[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen eines fließfähigen Mediums
mit einem Kammersystems, welches das fließfähige Medium mit einem ersten Auftragsgewicht
auf eine drehbare Gravurwalze überträgt, und mit einer Abstreifeinrichtung, wobei
die Abstreifeinrichtung in einem verstellbaren Abstand parallel zur Gravurwalze angeordnet
ist und das überschüssige, fließfähige Medium abrakelt, derart, dass ein vergleichmäßigtes,
fließfähiges Medium in Drehrichtung hinter der Abstreifeinrichtung ein zweites Auftragsgewicht
aufweist, das geringer ist als das erste Auftragsgewicht, wobei das vergleichmäßigte,
fließfähige Medium auf ein Trägersubstrat übertragen wird, das auf einer Gegenwalze
transportiert wird,
[0002] Für die Beschichtung von fließfähigem Medium haben sich verschiedene Kammersysteme
in Verbindung mit Rasterwalzen und Gravurwalzen bewährt. Diese Systeme haben durch
die Ausbildung von Kammern den Vorteil, dass die Benetzung der Walze mit frischem
fließfähigem Medium erfolgt und es so zu einer störungsfreien Beschichtung kommt.
Es sind verschiedene Auftragssysteme für das Beschichten von flüssigen Beschichtungsmaterialien
bekannt.
[0003] Aus
US 2,631,532 A ist eine solche Vorrichtung bekannt. In dieser ist ein sich in Drehrichtung der Gravurwalze
erweiternder Spalt ausgebildet und die Übertragung auf eine Trägerbahn erfolgt in
Laufrichtung der Trägerbahn.
[0005] DE 4130241A1 beschreibt eine Druckvorrichtung mit einer Anilox-Walze und einer an der Walze angrenzenden
Kammer. Eine Anilox-Walze ist eine Rasterwalze, die aus einer bestimmten Anzahl an
Näpfchen besteht. Diese Näpfchen weisen eine bestimmte Geometrie und Tiefe auf. Ferner
besitzt die Kammer Rakel zum Entfernen von überschüssiger Druckfarbe. Die Kammer wird
an die Walze gedrückt und erzeugt somit einen abgeschlossenen Farbraum. Die Variation
des Auftragsgewichtes erfolgt, bei gegebener Druckfarbe und Anilox-Walze dadurch,
dass die Kammer in Richtung der Walze aber auch von ihr wegbewegt werden kann.
[0006] DE 4138807C1 beschreibt ein Farbkammerrakel, welches aus einem Rakelkasten, Farbkammern, Positiv-
und Negativrakeln in Verbindung mit einer Raster- bzw. Tiefdruckwalze und einem Profilkörper
besteht. Durch die Ein- und Auslässe erfolgt die Umwälzung der Druckfarbe. Ziel dieser
Erfindung ist es unter anderem, dass die Druckfarbe in der Farbkammer besser verwirbelt
und durchmischt wird, so dass negative Effekte, wie das Ablagern von Feststoffteilchen
der Druckfarbe verhindert und dass die Näpfchen der Rasterwalze beim Passieren mit
frischer Druckfarbe aufgefüllt werden.
[0007] Aus
WO 00/20123 ist eine Vorrichtung zum Aufbringen eines fließfähigen Mediums bekannt. Die Vorrichtung
besteht unter anderem aus einer abgedichteten Kammer, die wiederum aus einer Vor-
und einer Hauptkammer, die durch einen Trennspalt unterteilt sind, besteht. Weiterhin
wird eine Gravurwalze, also eine zylinderförmige Walze, in die in regelmäßigen Abständen
feine Rillen eingraviert sind, verwendet. Die Gravurrillen verlaufen schraubenförmig
mit einer Steigung auf der Oberfläche der Walze und können unterschiedlichste Geometrien
und Tiefen aufweisen. Die Variation des Auftragsgewichtes erfolgt dabei nicht nur
durch den Anpressdruck der Rakel an die Gravurwalze, sondern auch durch den Druck
des fließfähigen Mediums in der Hauptkammer. Der Druck wird dabei durch separate Pumpen
erzeugt.
[0008] Ein Vorteil dieser Erfindung ist die Möglichkeit der Variation des Auftragsgewichtes
des fließfähigen Mediums durch den Druck in der Hauptkammer. Weiterhin wird durch
die Strömung des fließfähigen Mediums entgegen der Bewegungsrichtung der Walze, die
in die Vorkammer eingetragene Luft ständig mit dem strömenden fließfähigen Medium
von der rotierenden Walze wegtransportiert. Dadurch wird eine unerwünschte Schaumbildung
innerhalb der Hauptkammer vermieden. Dieser Effekt lässt sich durch den Einbau von
geeigneten Drosselelementen zwischen der Haupt- und der Vorkammer verbessern, siehe
DE19754684A1 oder
DE19949100B4.
