[0001] Die Erfindung betrifft einen Wagenkasten eines Schienenfahrzeugs und ein Schienenfahrzeug
mit Wagenkasten.
[0002] Der Zeitbedarf eines Fahrgastwechsels bei Fahrzeugen im schienengebundenen öffentlichen
Personenverkehr, insbesondere Personennahverkehr, beispielsweise bei Straßenbahnen,
hängt zu einem großen Anteil von der Breite des Zu- bzw. Aussteigebereichs ab, der
durch die Türen, insbesondere Fahrgastzugangstüren eines Wagenkastens eines Schienenfahrzeugs
für die Fahrgäste zur Verfügung steht und somit auch von der Art und/oder Anzahl der
vorhandenen Türen. Im Schienenfahrzeugbau müssen üblicherweise benachbarte Türen zumindest
so weit voneinander beabstandet angeordnet werden, damit sie beim Öffnen nicht miteinander
kollidieren. Ein solcher geforderter und entsprechend einzuhaltender, minimaler Abstand
zwischen benachbarten Türen beeinflusst entscheidend den Platz, der bereitgestellt
werden muss, um die Türen beim Öffnen aufzunehmen und somit die Konstruktion bzw.
den Aufbau eines Wagenkastens. Bei besonders kurzen Wagenkästen kann deshalb mit den
derzeit üblichen Verfahren in solchen Wagenkästen aufgrund der genannten Platzprobleme
teilweise nur eine einzige Tür realisiert werden. Dies wiederum bedingt vergleichsweise
hohe Fahrgastwechselzeiten insbesondere in Stoßzeiten mit hohem bis sehr hohem Fahrgastaufkommen.
Um die Fahrgastwechselzeiten zu verbessern, werden in solchen Fällen üblicherweise,
soweit möglich, Drehfalttüren eingesetzt, die allerdings konstruktionsbedingt zusätzlichen
Bauraum im Wagenkasten beanspruchen sowie gleichzeitig die zusätzliche Gefahr des
Einklemmens von Personen in der Türkinematik und somit den gravierenden Nachteil einer
erhöhten Verletzungsgefahr für Fahrgäste aufweisen.
[0003] Demzufolge kommen auf Grund der oben genannten Problematik in solchen Fällen in der
Regel neben Drehfalttüren nur entweder eine, in der Regel dann einzige Doppelflügeltür
oder ggf. sogar nur Einzeltüren für die technische Realisierung in Frage.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Wagenkasten anzugeben, mit dem Fahrgastwechselzeiten
verbessert werden können.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs 1. Weiterbildungen
und Ausgestaltungen der Erfindung finden sich in den Merkmalen der abhängigen Patentansprüche
wieder.
[0006] Dabei weist bei einem Wagenkasten eines Schienenfahrzeugs mit wenigstens einer ersten
und einer zweiten Tür, wobei die erste und die zweite Tür jeweils zwei Türflügel aufweisen
und die erste und die zweite Tür in Längsrichtung des Wagenkastens nebeneinander angeordnet
sind, nach dem Öffnen der Türen wenigstens ein Türflügel einen unterschiedlichen Abstand
zu einer Längsmittelebene des Wagenkastens im Vergleich zu den anderen Türflügeln
auf.
[0007] Die erfindungsgemäße Lösung hat den Vorteil, dass es dadurch möglich ist, Türflügel
von Doppeltüren, z.B. Doppelflügeltüren, insbesondere Türflügel von unterschiedlichen,
benachbarten Doppeltüren an unterschiedliche Orte in oder an einem Wagenkasten beim
Öffnen zu verfahren, so dass diese nach dem Öffnen, also im geöffneten Zustand der
Türen, ausgehend vom entsprechenden Türflügel, einen unterschiedlichen Abstand in
Breitenrichtung des Wagenkastens bis zur Längsmittelebene des Wagenkastens aufweisen.
