[0001] Es werden ein Hochdruckverdichter und ein System mit einem Hochdruckverdichter beschrieben,
die zur Verdichtung eines Gases oder Gasgemisches ausgebildet sind.
Hintergrund
[0002] Unter "Hochdruck" wird gemäß dem allgemeinen technischen Verständnis für die Hochdruckverdichtung
von Gasen und Gasgemischen bei einer Verdichtung ab 40 bar über dem atmosphärischen
Druck gesprochen.
[0003] Der hierin beschriebene Hochdruckverdichter und das System können für die Hochdruckverdichtung
von brennbaren oder oxidierenden Gasen oder Gasgemischen eingesetzt werden. Ein brennbares
Gas ist bspw. Wasserstoff. Ein Beispiel für oxidierendes Gas ist Sauerstoff. Brennbare
oder oxidierende Gasgemische können Wasserstoff und Sauerstoff enthalten.
[0004] Für verschiedene Anwendungen werden Gase und Gasgemische unter hohen Drücken benötigt.
Teilweise liegen die Drücke im Bereich von mehreren hundert Bar oder sogar über 1000
bar. So werden bspw. bei Anwendungen im Bereich von energieerzeugenden Einrichtungen
oder für mobile Anwendungen (z.B. Fahrzeuge) Gase bzw. Gasgemische mit mehreren 100
bar benötigt. Schwierigkeiten bestehen dabei in der Verdichtung der Gase bzw. Gasgemische,
wobei konventionelle Lösungen Nachteile aufweisen.
Stand der Technik
[0005] Bekannte Verdichter für Gas und Gasgemische sind bspw. als Kolbenverdichter ausgebildet
und weisen einen linear beweglichen Kolben auf, der ein in einen Aufnahmeraum eingebrachtes
Gas oder Gasgemisch durch Verkleinerung des Aufnahmeraums komprimiert und somit verdichtet.
Das verdichtete Gas oder Gasgemisch wird dann ab- und einer Anwendung zugeführt.
[0006] Nachteilig sind solche Kolbenverdichter insbesondere deshalb, weil aufgrund des beweglichen
Kolbens eine Dichtung vorgesehen ist, die den Kolben gegenüber einer den Aufnahmeraum
begrenzenden Wand abdichtet. Diese Dichtung kann aber zum einen keine vollständige
Abdichtung bereitstellen, weil permanent eine Bewegung zwischen den abzudichtenden
Komponenten vorliegt, und unterliegt aufgrund der häufigen Bewegung einem enormen
Verschleiß.
[0007] Weiterhin benötigt ein solcher Verdichter - je nach Verdichtungsverhältnis - viel
Bauraum.
Aufgabe
[0008] Demgegenüber besteht die Aufgabe darin, eine Lösung zur Hochdruckverdichtung von
Gasen und Gasgemischen anzugeben, welche sowohl die Nachteile des Stands der Technik
behebt als auch eine Alternative zum Stand der Technik bereitstellt, die einfach ausgebildet
ist und bei geringem Bauraum eine hohe Verdichtung von Gasen und Gasgemischen erlaubt.
So soll eine Lösung zur Hochdruckverdichtung bereitgestellt werden, welche keine beweglichen
Komponenten aufweist, die primär zur Verdichtung dienen und mit der Umgebung in Verbindung
stehen.
Lösung
[0009] Die vorstehend genannte Aufgabe wird durch einen Hochdruck-Verdichter zur Verdichtung
eines Gases oder Gasgemischs gelöst, aufweisend ein Gehäuse, das mindestens einen
ersten Verdichterraum und eine Medienkammer umgibt, wobei der Verdichterraum und die
Medienkammer in dem Gehäuse über eine Membran voneinander getrennt sind, wobei das
Gehäuse mindestens einen ersten Anschluss aufweist, der in die Medienkammer mündet
und über den ein Medium in die Medienkammer ein- und/oder ausleitbar ist, wobei das
Gehäuse mindestens einen zweiten Anschluss aufweist, der in den Verdichterraum mündet
und über den ein Gas oder Gasgemisch ein- und/oder ausleitbar ist, wobei die Membran
aus Metall oder einer Metalllegierung besteht und zur Verdichtung eines in den Verdichterraum
einleitbaren Gases oder Gasgemischs durch Einleitung eines Mediums in die Medienkammer
verformbar ist.
[0010] Der Hochdruckverdichter ist als Membranverdichter ausgebildet und bewirkt somit die
Verdichtung des in die Medienkammer einleitbaren Gases oder Gasgemischs durch eine
Verformung der Membran. Vorteilhaft gegenüber Kolbenverdichtern weist ein solcher
Membranverdichter keine Dichtung auf, die mit beweglichen Komponenten in Verbindung
steht, so dass sich keine Dichtigkeitsprobleme ergeben. Die Membran kann bspw. im
Gehäuse dicht verbaut sein, wobei zusätzlich ein oder mehrere dichtende Mittel vorgesehen
sein können. Bspw. kann die Membran zwischen zwei Platten verspannt sein, wobei zwischen
den Platten des Gehäuses und der Metallmembran Dichtungsscheiben oder -ringe vorgesehen
sind. Derartige Dichtungsmittel sind aber nicht zwingend erforderlich.
[0011] Der Hochdruckverdichter ist so ausgebildet, dass die Membran in einer ersten Neutralstellung
in Anlage mit der Innenwand des Verdichterraums steht. Somit umfasst der Raum, der
zum Einleiten des Gases oder Gasgemischs zur Verfügung steht, sowohl die Medienkammer
als auch den Verdichterraum. Das gesamte Volumen des Hochdruckverdichters steht somit
für die Verdichtung zur Verfügung.
[0012] Nach dem Einleiten eines Gases oder Gasgemisches über den mindestens einen zweiten
Anschluss wird die Zufuhr unterbrochen und die Leitung abgeriegelt. Dann erfolgt die
Kompression, wobei ein inkompressibles Medium (z.B. Wasser, (Hydraulik)-Öl, etc.)
