[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bearbeitung
einer hartstoffbeschichteten, insbesondere planen Werkstückfläche eines rotationssymmetrischen,
insbesondere scheibenförmigen Werkstücks mittels mindestens einer Schleifscheibe.
Die Erfindung betrifft insbesondere die Bearbeitung einer hartstoffbeschichteten Bremsscheibe.
[0002] Zur Bearbeitung herkömmlicher Bremsscheiben sind Verfahren und Vorrichtungen bekannt,
bei denen die Bremsscheibe um eine Werkstückrotationsachse zu einer Rotationsbewegung
angetrieben wird und die Schleifscheibe um die Schleifscheibenrotationsachse zu einer
Rotationsbewegung angetrieben wird, wobei die Werkstückrotationsachse und die Schleifscheibenrotationsachse
parallel zueinander ausgerichtet sind, so dass auch die zu bearbeitende Werkstückfläche
der Bremsscheibe und die Bearbeitungsfläche der Schleifscheibe parallel zueinander
ausgerichtet sind. Während der Bearbeitung liegen also die Schleifscheibe und die
Bremsscheibe großflächig aneinander an.
[0003] Bei heute üblichen Bremsscheiben wird bei einem Bremsvorgang durch Abtrag der Bremsscheibe
und der Bremsbeläge Feinstaub erzeugt, welcher die Umgebungsluft verschmutzt, sich
aber auch auf den Felgen als Schmutz absetzen kann. Zudem kann durch Oxidation der
Bremsscheibe der erste Bremsvorgang nach einer längeren Nichtbenutzung negativ beeinflusst
sein. Es wurde daher bereits vorgeschlagen, die Oberflächen von Bremsscheiben mit
Hartstoffpartikeln zu versehen, so dass die Bremsscheiben korrosionsbeständiger werden.
So werden beispielsweise Wolframcarbidpartikeln durch Lasersintern auf die Bremsscheiben
aufgebracht. Es ist allerdings weiterhin erforderlich, dass die Oberflächen der hartstoffbeschichteten
Bremsschreiben zur Erzielung der erforderlichen Oberflächeneigenschaften (beispielsweise
Maß- und Formgenauigkeit und Rauheit) bearbeitet werden. Die für die Reduzierung der
Feinstaubbelastung vorteilhafte Hartstoffbeschichtung führt aber dazu, dass die hartstoffbeschichteten
Bremsscheiben schlecht mit herkömmlichen Verfahren und Maschinen bearbeitet werden
können, da große Kräfte erforderlich sind, um die Oberflächen der hartstoffbeschichteten
Bremsscheiben zu bearbeiten.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung
anzugeben, mit denen eine hartstoffbeschichtete Bremsscheibe effizient bearbeitet
werden kann.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch ein Verfahren und eine Vorrichtung mit den Merkmalen
des jeweiligen unabhängigen Anspruchs. Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens
und der Vorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben, wobei einzelne Merkmale
der vorteilhaften Weiterbildungen in technisch sinnvoller Weise miteinander kombinierbar
sind. Insbesondere sind die mit Bezug zum Verfahren offenbarten Merkmale und Vorteile
auf die Vorrichtung anwendbar und umgekehrt.
[0006] Die Aufgabe wird insbesondere gelöst durch ein Verfahren zur Bearbeitung einer hartstoffbeschichteten
und insbesondere planen Werkstückfläche eines rotationssymmetrischen Werkstücks mittels
mindestens einer Schleifscheibe, umfassend zumindest die folgenden Schritte:
- Antreiben des Werkstücks zu einer Rotationsbewegung um eine Werkstückrotationsachse,
- Antreiben einer Schleifscheibe zu einer Rotationsbewegung um eine Schleifscheibenrotationsachse,
- Anstellen der Schleifscheibenrotationsachse und der Werkstückrotationsachse zueinander,
so dass die Schleifscheibenrotationsachse und die Werkstückrotationsachse nicht parallel
sind, und
- Bearbeiten der Werkstückfläche mit der Schleifscheibe, wobei die Schleifscheibe mit
der Werkstückfläche in Kontakt ist.
[0007] Die Aufgabe wird auch gelöst durch eine Vorrichtung zur Bearbeitung einer hartstoffbeschichteten
und insbesondere planen Werkstückfläche eines rotationssymmetrischen Werkstücks, umfassend:
- eine Werkstückantriebseinrichtung zum Erzeugen einer Rotationsbewegung um eine Werkstückrotationsachse,
- mindestens eine Schleifscheibenantriebseinrichtung zum Erzeugen einer Rotationsbewegung
um eine Schleifscheibenrotationsachse,
- mindestens eine Zustelleinrichtung zum Inkontaktbringen der Schleifscheibe mit der
Werkstückfläche und
- mindestens eine Anstelleinrichtung zum Anstellen der Schleifscheibenrotationsachse
und der Werkstückrotationsachse zueinander, so dass die
Schleifscheibenrotationsachse und die Werkstückrotationsachse nicht parallel sind.
[0008] Mit anderen Worten: Die Erfindung sieht in ihrem Grundgedanken vor, dass die Schleifscheibe
während der Bearbeitung (also während die Schleifscheibe mit dem Werkstück in Kontakt
ist und beide rotatorisch angetrieben werden zu dem Werkstück angestellt ist (die
Schleifscheibenrotationsachse und die Werkstückrotationsachse sind nicht parallel).
