[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, insbesondere einen so genannten Rollenquerschneider,
zur Bildung eines Schuppenstroms von unter- oder überlappenden Bögen, insbesondere
von Papier- oder Kartonbögen, mit einer Transporteinrichtung zum Transport von Bögen,
mit einer Schuppeinrichtung zur bereichsweisen Unter- oder Überlappung der Bögen,
mit einer in Transportrichtung der Bögen der Schuppeinrichtung nachfolgend Bremseinrichtung
zum Abbremsen von geschuppten Bögen, insbesondere durch Ausbildung eines Bremsspaltes
für den Durchlauf von geschuppt zusammengeführten Bögen, und mit einer der Schuppeinrichtung
vorgelagerten Querschneideeinrichtung zum Schneiden eines Materialbandes in einzelne
Bögen. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Bildung eines Schuppenstroms
von unter- oder überlappenden Bögen, insbesondere von Folien, Papier- oder Kartonbögen,
weiter insbesondere zur Bildung eines Schuppenstroms von mit einem Querschneider aus
einem Materialband geschnittenen einzelnen Bögen, wobei vereinzelte Bögen zu einer
Schuppeinrichtung transportiert und bereichsweise unter- oder überlappt werden, um
einen Schuppenstrom zu erzeugen, und wobei die geschuppten Bögen mit einer in Transportrichtung
der Bögen der Schuppeinrichtung nachfolgenden Bremseinrichtung abgebremst werden.
[0002] Ein Rollenquerschneider ist beispielsweise aus der
DE 101 03 040 A1 bekannt. Mit dem bekannten Rollenquerschneider können Papier- oder Kartonbögen als
quasi endloses Band in Form einer Papierrolle bereitgestellt werden. Mithilfe einer
Zuführeinrichtung mit Rollen oder Walzen wird das Band einer Querschneideeinrichtung
zugeführt und dort in Bögen mit definierter Länge geschnitten. Häufig ist der Zuführeinrichtung
ein Papierspeicher vorgeschaltet, um eine bestimmte Bahnlänge des Papiers vorzuhalten.
Die geschnittenen Bögen werden mithilfe von schnell laufenden Transportbändern einer
Schuppeinrichtung zur Bildung einer Unterlappung der Bögen zugeführt. Die Schuppeinrichtung
beinhaltet eine Anhebewelle und ein darüber angeordnetes Saugband. Die durch die Schuppeinrichtung
laufenden Bögen werden an einer definierten Stelle der Bögen, insbesondere bezogen
auf die Hinterkante der Bögen von der Anhebewelle gegenüber der Transportebene angehoben
und an das darüber angeordnete Saugband gedrückt. Das Saugband weist eine geringere
Umlaufgeschwindigkeit als die schnell laufenden Transportbänder auf, die die Bögen
von der Querschneideeinrichtung weiter transportieren. Der Bogen wird somit abgebremst,
wenn die Hinterkante des Bogens von der Anhebewelle an das darüber angeordnete Saugband
gedrückt und von diesem gehalten wird. Die Schuppeinrichtung wirkt hierbei als erste,
hintere Bremseinheit.
[0003] Der Schuppeinrichtung ist in Transportrichtung des Schuppenstroms eine Bremseinrichtung
als zweite, vordere Bremseinheit nachgeordnet. Eine solche Bremseinrichtung ist beispielsweise
in der
DE 38 12 685 A1 beschrieben. Die Bremseinrichtung kann wenigstens eine so genannte Nipprolle aufweisen,
die zusammen mit einem Transportband, einer weiteren Rolle oder einer Walze einen
Bremsspalt bildet. Der Abstand zwischen der Bremseinrichtung und der Schuppeinrichtung
ist so eingestellt, dass die Bogenvorderkante eines Bogens vorzugsweise gerade in
den Bremsspalt der Bremseinrichtung einläuft und verzögert wird, wenn der hintere
Bogenbereich, insbesondere die Hinterkante des Bogens, von der Anhebewelle der Schuppeinrichtung
an das Saugband gedrückt wird. Der Bogen wird auf diese Weise vorzugsweise zeitgleich
von der Nipprolle im vorderen Bogenbereich und von dem Saugband der Schuppeinrichtung
im hinteren Bogenbereich abgebremst bzw. verzögert. Durch das gleichzeitige Abbremsen
des Bogens im Bereich seiner Vorder- und Hinterkante wird eine Wellenbildung des Bogens
beim Abbremsen verhindert. Der nachlaufende Bogen weist eine höhere Geschwindigkeit
auf als der bereits hochgeschlagene, vorlaufende Bogen. Da der vorlaufende Bogen mit
seiner Hinterkante an dem Saugband hochgehalten wird, kann die Vorderkante des nachlaufenden
Bogens unter den vorlaufenden Bogen gefördert werden. Somit kommt es aufgrund der
Geschwindigkeitsdifferenz zwischen dem vor- und nachlaufenden Bogen zu einer Unterlappung
der Bögen. Auf diese Weise wird ein kontinuierlicher Schuppenstrom erzeugt. Im Anschluss
an die Bremseinrichtung wird der durch die unterlappten Bögen gebildete Schuppenstrom
mit gleicher Geschwindigkeit und gleicher Schuppenlänge der unterlappten Bögen auf
einen Übergabetisch mit langsam laufenden Transportbändern zu einer weiterverarbeitenden
Maschine weitertransportiert.
[0004] Die Bögen werden, wie im vorangehenden Absatz beschrieben, etwa zeitgleich an ihrer
Vorder- und Hinterkante abgebremst. Insbesondere bei langen Bogenformaten kann es
zum Durchhängen der Bögen kommen, wobei ein durchhängender vorlaufender Bogen einen
nachfolgenden Bogen in seiner Vorwärtsbewegung behindern kann. Dies kann zu Problemen
bei der Positioniergenauigkeit der nachlaufenden Bögen am Bremsspalt führen. Um ein
Durchhängen der Bögen zu verhindern, werden die Bögen bei der oben beschrieben Unterlappung
nach dem Hochdrücken durch die Schlägerwelle vom Saugband angezogen, gehalten und
darüber gestrafft bzw. gespannt.
[0005] Ein Spannen der Bögen wird dadurch realisiert, dass die Geschwindigkeit des Saugbandes
etwas geringer als die Geschwindigkeit der Nipprollen der Bremseinrichtung eingestellt
wird. Aufgrund der Zugkräfte, die durch die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen den
Nipprollen und dem Saugband auf den Bogen ausgeübt werden, wird der Bogen gespannt
und das Durchhängen verringert. Wird der vorlaufende Bogen aus dem Eingriffsbereich
des Saugbandes gefördert, wird dieser nicht mehr vom Saugband gehalten. Ein herunterfallender
Bogen würde die Vorderkante des nachlaufenden Bogens derart behindern, dass eine lage-
bzw. positionsdefinierte Unterschuppung nicht mehr möglich wäre. Aufgrund der höheren
Reibung, verursacht durch das Eigengewicht des vorlaufenden Bogens, würde der schneller
laufende nachfolgende Bogen in seiner Vorwärtsbewegung behindert werden. Aus diesem
Grund verbleibt ein mit seiner Hinterkante hochgeschlagene Bogen länger als einen
Takt im Wirkbereich des Saugbandes. Ein Takt bezeichnet die Zeitdauer zwischen dem
Hochschlagen eines ersten vorlaufenden Bogens und dem Hochschlagen eines zweiten nachlaufenden
Bogens. Somit ist sichergestellt, dass der vorlaufende Bogen, wenn er den Einflussbereich
des Saugbandes verlässt, von einem nachlaufenden, hochgeschlagenen und bereits angesaugten
Bogen weiter hochgehalten wird, da sich die Hinterkante des nachlaufenden Bogens dann
bereits im Wirkbereich des Saugbandes befindet und der nachlaufende Bogen den vorlaufenden
Bogen hochhält. Das Saugband muss demnach eine ausreichend hohe Saugleistung aufbringen,
um sowohl die hochgeschlagenen Bögen als auch die von den hochgeschlagenen Bögen gehalten
Bogen sicher halten zu können.
