[0001] Die Erfindung betrifft ein Radiallaufrad, mit einer eine Eintrittsöffnung aufweisenden
Deckscheibe und einer Tragscheibe, die über einen mehrere Schaufeln aufweisenden Schaufelkranz
miteinander verbunden sind, wobei die Schaufeln jeweils zwei einander entgegengesetzte
Seitenkanten aufweisen, von denen eine mit der Deckscheibe und die andere mit der
Tragscheibe verbunden ist, wobei sich die Seitenkanten jeweils zwischen einer Schaufel-Eintrittskante
und einer in einer Laufrad-Umfangsrichtung entgegengesetzten Schaufel-Austrittskante
erstrecken.
[0002] Derartige Radiallaufräder sind bereits seit langem bekannt. Ein Ziel bei der Entwicklung
von Radiallaufrädern ist es, ein Radiallaufrad bereitzustellen, das einen hohen Wirkungsgrad
aufweist. Hier wurden in der Vergangenheit bereits unterschiedliche Ansätze verfolgt,
beispielsweise ist in der
DE 10 2011 013 841 A1 ein Radialventilatorrad offenbart, das eine Deckscheibe und eine Tragscheibe aufweist,
die über einen Schaufelkranz miteinander verbunden sind. Der Schaufelkranz besitzt
mehrere von innen nach außen gegen die Laufrichtung geneigte Schaufeln, die jeweils
eine Schaufeleintrittskante und ein in Radialrichtung weiter außen angeordnete Schaufel-austrittskante
aufweist. Der Wirkungsgrad dieses Radialventilatorrads wurde dahingehend verbessert,
dass die Schaufeleintrittskanten ausgehend von der Deckscheibe in Richtung zur Tragscheibe
jeweils einen geraden Verlauf mit einer Komponente in Radialrichtung und einer Komponente
in Umfangsrichtung haben.
[0003] Ein anderer Ansatz zur Verbesserung des Wirkungsgrades ist in der
EP 2 942 531 A1 beschrieben, bei der das Laufrad insgesamt einteilig als Spritzgussteil gefertigt
ist, wobei die Schaufeln eine 3D-Geometrie aufweisen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Radiallaufrad der eingangs erwähnten Art zu schaffen,
das sich durch einen hohen Wirkungsgrad auszeichnet, gewichtsoptimiert ist und kostengünstig
herstellbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Radiallaufrad mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs
1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargestellt.
[0006] Das erfindungsgemäße Radiallaufrad zeichnet sich dadurch aus, dass die Schaufeln
jeweils als Hohlprofil ausgebildet sind und zwei aneinander angesetzte und im Bereich
der Schaufel-Eintrittskante und der Schaufel-Austrittskante jeweils über eine Schweißverbindung
miteinander verbundene, zwischen sich einen Hohlraum begrenzende Schaufelhälften aufweisen.
[0007] Die Ausgestaltung der Schaufeln als Hohlprofile führt gegenüber aus Vollmaterial
ausgeführten Schaufeln zu einer Gewichtsersparnis. Die Herstellung solcher Hohlprofil-Schaufeln
ist relativ einfach aus den beiden Schaufelhälften durchzuführen, die lediglich im
Bereich der Schaufel-Eintrittskante und der Schaufel-Austrittskante miteinander zu
verschweißen sind. Zweckmäßigerweise bestehen die Schaufeln jeweils aus Leichtmetall
oder einer Leichtmetall-Legierung, wobei sich als Leichtmetall bzw. Leichtmetall-Legierung
insbesondere Aluminium bzw. eine Aluminium-Legierung eignet. Insbesondere derartige
Aluminium-Legierungen haben den Vorteil, dass die mechanische Festigkeit, Duktilität
und Bruchzähigkeit bei tiefen Temperaturen zunimmt. Bezüglich Korrosion sind sie zudem
seewasserbeständig.
