[0001] Die Erfindung betrifft die Unschädlichmachung kältemittelhaltiger entzündlicher Gase
in einem Solekreislauf, im Folgenden als Wärmeträgerfluidkreislauf bezeichnet, eines
Wärmepumpensystems.
[0002] Einerseits ist bekannt, dass Heizkreisläufe gelegentlich entlüftet werden müssen,
da sich Luft im System ansammeln kann. Meist geschieht dies durch Undichtigkeiten
an erhöhten Stellen im Heizkreislauf, bei denen eine Undichtigkeit in Verbindung mit
Unterdruck zum Ansaugen von Luft in den Wasserkreislauf führt. In manchen Fällen handelt
es sich auch um Luft, die in Nachfüllwasser gelöst ist und die bei dessen Erwärmung
freigesetzt wird. Dasselbe gilt für Sole-Split-Anlagen, bei denen sich Sole im Heizkreis
oder in einer Außenbox oder in einer Erdsonde befindet und auch für Klimaanlagen.
Je nachdem, welche Zwecke ein solcher Wärmeträgerfluidkreislauf erfüllen oder welche
Umgebungsbedingungen er zu bewältigen hat, sind neben dem eigentlichen Wärmeträger,
meistens Wasser, auch Additive dem Wärmeträgerfluidkreislauf hinzugesetzt. Hierbei
handelt es sich meist um Frostschutzmittel oder Korrosionsschutzmittel.
[0003] Andererseits werden inzwischen in Wärmepumpen und in Kühl- und Gefrieranlagen entzündliche
Kältemittel als Arbeitsfluide verwendet, die den Vorteil haben, bei ihrer versehentlichen
Freisetzung weder das Klima noch die Ozonschicht zu schädigen. Eine solche versehentliche
Freisetzung ist aufgrund deren Brennbarkeit aber möglichst zu vermeiden. In Kältekreisen,
in denen solche Arbeitsfluide eingesetzt werden, können solche unbeabsichtigten Freisetzungen
über die Wärmeübertrager passieren, die als Verflüssiger und Verdampfer zum Einsatz
kommen und die mit dem Wärmeträgerfluidkreislauf, also dem Heizungskreislauf oder
Kühlsolekreislauf, über ihre Austauschflächen verbunden sind. Im Unterschied zu herkömmlichen
Gasbrennkesseln steht das Arbeitsfluid im Kältekreis unter einem höheren Druck als
das Wärmeträgerfluid im Heizkreis oder Kühlsolekreis, es könnte also bei Leckagen
leicht in den unter geringerem Druck stehenden Wärmeträgerfluidkreislauf gelangen.
[0004] Um dies so weit wie möglich zu verhindern, werden im herkömmlichen Stand der Technik
teure doppelwandige Wärmeübertrager verwendet, wie sie beispielsweise in den Patentschriften
DE 11 2019 001 344 T5,
DE 11 2019 001 350 T5 und
DE 11 2019 001 351 T5 für Wärmepumpen beschrieben sind, die das Arbeitsfluid R290 gegen eine Wasser-Propylenglykol-Sole
als Wärmeträgerfluid führen. Neben dem hohen Preis führt dieser Einsatz aber zu Effizienzverlusten,
da die Materialien, wie beispielsweise etwa Edelstahl, Wärme schlecht leiten und der
dünne Luftspalt zwischen den Wärmeübertragerflächen wie eine Isolierung wirkt. Praktisch
bedeutet dies, dass höhere Temperaturdifferenzen in den Wärmeübertragern eingestellt
werden müssen, was den Wirkungsgrad von Wärmepumpen herabsetzt. Diese doppelwandigen
Wärmeübertrager können das Risiko zwar verringern, aber ausschließen können sie es
nicht.
[0005] Solche gasförmigen Bestandteile, die trotzdem über Leckagen in den Wärmeträgerfluidkreislauf
gelangen, könnten zwar mittels Gasabscheidern abgeschieden werden, es verbleiben aber
gelöste und sehr feinblasige Gasbestandteile. Diese könnten bei Temperatur- und Druckänderungen
Probleme bereiten, indem sie an ungünstigen Stellen im Wärmeträgerfluidkreislauf ausgasen,
wenn sich ihre Löslichkeit temperaturbedingt verschlechtert. Dies betrifft vor allem
das inzwischen häufig eingesetzte Propan im Kältemittel R290, aber auch Isobutan im
Kältemittel R600a, n-Butan in R600, Propylen in R1270 sowie weitere Alkane.