Im Falle einer planen Werkstückfläche ist somit auch die Werkstückfläche nicht parallel
zu der planen Bearbeitungsfläche der Schleifscheibe. Eine solche Anstellung hat zur
Folge, dass die Schleifscheibe mit einer kleineren Fläche (bevorzugt quasi-linienförmig
oder sogar nur quasi-punktförmig) mit der Werkstückfläche während der Bearbeitung
in Kontakt ist. Somit kann bei gleicher Kraftaufbringung der Druck zwischen der Werkstückfläche
und der Schleifscheibe erhöht werden, wodurch ein besserer Abtrag der hartstoffbeschichteten
Werkstückfläche erreicht wird. So kann die angestellte Schleifscheibe beispielsweise
bei ihrem ersten Einsatz nur an einer punkt- oder linienförmigen Stelle mit der zu
bearbeitenden Werkstückfläche in Kontakt sein, während sich die Form der Kontaktstelle
mit fortlaufender Bearbeitung aufgrund der Abnutzung der Schleifscheibe verändern
kann.
[0009] Prinzipiell wäre es ausreichend, wenn für jede Werkstückantriebseinrichtung genau
eine Schleifscheibenantriebseinrichtung vorgesehen ist, so dass genau eine Seite des
Werkstücks mittels der einen Schleifscheibe bearbeitet werden kann. Die andere Seite
des Werkstücks könnte dann gegebenenfalls in einem späteren Bearbeitungsschritt mit
derselben Bremsscheibe bearbeitet werden. Bevorzugt ist jedoch, dass die Vorrichtung
für die eine (beziehungsweise jede) Werkstückantriebseinrichtung eine zweite Schleifscheibenantriebseinrichtung
zum Erzeugen einer Rotationsbewegung um eine zweite Schleifscheibenrotationsache aufweist,
die insbesondere so angeordnet ist, dass eine zweite insbesondere plane Werkstückfläche
des rotationssymmetrischen Werkstücks, die der ersten Werkstückfläche gegenüberliegt,
mittels einer zweiten, um die zweite Schleifenscheibenrotationsachse rotierenden Schleifscheibe
bearbeitet werden kann. Bevorzugt ist die Rotationsrichtung der beiden Schleifscheiben
gegensinnig. Für die zweite Schleifscheibenantriebseinrichtung ist insbesondere eine
zweite Anstelleinrichtung zum Anstellen der zweiten Schleifscheibenrotationsachse
zu der Werkstückrotationsachse vorgesehen, so dass die zweite Schleifscheibenrotationsachse
und die Werkstückrotationsachse während der Bearbeitung der zweiten Werkstückfläche
nicht parallel sind. Mit einer zweiten Schleifscheibenantriebseinrichtung und einer
zweiten Anstelleinrichtung kann die zweite Werkstückfläche gleichzeitig mit der ersten
Werkstückfläche bearbeitet werden, wobei aufgrund der Anstellung der zweiten Schleifscheibe
zu der Werkstückrotationsachse auch ein hoher Abtrag auf der zweiten Werkstückfläche
möglich ist.
[0010] In diesem Zusammenhang ist insbesondere vorgesehen, dass die zweite Schleifscheibenantriebseinrichtung
synchron (gegensinnig) zu der ersten Schleifscheibenantriebseinrichtung betrieben
wird. Der Betrag des (ersten) Anstellwinkel zwischen der (ersten) Schleifscheibenrotationsachse
und der Werkstückrotationsachse ist also während der Bearbeitung gleich dem Betrag
des (zweiten) Anstellwinkels zwischen der zweiten Schleifscheibenrotationsachse und
der Werkstückrotationsachse. Somit können beispielsweise beide Seiten einer Bremsscheibe
gleichzeitig und gleich bearbeitet werden. Die Vorrichtung ist bevorzugt so eingerichtet,
dass die beiden Schleifscheibenantriebseinrichtungen während der Bearbeitung unabhängig
voneinander aber gegensinnig relativ zu einem Maschinengestell verschwenkt werden
können.
[0011] Zum Anstellen der Schleifscheibenrotationsachse und der Werkstückrotationsachse zueinander
kann insbesondere bei der Verwirklichung nur genau einer Schleifscheibenantriebseinrichtung
genau eine Anstelleinrichtung ausreichend sein, mit der entweder die Schleifscheibenantriebseinrichtung
zu der Werkstückantriebseinrichtung angestellt wird oder mit der die Werkstückantriebseinrichtung
zu der Schleifscheibenantriebseinrichtung angestellt wird. Bei der vorteilhaften Ausbildung
von zwei Schleifscheibenantriebseinrichtungen ist bevorzugt, dass jeder Schleifscheibenantriebseinrichtung
eine Anstelleinrichtung zugeordnet ist, so dass die beiden Schleifscheibenantriebseinrichtungen
relativ zu der Werkstückantriebseinrichtung angestellt werden können.
[0012] Die Anstellung einer Schleifscheibe zu dem Werkstück kann insbesondere mittels einer
Schwenkbewegung um genau einen Rotationsfreiheitsgrad erfolgen. In diesem Fall weist
die entsprechende Anstelleinrichtung also genau einen Rotationsfreiheitsgrad auf.
