[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Heizgerätes, ein Computerprogramm,
ein Speichermedium, ein Regel- und Steuergerät, ein Heizgerät und eine Verwendung
eines Steuerventils.
[0002] Bei Heizgeräten mit einem pneumatischen Gas-Luftverbund wird der, einem Verbrennungsluft-Massestrom
zuzuführende Brenngas-Massestrom durch eine in der Verbrennungsluft-Zuführung angeordneten
Venturi-Einrichtung (Venturidüse) gesteuert, wobei ein in der Venturi-Einrichtung
entstehender Unterdruck den Massestrom des Brenngases bestimmt. Bei einer Inbetriebnahme
eines derartigen Heizgerätes besteht die Möglichkeit, die Kennlinie der Regelungscharakteristik
beispielsweise deren Neigung und Parallelverschiebung einzustellen. Möglichkeiten
zum Eingriff in die Steuerung des zuzuführenden Massestromes Brenngas, insbesondere
während des Betriebs des Heizgerätes, bestehen nicht.
[0003] Folglich besteht somit bei einem Heizgerät mit einem pneumatischen Gas-Luftverbund
keine Möglichkeit, die Gemischzusammensetzung anzupassen, beispielsweise an sich verändernde
Qualitäten des Brenngases, Wind (insbesondere bei einer Ansaugung der Verbrennungsluft
über das Dach) oder witterungsbedingte Einflussgrößen wie Temperatur oder Luftdruck,
die sich auf die Dichte der angesaugten Verbrennungsluft auswirken.
[0004] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben eines
Heizgerätes vorzuschlagen, das die geschilderten Probleme des Standes der Technik
zumindest teilweise überwindet. Insbesondere soll das Verfahren einen sicheren Betrieb
des Heizgerätes bei sich verändernden Gaszusammensetzungen und Witterungseinflüssen
und auch bei einer Inbetriebnahme des Heizgerätes ermöglichen.
[0005] Zudem soll die Erfindung einfach und kostengünstig umsetzbar sein und die Komplexität
eines Heizgerätes zumindest nicht wesentlich erhöhen, nur geringe bauliche Veränderungen
an einem Heizgerät erfordern und eine einfache Integration in einen bestehenden Produktionsprozess
ermöglichen.
[0006] Diese Aufgaben werden gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der hier vorgeschlagenen Lösung sind in den unabhängigen
Patentansprüchen angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass die in den abhängigen
Patentansprüchen aufgeführten Merkmale in beliebiger, technologisch sinnvoller Weise
miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung definieren.
Darüber hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale in der Beschreibung
näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung
dargestellt werden.
[0007] Hierzu kann ein Verfahren zum Betreiben eines Heizgeräts beitragen, wobei das Heizgerät
eine Venturi-Einrichtung, ein Gasventil, ein Steuerventil und eine Regelmembran aufweist,
wobei
- ein Massestrom Brenngas einem Massestrom Verbrennungsluft zugesetzt und über das Gasventil
gesteuert wird,
- das Gasventil mit der Regelmembran in Wirkverbindung steht,
- das Steuerventil dazu eingerichtet ist, die Regelmembran mit einem Druck in einem
Bereich zwischen einem Druck in der Venturi-Einrichtung und einem Enddruck zu beaufschlagen.
[0008] Bei dem Heizgerät handelt es sich insbesondere um ein Gasheizgerät, das dazu eingerichtete
ist, ein Brenngas, beispielsweise Erdgas oder Wasserstoff, unter Zufuhr von Umgebungsluft
(Verbrennungsluft) zu verbrennen und Wärmeenergie, beispielsweis zur Erwärmung eines
Wärmeträgers eines Heizkreislaufes oder auch zur Bereitstellung einer Warmwasserversorgung
zu erzeugen. Insbesondere kann es sich bei dem Heizgerät um ein Brennwertgerät handeln.