[0006] Als Frostschutzmittel wird wässrigen Wärmeträgerfluidkreisläufen bevorzugt Propylenglykol
zugesetzt. Dies hat den Vorteil, dass es mit Wasser beliebig mischbar und im Falle
von Havarien gegenüber Mensch und Umwelt ungiftig ist. Ein Vorteil dieses Frostschutzmittels
ist dabei, dass sich die Löslichkeit von R290 sowie anderen Alkanen erheblich vergrößert.
Ebenfalls verwendet wird häufig auch Ethylenglykol. Zur Vermeidung von Korrosion wird
üblicherweise ein Korrosionsinhibitor eingesetzt.
[0007] Moderne Wärmepumpen können auch umschaltbar zwischen Heizbetrieb und Klimabetrieb
ausgelegt werden und außerdem Warmwasser bereiten. Dies erhöht die im System auftretenden
Temperaturänderungen noch weiter. Weitere Probleme können sich daraus ergeben, dass
viele Wärmepumpen nicht ganzjährig in Betrieb sind, Leckagen aber auch außerhalb des
Betriebs auftreten können, etwa wenn sich Sole in einer solarthermischen Anlage zu
stark aufheizt.
[0008] Es soll daher möglichst verhindert werden, dass das Arbeitsfluid im Wärmeträgerfluid
ungelöst vorliegt oder aus der Lösung geht. Dann kann es bei Temperaturschwankungen
auch nicht an ungünstigen Stellen ausgasen und beim Mischen mit Luft zündfähige Gemische
bilden.
[0009] Da Alkane unpolar sind, werden der Heizsole oder dem Heizungswasser unpolare, aber
wasserlösliche Stoffe hinzugefügt. Diese führen dazu, dass sich das Lösungsverhalten
erheblich verbessert und, wenn sie leckagebedingt aus dem Arbeitsfluidkreislauf in
den Wärmeträgerfluidkreislauf gelangen, nicht mehr als Gasblasen abgeschieden werden
müssen. Es ist allerdings dafür Sorge zu tragen, dass sich das ausgetretene Arbeitsfluid
unter allen Umständen im Wärmeträgerfluid lösen kann.
[0010] Die Zugabe der lösungsverbessernden Stoffe soll dabei so unkompliziert erfolgen können
wie die Zugabe üblicher Korrosionsinhibitoren, vorzugsweise nur alle paar Jahre im
Rahmen von Wartungsarbeiten. Vorzugsweise soll das Lösungsvermögen so gut sein, dass
ein Weiterbetrieb nach Reparatur der Leckage ohne Austausch von Wärmeträgerfluid möglich
ist.
[0011] Beim Hinzufügen lösungsverbessernder Stoffe beachtet der Fachmann mit Blick auf die
vorliegenden Verhältnisse bei der Auswahl und Dosierung, dass verhindert wird, dass
- der lösungsverbessernde Stoff mit den übrigen Bestandteilen des Wärmeträgerfluids
chemisch reagiert,
- Mischungslücken entstehen, in denen Entmischung auftreten kann,
- sich das Fließverhalten des Wärmeträgerfluids ungünstig verändert, etwa indem es in
bestimmten Temperaturbereichen zähflüssig werden kann,
- dass das Leitungssystem korrodiert oder dass der lösungsverbessernde Stoff die antikorrosive
Wirkung des zugesetzten Korrosionsschutzmittels herabsetzt,
- dass der Gefrierpunkt eines Gefrierschutzmittels steigt,
- das Wärmeträgerfluid schäumt.
[0012] Diese Bedingungen sollen im Folgenden genauer betrachtet werden. Zunächst ist das
Lösungsvermögen ohne Zusätze zu betrachten. Reines Wasser löst Alkane bekanntlich
sehr schlecht, das Arbeitsfluid R290 - Propan - wird aber bei höheren Drücken und
niedriger Temperatur in Wasser vergleichsweise gut gelöst. Kommt auch noch Glykol
hinzu, üblich sind als Frostschutzmittel Propylenglykol und Ethylenglykol, steigt
die Löslichkeit im Arbeitsfluid weiter an. Das heißt, es bedarf bei Sole weniger weitreichender
Maßnahmen als bei einfachem Heizungswasser.