Auf diese Weise können die Türflügel nach dem Öffnen, je nach zur Verfügung stehendem
Platz, an geeigneten Stellen in oder an, bzw. innerhalb oder auch außerhalb eines
Wagenkastens untergebracht werden. Somit ist es möglich auch bei Wagenkästen, insbesondere
kurzen Wagenkästen, bei denen nach üblicher Fertigungsmethode nur eine geringe Anzahl
von Türen, beispielsweise nur einzelne Türen oder nur eine einzige Doppeltür realisierbar
wären, eine größere Anzahl von Türen, insbesondere standardmäßig Doppelflügeltüren
vorzusehen, bzw. einzubauen, sodass es nicht mehr notwendig ist, sich bezüglich Art
und/oder Anzahl der Türen, beispielsweise auf Einzeltüren, einschränken zu müssen.
Demzufolge verbreitert sich entsprechend der Zu- bzw. Aussteigebereich für die Fahrgäste
und die Fahrgastwechselzeiten können signifikant verbessert, insbesondere reduziert
werden.
[0008] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist einer der zwei
Türflügel der beiden Türen, welche direkt benachbart zueinander angeordnet sind, wobei
die zwei Türflügel zu unterschiedlichen Türen gehören, nach dem Öffnen einen geringeren
Abstand zur Längsmittelebene des Wagenkastens auf als der andere Türflügel.
[0009] Besonders bevorzugt überlappen sich die zwei Türflügel der beiden Türen, welche direkt
benachbart zueinander angeordnet sind und zu unterschiedlichen Türen gehören, nach
dem Öffnen wenigstens teilweise. Die entsprechenden Türflügel können sich dabei selbstverständlich
im Bereich zwischen 0 und 100% je nach Anforderung, bzw. vorhandenem Platz beliebig
überlappen, d.h., ggf. nicht oder gerade nicht, also zu 0%, oder auch vollständig,
also zu 100%. Ein Überlappen der beiden Türflügel bezieht sich dabei auf einen Betrachter,
der von außerhalb des Wagenkastens senkrecht ins Wagenkasteninnere in Richtung auf
die Längsmittelebene des Wagenkastens auf die beiden betreffenden Türflügel blickt,
und die sich somit im geöffneten Zustand für den Betrachter hintereinander angeordnet
befinden. Bei gleicher Größe, insbesondere Breite der Doppelflügeltüren, bzw. deren
Türflügel können sich diese bei Bedarf ggf. auch vollständig, also zu 100% überdecken.
Es ist natürlich auch möglich, dass sich die beiden Flügeltüren im geöffneten Zustand
für den Betrachter hintereinander angeordnet befinden und sich nicht überlappen. Selbstverständlich
können die beiden Doppeltüren auch unterschiedlich breit sein, so dass demzufolge
eine vollständige, gegenseitige Über- bzw. Abdeckung der Türflügel der jeweiligen
Doppelflügeltüren aus Sicht eines Betrachters nicht notwendigerweise auftreten muss.
[0010] Beim Öffnen der beiden Türen, was in der Regel gleichzeitig passiert, bewegen sich
die beiden direkt benachbarten Türflügel, von denen der eine Türflügel zur einen Doppeltür
und der andere Türflügel zur anderen Doppeltür gehört, üblicherweise zunächst aufeinander
zu und werden dann durch eine entsprechende, unterschiedliche Tür- bzw. Türflügelführung,
z.B. eine schienenartige Führung, aneinander vorbeigeführt, sodass in der Endposition,
also im geöffneten Zustand, einer der ei-Türflügel, je nach Ausführungsform vor oder
hinter dem anderen Türflügel zum Stehen kommt, demzufolge ein entsprechender Versatz
der beiden Türflügel zueinander entsteht und sich somit die beiden Türflügel je nach
Überdeckungsgrad mehr oder weniger überlappen.