[0006] Mit zunehmender Bogenlänge steigt das Gewicht des vorlaufenden Bogens, welches von
dem nachlaufenden Bogen getragen werden muss. Somit steigt bei großen Bogenformaten
die Gefahr des Durchhängens der Bögen. Des Weiteren ist es trotz der Geschwindigkeitsdifferenz
zwischen den langsam laufenden Transportbändern und dem bogenhinterkantenführenden
Saugband der Schuppeinrichtung nicht möglich, ein Durchhängen der Bögen vollständig
zu verhindern. Aus diesem Grund kommt es insbesondere bei langen Bogenformaten zu
einem stärkeren Durchhängen der vorlaufenden Bögen, wodurch eine Bremswirkung auf
die Vorderkante des nachfolgenden Bogens durch Reibkontakt erzeugt werden kann. Dies
wirkt sich negativ auf die Positionierung und Lage des nachlaufenden Bogens aus. Ein
verrutschter bzw. nicht optimal liegender Bogen im Schuppenstrom kann zu Positionsfehlern
bis hin zur Beschädigung des Bogens, aber auch zu einem Stillstand der gesamten Vorrichtung
führen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren jeweils
der eingangs genannten Art zur Verfügung zustellen, die einen exakten bzw. definierten
Zulauf eines nachlaufenden Bogens im Bogenstrom in die Bremseinrichtung ermöglichen.
Darüber hinaus sollen auch bei hohen Transportgeschwindigkeiten Beschädigungen durch
ein nicht exaktes Einlaufen der Bögen in die Bremseinrichtung sicher vermieden werden.
[0008] Die vorgenannte Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass im Bereich zwischen der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung
eine vorzugsweise unterhalb der Transportebene der Bögen ausgebildete Ansaugstrecke
zum Weitertransport der Bogenvorderkante eines im Schuppenstrom nachlaufenden Bogens
in die Bremseinrichtung vorgesehen ist. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist dementsprechend
vorgesehen, dass die nachlaufenden Bögen eines Schuppenstroms unter der Wirkung einer
Ansaugung vorzugsweise von unten in die Bremseinrichtung transportiert werden.
[0009] Der Erfindung liegt der Grundgedanke zugrunde, die Vorderkannten der nachfolgenden
Bögen mittels einer Ansaugung im Bereich zwischen der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung
definiert der Bremseinrichtung zuzuführen. Die Bogenvorderkante eines nachlaufenden
Bogens wird hierbei zumindest abschnittsweise relativ zu einem vorlaufenden Bogen
weiterbewegt, wobei die Bogenvorderkante bei einer Unterschuppung von unten angesaugt
wird und sich unterhalb von einem vorlaufenden Bogen befindet. Bei einer Überschuppung
wird die Bogenvorderkante eines nachlaufenden Bogens von oben angesaugt und befindet
sich dann oberhalb von dem vorlaufenden Bogen. Die Positionsgenauigkeit der Vorderkante
und damit des gesamten Bogens wird hierdurch deutlich erhöht. Mithilfe der Erfindung
kann auch eine Beschädigung des Bogens im Bremspunkt verhindert werden, die durch
Positionsungenauigkeiten der Vorderkante entstehen können.
[0010] Die Ansaugstrecke wird beispielsweise bei der Unterschuppung durch Erzeugung eines
Unterdrucks unterhalb der Transportebene der Bögen ausgebildet. Es versteht sich,
dass die erfindungsgemäße Lösung entsprechend angepasst auch in Zusammenhang mit der
Überschuppung der Bögen zu verwirklichen ist.
[0011] Zur Ausbildung einer Ansaugstrecke ist wenigstens eine Ansaugeinrichtung vorgesehen.
Beispielsweise kann die Ansaugeinrichtung mit wenigstens einem Saugband zusammenwirken,
das in Transportrichtung bewegt wird und zum Weitertransport der Bögen nach dem Passieren
der Schuppeinrichtung dient. Der Unterdruck, den die Ansaugeinrichtung erzeugt, ist
derart ausgebildet, dass wenigstens die Vorderkante bzw. ein Bereich der Vorderkante
eines Bogens derart festgehalten wird, dass der Bogen in einer gewünschten Lage positionsgenau
transportiert wird.
[0012] Vorzugsweise wird die Ansaugstrecke durch eine Mehrzahl von Saugbändern gebildet,
die quer zur Transportrichtung hintereinander angeordnet sind und parallel zueinander
verlaufen. Über die Saugbänder werden die Bögen angesaugt und transportiert. Jedem
der Saugbänder kann dabei eine eigene Ansaugeinrichtung zugeordnet sein. Es ist jedoch
auch möglich, dass lediglich eine einzige Ansaugeinrichtung, beispielsweise ein Saugkasten,
vorgesehen ist, über die eine Unterdruckerzeugung für alle Saugbänder erfolgt. Alternativ
ist es auch möglich, dass die Ansaugstrecke durch mehrere Transportbänder gebildet
wird, die quer zur Transportrichtung hintereinander angeordnet sind und parallel zueinander
verlaufen, wobei über die Transportbänder dann kein Unterdruck erzeugt wird. Zur Unterdruckerzeugung
können bei dieser Ausführungsform zwischen den Transportbändern liegende Ansaugzonen
ausgebildet sein. Die Ansaugeinrichtung ist dann dazu ausgebildet, im Bereich der
Ansaugzonen einen Unterdruck zu erzeugen, der auf die Bögen wirkt und diese während
des Bogentransports mittels der Transportbänder gegen die Transportbänder zieht.
[0013] Ein Bogen, der mit seiner Vorderkante in den Bereich der Ansaugstrecke gelangt, wird
wenigstens im Bereich der Bogenvorderkante angezogen und somit in einer definierten
Lage in Transportrichtung der Bögen transportiert. Die Vorderkante des Bogens ist
dabei auf wenigstens einem Saugband bzw. Transportband derart fixiert, dass ein Ablösen
der Vorderkante des Bogens während des Transports nicht erfolgt. Aus diesem Grund
kann die Bogenvorderkante ohne Beschädigung in einen Bremsspalt der Bremseinrichtung
transportiert werden. Bei der Unterschuppung kann die Hinterkante des Bogens in der
Schuppeinrichtung gleichzeitig mit dem Eintritt der Bogenvorderkante in die Bremseinrichtung
von einer Schlägerwelle der Schuppeinrichtung gegen ein darüber angeordnetes Saugband
der Schuppeinrichtung gedrückt werden. Die Hinterkante des Bogens wird dann vom Saugband
der Schuppeinrichtung hochgehalten und gleichzeitig im Bereich der Bogenvorderkante
und der Bogenhinterkante abgebremst. Der nachlaufende Bogen kann sich weiterhin auf
der schnell laufenden Transporteinrichtung befinden, wobei wenigstens der Bereich
seiner Vorderkante in den Bereich der Ansaugstrecke gelangt. Der nachlaufende Bogen
wird dabei mit einer höheren Geschwindigkeit relativ zum vorlaufenden Bogen mit einer
definierten Lage bzw. Position in Transportrichtung der Bögen unterhalb von dem vorlaufenden
Bogen zur Bremseinrichtung gefördert. Ein Ablösen der Vorderkante des Bogens von der
Ansaugstrecke wird somit verhindert. Der nachlaufende Bogen kann somit ohne Beeinträchtigung
und ohne Kollision mit dem vorlaufenden Bogen unterhalb von dem vorlaufenden Bogen
zur Bremseinrichtung gefördert werden. Auf diese Weise wird eine Unterschuppung des
Bogenstroms erreicht. Dem Fachmann ist bekannt, dass bei einer anderen Anordnung auch
eine Überschuppung des Bogenstroms erreicht werden kann. Somit bezieht sich die Erfindung
explizit sowohl auf eine Unterschuppung als auch eine Überschuppung des Bogenstroms.