Es kann aber auch vorgesehen sein, dass das Anstellen eine Schwenkbewegung um zwei
oder mehr Rotationsfreiheitsgrade erlaubt. Dementsprechend weist die oder jede Anstelleinrichtung
zwei Rotationsfreiheitsgrade auf beziehungsweise kann die Werkstückrotationsachse(n)
oder die Schleifscheibenrotationsachse um zwei Rotationsfreiheitsgrade verschwenkt
werden.
[0013] Die mindestens eine Anstelleinrichtung kann beispielsweise eine oder mehrere (Schwenk-)Achse(n),
Kugelfläche(n), Kalottenfläche(n) oder Festkörpergelenke zur Realisierung des einen
Freiheitsgrads oder der mehreren Freiheitsgrade umfassen.
[0014] Die Anstelleinrichtung umfasst bevorzugt einen hülsenförmigen Außenkörper, in dem
die Werkstückantriebseinrichtung um einen oder mehrere Rotationsfreiheitsgrad(e) schwenkbar
gelagert ist. Bevorzugt ist der hülsenförmige Außenkörper in genau einer Richtung
oder in allen drei Raumrichtungen linear zustellbar. Wenn die Anstelleinrichtung nur
in einer Raumrichtung linear zustellbar ist, so ist bevorzugt die Werkstückantriebseinrichtung
in eine oder mehrere (zwei oder drei) Raumrichtung(en) linear zustellbar. In einer
Ausführungsform kann ein Anstellantrieb für jeden Rotationsfreiheitsgrad an dem hülsenförmigen
Außenkörper angebracht sein.
[0015] Zum Inkontaktbringen der mindestens einen Schleifscheibe mit der Werkstückfläche
muss mindestens eine Zustelleinrichtung vorgesehen sein, mit der das Werkstück (beziehungsweise
dessen Werkstückantriebseinrichtung) und die Schleifscheibe (beziehungsweise deren
Schleifscheibenantriebseinrichtung) relativ zueinander zugestellt werden können. Prinzipiell
wäre es ausreichend, wenn nur eine Zustelleinrichtung (für die Werkstückantriebseinrichtung
oder die Schleifscheibenantriebseinrichtung) vorgesehen ist, mit der eine Relativbewegung
parallel und/oder orthogonal zu der Werkstückrotationsachse ausgeführt werden kann.
Bevorzugt ist aber, dass zumindest eine Zustelleinrichtung vorgesehen ist, mit der
das Werkstück (beziehungsweise die Werkstückantriebseinrichtung) in einer zu der Werkstückrotationsachse
orthogonalen Ebene (insbesondere radial zu der Werkstückrotationsachse) zu den bevorzugt
insbesondere jeweils einer Anstelleinrichtung zugeordneten Schleifscheibenantriebseinrichtungen
bewegt werden kann. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass jeder Schleifscheibenantriebseinrichtung
eine Zustelleinrichtung zugeordnet ist, mit der die Schleifscheibenantriebseinrichtung
in einer Ebene orthogonal zu der Werkstückrotationsachse und/oder axial bewegt werden
kann.
[0016] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Schleifscheibe
und das Werkstück während des Bearbeitens relativ in einer Ebene rechtwinklig zur
Werkstückrotationsache zueinander bewegt werden. Dementsprechend ist zumindest eine
Zustelleinrichtung so eingerichtet, dass die Schleifscheibe(n) und das Werkstück während
des Bearbeitens relativ zueinander in einer zu der Werkstückrotationsachse rechtwinkligen
Ebene bewegbar sind. Dementsprechend wird also die rotierende Schleifscheibe (oder
die rotierenden Schleifscheiben) auf einer in der zu der Werkstückrotationsachse rechtwinkligen
Ebene angeordneten Bahn relativ zu dem rotierenden Werkstück bewegt (insbesondere
in radialer Richtung linear auf die Werkstückrotationsachse zu oder von dieser weg).
Auf diese Weise kann die gesamte zu bearbeitende Werkstückfläche einer Seite des Werkstücks
mittels der Schleifscheibe bearbeitet werden und gegebenenfalls ein gewünschter Kreuzschliff
erzeugt werden.
[0017] In diesem Zusammenhang ist insbesondere vorgesehen, dass die Schleifscheibe(n) zu
dem bevorzugt als Bremsscheibe ausgebildeten Werkstück angestellt werden, während
die Schleifscheiben mit der Werkstückfläche (noch) nicht in Kontakt sind. Zur Bearbeitung
erfolgt daraufhin eine Relativbewegung in einer zu der Werkstückrotationsachse orthogonalen
Ebene, so dass die Schleifscheiben die Werkstückflächen der Bremsscheibe von radial
außen nach radial innen bearbeiten (und im Folgenden gegebenenfalls in entgegengesetzter
Richtung). Auf diese Weise kann ein hoher Abtrag erzielt werden.