Das Heizgerät weist in der Regel eine Brennkammer und eine Fördereinrichtung auf,
die ein Gemisch von Brenngas und Verbrennungsluft über einen Gemischkanal in eine
Brennkammer fördern kann. Die Verbrennungsprodukte können anschließend durch eine
Abgasanlage abgeführt werden. Insbesondere kann das Heizgerät einen pneumatischen
Gas-Luftverbund aufweisen, bei dem ein Massestrom Brenngas aus einer Gaszuführung
einem Massestrom Verbrennungsluft zugeführt wird, wobei der Massestrom Brenngas durch
eine, in einer Zuführung der Verbrennungsluft, angeordneten Venturi-Einrichtung bestimmt
wird.
[0009] Die Venturi-Einrichtung kann insbesondere eine Venturidüse sein. Eine derartige Venturi-Einrichtung
ist von Heizgeräten mit einem pneumatischen Gas-Luftverbund bekannt.
[0010] Das Gasventil kann insbesondere in einer Gaszuführung des Heizgerätes angeordnet
sein, wobei durch eine Öffnungsposition des Gasventils der dem Massestrom Verbrennungsluft
zuzuführende Massestrom Brenngas gesteuert wird.
[0011] Das Steuerventil kann mit der Venturi-Einrichtung, der Regelmembran und mit einem
Abgriffspunkt des Enddruckes gasdicht verbunden und dazu eingerichtet sein, die Regelmembran
mit einem Druck im Bereich zwischen Druck in der Venturi-Einrichtung und Enddruck
zu beaufschlagen. Das Steuerventil kann insbesondere elektrisch ansteuerbar und beispielsweise
mit einem Regel- und Steuergerät des Heizgerätes elektrisch bzw. elektronisch verbunden
sein.
[0012] Insbesondere wird eine Möglichkeit zur Einflussnahme auf die Gemischzusammensetzung
während des Betriebs eines Heizgerätes dadurch erreicht, dass bei dem bekannten Prinzip
eines pneumatischen Gas-Luftverbundes ein gesteuertes Beaufschlagen der Regelmembran
mit einem Druck in einem Bereich zwischen einem Enddruck und dem Druck der Venturi-Einrichtung
erfolgt. Weiter wird eine Regelung der Gemischzusammensetzung ermöglicht. Hierfür
kann beispielsweise als Regelungsgröße eine Information über die Abgaszusammensetzung
und/oder die Verbrennung, erfasst beispielsweise durch einen Abgassensor oder eine
Flammenüberwachung (wie eine Messung eines lonisationsstromes), herangezogen werden.
Das hier vorgeschlagene Verfahren kann somit als elektropneumatischer Gas-Luftverbund
angesehen werden. Der Gegenstand der Erfindung ist somit auch als eine elektrische
Manipulation des im Venturi erzeugten Steuerdrucks auf dem Weg zur Regelmembran der
Gasarmatur gesehen werden. Es kann die Regelmembran des Gasventils mit einem höheren
Druck (=weniger Unterdruck) beaufschlagt und damit bei gleicher Verbrennungsluftmenge
weniger Brenngas zugeführt werden. Die Gemischzusammensetzung kann so magerer eingestellt
werden. Insofern sollte die Auslegung des vom Steuerventil einzustellenden Druckes
immer auf die maximale Brenngasmenge (maximal fett) erfolgen.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann der Enddruck der Umgebungsluftdruck
und/oder ein Druck in der Zuführung der Verbrennungsluft in einem Bereich außerhalb
der Venturi-Einrichtung sein. Somit schafft die Erfindung eine Möglichkeit zur Steuerung
der Gemischzusammensetzung in einem Bereich zwischen dem Enddruck, insbesondere einem
Druck in der Zuführung Verbrennungsluft, der in der Regel ein Überdruck ist, und einem
Druck in der Venturi-Einrichtung, der in der Regel ein Unterdruck ist. Diesem Druckbereich
wird durch die Regelmembran und das Gasventil ein Bereich der Durchflussmenge des
Massestromes Brenngas, der dem Massestrom Verbrennungsluft zuzuführen ist, zugeordnet.
Durch eine gezielte Auswahl, Gestaltung und Einstellung (beispielsweise eines Offset-Wertes)
von Regelmembran und Gasventil ist der Zusammenhang zwischen dem Druckbereich, mit
dem das Steuerventil die Regelmembran beaufschlagt, und dem zugehörigen Bereich der
Durchflussmengen Brenngas, weitestgehend beliebig (bedarfsgerecht) skaliert werden.