[0014] Vorzugsweise ist eine weitere Ansaugstrecke zwischen dem Querschneider und der Schuppeinrichtung
vorgesehen. Die Ansaugstrecke zwischen der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung
und die weitere Ansaugstrecke können mit derselben Ansaugeinrichtung ausgebildet werden
oder mit mehreren separaten Ansaugeinrichtungen. Die weitere Ansaugstrecke dient dazu,
die Bögen in einer gewünschten Position und Lage auf definierte Weise vom Querschneider
zur Schuppeinrichtung zu transportieren. Hierdurch wird eine hohe Positionsgenauigkeit
der Bögen erreicht, die notwendig ist, da sowohl der Querschneider als auch die Schuppeinrichtung
im gleichen Takt wie die weiterverarbeitenden Maschine arbeiten müssen. Aufgrund dieser
Taktung ist es wichtig, dass die Bogenvorderkante zu jedem Zeitpunkt eine zu dem Zeitpunkt
definierte Lage bzw. eine definierte Position einnimmt. Die Positionsgenauigkeit bezieht
sich selbstverständlich auf den gesamten Bogen.
[0015] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass die Ansaugstrecke zwischen der Schuppeinrichtung
und der Bremseinrichtung und die weitere Ansaugstrecke im Bereich der Schuppeinrichtung
unterbrochen sind. Zwischen der Ansaugstrecke zwischen der Schuppeinrichtung und der
Bremseinrichtung und der weiteren Ansaugstrecke liegt dann in der Transportebene der
Bögen ein Bereich vor, in dem kein Unterdruck oder ein deutlich geringerer Unterdruck
erzeugt wird. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn ein Hochschlagen der Bogenhinterkante
mittels Schlägerwelle erfolgt. Auf diese Weise wird das Hochschlagen der Hinterkante
eines Bogens erleichtert, da auf die Hinterkante des Bogens beim Hochschlagen keine
oder eine deutlich verringerte Saugkraft wirkt. Die Ansaugstrecke ist dabei derart
ausgebildet, dass der Bogen wenigstens im Bereich der Vorderkante angesaugt wird und
lagedefiniert in Transportrichtung gefördert wird, während und nachdem die Bogenhinterkante
von der Schlägerwelle erfasst und an das darüber liegende Saugband der Schuppeinrichtung
gedrückt wird. Da im Bereich der Schlägerwelle der Schuppeinrichtung keine oder deutlich
verringerte Saugkraft auf den Bogen wirkt, werden die Belastungen, die ein Bogen beim
Hochschlagen erfährt, reduziert. Eine hohe Saugwirkung auf die Hinterkante eines Bogens
beim Hochschlagen könnte dazu führen, dass der Bogen beim Hochschlagen beschädigt
wird oder aus seiner definierten Lage verrutscht.
[0016] In vorteilhafter Weise ist das Druckniveau im Bereich der Ansaugstrecke zwischen
der Schuppeinrichtung der Bremseinrichtung weniger stark abgesenkt als im Bereich
der weiteren Ansaugstrecke zwischen Querschneider und Schuppeinrichtung. Weniger stark
bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Druckdifferenz zwischen dem an der Ansaugstrecke
zwischen der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung erzeugten Unterdruck und dem
Umgebungsdruck weniger stark ausgebildet ist als im Bereich der weiteren Ansaugstrecke.
Dies führt dazu, dass der Bogen im Bereich zwischen dem Querschneider und der Schuppeinrichtung
mit einer hohen Kraft angezogen wird, um eine hohe Lagegenauigkeit zu erreichen. Im
Bereich der Ansaugstrecke zwischen der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung
wird der Bogen, bzw. wenigstens die Vorderkante des Bogens, weniger stark angezogen.
Die unterschiedlichen Unterdruckniveaus beidseitig der Schuppeinrichtung ermöglichen
einen exakten und schnellen Bogentransport vom Querschneider bis zur Bremseinrichtung.
[0017] Es kann zweckmäßig sein, wenn im Bereich der Ansaugstrecke zwischen der Schuppeinrichtung
und der Bremseinrichtung eine Druckabsenkung gegenüber dem Umgebungsdruck von weniger
als 2 mbar, vorzugsweise von weniger 1 mbar, weiter vorzugsweise von weniger als 0,5
mbar, besonders bevorzugt von weniger als 0,1 mbar, erfolgt. Die Druckabsenkung kann
jedoch auch deutlich höher sein und es kann eine Druckabsenkung gegenüber dem Umgebungsdruck
von 0,5 bis 10 mbar, vorzugsweise zwischen 1 bis 5 mbar, insbesondere bis 2 mbar,
vorgesehen sein. Durch eine Druckabsenkung wird in vorteilhafter Weise erreicht, dass
die Bogenvorderkante und damit der gesamte Bogen in einer definierten Lage transportiert
werden kann.
[0018] In weiter vorteilhafter Weise erfolgt im Bereich der weiteren Ansaugstrecke, d.h.
im Bereich zwischen Querschneider und Schuppeinrichtung, eine zehnfach bis hundertfach
größere Druckabsenkung als im Bereich zwischen der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung.
Durch den stärkeren Unterdruck werden die Bögen positionsgenau vom Querschneider zur
Schuppeinrichtung transportiert.
[0019] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Schuppeinrichtung in und/oder entgegen
der Transportrichtung der Bögen schnittlängenabhängig verstellbar ausgebildet. Dies
ermöglicht ein einfaches Anpassen der Vorrichtung an ein geändertes Bogenformat. Der
Begriff "schnittlängenabhängig" bezieht sich auf eine Änderung der Anordnung der Schuppeinrichtung
relativ zum Querschneider und, vorzugsweise, relativ zur Bremseinrichtung, für einen
Formatwechsel des Bogens. In einer weiter vorteilhaften Ausführungsform ist die Bremseinrichtung
in und/oder entgegen der Transportrichtung der Bögen unverstellbar ausgebildet. Somit
ist der Abstand zwischen dem Übergabepunkt und der Bremseinrichtung für jedes Bogenformat
gleich, also schnittlängenunabhängig.
[0020] Die Schuppeinrichtung kann dann in Abhängigkeit von der aktuellen (neuen) Bogenlänge
relativ zu der Bremseinrichtung in oder entgegen der Transportrichtung der Bögen verfahren,
versetzt oder verschoben werden, so dass bei jeder einstellbaren Bogenlänge ein vorlaufender
Bogen ungefähr gleichzeitig vorne von der Bremseinrichtung und hinten von der Schuppeinrichtung
gebremst wird. Insbesondere wird es ermöglicht, den Abstand zwischen dem Übergabepunkt
und der Bremseinrichtung bzw. die Übergabelänge bei einem Formatwechsel konstant zu
halten, wobei die Bremseinrichtung bei einem Formatwechsel vorzugsweise nicht verstellt
wird. Stattdessen wird der Abstand zwischen der vorzugsweise ortsfest angeordneten
Bremseinrichtung und der Schuppeinrichtung durch Verstellen der Schuppeinrichtung
an die tatsächliche Bogenlänge angepasst. So bleibt der Abstand zwischen dem vorderen
Übergabepunkt der Bögen an eine Bogenverarbeitungsmaschine und der Bremseinrichtung
bzw. die Übergabelänge für unterschiedliche Formate bzw. Schnittlängen gleich, was
zu einer erheblichen Vereinfachung bei der Einstellung der Vorrichtung auf ein anderes
Bogenformat führt. Insbesondere entfällt bei gleichbleibender Übergabelänge die Notwendigkeit,
die Überlappungslänge der Bögen im Schuppenstrom bei einem Formatwechsel zu verändern.