[0018] Es kann zudem vorgesehen sein, dass der (erste) Anstellwinkel zwischen der (ersten)
Schleifscheibenrotationsachse und der Werkstückrotationsachse und gegebenenfalls auch
der (zweite) Anstellwinkel zwischen der zweiten Schleifscheibenrotationsachse und
der Werkstückrotationsachse während des Bearbeitens geändert wird. Der Anstellwinkel
wird also geändert, während die Werkstückfläche mit der Schleifscheibe in Kontakt
ist. Da mit zunehmender Abnutzung der Schleifscheibe die effektive Bearbeitungsfläche
zwischen Schleifscheibe und Werkstückfläche bei angestellter Schleifscheibe zunimmt,
kann durch die Änderung des Anstellwinkels die effektive Bearbeitungsfläche verkleinert
werden, wodurch wiederum der Druck zwischen Schleifscheibe und Werkstückfläche erhöht
wird. Es kann somit während der Bearbeitung die Abtragsrate verändert, angepasst oder
korrigiert werden.
[0019] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung, welche auch als unabhängige
Erfindung betrachtet wird und somit auch ohne die vorbeschriebene Anstellung zwischen
Schleifscheibe und Werkstück beansprucht werden kann, sieht vor, dass die wenigstens
eine Schleifscheibe während des Bearbeitens konditioniert, also beispielsweise abgerichtet
und/oder geschärft wird. Dementsprechend umfasst die Vorrichtung mindestens eine Konditioniereinrichtung,
die von einer Ausgangsstellung in eine Konditionierstellung bringbar ist, so dass
die Schleifscheibe während des Bearbeitens konditionierbar ist. Die Konditionierung
der Schleifscheibe erfolgt also während die Schleifscheibe selbst in Kontakt mit dem
Werkstück ist. Beispielsweise kann die Konditioniereinrichtung während des Bearbeitens
an einer Stelle mit der rotierenden Schleifscheibe in Kontakt gebracht werden, die
der Bearbeitungsstelle der Schleifscheibe mit dem Werkstück gegenüberliegt. Hierzu
ist die beispielsweise schwenkbar und bevorzugt in axialer Richtung der Werkstückrotationsachse
bewegbar gelagerte Konditioniereinrichtung mittels eines geeigneten Antriebs von der
Ausgangsstellung in die als Konditionierstellung bezeichnete Stellung bringbar, in
der die Schleifscheibe eben auch mit der Konditioniereinrichtung in Kontakt ist.
[0020] Es wird zudem vorgeschlagen, dass in einem ersten Bearbeitungsschritt die Bearbeitung
der Werkstückfläche mit der/den angestellte(n) Schleifescheibe(n) erfolgt, während
in einem nachfolgenden Bearbeitungsschritt die Werkstückrotationsachse und die Schleifscheibenrotationsachse
parallel zueinander ausgerichtet sind, so dass die Schleifscheibe(n) mit einer relativ
großen Fläche an der (jeweiligen) Werkstückfläche anliegt/anliegen. In dem ersten
Bearbeitungsschritt mit angestellter Schleifscheibe erfolgt also ein relativ hoher
Abtrag an Material von der hartstoffbeschichteten Werkstückfläche, während in dem
nachfolgenden Bearbeitungsschritt eine höhere Oberflächengüte (beispielsweise Formgenauigkeit
und/oder erforderliche Rauheit) erzielt werden kann.
[0021] Es wird insbesondere vorgeschlagen, dass die folgenden Schritte in der angegebenen
Reihenfolge ausgeführt werden, wodurch eine besonders kurze Gesamtbearbeitungszeit
erreicht wird:
- i) Anstellen der Schleifscheibenrotationsachsen zweier Schleifscheiben zu der Werkstückrotationsachse,
wobei die Werkstückrotationsachse nicht schwenkbar ist,
- ii) Relativbewegung der angestellten Schleifscheiben insbesondere in radialer Richtung
auf die Werkstückrotationsachse zu während eines ersten Bearbeitungsschrittes,
- iii) Ausrichten der Schleifscheibenrotationsachsen zu der Werkstückrotationsachse,
so dass die Schleifscheibenrotationsachsen und die Werkstückrotationsachse parallel
sind, insbesondere nach einem Abheben der Schleifscheiben von dem Werkstückt, so dass
die Schleifscheiben während des Ausrichtens nicht in Kontakt mit dem Werkstück sind,
und
- iv) Bearbeiten des Werkstücks in einem zweiten Bearbeitungsschritt, während dem die
Schleifenscheibenrotationsachsen und die Werkstückachse parallel sind.
[0022] Zur Korrektur eines durch den während der Bearbeitung erfolgten Abtrags der Werkstückoberfläche
(und/oder der Schleifscheibe) können die mindestens eine Schleifscheibe und das Werkstück
insbesondere parallel zu der Werkstückrotationsachse aufeinander zugestellt werden.
[0023] Die Vorrichtung umfasst insbesondere eine Steuereinrichtung, die zur Durchführung
des beschriebenen Verfahrens eingerichtet ist.
[0024] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden im Folgenden anhand der Figuren
beispielshaft erläutert, wobei die Figuren nur eine bevorzugte Ausführungsform darstellen.
Es zeigen schematisch
- Figur 1:
- eine Vorrichtung zur Bearbeitung einer hartstoffbeschichteten Bremsscheibe,
- Figur 2:
- eine Detailansicht der Vorrichtung mit einer Anstelleinrichtung für eine Schleifscheibe,
- Figur 3:
- eine Schnittansicht durch die Anstelleinrichtung,
- Figur 4:
- eine weitere Schnittansicht durch die Anstelleinrichtung,
- Figur 5:
- eine Detailansicht der Vorrichtung während des Konditionierens der Schleifscheibe
und
- Figur 6:
- eine schematische Darstellung des Verfahrensablaufs zur Bearbeitung der Bremsscheibe.