Somit gelingt es eine weitreichende Möglichkeit zur Steuerung der Durchflussmenge
(bzw. des Massestromes) Brenngas bei gleicher Durchflussmenge (bzw. Massenstrom der
Verbrennungsluft) und damit weitreichende Anpassungsmöglichkeiten an weitestgehend
alle auftretenden Betriebszustände eines Heizgerätes.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann das der Unterdruck der Venturi-Einrichtung
die größte Öffnungsweite und der Enddruck die geringste Öffnungsweite des Gasventils
bewirken.
[0015] Alternativ kann als Enddruck auch ein anderer Druck, beispielsweise der Luftdruck
gewählt oder ein an einem anderen Bereich des Heizgerätes oder der Heizungsanlage
erfassbarer Druck herangezogen werden.
[0016] Die Wirkverbindung zwischen Regelmembran und Gasventil kann in einem einfachen Fall
eine mechanische Verbindung sein. In jedem Fall kann die Wirkverbindung einer Position
der Regelmembran eine Öffnungsposition des Gasventils zuordnen. In diesem Zusammenhang
sind auch andere Wirkverbindungen denkbar, beispielsweise elektrische, pneumatische
oder hydraulische.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann das Beaufschlagen der Regelmembran mit
einem Druck in einem Bereich zwischen einem Enddruck und einem Druck in der Venturi-Einrichtung
stufenlos erfolgen. Hierfür kann das Steuerventil stufenlos ansteuerbar sein, insbesondere
mittels eines pulsweitenmodulierten (PWM) Signals. Dabei versteht sich, dass auch
andere Ansteuersignale wie beispielsweise eine Spannung oder Stromstärke einsetzbar
sind. In vorteilhafter Weise kann so eine Möglichkeit geschaffen werden, für alle
Betriebszustände eines Heizgerätes eine geeignete Gemischzusammensetzung bereitzustellen.
[0018] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann das Beaufschlagen mit einem
Druck in einem Bereich zwischen einem Enddruck und einem Druck in der Venturi-Einrichtung
zwei Schaltzustände aufweisen. Ein erster Schaltzustand könnte eine Beaufschlagung
mit dem Enddruck und ein zweiter Schaltzustand könnte eine Beaufschlagung mit dem
Druck der Venturi-Einrichtung sein. Diese Ausgestaltung kann vorteilhaft kostengünstig
umgesetzt werden und beispielsweise eine geänderte Gemischzusammensetzung, beispielsweise
eine magerere Gemischzusammensetzung bei einem mit Wasserstoff betrieben Heizgerät,
bei einer Inbetriebnahme eines Heizgerätes ermöglichen und so die Betriebssicherheit
erhöhen.
[0019] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Computerprogramm vorgeschlagen, welches
zur (zumindest teilweisen) Durchführung eines hier vorgestellten Verfahrens eingerichtet
ist. Dies betrifft mit anderen Worten insbesondere ein Computerprogramm(-produkt),
umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch einen Computer diesen
veranlassen, ein hier beschriebenes Verfahren auszuführen.
[0020] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein maschinenlesbares Speichermedium vorgeschlagen,
auf dem das Computerprogramm gespeichert ist.
[0021] Regelmäßig handelt es sich bei dem maschinenlesbaren Speichermedium um einen computerlesbaren
Datenträger.
[0022] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Regel- und Steuergerät für ein Heizgerät
vorgeschlagen, eingerichtet zur Durchführung eines hier vorgestellten Verfahrens.
Das Regel- und Steuergerät kann hierzu beispielsweise einen Prozessor aufweisen bzw.
über diesen verfügen. In diesem Zusammenhang kann der Prozessor beispielsweise das
auf einem Speicher (des Regel- und Steuergeräts) hinterlegte Verfahren ausführen.
Auf dem Speicher des Regel- und Steuergeräts können zudem Daten, wie beispielsweise
Kennlinien, für eine Ansteuerung des Steuerventils hinterlegt sein.