[0021] Darüber hinaus lässt sich ein definierter Stopppunkt der Vorrichtung definieren,
der für jedes Bogenformat gleich ist. Der Schuppungsgrad bzw. die Überlapplänge kann
bei einem feststehenden Abstand zwischen dem Übergabepunkt und der Bremseinrichtung
für jedes Bogenformat gleichgehalten werden. Die Länge zwischen dem Übergabepunkt
und der Bremseinrichtung entspricht genau einem ganzzahligen Vielfachen der Schuppungslänge.
Bei einem Stopp befindet sich der vorlaufende Bogen immer im Einflussbereich des Saugbandes,
wodurch es dem nachfolgenden Bogen ermöglicht wird, sich unter den vorlaufenden Bogen
zu schieben. Bei einem Systemstopp kann ein nachlaufender Bogen unter den vorlaufenden
Bogen weitertransportiert werden. Dadurch wird es möglich, die schnell laufenden Bänder
weniger stark bzw. weniger schnell abbremsen zu müssen als die langsam laufenden Bänder,
da die Überlappungslänge als Puffer für den nachlaufenden Bogen fungiert. Die Materialbeanspruchung
der schnell laufenden Bänder und ihrer Bremseinheiten kann dadurch deutlich verringert
werden. Da die Gefahr eines unkontrollierten Verrutschens eines Bogens durch die verringerte
Abbremsung minimiert wird, muss das Abbremsen der Bögen weniger stark unterstützt
werden. Hierdurch kann der Energiebedarf bei einem Systemstopp weiter reduziert werden.
Beim Wiederanfahren der Vorrichtung können die langsam laufenden Bänder zeitlich kurz
vor den schnell laufenden Bändern angetrieben werden, wodurch die richtige Phasenlage
in der Vorrichtung wieder hergestellt wird. Phasenlage bedeutet in diesem Zusammenhang,
dass die relative Position der Bögen zu der Schlägerwelle und der Position der Messer
auf der Querschneideeinrichtung jederzeit eine feste Position relativ zueinander einnehmen.
Ein Systemstart ist also in einfacher Weise und in kurzer Zeit möglich.
[0022] Darüber hinaus kann ein Anhalten der Vorrichtung verhindert werden, bei der sich
die Querschneideeinrichtung gerade im Schnitt befindet. Ein Anhalten der Vorrichtung,
während die Querschneideeinrichtung gerade den Schnitt durchführt, kann zu einer unkontrollierten
Beschädigung des Bogens und/oder der Materialbahn führen. Insofern ist ein Anhalten
der Vorrichtung im Schnitt zu vermeiden. Da der nachlaufende Bogen die Schuppungslänge
bzw. die Überlappungslänge als Puffer gegenüber dem vorlaufenden bereits hochgeschlagenen
Bogen aufweist, können die langsam laufenden Transportbänder und die Querschneideeinrichtung
derart gezielt gestoppt werden, dass ein Anhalten der Querschneideeinrichtung außerhalb
des Schnittes erfolgt.
[0023] Vorteilhafterweise weist die Transporteinrichtung wenigstens ein Saugband auf, insbesondere
eine Bänderanordnung mit mehreren parallel zueinander laufenden Saugbändern, wobei
das Saugband in Transportrichtung der Bögen kontinuierlich vom Querschneider bis zur
Bremseinrichtung, d.h. über beide Ansaugstrecken und den Bereich der Schuppeinrichtung,
geführt ist. Somit erstreckt sich lediglich ein vorzugsweise schnell laufendes Saugband
bzw. lediglich eine Bänderanordnung über die beiden Ansaugstrecken und den Bereich
der Schuppeinrichtung. Hierdurch wird eine leichte und einfache Steuerung erreicht.
Eine Synchronisierung von in Transportrichtung nacheinander angeordneten Bänderstrecken
ist somit nicht notwendig. Alternativ können aber auch voneinander getrennte Bänderstrecken
vorgesehen sein, um den Bogentransport im Bereich der beiden Ansaugstrecken zu ermöglichen.
[0024] Vorteilhafterweise ist wenigstens eine Ansaugeinrichtung zur Ausbildung einer Ansaugstrecke
vorgesehen, wobei die Ansaugeinrichtung ein Saugprofil oder einen Saugkasten aufweist.
Durch den Einsatz eines Saugprofils bzw. eines Saugkastens kann der erzeugte Unterdruck
zielgerichtet und lokal begrenzt erzeugt werden. Vorteilhafterweise ist ein durchgehendes
Saugprofil, insbesondere eine Anordnung von mehreren quer zur Transportrichtung der
Bögen hintereinanderliegenden Saugprofilen, oder ein durchgehender Saugkasten zur
Druckabsenkung und Ausbildung der Ansaugstrecke zwischen der Schuppeinrichtung und
der Bremseinrichtung und zur Ausbildung der weiteren Ansaugstrecke vorgesehen. Ein
durchgehendes Saugprofil vom Querschneider bis zur Bremseinrichtung ermöglicht in
einfacher Weise eine einfache Abdichtung und eine Anpassung der Unterdruckerzeugung
über die Profillänge in Transportrichtung der Bögen.
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform ist über die Länge des Saugprofils oder Saugkastens
im Bereich der Schuppeinrichtung eine nicht-stetige bzw. nichtkontinuierliche Verringerung
der Druckabsenkung bzw. ein sprunghafter Druckabfall vorgesehen. Dies bedeutet, dass
der Unterdruck im Saugprofil im Bereich der Überlappungseinrichtung von einem tieferen
Unterdruck in Transportrichtung der Bögen vor der Schuppeinrichtung auf einen weniger
tiefen Unterdruck nach der Schuppeinrichtung ansteigt. Zu diesem Zweck kann ein einiges
unterbrechungsloses Saugprofil oder ein einziger, unterbrechungsloser bzw. durchgängiger
Saugkasten vorgesehen sein, wobei das Unterdruckniveau im Saugprofil oder Saugkasten
von einer Sperre bzw. Dichtung geteilt wird. Mit anderen Worten ausgedrückt lässt
sich die Länge der Ansaugstrecken durch eine Veränderung der Position der Sperre verändern.
Die Sperre bzw. die Dichtung verursacht eine nicht-stetige Veränderung der Druckabsenkung
über die Länge des Saugprofils oder Saugkastens. Die Position der sprunghaften Druckzunahme
im Saugprofil oder Saugkasten in Transportrichtung der Bögen kann durch die bewegliche
Sperre in einfacher Weise verändert und insbesondere bei in Abhängigkeit vom Bogenformat
verstellbar ausgebildeter Schuppeinrichtung auf die Position der Schuppeinrichtung
ausgerichtet werden.
[0026] In einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die bewegliche Sperre
bzw. Dichtung zusammen mit der Schuppeinrichtung in und/oder entgegen der Transportrichtung
der Bögen verstellbar ausgebildet. Die gemeinsame Verstellbarkeit kann dadurch erreicht
werden, dass ein gemeinsamer Wagen für die Schuppeinrichtung und die bewegliche Dichtung
bzw. Sperre vorgesehen ist, wobei der gemeinsame Wagen in und/oder entgegen der Transportrichtung
der Bögen verstellbar ausgebildet ist. Der Ort der nicht-stetigen Druckänderung wandert
bei Verstellung der Schuppeinrichtung mit der Position der Schuppeinrichtung in oder
entgegen der Transportrichtung der Bögen. Damit ist sichergestellt, dass jedenfalls
am Ort der Schuppeinrichtung stets ein weniger tiefes Druckniveau vorliegt als im
Bereich zwischen Querschneider und Schuppeinrichtung.
[0027] Alternativ kann zur Ausbildung einer längenveränderlichen Ansaugstrecke zwischen
der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung wenigstens ein teleskopierbares Saugprofil
und/oder es können wenigstens zwei miteinander kämmende Saugprofile vorgesehen sein.