über den mindestens einen ersten Anschluss in die Medienkammer eingeleitet wird. Der
Druck, der über das Medium auf die Membran ausgeübt wird, entspricht dem Druck auf
der Seite des Gases oder Gasgemischs, so dass eine differenzdrucklose Kompression
innerhalb des Gehäuses des Hochdruckverdichters durchgeführt wird. Das bedeutet, dass
der auf die Membran innerhalb des Gehäuses wirkende Druck auf beiden Seiten gleich
groß ist. Sobald die Menge an inkompressiblem Medium einen Schwellenwert übersteigt,
kommt es zu einem "Umschnappen" der Metallmembran, wobei die Membran verformt wird.
Der Schwellenwert bemisst sich nach Maßgabe der Dimension des Gehäuses und der Medienkammer
sowie des Verdichterraums, des Materials für die Membran, die Menge an eingeleitetem
Gas oder Gasgemisch und des vorherrschenden Drucks über das Medium sowie die Ausbildung
der Membran. Hierzu ist die Membran entsprechend ausgebildet, so dass ein Umschnappen
erfolgen kann, welches gegenüber bekannten Ausführungen von Verdichtern einen wesentlichen
Vorteil darstellt. Insbesondere wird damit erreicht, dass die Membran über das inkompressible
Medium soweit verformt werden kann, bis die Membran an oder fast vollständig an einer
Innenwand des Verdichterraums anliegt. Damit wird eine hohe Verdichtung erreicht,
weil das Gas oder Gasgemisch im Wesentlichen um das gesamte Volumen des Hochdruckverdichters,
bestehend aus dem Volumen der Medienkammer und dem Volumen des Verdichterraums, komprimiert
werden kann. Gegenüber bekannten Vorrichtungen wird somit eine höhere Verdichtung
erzielt.
[0013] Die Verformung der Membran kann durch ein Dehnen der Metallmembran erfolgen, wobei
hierzu die Membran im Hinblick auf ihren Aufbau und/oder innere Struktur entsprechend
gestaltet ist, damit die erforderliche Verformung erreicht wird.
[0014] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus Weiterbildungen, welche durch
die Unteransprüche definiert sind.
[0015] Dabei können in weiteren Ausführungen der Verdichterraum und die Medienkammer im
Wesentlichen gleiche Volumina aufweisen.
[0016] Für das "Umschnappen" der Metallmembran und deren Verformung kann in weiteren Ausführungen
die Membran strukturiert ausgebildet sein. Die Struktur unterstützt das "Umschnappen"
und ermöglicht eine Verformung. Ein "Umschnappen" kann schlagartig oder auch schrittweise
erfolgen.
[0017] Die strukturierte Ausbildung umfasst alle Maßnahmen, welche durch eine Beeinflussung
des Materials der Membran deren Verformung mindestens in einem Bereich betrifft. Bspw.
können Strukturen durch mechanische Verformungen oder durch Veränderung der inneren
Struktur des Metalls oder der Metalllegierung der Membran erreicht werden.
[0018] In weiteren Ausführungen kann die Membran sich in radialer Richtung erstreckende
Erhebungen und Vertiefungen aufweisen, die eine Strukturierung der Metallmembran ausbilden.
Dabei kann die Membran im Wesentlichen ähnlich ausgebildet sein wie ein "Lautsprecher"
und entsprechende Sicken und Wellen aufweisen.
[0019] In weiteren Ausführungen kann die Membran als geometrisch geformte Scheibe ausgebildet
sein und als solche bezeichnet werden, wobei die geometrische Form auch die vorstehend
genannten Strukturierungen umfasst.
[0020] In weiteren Ausführungen können der Verdichterraum und/oder die Medienkammer im Wesentlichen
die Form eines Kugelsegments aufweisen und die Membran die Grundfläche des Kugelsegments
bilden. Dabei sind die entsprechenden Innenwände des Verdichterraums und der Medienkammer
im Wesentlichen konkav ausgebildet und weisen somit eine gewölbte Innenseite auf.
An die gewölbten Innenwände kann sich dann bspw. die strukturierte Membran anlegen,
wobei nach einer vollständigen Verformung der Membran an der entsprechenden Innenwand
entweder zentrisch umlaufende Rillen entstehen können oder die Membran soweit verformbar
ist, dass diese flächig mit der entsprechenden Innenwand in Kontakt steht. Das komprimierte
Gas oder Gasgemisch kann dann in mindestens einen Kanal im Gehäuse gedrückt werden,
der mit dem zweiten Anschluss in Verbindung steht.
[0021] In noch weiteren Ausführungen können die im Wesentlichen konkav geformten Innenwände
des Verdichterraums und der Medienkammer zum Zentrum verlaufende Rillen oder ähnliches
aufweisen, deren Tiefe und Breite zu- bzw. annehmen kann, damit beim schrittweisen
Verdichten durch Verformung der Membran das komprimierte Gas oder Gasgemisch in die
Rillen oder ähnliches gedrückt und von dort nach einer vollständigen Verformung der
Membran ausgeleitet wird, wobei damit dem Umstand Rechnung getragen wird, dass die
Membran im vollständig verformten Zustand an der Innenwand des Verdichterraums anliegt.
Entsprechend gilt dies auch für die Einleitung des inkompressiblen Mediums, wenn die
Membran an der Innenwand der Medienkammer anliegt.
[0022] In weiteren Ausführungen können der Verdichterraum und/oder die Medienkammer im Wesentlichen
stufenpyramiden- oder stufenkegelartig ausgebildet sein und die Membran der Ausbildung
des Verdichterraums und/oder der Medienkammer entsprechende Stufen aufweisen. Dabei
kann es zu einem stufenweisen Verformen der Membran kommen, wobei während des Verformprozesses
beim Verdichten des Gases oder Gasgemischs die Stufen der Membran in Anlage mit den
korrespondierenden Stufen der Medienkammer bzw. des Verdichterraums kommen.
