitig und zuverlässig zu erkennen, umfasst der Satz von Betriebsgrößen
mehrere Betriebsgrößen, die gleichzeitig erfasst werden. Wie erwähnt umfasst der Satz
der Betriebsgrößen die Betriebsdauer der Vakuumpumpe, mehrere Betriebsparameter wie
unter anderem die Temperatur und die Vibrationen der Vakuumpumpe und optional den
Zustand eines Kühlmittels oder Schmiermittels. Jeder dieser Betriebsgrößen ist ein
jeweiliger Verschleißindikator zugeordnet. Die Schutzeinrichtung ist ausgebildet,
um eine oder mehrere Maßnahmen zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe auszuführen,
sobald zumindest einer der mehreren Verschleißindikatoren einen vorbestimmten Zustand
annimmt, d.h. einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Da der Satz der Betriebsgrößen
mehrere Betriebsgrößen umfasst, kann sichergestellt sein, dass die Maßnahme zum Verringern
des Verschleißes der Vakuumpumpe rechtzeitig ausgeführt wird und dass andererseits
jedoch eine Wartung der Vakuumpumpe nicht unnötigerweise zu früh ausgeführt wird.
[0023] Ferner ist die Schutzeinrichtung ausgebildet sein, um die Maßnahme zum Verringern
des Verschleißes der Vakuumpumpe derart auszuführen, dass eine Leistungsaufnahme der
Vakuumpumpe begrenzt ist. Durch die Begrenzung der Leistungsaufnahme der Vakuumpumpe
können beispielsweise deren Temperatur, deren Vibrationen und/oder deren mechanische
Last derart begrenzt werden, dass ein zusätzlicher Verschleiß einer oder mehrerer
Komponenten der Vakuumpumpe ausgeschlossen oder zumindest verringert ist. Die Begrenzung
der Leistungsaufnahme kann die maximal mögliche Drehzahl der Vakuumpumpe verringern.
[0024] Ein Prozess, der in einer Vakuumanlage ausgeführt wird, in der die Vakuumpumpe installiert
ist, kann durch die verringerte Leistungsaufnahme der Vakuumpumpe eingeschränkt werden.
Eine solche Einschränkung kann tolerierbar sein, sodass der Prozess trotz der verringerten
Leistungsaufnahme weiterhin ausführbar ist. Durch die Maßnahme zum Verringern des
Verschleißes der Vakuumpumpe kann jedoch die verfügbare Betriebsdauer der Vakuumpumpe
verlängert werden, sodass der Prozess trotz der Verringerung der Leistungsaufnahme
weiterhin ausgeführt werden kann. Umgekehrt kann die Verringerung der Leistungsaufnahme
der Vakuumpumpe gerade durch die Verlängerung der verfügbaren Betriebsdauer der Vakuumpumpe
ermöglichen, dass der Prozess weiterhin ausgeführt und zu Ende gebracht werden kann,
was ohne die Verringerung der Leistungsaufnahme der Vakuumpumpe aufgrund des zusätzlichen
Verschleißes der Vakuumpumpe möglicherweise nicht gewährleistet ist. Wenn der Prozess
jedoch durch die Begrenzung der Leistungsaufnahme nicht mehr korrekt durchgeführt
werden kann, da beispielsweise aufgrund einer Verringerung der Drehzahl der Vakuumpumpe
der Druck in einer Vakuumkammer ansteigt, die mit der Vakuumpumpe verbunden ist, kann
eine Warnung ausgegeben werden. Dadurch kann ein Bediener des Prozesses bzw. der Vakuumanlage
erkennen, dass die korrekte Ausführung des Prozesses nicht mehr sichergestellt ist
und der Prozess beendet werden sollte.
[0025] Die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe kann ferner derart ausgeführt
werden, dass die Verwendung von Betriebsreserven eingeschränkt wird, die während eines
Normalbetriebs der Vakuumpumpe nicht in Betracht gezogen werden und üblicherweise
nur bei Übergängen zwischen Betriebszuständen der Vakuumpumpe eine Rolle spielen.
Wenn beispielsweise eine Vakuumpumpe bezüglich des Drucks in einem Rezipienten, der
mit der Vakuumpumpe verbunden ist, von einem bisherigen Betriebspunkt zu einem neuen
Betriebspunkt übergehen soll, kann eine Verringerung der maximalen Leistungsaufnahme
der Vakuumpumpe dazu führen, dass die Vakuumpumpe für die Übergangsphase zwischen
den zwei Betriebspunkten eine längere Zeitdauer benötigt, d.h. im Vergleich zu der
Zeitdauer, die ohne die Begrenzung der maximalen Leistungsaufnahme erforderlich wäre.
Ein entsprechender Prozess, der in der Vakuumanlage mit dem Rezipienten ausgeführt
wird, wird in einem solchen Fall durch die Begrenzung der maximalen Leistungsaufnahme
der Vakuumpumpe möglicherweise nicht beeinflusst, oder es führt die Begrenzung der
maximalen Leistungsaufnahme der Vakuumpumpe lediglich zu einer Verlängerung einzelner
Prozessschritte. Dies kann tolerierbar sein, solange der Prozess an sich vollständig
durchführbar ist.
[0026] Die Schutzeinrichtung kann ferner ausgebildet sein, um die Maßnahme zum Verringern
des Verschleißes der Vakuumpumpe derart auszuführen, dass zumindest ein Grenzwert
zum Ausgeben einer Warnung und/oder einer Fehlermeldung für zumindest eine der Betriebsgrößen
verringert ist. Mit anderen Worten wird aufgrund des Verschleißes einer Komponente
der Vakuumpumpe, der mittels des jeweiligen Verschleißindikators erfasst wird, die
Warnung und/oder Fehlermeldung früher, d.h. bei einem geringeren Grenzwert, als während
des Normalbetriebs ausgegeben. Der Verschleißindikator kann in diesem Fall angeben,
dass die Vakuumpumpe aufgrund des Verschleißes zumindest einer Komponente weniger
belastbar ist und beispielsweise bei Erreichen des verringerten Grenzwerts einer bestimmten
Betriebsgröße abgeschaltet werden sollte.
[0027] Die Schutzeinrichtung kann zusätzlich ausgebildet sein, um die Maßnahme zum Verringern
des Verschleißes der Vakuumpumpe durch eine Anpassung eines Zustands zumindest eines
Betriebsmittels der Vakuumpumpe auszuführen. Beispielsweise kann eine Menge eines
zur Verfügung stehenden Betriebsmittels, beispielsweise eines Kühl- und/oder Schmiermittels,
in Abhängigkeit von der Temperatur der Vakuumpumpe erhöht oder verringert werden,
um einem zusätzlichen Verschleiß einer Komponente der Vakuumpumpe entgegenzuwirken.