Teleskopierbare und/oder kämmende Saugprofile stellen einfache mechanische Ausgestaltungen
von in der Länge veränderbaren Ansaugvorrichtungen dar. Teleskopierbar bedeutet in
diesem Fall, dass mehrere komplementär ausgebildete Saugprofile ineinander verschoben
werden können und somit die Länge des gesamten Saugprofils verändert werden kann.
Hierbei muss sichergestellt sein, dass die beiden komplementären, ineinander greifenden
Saugprofile dicht miteinander verbunden sind, beispielsweise mithilfe einer dynamischen
Dichtung, so dass über die Länge des Saugprofils ein im wesentlichen gleiches Druckprofil
erreicht werden kann.
[0028] Die Ansaugstrecke kann auch aus alternierend angeordneten Saugprofilen gebildet werden,
wobei ein erstes Saugprofil in Transportrichtung von der Schuppeinrichtung und ein
zweites Saugprofil entgegen der Transportrichtung von der Bremseinrichtung ausgeht
und sich die beiden Saugprofile zumindest abschnittsweise quer zur Transportrichtung
überlappen. Die beiden Saugprofile können derart kämmend gegeneinander verschoben
werden, bis die Vorderkante des einen Saugprofils die Hinterkante des anderen Saugprofils
und umgekehrt erreicht. Dann wird die maximale Länge der Ansaugstrecke erreicht.
[0029] Beide oben genannten Möglichkeiten zur Ausbildung einer längenveränderlichen Ansaugstrecke
zwischen der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung lassen auch eine verstellbare
Anordnung der Bremseinrichtung relativ zur Schuppeinrichtung zu. Soll die Bremseinrichtung
in und/oder entgegen der Transportrichtung der Bögen verstellt werden, beispielsweise
um die Vorrichtung an ein geändertes Bogenformat anzupassen, kann die Ansaugstrecke
zwischen der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung auf einfache Weise an die
veränderte Länge zwischen der Schuppeinrichtung und der Bremseinrichtung angepasst
werden.
[0030] Die zuvor beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung können bedarfsweise miteinander
kombiniert werden. Der Offenbarungsgehalt der Erfindung ist nicht auf die durch die
gewählte Absatzformatierung vorgegebenen Kombinationen von Erfindungsmerkmalen beschränkt.
[0031] Weitere Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnungen und der Zeichnungen
selbst. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für
sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der vorliegenden Erfindung, unabhängig
von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehungen.
[0032] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert; es zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Bildung eines Schuppenstroms von
unterlappenden Bögen nach dem Stand der Technik in einer Seitenansicht,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Bildung eines
Schuppenstroms von unterlappenden Bögen im Betriebszustand in einer Seitenansicht,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Bildung eines Schuppenstromes von unterlappenden Bögen im Betriebszustand
in einer Seitenansicht und
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Bildung eines Schuppenstroms von unterlappenden Bögen im Betriebszustand
in einer Seitenansicht.
[0033] In Fig. 1 ist schematisch eine aus dem Stand der Technik bekannte Vorrichtung 1 zur
Bildung eines Bogenstroms 2 von unterlappenden Bögen 3 aus Papier, Folie oder Karton
gezeigt. Die Vorrichtung 1 weist eine nicht dargestellte Zuführeinrichtung auf, die
ein quasi endloses Papier- oder Kartonband 4 fördert. Das Band wird mit einer nicht
dargestellten Abrolleinrichtung von einer Papier- oder Papprolle auf einer Zuführseite
bereitgestellt und kann durch einen zwischen geschalteten Papierspeicher geführt werden.
Eine der nicht dargestellten Zuführeinrichtung in Transportrichtung X der Bögen 3
nachgeschaltete Querschneideeinrichtung 5 schneidet das Band 4 in Bögen 3 definierter
Länge. Die Querschneideeinrichtung 5 ist in Form einer drehbar gelagerten Welle 6
ausgebildet, die an ihrem Umfang eine Schneide 7 aufweist. Befinden sich die auf der
Welle 6 angeordnete Schneide 7 und eine feststehende Schneide 8 im Eingriff, wird
das Band 4 geschnitten. Über die Veränderung der Drehgeschwindigkeit der Welle 6 sowie
über die Zuführgeschwindigkeit kann die Bogenlänge eingestellt werden.
[0034] Die Bögen 3 werden in Transportrichtung X auf einer Bänderstrecke mit wenigstens
einem schnell laufenden Transportband 9 weitertransportiert. Vorzugsweise ist eine
Bänderstrecke mit mehreren Transportbändern 9 vorgesehen, die quer zur Transportrichtung
X hintereinander liegen und voneinander beabstandet sind. Nachfolgende Ausführungen
zum Transportband 9 bezeigen sich auf diese Bänderstrecke.
[0035] Eine der Querschneideeinrichtung 5 nachfolgende Schuppeinrichtung 10 besteht aus
einer Anhebeeinheit 11 und einer Verzögerungseinheit 12. Die Verzögerungseinheit 12
weist wenigstens ein oberhalb der Transportebene Y der Bögen 3 angeordnetes Saugband
13 auf. Das Saugband 13 wird gebildet durch ein mit Löchern versehenes Transportband,
das mit einem vakuumerzeugenden Saugkasten 14 zusammenwirkt. Die Anhebeeinheit 11
weist eine Schlägerwelle 15 mit wenigstens einem Schläger 16 auf. Der Schläger 16
der Anhebeeinheit 11 drückt bei jeder Umdrehung der Schlägerwelle 15 einen Bogen 3
an das Saugband 13. Da das Saugband 13 mit einer geringeren Geschwindigkeit bewegt
wird als das schnell laufende Transportband 9, wird die Vorderkante eines nachlaufenden
Bogens 3 unter die angehobene Hinterkante eines vorlaufenden Bogens 3 befördert. Mit
der nächsten Umdrehung der Schlägerwelle 16 wird der nachlaufende Bogen 3 an der Hinterkante
angehoben, so dass der weiter nachlaufende Bogen 3 unter den nachlaufenden Bogen 3
gefördert werden kann. Auf diese Weise wird ein Bogenstrom 2 von unterlappenden Bögen
3 erzeugt. Befindet sich die Hinterkante des vorlaufenden Bogens 3 nicht mehr im Eingriffsbereich
des Saugbandes 13, wird der vorlaufenden Bogen 3 von dem nachlaufenden Bogen 3 oberhalb
der Transportebene gehalten, da der nachlaufenden Bogen 3 bereits vom Saugband 13
hochgehalten wird, bevor der vorlaufenden Bogen 3 den Eingriffsbereich des Saugbands
13 verlässt.
[0036] Nach der Schuppeinrichtung 10 ist in Transportrichtung X des Bogenstroms 2 eine Bremseinrichtung
17 vorgesehen. Die Bremseinrichtung 17 weist wenigstens eine Nipprolle 18 auf, die
zusammen mit wenigstens einem langsam laufenden Transportband 19 einen Bremsspalt
bildet. Der Abstand zwischen der Bremseinrichtung 17 und der Schuppeinrichtung 10
ist so eingestellt, dass die Bogenvorderkante eines Bogens 3 vorzugsweise gerade in
den Bremsspalt einläuft und verzögert wird, wenn der hintere Bogenbereich, insbesondere
die Hinterkante des Bogens 3, von dem Schläger 16 der Anhebeeinheit 11 an das Saugband
13 gedrückt wird. Der Bogen 3 wird auf diese Weise vorzugsweise ungefähr zeitgleich
von der Nipprolle 18 und dem langsam laufenden Transportband 19 im vorderen Bereich
und von dem Saugband 13 im hinteren Bogenbereich abgebremst bzw. verzögert. Um den
Bogen zu spannen und ein Durchhängen des Bogens zu verringern, weist das Saugband
13 eine leicht verringerte Geschwindigkeit verglichen mit dem langsam laufenden Transportband
19 auf. Im Anschluss an die Bremseinrichtung 17 wird der Bogenstrom 2 mit gleicher
Geschwindigkeit und insbesondere im wesentlichen gleicher Schuppenlänge, d.h. mit
einem gleichen Abstand von der Vorderkante des vorlaufenden Bogens 3 zur Vorderkante
des nachlaufenden Bogens 3, auf einem nicht dargestellten Übergabetisch zu einem nicht
dargestellten Übergabepunkt einer weiterverarbeitenden Maschine weitertransportiert.