[0025] Die in Figur 1 dargestellte Vorrichtung zur Bearbeitung eines als Bremsscheibe ausgebildeten,
hartstoffbeschichteten Werkstücks 1 umfasst eine Werkstückantriebseinrichtung 3, mit
der die Bremsscheibe 1 zu einer Rotationsbewegung um eine Werkstückrotationsachse
1.1 angetrieben werden kann. Die Vorrichtung umfasst zudem eine Zustelleinrichtung
5, mit der die Bremsscheibe 1 und die Werkstückantriebseinrichtung 3 in horizontaler
Richtung und in vertikaler Richtung verfahren werden kann.
[0026] Die Vorrichtung umfasst zudem eine erste, in einer ersten Anstelleinrichtung 6a gelagerte
Schleifscheibenantriebseinrichtung 4a, mit der eine erste Schleifscheibe 2a um eine
Schleifenscheibenrotationsachse 2a.1 zu einer Rotationsbewegung angetrieben werden
kann. Die Vorrichtung umfasst zudem eine zweite, in einer zweiten Anstelleinrichtung
6b gelagerte Schleifscheibenantriebseinrichtung 4b, mit der eine zweite Schleifscheibe
2b zu einer Rotationsbewegung um eine zweite Schleifscheibenrotationsachse 2b.1 angetrieben
werden kann. Die Anstelleinrichtungen 6a, 6b werden mit Bezug zu den Figuren 2 bis
4 noch im Detail erläutert.
[0027] Die Vorrichtung umfasst zudem eine erste Konditioniereinrichtung 7a, welche aus einer
Ausgangsstellung in eine Konditionierstellung bringbar ist und mit welcher die Schleifscheiben
2a, 2b abgerichtet werden können. Die Vorrichtung umfasst zudem eine zweite Konditioniereinrichtung
7b, welche ebenfalls aus einer Ausgangsstellung in eine Konditionierstellung bringbar
ist und mit welcher die Schleifscheiben 2a, 2b geschärft werden können.
[0028] Die erste Anstelleinrichtung 6a und eine darin gelagerte erste Schleifscheibenantriebseinrichtung
4a werden nun mit Bezug zu den Figuren 2 bis 4 näher erläutert, wobei darauf hingewiesen
wird, dass die zweite Schleifscheibenantriebseinrichtung 4b und die zweite Anstelleinrichtung
6b gleich aufgebaut sind. Die erste Anstelleinrichtung 6a umfasst eine innere Lagerhülse
6a.3, in der die Antriebseinrichtung 4a zur Erzeugung einer Rotationsbewegung der
ersten Schleifscheibe 2a angeordnet ist. Die innere Lagerhülse 6a.3 ist um eine erste
Schwenkachse 6a.1 in einer zweiten Lagerhülse 6a.4 schwenkbar gelagert, während die
zweite Lagerhülse 6a.4 um eine zweite Schwenkachse 6a.2 in einer Außenhülse 6a.5 schwenkbar
gelagert ist. Die erste Schleifscheibenantriebseinrichtung 4a und damit auch die ersten
Schleifenscheibenrotationsachse 2a.1 können somit um zwei Rotationsfreiheitsgrade
verschwenkt werden. Hierzu ist ein erster Anstellantrieb 6a. 1i vorgesehen, mit dem
die innere Lagerhülse 6a.3 um die erste Schwenkachse 6a.1 verschwenkbar ist. Zudem
ist ein zweiter Anstellantrieb 6a.2i vorgesehen, mit dem die zweite Lagerhülse um
die zweite Schwenkachse 6a.2 verschwenkbar ist. Die Erfindung ist aber bevorzugt auch
nur mit einer Schwenkachse und insbesondere mit einem zugehörigen Anstellantrieb realisierbar.
[0029] Die erste Anstelleinrichtung 6a und die zweite Anstelleinrichtung 6b können durch
nicht dargestellte Antriebe zumindest in horizontaler Richtung zugestellt werden.
[0030] Zur Bearbeitung der Bremsscheibe 1 werden sowohl die Bremsscheibe 1 als auch die
Schleifscheiben 2a, 2b rotatorisch angetrieben, wobei die Schleifscheiben 2a, 2b jeweils
mit einer Seite der Bremsscheibe 1 in Kontakt gebracht werden. Es wird nun vorgeschlagen,
dass während der Bearbeitung der Bremsscheibe 1 die Schleifscheiben 2a, 2b gegensinnig
so angestellt sind, dass die erste Schleifscheibenrotationsachse 2a.1 und die zweite
Schleifscheibenrotationsachse 2b. 1 nicht parallel zu der Werkstückrotationsachse
1.1 ausgerichtet sind. Eine solche nichtparallele Anstellung der Schleifscheiben 2a,
2b kann mittels der Anstelleinrichtungen 6a, 6b erfolgen.
[0031] In Figur 6 ist ein besonders bevorzugter Verfahrensablauf dargestellt, auf welchen
die Erfindung nicht beschränkt ist. So werden die Schleifscheiben 2a, 2b zunächst
mit den Anstelleinrichtungen 6a, 6b so ausgerichtet, dass die erste Schleifscheibenrotationsachse
2a.1 und die zweite Schleifscheibenrotationsachse 2b.1 nicht zu der Werkstückrotationsachse
1.1 parallel sind (siehe oberes Bild in Figur 6). Zudem werden die Bremsscheibe 1
und die Schleifscheiben 2a, 2b in horizontaler Richtung so zueinander zugestellt,
dass sich die Bremsscheibe auf der Höhe zwischen den beiden Schleifscheiben 2a, 2b
befindet.