[0023] Die Membran kann soweit verformbar sein, dass diese aus einer Ausgangsstellung in
Anlage mit der Innenwand des Verdichterraums und/oder der Medienkammer kommt.
[0024] In weiteren Ausführungen kann das Gehäuse des Hochdruckverdichters schichtartig aufgebaut
sein und mindestens einen ersten Verdichterkopf mit dem Verdichterraum und einen zweiten
Verdichterkopf mit der Medienkammer aufweisen, wobei zwischen dem ersten Verdichterkopf
und dem zweiten Verdichterkopf die Membran angeordnet ist.
[0025] Der Schichtaufbau stellt einen einfachen Aufbau des Hochdruckverdichters bereit.
Zudem ist der Zusammenbau des Hochdruckverdichters einfach durchführbar. So können
bspw. die einzelnen Schichten über Schrauben oder ähnliches miteinander befestigt
sein, wobei die Schrauben oder ähnliches durch Bohrungen in den jeweiligen Schichten
geführt sind. Weiterhin bietet der Schichtaufbau die Möglichkeit, die Membran zwischen
den einzelnen Schichten zu verspannen und über zusätzliche Dichtungselemente den Innenraum
des Gehäuses absolut gasdicht zu gestalten.
[0026] Allgemein ergibt sich durch die Verformbarkeit der Membran der Vorteil, dass gegenüber
einfachen, scheibenartigen Membranen eine größere Auslenkung erreicht werden kann.
Somit kann bei einem geringen Bauraum eine deutlich erhöhte Verdichtung eines Gases
oder Gasgemischs erreicht werden, insbesondere gegenüber scheibenartigen, nicht verformbaren
Membranen. Die größere Auslenkung der Membran erlaubt es auch, die Frequenz der Membran,
d.h. die Bewegungen der Membran in die entsprechenden Richtungen zum Verdichten, zu
reduzieren, wobei die Leistung in Bezug auf die bereitgestellte Menge an verdichteten
Gas bzw. Gasgemisch mindestens genauso groß ist, wie bei einer vergleichbaren, nicht
verformbaren Membran. Geringere Frequenzen wirken sich insbesondere positiv auf die
Lebensdauer der Membran und somit des Hochdruckverdichters aus. Die Verformbarkeit
der Membran kann insbesondere durch die strukturierte Ausbildung erfolgen, wie sie
vorstehend in verschiedenen Ausführungen angegeben ist.
[0027] Die vorstehend genannte Aufgabe wird auch durch ein Verdichtersystem zur Hochdruckverdichtung
eines Gases oder Gasgemischs gelöst, aufweisend mindestes einen Hochdruck-Verdichter
gemäß einer der vorstehend angegebenen Ausführungen, einen Gas oder Gasgemisch-Vorrat,
ein Gas oder Gasgemisch-Lager, einen Medienvorrat und Fördermittel zum Fördern eines
Gas oder Gasgemischs sowie eines inkompressiblen Mediums und Steuermittel zur Regelung
des Durchflusses des Gas oder Gasgemischs und des inkompressiblen Mediums über zugehörige
Leitungen, wobei
- der Hochdruck-Verdichter ein Gehäuse aufweist, das einen Verdichterraum und eine Medienkammer
umgibt, wobei der Verdichterraum und die Medienkammer in dem Gehäuse über eine Membran
voneinander getrennt sind,
- der Hochdruck-Verdichter mindestens einen ersten in eine Medienkammer mündenden Anschluss
aufweist,
- der erste Anschluss mit dem Medienvorrat über zugehörige Leitungen und korrespondierende
Förder- und/oder Steuermittel verbunden sind, so dass ein inkompressibles Medium aus
dem Medienvorrat über den ersten Anschluss in die Medienkammer und aus der Medienkammer
in den Medienvorrat einbringbar ist,
- der Hochdruck-Verdichter mindestens einen zweiten in den Verdichterraum mündenden
Anschluss aufweist,
- der mindestens eine zweite Anschluss mit dem Gas oder Gasgemisch-Vorrat und dem Gas
oder Gasgemisch-Lager über zugehörige Leitungen und korrespondierende Förder-und/oder
Steuermittel verbunden ist, so dass ein Gas oder Gasgemisch aus dem Gas oder Gasgemisch-Vorrat
in den Verdichterraum und aus dem Verdichterraum in das Gas oder Gasgemisch-Lager
einbringbar ist, und
- das inkompressible Medium über zugehörige Förder- und/oder Steuermittel mit Druck
beaufschlagbar ist, so dass eine Verformung der Membran und hierüber eine Komprimierung
des in dem Verdichterraum aufgenommenen Gas oder Gasgemischs erreichbar ist, wozu
Leitungen zu und von dem Gas oder Gasgemisch-Vorrat, dem Gas oder Gasgemisch-Lager
und dem Medienvorrat über korrespondierende Steuermittel abschließbar sind.
[0028] In einer Vorteilhaften Ausgestaltung des Verdichtersystems kann die Druckbeaufschlagung
des Mediums innerhalb der mindestens einen Medienkammer über die Fördermittel ausgeführt
werden, welcher das inkompressiblere Medium in die mindestens eine Medienkammer fördern.
Die Fördermittel sind bspw. als Kolben und/oder als Pumpe ausgeführt. Besonders vorteilhaft
ist, wenn ein Fördermittel als Pumpe ausgeführt ist, so dass der Kolben vollständig
entfallen kann. Bei derartig vorteilhafter Ausgestaltung kann ein System ohne Kolben
als Förder- und/oder Druckbeaufschlagungsmittel zum Einsatz kommen.
[0029] In einer weiteren vorteilhaften Ausführung kann der Medienkreislauf und das darüber
geführt und geförderte Medium zumindest im Bereich des mindestens einen ersten Anschluss
beheizbar und/oder klimatisierbar. Vorteilhaft wird so eine Viskosität des inkompressiblen
Mediums erreicht, um beim Einströmen in die mindestens eine Medienkammer über den
mindestens einen ersten Anschluss keinen Gegendruck auf die Fördermittel zu erzeugen.