[0011] Dabei können die beiden übrigen Türflügel der beiden Doppelflügeltüren im geöffneten
Zustand denselben Abstand zur Längsmittelebene des Wagenkastens aufweisen, wie einer
der benachbarten Türflügel und somit auf derselben Ebene verbleiben, wie einer der
benachbarten Türflügel. Es ist lediglich notwendig, einen der unmittelbar benachbarten
Türflügel auf diese Weise zu verfahren, bzw. umzuleiten, sodass im geöffneten Zustand
der Türen in diesem Fall drei Türflügel denselben Abstand zur Längsmittelebene des
Wagenkastens aufweisen und ein Türflügel, je nach Ausführung, einen geringeren oder
größeren Abstand zur Längsmittelebene des Wagenkastens im Vergleich zum Abstand der
drei anderen Türflügel aufweist. Selbstverständlich ist die erfindungsgemäße Lösung
nicht auf diese Ausführungsform beschränkt, sondern umfasst ebenfalls alle anderen
möglichen Ausführungsformen, bei denen sich die Abstände der Flügeltüren zur Längsmittelebene
des Wagenkastens in anderer Ausprägung voneinander unterscheiden.
[0012] Dadurch kann zusätzlich zu den oben bereits beschriebenen Vorteilen der erfindungsgemäßen
Lösung insbesondere im Falle, dass zwei Doppeltüren, beispielsweise zwei Doppelflügeltüren
aus Platzgründen sehr nahe beieinander angeordnet werden müssen, beim Öffnen bzw.
im geöffneten Zustand der beiden Türen eine Kollision von direkt benachbart angeordneten
Türflügeln, von denen der eine Türflügel zur einen Doppeltür und der andere Türflügel
zur anderen Doppeltür gehört, vermieden, und somit der Einbau von beispielsweise zwei
Doppelflügeltüren erst ermöglicht werden.
[0013] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Türflügel,
der nach dem Öffnen einen geringeren Abstand zur Längsmittelebene des Wagenkastens
aufweist als der andere Türflügel im geöffneten Zustand im Inneren des Wagenkastens
und der andere Türflügel außerhalb des Wagenkastens angeordnet.
[0014] Dadurch nimmt einer der beiden benachbarten Türflügel, welche zu unterschiedlichen
Türen gehören, im geöffneten Zustand einen Platz außerhalb des Wagenkastens und der
andere Türflügel einen Platz innerhalb des Wagenkastens ein.
[0015] Demzufolge wird weniger Platz im Wageninneren beansprucht, da im geöffneten Zustand
nur ein korrespondierender Türflügel vom Wagenkasten aufgenommen bzw. im Wageninneren
angeordnet werden muss und der andere Türflügel außen angeordnet wird. Dieser Platz
steht somit beispielsweise für die Innenausstattung des Wagenkastens zusätzlich zur
Verfügung.
[0016] Nach einer weiteren, alternativen, bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind
beide Türflügel der beiden Türen, welche direkt benachbart zueinander angeordnet sind
und zu unterschiedlichen Türen gehören, wobei nach dem Öffnen einer der Türflügel
einen geringeren Abstand zur Längsmittelebene des Wagenkastens aufweist als der andere
Türflügel, im geöffneten Zustand im Inneren des Wagenkastens angeordnet.
[0017] Mit dieser alternativen Ausführungsvariannte nehmen beide benachbarten Türflügel,
welche zu unterschiedlichen Türen gehören, im geöffneten Zustand einen Platz innerhalb
des Wagenkastens ein.
[0018] Dadurch sind beide Türen, insbesondere die Teile, bzw. Ränder der Türen, bzw. Türflügel,
die im geschlossenen Zustand mit dem Wagenkasten verbunden sind, beispielsweise Dichtgummis,
die die Türen umgeben, im geöffneten Zustand im Inneren des Wagenkastens nicht den
Witterungsbedingungen ausgesetzt und somit besser geschützt, wodurch ein entsprechend
geringerer Verschleiß auftritt und dementsprechend die notwendigen Wartungsintervalle
verlängert.
[0019] Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bilden im geschlossenen
Zustand der beiden Türen die erste und die zweite Tür zusammen mit der Außenfläche
des Wagenkastens eine im Wesentlichen plane Ebene.
[0020] Dadurch ragen die Türen im geschlossenen Zustand nicht über die Fahrzeugkontur hinaus
und es gibt somit insbesondere in den Türbereichen keine aus der Außenoberfläche des
Wagenkastens hervorstehenden Teile, sodass beim Fahren des Schienenfahrzeugs kein
zusätzlicher Windwiderstand erzeugt wird und/oder störende Windgeräusche entstehen.