[0023] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Heizgerät mit einem hier vorgestellten Regel-
und Steuergerät vorgeschlagen. Das Regel- und Steuergerät ist häufig Bestandteil eines
Heizgerätes der Heizungsanlage. Das Heizgerät ist insbesondere ein Gasheizgerät mit
einem Gasbrenner und einer Fördereinrichtung, die ein Gemisch aus Gas und Verbrennungsluft
(brennfähiges Gemisch) zu einem Gasbrenner fördern kann.
[0024] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Heizgerät vorgeschlagen, aufweisend eine
Zuführung Verbrennungsluft, die über ein Gasventil ein Massestrom Brenngas zuführbar
ist, wobei das Gasventil mit einer Regelmembran in Wirkverbindung steht, und ein Steuerventil
dazu eingerichtet ist, die Regelmembran mit einem Druck in einem Bereich zwischen
dem Druck in einer, in der Zuführung Verbrennungsluft angeordneten, Venturi-Einrichtung
oder einem Enddruck zu beaufschlagen.
[0025] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann das Steuerventil ein Dreiwegeventil
sein, wobei von den drei Anschlüssen des Dreiwegeventils ein Anschluss die Regelmembran
mit Druck beaufschlagen und somit mit einer Druckkammer der Regelmembran verbunden
sein kann, ein Anschluss mit der Venturi-Einrichtung verbunden sein kann und ein Anschluss
mit einem Abgriffspunkt des Enddruckes verbunden sein kann. Der Abgriffspunkt des
Enddruckes kann beispielsweise die Zuführung Verbrennungsluft (außerhalb der Venturi-Einrichtung)
oder sein. Der Enddruck kann auch an einem beliebigen Abgriffspunkt außerhalb des
Heizgerätes abgegriffen werden und somit der Enddruck der Umgebungsluftdruck (atmosphärischer
Druck) sein. Insbesondere kann das Steuerventil ein Magnetventil sein.
[0026] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann das Steuerventil im ungeschalteten
(stromlosen) Zustand die Regelmembran mit atmosphärischem Druck beaufschlagen, was
eine magere Gemischzusammensetzung und damit einen sicheren Betriebszustand bewirken
kann. In vorteilhafter Weise können so Störungen, wie beispielsweise ein Kabelbruch
oder ein Defekt des Steuerventils, nicht zu unsicheren Betriebszuständen des Heizgerätes
führen.
[0027] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann das Steuerventil zwei Schaltzustände
aufweisen, in einem ersten Schaltzustand kann die Regelmembran mit dem Druck der Venturi-Einrichtung
und in einem zweiten Schaltzustand kann die Regelmembran mit dem Enddruck beaufschlagt
werden.
[0028] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann das Steuerventil stufenlos
schaltbar sein und die Regelmembran mit einem schaltbaren Druck im Bereich zwischen
Druck der Venturi-Einrichtung und Enddruck beaufschlagen. Dabei kann das Steuerventil
beispielsweise mit einem pulsweitenmodulierten Signal angesteuert werden. In vorteilhafter
Weise kann so die Gemischzusammensetzung von Brenngas und Verbrennungsluft innerhalb
des Auslegungsbereichs gezielt stufenlos eingestellt werden.
[0029] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann das Steuerventil im ungeschalteten,
beispielsweise bei einem elektrisch angesteuerten Steuerventil, stromlosen Zustand
eine magere Gemischzusammensetzung bereitstellen. In vorteilhafter Weise kann so die
Sicherheit bei einem Defekt des Steuerventils und/oder dessen Anschlusskabels erhöht
werden.
[0030] Nach einem weiteren Aspekt wird auch eine Verwendung eines Steuerventils und einer
Regelmembran zur Steuerung der Gemischzusammensetzung eines Heizgerätes mit einem
pneumatischen Gas-Luftverbund vorgeschlagen.
[0031] Die im Zusammenhang mit dem Verfahren erörterten Details, Merkmale und vorteilhaften
Ausgestaltungen können entsprechend auch bei dem hier vorgestellten Computerprogramm,
dem Speichermedium, dem Steuergerät, dem Heizgerät und/oder der Verwendung auftreten
und umgekehrt. Insoweit wird auf die dortigen Ausführungen zur näheren Charakterisierung
der Merkmale vollumfänglich Bezug genommen.