[0030] Das System bietet die Möglichkeit zur Hochdruck-Verdichtung eines Gases oder Gasgemischs
mit mindestens einem Hochdruckverdichter, der durch die große Auslenkung der Membran
geringere Lastwechsel benötigt, um im Vergleich zu einem konventionellen Verdichter
die gleiche Menge an Gas zu verdichten, wobei hierzu die Förder- und Steuermittel
ebenso reduzierte Förder- und Steuerzyklen aufweisen. Damit lässt sich das System
einfacher ausbilden. Auch die Steuerung des Systems lässt sich damit vereinfachen.
[0031] Weitere Vorteile, Merkmale und Ausgestaltungsmöglichkeiten ergeben sich aus der nachfolgenden
Figurenbeschreibung von nicht einschränkend zu verstehenden Ausführungsbeispielen.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0032] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine Explosionszeichnung eines Hochdruck-Verdichters;
- Fig. 2
- verschiedene Ansichten eines ersten und zweiten Verdichterkopfs des Hochdruck-Verdichters
von Fig. 1;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung eines Verdichtersystems mit einem Hochdruck-Verdichter
gemäß Fig. 1;
- Fig. 4-7
- verschiedene Schritte der Hochdruckverdichtung in dem Verdichtersystem gemäß Fig.
3;
- Fig. 8
- schematische Darstellungen einer bespielhaften Ausführungsform einer Membran für einen
Hochdruck-Verdichter; und
- Fig. 9
- ein schematisches Diagramm zur Hochdruckverdichtung in einem Verdichtersystem.
[0033] In den Zeichnungen mit gleichen Bezugszeichen versehene Elemente entsprechen im Wesentlichen
einander, sofern nichts anderes angegeben ist. Darüber hinaus wird darauf verzichtet,
Bestandteile zu zeigen und zu beschreiben, welche nicht wesentlich zum Verständnis
der hierin offenbarten technischen Lehre sind. Im Weiteren werden nicht für alle bereits
eingeführten und dargestellten Elemente die Bezugszeichen wiederholt, sofern die Elemente
selbst und deren Funktion bereits beschrieben wurden oder für einen Fachmann bekannt
sind.
Ausführliche Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0034] In den Figuren sind ein Ausführungsbeispiel eines Hochdruck-Verdichters 100, ein
Verdichtersystem 500 und ein Verfahren zur Hockdruckverdichtung in einem Verdichtersystem
500 gezeigt, welche nachfolgend beispielhaft beschrieben werden, wobei es sich um
mögliche Ausführungen der hierin offenbarten technischen Lehre handelt. Die gezeigten
und nachfolgend beschriebenen Ausführungen sind daher nicht limitierend und können
zusätzlich hierin angegebene Merkmale oder angegebene Alternativen aufweisen.
[0035] Fig. 1 zeigt eine Explosionszeichnung eines Hochdruck-Verdichters 100. Der Hochdruck-Verdichter
100 kann bspw. dazu dienen, um ein Gas, wie bspw. Wasserstoff, oder ein Gasgemisch
zu komprimieren. Es erfolgt hierbei eine Hochdruckverdichtung des Gases. Bei einer
Hochdruckverdichtung wird in diesem Zusammenhang bei Drücken ab ca. 40 bar gesprochen.
[0036] Herkömmliche Hochdruckverdichter weisen einen verschiebbar gelagerten Kolben auf,
um die hohen Drücke erzeugen zu können. Dabei wird der Kolben innerhalb einer zylindrischen
Röhre um eine verhältnismäßig große Wegstrecke bewegt, um die hohe Komprimierung des
Gases zu erreichen.
[0037] Der hierin beschriebene Hochdruck-Verdichter 100 weist gegenüber bekannten Hockdruckverdichtern
den Vorteil auf, dass die Vorrichtung verhältnismäßig klein baut und zudem keine beweglichen
Komponenten vorgesehen sind, die mit der Umgebung in Verbindung stehen. Daher wird
eine gasdichte Ausführung gewährleistet. Zudem kommt es zu keinem Abrieb und damit
zu keiner Zerstörung von Dichtmitteln wie im Stand der Technik, weil optional vorgesehene
Dichtungen nicht bewegt werden und in weiteren Ausführungen auf Dichtungen verzichtet
werden kann. Die zur Verdichtung eines Gases vorgesehene Komponente in Form einer
aus Metall oder einer Metalllegierung bestehenden Membran 200 ist innerhalb eines
Gehäuses 120 des Hochdruck-Verdichters 100 angeordnet und steht daher mit der Umgebung
nicht in Kontakt.
[0038] Der Hochdruck-Verdichter 100 von Fig. 1 weist ein Gehäuse 120 auf, das einen ersten
Verdichterkopf 300 und einen zweiten Verdichterkopf 400 aufweist. Die Verdichterköpfe
300 und 400 sind in dem gezeigten Ausführungsbeispiel identisch ausgebildet, so dass
Beschreibungen zu einem der Verdichterköpfe 300, 400 auch jeweils für den anderen
Verdichterkopf 300, 400 gelten. In weiteren nicht dargestellten Ausführungsformen
können die Verdichterköpfe 300, 400 aber auch Unterschiede zueinander, insbesondere
in der Ausbildung und Anordnung von Anschlüssen etc., aufweisen.
[0039] Die Verdichterköpfe 300, 400 bestehen aus Metall oder einer Metalllegierung und weisen
jeweils eine massiv ausgebildete Platte 310, 410 auf. Die Ausbildung der Verdichterköpfe
300, 400 ist in Fig. 2 gezeigt.
[0040] Als Material für die Verdichterköpfe 300, 400 kann bspw. ein Edelstahl bzw. eine
Edelstahllegierung, wie z.B. eine Edelstahllegierung der Gruppe 316 L verwendet werden.