[0021] Eine weitere besonders bevorzugte Ausprägung der Erfindung ist ein Schienenfahrzeug
mit wenigstens einem Wagenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 6.
[0022] Besonders bevorzugt ist das Schienenfahrzeug eine Straßenbahn.
[0023] Im Weiteren werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung mit Bezugnahme auf
die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt eines schematisch dargestellten Wagenkastens eines Schienenfahrzeugs,
hier eine Straßenbahn, mit zwei Doppelflügeltüren in geschlossenem Zustand in Draufsicht
von oben und
- Fig. 2 und 3
- einen Querschnitt des schematisch dargestellten Wagenkastens eines Schienenfahrzeugs,
hier eine Straßenbahn, aus Fig. 1 mit zwei Doppelflügeltüren in geöffnetem Zustand
in jeweils alternativer, erfindungsgemäßer Ausführung, jeweils in Draufsicht von oben.
[0024] In den Figuren 1 bis 3 werden jeweils gleiche Bestandteile mit den gleichen Bezugsziffern
bezeichnet.
[0025] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt eines schematisch dargestellten erfindungsgemäßen
Wagenkastens 1 eines Schienenfahrzeugs, hier einer Straßenbahn, mit zwei Doppelflügeltüren
5, 10 in geschlossenem Zustand in Draufsicht von oben.
[0026] Der gezeigte Wagenkasten 1 wird zur besseren Übersicht hier, sowie auch in den im
Folgenden beschriebenen Figuren 2 und 3 nur umrisshaft, abgesehen von den beiden Türen
5, 10 ohne weitere Ausstattungsmerkmale dargestellt. Die Art sowie die-Anzahl der
Türen eines erfindungsgemäßen Wagenkastens 1 ist hiermit in keiner Weise beschränkt,
insbesondere nicht auf zwei Doppelflügeltüren 5, 10 festgelegt.
[0027] Gemäß Figur 1 weist der Wagenkasten 1 eine erste 5 und eine zweite Tür 10 auf, die
als Doppelflügeltüren 5, 10 mit jeweils einem ersten 7, 12 und einem zweiten Türflügel
9, 14, ausgeführt sind und in Längsrichtung 4 des Wagenkastens 1 nebeneinander angeordnet
sind. Die beiden Türflügel 7, 9, 12, 14 jeder der beiden Türen 5, 10 öffnen sich jeweils
in entgegengesetzter Richtung. Dabei öffnen sich der erste Türflügel 7 der ersten
Tür 5 und der erste Türflügel 12 der zweiten Tür 10 jeweils entgegen der Wagenlängsrichtung
4 und der zweite Türflügel 9 der ersten Tür 5 und der zweite Türflügel 14 der zweiten
Tür 10 jeweils in Richtung der Wagenlängsrichtung 4. Demzufolge bewegt sich der Türflügel
9 der ersten Tür 5 und der Türflügel 12 der zweiten Tür 10 beim Öffnen, was in der
Regel gleichzeitig passiert, zunächst aufeinander zu. Die jeweilige Öffnungsrichtung
wird durch die entsprechenden Pfeile in der Figur 1 verdeutlicht.
[0028] Im geschlossenen Zustand haben die beiden Türen 5 und 10 und somit die vier Türflügel
7, 9, 12, 14 in Breitenrichtung des Wagenkastens 1, also rechtwinklig, bzw. senkrecht
zur Wagenlängsrichtung 4, denselben Abstand d bis zur Längsmittelebene 2 des Wagenkastens
1. In Wagenlängsrichtung 4 befinden sich demzufolge die beiden Türen 5 und 10 und
somit die vier Türflügel 7, 9, 12, 14 auf einer Ebene.