[0037] Im Bereich zwischen der Querschneideeinrichtung 5 und der Schuppeinrichtung 10 kann
unterhalb des Transportbandes 9 ein Saugkasten 20 angeordnet sein. Das Transportband
9 ist dann vorzugsweise als Saugband ausgebildet. Im Saugkasten 20 wird ein Unterdruck
erzeugt, wodurch die Bögen gegen das Transportband 9 angezogen werden. Hierdurch wird
der Bogen 3 bzw. die Materialbahn 4 vor, während und nachdem Schneiden in der Querschneideeinrichtung
5 auf dem Transportband 9 transportiert.
[0038] Wie in Fig. 1 erkennbar ist, ist die Bremseinrichtung 17 in und/oder entgegen der
Transportrichtung X der Bögen 3 verstellbar ausgebildet. Dies ist durch den Doppelpfeil
21 dargestellt. Wird die Vorrichtung 1 auf eine anderes Bogenformat umgestellt, wird
die Bremseinrichtung 17 derart verstellt, dass der Abstand zwischen der Bremseinrichtung
17 und der Schuppeinrichtung 10 im Wesentlichen der Bogenlänge des neuen Bogenformates
entspricht. Der Abstand zwischen der Bremseinrichtung 17 und der Schuppeinrichtung
10 soll derart eingestellt werden, dass der Bogen 3 im Wesentlichen zeitgleich an
seiner Vorderkante von der Bremseinrichtung 17 und an seiner Hinterkante von dem Saugband
13 der Schuppeinrichtung 10 abgebremst wird.
[0039] Die Schuppeinrichtung 10 kann dann in Abhängigkeit von der aktuellen (neuen) Bogenlänge
relativ zu der Bremseinrichtung 17 in oder entgegen der Transportrichtung der Bögen
3 verfahren, versetzt oder verschoben werden, so dass bei jeder einstellbaren Bogenlänge
ein vorlaufender Bogen 3 ungefähr gleichzeitig vorne von der Bremseinrichtung 17 und
hinten von der Schuppeinrichtung 10 gebremst wird. Insbesondere wird es ermöglicht,
den Abstand zwischen dem Übergabepunkt und der Bremseinrichtung 17 bzw. die Übergabelänge
bei einem Formatwechsel konstant zu halten, wobei die Bremseinrichtung 17 bei einem
Formatwechsel vorzugsweise nicht verstellt wird. Stattdessen wird der Abstand zwischen
der vorzugsweise ortsfest angeordneten Bremseinrichtung 17 und der Schuppeinrichtung
10 durch Verstellen der Schuppeinrichtung 10 an die tatsächliche Bogenlänge angepasst.
So bleibt der Abstand zwischen dem vorderen Übergabepunkt der Bögen 3 an eine Bogenverarbeitungsmaschine
und der Bremseinrichtung 17 bzw. die Übergabelänge für unterschiedliche Formate bzw.
Schnittlängen gleich, was zu einer erheblichen Vereinfachung bei der Einstellung der
Vorrichtung auf ein anderes Bogenformat führt. Insbesondere entfällt bei gleichbleibender
Übergabelänge die Notwendigkeit, die Überlappungslänge der Bögen 3 im Schuppenstrom
bei einem Formatwechsel zu verändern.
[0040] Es hat sich bei der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung 1 gezeigt, dass der Transport
der Bogenvorderkante des Bogens 3 zwischen der Schuppeinrichtung 10 und der Bremseinrichtung
17 störanfällig ist. So kann die Vorderkante des Bogens 3 insbesondere bei hohen Transportgeschwindigkeiten
von dem schnell laufenden Transportband 9 abgelöst werden. Durch ein Ablösen der Bogenvorderkante
von dem Transportband 9 kann der Bogen 3 beim Eintritt in den Bremsspalt der Bremseinrichtung
17 beschädigt werden. Des Weiteren kann der Bogen 3 durch ein Ablösen der Bogenvorderkante
aus seiner Position gebracht werden, so dass im Anschluss eine nicht exakte Schuppenlänge
zwischen der Vorderkante des vorlaufenden Bogens 3 und der Vorderkante des nachlaufenden
Bogens 3 gebildet wird. Darüber hinaus kann die Bogenvorderkante beim Ablösen vom
schnell laufenden Transportband 9 oder durch ein Verrutschen in einen Reibkontakt
mit dem vorlaufenden Bogen 3 gelangen. Hierdurch kann der Bogen 3 zusätzlich abgebremst
werden, so dass die gewünschte Schuppungslänge ebenfalls nicht erreicht wird.
[0041] In Fig. 2 ist schematisch eine andere Vorrichtung 1 zur Bildung eines Schuppenstroms
2 von unterlappenden Bögen 3 in einer Seitenansicht gezeigt. Gleiche oder übereinstimmende
Funktionseinheiten, Baugruppen, Bauteile sowie sonstige übereinstimmende Merkmale
der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Vorrichtung 1 sind mit gleichen Bezugszeichen
versehen. Die Bildung eines Schuppenstroms 2 von unterlappenden Bögen 3 aus Papier,
Folie oder Karton erfolgt bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform entsprechend
der oben beschriebenen Schuppenstrombildung bei der Vorrichtung 1 aus Fig. 1.
[0042] Abweichend zu der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung 1 ist bei der Ausführungsform gemäß
Fig. 2 vorgesehen, dass die Schuppeinrichtung 10 in und/oder entgegen der Transportrichtung
X abhängig von der Bogenlänge bzw. den Bogenformat verstellbar ausgebildet ist. Dies
ist in Fig. 2 schematisch durch den Doppelpfeil 21 gezeigt. Die Bremeinrichtung 17
ist dagegen in und/oder entgegen der Transportrichtung X der Bögen 3 unverstellbar
ausgebildet. Mit anderen Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass die Schuppeinrichtung
10 bei einer Änderung der Schnittlänge der Bögen 3 bzw. bei einem Wechsel des Bogenformats
die Schuppeinrichtung 10 relativ zu der Bremseinrichtung 17 so versetzt, verschoben
oder verfahren wird, dass bei jeder eingestellten Bogenlänge ein vorlaufender Bogen
3 ungefähr gleichzeitig vorne von der Bremseinrichtung 17 und hinten von der Verzögerungseinheit
12 der Schuppeinrichtung 10 gebremst wird. So bleibt der Abstand zwischen dem nicht
dargestellten Übergabepunkt der Bögen 3 an eine weiterverarbeitende Maschine und der
Bremseinrichtung 17 bzw. die Übergabelänge für unterschiedliche Formate bzw. Schnittlängen
der Bögen 3 gleich, was zu einer erheblichen Vereinfachung bei der Einstellung der
in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung 1 auf ein anderes Bogenformat führt. Für einen Formatwechsel
kann die Schuppeinrichtung 10 insgesamt in oder entgegen der Transportrichtung X des
Bogenstroms 2 verstellt werden, d.h. es werden die Anhebeeinheit 11 und die Verzögerungseinheit
12 gemeinsam bewegt, die zu diesem Zweck in einem in und/oder entgegen der Transportrichtung
X der Bögen 3 bewegbaren Fahrgestell oder Rahmen oder Träger aufgenommen bzw. montiert
sein können. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, dass bei ausreichender Erstreckung
des Saugbandes 13 in Transportrichtung X lediglich die Schlägerwelle 15 mit dem Schläger
16 in oder entgegen der Transportrichtung X verstellt wird.
