[0001] Die Erfindung betrifft ein Bügelschloss, insbesondere für ein Zweirad, beispielsweise
ein Fahrrad oder ein Motorrad, das einen Schlosskörper und einen Bügel aufweist, wobei
der Bügel wahlweise in eine Offenstellung oder in eine Geschlossenstellung bringbar
ist, in welcher der Bügel an dem Schlosskörper verriegelbar ist.
[0002] Ein derartiges Bügelschloss dient beispielsweise dazu, ein Zweirad gegen ein unbefugtes
Wegfahren zu sichern, beispielweise indem der Bügel durch ein Speichenrad des Zweirads
geführt wird. Alternativ oder zusätzlich kann ein derartiges Bügelschloss dazu verwendet
werden, ein Zweirad an einem stationären Objekt, beispielsweise an einem Laternenpfosten,
festzulegen. Generell kann ein derartiges Bügelschloss dazu dienen, ein Objekt gegen
eine unbefugte Benutzung oder einen unbefugten Zugriff zu sichern, wobei der Bügel
in die Geschlossenstellung gebracht und verriegelt wird. Der befugte Benutzer hingegen
kann den Bügel wahlweise in die Offenstellung bringen, in welcher der Bügel relativ
zu dem Schlosskörper geöffnet oder von dem Schlosskörper vollständig gelöst ist. Aus
DE 100 26 701 A1 ist ein derartiges Bügelschloss mit einem mechanischen Schließzylinder bekannt. Aus
DE 10 2018 111 302 A1 ist ein derartiges Bügelschloss mit einer elektrisch angetriebenen Verriegelungsvorrichtung
bekannt.
[0003] Der Bügel kann im Wesentlichen eine U-Form aufweisen, wie dies generell aus
DE 299 03 865 U1,
US 5 417 092 A,
US 5 488 845 A,
WO 94/10414 A1,
DE 10 2018 116 434 A1 oder EU-Design EM 002113266-0002 bekannt ist (allerdings ohne die in einigen dieser
Dokumente gezeigten konisch oder spitz zulaufenden Bügelenden). Alternativ hierzu
kann der hier in Rede stehende Bügel auch eine geradlinige Form besitzen, wie dies
beispielsweise für Hangschlösser generell aus
WO 2006/109299 A2 oder
EP 2 333 204 A1, oder für Bremsscheibenschlösser generell aus
DE 10 2005 043 926 A1, oder für Rahmenschlösser generell aus
DE 103 58 300 A1 oder
DE 10 2004 052 463 A1, oder für Gerüstschlösser generell aus
WO 2015/185380 A1 bekannt ist. Ferner kann der hier in Rede stehende Bügel auch mehrteilig ausgebildet
sein, insbesondere mit mehreren gelenkig miteinander verbundenen Gliedern, beispielsweise
als ein Gelenkstabschloss, wie dies generell aus
EP 0 638 473 B1,
EP 0 675 995 B1 oder
EP 0 689 987 B1 bekannt ist.
[0004] Ein derartiges Bügelschloss soll möglichst aufbruchsicher sein, insbesondere gegenüber
Angriffen auf den Bügel durch Sägen (also Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide)
oder Kneifen. In den letzten Jahren haben Angriffe durch ackumulatorbetriebene Trennschleifer
(auch als Winkelschleifer oder Flex bezeichnet) zugenommen (also Spanen mit geometrisch
unbestimmter Schneide).
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein möglichst aufbruchsicheres Bügelschloss zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Bügelschloss mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Das Bügelschloss umfasst einen Schlosskörper und einen Bügel. Der Schlosskörper weist,
insbesondere an einer Außenseite, wenigstens eine Einführöffnung auf, die in einen
Einführkanal mündet. Der Schlosskörper weist ferner eine Verriegelungsvorrichtung
auf. Der Bügel kann relativ zu dem Schlosskörper wahlweise in eine Offenstellung oder
in eine Geschlossenstellung gebracht werden. Der Bügel weist wenigstens ein Bügelende
auf, die in der Geschlossenstellung des Bügels durch die jeweilige Einführöffnung
hindurch in den zugeordneten Einführkanal des Schlosskörpers hineinragt. In der Geschlossenstellung
kann der Bügel durch die Verriegelungsvorrichtung an dem Schlosskörper verriegelt
werden. Der Bügel weist ein Rohr aus Metall mit einem sich in einer Längsrichtung
des Rohrs erstreckenden Hohlraum auf. In diesem Hohlraum befindet sich eine Verstärkungsfüllung,
welche ein Granulat aufweist, das in ein Bindematerial eingebettet ist. Die Verstärkungsfüllung
erstreckt sich in der Geschlossenstellung des Bügels zumindest bis auf Höhe der jeweiligen
Einführöffnung des Schlosskörpers. Das oder die Bügelende(n) weist wenigstens eine
jeweilige Verriegelungsstruktur für einen Verriegelungseingriff der Verriegelungsvorrichtung
des Schlosskörpers auf. Die jeweilige Verriegelungsstruktur ist an einer Außenseite
des Rohrs gebildet, ohne eine Öffnung zu dem Hohlraum des Rohrs zu bilden.
[0008] Mit anderen Worten umfasst das Bügelschloss einen Bügel, der mit einem oder mehreren
Ende(n) wahlweise in einen Schlosskörper eingreifen kann. In dieser Geschlossenstellung
des Bügels kann der Bügel mittels einer in dem Schlosskörper angeordneten Verriegelungsvorrichtung
verriegelt und somit gegen ein unbefugtes Öffnen oder vollständiges Lösen von dem
Schlosskörper gesichert werden. Somit können der Bügel und der Schlosskörper beispielsweise
eine geschlossene Schlaufe bilden. Durch eine befugte Betätigung der Verriegelungsvorrichtung,
beispielsweise mittels eines physischen Identmittels oder eines Codes, kann der Bügel
entriegelt und nachfolgend geöffnet bzw. von dem Schlosskörper gelöst werden.
[0009] Der Bügel weist ein Rohr mit einem Hohlraum auf, der sich generell in einer Längsrichtung
des Rohrs erstreckt. Der Hohlraum kann sich insbesondere durchgehend über die gesamte
Länge des Bügels erstrecken, wobei allerdings auch Unterbrechungen vorgesehen sein
können, insbesondere eine Unterbrechung in einem mittleren Abschnitt des Bügels.