[0028] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Vakuumpumpe.
Gemäß dem Verfahren wird mittels einer Verschleißerkennungseinrichtung ein Satz von
Betriebsgrößen der Vakuumpumpe erfasst, und für jede der erfassten Betriebsgrößen
wird ein jeweiliger Verschleißindikator für die Vakuumpumpe ermittelt, der den Verschleiß
einer Komponente der Vakuumpumpe angibt. Wenn zumindest einer der Verschleißindikatoren
einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet, wird mittels einer Schutzeinrichtung
eine Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe ausgeführt. Ein vorbestimmter
Zustand zum Auslösen der Maßnahme umfasst somit, dass einer der Verschleißindikatoren
einen Zahlenwert aufweist, der größer als ein jeweiliger vorbestimmter Schwellenwert
ist.
[0029] Die vorstehend beschriebene Vakuumpumpe ist folglich dafür vorgesehen, die Schritte
des Verfahrens mittels der Verschleißerkennungseinrichtung und der Schutzeinrichtung
auszuführen. Die vorstehenden Ausführungen zu der erfindungsgemäßen Vakuumpumpe gelten
daher sinngemäß auch für das erfindungsgemäße Verfahren, insbesondere hinsichtlich
der Offenbarung, der Vorteile und der bevorzugten Ausführungsformen.
[0030] Der Satz der Betriebsgrößen umfasst eine Betriebsdauer der Vakuumpumpe , und ein
Zahlenwert eines der Verschleißindikatoren wird von der Betriebsdauer der Vakuumpumpe
abgeleitet. Das Ermitteln der Betriebsdauer der Vakuumpumpe umfasst, dass deren Betriebsstunden
gezählt werden.
[0031] Der Satz der Betriebsgrößen umfasst zusätzlich mehrere Betriebsparameter der Vakuumpumpe
. Der jeweilige Verschleißindikator kann in diesem Fall ermittelt werden, indem Werte
des Betriebsparameters über eine vorbestimmte Zeitdauer erfasst und mit dem Verschleißindikator
in Beziehung gesetzt werden. Die Betriebsparameter umfassen die Temperatur der Vakuumpumpe
und eine Intensität von Vibrationen und optional auch eine Amplitude oder Frequenzcharakteristika
von Vibrationen der Vakuumpumpe, die kumulativ erfasst werden können. Die Betriebsparameter
umfassen ferner einen Druck und eine Drehzahl eines Rotors der Vakuumpumpe sowie optional
einen oder mehrere Drehzahl/Druck-Zyklen und/oder einen Gasfluss in der Vakuumpumpe.
[0032] Zusätzlich kann der Satz der Betriebsgrößen einen Zustand zumindest eines Betriebsmittels
der Vakuumpumpe umfassen. Ein zusätzlicher Verschleißindikator kann in diesem Fall
anhand des Zustands des zumindest einen Betriebsmittels ermittelt werden. Der Zustand
des Betriebsmittels kann beispielsweise die Temperatur eines Kühlmittels für die Vakuumpumpe
und/oder die Qualität eines Schmiermittels für zumindest eine Komponente der Vakuumpumpe
umfassen.
[0033] Die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe wird derart mittels
der Schutzeinrichtung ausgeführt, dass eine Leistungsaufnahme der Vakuumpumpe begrenzt
wird. Die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe kann zusätzlich
derart ausgeführt werden, dass zumindest ein Grenzwert zum Ausgeben einer Wartung
und/oder einer Fehlermeldung für zumindest eine der Betriebsgrößen verringert wird.
Wiederum zusätzlich kann die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe
ausgeführt werden, indem ein Zustand zumindest eines Betriebsmittels der Vakuumpumpe
angepasst wird. Das Anpassen des Zustands des Betriebsmittels kann umfassen, dass
eine zur Verfügung stehende Menge des Betriebsmittels für eine Komponente der Vakuumpumpe
erhöht oder verringert wird, um dadurch den Verschleiß der Komponente zu verringern.
[0034] Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand vorteilhafter Ausführungsformen
unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen, jeweils schematisch:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer Turbomolekularpumpe,
- Fig. 2
- eine Ansicht der Unterseite der Turbomolekularpumpe von Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Querschnitt der Turbomolekularpumpe längs der in Fig. 2 gezeigten Schnittlinie
A-A,
- Fig. 4
- eine Querschnittsansicht der Turbomolekularpumpe längs der in Fig. 2 gezeigten Schnittlinie
B-B,
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht der Turbomolekularpumpe längs der in Fig. 2 gezeigten Schnittlinie
C-C,
- Fig. 6
- ein Blockdiagramm einer erfindungsgemäßen Vakuumpumpe und
- Fig. 7
- ein Flussdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0035] Die in Fig. 1 gezeigte Turbomolekularpumpe 111 umfasst einen von einem Einlassflansch
113 umgebenen Pumpeneinlass 115, an welchen in an sich bekannter Weise ein nicht dargestellter
Rezipient angeschlossen werden kann. Das Gas aus dem Rezipienten kann über den Pumpeneinlass
115 aus dem Rezipienten gesaugt und durch die Pumpe hindurch zu einem Pumpenauslass
117 gefördert werden, an den eine Vorvakuumpumpe, wie etwa eine Drehschieberpumpe,
angeschlossen sein kann.
[0036] Der Einlassflansch 113 bildet bei der Ausrichtung der Vakuumpumpe gemäß Fig. 1 das
obere Ende des Gehäuses 119 der Vakuumpumpe 111. Das Gehäuse 119 umfasst ein Unterteil
121, an welchem seitlich ein Elektronikgehäuse 123 angeordnet ist. In dem Elektronikgehäuse
123 sind elektrische und/oder elektronische Komponenten der Vakuumpumpe 111 untergebracht,
z.B. zum Betreiben eines in der Vakuumpumpe angeordneten Elektromotors 125 (vgl. auch
Fig. 3). Am Elektronikgehäuse 123 sind mehrere Anschlüsse 127 für Zubehör vorgesehen.
Außerdem sind eine Datenschnittstelle 129, z.B. gemäß dem RS485-Standard, und ein
Stromversorgungsanschluss 131 am Elektronikgehäuse 123 angeordnet.
[0037] Es existieren auch Turbomolekularpumpen, die kein derartiges angebrachtes Elektronikgehäuse
aufweisen, sondern an eine externe Antriebselektronik angeschlossen werden.