[0043] Bei der in Fig. 2 dargestellten Vorrichtung 1 ist zwischen der Schuppeinrichtung
10 und der Bremseinrichtung 17 unterhalb des schnell laufenden Transportbandes 9 ein
Saugprofil 22 vorgesehen, das als Hohlprofil ausgebildet und an eine nicht dargestellte
Ansaugeinrichtung, wie beispielsweise ein Absauggebläse, angeschlossen ist. Vorzugsweise
ist bei einer Bänderstrecke mit einer Mehrzahl von als Saugbändern ausgebildeten Transportbändern
9 jedem Transportband 9 ein Saugprofil 22 zugeordnet.
[0044] Oberhalb eines Längenabschnitts des Saugprofils 22 und des zugeordneten Abschnitts
des Transportbandes 9 wird zwischen der Schuppeinrichtung 10 und der Bremseinrichtung
17 wird eine erste Ansaugstrecke 24 und im Bereich zwischen der Schuppeinrichtung
10 und der Querschneideeinrichtung 5 eine weitere Ansaugstrecke 25 ausgebildet. Über
das Saugprofil 22 und das Transportband 9 wirkt ein Unterdruck auf die Bögen 3 wenigstens
im Bereich der Vorderkante der Bögen 3. Durch den aufgebrachten Unterdruck wird ein
Ablösen der Vorderkante eines Bogens 3 verhindert. Gleichzeitig wird durch die Ausbildung
der Ansaugstrecke 24 der nachlaufende Bogen 3 nach dem Passieren der Schuppeinrichtung
10 in einer definierten Position weitertransportiert. Somit ist eine definierte Unterschuppung
der Bögen 3 möglich, ohne dass sich die Bögen 3 gegenseitig behindern. Das Saugprofil
22 erstreckt sich vorzugsweise über die gesamte Länge des Bereichs zwischen der Querschneideeinrichtung
5 und der Bremseinrichtung 17. Im Bereich vor der Schuppeinrichtung 10 wird durch
das Saugprofil 22 die weitere Ansaugstrecke 25 ausgebildet.
[0045] Der am Saugprofil 22 anliegende Unterdruck soll dabei im Bereich der der Schuppeinrichtung
10 in Transportrichtung X nachfolgenden Ansaugstrecke 24 deutlich weniger stark sein
sein als der im Bereich der weiteren Ansaugstrecke 25 anliegende Unterdruck zwischen
der Querschneideeinrichtung 5 und der Schuppeinrichtung 10. Im Bereich der Schuppeinrichtung
10, genauer im Bereich der Schlägerwelle 15 mit dem Schläger 16, ist ein Abschnitt
23 vorgesehen, an dem kein Unterdruck oder ein vergleichsweise weniger starker Unterdruck
anliegt. Auf diese Weise kann der Bogen 3 auf einfache Weise im Bereich 23 angehoben
und gegen das Saugband 13 gedrückt werden. Im Bereich der Bogenhinterkante muss die
Anhebeeinheit 11 somit nicht einem Unterdruck entgegenwirken, der den Bogen 3 mit
seiner Hinterkante auf dem schnell laufenden Transportband 9 halten würde. Somit ist
ein lage- und positionsgenauer Transport des nachlaufenden Bogens 3 unter den hochgeschlagenen
vorlaufenden Bogen 3 möglich, während gleichzeitig die Bogenhinterkante ohne Beeinträchtigung
von dem Schläger 16 gegen das Saugband 13 gedrückt werden kann.
[0046] Das Saugprofil 22 kann vorzugsweise durch ein durchgängiges Holhprofil gebildet werden.
Die unterschiedlichen Höhen des Vakuums im Bereich der Ansaugstrecke 24 und der Ansaugstrecke
25 können durch eine Sperre bzw. Dichtung im Bereich der Schuppeinrichtung 10 erreicht
werden. In diesem Fall ist es möglich, lediglich eine unterdruckerzeugende Einrichtung
vorzusehen, die an das Saugprofil 22 im Bereich der Ansaugstrecke 25 angeschlossen
ist. Über die Sperre wird gleichzeitig in der Ansaugstrecke 24 ein niedriger Unterdruck
erzeugt. Die Druckabsenkung im Bereich der Ansaugstrecke 24 gegenüber dem Umgebungsdruck
ist vorzugsweise deutlich geringer als die Druckabsenkung im Bereich der Ansaugstrecke
25.
[0047] Es ist vorteilhaft, wenn die Sperre in dem Profil, dass die Ansaugstrecken 24, 25
ausbildet, in und/oder entgegen der Transportrichtung X der Bögen 3 bewegbar, insbesondere
verschiebbar, ausgebildet ist. Somit kann auf einfache Weise durch Verstellen der
Sperre die Länge der Ansaugstrecke 24 an das Bogenformat angepasst werden. Gleichzeitig
wird auch die Länge der Ansaugstrecke 25 verändert, so dass die Bögen 3 in einer definierten
Position und lagegerecht von der Querschneideeinrichtung 5 zur Schuppeinrichtung 10
transportiert werden.
[0048] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die bewegliche Sperre zusammen mit der Anhebeeinheit
11 und/oder der gesamten Schuppeinrichtung 10 in und/oder entgegen der Transportrichtung
X der Bögen 3 verstellbar ausgebildet ist. Dazu kann ein nicht dargestellter Wagen,
ein Gerüst oder ein Gestell vorgesehen sein, in dem die Schuppeinrichtung 10 sowie
die bewegliche Sperre angeordnet sind, wobei der Wagen in und/oder entgegen der Transportrichtung
X der Bögen 3 verfahren werden kann. Somit kann die Vorrichtung 1 in einfacher Weise
auf ein neues bzw. geändertes Bogenformat eingestellt werden.
[0049] Sofern das Saugband 13 der Schuppeinrichtung 10 sich über eine ausreichend lange
Strecke in Transportrichtung X der Bögen erstreckt, kann auch vorgesehen sein, dass
lediglich die Anhebeeinheit 11 und die bewegliche Sperre zusammen in und/oder entgegen
der Transportrichtung X der Bögen 3 verstellt werden.
[0050] In Fig. 3 ist schematisch eine andere Vorrichtung 1 zur Bildung eines Schuppenstroms
2 von unterlappenden Bögen 3 in einer Seitenansicht gezeigt. Gleiche oder übereinstimmende
Funktionseinheiten, Baugruppen, Bauteile sowie sonstige übereinstimmende Merkmale
der in den Fig. 1, 2 und 3 gezeigten Vorrichtung 1 sind mit gleichen Bezugszeichen
versehen. Die Bildung eines Schuppenstroms 2 von unterlappenden Bögen 3 aus Papier,
Folie oder Karton erfolgt bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform entsprechend
der oben beschriebenen Schuppenstrombildung bei der Vorrichtung 1 aus Fig. 1.
[0051] Abweichend zu der Vorrichtung 1 aus Fig. 2 ist die Bremseinrichtung 17 in und/oder
entgegen der Transportrichtung X der Bögen 3 gemäß des Doppelpfeils 21 verschiebbar
bzw. verstellbar ausgebildet, um die Vorrichtung 1 an ein geändertes Bogenformat anpassen
zu können. Die Schuppeinrichtung 10 ist in der in Fig. 3 gezeigten Vorrichtung 1 lagefixiert
und somit nicht in und/oder entgegen der Transportrichtung X der Bögen 3 verstellbar.