[0008] Bei einer Weiterbildung der Erfindung weisen die Schaufeln jeweils einen sich zur
Schaufel-Eintrittskante hin verjüngenden Eintrittsendbereich auf, der von an den voneinander
abgewandten Außenflächen der Schaufelhälften konvex gewölbten Endabschnitten der beiden
Schaufelhälften gebildet ist, derart, dass der Eintrittsendbereich eine sich über
beide Schaufelhälften erstreckende durchgängig gekrümmte Außenkontur aufweist. Die
Schaufeln besitzen in diesem Fall jeweils an der Schaufel-Eintrittskante eine bogenförmig
gekrümmte Profilnase oder einen "Radius", der Teil des Profils der Schaufel ist. Die
beiden Schaufelhälften bilden also gemeinsam mit dem an seiner Außenkontur durchgängig
gekrümmten Eintrittsendbereich ein Tragflügelprofil, das strömungstechnisch optimiert
ist und insbesondere gegenüber "scharfkantigen Schaufel-Eintrittskanten" insgesamt
ebenfalls zur Verbesserung des Wirkungsgrads beiträgt. Die als Hohlprofile ausgebildeten
Schaufeln besitzen eine 3D-Geometrie.
[0009] In besonders bevorzugter Weise sind die konvex gewölbten Endabschnitte jeweils als
durch plastisches Umformen eines Schaufelhälften-Rohlings spanlos erzeugte Umformabschnitte
ausgebildet. Als plastisches Umformen eignet sich insbesondere ein Prägen der Schaufelhälften-Rohlinge.
In diesem Fall werden die konvex gewölbten Endabschnitte eingeprägt.
[0010] In besonders bevorzugter Weise handelt es sich bei der Schweißverbindung um eine
Laser-Schweißverbindung. Eine derartige Laser-Schweißverbindung hat den Vorteil, dass
der Wärmeeintrag beim Schweißen relativ gering ist. Dadurch kann der Verzug der zu
schweißenden Teile aufgrund der Wärmeeinwirkung begrenzt werden.
[0011] Es ist möglich, dass die Schweißverbindung wenigstens eine sich im Wesentlichen über
die gesamte Länge der Schaufel-Eintrittskante und/oder der Schaufel-Austrittskante
erstreckende Schweißnaht aufweist. Alternativ ist es denkbar, dass die Schweißverbindung
auch mittels einer Punktschweißung hergestellt wird.
[0012] In besonders bevorzugter Weise sind die Schaufeln als von der Deckscheibe und der
Tragscheibe separate Bauteile ausgebildet und sind über Befestigungsmaßnahme jeweils
im Bereich ihrer Seitenkanten einerseits mit der Deckscheibe und andererseits mit
der Tragscheibe verbunden.
[0013] In besonders bevorzugter Weise umfassen die Befestigungsmaßnahmen eine Schweißverbindung,
mit der die Schaufeln jeweils einerseits an die Deckscheibe und andererseits an die
Tragscheibe geschweißt sind. Als Schweißverbindung eignet sich wieder insbesondere
eine Laser-Schweißverbindung, um den Wärmeeintrag zu reduzieren.
[0014] In besonders bevorzugter Weise umfassen die Befestigungsmaßnahmen zusätzlich zur
Schweißverbindung eine Formschlussverbindung, mit der die Schaufeln einerseits mit
der Deckscheibe und andererseits mit der Tragscheibe verbunden sind.
[0015] In besonders bevorzugter Weise ist die Formschlussverbindung als Steckverbindung
ausgebildet, mit einerseits an den Seitenkanten der jeweiligen Schaufeln und andererseits
an Deck-oder Tragscheibe ausgebildeten, einander zugeordneten Steckelementen und Gegen-Steckelementen.
[0016] In besonders bevorzugter Weise sind die Steckelemente also insbesondere längliche
Steckpins, vorzugsweise Stecklaschen, und die Gegen-Steckelemente als die Stecklaschen
aufnehmende Aufnahmeöffnungen, insbesondere Aufnahmeschlitze, ausgebildet. Zweckmäßigerweise
befinden sich die Steckpins an den Schaufeln und die Aufnahmeöffnungen an Deck- und
Tragscheibe. Es wäre jedoch auch denkbar, an Deck- und Tragscheibe Steckpins und an
den Seitenkanten der Schaufeln Aufnahmeöffnungen, insbesondere Aufnahmeschlitze auszubilden.
[0017] In besonders bevorzugter Weise sind die länglichen Steckpins an die Kontur der Außenflächen
der Schaufelhälften angepasst und ebenfalls konvex gekrümmt ausgebildet, wobei die
Kontur der Aufnahmeschlitze an die Kontur der länglichen Steckpins angepasst ist.