[0038] Am Gehäuse 119 der Turbomolekularpumpe 111 ist ein Fluteinlass 133, insbesondere
in Form eines Flutventils, vorgesehen, über den die Vakuumpumpe 111 geflutet werden
kann. Im Bereich des Unterteils 121 ist ferner noch ein Sperrgasanschluss 135, der
auch als Spülgasanschluss bezeichnet wird, angeordnet, über welchen Spülgas zum Schutz
des Elektromotors 125 (siehe z.B. Fig. 3) vor dem von der Pumpe geförderten Gas in
den Motorraum 137, in welchem der Elektromotor 125 in der Vakuumpumpe 111 untergebracht
ist, eingelassen werden kann. Im Unterteil 121 sind ferner noch zwei Kühlmittelanschlüsse
139 angeordnet, wobei einer der Kühlmittelanschlüsse als Einlass und der andere Kühlmittelanschluss
als Auslass für Kühlmittel vorgesehen ist, das zu Kühlzwecken in die Vakuumpumpe geleitet
werden kann. Andere existierende Turbomolekularvakuumpumpen (nicht dargestellt) werden
ausschließlich mit Luftkühlung betrieben.
[0039] Die untere Seite 141 der Vakuumpumpe kann als Standfläche dienen, sodass die Vakuumpumpe
111 auf der Unterseite 141 stehend betrieben werden kann. Die Vakuumpumpe 111 kann
aber auch über den Einlassflansch 113 an einem Rezipienten befestigt werden und somit
gewissermaßen hängend betrieben werden. Außerdem kann die Vakuumpumpe 111 so gestaltet
sein, dass sie auch in Betrieb genommen werden kann, wenn sie auf andere Weise ausgerichtet
ist als in Fig. 1 gezeigt ist. Es lassen sich auch Ausführungsformen der Vakuumpumpe
realisieren, bei der die Unterseite 141 nicht nach unten, sondern zur Seite gewandt
oder nach oben gerichtet angeordnet werden kann. Grundsätzlich sind dabei beliebige
Winkel möglich.
[0040] Andere existierende Turbomolekularvakuumpumpen (nicht dargestellt), die insbesondere
größer sind als die hier dargestellte Pumpe, können nicht stehend betrieben werden.
[0041] An der Unterseite 141, die in Fig. 2 dargestellt ist, sind noch diverse Schrauben
143 angeordnet, mittels denen hier nicht weiter spezifizierte Bauteile der Vakuumpumpe
aneinander befestigt sind. Beispielsweise ist ein Lagerdeckel 145 an der Unterseite
141 befestigt.
[0042] An der Unterseite 141 sind außerdem Befestigungsbohrungen 147 angeordnet, über welche
die Pumpe 111 beispielsweise an einer Auflagefläche befestigt werden kann. Dies ist
bei anderen existierenden Turbomolekularvakuumpumpen (nicht dargestellt), die insbesondere
größer sind als die hier dargestellte Pumpe, nicht möglich.
[0043] In den Figuren 2 bis 5 ist eine Kühlmittelleitung 148 dargestellt, in welcher das
über die Kühlmittelanschlüsse 139 ein- und ausgeleitete Kühlmittel zirkulieren kann.
[0044] Wie die Schnittdarstellungen der Figuren 3 bis 5 zeigen, umfasst die Vakuumpumpe
mehrere Prozessgaspumpstufen zur Förderung des an dem Pumpeneinlass 115 anstehenden
Prozessgases zu dem Pumpenauslass 117.
[0045] In dem Gehäuse 119 ist ein Rotor 149 angeordnet, der eine um eine Rotationsachse
151 drehbare Rotorwelle 153 aufweist.
[0046] Die Turbomolekularpumpe 111 umfasst mehrere pumpwirksam miteinander in Serie geschaltete
turbomolekulare Pumpstufen mit mehreren an der Rotorwelle 153 befestigten radialen
Rotorscheiben 155 und zwischen den Rotorscheiben 155 angeordneten und in dem Gehäuse
119 festgelegten Statorscheiben 157. Dabei bilden eine Rotorscheibe 155 und eine benachbarte
Statorscheibe 157 jeweils eine turbomolekulare Pumpstufe. Die Statorscheiben 157 sind
durch Abstandsringe 159 in einem gewünschten axialen Abstand zueinander gehalten.
[0047] Die Vakuumpumpe umfasst außerdem in radialer Richtung ineinander angeordnete und
pumpwirksam miteinander in Serie geschaltete Holweck-Pumpstufen. Es existieren andere
Turbomolekularvakuumpumpen (nicht dargestellt), die keine Holweck-Pumpstufen aufweisen.
[0048] Der Rotor der Holweck-Pumpstufen umfasst eine an der Rotorwelle 153 angeordnete Rotornabe
161 und zwei an der Rotornabe 161 befestigte und von dieser getragene zylindermantelförmige
Holweck-Rotorhülsen 163, 165, die koaxial zur Rotationsachse 151 orientiert und in
radialer Richtung ineinander geschachtelt sind. Ferner sind zwei zylindermantelförmige
Holweck-Statorhülsen 167, 169 vorgesehen, die ebenfalls koaxial zu der Rotationsachse
151 orientiert und in radialer Richtung gesehen ineinander geschachtelt sind.
[0049] Die pumpaktiven Oberflächen der Holweck-Pumpstufen sind durch die Mantelflächen,
also durch die radialen Innen- und/oder Außenflächen, der Holweck-Rotorhülsen 163,
165 und der Holweck-Statorhülsen 167, 169 gebildet. Die radiale Innenfläche der äußeren
Holweck-Statorhülse 167 liegt der radialen Außenfläche der äußeren Holweck-Rotorhülse
163 unter Ausbildung eines radialen Holweck-Spalts 171 gegenüber und bildet mit dieser
die der Turbomolekularpumpen nachfolgende erste Holweck-Pumpstufe. Die radiale Innenfläche
der äußeren Holweck-Rotorhülse 163 steht der radialen Außenfläche der inneren Holweck-Statorhülse
169 unter Ausbildung eines radialen Holweck-Spalts 173 gegenüber und bildet mit dieser
eine zweite Holweck-Pumpstufe. Die radiale Innenfläche der inneren Holweck-Statorhülse
169 liegt der radialen Außenfläche der inneren Holweck-Rotorhülse 165 unter Ausbildung
eines radialen Holweck-Spalts 175 gegenüber und bildet mit dieser die dritte Holweck-Pumpstufe.
[0050] Am unteren Ende der Holweck-Rotorhülse 163 kann ein radial verlaufender Kanal vorgesehen
sein, über den der radial außenliegende Holweck-Spalt 171 mit dem mittleren Holweck-Spalt
173 verbunden ist. Außerdem kann am oberen Ende der inneren Holweck-Statorhülse 169
ein radial verlaufender Kanal vorgesehen sein, über den der mittlere Holweck-Spalt
173 mit dem radial innenliegenden Holweck-Spalt 175 verbunden ist. Dadurch werden
die ineinander geschachtelten Holweck-Pumpstufen in Serie miteinander geschaltet.