[0041] Die Verdichterköpfe 300, 400 weisen an den im zusammengebauten Zustand gegenüberliegenden
Seiten jeweils einen Verdichterraum 330 bzw. eine Medienkammer 430 auf. Dabei dient
der Verdichterraum 330 zur Aufnahme eines Gases oder Gasgemischs, welches komprimiert
wird. Die Medienkammer 430 dient zur Aufnahme eines Mediums, welches für die Verformung
der Membran 200 zur Verdichtung des Gases oder Gasgemischs erforderlich ist.
[0042] Hierbei dienen der Verdichterraum 330 und die Medienkammer 430 in erster Linie dazu,
dass in die Räume das Gas/Gasgemisch bzw. das Medium eingeleitet werden. Während der
Hochdruckverdichtung kommt es insbesondere zu einer solchen Verlagerung der Membran
200, dass diese in Anlage mit den gegenüberliegenden Innenwänden des Verdichterraums
330 und der Medienkammer 430 kommt. Somit kann auch im durch den Verdichterraum 330
oder die Medienkammer 430 aufgespannten Raum innerhalb der Verdichterköpfe 300, 400
durch eine entsprechende Verformung der Membran 200 ein Gas/Gasgemisch oder ein Medium
aufgenommen sein.
[0043] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind der Verdichterraum 330 und die Medienkammer
430 so ausgebildet, dass diese Stufen 332, 432 aufweisen. Die Stufen 332, 432 ermöglichen
es, dass die Membran 200 im Wesentlichen vollflächig mit den Innenwänden des Verdichterraums
330 und der Medienkammer 430 kommen kann.
[0044] Zwischen den Verdichterköpfen 300, 400 ist die Membran 200 angeordnet, die aus einem
Metall oder einer Metalllegierung besteht. Als Material eignen sich insbesondere Edelmetalle
oder Edelmetalllegierungen, bevorzugt eine Edelstahllegierung der Gruppe 316 L. Die
Membran 200 ist strukturiert ausgebildet. Die Strukturierung der Membran 200 ermöglicht
die Verformung der Membran 200 derart, dass diese sowohl in Anlage mit der Innenwand
des Verdichterraums 330 als auch in Anlage mit der Innenwand der Medienkammer 430
kommen kann. Hierzu weist die Membran 200 Sicken 210 auf, wie in Fig. 8 schematisch
gezeigt.
[0045] Bei der Hochdruckverdichtung kann die Membran 200 aufgrund der Sicken 210 verformt
werden, so dass diese schrittweise in Anlage mit den gestuften Innenwänden des Verdichterraums
330 und der Medienkammer 430 kommt.
[0046] Die Ausbildung der Membran 200 ermöglicht es daher das gesamte Volumen innerhalb
des Gehäuses 120 des Hochdruck-Verdichters 100, bestehend aus dem Verdichterraum 330
und der Medienkammer 430, für die Komprimierung eines Gases/Gasgemischs zu verwenden.
[0047] Damit lässt sich je nach Ausbildung des Hochdruck-Verdichters 100 und dessen Bestandteilen
eine Anpassung des Verdichtungsverhältnisses von Gasen bzw. Gasgemischen erreichen.
Insbesondere ist die Verformbarkeit der Membran 200 maßgeblich für die Verdichtung.
Je größer die Verformbarkeit, desto größer ist die Verdichtung. Dazu kann die Membran
200 eine Vielzahl von Strukturen aufweisen, die zur Verformung erforderlich ist. Gegenüber
einfachen Metallmembranen, die nur geringfügig in eine Richtung ausgelenkt werden
können, wozu diese in jeder Ausgangsstellung - je nach Definition - konkav oder konvex
sind ("schüsselartig"), kann die Membran 200 auch eine Neutralstellung (Fig. 8) einnehmen
und aus der Neutralstellung in beide Richtungen verformt werden. Die Strukturen in
der Membran 200 bzw. die Sicken 210 erlauben es dabei auch, dass ohne eine weitere
Kraftbeaufschlagung die Membran 200 die verformten Stellungen beibehält.
[0048] Zur Verformung der Membran 200 für die Hochdruckverdichtung eines über den Verdichterraum
330 eingebrachten Gases/Gasgemischs wird über die Medienkammer 430 ein inkompressibles
Medium unter Druck eingebracht. Damit wird erreicht, dass der Druck über das Medium
auf die Membran 200 einen entsprechend hohen Druck auf das Gas/Gasgemisch ausübt,
welches dann komprimiert bzw. verdichtet wird. Bspw. kann als inkompressibles Medium
Wasser oder ein (Hydraulik)-Öl verwendet werden.
[0049] Sowohl der Verdichterraum 330 als auch die Medienkammer 430 weisen jeweils mindestens
einen Anschluss 320, 420 auf, über welchen das Gas/Gasgemisch bzw. das Medium zu-
und wieder abgeführt werden. In weiteren Ausführungen können separate Anschlüsse zum
Zu- und Abführen des Gases/Gasgemisch bzw. des Mediums vorgesehen sein.
[0050] Die Zu- bzw. Abfuhr erfolgt zentral in den mittigen Bereich des Verdichterraums 330
bzw. der Medienkammer 430. Insbesondere der zweite Anschluss 320 zur Zufuhr von Gas/eines
Gasgemischs kann so ausgebildet sein, dass ausgehend von einer zentralen Zufuhröffnung
im zweiten Anschluss 320 an der Außenseite des Verdichterkopfs 300 der Anschluss 320
in eine Vielzahl von kleineren Kanälen übergeht, die gegenüber dem Eingangsdurchmesser
einen geringen Durchmesser aufweisen. Diese Kanäle ragen dann über entsprechende Öffnungen
in den Verdichterraum 330. Damit wird verhindert, dass es zu einer punktuellen, mittigen
Belastung der Membran 200 beim Ein-/Ausströmen des Gases/Gasgemisch bzw. des Mediums
kommt. Durch die Aufteilung des zentralen Einlasses in viele kleinere Kanäle wird
die Belastung verteilt. Diese Öffnungen im Verdichterraum 330 und in der Medienkammer
430 können sich über einen Bereich erstrecken, der beispielsweise dem dreifachen Durchmesser
des Anschlusses 320, 420 entspricht. Vorzugsweise können die Öffnungen dieser Kanäle
nur in den Bereich münden, welcher die größte Tiefe in Bezug auf das Raumvolumen des
Verdichterraums 330 bzw. der Medienkammer 430 aufweist.