[0010] In dem Hohlraum des Bügels bzw. des Rohrs befindet sich eine Verstärkungsfüllung,
welche ein Granulat, also eine Vielzahl von Partikeln eines ersten Materials, und
einen Binder aufweist, also ein zweites Material, welches die Partikel fixiert. Die
Verstärkungsfüllung muss nicht den gesamten Hohlraum des Rohrs ausfüllen, sondern
kann relativ zu dem oder den Ende(n) des Rohrs zurückversetzt sein und/oder einzelne
Lücken aufweisen (die vorzugsweise jedoch kleiner sind als der Innendurchmesser des
Rohrs). Wenigstens ein Ende des Bügels weist wenigstens eine jeweilige Verriegelungsstruktur
auf (z.B. eine Vertiefung), die dazu ausgebildet ist, wahlweise einen Verriegelungseingriff
mit einem Abschnitt oder einem Element der Verriegelungsvorrichtung des Schlosskörpers
einzugehen, um den Bügel an dem Schlosskörper zu verriegeln.
[0011] Die jeweilige Verriegelungsstruktur ist an einer Außenseite des Rohrs des Bügels
gebildet und kann beispielsweise eine runde Form (z.B. Kugelsegment) oder eine längliche
Form (z.B. Querschlitz oder Steg) aufweisen. Die jeweilige Verriegelungsstruktur kann
eine Verriegelungsvertiefung, oder eine Verriegelungserhebung (z.B. Auswölbung), oder
eine Kombination aus Verriegelungsvertiefung und Verriegelungserhebung aufweisen.
Die jeweilige Verriegelungsstruktur kann sich entlang lediglich eines Teils des Umfangs
des Rohrs oder entlang des gesamten Umfangs des Rohrs (z.B. als Ringnut oder Ringwulst)
erstrecken. Die jeweilige Verriegelungsstruktur kann insbesondere spanend (z.B. durch
Fräsen) oder nicht-spanend (z.B. durch Stanzen) in das Rohr eingebracht sein. Die
Wandstärke des Rohrs und die jeweilige Verriegelungsstruktur (insbesondere deren Tiefe
im Falle einer Verriegelungsvertiefung) sind allerdings derart aufeinander abgestimmt,
dass die Verriegelungsstruktur keine Öffnung zu dem Hohlraum des Rohrs bildet, also
keinen Durchlass zu dem Innenraum des Rohrs, sondern die jeweilige Verriegelungsstruktur
ist geschlossen ausgeführt. Das Rohr ist somit auch auf Höhe der jeweiligen Verriegelungsstruktur
umfänglich geschlossen.
[0012] Ein derartiges Bügelschloss zeichnet sich hinsichtlich einer möglichen Gewaltanwendung
auf den Bügel durch eine hohe Aufbruchsicherheit aus. Das Rohr des Bügels ist aus
Metall gebildet, beispielsweise aus Stahl, und kann somit eine für Metallwerkstoffe
charakteristische Zähigkeit aufweisen. Hierdurch besitzt der Bügel eine hohe Zugfestigkeit.
Dies erschwert insbesondere Angriffe durch Spreizen oder Kneifen. Sofern versucht
wird, den Bügel aus dem Schlosskörper herauszureißen, beispielsweise im Falle eines
U-Bügels mittels eines Spreizwerkzeugs, welches parallel zu den Schenkeln der U-Form
wirkt, werden hohe Zugkräfte auf die Verriegelungsvorrichtung übertragen, die in dem
Schlosskörper mit der Verriegelungsstruktur des Bügels in Eingriff steht. Diese Schnittstelle
zwischen dem Bügel und dem Schlosskörper besitzt allerdings eine hohe Stabilität,
da die jeweilige Verriegelungsstruktur an der Außenseite des Rohrs des Bügels als
eine geschlossene Struktur ausgebildet ist, also im Falle einer Verriegelungsvertiefung
als eine reine Vertiefung (nach Art eines Sacklochs), ohne eine Öffnung zu dem Hohlraum
des Rohrs (also nach Art einer Durchbrechung) zu bilden. Durch diese unterbrechungsfreie
Ausführung des Rohrs an der jeweiligen Verriegelungsstruktur wird eine Schwächung
des Rohrs in demjenigen Bereich vermieden oder wenigstens minimiert, in dem im Falle
des erläuterten Aufbruchsversuchs besonders hohe Zugkräfte auf das Rohr ausgeübt werden.
[0013] Die Verstärkungsfüllung im Inneren des Bügels mit dem darin enthaltenen Granulat
kann ergänzend einen hohen Schutz gegen Sägen und Schleifen bewirken, da zur Bildung
des Granulats Partikel verwendet werden können, die - im Unterschied zu dem Metall
des Rohrs - zwar eine höhere Sprödigkeit, aber auch eine höhere Härte besitzen. Dies
erschwert insbesondere Angriffe durch Sägen oder Schleifen, beispielsweise mittels
Trennschleifer. Dieser ergänzende Säge- und Schleifschutz aufgrund der Verstärkungsfüllung
erfolgt zumindest in demjenigen Abschnitt des Bügels, der in der Geschlossenstellung
des Bügels freiliegt, d.h. nicht in den Schlosskörper hineinragt. Die Verstärkungsfüllung
erstreckt sich nämlich in der Geschlossenstellung des Bügels ausgehend von dem freiliegenden
Abschnitt des Bügels zumindest bis auf Höhe der Einführöffnung(en) des Schlosskörpers.
Die erläuterte geschlossene Ausführung des Rohrs des Bügels im Bereich der Verriegelungsstruktur(en)
kann in diesem Zusammenhang einen weiteren Vorteil bewirken. Bei der Herstellung des
Bügels - wenn die Verstärkungsfüllung in den Hohlraum des Rohrs eingefüllt wird -
kann die Verstärkungsfüllung nämlich nicht unbeabsichtigt durch Öffnungen seitlich
aus dem Rohr austreten, die vorhanden wären, falls die Verriegelungsstruktur(en) als
Durchlass bzw. Durchlässe zwischen der Außenseite und dem Hohlraum des Rohrs gebildet
wären.
[0014] Bei einigen Ausführungsformen kann die Verstärkungsfüllung sich in dem Hohlraum des
Rohrs ausgehend von einem in der Geschlossenstellung freiliegenden Abschnitt des Bügels
zumindest bis auf Höhe der wenigstens einen Verriegelungsstruktur des Bügels bzw.
des Rohrs erstrecken. Dies kann zu einer höheren Stabilität des Bügels beitragen.