Am unteren Ende der radial innenliegenden Holweck-Rotorhülse 165 kann ferner ein Verbindungskanal
179 zum Auslass 117 vorgesehen sein.
[0051] Die vorstehend genannten pumpaktiven Oberflächen der Holweck-Statorhülsen 167, 169
weisen jeweils mehrere spiralförmig um die Rotationsachse 151 herum in axialer Richtung
verlaufende Holweck-Nuten auf, während die gegenüberliegenden Mantelflächen der Holweck-Rotorhülsen
163, 165 glatt ausgebildet sind und das Gas zum Betrieb der Vakuumpumpe 111 in den
Holweck-Nuten vorantreiben.
[0052] Zur drehbaren Lagerung der Rotorwelle 153 sind ein Wälzlager 181 im Bereich des Pumpenauslasses
117 und ein Permanentmagnetlager 183 im Bereich des Pumpeneinlasses 115 vorgesehen.
[0053] Im Bereich des Wälzlagers 181 ist an der Rotorwelle 153 eine konische Spritzmutter
185 mit einem zu dem Wälzlager 181 hin zunehmenden Außendurchmesser vorgesehen. Die
Spritzmutter 185 steht mit mindestens einem Abstreifer eines Betriebsmittelspeichers
in gleitendem Kontakt. Bei anderen existierenden Turbomolekularvakuumpumpen (nicht
dargestellt) kann anstelle einer Spritzmutter eine Spritzschraube vorgesehen sein.
Da somit unterschiedliche Ausführungen möglich sind, wird in diesem Zusammenhang auch
der Begriff "Spritzspitze" verwendet.
[0054] Der Betriebsmittelspeicher umfasst mehrere aufeinander gestapelte saugfähige Scheiben
187, die mit einem Betriebsmittel für das Wälzlager 181, z.B. mit einem Schmiermittel,
getränkt sind.
[0055] Im Betrieb der Vakuumpumpe 111 wird das Betriebsmittel durch kapillare Wirkung von
dem Betriebsmittelspeicher über den Abstreifer auf die rotierende Spritzmutter 185
übertragen und in Folge der Zentrifugalkraft entlang der Spritzmutter 185 in Richtung
des größer werdenden Außendurchmessers der Spritzmutter 185 zu dem Wälzlager 181 hin
gefördert, wo es z.B. eine schmierende Funktion erfüllt. Das Wälzlager 181 und der
Betriebsmittelspeicher sind durch einen wannenförmigen Einsatz 189 und den Lagerdeckel
145 in der Vakuumpumpe eingefasst.
[0056] Das Permanentmagnetlager 183 umfasst eine rotorseitige Lagerhälfte 191 und eine statorseitige
Lagerhälfte 193, welche jeweils einen Ringstapel aus mehreren in axialer Richtung
aufeinander gestapelten permanentmagnetischen Ringen 195, 197 umfassen. Die Ringmagnete
195, 197 liegen einander unter Ausbildung eines radialen Lagerspalts 199 gegenüber,
wobei die rotorseitigen Ringmagnete 195 radial außen und die statorseitigen Ringmagnete
197 radial innen angeordnet sind. Das in dem Lagerspalt 199 vorhandene magnetische
Feld ruft magnetische Absto-ßungskräfte zwischen den Ringmagneten 195, 197 hervor,
welche eine radiale Lagerung der Rotorwelle 153 bewirken. Die rotorseitigen Ringmagnete
195 sind von einem Trägerabschnitt 201 der Rotorwelle 153 getragen, welcher die Ringmagnete
195 radial außenseitig umgibt. Die statorseitigen Ringmagnete 197 sind von einem statorseitigen
Trägerabschnitt 203 getragen, welcher sich durch die Ringmagnete 197 hindurch erstreckt
und an radialen Streben 205 des Gehäuses 119 aufgehängt ist. Parallel zu der Rotationsachse
151 sind die rotorseitigen Ringmagnete 195 durch ein mit dem Trägerabschnitt 201 gekoppeltes
Deckelelement 207 festgelegt. Die statorseitigen Ringmagnete 197 sind parallel zu
der Rotationsachse 151 in der einen Richtung durch einen mit dem Trägerabschnitt 203
verbundenen Befestigungsring 209 sowie einen mit dem Trägerabschnitt 203 verbundenen
Befestigungsring 211 festgelegt. Zwischen dem Befestigungsring 211 und den Ringmagneten
197 kann außerdem eine Tellerfeder 213 vorgesehen sein.
[0057] Innerhalb des Magnetlagers ist ein Not- bzw. Fanglager 215 vorgesehen, welches im
normalen Betrieb der Vakuumpumpe 111 ohne Berührung leer läuft und erst bei einer
übermäßigen radialen Auslenkung des Rotors 149 relativ zu dem Stator in Eingriff gelangt,
um einen radialen Anschlag für den Rotor 149 zu bilden, damit eine Kollision der rotorseitigen
Strukturen mit den statorseitigen Strukturen verhindert wird. Das Fanglager 215 ist
als ungeschmiertes Wälzlager ausgebildet und bildet mit dem Rotor 149 und/oder dem
Stator einen radialen Spalt, welcher bewirkt, dass das Fanglager 215 im normalen Pumpbetrieb
außer Eingriff ist. Die radiale Auslenkung, bei der das Fanglager 215 in Eingriff
gelangt, ist groß genug bemessen, sodass das Fanglager 215 im normalen Betrieb der
Vakuumpumpe nicht in Eingriff gelangt, und gleichzeitig klein genug, sodass eine Kollision
der rotorseitigen Strukturen mit den statorseitigen Strukturen unter allen Umständen
verhindert wird.
[0058] Die Vakuumpumpe 111 umfasst den Elektromotor 125 zum drehenden Antreiben des Rotors
149. Der Anker des Elektromotors 125 ist durch den Rotor 149 gebildet, dessen Rotorwelle
153 sich durch den Motorstator 217 hindurch erstreckt. Auf den sich durch den Motorstator
217 hindurch erstreckenden Abschnitt der Rotorwelle 153 kann radial außenseitig oder
eingebettet eine Permanentmagnetanordnung angeordnet sein. Zwischen dem Motorstator
217 und dem sich durch den Motorstator 217 hindurch erstreckenden Abschnitt des Rotors
149 ist ein Zwischenraum 219 angeordnet, welcher einen radialen Motorspalt umfasst,
über den sich der Motorstator 217 und die Permanentmagnetanordnung zur Übertragung
des Antriebsmoments magnetisch beeinflussen können.