[0032] Im Folgenden (siehe oberes und mittleres Bild in Figur 6) werden die Bremsscheibe
1 und die Schleifscheiben 2a, 2b in horizontaler Richtung so zueinander bewegt, dass
die angestellten Schleifscheiben 2a, 2b jeweils mit einer zu bearbeitenden Werkstückfläche
der hartstoffbeschichteten Bremsscheibe 1 in Kontakt kommen und die Werkstückflächen
bearbeiten. Die entlang der Pfeile 8a stattfindende lineare Bewegung kann auch als
Schälbewegung bezeichnet werden. Während der Bearbeitung werden also sowohl die Bremsscheibe
1 als auch die Schleifscheiben 2a, 2b um ihre jeweiligen Rotationsachsen angetrieben
und jede Schleifscheibe 2a, 2b ist mit der von ihr zu bearbeitenden Werkstückfläche
in Kontakt. Aufgrund der Anstellung der Schleifscheiben 2a, 2b zu der Bremsscheibe
1 ist die Kontaktfläche zwischen der jeweiligen Schleifscheibe 2a, 2b und der zugehörigen
Werkstückfläche (gegenüber einer parallelen Anstellung) reduziert, so dass bei gleicher
externer Kraft ein höherer Druck zwischen Schleifscheibe 2a, 2b und Bremsscheibe 1
in der Kontaktzone vorliegt. Die Bremsscheibe 1 kann somit mit einer hohen Abtragsrate
bei reduzierten Prozesskräften bearbeitet werden.
[0033] Am Ende der Schälbewegung 8a kann eine Einstechbewegung entlang der Pfeile 8b erfolgen,
bei der die Schleifscheiben 2a, 2b parallel zu der Werkstückrotationsachse 1.1 auf
die Bremsscheibe 1 zu bewegt werden. Um die Oberflächengüte (Formgenauigkeit, Rauheit)
der Bremsscheibe 1 weiter zu verbessern, werden die Schleifenscheibenrotationsachsen
2a.1, 2b.1 zunächst durch eine Schwenkbewegung (angedeutet durch die Pfeile 8c) (siehe
mittleres Bild in Figur 6) parallel zu der Werkstückachse 1.1 ausgerichtet. In einem
weiteren Bearbeitungsschritt (siehe unteres Bild in Figur 6) erfolgt eine klassische
Planbearbeitung der Bremsscheibe 1, bei der die zu bearbeitende Werkstückoberfläche
der Bremsscheibe 1 und die zur Bearbeitung verwendeten Stirnflächen der Schleifscheiben
2a, 2b parallel zueinander ausgerichtet sind. Zur Korrektur einer durch den Abtrag
bedingten Prozesskraftänderung können die Bremsscheiben 2a, 2b während dieses letzten
Bearbeitungsschrittes entlang der Pfeile 8d parallel zu der Werkstückrotationsachse
1.1 auf die Bremsscheibe 1 zu bewegt werden.
[0034] Aus Figur 5 ist noch zu erkennen, dass sowohl die erste Konditioniereinrichtung 7a
zum Abrichten der Schleifscheiben 2a, 2b als auch die zweite Konditioniereinrichtung
7b zum Schärfen der Schleifscheiben 2a, 2b in eine Konditionierstellung gebracht sind,
in welcher die Konditioniereinrichtungen 7a und 7b in Anlage mit einer der Schleifscheiben
2a, 2b sind, während eine Bearbeitung der Bremsscheibe 1 mit den Schleifscheiben 2a,
2b erfolgt. Die Schleifscheiben 2a, 2b werden also während des Bearbeitungsprozesses
konditioniert.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Werkstück
- 1.1
- Werkstückrotationsachse
- 2a
- erste Schleifscheibe
- 2a. 1
- erste Schleifscheibenrotationsachse
- 2b
- zweite Schleifscheibe
- 2b. 1
- zweite Schleifscheibenrotationsachse
- 3
- Werkstückantriebseinrichtung
- 4a
- erste Schleifscheibenantriebseinrichtung
- 4b
- zweite Schleifscheibenantriebseinrichtung
- 5
- Zustelleinrichtung
- 6a
- erste Anstelleinrichtung
- 6a. 1
- erste Schwenkachse
- 6a.2
- zweite Schwenkachse
- 6a. 1i
- erster Anstellantrieb
- 6a.2i
- erster Anstellantrieb
- 6a.3
- innere Lagerhülse
- 6a.4
- zweite Lagerhülse
- 6a.5
- Außenhülse
- 6b
- zweite Anstelleinrichtung
- 7a
- erste Konditioniereinrichtung
- 7b
- zweite Konditioniereinrichtung
- 8a
- Schälbewegung
- 8b
- Einstechbewegung
- 8c
- Ausrichtbewegung
- 8d
- Korrekturbewegung
1. Verfahren zur Bearbeitung einer hartstoffbeschichteten Werkstückfläche eines rotationssymmetrischen
Werkstücks (1) mittels mindestens einer Schleifscheibe, umfassend die folgenden Schritte:
- Antreiben des Werkstücks (1) zu einer Rotationsbewegung um eine Werkstückrotationsachse
(1.1),
- Antreiben einer Schleifscheibe (2a) zu einer Rotationsbewegung um eine Schleifscheibenrotationsachse
(2a.1),
- Anstellen der Schleifscheibenrotationsachse (2a.1) und der Werkstückrotationsachse
(1.1) zueinander, so dass die Schleifscheibenrotationsachse (2a.1) und die Werkstückrotationsachse
(1.1) nicht parallel sind,
- Bearbeiten der Werkstückfläche mit der Schleifscheibe (2a), wobei die Schleifscheibe
(2a) mit der Werkstückfläche in Kontakt ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Schleifscheibe (2a) und das Werkstück (1) während
des Bearbeitens relativ in einer Ebene rechtwinklig zur Werkstückrotationsachse (1.1)
zueinander bewegt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei ein Anstellwinkel zwischen der Schleifscheibenrotationsachse