[0018] Die Schaufeln weisen jeweils zwei voneinander abgewandte Außenflächen auf, von denen
die in Laufrichtung vordere, insbesondere konvex gekrümmte Außenfläche als Druckseite
und die entgegengesetzte Außenfläche, die gegebenenfalls konkav gekrümmt ist, die
Saugseite darstellt. Es ist möglich, dass die länglichen Steckpins an den Seitenkanten
der Schaufeln derart angeordnet sind, dass die länglichen Steckpins alternierend der
Druckseite und der Saugseite zugeordnet sind. Zweckmäßigerweise befinden sich die
länglichen Steckpins also in der Nähe der Druckseite und bilden dabei quasi eine Verlängerung
der Außenfläche, wobei der entlang der Seitenkante nächste längliche Steckpin dann
an der Saugseite quasi als Verlängerung der Saugseite angeordnet ist.
[0019] In besonders bevorzugter Weise sind die Schaufeln von innen nach außen gegen die
Laufrichtung geneigt und sind in Form von rückwärtsgekrümmten Schaufeln ausgebildet.
[0020] Zweckmäßigerweise weist die Schaufel-Eintrittskante und/oder Schaufel-Austrittskante
einer jeweiligen Schaufel ausgehend von der Deckscheibe in Richtung zur Tragscheibe
einen bogenförmigen Verlauf auf.
[0021] Die Erfindung umfasst ferner ein Verfahren zur Herstellung eines Radiallaufrads nach
einem der Ansprüche 1 bis 12, das Verfahren mit folgenden Schritten:
- Bereitstellen von zwei Schaufelhälften und Zusammensetzen der beiden Schaufelhälften
derart, dass ein Hohlprofil gebildet wird und die beiden Schaufelhälften gemeinsam
eine Schaufel-Eintrittskante und eine Schaufel-Austrittskante bilden,
- Verschweißen der beiden Schaufelhälften im Bereich der Schaufel-Eintrittskante und
der Schaufel-Austrittskante zur Bildung einer Schaufel,
- Durchführung der vorstehend genannten Verfahrensschritte zur Herstellung sämtlicher
Schaufeln des Schaufelkranzes,
- Verbinden der Schaufeln im Bereich deren Seitenkanten einerseits mit der Deckscheibe
und andererseits mit der Tragscheibe.
[0022] Zweckmäßigerweise werden die Schaufelhälften vor dem Zusammensetzen jeweils plastisch
umgeformt, insbesondere geprägt, um konvex gewölbte Innenabschnitte herzustellen.
[0023] Bei einer Weiterbildung der Erfindung werden die Schaufeln über die Kombination der
Steckpins an der Aufnahmeschlitze formschlüssig mit Deck- und Tragscheibe verbunden
und anschließend die Steckungen der Steckpins mit den Aufnahmeschlitzen verschweißt.
[0024] Zweckmäßigerweise erfolgt die Verschweißung an einer dem Schaufelkranz abgewandten
Außenseite von Deckscheibe oder Tragscheibe.
[0025] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
Folgenden näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Radiallaufrads,
- Figur 2
- eine perspektivische Seitenansicht einer Schaufel des Radiallaufrads von Figur 1,
- Figur 3
- eine andere perspektivische Ansicht der Schaufel von Figur 2,
- Figur 4
- einen Längsschnitt durch die Tragscheibe des Radiallaufrads von Figur 1,
- Figur 5
- einen Längsschnitt durch das Radiallaufrad von Figur 1,
- Figur 6
- eine vergrößerte Darstellung der Einzelheit X von Figur 3,
- Figur 7
- eine perspektivische Ansicht von schräg oben von Seiten der Tragscheibe aus gesehen
auf das Radiallaufrad von Figur 1 und
- Figur 8
- eine perspektivische Ansicht von schräg oben von Seiten der Deckscheibe aus gesehen
auf das Radiallaufrad von Figur 1.