[0052] Die Ansaugstrecke 24 wird gemäß Fig. 3 gebildet durch wenigstens ein teleskopierbares
Saugprofil, das aus ineinander schiebbaren Saugprofilabschnitten 26 und 27 besteht
und mit einer Ansaugeinrichtung verbunden ist. Vorzugsweise ist der Saugprofilabschnitt
27 ortsfest angeordnet und der Saugprofilabschnitt 26 ist vorzugsweise in und/oder
entgegen der Transportrichtung X der Bögen 3 verschiebbar ausgebildet. Die Länge der
Ansaugstrecke 24 kann so ebenfalls an das Bogenformat angepasst werden.
[0053] In Fig. 4 ist schematisch eine weitere Vorrichtung 1 zur Bildung eines Schuppenstroms
2 von unterlappenden Bögen 3 in einer Seitenansicht gezeigt. Gleiche oder übereinstimmende
Funktionseinheiten, Baugruppen, Bauteile sowie sonstige übereinstimmende Merkmale
der in den Fig. 1, 2, 3 und 4 gezeigten Vorrichtung 1 sind mit gleichen Bezugszeichen
versehen. Die Bildung eines Schuppenstroms 2 von unterlappenden Bögen 3 aus Papier,
Folie oder Karton erfolgt bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform entsprechend
der oben beschriebenen Schuppenstrombildung bei der Vorrichtung 1 aus Fig. 1.
[0054] Die in Fig. 4 gezeigte Ausführungsform der Vorrichtung 1 unterscheidet sich gegenüber
der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform der Vorrichtung 1 dahingehend, dass die Ansaugstrecke
24 aus wenigstens 2 miteinander kämmenden Saugprofilen 28 und 29 gebildet ist, die
sich wenigstens abschnittsweise quer zur Transportrichtung X der Bögen 3 überlappen
können. Die Saugprofile 28, 29 sind wiederum an wenigstens eine Ansaugeinrichtung
angeschlossen. Quer zur Transportrichtung X der Bögen 3 können die kämmenden Saugprofile
28, 29 alternierend ausgebildet sein.
[0055] Befindet sich die Hinterkante des Saugprofils 29 auf Höhe der Vorderkante des Saugprofils
28 ist die maximale Länge der Ansaugstrecke 24 erreicht. Werden die Saugprofile 28,
29 kämmend ineinander geschoben, beispielsweise das Saugprofil 28 entgegen der Transportrichtung
X der Bögen, wird die Länge der Ansaugstrecke 24 verringert.
Bezugszeichenliste:
[0056]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Bogenstrom
- 3
- Bogen
- 4
- Band
- 5
- Querschneideeinrichtung
- 6
- Welle
- 7
- Schneide
- 8
- Schneide
- 9
- Transportband
- 10
- Schuppeneinrichtung
- 11
- Anhebeeinheit
- 12
- Verzögerungseinheit
- 13
- Saugband
- 14
- Saugkasten
- 15
- Schlägerwelle
- 16
- Schläger
- 17
- Bremseinrichtung
- 18
- Nipprolle
- 19
- Transportband
- 20
- Saugkasten
- 21
- Doppelpfeil
- 22
- Saugprofil
- 23
- Abschnitt
- 24
- Ansaugstrecke
- 25
- Ansaugstrecke
- 26
- Saugprofilabschnitt
- 27
- Saugprofilabschnitt
- 28
- Saugprofil
- 29
- Saugprofil
- X
- Transportrichtung
- Y
- Transportebene
1. Vorrichtung (1), insbesondere Rollenquerschneider, zur Bildung eines Schuppenstroms
von unter- oder überlappenden Bögen (3), insbesondere von Papier- oder Kartonbögen,
mit einer Transporteinrichtung zum Transport von Bögen, mit einer Schuppeinrichtung
(10) zur bereichsweisen Unter- oder Überlappung der Bögen (3), mit einer der Schuppeinrichtung
(10) in Transportrichtung (X) der Bögen (3) nachfolgenden Bremseinrichtung (17) zum
Abbremsen von geschuppten Bögen (3), insbesondere durch Ausbildung eines Bremsspaltes
für den Durchlauf von geschuppt zusammengeführten Bögen (3), und mit einer der Schuppeinrichtung
(10) vorgelagerten Querschneideeinrichtung (5) zum Schneiden eines Materialbandes
in einzelne Bögen (3), wobei eine Ansaugstrecke (24) zwischen der Schuppeinrichtung
(10) und der Bremseinrichtung (17) zum Ansaugen und Weitertransport eines im Schuppenstrom
nachlaufenden Bogens (3) in die Bremseinrichtung (17) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Ansaugstrecke (25) zwischen der Querschneideeinrichtung (5) und der
Schuppeinrichtung (10) vorgesehen ist, wobei die Ansaugstrecke (24) zwischen der Überlappungseinrichtung
(10) und der Bremseinrichtung (17) und die weitere Ansaugstrecke (25) im Bereich der
Überlappungseinrichtung (10) unterbrochen sind.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckniveau im Bereich der Ansaugstrecke (24) zwischen der Überlappungseinrichtung
(10) und der Bremseinrichtung (17) weniger stark abgesenkt ist als im Bereich der
weiteren Ansaugstrecke (25).
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schuppeinrichtung (10) in und/oder entgegen der Transportrichtung der Bögen (3)
schnittlängenabhängig verstellbar ausgebildet ist.
4. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteinrichtung wenigstens ein Saugband (9) aufweist, insbesondere eine
Bänderanordnung mit mehreren parallel zueinander verlaufenden Saugbändern (9), wobei
das Saugband (9) in Transportrichtung der Bögen (3) kontinuierlich über beide Ansaugstrecken
(24, 25) und den Bereich der Überlappungseinrichtung (10) geführt ist.
5. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Ansaugeinrichtung zur Ausbildung einer Ansaugstrecke (24, 25) vorgesehen
ist, wobei die Ansaugeinrichtung ein Saugprofil (22, 28, 29) oder einen Saugkasten
aufweist und/oder daran angeschlossen ist.
6. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein durchgehendes Saugprofil (22), insbesondere eine Anordnung von mehreren
quer zur Transportrichtung der Bögen (3) hintereinanderliegenden Saugprofilen (22),
oder ein druchgehender Saugkasten zur Druckabsenkung und Ausbildung der Ansaugstrecke
(24) zwischen der Überlappungseinrichtung und der Bremseinrichtung (17) und zur Ausbildung
der weiteren Ansaugstrecke (25) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über die Länge des Saugprofils (22) oder Saugkastens eine nicht-stetige Verringerung
der Druckabsenkung im Bereich der Überlappungseinrichtung (10) vorgesehen ist, wobei,
vorzugsweise, das Saugprofil (22) oder der Saugkasten eine in und/oder entgegen der
Transportrichtung bewegliche Sperre zur Ausbildung einer nicht-stetigen Verringerung
der Druckabsenkung aufweist und wobei, weiter vorzugsweise, die bewegliche Sperre
zusammen mit der Überlappungseinrichtung (10) in und/oder entgegen der Transportrichtung
der Bögen (3) verstellbar ausgebildet ist.
8. Verfahren zur Bildung eines Schuppenstroms (2) von unter- oder überlappenden Bögen
(3), insbesondere von Papier- oder Kartonbögen, weiter insbesondere zur Bildung eines
Schuppenstroms (2) von mit einer Querschneideeinrichtung (5) aus einem Materialband
(4) geschnittenen einzelnen Bögen (3), wobei vereinzelte Bögen (3) zu einer Schuppeinrichtung
(10) transportiert und bereichsweise unter- oder überlappt werden, um einen Schuppenstrom
(2) zu erzeugen, wobei die geschuppten Bögen (3) mit einer der Schuppeinrichtung (10)
in Transportrichtung (X) der Bögen (3) nachfolgenden Bremseinrichtung (17) abgebremst
werden, ausgeführt mit einer Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die nachlaufenden Bögen (3) eines Schuppenstroms unter der Wirkung einer Ansaugung
in die Bremseinrichtung (17) transportiert werden.