(2a.1) und der Werkstückrotationsachse (1.1) während des Bearbeitens geändert wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine zweite Werkstückfläche
des rotationssymmetrischen Werkstücks (1) mittels einer zweiten, um eine zweite Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) rotierenden Schleifscheibe (2b) bearbeitet wird, wobei die zweite Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) zu der Werkstückrotationsachse (1.1) so angestellt ist, dass die Werkstückrotationsachse
(1.1) und die zweite Schleifscheibenrotationsachse (2b.1) nicht parallel sind.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei ein Anstellwinkel zwischen der zweiten Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) und der Werkstückrotationsachse (1.1) während des Bearbeitens geändert wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens eine Schleifscheibe
(2a, 2b) während des Bearbeitens konditioniert, insbesondere abgerichtet und/oder
geschärft wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in einem nachfolgenden Bearbeitungsschritt
die Werkstückrotationsachse (1.1) und die Schleifscheibenrotationsachse(n) (2a.1,
2b.1) parallel zueinander ausgerichtet sind.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Werkstückrotationsachse
(1.1) oder die Schleifscheibenrotationsachse(n) (2a.1, 2b.1) um einen Rotationsfreiheitsgrad
oder um zwei Rotationsfreiheitsgrade zum Anstellen schwenkbar sind.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest die folgenden Schritte
in der angegebenen Reihenfolge ausgeführt werden:
i) Anstellen der Schleifscheibenrotationsachsen (2a.1, 2b.1) zweier Schleifscheiben
(2a, 2b) zu der Werkstückrotationsachse (1.1),
ii) Relativbewegung des Werkstücks zu den angestellten Schleifscheiben (2a, 2b) während
eines ersten Bearbeitungsschrittes,
iii) Anstellen der Schleifscheibenrotationsachsen (2a.1, 2b.1) zu der Werkstückachse
(1.1), so dass die Schleifscheibenrotationsachsen (2a.1, 2b.1) und die Werkstückachse
(1.1) parallel sind,
iv) Bearbeiten des Werkstücks (1.1) in einem zweiten Bearbeitungsschritt, während
dem die Schleifscheibenrotationsachsen (2a.1, 2b.1) und die Werkstückachse (1.1) parallel
sind.
10. Vorrichtung zur Bearbeitung einer hartstoffbeschichteten Werkstückfläche eines rotationssymmetrischen
Werkstücks (1), umfassend:
- eine Werkstückantriebseinrichtung (3) zum Erzeugen einer Rotationsbewegung um eine
Werkstückrotationsachse (1.1),
- mindestens eine Schleifscheibenantriebsreinrichtung (4a, 4b) zum Erzeugen einer
Rotationsbewegung um eine Schleifscheibenrotationsachse (2a.1, 2b.1),
- mindestens eine Zustelleinrichtung (5) zum Inkontaktbringen der Schleifscheibe (2a,
2b) mit der Werkstückfläche und
- mindestens eine Anstelleinrichtung (6a, 6b) zum Anstellen der Schleifscheibenrotationsachse
(2a.1, 2b.1) und der Werkstückrotationsachse (1.1) zueinander, so dass die Schleifscheibenrotationsachse
(2a.1, 2b.1) und die Werkstückrotationsachse (1.1) nicht parallel sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, wobei die mindestens eine Zustelleinrichtung (5) so
eingerichtet ist, dass die Schleifscheibe (2a, 2b) und das Werkstück (1) während des
Bearbeitens relativ in einer zu der Werkstückrotationsachse (1.1) rechtwinkligen Ebene
zueinander bewegbar sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, umfassend eine zweite Schleifscheibenantriebsreinrichtung
(4b) zum Erzeugen einer Rotationsbewegung um eine zweite Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) und eine zweite Anstelleinrichtung (6b) zum Anstellen der zweiten Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) zu der Werkstückrotationsachse (1s1), so dass die zweite Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) und die Werkstückrotationsachse (1.1) nicht parallel sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, umfassend mindestens eine Konditioniereinrichtung
(7), die von einer Ausgangsstellung in eine Konditionierstellung bringbar ist, so
dass die Schleifscheibe (2a) während des Bearbeitens konditionierbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, wobei die mindestens eine Anstelleinrichtung
(6a, 6b) so ausgebildet ist, dass die Werkstückrotationsachse (1.1) oder die Schleifscheibenrotationsachse(n)
(2a.1, 2b.1) um genau einen Rotationsfreiheitsgrad oder um mehrere Rotationsfreiheitsgrade
schwenkbar ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, umfassend eine Steuereinrichtung,
die zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9 eingerichtet
ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zur Bearbeitung einer hartstoffbeschichteten Werkstückfläche eines rotationssymmetrischen