[0026] Die Figuren 1 bis 8 zeigen ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Radiallaufrads 11. Das Radiallaufrad, das der Einfachheit halber auch als Laufrad
bezeichnet werden könnte ist Bestandteil eines Radialventilators (nicht dargestellt),
der darüber hinaus noch einen Ventilatorantrieb (nicht dargestellt) besitzt, über
den das Radiallaufrad 11 rotatorisch antreibbar ist. Bei dem Radialventilator kann
es sich um einen solchen mit Riemenantrieb oder mit Direktantrieb handeln. Im erstgenannten
Fall sorgt ein Riemen für die Kraftübertragung vom Ventilatorantrieb auf das Radialventilatorrad
11. Beim direkt angetriebenen Radialventilator kann der Ventilatorantrieb an das Radiallaufrad
angebaut sein, beispielsweise dadurch, dass eine Antriebswelle des Ventilatorantriebs
an einer an einer Tragscheibe 12 ausgebildeten Nabenanordnung 13 des Radiallaufrads
11 gekoppelt ist.
[0027] Das in den Figuren 1 bis 8 gezeigte bevorzugte Ausführungsbeispiel zeigt rein beispielhaft
ein Radiallaufrad 11, das für den direkten Antrieb bestimmt ist.
[0028] Wie insbesondere in den Figuren 1, 5, 7 und 8 gezeigt, besitzt das Radiallaufrad
11 eine Deckscheibe 14, die eine kreisrunde Eintrittsöffnung 15 aufweist, die einen
Ansaugdurchmesser definiert. Die Eintrittsöffnung 50 befindet sich dabei an einem
an der Außenseite der Deckscheibe vorstehenden Stutzen 15, der sich in Axialrichtung
entlang einer Rotationsachse 16 trompetenförmig nach innen erweitert. Die trompetenförmige
Erweiterung des Stutzens 15 sorgt für eine verbesserte Umlenkung von der axialen in
die radiale Strömungsrichtung. Der Radius der Krümmung kann beispielsweise im Bereich
von 10 % bis 30 % des Ansaugdurchmessers liegen.
[0029] Es ist ferner eine Tragscheibe 12 vorgesehen, die koaxial zur Deckscheibe 14 angeordnet
ist. Deck- und Tragscheibe 12, 14 sind über einen Schaufelkranz 17 miteinander verbunden.
An der Tragscheibe 12 befindet sich die bereits zuvor erwähnten Nabenanordnung 13,
die zur Kopplung mit einer Antriebswelle eines Ventilatorantriebs (nicht dargestellt)
dient. Der Außendurchmesser der Tragscheibe 12 ist geringer als der Außendurchmesser
der Deckscheibe 14 oder ungefähr gleich groß.
[0030] Der Schaufelkranz 17 besteht aus mehreren Schaufeln 18, die jeweils von innen nach
außen gegen die Laufrichtung geneigt sind. Im vorliegenden Beispielsfall sind rückwärts
gekrümmte Schaufeln 18 vorgesehen.
[0031] Die Schaufeln 18 besitzen jeweils zwei aneinander entgegengesetzte Seitenkanten 19a,
19b, von denen eine mit der Deckscheibe 14 und die andere mit der Tragscheibe 12 verbunden
ist. Die Seitenkanten 19a, 19b erstrecken sich jeweils zwischen einer Schaufel-Eintrittskante
20 und einer in einer Laufrad-Umfangsrichtung entgegengesetzten Schaufel-Austrittskante
21.
[0032] Wie insbesondere in Figur 6 gezeigt, sind die Schaufeln 18 jeweils als Hohlprofil
ausgebildet und weisen zwei aneinander angesetzte und im Bereich der Schaufel-Eintrittskante
20 und der Schaufel-Austrittskante 21 jeweils über eine Schweißverbindung 22 miteinander
verschweißte, zwischen sich einen Hohlraum 23 begrenzte Schaufelhälften 24, 25 auf.
[0033] Wie ferner in Figur 6 gezeigt, besitzen die Schaufeln 18 jeweils eine sich zur Schaufel-Eintrittskante
20 hin verjüngenden Eintrittsendbereichs 26 auf, der voneinander abgewandten Außenflächen
27, 28 der Schaufelhälften 24, 25 konvex gewölbten Endabschnitten 29, 30 der beiden
Schaufelhälften 24, 25 gebildet ist, derart, dass der Eintrittsendbereich 26 eines
sich über beide Schaufelhälften 24, 25 erstreckende durchgängig gekrümmte Außenkontur
aufweist.