[0009] Durch die Trennung der Kammer in Vor- und Hauptkammer, der Wahl eines geeigneten
Drosselelementes, der Druckverhältnisse innerhalb der Kammer und der Eigenschaften
der Gravurwalze kann in Abhängigkeit von der Beschichtungsgeschwindigkeit und der
Fließeigenschaften des Mediums das Auftragsgewicht des fließfähigen Mediums auf der
zu beschichtenden Bahn innerhalb eines weiten Bereiches eingestellt werden.
[0010] Bei der Verwendung von Gravurwalzen mit einer bestimmten Steigung der Gravur zur
Achse der Walze ergibt sich aber ab einem bestimmten Auftragsgewicht eine Verschiebung
des Auftragsgewichtes zu einer Richtung der Walze. Die Walze fördert aufgrund ihrer
spiralen Gravur in eine Richtung mehr fließfähiges Medium, somit entsteht hier eine
Ungleichmäßigkeit in dem Auftragsgewicht, welche mit steigendem Auftragsgewicht zunimmt.
Die für die hohen Auftragsgewichte notwendigen Gravurwalzen werden derart stark überfüllt,
dass die Auftragsgrammatur einerseits nicht erreicht werden kann oder andererseits
sehr ungleichmäßig über die Arbeitsbreite der Beschichtung verteilt ist.
[0011] Weiterhin ist das erzielbare Auftragsgewicht von dem Füllvolumen der Gravurwalze
abhängig, das bedeutet, dass bei niedrigen Auftragsgewichten eine Walze mit einem
entsprechenden niedrigen Füllvolumen eingesetzt werden muss. Für höhere Auftragsgewichte
sind dann wiederum andere Gravurwalzen mit höherem Füllvolumen notwendig. Das heißt,
dass die Gravurwalze ab einem bestimmten notwendigen Auftragsgewicht zwangsläufig
gewechselt werden muss.
[0012] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine Vorrichtung zu entwickeln, welche
in der Lage ist, unter Verwendung eines Kammersystems, ein gleichmäßiges Auftragsgewicht
bei niedrigen und hohen Auftragsgewichten zu erreichen. Weiterhin muss dieses in der
Lage sein, den Arbeitsbereich der eingesetzten Gravurwalzen deutlich zu vergrößern.
[0013] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im kennzeichnenden Teil des
Patentanspruchs 1 gelöst, wobei die in den Unteransprüchen aufgeführten Gestaltungsmerkmale
vorteilhafte Weiterbildungen der Aufgabenlösung darstellen. Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnung näher beschrieben.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
im Schnitt; und
- Fig.2
- eine schematische Ansicht einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
im Schnitt.
[0014] Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht im Schnitt durch eine Vorrichtung gemäß vorliegender
Erfindung in einer ersten Ausführungsform, mit einem Kammerrakelsystem 1 in einer
6-Uhr-Position, einem Abstreifer 14 in einer 3-Uhr-Position und einer Gegenwalze 13
in einer 12-Uhr-Position. Ein frisches überschüssiges, fließfähiges Medium 7 wird
durch einen Vorlauf 2 des Kammersystems 1 in eine Hauptkammer 4 gepumpt, benetzt dort
eine Gravurwalze 12 und strömt dann in entgegengerichteter Richtung zur Bewegungsrichtung
der Gravurwalze 12 über eine Drossel 6 in eine Vorkammer 5 und von dort zurück in
einen Rücklauf 3 des Kammersystems 1. Durch den Druck des fließfähigen Mediums in
der Hauptkammer 4 wird bei gegebenen Bedingungen das fließfähige Medium 7 mit einem
ersten Auftragsgewicht im Überschuss auf der Gravurwalze 12 erzeugt. Dieses erste
Auftragsgewicht ist größer als ein benötigtes Auftragsgewicht eines auf ein Trägersubstrat
11 übertragenen, fließfähigen Mediums 10. Dies wird durch geeignete Auswahl der Gravurwalze
12 und durch die Wahl des notwendigen Druckes in der Hauptkammer 4 erreicht. Zum Vergleichmäßigen
der Beschichtung wird nun der Abstreifer 14 eingesetzt, der in einem vorbestimmten
einstellbaren Abstand zur Gravurwalze 12 parallel zu dieser verläuft und durch die
der gewünschte gleichmäßige Auftrag des überschüssigen, fließfähigen Mediums 7 erreicht
werden kann. Der Abstreifer 14 rakelt eine überschüssige Menge 9 des überschüssigen
fließfähigen Mediums 7 ab und vergleichmäßigt dadurch den Auftrag. Aus dem überschüssigen,
fließfähigen Medium wird dadurch ein vergleichmäßigtes, fließfähiges Medium 8. Danach
erfolgt die Übertragung des vergleichmäßigten, fließfähigen Mediums 8 auf das Trägersubstrat
11 mit Hilfe der Gegenwalze 13.