Werkstücks (1) mittels mindestens einer Schleifscheibe, umfassend die folgenden Schritte:
- Antreiben des Werkstücks (1) zu einer Rotationsbewegung um eine Werkstückrotationsachse
(1.1),
- Antreiben einer Schleifscheibe (2a) zu einer Rotationsbewegung um eine Schleifscheibenrotationsachse
(2a.1),
- Anstellen der Schleifscheibenrotationsachse (2a.1) und der Werkstückrotationsachse
(1.1) zueinander, so dass die Schleifscheibenrotationsachse (2a.1) und die Werkstückrotationsachse
(1.1) nicht parallel sind,
- Bearbeiten der Werkstückfläche mit der Schleifscheibe (2a), wobei die Schleifscheibe
(2a) mit der Werkstückfläche in Kontakt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die folgenden Schritte in der angegebenen Reihenfolge ausgeführt werden:
i) Anstellen der Schleifscheibenrotationsachsen (2a.1, 2b.1) zweier Schleifscheiben
(2a, 2b) zu der Werkstückrotationsachse (1.1),
ii) Relativbewegung des Werkstücks zu den angestellten Schleifscheiben (2a, 2b) während
eines ersten Bearbeitungsschrittes,
iii) Anstellen der Schleifscheibenrotationsachsen (2a.1, 2b.1) zu der Werkstückachse
(1.1), so dass die Schleifscheibenrotationsachsen (2a.1, 2b.1) und die Werkstückachse
(1.1) parallel sind,
iv) Bearbeiten des Werkstücks (1.1) in einem zweiten Bearbeitungsschritt, während
dem die Schleifscheibenrotationsachsen (2a.1, 2b.1) und die Werkstückachse (1.1) parallel
sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Schleifscheibe (2a) und das Werkstück (1) während
des Bearbeitens relativ in einer Ebene rechtwinklig zur Werkstückrotationsachse (1.1)
zueinander bewegt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei ein Anstellwinkel zwischen der Schleifscheibenrotationsachse
(2a.1) und der Werkstückrotationsachse (1.1) während des Bearbeitens geändert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein Anstellwinkel zwischen der zweiten Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) und der Werkstückrotationsachse (1.1) während des Bearbeitens geändert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens eine Schleifscheibe
(2a, 2b) während des Bearbeitens konditioniert, insbesondere abgerichtet und/oder
geschärft wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Werkstückrotationsachse
(1.1) oder die Schleifscheibenrotationsachse(n) (2a.1, 2b.1) um einen Rotationsfreiheitsgrad
oder um zwei Rotationsfreiheitsgrade zum Anstellen schwenkbar sind.
7. Vorrichtung zur Bearbeitung einer hartstoffbeschichteten Werkstückfläche eines rotationssymmetrischen
Werkstücks (1), umfassend:
- eine Werkstückantriebseinrichtung (3) zum Erzeugen einer Rotationsbewegung um eine
Werkstückrotationsachse (1.1),
- mindestens eine Schleifscheibenantriebsreinrichtung (4a, 4b) zum Erzeugen einer
Rotationsbewegung um eine Schleifscheibenrotationsachse (2a.1, 2b.1),
- mindestens eine Zustelleinrichtung (5) zum Inkontaktbringen der Schleifscheibe (2a,
2b) mit der Werkstückfläche und
- mindestens eine Anstelleinrichtung (6a, 6b) zum Anstellen der Schleifscheibenrotationsachse
(2a.1, 2b.1) und der Werkstückrotationsachse (1.1) zueinander, so dass die Schleifscheibenrotationsachse
(2a.1, 2b.1) und die Werkstückrotationsachse (1.1) nicht parallel sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Anstelleinrichtung (6a, 6b) so ausgebildet ist, dass die Schleifscheibenrotationsachse(n)
(2a.1, 2b.1) um mehrere Rotationsfreiheitsgrade schwenkbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, wobei die mindestens eine Zustelleinrichtung (5) so eingerichtet
ist, dass die Schleifscheibe (2a, 2b) und das Werkstück (1) während des Bearbeitens
relativ in einer zu der Werkstückrotationsachse (1.1) rechtwinkligen Ebene zueinander
bewegbar sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, umfassend eine zweite Schleifscheibenantriebsreinrichtung
(4b) zum Erzeugen einer Rotationsbewegung um eine zweite Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) und eine zweite Anstelleinrichtung (6b) zum Anstellen der zweiten Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) zu der Werkstückrotationsachse (1s1), so dass die zweite Schleifscheibenrotationsachse
(2b.1) und die Werkstückrotationsachse (1.1) nicht parallel sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, umfassend mindestens eine Konditioniereinrichtung
(7), die von einer Ausgangsstellung in eine Konditionierstellung bringbar ist, so
dass die Schleifscheibe (2a) während des Bearbeitens konditionierbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, umfassend eine Steuereinrichtung, die
zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9 eingerichtet ist.