[0032] Hier werden somit ein Verfahren zum Betreiben eines Heizgerätes, ein Computerprogramm,
ein Speichermedium, ein Regel- und Steuergerät, ein Heizgerät und eine Verwendung
eines Steuerventils angegeben, welche die mit Bezug auf den Stand der Technik geschilderten
Probleme zumindest teilweise lösen. Insbesondere tragen das Verfahren zum Betreiben
eines Heizgerätes, das Computerprogramm, das Speichermedium, das Regel- und Steuergerät,
das Heizgerät sowie die Verwendung eines Ventils zumindest dazu bei, eine Möglichkeit
zur Regelung der Gemischzusammensetzung eines Heizgerätes mit einem pneumatischen
Gas-Luftverbundes zu schaffen, wodurch die die Effizienz und Betriebssicherheit des
Heizgerätes unter sich ändernden Bedingungen, beispielsweise bei einer Veränderung
der Qualität bzw. Zusammensetzung des Brenngases gesteigert werden kann.
[0033] Zudem kann die Erfindung einfach umgesetzt werden, da bekannten Heizgeräten mit einem
pneumatischen Gas-Luftverbund lediglich ein Steuerventil und dessen Ansteuerung zuzufügen
ist.
[0034] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der beiliegenden
Figuren näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Erfindung durch die angeführten
Ausführungsbeispiele nicht beschränkt werden soll. Insbesondere ist es, soweit nicht
explizit anders dargestellt, auch möglich, Teilaspekte der in den Figuren erläuterten
Sachverhalte zu extrahieren und mit anderen Bestandteilen und Erkenntnissen aus der
vorliegenden Beschreibung zu kombinieren. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass
die Figuren und insbesondere die dargestellten Größenverhältnisse nur schematisch
sind. Es zeigen:
- Figur 1:
- ein hier vorgeschlagenes Heizgerät mit ungeschaltetem Steuerventil, und
- Figur 2:
- ein hier vorgeschlagenes Heizgerät mit geschaltetem Steuerventil.
[0035] Fig. 1 zeigt beispielhaft und schematisch ein hier vorgeschlagenes Heizgerät 1. Das
Heizgerät 1 kann eine Zuführung Verbrennungsluft 2 aufweisen, in der eine Venturi-Einrichtung
3 angeordnet sein kann. Über eine Zuführung Brenngas 4 ist ein Gasventil 10 angeordnet,
über das ein definierter Massenstrom Brenngas 11 in die Zuführung Verbrennungsluft
2 eingebracht werden kann. Das entstehende Verbrennungsgemisch kann über einen Gemischkanal
5 einem, hier nur angedeutet dargestellten, Brenner 6 zugeführt werden.
[0036] Das Gasventil 10 kann mit einer Regelmembran 7 derart in Wirkverbindung stehen, dass
eine beaufschlagt der Regelmembran 7 mit einem Druck eine Änderung der Öffnungsposition
des Gasventils 10 bewirkt. Die Regelmembran 7 kann zudem mit einer einstellbaren Feder
verbunden sein, über die eine Ruhelage der Regelmembran 7 einstellbar ist.
[0037] Ein Steuerventil 8 kann mit der Regelmembran 7, der Venturi-Einrichtung 3 und der
Zuführung Verbrennungsluft 2 gasdicht verbunden sein. Das Steuerventil 8 kann zudem
über eine elektrische Verbindung 12 mit einem Regel- und Steuergerät 9 des Heizgerätes
1 verbunden sein.
[0038] In Fig. 1 befindet sich das Steuerventil 8 in einem ungeschalteten Zustand, sodass
die Regelmembran 7 mit dem Druck in der Zuführung Verbrennungsluft 2 beaufschlagt
wird. Die resultierende Öffnungsweite des Gasventils 10 entspricht der geringstmöglichen
Öffnungsweite und resultiert in einer mageren Gemischzusammensetzung.