[0034] Wie insbesondere in den Figuren 5 und 7 gezeigt, sind die Schaufeln 18 jeweils in
sich verwunden, d. h. die einander entgegengesetzten Seitenkanten 19a, 19b einer jeweiligen
Schaufel 18 haben voneinander verschiedene Verläufe.
[0035] Die konvex gewölbten Endabschnitte 29, 30 sind jeweils als durch plastisches Umformen,
insbesondere Prägen, eines Schaufelhälften-Rohlings spanlos erzeugte Umformabschnitte
ausgebildet.
[0036] Die Schaufeln 18 bestehen jeweils aus Aluminium bzw. einer Aluminiumlegierung. In
Kombination mit dem Hohlprofil der Schaufeln ergibt sich dadurch eine Gewichtseinsparung
gegenüber herkömmlichen Schaufeln aus Stahlblech-Vollmaterial.
[0037] Wie insbesondere in den Figuren 2 und 3 gezeigt sind die Schaufeln 18 also als Hohlprofilschaufeln
ausgebildet. Die Schaufelgeometrie kann aus mehreren, axial versetzten Schnitten senkrecht
zur Drehachse gebildet werden. Dabei werden für jeden Schnitt unterschiedliche Ein-
und Austrittswinkel sowie Durchmesserverhältnisse und Schaufelradien verwendet. Die
endgültige Form der Hohlprofilschaufel wird aus der Schaufelgeometrie und einer überlagerten
NACA-Profilgeometrie gebildet. Die Schaufeln können also nach Art eines Tragflügelprofils
ausgebildet sein.
[0038] Wie insbesondere in Figur 1 gezeigt, bestimmt insbesondere die Meridiankontur 31
an der Schaufel-Austrittskante 21 des Radiallaufrads 11 die endgültige Form der Schaufel
18. Ein für die Einströmung der Schaufeln 18 wichtiger Parameter ist der sogenannte
Schaufeleintrittswinkel β
1. Dies wird gebildet als Winkel einer Tangente an einen inneren Fußpunkt der Schaufel
18 durch diesen Fußpunkt laufenden Kreisumfangstangente. Der Schaufeleintrittswinkel
ist β
1,TS ist hierbei im Bereich der Tragscheibe verschieden von den Schaufeleintrittswinkel
β
1,DS im Bereich der Deckscheibe.
[0039] Der Schaufel-Eintrittskante 20 entgegengesetzt ist die Schaufel-Austrittskante 21
angeordnet. An der Schaufel-Austrittskante 21 ist ein Schaufelaustrittswinkel β
2 gebildet, der als Winkel einer Tangente an einen äußeren Fußpunkt der Schaufel zu
durch diesen Fußpunkt laufenden Kreisumfangstangente definiert. In analoger Weise
zum an der Schaufel-Eintrittskante 20 ausgebildeten Schaufeleintrittswinkel β
1 kann auch der Schaufelaustrittswinkel β
2,TS im Bereich der Tragscheibe verschieden von den Schaufelaustrittswinkel β
2,DS im Bereich der Deckscheibe sein.
[0040] Wie bereits erwähnt, werden die Schaufeln 18 jeweils durch das Zusammensetzen der
beiden Schaufelhälften 24, 25 und anschließendes Verschweißen im Bereich der Schaufel-Eintrittskante
20 und der Schaufelaustrittskante 21 gebildet. Die hierzu vorgesehene Schweißverbindung
kann zweckmäßigerweise als Laser-Schweißverbindung ausgebildet sein, wodurch der Wärmeeintrag
in die zu schweißenden Schaufelhälften beim Schweißvorgang relativ gering ist. Zweckmäßigerweise
werden die Schaufeln an der Schaufel-Eintrittskante 20 und an der Schaufel-Austrittskante
21 mittels einer sich über die gesamte Länge des Schaufel-Eintrittskante und der Schaufel-Austrittskante
21 erstreckende Schweißnaht (nicht dargestellt) gebildet.
[0041] Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verbindung der Schaufeln 18 einerseits mit
der Tragscheibe 12 und andererseits mit der Deckscheibe 14 im Bereich der zueinander
entgegengesetzt angeordneten Seitenkanten 19a, 19b.