[0013] Die Kombination von Propan bzw. R290 als Arbeitsfluid für Kältemaschinen und Propylenglykol
als Arbeitsfluid ist bereits gut bekannt. In der Druckschrift "Frank Hillerns, Thermophysikalische
Eigenschaften und Korrosionsverhalten von Kälteträgern, DIE KÄLTE Klimatechnik 10/1999"
wird das Verhalten solcher Solen sowie möglicher Alternativen ausführlich beschrieben.
Als Alternativen werden vor allem Kälteträger auf der Basis organischer Salze auf
Acetat- bzw. Formiatbasis vorgestellt. Kälteträger und notwendige Korrosionsinhibitoren
dürfen nicht chemisch miteinander reagieren. Die verfügbaren Kältemittelkonzentrate
enthalten auch Härtestabilisatoren, Entschäumer und ggf. Farbstoffe. Auch hier sind
chemische Reaktionen zu vermeiden. Eine detaillierte Darstellung findet sich hierzu
auch in der
EP 897 417 B1.
[0014] Die Aufgabe der Erfindung ist daher, zu bewirken, dass sich im Wärmeträgerfluid gasförmige
alkanhaltige Arbeitsfluidbestandteile sicher lösen können und im Wärmeträgerfluid
gelöst verbleiben. Die Erfindung löst die Aufgabe durch Zusatzmittel im Wärmeträgerfluid
in Verbindung mit einem Mischverfahren und einer Mischstation.
[0015] Die Erfindung löst die Aufgabe durch ein Zusatzmittel zur Erhöhung der Löslichkeit
von in Wärmeträgerfluid gelösten Alkanen, wobei das Wärmeträgerfluid eine Mischung
aus Wasser, Frostschutzmittel und Korrosionsinhibitoren ist, wobei das Zusatzmittel
mindestens eine wasserlösliche Kohlenwasserstoffverbindung ist.
[0016] Insbesondere wird die mittellange, in Wasser lösliche Kohlenwasserstoffverbindung
ausgewählt aus einer Gruppe, die gebildet ist aus Alkoholen, Alkansäuren, Fettsäuren,
Fetten, Aldehyden und Ketonen. Dies sind vorzugsweise entweder Ethanol oder eine Seife
oder eine Zuckerverbindung oder Mischungen daraus. Alternativ kann sie auch eine ionische
Flüssigkeit mit mittellangen Ketten sein. Zusätzlich können beschichtete Nanopartikel,
an deren Oberfläche Alkane adsorbiert werden beigemischt werden.
[0017] Wenn aus einem der Wärmeübertrager, die als Kondensator oder Verdampfer betrieben
werden, Arbeitsfluid aus einer Leckage in einen der Wärmeträgerkreisläufe austritt,
ist zunächst nicht bekannt, wie groß die Leckage ist und wie sich der zeitliche Verlauf
des Austritts entwickeln wird. In vielen Fällen wird man den Arbeitsfluidkreislauf
stoppen und das Arbeitsfluid einsperren oder abpumpen können. Die meisten Leckagen
sind jedoch so klein, dass sie nicht auffallen. In diesen Fällen löst sich das Arbeitsfluid
unproblematisch im erfindungsgemäßen Wärmeträgerfluid und die Anlage kann ohne weitere
Maßnahmen bis zur nächsten Routinewartung weiterbetrieben werden.
[0018] Anders liegen die Dinge, wenn plötzlich eine größere Leckage auftritt, etwa durch
einen großen Riss in einem der Plattenwärmeübertrager, etwa in der Folge von Verschmutzungen
oder Spänen aus Montagerückständen, die sich im Wärmeträgerfluid befunden haben. Dann
kann es sein, dass für Absperrmaßnahmen im Arbeitsfluidkreislauf nicht genug Zeit
ist. Leider weiß man das nicht vorher, daher ist auch für diesen seltenen Fall Vorsorge
zu treffen.
[0019] Das Problem bei einem größeren Riss und einem schnellen Austritt von Arbeitsfluid
besteht darin, dass das Wärmeträgerfluid über weite Strecken vom gasförmigen Arbeitsfluid
verdrängt wird, da das Arbeitsfluid üblicherweise unter deutlich höherem Druck steht,
als das Wärmeträgerfluid. Diese Verdrängung bewirkt einerseits, dass das Wärmeträgerfluid
seine lösende Wirkung nicht entfalten kann und andererseits, dass übliche Fördereinrichtungen
wie Hocheffizienz-Umwälzpumpen trockenfallen und beschädigt werden, außerdem aber
auch kein Wärmeträgerfluid mehr fördern können, es entstehen sogenannte Gassäcke.