[0059] Der Motorstator 217 ist in dem Gehäuse innerhalb des für den Elektromotor 125 vorgesehenen
Motorraums 137 festgelegt. Über den Sperrgasanschluss 135 kann ein Sperrgas, das auch
als Spülgas bezeichnet wird, und bei dem es sich beispielsweise um Luft oder um Stickstoff
handeln kann, in den Motorraum 137 gelangen. Über das Sperrgas kann der Elektromotor
125 vor Prozessgas, z.B. vor korrosiv wirkenden Anteilen des Prozessgases, geschützt
werden. Der Motorraum 137 kann auch über den Pumpenauslass 117 evakuiert werden, d.h.
im Motorraum 137 herrscht zumindest annäherungsweise der von der am Pumpenauslass
117 angeschlossenen Vorvakuumpumpe bewirkte Vakuumdruck.
[0060] Zwischen der Rotornabe 161 und einer den Motorraum 137 begrenzenden Wandung 221 kann
außerdem eine sog. und an sich bekannte Labyrinthdichtung 223 vorgesehen sein, insbesondere
um eine bessere Abdichtung des Motorraums 217 gegenüber den radial außerhalb liegenden
Holweck-Pumpstufen zu erreichen.
[0061] Fig. 6 zeigt ein schematisches Blockdiagramm einer Vakuumpumpe 600, bei dem es sich
beispielsweise um die in Fig. 1 bis 5 dargestellte Turbomolekularpumpe 111 handelt.
Die Vakuumpumpe 600 weist Komponenten 610 auf, von denen bekannt ist, dass sie möglicherweise
während des Betriebs der Vakuumpumpe 600 einem Verschleiß ausgesetzt sind. Im Falle
der Turbomolekularpumpe 111 umfassen die Komponenten 610 das Wälzlager 181 (vgl. Fig.
3 bis 5) und das Not- bzw. Fanglager 215 (vgl. Fig. 3) sowie sämtliche vorstehend
beschriebene Teile der Turbomolekularpumpe 111, die während deren Betrieb beweglich
sind. Die Komponenten 610 können ferner einerseits die beweglichen Teile des Elektromotors
125 (vgl. Fig. 3) und andererseits diejenigen elektrischen und elektronischen Elemente
des Elektromotors 125 umfassen, die während des Betriebs der Turbomolekularpumpe 111
einer besonderen Belastung ausgesetzt sind, beispielsweise einer erhöhten Temperatur
und/oder einer hohen Spannung und/oder einer hohen Stromstärke.
[0062] Die Vakuumpumpe 600 umfasst ferner eine Verschleißerkennungseinrichtung 620, die
mit den Komponenten 610 der Vakuumpumpe 600 in Verbindung steht, um einen Satz von
Betriebsgrößen der Vakuumpumpe 600 zu erfassen und anhand der erfassten Betriebsgrößen
zumindest einen Verschleißindikator für die Vakuumpumpe 600 zu ermitteln, der den
Verschleiß zumindest einer Komponente 610 der Vakuumpumpe 600 angibt. Die Verschleißerkennungseinrichtung
620 erfasst dann, wenn die Vakuumpumpe 600 die Turbomolekularpumpe 111 ist, durch
eine kommunikative Verbindung mit dem Elektromotor 125 als erstes Element des Satzes
der Betriebsgrößen die Betriebsdauer der Vakuumpumpe 600 bzw. der Turbomolekularpumpe
111. Anhand der Betriebsdauer der Vakuumpumpe 600 leitet die Verschleißerkennungseinrichtung
620 einen Zahlenwert ab, der als ein Verschleißindikator der Vakuumpumpe 600 verwendet
wird.
[0063] Die Verschleißerkennungseinrichtung 620 erfasst ferner als weitere Betriebsgrö-ßen
Betriebsparameter der Vakuumpumpe 600, die im Falle der Turbomolekularpumpe 111 deren
Temperatur, den Druck auf deren Hochvakuumseite, die Drehzahl des Rotors 149, einen
oder mehrere Drehzahl/Druck-Zyklen und Vibrationen der Turbomolekularpumpe 111 umfassen,
wobei letztere mittels eines nicht gezeigten Schwingungssensors gemessen werden. Anhand
dieser erfassten Betriebsparameter der Vakuumpumpe 600 bzw. der Turbomolekularpumpe
111 ermittelt die Verschleißerkennungseinrichtung 620 wiederum einen jeweiligen Verschleißindikator,
die für jeden der vorstehend genannten Betriebsparameter spezifisch und diesen zugeordnet
sind. Werte der jeweiligen Betriebsgröße werden über eine vorbestimmte Zeitdauer erfasst
und mit einem jeweiligen Schwellenwert verglichen, um zu ermitteln, ob eine oder mehrere
der Komponenten 610 der Vakuumpumpe 600 einem erhöhten Verschleiß ausgesetzt sind.
Der Verschleißindikator wird dadurch mit den erfassten Werten des Betriebsparameters
in Beziehung gesetzt. Die über die vorbestimmte Zeitdauer erfassten Werte des Betriebsparameters
werden beispielsweise summiert, integriert oder auf andere Weise miteinander verrechnet,
um dadurch einen Mittelwert für den Betriebsparameter zu erhalten, anhand dessen der
Verschleißindikator ermittelt wird.
[0064] Die Verschleißerkennungseinrichtung 620 erfasst ferner einen Zustand zumindest eines
Betriebsmittels der Vakuumpumpe 600, beispielsweise im Falle der Turbomolekularpumpe
111 die Qualität eines Schmiermittels für diejenigen Komponenten der Turbomolekularpumpe
111, die eine Schmierung erfordern. Die Qualität des Schmiermittels kann beispielsweise
erfasst werden, indem eine oder mehrere physikalische und/oder chemische Eigenschaften
des Schmiermittels überwacht werden, z.B. das Vorhandensein eines bestimmten Stoffs
im Schmiermittel, dessen Zähigkeit und/oder dessen optische Eigenschaften.
[0065] Die Vakuumpumpe 600 umfasst außerdem eine Schutzeinrichtung 630, die dafür vorgesehen
ist, eine Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe 600 auszuführen,
wenn der zumindest eine Verschleißindikator einen vorbestimmten Zustand annimmt. Die
Verschleißerkennungseinrichtung 620 steht mit der Schutzeinrichtung 630 in kommunikativer
Verbindung und übergibt die jeweiligen Verschleißindikatoren der verschiedenen Betriebsgrößen
der Vakuumpumpe 600 an die Schutzeinrichtung 630. Der Zustand des jeweiligen Verschleißindikators,
anhand dessen die Schutzeinrichtung 630 die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes
der Vakuumpumpe 600 auslöst, ist im Falle der Betriebsdauer und der Betriebsparameter
dadurch gegeben, dass deren Werte einen jeweiligen vorbestimmten Schwellenwert überschreiten.