[0042] Wie insbesondere in den Figuren 2, 3, 6 und 7 gezeigt, wird als Befestigungsmaßnahme
zur Befestigung der Schaufeln 18 einerseits an der Deckscheibe 14 und andererseits
an der Tragscheibe 12 eine Kombination aus Schweißverbindung mit einer Formschlussverbindung
verwendet.
[0043] Die Formschlussverbindung ist als Steckverbindung ausgebildet, mit einerseits an
den Seitenkanten 19a, b der jeweiligen Schaufel 18 und andererseits an Deck- oder
Tragscheibe 14, 12 ausgebildeten, einander zugeordneten Steckelementen und Gegensteckelementen.
[0044] Wie insbesondere in Figur 6 gezeigt, sind die Steckelemente als insbesondere längliche
Steckpins 32 ausgebildet. Die länglichen Steckpins 32 könnten daher auch als Stecklaschen
bezeichnet werden. Die Gegen-Steckelemente sind als die Steckpins aufnehmende Aufnahmeöffnungen
ausgebildet. Im Falle von länglichen Steckpins bzw. Stecklaschen sind die Aufnahmeöffnungen
als Aufnahmeschlitze 33 ausgebildet.
[0045] Wie insbesondere in Figur 6 gezeigt, sind die länglichen Steckpins 32 an die Kontur
der Außenflächen 27, 28 der Schaufelhälften 24, 25 angepasst und entsprechend gekrümmt
ausgebildet. Die Kontur der Aufnahmeschlitze 33 ist dabei an die Kontur der länglichen
Steckpins 32 angepasst.
[0046] Wie insbesondere die Zusammenschau der Figuren 2, 3 und 7 zeigt, sind die einander
entgegengesetzt liegenden Außenflächen 27, 28 einer jeweiligen Schaufel 18 charakteristisch
ausgebildet. Die in Laufrichtung vordere Außenfläche die zur vorderen Schaufelhälfte
24 gehört könnte auch als druckseitige Außenfläche 27 bezeichnet werden, während die
andere Außenfläche an der hinteren Schaufelhälfte auch als saugseitige Außenfläche
28 bezeichnet werden kann.
[0047] Wie insbesondere in Figur 7 gezeigt, sind die länglichen Steckpins 32 alternierend
an der Saug- und an der Druckseite also abwechselnd im Bereich der druckseitigen Außenfläche
27 und der saugseitigen Außenfläche 28 angeordnet.
[0048] Die Ausgestaltung der Steckpins 32 kann ebenfalls bereits bei der Herstellung der
beiden Schaufelhälften 24, 25 erfolgen, beispielsweise durch Herausstanzen oder Ausprägen
der länglichen Steckpins aus einem Schaufelhälften-Rohling.
[0049] Wie insbesondere in den Figuren 1 und 8 gezeigt, besitzen Trag- und Deckscheibe 12,
14 über einen Schaufelaustrittsdurchmesser, der durch die Schaufelaustrittskanten
21 der jeweiligen Schaufeln 18 definiert ist, hinausstehende Endbereiche 34, 35, die
einen ringförmigen Diffusionsraum bzw. Diffusor 36 definieren, der einen Diffusor-Außendurchmesser
aufweist. Charakteristisch an dem Querschnitt des Diffusors 36 ist, dass er nicht
rechteckig oder trapezförmig ausgebildet ist, sondern durch die Form des nicht gerade
auslaufenden, sondern bogenförmig gekrümmten Endbereichs 35 der Tragscheibe 12 bestimmt
ist.
[0050] Die Herstellung des Radiallaufrads 11 läuft im Wesentlichen wie folgt ab:
Zunächst werden die beiden Schaufelhälften 24, 25 bereitgestellt und derart zusammengesetzt,
dass ein Hohlprofil gebildet wird und die beiden Schaufelhälften 24, 25 gemeinsam
eine Schaufel-Eintrittskante 20 und eine Schaufel-Austrittskante 21 bilden. Als nächstes
müssen dann natürlich die beiden Schaufelhälften 24, 25 miteinander verbunden bzw.
aneinander befestigt werden, was durch Verschweißen der beiden Schaufelhälften 24,
25 im Bereich der Schaufel-Eintrittskante 20 und im Bereich der Schaufel-Austrittskante
21 erfolgt. Dadurch entsteht eine Hohlprofil-Schaufel.