Insbesondere kann die Verstärkungsfüllung sich auch über die jeweilige Verriegelungsstruktur
hinaus erstrecken. Es ist allerdings nicht notwendig, dass die Verstärkungsfüllung
sich bis an das jeweilige Ende des Rohrs des Bügels erstreckt und beispielsweise bündig
mit dem Rohrende abschließt. Denn innerhalb des Schlosskörpers ist der durch die Verstärkungsfüllung
bewirkte Schutz gegen Sägen und Schleifen nicht erforderlich.
[0015] Sofern der Schlosskörper mehrere Einführöffnungen für den Bügel aufweist, kann die
Verstärkungsfüllung bei einigen Ausführungsformen sich in der Geschlossenstellung
des Bügels in dem Hohlraum des Rohrs zwischen den Einführöffnungen des Schlosskörpers
durchgehend erstrecken. Hierdurch wird ein lückenloser Schutz gegen Sägen und Schleifen
aufgrund der Verstärkungsfüllung erreicht.
[0016] Bei einigen Ausführungsformen kann das mit der Verriegelungsstruktur versehene jeweilige
Bügelende auf Höhe der Verriegelungsstruktur ohne ein zusätzliches Verstärkungselement
in dem Hohlraum des Rohrs ausgebildet sein, also ohne einen Einsatz oder dergleichen.
Hierdurch vereinfacht sich die Herstellung des Bügels. Aufgrund der hohen Zugstabilität
des Rohrs infolge der geschlossenen Ausführung der Verriegelungsstruktur(en) ist ein
derartiges Verstärkungselement nicht erforderlich. Allerdings können an dem jeweiligen
Bügelende Abdeckkappen vorgesehen sein, die keine Verstärkungsfunktion erfüllen, sondern
beispielsweise das Eindringen von Schmutz in den Hohlraum des Rohrs verhindern, eine
Verletzungsgefahr an den Kanten der Rohrenden ausschließen oder eine dekorative Funktion
erfüllen sollen. Bei alternativen Ausführungsformen kann allerdings in dem Hohlraum
des Rohrs auf Höhe der jeweiligen Verriegelungsstruktur ein derartiges zusätzliches
Verstärkungselement angeordnet sein.
[0017] Bei einigen Ausführungsformen kann das Rohr des Bügels aus gehärtetem oder selbsthärtendem
Stahl gebildet sein. Hierdurch werden eine besonders hohe Härte und Festigkeit erreicht.
[0018] Das Rohr des Bügels kann bei einigen Ausführungsformen einen kreisrunden, ovalen
oder mehreckigen Querschnitt aufweisen, insbesondere einen quadratischen, sechseckigen
oder länglich rechteckigen Querschnitt.
[0019] Wie vorstehend erläutert, ist die Wandstärke des Rohrs des Bügels derart gewählt,
dass die jeweilige Verriegelungsstruktur keine Öffnung zu dem Hohlraum des Rohrs bildet.
Allerdings soll der Hohlraum des Rohrs einen gewissen Durchmesser (lichte Weite) aufweisen,
damit die Verstärkungsfüllung eine ausreichende Anzahl und einen ausreichenden Überdeckungsgrad
der Partikel des Granulats aufweist. Hierzu ist bei einigen Ausführungsformen vorgesehen,
dass das Rohr des Bügels eine Wandstärke aufweist, die wenigstens ein Viertel, insbesondere
wenigstens ein Drittel des Außendurchmessers des Rohrs beträgt. Diese Angaben beziehen
sich im Falle eines nicht kreisrunden Querschnitts des Rohrs auf den minimalen Außendurchmesser
des Rohrs, also beispielsweise bei einem quadratischen Querschnitt des Rohrs auf die
Kantenlänge des Quadrats (und nicht etwa auf die Diagonale). Dementsprechend kann
der Innendurchmesser des Rohrs bei einigen Ausführungsformen einen Wert aufweisen,
der maximal die Hälfte oder maximal ein Drittel des Außendurchmessers des Rohrs beträgt.
[0020] Bei einigen Ausführungsformen kann der Hohlraum des Rohrs sich bis an das wenigstens
eine Bügelende des Bügels erstrecken. Hierdurch kann sich die Herstellung des Rohrs
vereinfachen, und das Einfüllen der Verstärkungsfüllung in den Hohlraum des Rohrs
wird ermöglicht. Alternativ oder zusätzlich kann der Hohlraum des Rohrs sich über
die gesamte Länge des Bügels erstrecken.
[0021] Bei einigen Ausführungsformen kann das Rohr des Bügels über die gesamte Länge des
Bügels einen konstanten Außendurchmesser und/oder eine konstante Wandstärke und/oder
einen konstanten Innendurchmesser aufweisen. Hierdurch vereinfacht sich die Herstellung,
da beispielsweise ein Endlos-Rohr als Halbzeug verwendet werden kann und lediglich
ein Einbringen der Verriegelungsstruktur(en) erforderlich ist. Ferner können Aufweitungen
des Durchmessers des Rohrs vermieden werden, die zu einer Schwächung des Rohrs führen
können. Weiterhin können Engstellen des Hohlraums des Rohrs vermieden werden, die
ein Einbringen der Verstärkungsfüllung erschweren können.
[0022] Bei einigen Ausführungsformen kann der Außendurchmesser des Rohrs des Bügels im Falle
eines kreisrunden Querschnitts einen Wert im Bereich von 12 mm bis 18 mm (zum Beispiel
ca. 16 mm) oder im Falle eines quadratischen Querschnitts einen Wert im Bereich von
10 mm bis 16 mm (zum Beispiel ca. 13 mm) aufweisen. Allerdings sind auch andere Außendurchmesser
und Geometrien möglich.
[0023] Bei einigen Ausführungsformen kann das Granulat der Verstärkungsfüllung Hartmetall-Partikel
(zum Beispiel mit Wolframcarbid, Titancarbid oder Titannitrid) und/oder Keramik-Partikel
(zum Beispiel mit Aluminiumoxid oder Siliciumnitrid) umfassen. Hierdurch kann ein
hoher Schutz gegen Sägen und Schleifen erreicht werden.
[0024] Bei einigen Ausführungsformen können die Partikel des Granulats ungleichmäßig geformt
sein und/oder scharfe Kanten aufweisen. Beispielsweise können die Partikel splitterförmig
sein. Die Partikel können innerhalb der Verstärkungsfüllung chaotisch (d.h. unsystematisch)
angeordnet und ausgerichtet sein. Insbesondere können die Partikel derart dimensioniert
und geformt sein, dass sich in dem Hohlraum des Rohrs im Wesentlichen entlang aller
möglicher Betrachtungsachsen eine Überlappung mehrerer hintereinander angeordnete
Partikel ergibt. Durch eines oder mehrerer dieser Merkmale wird ein besonders wirkungsvoller
Schutz gegen Sägen und Schleifen erzielt, insbesondere gegenüber einem Angriff mittels
Trennschleifer.