[0029] Figur 1 zeigt ebenfalls, dass die beiden Türen 5, 10 in geschlossenem Zustand zusammen
mit der Außenfläche 3 des Wagenkastens eine im Wesentlichen plane Ebene bilden,
[0030] Dadurch ragen die Türen 5, 10 im geschlossenen Zustand nicht über die Fahrzeugkontur
des Wagenkastens 1 hinaus und es gibt somit insbesondere in den Türbereichen 5, 10
keine aus der Außenoberfläche 3 des Wagenkastens 1 hervorstehenden Teile, insbesondere
keine Teile der Türen 5, 10, bzw. der Türflügel 7, 9, 12, 14, sodass beim Fahren des
Schienenfahrzeugs kein zusätzlicher Windwiderstand erzeugt wird und/oder zusätzliche
störende Windgeräusche entstehen können.
[0031] Figur 1 zeigt weiterhin, dass die zwei Doppelflügeltüren 5, 10 aus Platzgründen sehr
nahe beieinander angeordnet sind, so dass der Abstand zwischen den beiden Türen 5
und 10 in Längsrichtung 4 des Wagenkastens 1 kleiner ist, als die Breite von zwei
Türflügeln 7, 9, 12, 14 zusammengenommen, insbesondere die aufaddierte Breite der
zwei Türflügel 9 und 12, die sich beim Öffnen der Türen 5, 10 aufeinander zu bewegen.
Dies würde nach gegenwärtiger, üblicher Fertigung, bzw. Bauart, also dass die vier
Türflügel 7, 9, 12, 14 auch beim Öffnen, bzw. im geöffneten Zustand auf derselben
Ebene in Wagenlängsrichtung 4 verbleiben, beim Öffnen unmittelbar zu einer Kollision
der Türflügel 9 und 12 führen, sodass die in Figur 1 gezeigte Konstruktion technisch
nicht realisierbar wäre. Demzufolge könnte nur eine der beiden Doppelflügeltüren 5,
10 oder beispielsweise nur einzelne Türen vorgesehen und eingebaut werden. Die erfindungsgemäße
Lösung gemäß den beispielhaften Ausführungsformen gemäß der Figuren 2 und 3, wie dies
im Folgenden im Einzelnen beschrieben wird, ermöglicht erst die technische Realisierung
gemäß der Darstellung in Figur 1.
[0032] Fig. 2 zeigt einen Querschnitt des schematisch dargestellten, erfindungsgemäßen Wagenkastens
1 eines Schienenfahrzeugs, hier einer Straßenbahn, aus Figur 1 mit zwei Doppelflügeltüren
5, 10 in geöffnetem Zustand in Draufsicht von oben.
[0033] Figur 2 zeigt, dass nach dem Öffnen der Türen 5, 10 der Türflügel 12 der zweiten
Tür 10 einen kleineren Abstand d1 zur Längsmittelebene 2 des Wagenkastens 1 im Vergleich
zum Abstand d der anderen Türflügel 7, 9, 14 zur Längsmittelebene 2 aufweist, sodass
sich die drei Türflügel 7, 9, 14 in Wagenlängsrichtung 4 auf einer Ebene befinden
und auf derselben Ebene wie im geschlossenen Zustand verbleiben. Während des Öffnens
und analog auch beim Schließen der Türen 5, 10 bewegen sich die drei Türflügel 7,
9, 14 folglich lediglich auf der genannten, bzw. dargestellten Ebene entsprechend
jeweils in Richtung bzw. entgegen der Wagenlängsrichtung 4.
[0034] Figur 2 zeigt außerdem, dass sich die zwei direkt zueinander benachbart angeordneten
Türflügel 9 der ersten Tür 5 und Türflügel 12 der zweiten Tür 10 erfindungsgemäß überlappen.
Ein Überlappen der beiden Türflügel 9 und 12 bezieht sich dabei auf einen Betrachter,
der von außerhalb des Wagenkastens 1 senkrecht bzw. rechtwinklig ins Wagenkasteninnere
in Richtung auf die Längsmittelebene 2 des Wagenkastens 1 auf die beiden Türflügel
9 und 12 blickt, und die sich somit im geöffneten Zustand für den Betrachter hintereinander
angeordnet befinden. Dabei befindet sich in der hier gezeigten Ausführungsform Türflügel
9 vor dem Türflügel 12.