[0039] Fig. 2 zeigt gleichfalls beispielhaft und schematisch ein Heizgerät 1 entsprechend
Fig. 1. Gegenüber Fig. 1 wird jedoch der (Unter-) Druck der Venturi-Einrichtung 3
auf die Regelmembran 7 geleitet. Durch den (Unter-) Druck der Venturi-Einrichtung
3 wird die Regelmembran 7 in eine Position bewegt, die eine größtmögliche Öffnungsposition
des Gasventils 10 zur Folge hat. Die Gemischzusammensetzung von Brenngas und Verbrennungsluft
hat in diesem Zustand einen deutlich höheren Anteil an Brenngas.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Heizgerät
- 2
- Zuführung Verbrennungsluft
- 3
- Venturi-Einrichtung
- 4
- Zuführung Brenngas
- 5
- Gemischkanal
- 6
- Brenner
- 7
- Regelmembran
- 8
- Regelventil
- 9
- Steuerelement
- 10
- Gasventil
- 11
- Massestrom Brenngas
- 12
- elektrische Verbindung
1. Verfahren zum Betreiben eines Heizgeräts (1), aufweisend eine Venturi-Einrichtung
(3), ein Gasventil (10), ein Steuerventil (8) und eine Regelmembran (7), wobei
- ein Massestrom Brenngas (11) einem Massestrom Verbrennungsluft zugesetzt und über
das Gasventil (10) gesteuert wird,
- das Gasventil (10) mit der Regelmembran (7) in Wirkverbindung steht,
- über das Steuerventil (8) die Regelmembran mit einem Druck in einem Bereich zwischen
einem Druck in einer Venturi-Einrichtung und einem Enddruck beaufschlagt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Enddruck einem Umgebungsluftdruck und/oder einem
Druck in einer Zuführung Verbrennungsluft (2) entspricht.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Beaufschlagen der Regelmembran
(7) mit einem Druck in einem Bereich zwischen einem Druck in der Venturi-Einrichtung
(3) und einem Enddruck stufenlos erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei das Beaufschlagen der Regelmembran
(7) mit einem Druck in einem Bereich zwischen einem Druck in einer Venturi-Einrichtung
(3) und einem Enddruck durch ein Beaufschlagen der Regelmembran (7) mit dem Druck
in der Venturi-Einrichtung (3) oder mit Enddruck erfolgt.
5. Computerprogramm, welches zur Durchführung eines Verfahren nach einem der vorangehenden
Ansprüche eingerichtet ist.
6. Regel- und Steuergerät eingerichtet zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 4.
7. Heizgerät (1), aufweisend ein Regel- und Steuergerät (9) nach Anspruch 6.
8. Heizgerät (1), aufweisend eine Zuführung Verbrennungsluft (2) der über ein Gasventil
(10) ein Massestrom Brenngas (11) zusetzbar ist, wobei das Gasventil (10) mit einer
Regelmembran (7) in Wirkverbindung steht, und ein Steuerventil (8) dazu eingerichtet
ist, die Regelmembran (7) mit einem Druck zwischen dem Druck in einer in der Zuführung
Verbrennungsluft (2) angeordneten Venturi-Einrichtung (3) und einem Enddruck zu beaufschlagen.
9. Heizgerät nach Anspruch 8, wobei das Steuerventil (8) mit der Regelmembran (7), mit
der Venturi-Einrichtung (3) und mit der Zuführung Verbrennungsluft (2) eine gasdichte
Verbindung aufweist und der Enddruck dem Druck in der Zuführung Verbrennungsluft (2)
entspricht.
10. Heizgerät (1) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei das Steuerventil (8) dazu eingerichtet
ist, im ungeschalteten Zustand die Regelmembran (7) mit atmosphärischem Druck zu beaufschlagen.
11. Heizgerät (1) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei das Steuerventil (8) dazu eingerichtet
ist die Regelmembran (7) stufenlos mit einem Druck zwischen dem Druck der Venturi-Einrichtung
(3) und dem Enddruck zu beaufschlagen.
12. Heizgerät (1) nach Anspruch 11, wobei das Steuerventil (8) mit einem pulsweitenmodulierten
Signal ansteuerbar ist.
13. Verwendung eines Steuerventils (8) und einer Regelmembran (7) zur Steuerung der Gemischzusammensetzung
eines Heizgerätes (1) mit einem pneumatischen Gas-Luftverbund.