[0025] Bei einigen Ausführungsformen kann das Granulat eine Körnung im Bereich von 0,5 mm
bis 5 mm, insbesondere im Bereich von 1,5 mm bis 2,5 mm aufweisen, wobei dieser Wert
vorzugsweise jedoch in Abhängigkeit von dem Innendurchmesser des Rohrs des Bügels
gewählt wird.
[0026] Bei einigen Ausführungsformen kann der Innendurchmesser des Rohrs um einen Faktor
im Bereich von 2 bis 3 größer sein als die Körnung des Granulats. Hierdurch kann ein
Überdeckungsgrad von Partikeln das Granulats erreicht werden, der einen hohen Schutz
gegen Sägen und Schleifen bewirkt, ohne dass die einzelnen Partikel im Verhältnis
zu der lichten Weite des Hohlraums des Rohrs so klein sind, dass sie infolge eines
seitlichen Ausweichens ein Passieren eines Sägeblatts ermöglichen.
[0027] Bei einigen Ausführungsformen kann das Bindematerial der Verstärkungsfüllung ein
Lot umfassen, insbesondere ein metallisches Lot. Hierdurch kann das Granulat der Verstärkungsfüllung
(insbesondere eine Vielzahl von Partikeln, die das Granulat bilden und die in das
Lot eingebettet sind) im gebrauchsfertigen Zustand des Bügels wirkungsvoll fixiert
sein. Insbesondere kann eine stoffschlüssige Verbindung (auf atomarer oder molekularer
Ebene) gebildet sein. Gleichwohl vereinfacht ein Lot aufgrund einer gewissen Zähigkeit
(im Unterschied etwa zu einem Klebstoff) die Herstellung eines U-Bügels, beispielsweise
bei einem Richten des U-Bügels. Ferner kann ein metallisches Lot im Falle eines Angriffs
mittels eines Trennschleifers die hierbei entstehende Wärme gut auf den gesamten Bügel
(insbesondere das metallene Rohr) abführen, sodass die ortsfeste Fixierung des Granulats
der Verstärkungsfüllung erhalten bleibt, da ein Aufschmelzen des Lots durch die Wärmeableitung
verhindert wird. Insbesondere kann als Lot ein metallbindendes Weichlot, Hartlot oder
auch reines Metall (wie Kupfer, Aluminium oder Zinn) vorgesehen sein.
[0028] Bei einigen Ausführungsformen kann die innenseitige Begrenzungsfläche des Hohlraums
des Rohrs, zumindest im Bereich der Verstärkungsfüllung, eine aufgeraute oder gezogene
Oberfläche aufweisen. Eine aufgeraute oder gezogene Oberfläche hat den Vorteil, dass
die Oberfläche insgesamt vergrößert wird, wodurch sich die Verstärkungsfüllung besser
mit dem Rohr verbinden kann.
[0029] Bei einigen Ausführungsformen kann die Verriegelungsvorrichtung des Schlosskörpers
wenigstens einen beweglichen Riegel aufweisen, wobei der Bügel in der Geschlossenstellung
dadurch an dem Schlosskörper verriegelt werden kann, dass der jeweilige Riegel in
eine Verriegelungsstellung bewegt wird, in welcher der Riegel einen Verriegelungseingriff
mit der jeweiligen Verriegelungsstruktur des Rohrs eingeht.
[0030] Die Verriegelungsvorrichtung kann rein mechanisch ausgeführt sein, beispielsweise
mit einem schlüsselbetätigten Schließzylinder. Bei einigen Ausführungsformen kann
die Verriegelungsvorrichtung elektromechanisch ausgeführt sein, beispielsweise mit
einem elektronischen Schließzylinder, Elektromotor oder einem Elektromagneten, der
den oder die Riegel antreibt.
[0031] Bei einigen Ausführungsformen kann der Bügel als ein U-Bügel ausgebildet sein, wobei
das Rohr des Bügels im Wesentlichen U-förmig ist. Ein derartiger U-Bügel kann vielfältige
Formen besitzen, wie dies aus den eingangs genannten Dokumenten bekannt ist. Beispielsweise
kann ein derartiger U-Bügel zwei Schenkel aufweisen, die insbesondere durch einen
Verbindungsabschnitt miteinander verbunden sein können. Zwischen den beiden Schenkeln
der U-Form kann ein runder Übergang vorgesehen sein, wobei generell jedoch auch ein
eckiger Übergang vorhanden sein kann. Die beiden Schenkel der U-Form können parallel
oder in einem spitzen Winkel zueinander ausgerichtet sein. Die beiden Schenkel der
U-Form können zwei Bügelenden bilden, wobei die beiden Bügelenden vorzugsweise parallel
zueinander ausgerichtet sind, um ein Einführen beider Bügelenden in zugeordnete Einführkanäle
des Schlosskörpers zu ermöglichen. Sofern lediglich eines der beiden Bügelenden eine
oder mehrere Verriegelungsstruktur(en) aufweist, kann das andere Bügelende beispielsweise
einen Einhängeabschnitt zum Einhängen des U-Bügels an dem Schlosskörper aufweisen,
wie dies aus den eingangs genannten Dokumenten bekannt ist (z.B.
WO 94/10414 A1).
[0032] Bei einigen Ausführungsformen kann der Schlosskörper des Bügelschlosses eine längliche
Form aufweisen, beispielsweise mit einem kreisrunden, ovalen oder rechteckigen Querschnitt.
Die Längsform kann insbesondere senkrecht zu der Längsachse eines U-Bügels ausgerichtet
sein.
[0033] Alternativ zu einer U-Form können der Bügel und das Rohr zumindest im Wesentlichen
geradlinig ausgebildet sein, wie dies aus den eingangs genannten Dokumenten bekannt
ist. Bei einigen Ausführungsformen kann an einem Ende eines solchen geradlinigen Bügels
die Verriegelungsstruktur und an dem anderen Ende beispielsweise eine Verdickung vorgesehen
sein, welche eine Beweglichkeit des Bügels begrenzt. Ferner kann der Bügel mehrteilig
ausgebildet sein, wie dies aus den eingangs genannten Dokumenten bekannt ist, wobei
eine entsprechende Anzahl von Rohren vorgesehen sein kann, die mit der Verstärkungsfüllung
versehen sind, beispielsweise bei einem Gelenkstabschloss. Auch eine gekrümmte Form
des Bügels ist möglich, beispielsweise eine C-Form eines drehbaren Bügels eines Hangschlosses
oder eines Zweirad-Rahmenschlosses. Bei einigen Ausführungsformen kann ein Ende des
Bügels an dem Schlosskörper dauerhaft befestigt sein (insbesondere drehbeweglich oder
schwenkbar).