Für die Betriebsmittel der Vakuumpumpe 600 ist ein vordefinierter Zustand des Betriebsmittels
demjenigen Zustand des Verschleißindikators zugeordnet, der die Maßnahme zum Verringern
des Verschleißes der Vakuumpumpe 600 auslöst.
[0066] Im Falle der Turbomolekularpumpe 111 umfasst diese Maßnahme, dass eine Leistungsaufnahme
der Turbomolekularpumpe 111 begrenzt wird. Dadurch wird auch die maximal erreichbare
Drehzahl des Rotors 149 der Turbomolekularpumpe 111 begrenzt. Durch diese Begrenzung
der maximalen Drehzahl des Rotors 149 wird der Verschleiß des Wälzlagers 181 (vgl.
Fig. 3 bis 5) und auch des Not- bzw. Fanglagers 215 (vgl. Fig. 3) verringert, der
ansonsten auftreten würde, wenn die Turbomolekularpumpe 111 weiterhin bei ihrer Nenndrehzahl
betrieben werden würde.
[0067] Fig. 7 zeigt ein schematisches Flussdiagramm eines Verfahrens 700 zum Betreiben der
Vakuumpumpe 600, d.h. insbesondere der Turbomolekularpumpe 111. Bei 710 wird mittels
der Verschleißerkennungseinrichtung 620 ein Satz von Betriebsgrößen der Vakuumpumpe
600 erfasst, die jeweils den verschiedenen Komponenten 610 der Vakuumpumpe 600 zugeordnet
sind. Im Falle der Turbomolekularpumpe 111 umfassen die Betriebsgrößen untern anderem
die Anzahl der Betriebsstunden der Turbomolekularpumpe 111, die Temperatur, die Drehzahl
des Rotors 149 und den Druck in der Turbomolekularpumpe 111.
[0068] Bei 720 wird mittels der Verschleißerkennungseinrichtung 620 anhand der erfassten
Betriebsgrößen ein jeweiliger Verschleißindikator für die Vakuumpumpe 600 ermittelt,
der den Verschleiß einer oder mehrerer Komponenten 610 der Vakuumpumpe 600 angibt.
Bei 730 wird überprüft, ob zumindest einer der Verschleißindikatoren einen vorbestimmten
Zustand annimmt, d.h. indem er einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet. Ist
dies nicht der Fall, kehrt das Verfahren zum Schritt 710 zurück, um die Betriebsgrößen
der Vakuumpumpe 600 weiterhin zu überwachen und einen neuen Satz der Betriebsgrößen
zu erfassen.
[0069] Wenn zumindest einer der Verschleißindikatoren, die bei 720 ermittelt wurden, jedoch
den vorbestimmten Zustand annimmt, der einen erhöhten Verschleiß einer oder mehrerer
Komponenten 610 angibt, wird bei 740 mittels der Schutzeinrichtung eine Maßnahme zum
Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe 600 ausgeführt. Im Falle der Turbomolekularpumpe
111 besteht ein dieser Maßnahmen darin, dass die Leistungsaufnahme der Turbomolekularpumpe
111 begrenzt wird, um dadurch die maximale Drehzahl des Rotors 149 zu begrenzen und
das Wälzlager 181 (vgl. Fig. 3 bis 5) sowie das Not- bzw. Fanglager 215 (vgl. Fig.
3) zu schonen.
Bezugszeichenliste
[0070]
- 111
- Turbomolekularpumpe
- 113
- Einlassflansch
- 115
- Pumpeneinlass
- 117
- Pumpenauslass
- 119
- Gehäuse
- 121
- Unterteil
- 123
- Elektronikgehäuse
- 125
- Elektromotor
- 127
- Zubehöranschluss
- 129
- Datenschnittstelle
- 131
- Stromversorgungsanschluss
- 133
- Fluteinlass
- 135
- Sperrgasanschluss
- 137
- Motorraum
- 139
- Kühlmittelanschluss
- 141
- Unterseite
- 143
- Schraube
- 145
- Lagerdeckel
- 147
- Befestigungsbohrung
- 148
- Kühlmittelleitung
- 149
- Rotor
- 151
- Rotationsachse
- 153
- Rotorwelle
- 155
- Rotorscheibe
- 157
- Statorscheibe
- 159
- Abstandsring
- 161
- Rotornabe
- 163
- Holweck-Rotorhülse
- 165
- Holweck-Rotorhülse
- 167
- Holweck-Statorhülse
- 169
- Holweck-Statorhülse
- 171
- Holweck-Spalt
- 173
- Holweck-Spalt
- 175
- Holweck-Spalt
- 179
- Verbindungskanal
- 181
- Wälzlager
- 183
- Permanentmagnetlager
- 185
- Spritzmutter
- 187
- Scheibe
- 189
- Einsatz
- 191
- rotorseitige Lagerhälfte
- 193
- statorseitige Lagerhälfte
- 195
- Ringmagnet
- 197
- Ringmagnet
- 199
- Lagerspalt
- 201
- Trägerabschnitt
- 203
- Trägerabschnitt
- 205
- radiale Strebe
- 207
- Deckelelement
- 209
- Stützring
- 211
- Befestigungsring
- 213
- Tellerfeder
- 215
- Not- bzw. Fanglager
- 217
- Motorstator
- 219
- Zwischenraum
- 221
- Wandung
- 223
- Labyrinthdichtung
- 600
- Vakuumpumpe
- 610
- Komponente der Vakuumpumpe
- 620
- Verschleißerkennungseinrichtung
- 630
- Schutzeinrichtung
- 700
- Verfahren zum Betreiben der Vakuumpumpe
- 710-740
- Verfahrensschritte
1. Vakuumpumpe (111), umfassend:
- eine Verschleißerkennungseinrichtung (620), die ausgebildet ist, um einen Satz von
Betriebsgrößen der Vakuumpumpe (111) zu erfassen und für jede der erfassten Betriebsgrößen
einen jeweiligen Verschleißindikator für die Vakuumpumpe (111) zu ermitteln, der den
Verschleiß zumindest einer Komponente (610) der Vakuumpumpe (111) angibt, insbesondere
kann die zumindest eine Komponente (610) ein Wälzlager (181) der Vakuumpumpe (111)
sein,
wobei der jeweilige Verschleißindikator einen jeweiligen Zahlenwert annimmt, der von
der jeweiligen Betriebsgröße der Vakuumpumpe (111) abgeleitet ist; und
- eine Schutzeinrichtung (630);
dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzeinrichtung (630) ausgebildet ist, um eine Maßnahme zum Verringern des
Verschleißes der Vakuumpumpe (111) auszuführen, wenn zumindest einer der Verschleißindikatoren
einen vorbestimmten Zustand annimmt, d.h. einen jeweiligen vorbestimmten Schwellenwert
überschreitet,
wobei der Satz der Betriebsgrößen eine Anzahl von Betriebsstunden der Vakuumpumpe
(111), eine Temperatur der Vakuumpumpe (111), eine Drehzahl der Vakuumpumpe (111),
einen Druck in der Vakuumpumpe (111) und eine Intensität von Vibrationen der Vakuumpumpe
(111) umfasst und
wobei die Schutzeinrichtung (630) ausgebildet ist, um die Maßnahme zum Verringern
des Verschleißes der Vakuumpumpe (111) derart auszuführen, dass eine Leistungsaufnahme
der Vakuumpumpe (111) begrenzt ist.
2. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 1, wobei
der Satz der Betriebsgrößen ferner einen Zustand zumindest eines Betriebsmittels der
Vakuumpumpe (111) umfasst und die Verschleißerkennungseinrichtung (620) ausgebildet
ist, um einen weiteren Verschleißindikator anhand des Zustands des zumindest einen
Betriebsmittels zu ermitteln.
3. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 2, wobei
der Zustand des Betriebsmittels die Temperatur eines Kühlmittels und/oder die Qualität
eines Schmiermittels für die zumindest eine Komponente (610) der Vakuumpumpe (111)
umfasst.
4. Vakuumpumpe (111) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei
die Schutzeinrichtung (630) ausgebildet ist, um die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes
der Vakuumpumpe (111) derart auszuführen, dass zumindest ein Grenzwert zum Ausgeben
einer Warnung und/oder einer Fehlermeldung für zumindest eine der Betriebsgrößen verringert
ist.
5. Vakuumpumpe (111) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei
die Schutzeinrichtung (630) ausgebildet ist, um die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes
der Vakuumpumpe (111) durch eine Anpassung eines Zustands zumindest eines Betriebsmittels
der Vakuumpumpe (111) auszuführen.
6. Verfahren (700) zum Betreiben einer Vakuumpumpe (111), wobei das Verfahren umfasst,
dass
mittels einer Verschleißerkennungseinrichtung (620) ein Satz von Betriebsgrößen der
Vakuumpumpe (111) erfasst wird und für jede der erfassten Betriebsgrößen ein jeweiliger
Verschleißindikator für die Vakuumpumpe (111) ermittelt wird, der den Verschleiß zumindest
einer Komponente (610) der Vakuumpumpe (111) angibt, insbesondere kann die zumindest
eine Komponente (610) ein Wälzlager (181) der Vakuumpumpe (111) sein
wobei der jeweilige Verschleißindikator einen jeweiligen Zahlenwert annimmt, der von
der jeweiligen Betriebsgröße der Vakuumpumpe (111) abgeleitet wird, und
mittels einer Schutzeinrichtung (630) eine Maßnahme zum Verringern des Verschleißes
der Vakuumpumpe (111) ausgeführt wird, wenn zumindest einer der Verschleißindikatoren
einen vorbestimmten Zustand annimmt, d.h. einen jeweiligen vorbestimmten Schwellenwert
überschreitet,
wobei der Satz der Betriebsgrößen eine Anzahl von Betriebsstunden der Vakuumpumpe
(111), eine Temperatur der Vakuumpumpe (111), eine Drehzahl der Vakuumpumpe (111),
einen Druck in der Vakuumpumpe (111) und eine Intensität von Vibrationen der Vakuumpumpe
(111) umfasst, und
wobei die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe (111) mittels der
Schutzeinrichtung (630) derart ausgeführt wird, dass eine Leistungsaufnahme der Vakuumpumpe
(111) begrenzt wird.
7. Verfahren (700) nach Anspruch 6, wobei
der Satz der Betriebsgrößen ferner einen Zustand zumindest eines Betriebsmittels der
Vakuumpumpe (111) umfasst und ein weiterer Verschlei-ßindikator anhand des Zustands
des zumindest einen Betriebsmittels ermittelt wird.
8. Verfahren (700) nach Anspruch 6 oder 7, wobei
die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe (111) derart ausgeführt
wird, dass zumindest ein Grenzwert zum Ausgeben einer Warnung und/oder einer Fehlermeldung
für zumindest eine der Betriebsgrö-ßen verringert wird.
9. Verfahren (700) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei
die Maßnahme zum Verringern des Verschleißes der Vakuumpumpe (111) ausgeführt wird,
indem ein Zustand zumindest eines Betriebsmittels der Vakuumpumpe (111) angepasst
wird.
1. A vacuum pump (111) comprising:
- a wear recognition device (620) which is configured to detect a set of operating
variables of the vacuum pump (111) and to determine a respective wear indicator for
the vacuum pump (111) for each of the detected operating variables, said wear indicator
indicating the wear of at least one component (610) of the vacuum pump (111), wherein
the at least one component (610) can in particular be a rolling element bearing (181)
of the vacuum pump (111),
wherein the respective wear indicator assumes a respective numerical value which is
derived from the respective operating variable of the vacuum pump (111); and
- a protection device (630),
characterized in that the protection device (630) is configured to carry out a measure for reducing the
wear of the vacuum pump (111) when at least one of the wear indicators assumes a predetermined
state, i.e. exceeds a respective predetermined threshold value,
wherein the set of operating variables comprises a number of operating hours of the
vacuum pump (111), a temperature of the vacuum pump (111), a rotational speed of the
vacuum pump (111), a pressure in the vacuum pump (111) and an intensity of vibrations
of the vacuum pump (111), and
wherein the protection device (630) is configured to carry out the measure for reducing
the wear of the vacuum pump (111) such that a power consumption of the vacuum pump
(111) is limited.
2. A vacuum pump (111) according to claim 1, wherein
the set of operating variables further comprises a state of at least one operating
medium of the vacuum pump (111) and the wear recognition device (620) is configured
to determine a further wear indicator based on the state of the at least one operating
medium.
3. A vacuum pump (111) according to claim 2, wherein
the state of the operating medium comprises the temperature of a coolant and/or the
quality of a lubricant for the at least one component (610) of the vacuum pump (111).
4. A vacuum pump (111) according to any one of the claims 1 to 3, wherein the protection
device (630) is configured to carry out the measure for reducing the wear of the vacuum
pump (111) such that at least one limit value for outputting a warning and/or an error
message for at least one of the operating variables is reduced.
5. A vacuum pump (111) according to any one of the claims 1 to 4, wherein the protection
device (630) is configured to carry out the measure for reducing the wear of the vacuum
pump (111) by adjusting a state of at least one operating medium of the vacuum pump
(111).