Man bekommt die Gassäcke also nicht mehr aus dem Wärmeträgerfluidkreislauf auf ungefährliche
Weise wieder heraus, wenn die Strömung zusammenbricht und es würde sich auch nur wenig
aus dem alkanhaltigen Gas im Wärmeträgerfluid lösen können.
[0020] Um dies zu verhindern, wird eine Mischstation vorgesehen, die bewirkt, dass gasförmiges
Arbeitsfluid im Wärmeträgerfluid mit einer zum Lösen ausreichenden Menge Wärmeträgerfluid
in Kontakt gebracht wird, bevor es in den Solekreislauf gelangen kann.
[0021] Hierzu wird vorgesehen, dass die Umwälzpumpen für das Wärmeträgerfluid auf der Zuströmseite
des jeweiligen Wärmeübertragers angeordnet werden. Um sicherzustellen, dass bei einem
leckagebedingten Austritt das Arbeitsfluid das Wärmeträgerfluid nicht in Gegenrichtung
zur vorgesehenen Strömungsrichtung durch die Umwälzpumpe drücken kann und auf diesem
Weg in die Umwälzpumpe gelangt, wird die Umwälzpumpe durch eine Rückflusssperre gesichert.
[0022] Auf der Abströmseite des jeweiligen Wärmeübertragers wird ein geschlossener Vorratsbehälter
für Wärmeträgerfluid angeordnet. Solche Vorratsbehälter werden zur Zwischenspeicherung
von Wärmeträgerfluid oft ohnehin verwendet; wenn dies der Fall ist, kann ein solcher
Behälter verwendet werden. Er wird ständig während des Betriebs mit Wärmeträgerfluid
durchströmt. Im oberen Bereich des Vorratsbehälters ist ein Schwimmer vorgesehen,
der im Falle eines Gaseinbruchs durch sein Absinken ein Signal an eine Umwälzpumpe
gibt. Diese Umwälzpumpe weist eine Zwangsförderung auf, beispielsweise sind Rootspumpen
oder Schlauchpumpen geeignet, und führt einen Umpump durch den Vorratsbehälter durch.
Optional wird dabei ein statischer Mischer durchlaufen. Die Zugabe in den Vorratsbehälter
kann beispielsweise durch eine Sprühvorrichtung im Kopfbereich des Behälters erfolgen.
Sobald der Schwimmer signalisiert, dass sich kein Gasvolumen ungelösten Gases mehr
im Vorratsbehälter befindet, kann der Wärmeträgerfluidkreislauf zunächst weiterbetrieben
werden, bis der defekte Wärmeübertrager ausgetauscht oder repariert ist.
[0023] Für diese Umwälzpumpe mit Zwangsförderung können kleine Dimensionierungen gewählt
werden, ebenso für den nachgeschalteten statischen Mischer. Beides kann als Satz zusammen
mit dem Schwimmer in den Vorratsbehälter integriert werden. Alternativ ist es auch
möglich, dass der Schwimmer lediglich den Wärmeträgerfluidumlauf absperrt, bis im
Rahmen einer Reparatur eine Vorrichtung mit Umpump an vorzusehende Anschlüsse des
Vorratsbehälters angeschlossen wird.
[0024] Fig. 1 zeigt ein Verfahrensfließbild mit je einer Mischvorrichtung für jeden Wärmeübertrager.
Die Wärmepumpe 1 weist einen linksdrehenden Kreisprozess 2 mit einem Verdichter 3,
einem Kondensator 4, einem Entspannungsventil 5 und einem Verdampfer 6 auf. Im Heizbetrieb
wird das Wärmeträgerfluid 7 aus dem Kondensator 4 abgezogen und über die Verbindungsleitung
11 in die Mischstation 100 geführt. Dort durchläuft es den Mischbehälter 101, der
im Regelfall vollständig mit Wärmeträgerfluid gefüllt ist. Der Schwimmerschalter 102
zeigt in diesem Regelfall an, dass sich kein Gas im oberen Bereich des Mischbehälters
befindet oder ansammelt. Sofern sich Spuren von Arbeitsfluid im Wärmeträgerfluid befinden
sollten, würden diese im Mischbehälter in Lösung gehen. Das Wärmeträgerfluid kann
daher über das Ventil 104 und die Verbindungsleitung 12 als erwärmtes Wärmeträgerfluid
dem Heizkreis zugeführt werden. Nach Abgabe der Wärme wird es von der Umwälzpumpe
10 und die Rückflusssperre 9 wieder in den Rücklauf 8 des Kondensators 4 geleitet.