[0035] Die Türflügel 9 und 12 können sich dabei selbstverständlich, je nach Anforderung,
bzw. vorhandenem Platz im Bereich zwischen 0 und 100% beliebig überlappen, d.h., ggf.
nicht oder gerade nicht, also zu 0%, oder auch vollständig, also zu 100%. Bei unterschiedlicher
Breite der Doppeltüren 5 und 10 wäre demzufolge eine vollständige, gegenseitige Über-
bzw. Abdeckung der Türflügel 9 und 12 aus Sicht eines Betrachters ggf. nicht notwendigerweise
möglich.
[0036] Um die in Figur 2 gezeigte Endposition der beiden Türflügel 9 und 12 im geöffneten
Zustand zu erreichen, bewegen sich beim Öffnen der beiden Türen 5 und 10, was in der
Regel gleichzeitig passiert, erfindungsgemäß die beiden direkt benachbarten Türflügel
9 und 12 zunächst aufeinander zu und werden dann durch eine entsprechende, hier nicht
dargestellte, unterschiedliche Tür- bzw. Türflügelführung, z.B. eine schienenartige
Führung, aneinander vorbeigeführt, sodass in der Endposition, also im geöffneten Zustand,
wie dargestellt, Türflügel 12 der zweiten Tür 10 aus Sicht eines Betrachters von außerhalb
des Wagenkastens 1 hinter dem Türflügel 9 der ersten Tür 5 zum Stehen kommt, demzufolge
ein entsprechender Versatz der beiden Türflügel 9 und 12 zueinander entsteht und sich
somit die beiden Türflügel 9 und 12 entsprechend überlappen. Beim Schließen der Türen
5 und 10 erfolgt dies analog umgekehrt, bzw. in umgekehrter Reihenfolge.
[0037] Wie in der Figur 2 dargestellt, genügt es, nur einen der unmittelbar benachbarten
Türflügel 9 oder 12 entsprechend zu verfahren, bzw. umzuleiten. Dabei gilt das oben
bereits für den Türflügel 12 erläuterte Vorgehen bei einem Tausch der Rollen der Türflügel
9 und 12 spiegelbildlich ohne Einschränkung entsprechend auch für den Türflügel 9.
Im geöffneten Zustand der Türen 5 und 10 weisen somit jeweils drei Türflügel denselben
Abstand d und nur ein Türflügel, einen geringeren Abstand d1 zur Längsmittelebene
2 des Wagenkastens 1 im Vergleich zum Abstand d der drei anderen Türflügel auf.
[0038] Bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform gemäß Figur 2 sind alle Türflügel 7, 9,
12, 14 der beiden Türen 5 und 10 im geöffneten Zustand im Inneren des Wagenkastens
angeordnet.
[0039] Dadurch sind beide Türen 5 und 10, insbesondere die Teile, bzw. Ränder der Türen
5, 10, bzw. Türflügel 7, 9, 12, 14, die im geschlossenen Zustand mit dem Wagenkasten
1 verbunden sind, beispielsweise Dichtgummis, die die Türen umgeben, hier nicht dargestellt,
im geöffneten Zustand im Inneren des Wagenkastens 1 nicht den Witterungsbedingungen
ausgesetzt und somit besser geschützt, wodurch ein entsprechend geringerer Verschleiß
auftritt und dementsprechend die notwendigen Wartungsintervalle verlängert.
[0040] Fig. 3 zeigt in einer alternativen Ausführung ebenfalls einen Querschnitt des schematisch
dargestellten, erfindungsgemäßen Wagenkastens 1 eines Schienenfahrzeugs, hier einer
Straßenbahn, aus Figur 1 mit zwei Doppelflügeltüren 5, 10 in geöffnetem Zustand in
Draufsicht von oben.
[0041] Die in den Figuren 1 und 2 bereits beschriebenen Ausführungen und Vorteile gelten
im Wesentlichen auch für die, in der Figur 3 dargestellte Ausführungsform.