[0051] Die Steuerung der Zu- und Abfuhr von Gas/Gasgemisch und des Mediums erfolgt über
entsprechende Ventile.
[0052] Die Membran 200 selbst ist zwischen den gegenüberliegenden planen Flächen der Zylinderköpfe
300, 400 bzw. der Platten 310, 410 angeordnet. Die Membran 200 weist eine flächige
Erstreckung auf, die größer ist wie die flächige Erstreckung des Verdichterraums 330
und der Medienkammer 430. Somit liegt die Membran 200 im verbauten Zustand an den
Platten 310, 410 an.
[0053] Über Befestigungsmittel 110 sind die beiden Zylinderköpfe 300, 400 und die dazwischen
angeordnete Membran 200 miteinander verbunden. Die Platten 310, 410 weisen durchgängige
Öffnungen 314, 414 auf, durch welche Gewindestangen 112 geführt sind. Über Muttern
114 und Unterlegscheiben 116 lassen sich die Zylinderköpfe 300, 400 und die Membran
200 miteinander verbinden und die Membran 200 verspannen. Damit wird eine Abdichtung
des Verdichterraums 330 und der Medienkammer 430 gegenüber der Umwelt erreicht. Im
Bereich der Anlageflächen zwischen den Verdichterköpfen 300, 400 und der Membran 200
kann zusätzlich mindestens ein Dichtring angeordnet sein. Es können ferner auch Strukturen
in den Anlageflächen der Verdichterköpfe 300, 400 vorgesehen sein, die im verbundenen
Zustand die Membran 200 teilweise verformen. Weiterhin kann auch die Membran 200 hierfür
erforderliche Strukturen, zusätzlich zu den für die Verformung erforderlichen Strukturen,
aufweisen.
[0054] Fig. 2 zeigt verschiedene Ansichten eines ersten und zweiten Verdichterkopfs des
Hochdruck-Verdichters von Fig. 1. Zwischen den Öffnungen 314, 414 befinden sich Wände
312, 412. Die Ausbildung der Verdichterköpfe 300, 400 ist derart gewählt, dass diese
um den Verdichterraum 330 und die Medienkammer 430 herum eine ausreichend große Wandstärke
aufweisen. Die Wandstärke ist im Hinblick auf den inneren Druck bei der Hochdruckverdichtung
festzulegen.
[0055] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Verdichtersystems 500 mit einem
Hochdruck-Verdichter 100 gemäß der Ausführung von Fig. 1.
[0056] In weiteren nicht dargestellten Ausführungen kann ein Verdichtersystem 500 auch mit
einer Abwandlung des in Fig. 1 gezeigten Hochdruck-Verdichters 100 betrieben werden,
der unter die hierin beschriebene technische Lehre fällt. Schließlich kann ein Verdichtersystem
500 grundsätzlich auch mehrere Hochdruck-Verdichter 100 aufweisen, die bspw. parallel
oder in Reihe geschalten sind.
[0057] Das Verdichtersystem 500 weist neben dem Hochdruck-Verdichter 100 Leitungen und Steuereinrichtungen
sowie Ventile und einen Kolben 510 sowie einen Tank 514 auf, in dem ein inkompressibles
Medium aufgenommen ist. Der Tank 514, der Kolben 510 und eine Pumpe 512 sind Teil
eines Medienkreislaufs, der wiederum Bestandteil des Verdichtersystems 500 ist.
[0058] Das Verdichtersystem 500 weist einen Gas- oder Gasgemisch-Kreislauf auf, der neben
den Leitungen für die Zu- und Abfuhr des Gases oder Gasgemischs Steuereinrichtungen,
Ventile, einen Vorrat 520, in dem das Gas oder Gasgemisch für die Hochdruckverdichtung
bevorratet wird, und eine Anbindung an eine beliebige Anwendung 530 auf.
[0059] Das Verdichtersystem 500 weist ferner Überdruckventile auf, die bei Überschreiten
von kritischen, einstellbaren Drücken im System einen Gasaustritt in die Atmosphäre
ermöglichen. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel des Verdichtersystems 500 erfolgt
eine Verdichtung von einem Gas oder Gasgemisch von einem Druck von mindestens 10 bar
im Vorrat 520 bis auf ca. 1200 bar, so dass der Anwendung 530 ein Gas oder Gasgemisch
mit einem Druck von ca. 1200 bar zur Verfügung gestellt wird.
[0060] Der Verdichtungsablauf in dem Verdichtersystem 500 über den Hochdruck-Verdichter
100 ist in den Fig. 4-7 gezeigt und wird nachfolgend mit Bezug auf die Fig. 4-7 beschrieben.
Füllen des Hochdruck-Verdichters 100 (Fig. 4)
[0061] Die Gas-Seite bzw. der Verdichterraum 330 des Verdichterkopfs 300 wird mit Gas aus
dem Vorrat 520 gefüllt. Hierzu wird das Ventil vom Vorrat 520 und ein Ventil 522 geöffnet,
so dass über den zweiten Anschluss 320 eine Gaszufuhr in den Verdichterraum 330 erfolgt.
In dem Vorrat 520 ist Gas mit einem Druck von mindestens 10 bar gespeichert. Die Membran
200 wird dabei Richtung Wasser-Seite also in Richtung der Medienkammer 430 ausgelenkt
und die Pumpe 512 im Medienkreislauf pumpt für diesen Schritt das Medium (Wasser)
zurück in den Tank 514, der als Vorratsbehälter für das Wasser dient.
[0062] Eine Entlastungsleitung des Medienkreislaufs vom Zylinder des Kolbens 510 ist geöffnet
und durch den höheren Druck auf der Gas-Seite (verdichterraumseitig) wird die Membran
200 vollständig an die Innenwand der Medienkammer 430 des Verdichterkopfs 400 angelegt
sowie der Kopf des Kolbens 510 in seine Ausgangslage bewegt.