[0025] Für den Fall, dass sich jedoch gasförmiges Arbeitsfluid im oberen Bereich des Mischbehälters
sammeln sollte, was nur bei einer großen Leckage geschehen kann, löst der Schwimmerschalter
102 ein Signal aus, welches die Umwälzpumpe 105 mit Zwangsförderung in Gang setzt.
Außerdem wird aus dem Mischbehälter das Gas-Flüssigkeitsgemisch in den statischen
Mischer 103 geleitet und im Ventil 104 wird die Verbindung mit der Umwälzpumpe 105
freigeschaltet, während das Verteilventil 104 den Zufluss in die Verbindungsleitung
12 sperrt. Sobald der Schwimmerschalter 102 anzeigt, dass das gasförmige Arbeitsfluid
in Lösung gegangen ist, kann der Weg in den Heizungskreislauf über das Ventil 104
wieder freigeschaltet werden.
[0026] Das Absperrventil 13 dient dabei lediglich als Sicherheit und kann während des gesamten
Mischvorgangs geschlossen bleiben. Nur in Sonderfällen, wenn sich bereits Gas im Heizungskreislauf
befindet, kann das Absperrventil 13 geöffnet werden und es kann eine Rückströmung
in die Verbindungsleitung 11 erfolgen mit anschließender Mischung in der Mischstation
100. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Mischstation 100 als mobile Station
genutzt wird, die erst dann angeschlossen wird, wenn sich aufgrund anderer Anzeichen
zeigt, dass sich ungelöstes Arbeitsfluid im Heizungskreis befindet.
[0027] Auf der kalten Seite mit dem Verdampfer 6 wird dasselbe Schema in analoger Weise
verwendet. Hierbei entspricht die Mischstation 200 der Mischstation 100. Die Umwälzpumpe
16 fördert über die Rückflusssperre 15 Wärmeträgerfluid in den Zufluss 14 des Verdampfers
6, wo das Wärmeträgerfluid über den Abfluss 17 verlässt und über die Verbindungsleitung
18 in die Mischstation 200 geführt. Dort durchläuft es den Mischbehälter 201, der
im Regelfall vollständig mit Wärmeträgerfluid gefüllt ist. Der Schwimmerschalter 202
zeigt in diesem Regelfall an, dass sich kein Gas im oberen Bereich des Mischbehälters
befindet oder ansammelt. Der statische Mischer 203 entspricht dem statischen Mischer
103, das Verteilventil 204 dem Verteilventil 104, die Umwälzpumpe 205 der Umwälzpumpe
105, jeweils mit Zwangsförderung, die Verbindungsleitung 19 der Verbindungsleitung
12, das Absperrventil 20 dem Absperrventil 13.
Liste der Bezugszeichen
[0028]
- 1
- Wärmepumpe
- 2
- Kreisprozess
- 3
- Verdichter
- 4
- Kondensator
- 5
- Entspannungsventil
- 6
- Verdampfer
- 7
- Wärmeträgerfluid
- 8
- Rücklauf
- 9
- Rückflusssperre
- 10
- Umwälzpumpe
- 11
- Verbindungsleitung
- 12
- Verbindungsleitung
- 13
- Absperrventil
- 14
- Zufluss
- 15
- Rückflusssperre
- 16
- Umwälzpumpe
- 17
- Abfluss
- 18
- Verbindungsleitung
- 19
- Verbindungsleitung
- 20
- Absperrventil
- 100
- Mischstation
- 101
- Mischbehälter
- 102
- Schwimmerschalter
- 103
- Statischer Mischer
- 104
- Ventil
- 105
- Umwälzpumpe
- 200
- Mischstation
- 201
- Mischbehälter
- 202
- Schwimmerschalter
- 203
- Statischer Mischer
- 204
- Ventil
- 205
- Umwälzpumpe
1. Mischstation zum Vermischen von alkanhaltigem Gas aus einer Leckage, die in einem
Wärmeübertrager einer Wärmepumpe (1) auftritt, die Wärmepumpe (1) einen linksdrehenden
thermodynamischen Kreisprozess (2) mittels eines alkanhaltigen Arbeitsfluids, welches
in einem geschlossenen, hermetisch dichten Arbeitsfluidumlauf geführt wird, aufweisend,
ferner mindestens einen Verdichter (3) für Arbeitsfluid, mindestens eine Entspannungseinrichtung
(5) für Arbeitsfluid, mindestens zwei Wärmeübertrager (4, 6) für Arbeitsfluid mit
jeweils mindestens zwei Anschlüssen (7, 8, 14, 17) für Wärmeüberträgerfluide, von
denen wenigstens eine an einen Wärmeträgerumlauf mit einem Wärmeträgerfluid und einer
Umwälzpumpe (10, 16) angeschlossen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Umwälzpumpe (10, 16) auf der Zuströmseite des Wärmeübertragers (4, 6) angeordnet