[0042] Im einzigen Unterschied zur erfindungsgemäßen Ausführungsform gemäß Figur 2 ist im
geöffneten Zustand der beiden Doppelflügeltüren 5 und 10 der Türflügel 12 außerhalb
des Wagenkastens 1 angeordnet. Dadurch wird weniger Platz im Wageninneren des Wagenkastens
1 beansprucht, da im geöffneten Zustand nur der korrespondierende Türflügel 9 vom
Wagenkasten 1 aufgenommen bzw. im Wageninneren angeordnet werden muss und der Türflügel
12 außen angeordnet wird. Dieser Platz steht somit beispielsweise für die Innenausstattung
des Wagenkastens 1 zusätzlich zur Verfügung.
[0043] Somit zeigt Figur 3, dass nach dem Öffnen der Türen 5, 10 der Türflügel 12 der zweiten
Tür 10 einen größeren Abstand d2 zur Längsmittelebene 2 des Wagenkastens 1 im Vergleich
zum Abstand d der anderen Türflügel 7, 9, 14 zur Längsmittelebene 2 aufweist. Analog
zur Figur 2 befinden sich die drei Türflügel 7, 9, 14 in Wagenlängsrichtung 4 wiederum
auf einer Ebene und verbleiben auf derselben Ebene wie im geschlossenen Zustand.
[0044] Auch Figur 3 zeigt, dass sich die zwei direkt zueinander benachbart angeordneten
Türflügel 9 der ersten Tür 5 und Türflügel 12 der zweiten Tür 10 erfindungsgemäß überlappen.
Ein Überlappen der beiden Türflügel 9 und 12 bezieht sich dabei ebenfalls auf einen
Betrachter, der von außerhalb des Wagenkastens 1 senkrecht bzw. rechtwinklig ins Wagenkasteninnere
in Richtung auf die Längsmittelebene 2 des Wagenkastens 1 auf die beiden Türflügel
9 und 12 blickt, und die sich somit im geöffneten Zustand für den Betrachter hintereinander
angeordnet befinden, in der hier gezeigten Ausführungsform allerdings Türflügel 12
vor dem Türflügel 9.
[0045] Um die in Figur 3 gezeigte Endposition der beiden Türflügel 9 und 12 im geöffneten
Zustand zu erreichen, bewegen sich analog zur Ausführung gemäß Figur 2 beim Öffnen
der beiden Türen 5 und 10, was in der Regel gleichzeitig passiert, erfindungsgemäß
die beiden direkt benachbarten Türflügel 9 und 12 wiederum zunächst aufeinander zu
und werden dann durch eine entsprechende, hier ebenfalls nicht dargestellte, unterschiedliche
Tür- bzw. Türflügelführung, z.B. eine schienenartige Führung, aneinander vorbeigeführt,
sodass in der Endposition, also im geöffneten Zustand, wie dargestellt, Türflügel
12 der zweiten Tür 10 außerhalb des Wagenkastens 1 und aus Sicht eines Betrachters
von außerhalb des Wagenkastens 1 vor dem Türflügel 9 der ersten Tür 5 zum Stehen kommt,
demzufolge wiederum ein entsprechender Versatz der beiden Türflügel 9 und 12 zueinander
entsteht und sich somit die beiden Türflügel 9 und 12 ebenfalls entsprechend überlappen.
Beim Schließen der Türen 5 und 10 erfolgt dies wiederum analog umgekehrt, bzw. in
umgekehrter Reihenfolge.
[0046] Auch in der alternativen Ausführungsform gemäß Figur 3 genügt es, nur einen der unmittelbar
benachbarten Türflügel 9 oder 12 zu verfahren, bzw. umzuleiten. Dabei gilt das oben
bereits für den Türflügel 12 erläuterte Vorgehen bei einem Tausch der Rollen der Türflügel
9 und 12 spiegelbildlich ohne Einschränkung entsprechend auch für den Türflügel 9.
Im geöffneten Zustand der Türen 5 und 10 weisen somit auch hier jeweils drei Türflügel
denselben Abstand d und nur ein Türflügel einen größeren Abstand d2 zur Längsmittelebene
2 des Wagenkastens 1 im Vergleich zum Abstand d der drei anderen Türflügel auf.