[0051] Es werden nacheinander oder gleichzeitig alle für den Schaufelkranz 17 benötigte
Schaufeln 18 hergestellt.
[0052] Als nächstes werden die Schaufeln 18 jeweils im Bereich deren Seitenkanten 19a, 19b
einerseits mit der Deckscheibe 12 und andererseits mit der Tragscheibe verbunden.
[0053] Charakteristisch an dem Herstellungsprozess ist, dass die Schaufelhälften 24, 25
vor dem Bereitstellen und Zusammensetzen mittels plastischem Umformen insbesondere
Prägen bearbeitet wurden. Dabei wurde aus einem Schaufelhälften-Rohling ein konvex
gewölbter Endabschnitt 29 herausgebildet, der gemeinsam mit dem konvex gewölbten Endabschnitt
30 der anderen Schaufelhälfte den charakteristisch geformten Eintrittsendbereich 26
bildet, der sich mit einer durchgängig gekrümmten Außenkontur über beide Schaufelhälften
24, 25 erstreckt.
[0054] Das Verbinden der fertig hergestellten Schaufeln 18 mit einerseits der Tragscheibe
12 und andererseits der Deckscheibe 14 erfolgt dadurch, dass die länglichen Steckpins
32 an den Seitenkanten der Schaufeln 18 einerseits in die Aufnahmeschlitze 33 an der
Tragscheibe 12 und andererseits in die Aufnahmeschlitze 33 an der Deckscheibe 14 gesteckt
werden. Anschließend werden die dadurch erzeugten Steckungen von außen her also von
der dem Schaufelkranz abgewandten Außenseite der Tragscheibe 12 bzw. der Deckscheiben
14 mittels einer Schweißverbindung verschweißt. Auch hier eignet sich als Schweißverfahren
das Laserschweißen, um den Wärmeeintrag zu reduzieren.
[0055] Gegebenenfalls kann auch zur Stabilisierung der Verbindung noch von innen her verschweißt
werden.
1. Radiallaufrad, mit einer eine Eintrittsöffnung (50) aufweisenden Deckscheibe (14)
und einer Tragscheibe (12), die über einen mehrere Schaufeln (18) aufweisenden Schaufelkranz
(17) miteinander verbunden sind, wobei die Schaufeln (18) jeweils zwei einander entgegengesetzte
Seitenkanten (19a, 19b)aufweisen, von denen eine mit der Deckscheibe (14) und die
andere mit der Tragscheibe (12) verbunden ist, wobei sich die Seitenkanten (19a, 19b)
jeweils zwischen einer Schaufel-Eintrittskante (20) und einer in einer Laufrad-Umfangsrichtung
entgegengesetzten Schaufel-Austrittskante (21) erstrecken, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaufeln (18) jeweils als Hohlprofil ausgebildet sind und zwei aneinander angesetzte
und im Bereich der Schaufel-Eintrittskante (20) und der Schaufel-Austrittskante (21)
jeweils über eine Schweißverbindung miteinander verbundene, zwischen sich einen Hohlraum
(23) begrenzende Schaufelhälften (24, 25) aufweisen.
2. Radiallaufrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass die Schaufeln (18) jeweils einen sich zur Schaufel-Eintrittskante (20) hin verjüngenden
Eintrittsendbereich (26) aufweisen, der von an den voneinander abgewandten Außenflächen
(27, 28) der Schaufelhälften (24, 25) konvex gewölbten Endabschnitten (29, 30) der
beiden Schaufelhälften (24, 25) gebildet ist, derart, dass der Eintrittsendbereich
(26) eine sich über beide Schaufelhälften (24, 25) erstreckende durchgängig gekrümmte
Außenkontur aufweist.
3. Radiallaufrad nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die konvex gewölbten Endabschnitte (29, 30) jeweils als durch plastisches Umformen,
insbesondere Prägen, eines Schaufelhälften-Rohlings spanlos erzeugte Umformabschnitte
ausgebildet sind.
4. Radiallaufrad nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schweißverbindung eine Laser-Schweißverbindung ist.
5. Radiallaufrad nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schweißverbindung wenigstens eine sich im Wesentlichen über die gesamte Länge
der Schaufel-Eintrittskante (20) und/oder der Schaufel-Austrittskante (21) erstreckende
Schweißnaht aufweist.