ist und zwischen der Umwälzpumpe (10, 16) und dem Wärmeübertrageranschluss (8, 14)
eine Rückflusssperre (9, 15) vorgesehen ist, welche ein Rückströmen aus Richtung des
Wärmeübertragers (4, 6) verhindert,
- auf der Abströmseite (7, 17) des Wärmeübertragers (4, 6) ein Behälter (101, 201)
mit Wärmeträgerfluid angeschlossen ist,
- der Behälter (101, 201) mit einem Schwimmerschalter (102, 202) im oberen Bereich
ausgestattet ist,
- der Behälter (101, 201) einen Anschluss an einen statischen Mischer (103, 203) und
eine Umwälzpumpe (105, 205) mit Zwangsförderung aufweist,
- Die Umwälzpumpe (105, 205) mit Zwangsförderung eine Rückführleitung zum Behälter
(101, 201) aufweist,
- der Behälter (101, 201) oder der statische Mischer (103, 203) oder die Umwälzpumpe
(105, 205) mit Zwangsförderung mit dem Wärmeträgerumlauf verbunden ist.
2. Mischstation nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (101, 201) mit dem Schwimmerschalter (102, 202), der Umwälzpumpe (105,
205) mit Zwangsförderung und dem statischen Mischer (103, 203) eine bauliche Einheit
bildet, die als ganze demontierbar oder zuschaltbar gestaltet ist und im Nebenstrom
betrieben werden kann.
3. Mischstation nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Wärmeübertrager (4, 6) und Behälter (101, 201) ein Gas-Flüssigkeitsabscheider
angeordnet ist, und der gasförmige Anteil entweder durch eine Leitung ins Freie oder
in den Anschluss zum Behälter (101, 201) geführt wird.
4. Verfahren zum Lösen von kältemittelhaltigem Gas aus einer Leckage eines Wärmeübertragers
einer Wärmepumpe, dadurch gekennzeichnet, dass im Wärmeträgerfluid ein Zusatzmittel zur Erhöhung der Löslichkeit von in Wärmeträgerfluid
gelösten Kältemittel zugemischt wird und das Wärmeträgerfluid aus dem Wärmeübertrager
in eine Mischstation entsprechend einem der Ansprüche 1 bis 3 geleitet wird, und das
gasförmige Kältemittel solange in dieser Mischstation zirkuliert wird, bis sich das
Kältemittel vollständig im Wärmeträgerfluid gelöst hat und das Wärmeträgerfluid mit
dem gelösten Kältemittel danach in den Wärmeträgerumlauf geleitet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorhandensein ungelösten gasförmigen Arbeitsfluids mittels eines Schwimmerschalters
(102, 202) oder eines Gas-Flüssigkeitsabscheiders gemessen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, wobei das Wärmeträgerfluid wässrige Sole
mit Zusätzen von Frostschutzmittel und Korrosionsinhibitoren und das Kältemittel ein
Paraffin oder ein Olefin oder eine Mischung daraus ist, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erhöhung der Löslichkeit von in Wärmeträgerfluid gelöstem Kältemittel soviel
wasserlösliche Kohlenstoff-Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindungen zugemischt werden,
dass sich alles in die Sole eingetretene Kältemittel in der Sole löst.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die zuzumischenden wasserlöslichen Kohlenstoff-Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindungen
ausgewählt werden aus einer Gruppe, die gebildet ist aus Alkoholen, Alkansäuren, Fettsäuren,
Fetten, Aldehyden und Ketonen, jeweils mit Kettenlängen von 2 bis 6 Kohlenstoffatomen.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zuzumischende wasserlösliche Kohlenstoff-Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindung Ethanol
ist.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zuzumischende wasserlösliche Kohlenstoff-Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindung eine
Seife ist.
10. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zuzumischende wasserlösliche Kohlenstoff-Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindung eine
Zuckerverbindung ist.