[0047] Gemäß den erfindungsgemäßen Ausführungsformen, wie in den Figuren 1, 2 und 3 dargestellt,
kann somit beim Öffnen bzw. im geöffneten Zustand der beiden Türen 5 und 10 eine Kollision
der direkt benachbart angeordneten Türflügel 9 und 12 vermieden werden, und somit
die technische Realisierung und der Einbau von zwei Doppelflügeltüren 5 und 10 erst
ermöglicht werden. Demzufolge ist es insbesondere auch bei kurzen Wagenkästen 1, bei
denen nach üblicher Fertigungsmethode nur einzelne Türen oder nur eine einzige Doppeltür
realisierbar wären, möglich, wie dargestellt, standardmäßig zumindest zwei Doppelflügeltüren
5 und 10 vorzusehen, bzw. einzubauen. Somit verbreitert sich entsprechend der Zu-
bzw. Aussteigebereich für die Fahrgäste im Bereich der geöffneten Türen 5 und 10 und
die Fahrgastwechselzeiten können signifikant verbessert, insbesondere reduziert werden.
[0048] Selbstverständlich ist die erfindungsgemäße Lösung nicht auf die Ausführungsformen
gemäß der Figuren 1, 2 und 3 beschränkt, sondern umfasst ebenfalls alle anderen möglichen
Ausführungsformen, bei denen sich insbesondere die Abstände d, d1, d2 der Flügeltüren
7, 9, 12, 14 zur Längsmittelebene 2 des Wagenkastens 1 und/oder deren Position außerhalb
und/oder innerhalb des Wagenkastens 1 in anderer Ausprägung voneinander bzw. untereinander
unterscheiden.
1. Wagenkasten (1) eines Schienenfahrzeugs mit wenigstens einer ersten (5) und einer
zweiten (10) Tür, wobei die erste (5) und die zweite (10) Tür jeweils zwei Türflügel
(7, 9, 12, 14) aufweisen und die erste (5) und die zweite (10) Tür in Längsrichtung
(4) des Wagenkastens (1) nebeneinander angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
nach dem Öffnen der Türen (5, 10) wenigstens ein Türflügel (7, 9, 12, 14) einen unterschiedlichen
Abstand (d, d1, d2) zu einer Längsmittelebene (2) des Wagenkastens (1) im Vergleich
zu den anderen Türflügeln (7, 9, 12, 14) aufweist.
2. Wagenkasten (1) nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass
einer der zwei Türflügel (9, 12), welche direkt benachbart zueinander angeordnet sind,
wobei die zwei Türflügel (9, 12) zu unterschiedlichen Türen (5, 10) gehören, nach
dem Öffnen einen geringeren Abstand (d, d1, d2) zur Längsmittelebene (4) des Wagenkastens
(1) aufweist als der andere Türflügel (9, 12) .
3. Wagenkasten (1) nach Anspruch 2
dadurch gekennzeichnet, dass
der Türflügel (9, 12), der nach dem Öffnen einen geringeren Abstand (d, d1, d2) zur
Längsmittelebene (4) des Wagenkastens (1) aufweist als der andere Türflügel (9, 12),
im geöffneten Zustand im Inneren des Wagenkastens (1) und der andere Türflügel (9,
12) außerhalb des Wagenkastens (1) angeordnet ist.
4. Wagenkasten (1) nach Anspruch 2
dadurch gekennzeichnet, dass
beide Türflügel (9, 12) im geöffneten Zustand im Inneren des Wagenkastens angeordnet
sind.
5. Wagenkasten (1) nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die zwei Türflügel (9, 12) der beiden Türen (5, 10), welche direkt benachbart
zueinander angeordnet sind und zu unterschiedlichen Türen (5, 10) gehören, nach dem
Öffnen wenigstens teilweise überlappen.
6. Wagenkasten (1) nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
im geschlossenen Zustand der beiden Türen (5, 10) die erste (5) und die zweite (10)
Tür zusammen mit der Außenfläche (3) des Wagenkastens (1) eine im Wesentlichen plane
Ebene bilden.
7. Schienenfahrzeug mit wenigstens einem Wagenkasten (1) nach einem der Ansprüche 1 bis
6.
8. Schienenfahrzeug nach Anspruch 7
dadurch gekennzeichnet, dass
das Schienenfahrzeug eine Straßenbahn ist.