[0034] Die wenigstens eine Verriegelungsstruktur des Bügels bzw. des Rohrs kann bei einigen
Ausführungsformen durch eine Verriegelungsvertiefung gebildet sein, die wie erläutert
geschlossen ist.
[0035] Die Erfindung bezieht sich auch in allgemeiner Form auf ein Bügelschloss, insbesondere
für ein Zweirad, mit einem Schlosskörper und einem Bügel, wobei der Bügel wahlweise
in eine Offenstellung oder in eine Geschlossenstellung bringbar ist, wobei der Bügel
in der Offenstellung geöffnet oder von dem Schlosskörper gelöst ist und in der Geschlossenstellung
an dem Schlosskörper verriegelbar ist, wobei der Schlosskörper eine Verriegelungsvorrichtung
zum Verriegeln des Bügels aufweist, wobei der Bügel ein Rohr aus Metall mit einem
sich in einer Längsrichtung des Rohrs erstreckenden Hohlraum aufweist, in dem eine
Verstärkungsfüllung angeordnet ist, wobei die Verstärkungsfüllung ein Granulat aufweist,
das in ein Bindematerial eingebettet ist, wobei wenigstens ein Ende des Bügels wenigstens
eine Verriegelungsstruktur für einen Eingriff der Verriegelungsvorrichtung aufweist,
wobei die Verriegelungsstruktur an einer Außenseite des Rohrs gebildet ist, ohne eine
Öffnung zu dem Hohlraum des Rohrs zu bilden.
[0036] Durch Verwendung eines Bügels mit einem Rohr aus Metall und einer Verstärkungsfüllung,
die ein Granulat umfasst, wird eine hohe Aufbruchsicherheit erzielt (hohe Zugfestigkeit
des Metallrohrs; keine Schwächung durch eine radiale durchgehende Verriegelungsöffnung
des Rohrs, sondern geschlossene Verriegelungsstruktur; Schutz gegen Sägen und Schleifen
aufgrund der Verstärkungsfüllung).
[0037] Die vorstehend im Zusammenhang mit dem Bügelschloss genannten Merkmale und Ausführungsformen
können auch bei diesem Bügelschloss vorgesehen sein. Insbesondere kann die Verstärkungsfüllung
sich in der Geschlossenstellung des Bügels zumindest bis auf Höhe einer Einführöffnung
des Schlosskörpers erstrecken, an der das genannte Bügelende in den Schlosskörper
eingreift. Die Verriegelungsvorrichtung des Schlosskörpers kann wenigstens einen beweglichen
Riegel aufweisen, wobei der Bügel in der Geschlossenstellung dadurch an dem Schlosskörper
verriegelt werden kann, dass der jeweilige Riegel in eine Verriegelungsstellung bewegt
wird, in welcher der Riegel mit der zugeordneten Verriegelungsstruktur des Rohrs einen
Verriegelungseingriff eingeht. Die Verriegelungsstruktur des Rohrs kann insbesondere
eine Verriegelungsvertiefung umfassen.
[0038] Der Bügel kann eine geradlinige oder eine gekrümmte Form aufweisen. Bei einigen Ausführungsformen
kann der Bügel zwei Enden aufweisen, wobei an beiden Enden wenigstens eine Verriegelungsstruktur
vorgesehen ist, oder wobei lediglich an einem Ende die wenigstens eine Verriegelungsstruktur
vorgesehen ist und das andere Ende an dem Schlosskörper dauerhaft befestigt ist (insbesondere
drehbeweglich oder schwenkbar, beispielsweise nach Art eines Hangschlosses).
[0039] Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Herstellen eines Bügels für
ein Bügelschloss, insbesondere gemäß einer der vorstehend erläuterten Ausführungsformen,
wobei das Verfahren zumindest die folgenden Schritte aufweist, vorzugsweise in der
genannten Reihenfolge:
- Bereitstellen eines Rohrs aus Metall, das einen sich in einer Längsrichtung des Rohrs
erstreckenden Hohlraum aufweist;
- Bilden wenigstens einer Verriegelungsstruktur an einer Außenseite des Rohrs an wenigstens
einem Ende des Rohrs, ohne eine Öffnung zu dem Hohlraum des Rohrs zu bilden;
- Einfüllen einer Verstärkungsfüllung in den Hohlraum, die ein Gemisch aus einem Granulat
und einem Bindematerial in loser Form aufweist;
- Erhitzen und nachfolgendes Abkühlen des Bindematerials, um das Bindematerial zunächst
zu schmelzen und nachfolgend zu verfestigen, so dass das Granulat in dem Bindematerial
ortsfest eingebettet ist.
[0040] Die in loser Form in den Hohlraum eingefüllte Verstärkungsfüllung kann eine homogene
Mischung aus dem Granulat und dem Bindematerial bilden. Das Bindematerial kann hierfür
in Form von Partikeln vorliegen, insbesondere kugelförmigen Partikeln.
[0041] Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Herstellen eines Bügels für
ein Bügelschloss, insbesondere gemäß einer der vorstehend erläuterten Ausführungsformen,
wobei das Verfahren zumindest die folgenden Schritte aufweist, vorzugsweise in der
genannten Reihenfolge:
- Bereitstellen eines Rohrs aus Metall, das einen sich in einer Längsrichtung des Rohrs
erstreckenden Hohlraum aufweist;
- Bilden wenigstens einer Verriegelungsstruktur an einer Außenseite des Rohrs an wenigstens
einem Ende des Rohrs, ohne eine Öffnung zu dem Hohlraum des Rohrs zu bilden;
- Einfüllen eines Verstärkungsgranulats in den Hohlraum in fester, jedoch loser Form;
- Einfüllen eines erhitzten Bindematerials (insbesondere eines aufgeschmolzenen Lots)
in den Hohlraum in flüssiger Form;
- nachfolgendes Abkühlen des Bindematerials, um das Bindematerial zu verfestigen, so
dass das Verstärkungsgranulat in dem Bindematerial ortsfest eingebettet ist.