6. A method (700) for operating a vacuum pump (111), wherein the method comprises that
a set of operating variables of the vacuum pump (111) is detected by means of a wear
recognition device (620) and a respective wear indicator for the vacuum pump (111)
is determined for each of the detected operating variables, said wear indicator indicating
the wear of at least one component (610) of the vacuum pump (111), wherein the at
least one component (610) can in particular be a rolling element bearing (181) of
the vacuum pump (111),
wherein the respective wear indicator assumes a respective numerical value which is
derived from the respective operating variable of the vacuum pump (111), and
a measure for reducing the wear of the vacuum pump (111) is carried out by means of
a protection device (630) if at least one of the wear indicators assumes a predetermined
state, i.e. exceeds a respective predetermined threshold value,
wherein the set of operating variables comprises a number of operating hours of the
vacuum pump (111), a temperature of the vacuum pump (111), a rotational speed of the
vacuum pump (111), a pressure in the vacuum pump (111) and an intensity of vibrations
of the vacuum pump (111), and
wherein the measure for reducing the wear of the vacuum pump (111) is carried out
by means of the protection device (630) such that a power consumption of the vacuum
pump (111) is limited.
7. A method (700) according to claim 6, wherein
the set of operating variables further comprises a state of at least one operating
medium of the vacuum pump (111) and a further wear indicator is determined based on
the state of the at least one operating medium.
8. A method (700) according to claim 6 or 7, wherein
the measure for reducing the wear of the vacuum pump (111) is carried out such that
at least one limit value for outputting a warning and/or an error message for at least
one of the operating variables is reduced.
9. A method (700) according to any one of the claims 6 to 8, wherein
the measure for reducing the wear of the vacuum pump (111) is carried out by adjusting
a state of at least one operating medium of the vacuum pump (111).
1. Pompe à vide (111), comprenant :
- un dispositif de détection d'usure (620) conçu pour détecter un ensemble de grandeurs
de fonctionnement de la pompe à vide (111) et pour déterminer, pour chacune des grandeurs
de fonctionnement détectées, au moins un indicateur d'usure de la pompe à vide (111),
qui indique l'usure d'au moins un composant (610) de la pompe à vide (111),
ledit au moins composant (610) pouvant être en particulier un palier de roulement
(181) de la pompe à vide (111),
l'indicateur d'usure respectif prenant une valeur numérique respective dérivée de
la grandeur de fonctionnement respective de la pompe à vide (111) ; et
- un dispositif de protection (630) ;
caractérisée en ce que le dispositif de protection (630) est conçu pour mettre en oeuvre une action visant
à réduire l'usure de la pompe à vide (111) lorsque l'un au moins des indicateurs d'usure
prend un état prédéterminé, c'est-à-dire lorsqu'il dépasse une valeur seuil respective
prédéterminée,
l'ensemble de grandeurs de fonctionnement incluant un nombre d'heures de fonctionnement
de la pompe à vide (111), une température de la pompe à vide (111), une vitesse de
rotation de la pompe à vide (111), une pression dans la pompe à vide (111) et une
intensité de vibrations de la pompe à vide, et
le dispositif de protection (630) étant conçu pour mettre en oeuvre l'action de réduction
de l'usure de la pompe à vide (111) de manière à limiter une consommation de puissance
de la pompe à vide (111).
2. Pompe à vide (111) selon la revendication 1,
dans laquelle l'ensemble de grandeurs de fonctionnement inclut en outre un état d'au
moins un agent de fonctionnement de la pompe à vide (111), et le dispositif de détection
d'usure (620) est conçu pour déterminer un autre indicateur d'usure à partir de l'état
dudit au moins un agent de fonctionnement.
3. Pompe à vide (111) selon la revendication 2,
dans laquelle l'état de l'agent de fonctionnement inclut la température d'un agent
de refroidissement et/ou la qualité d'un agent de lubrification pour ledit au moins
un composant (610) de la pompe à vide (111).
4. Pompe à vide (111) selon l'une des revendications 1 à 3,
dans laquelle le dispositif de protection (630) est conçu pour mettre en oeuvre l'action
de réduction de l'usure de la pompe à vide (111) de manière à réduire au moins une
valeur limite de l'émission d'un avertissement et/ou d'un message d'erreur pour l'une
au moins des grandeurs de fonctionnement.
5. Pompe à vide (111) selon l'une des revendications 1 à 4,
dans laquelle le dispositif de protection (630) est conçu pour mettre en oeuvre l'action
de réduction de l'usure de la pompe à vide (111) en adaptant un état d'au moins un
agent de fonctionnement de la pompe à vide (111).
6. Procédé (700) de fonctionnement d'une pompe à vide (111), le procédé comprenant les
étapes consistant à
détecter, au moyen d'un dispositif de détection d'usure (620), un ensemble de grandeurs
de fonctionnement de la pompe à vide (111), et déterminer, pour chacune des grandeurs
de fonctionnement détectées, un indicateur d'usure respectif pour la pompe à vide
(111), qui indique l'usure d'au moins un composant (610) de la pompe à vide (111),
ledit au moins un composant (610) pouvant être en particulier un palier de roulement
(181) de la pompe à vide,
l'indicateur d'usure respectif prenant une valeur numérique respective qui est dérivée
de la grandeur de fonctionnement respective de la pompe à vide (111), et
mettre en oeuvre une action de réduction de l'usure de la pompe à vide (111) au moyen
d'un dispositif de protection (630) lorsque l'un au moins des indicateurs d'usure
prend un état prédéterminé, c'est-à-dire lorsqu'il dépasse une valeur seuil respective
prédéterminée,
l'ensemble de grandeurs de fonctionnement incluant un nombre d'heures de fonctionnement
de la pompe à vide (111), une température de la pompe à vide (111), une vitesse de
rotation de la pompe à vide (111), une pression dans la pompe à vide (111) et une
intensité de vibrations de la pompe à vide (111), et
l'action de réduction de l'usure de la pompe à vide (111) étant mise en oeuvre au
moyen du dispositif de protection (630) de manière à limiter une consommation de puissance
de la pompe à vide (111).
7. Procédé (700) selon la revendication 6,
dans lequel l'ensemble de grandeurs de fonctionnement inclut en outre un état d'au
moins un agent de fonctionnement de la pompe à vide (111), et un autre indicateur
d'usure est déterminé à partir de l'état dudit au moins un agent de fonctionnement.
8. Procédé (700) selon la revendication 6 ou 7,
dans lequel l'action de réduction de l'usure de la pompe à vide (111) est mise en
oeuvre de manière à réduire au moins une valeur limite de l'émission d'un avertissement
et/ou d'un message d'erreur pour l'une au moins des grandeurs de fonctionnement.
9. Procédé (700) selon l'une des revendications 6 à 8,
dans lequel l'action de réduction de l'usure de la pompe à vide (111) est mise en
oeuvre en adaptant un état d'au moins un agent de fonctionnement de la pompe à vide
(111).