Hub in die Anwendung (Fig. 5)
[0063] Das Einlass-Ventil 522 der Gas-Seite wird geschlossen und das Ventil 526 zur Anwendung
530 geöffnet. Parallel dazu wird im Medienkreislauf der Kreislauf zurück in den Tank
514 sowie die Entlastungsleitung geschlossen und das Wasser in die hintere Seite des
Zylinders des Kolbens 510 gedrückt, wodurch mehr Volumen über die Wasser-Seite des
Hochdruck-Verdichters 100 in den Verdichterkopf 400 gefördert wird. Diese Volumenänderung
sorgt für eine Komprimierung des Gases auf der Gas-Seite und damit zu einer Druckerhöhung
in der Anwendung 530.
Schritt 1 zur Druckentlastung des Hochdruck-Verdichters 100 (Fig. 6)
[0064] Das Ventil 526 zur Gas-Anwendung 530 wird geschlossen. Der Wasserkreislauf im Medienkreislauf
zurück in den Tank 514 wird geöffnet und parallel dazu die Entlastungsleitung in den
Tank 514. Durch den anliegenden Druck auf der Gas-Seite des Hochdruck-Verdichters
100 wird der Kopf des Kolbens 510 in Abhängigkeit vom vorherrschenden Druck ein Stück
in seine Ausgangslage zurückgedrückt und das entweichende Wasser im Tank 514 aufgefangen.
Schritt 2 zur Druckentlastung des Hochdruck-Verdichters 100 (Fig. 7)
[0065] Die Entlastungsleitung zum Tank 514 bleibt geöffnet und die Pumpe 512 pumpt weiter
in den Tank 514 zurück. Das Ventil 524 zur Druckentlastung auf der Gas-Seite wird
geöffnet und der Druck kann sich aufgrund der kleinen Volumina recht schnell abbauen
bzw. die Membran 200 weiter Richtung Wasser-Seite auslenken.
[0066] Anschließend kann das Ventil 522 wieder geöffnet und das Ventil 524 zur Druckentlastung
geschlossen werden, um eine erneute Gaszufuhr in den Verdichterraum 330 des Zylinderkopfs
300 und eine Hochdruckverdichtung durchzuführen.
[0067] In Fig. 8 sind schematische Darstellungen einer bespielhaften Ausführungsform einer
Membran 200 für einen Hochdruck-Verdichter 100 gezeigt. Die Membran 200 ist als Metallmembran
ausgeführt und weist Strukturelemente auf, die eine Verformung ermöglichen. Dabei
handelt es sich um Strukturierungen der Membran 200, die eine Verformung in der Art
ermöglichen, dass die Membran 200 sowohl in Anlage mit der Innenwand des Verdichterraums
330 als auch in Anlage mit der Innenwand der Medienkammer 430 kommt und zudem auch
eine Neutralstellung einnehmen kann.
[0068] Dies kann durch die Strukturierung mittels Sicken 210 erfolgen, wie in den Figuren
gezeigt. Es ist aber zusätzlich oder alternativ möglich, dass anstelle von geometrischen
Ausformungen der Membran 200, die zur erforderlichen Verformbarkeit dienen, die innere
Struktur der Membran 200 durch Einbringen von zusätzlichen Stoffen oder durch Schwächen
von Bereichen zu verändern, welche maßgeblich zur Erfüllung der notwendigen Eigenschaften
sind.
[0069] In einer Ausführung des Verdichtersystems kann das Ventil 522 und das Ventil 524
und das Ventil 526 als Rückschlagventil ausgebildet sein.
[0070] Fig. 9 zeigt ein schematisches Diagramm zur Hochdruckverdichtung in einem Verdichtersystem
500, welches einen Hochdruck-Verdichter 100 aufweist.
[0071] In einem ersten Schritt S1 erfolgt das Füllen des Hochdruck-Verdichters 100 aus dem
Vorrat 520 (siehe Fig. 4). Hierzu werden die entsprechenden Ventile geöffnet bzw.
geschlossen. In Schritt S2 erfolgt der Hub in die Anwendung 530 (siehe Fig. 5) aus
dem Hochdruck-Verdichter 100.
[0072] In Schritt S3 erfolgt ein erster Zwischenschritt zur Druckentlastung des Hochdruck-Verdichters
100 (siehe Fig. 6), wobei die Zufuhr von Gas aus dem Hochdruck-Verdichter 100 zur
Gas-Anwendung 530 geschlossen wird.
[0073] In Schritt S4 erfolgt ein zweiter Zwischenschritt zur Druckentlastung des Hochdruck-Verdichters
100 (siehe Fig. 7), wobei eine Druckentlastung auf der Gas-Seite durch Öffnen des
Ventils 524 und ein Druckabbau erfolgt.
[0074] In Schritt S5 erfolgt ein Umschalten für ein neues Befüllen des Hochdruck-Verdichters
100, wozu das Ventil 522 wieder geöffnet und das Ventil 524 zur Druckentlastung geschlossen
werden.
[0075] Der vorstehende Ablauf kann stets wiederholt werden, um eine kontinuierliche Hochdruck-Verdichtung
für verschiedene Anwendungen zu erreichen.