[0042] Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Herstellen eines Bügels für
ein Bügelschloss, insbesondere gemäß einer der vorstehend erläuterten Ausführungsformen,
wobei das Verfahren zumindest die folgenden Schritte aufweist, vorzugsweise in der
genannten Reihenfolge:
- Bereitstellen eines Rohrs aus Metall, das einen sich in einer Längsrichtung des Rohrs
erstreckenden Hohlraum aufweist;
- Bilden wenigstens einer Verriegelungsstruktur an einer Außenseite des Rohrs an wenigstens
einem Ende des Rohrs, ohne eine Öffnung zu dem Hohlraum des Rohrs zu bilden;
- Einfüllen eines Verstärkungsgranulats in den Hohlraum in fester, jedoch loser Form;
- Anbringen eines Stopfens (dicht oder mit Durchlässen), umfassend ein Bindematerial
(insbesondere ein metallisches Lot), an wenigstens einem Ende des Rohrs, um den Hohlraum
an diesem Ende zu verschließen;
- Erhitzen des Rohrs und somit des Stopfens aus Bindematerial derart, dass das Bindematerial
schmilzt und innerhalb des Hohlraums des Rohrs in das Verstärkungsgranulat fließt;
- nachfolgendes Abkühlen des Rohrs und somit des Bindematerials, um das Bindematerial
zu verfestigen, so dass das Verstärkungsgranulat in dem Bindematerial ortsfest eingebettet
ist.
[0043] Hierdurch kann der Bügel auf einfache und kostengünstige Weise gefertigt werden.
Die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Bügelschloss genannten Merkmale und
Ausführungsformen können auch bei dem Herstellungsverfahren vorgesehen sein. Beispielsweise
kann das (Verstärkungs-)Granulat wiederum eine Vielzahl von Partikeln hoher Härte
aufweisen, und das Bindematerial kann insbesondere ein Lot umfassen.
[0044] Nach dem Schmelzen und Erstarren des Bindematerials kann dieses eine beliebige Form
bzw. Struktur einnehmen, um das Granulat ortsfest zu fixieren. Insbesondere kann das
Bindematerial eine stoffschlüssige Verbindung mit dem Granulat und dem Rohr bilden,
so dass die gesamte Verstärkungsfüllung ortsfest mit der Innenseite des Rohrs verbunden
ist.
[0045] Das Einfüllen der Verstärkungsfüllung bzw. des Verstärkungsgranulats und des Bindematerials
in den Hohlraum kann von wenigstens einem Ende des Rohrs aus erfolgen, im Falle einer
U-Form insbesondere von zwei Enden aus.
[0046] Das Erhitzen und nachfolgende Abkühlen des Bindematerials kann bei einigen Ausführungsformen
derart erfolgen, dass zugleich ein Härten des Metalls des Rohrs erfolgt. Hierfür können
geeignete Erhitzungs- und Abschrecktemperaturen sowie -dauern vorgesehen werden.
[0047] Im Falle eines U-Bügels kann das Verfahren auch ein Biegen des Rohrs im Wesentlichen
zu einer U-Form umfassen. Der Schritt des Biegens des Rohrs kann vor dem Einfüllen
der Verstärkungsfüllung durchgeführt werden. Auch eine umgekehrte Reihenfolge ist
möglich, wobei das Bindematerial hierfür durch entsprechendes Erwärmen insbesondere
in einen hochviskosen Zustand gebracht werden kann.
[0048] Nach dem Erhitzen und Abkühlen des Bindematerials kann noch ein Richten des Bügels
und/oder ein Veredeln des Bügels (beispielsweise Überziehen oder Lackieren) erfolgen.
[0049] Die Erfindung wird nachfolgend lediglich beispielhaft anhand der Zeichnungen erläutert.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Schnittansicht eines Bügelschlosses.
- Fig. 2
- zeigt einen Querschnitt durch einen Schenkel des U-Bügels des Bügelschlosses gemäß
Fig. 1 entlang der Ebene II-II.
[0050] Das in Fig. 1 gezeigte Bügelschloss umfasst einen länglichen Schlosskörper 11 und
einen Bügel, der bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel als ein U-Bügel 31 ausgebildet
ist. Der Schlosskörper 11 weist an seiner Außenseite zwei Einführöffnungen 13 auf,
die in zwei Einführkanäle 15 im Innenraum des Schlosskörpers 11 münden. Innerhalb
des Schlosskörpers 11 befindet sich eine Verriegelungsvorrichtung 17, die bei dem
hier gezeigten Ausführungsbeispiel einen Schließzylinder 19 und zwei Riegel 21 aufweist,
die mittels des Schließzylinders 19 wahlweise in eine in Fig. 1 gezeigte Verriegelungsstellung
bewegt werden können.
[0051] Der U-Bügel 31 weist zwei Bügelenden 33 auf, die in einer in Fig. 1 gezeigten Geschlossenstellung
des U-Bügels 31 durch die Einführöffnungen 13 des Schlosskörpers 11 hindurch in die
Einführkanäle 15 des Schlosskörpers 11 hineinragen. Der U-Bügel 31 weist ein im Wesentlichen
U-förmiges Rohr 35 aus gehärtetem Stahl auf. Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
besitzt das Rohr 35 einen kreisrunden Querschnitt und ist hohlzylindrisch ausgebildet.
Das Rohr 35 umfasst dementsprechend einen entlang der gesamten Längserstreckung des
Rohrs 35 verlaufenden durchgehenden Hohlraum 37. Das Rohr 35 weist entlang seiner
gesamten Längserstreckung einen im Wesentlichen konstanten Außendurchmesser und eine
im Wesentlichen konstante Wandstärke auf. Die Wandstärke des Rohrs 35 beträgt ca.
ein Viertel des Außendurchmessers des Rohrs 35, wie dies auch aus Fig. 2 ersichtlich
ist.
[0052] In dem Hohlraum 37 des Rohrs 35 befindet sich eine Verstärkungsfüllung 51, welche
ein Granulat 53 aufweist, das in ein Bindematerial 55 eingebettet ist. Das Granulat
53 umfasst eine Vielzahl von ungleichmäßig geformten Partikeln, insbesondere Partikel
von höherer Härte als jene des Rohrs 35, beispielsweise aus Hartmetall oder Keramik.
Das Bindematerial 55 umfasst ein Lot, beispielsweise ein metallisches Lot.