6. Radiallaufrad nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaufeln (18) als von der Deckscheibe (14) und der Tragscheibe (12) separate
Bauteile ausgebildet sind und über Befestigungsmaßnahmen jeweils im Bereich ihrer
Seitenkanten (19a, 19b) einerseits mit der Deckscheibe (14) und anderseits mit der
Tragscheibe (12) verbunden sind.
7. Radiallaufrad nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmaßnahmen eine Schweißverbindung umfassen, mit der die Schaufeln
(18) jeweils einerseits an die Deckscheibe (14) und anderseits an die Tragscheibe
(12) geschweißt sind.
8. Radiallaufrad nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmaßnahmen zusätzlich zur Schweißverbindung eine Formschlussverbindung
umfassen, mit der die Schaufeln (18) einerseits mit der Deckscheibe (14) und anderseits
mit der Tragscheibe (12) verbunden sind, wobei vorzugsweise die Formschlussverbindung
als Steckverbindung ausgebildet ist, mit einerseits an den Seitenkanten der jeweiligen
Schaufeln (18) und anderseits an Deck- oder Tragscheibe (12, 14) ausgebildeten, einander
zugeordneten Steckelementen und Gegen-Steckelementen.
9. Radiallaufrad nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steckelemente als insbesondere längliche Steckpins (32), vorzugsweise Stecklaschen,
und die Gegen-Steckelemente als die Steckpins (32) aufnehmende Aufnahmeöffnungen,
insbesondere Aufnahmeschlitze (33), ausgebildet sind, wobei vorzugsweise die Steckpins
(32) an den Schaufeln (18) und die Aufnahmeöffnungen an Deck- und Tragscheibe (12,
14) angeordnet sind.
10. Radiallaufrad nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die länglichen Steckpins (32) an die Kontur der Außenflächen (27, 28) der Schaufelhälften
(24, 25) angepasst sind und ebenfalls konvex gekrümmt ausgebildet sind, wobei die
Kontur der Aufnahmeschlitze (33) an die Kontur der länglichen Steckpins (32) angepasst
ist.
11. Radiallaufrad nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaufeln (18) von innen nach außen gegen die Laufrichtung geneigt sind und in
Form von rückwärts gekrümmten Schaufeln (18) ausgebildet sind.
12. Radiallaufrad nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaufel-Eintrittskante (20) und/oder Schaufel-Austrittskante (21) einer jeweiligen
Schaufel (18) ausgehend von der Deckscheibe (14) in Richtung zur Tragscheibe (12)
einen bogenförmigen Verlauf aufweist.
13. Verfahren zur Herstellung eines Radiallaufrades (11) nach einem der Ansprüche 1 bis
12, das Verfahren mit folgenden Schritten:
- Bereitstellen von zwei Schaufelhälften (24, 25) und Zusammensetzen der beiden Schaufelhälften
(24, 25) derart, dass ein Hohlprofil gebildet wird und die beiden Schaufelhälften
(24, 25) gemeinsam eine Schaufel-Eintrittskante (20) und eine Schaufel-Austrittskante
(21) bilden,
- Verschweißen der beiden Schaufelhälften (24, 25) im Bereich der Schaufel-Eintrittskante
(20) und der Schaufel-Austrittskante (21) zur Bildung einer Schaufel (18),
- Durchführung der vorstehend genannten Verfahrensschritten zur Herstellung sämtlicher
Schaufeln (18) des Schaufelkranzes (17),
- Verbinden der Schaufeln (18) im Bereich deren Seitenkanten (19a, 19b) einerseits
mit der Deckscheibe (14) und andererseits mit der Tragscheibe (12).
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaufelhälften (24, 25) vor dem Zusammensetzen jeweils plastisch umgeformt,
insbesondere geprägt, werden, um konvex gewölbte Endabschnitte (29, 30) herzustellen.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaufeln (18) über die Kombination der Steckpins (32) und der Aufnahmeschlitze
(33) formschlüssig mit Deck- und Tragscheibe (14, 12) verbunden und anschließend die
Steckungen der Steckpins (32) mit den Aufnahmeschlitzen (33) verschweißt werden, wobei
vorzugsweise die Verschweißung an einer dem Schaufelkranz (17) abgewandten Außenseite
von Deckscheibe (14) und Tragscheibe (12) erfolgt.