[0076] Vorteilhafterweise wird der gesamte innere Raum im Gehäuse 120 des Hochdruck-Verdichters
100 für die Verdichtung verwendet. Weiterhin wird nur die Membran 200 innerhalb des
Gehäuses 120 bewegt bzw. verformt, so dass zum einen der Platzbedarf für die Verdichtung
nicht vom Verdichtungsvorgang über bewegliche Komponenten abhängt und darüber hinaus
eine im Wesentlichen vollständige Abdichtung des Verdichtungsraums gegenüber der Umwelt
erreicht wird.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 100
- Hochdruck-Verdichter
- 110
- Befestigungsmittel
- 112
- Gewindestange
- 114
- Mutter
- 116
- Unterlegscheibe
- 120
- Gehäuse
- 200
- Membran
- 210
- Sicke
- 300
- Verdichterkopf
- 310
- Platte
- 312
- Wand
- 314
- Öffnung
- 320
- zweiter Anschluss
- 330
- Verdichterraum
- 332
- Stufe
- 400
- Verdichterkopf
- 410
- Platte
- 412
- Wand
- 414
- Öffnung
- 420
- erster Anschluss
- 430
- Medienkammer
- 432
- Stufe
- 500
- Verdichtersystem
- 510
- Kolben
- 512
- Pumpe
- 514
- Tank
- 520
- Vorrat
- 522
- Ventil
- 524
- Ventil
- 526
- Ventil
- 530
- Anwendung
1. Hochdruck-Verdichter zur Verdichtung eines Gases oder Gasgemischs, aufweisend ein
Gehäuse (120), das mindestens einen Verdichterraum (330) und eine Medienkammer (430)
umgibt, wobei der Verdichterraum (330) und die Medienkammer (430) in dem Gehäuse (120)
über mindestens eine Membran (200) voneinander getrennt sind, wobei das Gehäuse (120)
mindestens einen ersten Anschluss (420) aufweist, der in die Medienkammer (430) mündet
und über den ein Medium in die Medienkammer (430) ein- und/oder ausleitbar ist, wobei
das Gehäuse (120) mindestens einen zweiten Anschluss (320) aufweist, der in den Verdichterraum
(330) mündet und über den ein Gas oder Gasgemisch ein- und/oder ausleitbar ist, wobei
die Membran (200) aus Metall oder einer Metalllegierung besteht und zur Verdichtung
eines in den
Verdichterraum (330) einleitbaren Gases oder Gasgemischs durch Einleitung eines Mediums
in die Medienkammer (430) verformbar ist.
2. Hochdruck-Verdichter nach Anspruch 1, wobei der Verdichterraum (330) und die Medienkammer
(430) im Wesentlichen gleiche Volumina aufweisen.
3. Hochdruck-Verdichter nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Membran (200) strukturiert
ausgebildet ist.
4. Hochdruck-Verdichter nach Anspruch 3, wobei die Membran (200) sich in radialer Richtung
erstreckende Erhebungen und Vertiefungen aufweist.
5. Hochdruck-Verdichter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Verdichterraum (330)
und/oder die Medienkammer (430) im Wesentlichen die Form eines Kugelsegments aufweisen
und die Membran (200) die Grundfläche des Kugelsegments bildet.
6. Hochdruck-Verdichter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Verdichterraum (330)
und/oder die Medienkammer (430) im Wesentlichen stufenpyramiden- oder stufenkegelartig
ausgebildet sind und die Membran (200) der Ausbildung des Verdichterraums (330) und/oder
der Medienkammer (430) entsprechende Stufen aufweist.
7. Hochdruck-Verdichter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Membran (200) soweit
verformbar ist, dass diese aus einer Ausgangsstellung in Anlage mit der Innenwand
des Verdichterraums (330) und/oder der Medienkammer (430) kommt.
8. Hochdruck-Verdichter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Gehäuse (120) schichtartig
aufgebaut ist und mindestens einen ersten Verdichterkopf (300) mit dem Verdichterraum
(330) und einen zweiten
Verdichterkopf (400) mit der Medienkammer (430) aufweist, wobei zwischen dem ersten
Verdichterkopf (300) und dem zweiten Verdichterkopf (400) die Membran (200) angeordnet
ist.
9. Verdichtersystem zur Hochdruckverdichtung eines Gases oder Gasgemischs, aufweisend
mindestes einen Hochdruck-Verdichter (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, einen
Gas oder Gasgemisch-Vorrat (520), ein Gas oder Gasgemisch-Lager, einen Medienvorrat
und Fördermittel zum Fördern eines Gas oder Gasgemischs sowie eines inkompressiblen
Mediums und Steuermittel zur Regelung des Durchflusses des Gas oder Gasgemischs und
des inkompressiblen Mediums über zugehörige Leitungen, wobei
- der Hochdruck-Verdichter (100) ein Gehäuse (120) aufweist, das einen Verdichterraum
(330) und eine Medienkammer (430) umgibt, wobei der Verdichterraum (330) und die Medienkammer
(430) in dem Gehäuse (120) über eine Membran (200) voneinander getrennt sind,
- der Hochdruck-Verdichter (100) mindestens einen ersten in eine Medienkammer (430)
mündenden Anschluss (420) aufweist,
- der erste Anschluss (420) mit dem Medienvorrat über zugehörige Leitungen und korrespondierende
Förder-und/oder Steuermittel verbunden sind, so dass ein inkompressibles Medium aus
dem Medienvorrat über den ersten Anschluss (420) in die Medienkammer (430) und aus
der Medienkammer (430) in den Medienvorrat einbringbar ist,
- der Hochdruck-Verdichter (100) mindestens einen zweiten in den Verdichterraum (330)
mündenden Anschluss (320) aufweist,
- der mindestens eine zweite Anschluss (320) mit dem Gas oder Gasgemisch-Vorrat (520)
und dem Gas oder Gasgemisch-Lager über zugehörige Leitungen und korrespondierende
Förder- und/oder Steuermittel verbunden ist, so dass ein Gas oder Gasgemisch aus dem
Gas oder Gasgemisch-Vorrat (520) in den Verdichterraum (330) und aus dem Verdichterraum
(330) in das Gas oder Gasgemisch-Lager einbringbar ist, und
- das inkompressible Medium über zugehörige Förder-und/oder Steuermittel mit Druck
beaufschlagbar ist, so dass eine Verformung der Membran (200) und hierüber eine Komprimierung
des in dem Verdichterraum (330) aufgenommenen Gas oder Gasgemischs erreichbar ist,
wozu Leitungen zu und von dem Gas oder Gasgemisch-Vorrat (520), dem Gas oder Gasgemisch-Lager
und dem Medienvorrat über korrespondierende Steuermittel abschließbar sind.