[0053] Der U-Bügel 31 weist an jedem seiner beiden Bügelenden 33 eine jeweilige Verriegelungsstruktur
in Form einer Verriegelungsvertiefung 39 auf, die an einer Außenseite des Rohrs 35
gebildet ist. Die Verstärkungsfüllung 51 erstreckt sich bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel
ungefähr bis auf Höhe der Verriegelungsvertiefungen 39. Die Verriegelungsvertiefungen
39 sind als geschlossene Vertiefungen ausgeführt, d.h. sie bilden keine durchgehende
Öffnung zu dem Hohlraum 37 des Rohrs 35.
[0054] Der U-Bügel 31 kann in einer Entriegelungsstellung der Riegel 21 (nicht gezeigt)
von dem Schlosskörper 11 entfernt werden (Offenstellung). Wenn hingegen der U-Bügel
31 die Geschlossenstellung einnimmt und die Riegel 21 der Verriegelungsvorrichtung
17 sich in der jeweiligen Verriegelungsstellung befinden wie dies in Fig. 1 gezeigt
ist, so ist der U-Bügel 31 an dem Schlosskörper 11 verriegelt. Hierfür greifen die
Riegel 21 in die jeweilige Verriegelungsvertiefung 39 des U-Bügels 31 bzw. des Rohrs
35 ein und sperren den U-Bügel 31 somit gegen eine Entnahme aus dem Schlosskörper
11.
[0055] Das gezeigte Bügelschloss zeichnet sich durch eine hohe Aufbruchsicherheit aus. Aufgrund
der Ausbildung des Rohrs 35 des U-Bügels 31 aus Metall besitzt der U-Bügel 31 eine
hohe Zugfestigkeit. Diese Zugfestigkeit wird bei dem gezeigten U-Bügel 31 durch die
Verriegelungsvertiefungen 39 des Rohrs 35 nicht wesentlich geschwächt, da die Verriegelungsvertiefungen
39 keine durchgehenden Öffnungen bilden, sondern vollständig innerhalb der Wand des
Rohrs 35 ausgebildet sind. Zugleich bewirkt die Verstärkungsfüllung 51 in dem Hohlraum
37 des Rohrs 35 aufgrund des darin enthaltenen Granulats 53 einen hohen Schutz gegen
Sägen und Schleifen.
[0056] Zu dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist noch anzumerken, dass die Verriegelungsvertiefungen
39 auch als Ringnuten ausgebildet sein können. Anstelle von Verriegelungsvertiefungen
39 können auch Verriegelungserhebungen (z.B. Stege) oder Kombinationen von Verriegelungsvertiefungen
39 und Verriegelungserhebungen vorgesehen sein, die beispielsweise durch Stanzen gebildet
werden können. Im Falle des Anbringens einer Verriegelungserhebung durch Stanzen sind
das Rohr 35 (z.B. Wandstärke) und der Stanzprozess (z.B. Werkzeug, Eintauchtiefe,
Richtung, Kraft) derart aufeinander abgestimmt, dass die Verriegelungserhebung in
ihrer Umgebung keine Öffnung zu dem Hohlraum 37 des Rohrs 35 bildet.
[0057] Anstelle eines U-Bügels 31 kann auch ein andersartig gekrümmter Bügel oder ein geradliniger
Bügel vorgesehen sein, und/oder der Bügel kann mehrteilig ausgebildet sein, wie dies
aus den eingangs genannten Dokumenten generell bekannt ist. Die Geometrie von Bügelende
33, Verriegelungsstruktur bzw. Verriegelungsvertiefung 39 und hiermit zusammenwirkendem
Riegel 21 kann bei derartigen Ausführungsformen ähnlich wie der Bereich A gemäß Fig.
1 ausgebildet sein.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 11
- Schlosskörper
- 13
- Einführöffnung
- 15
- Einführkanal
- 17
- Verriegelungsvorrichtung
- 19
- Schließzylinder
- 21
- Riegel
- 31
- U-Bügel
- 33
- Bügelende
- 35
- Rohr
- 37
- Hohlraum
- 39
- Verriegelungsvertiefung
- 51
- Verstärkungsfüllung
- 53
- Granulat
- 55
- Bindematerial
1. Bügelschloss, insbesondere für ein Zweirad, mit einem Schlosskörper (11) und einem
Bügel (31),
wobei der Schlosskörper (11) wenigstens eine Einführöffnung (13) aufweist, die in
einen Einführkanal (15) mündet, wobei der Schlosskörper (11) ferner eine Verriegelungsvorrichtung
(17) aufweist,
wobei der Bügel (31) bezüglich des Schlosskörpers (11) wahlweise in eine Offenstellung
oder in eine Geschlossenstellung bringbar ist, wobei der Bügel (31) wenigstens ein
Bügelende (33) aufweist, das in der Geschlossenstellung des Bügels (31) durch die
Einführöffnung (13) hindurch in den Einführkanal (15) des Schlosskörpers (11) hineinragt,
wobei der Bügel (31) in der Geschlossenstellung durch die Verriegelungsvorrichtung
(17) an dem Schlosskörper (11) verriegelbar ist,
wobei der Bügel (31) ein Rohr (35) aus Metall mit einem sich in einer Längsrichtung
des Rohrs (35) erstreckenden Hohlraum (37) aufweist, in dem eine Verstärkungsfüllung
(51) angeordnet ist, wobei die Verstärkungsfüllung (51) ein Granulat (53) aufweist,
das in ein Bindematerial (55) eingebettet ist,
wobei die Verstärkungsfüllung (51) sich in der Geschlossenstellung des Bügels (31)
zumindest bis auf Höhe der Einführöffnung (13) des Schlosskörpers (11) erstreckt,
wobei das wenigstens eine Bügelende (33) wenigstens eine Verriegelungsstruktur (39)
für einen Verriegelungseingriff der Verriegelungsvorrichtung (17) aufweist, wobei
die Verriegelungsstruktur (39) an einer Außenseite des Rohrs (35) gebildet ist, ohne
eine Öffnung zu dem Hohlraum (37) des Rohrs (35) zu bilden.
2. Bügelschloss nach Anspruch 1,
wobei die Verstärkungsfüllung (51) sich ausgehend von einem mittleren Abschnitt des
Bügels (31) zumindest bis auf Höhe der wenigstens einen Verriegelungsstruktur (39)
erstreckt.
3. Bügelschloss nach Anspruch 1 oder 2,
wobei das wenigstens eine Bügelende (33) auf Höhe der Verriegelungsstruktur (39) kein
zusätzliches Verstärkungselement, insbesondere keinen Einsatz, in dem Hohlraum (37)
des Rohrs (35) aufweist.
4. Bügelschloss nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Rohr (35) des Bügels (31) aus gehärtetem Stahl oder selbsthärtendem Stahl
gebildet ist;
und/oder
wobei das Rohr (35) des Bügels (31) einen kreisrunden, ovalen oder mehreckigen, insbesondere
quadratischen oder länglich rechteckigen Querschnitt aufweist;
und/oder
wobei der Bügel (31) als ein U-Bügel (31) ausgebildet ist, wobei das Rohr (35) im
Wesentlichen U-förmig ist.
5. Bügelschloss nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Rohr (35) des Bügels (31) eine Wandstärke aufweist, die wenigstens ein Viertel,
insbesondere wenigstens ein Drittel des Außendurchmessers des Rohrs (35) beträgt;
und/oder
wobei das Rohr (35) des Bügels (31) über die gesamte Länge des Bügels (31) einen konstanten
Außendurchmesser und/oder eine konstante Wandstärke und/oder einen konstanten Innendurchmesser
aufweist.
6. Bügelschloss nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei der Hohlraum (37) des Rohrs (35) sich bis an das wenigstens eine Bügelende (33)
des Bügels (31) erstreckt;
und/oder
wobei der Hohlraum (37) des Rohrs (35) sich über die gesamte Länge des Bügels (31)
erstreckt;
7. Bügelschloss nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Granulat (53) der Verstärkungsfüllung (51) Hartmetall-Partikel und/oder
Keramik-Partikel umfasst;
wobei die Partikel insbesondere ungleichmäßig geformt sind.
8. Bügelschloss nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Granulat (53) der Verstärkungsfüllung (51) eine Körnung im Bereich von 0,5
mm bis 5 mm, insbesondere im Bereich von 1,5 mm bis 2,5 mm aufweist.
9. Bügelschloss nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei der Innendurchmesser des Rohrs (35) um einen Faktor im Bereich von 2 bis 3 größer
ist als die Körnung des Granulats (53).
10. Bügelschloss nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei das Bindematerial (55) ein Lot umfasst, insbesondere ein metallisches Lot.
11. Bügelschloss nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei eine Begrenzungsfläche des Hohlraums (37) des Rohrs (35) zumindest im Bereich
der Verstärkungsfüllung (51) eine aufgeraute oder gezogene Oberfläche aufweist.
12. Bügelschloss nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei die Verriegelungsvorrichtung (17) wenigstens einen beweglichen Riegel (21) aufweist,
wobei der Bügel (31) in der Geschlossenstellung dadurch an dem Schlosskörper (11)
verriegelbar ist, dass der wenigstens eine Riegel (21) in eine Verriegelungsstellung
bewegt wird, in welcher der wenigstens eine Riegel (21) sich in dem Verriegelungseingriff
mit der wenigstens einen Verriegelungsstruktur (39) des Bügels (31) befindet;
und/oder
wobei die wenigstens eine Verriegelungsstruktur (39) des Bügels (31) durch eine Verriegelungsvertiefung
(39) gebildet ist.
13. Verfahren zum Herstellen eines Bügels (31) für ein Bügelschloss, insbesondere gemäß
einem der vorstehenden Ansprüche, mit den Schritten:
- Bereitstellen eines Rohrs (35) aus Metall, das einen sich in einer Längsrichtung
des Rohrs (35) erstreckenden Hohlraum (37) aufweist;
- Bilden wenigstens einer Verriegelungsstruktur (39) an einer Außenseite des Rohrs
(35) an wenigstens einem Ende des Rohrs (35), ohne eine Öffnung zu dem Hohlraum (37)
des Rohrs (35) zu bilden;
- Einfüllen einer Verstärkungsfüllung (51) in den Hohlraum (37), die ein Gemisch aus
einem Granulat (53) und einem Bindematerial (55) in loser Form aufweist;
- Erhitzen und nachfolgendes Abkühlen des Bindematerials (55), um das Bindematerial
(55) zunächst zu verflüssigen und nachfolgend zu verfestigen, so dass das Granulat
(53) in dem Bindematerial (55) ortsfest eingebettet ist.
14. Verfahren zum Herstellen eines Bügels (31) für ein Bügelschloss, insbesondere gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 12, mit den Schritten:
- Bereitstellen eines Rohrs (35) aus Metall, das einen sich in einer Längsrichtung
des Rohrs (35) erstreckenden Hohlraum (37) aufweist;
- Bilden wenigstens einer Verriegelungsstruktur (39) an einer Außenseite des Rohrs
(35) an wenigstens einem Ende des Rohrs (35), ohne eine Öffnung zu dem Hohlraum (37)
des Rohrs (35) zu bilden;
- Einfüllen eines Verstärkungsgranulats (53) in den Hohlraum (37) in fester, jedoch
loser Form;
- Einfüllen eines erhitzten Bindematerials (55) in den Hohlraum (37) in flüssiger
Form;
- nachfolgendes Abkühlen des Bindematerials (55), um das Bindematerial (55) zu verfestigen,
so dass das Verstärkungsgranulat (53) in dem Bindematerial (55) ortsfest eingebettet
ist.
15. Verfahren zum Herstellen eines Bügels (31) für ein Bügelschloss, insbesondere gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 12, mit den Schritten:
- Bereitstellen eines Rohrs (35) aus Metall, das einen sich in einer Längsrichtung
des Rohrs (35) erstreckenden Hohlraum (37) aufweist;
- Bilden wenigstens einer Verriegelungsstruktur (39) an einer Außenseite des Rohrs
(35) an wenigstens einem Ende des Rohrs (35), ohne eine Öffnung zu dem Hohlraum (37)
des Rohrs (35) zu bilden;
- Einfüllen eines Verstärkungsgranulats (53) in den Hohlraum (37) in fester, jedoch
loser Form;
- Anbringen eines Stopfens, der ein Bindematerial (55) umfasst, an wenigstens einem
Ende des Rohrs (35), um den Hohlraum (37) an diesem Ende zu verschließen;
- Erhitzen des Rohrs (35) und somit des Stopfens aus Bindematerial (55) derart, dass
das Bindematerial (55) schmilzt und in das Verstärkungsgranulat (53) fließt;
- nachfolgendes Abkühlen des Rohrs (35) und somit des Bindematerials (55), um das
Bindematerial (55) zu verfestigen, so dass das Verstärkungsgranulat (53) in dem Bindematerial
(55) ortsfest eingebettet ist.