[0015] Somit können auch hohe Auftragsgewichte äußert gleichmäßig realisiert werden. Die
abgerakelte, überschüssige Menge 9 des überschüssigen, fließfähigen Mediums 7 kann
entsprechend aufgefangen und dem Beschichtungsprozess wieder zugeführt werden.
[0016] Im Falle einer gewünschten geringeren Auftragsmenge wird ein Spalt des Abstreifers
14 zur Gravurwalze 12 verringert, bis die gewünschte Auftragsmenge erzielt wird. Somit
lassen sich auch Gravurwalzen mit einem hohen Füllvolumen für niedrige Auftragsgewichte
verwenden und der Walzenwechsel entfällt.
[0017] In Fig. 1 ist auch dargestellt, dass die Gravurwalze 12 drehbar gelagert ist und
sich um eine Drehachse 121 in Richtung des dargestellten Pfeiles, also gegen den Uhrzeigersinn
drehen kann. Die Gravurwalze 12 weist eine Oberfläche 122 auf, in der parallel zueinander
verlaufende Gravurrillen 15 ausgebildet sind. Ein Abschnitt der Oberfläche 122 zwischen
dem Kammersystem 1 und der Gegenwalze 13 ist ein Übertragungsabschnitt 123, auf dem
das vergleichmäßigte, fließfähige Medium 8 zu dem Trägersubstrat 11 transportiert
wird, auf dem das vergleichmäßigte, fließfähige Medium 8 mit Hilfe der Gegenwalze
13 aufgebracht werden soll.
[0018] In der ersten Ausführungsform ist der Abstreifer 14 ein Teil einer feststehenden
Abstreifeinrichtung 140, die einen im Wesentlichen runden Querschnitt aufweist. Der
im Wesentlichen runde Querschnitt hat einen kleinsten Radius r unmittelbar hinter
einer 9-Uhr-Position der Abstreifeinrichtung in Richtung ihrer 12-Uhr-Position und
nimmt über 360° kontinuierlich zu, so dass der größte Radius R an der 9-Uhr-Position
vorliegt. Dadurch ist am Umfang der Abstreifeinrichtung 140 eine Schulter 141 ausgebildet,
die den Abstreifer 14 bildet. Der Abstreifer 14 umfasst aufgrund des zunehmenden Radius
einen konvexen Bereich 142, der an der Schulter 141 in einer scharfen Kante 143 endet.
[0019] Die Abstreifeinrichtung 140 und somit auch der Abstreifer 14 ist verstellbar angeordnet.
In Fig. 1 ist die Verstellbarkeit und die Verstellrichtung durch einen Doppelpfeil
angegeben. Durch eine Verstellung der Abstreifeinrichtung 140 kann der Abstand zwischen
dem Abstreifer 14 und der Gravurwalze 12 verändert werden. Diese Veränderung erzeugt
einen Spalt 16 mit verstellbarer Spaltbreite zwischen der Oberfläche 122 der Gravurwalze
12. Der Spalt 16 hat eine Geometrie, die sich aus der Oberfläche 122 der Gravurwalze
12 und dem Umfang der Abstreifeinrichtung 140 ergibt. Durch die beiden kreisbogenförmigen
Oberseiten verjüngt sich der Spalt 16 bis zur scharfen Kante 143 und weist an der
scharfen Kante 143 die geringste Spaltbreite auf.
[0020] Eine Steuereinrichtung (nicht dargestellt) steuert das Kammersystem 1 so, dass dieses
das überschüssige, fließfähige Medium 7 vom Kammersystem 1 in einem Überschuss auf
die Oberfläche 122 der Gravurwalze 12 überträgt. Das überschüssige, fließfähige Medium
7 weist also ein größeres Auftragsgewicht auf, als das am Ende beim Auftrag auf das
Trägersubstrat 11 vorliegen soll. Durch Einstellung der Spaltbreite des Spalts 16
mit Hilfe der verstellbaren Abstreifeinrichtung 140 kann das gewünschte Auftragsgewicht
zum Auftrag auf das Trägersubstrat 11 eingestellt werden. Das überschüssige, fließfähige
Medium 7 bewegt sich auf dem Übertragungsabschnitt 123 durch den vorher eingestellten
Spalt 16, so dass die überschüssige Menge 9 des überschüssigen, fließfähigen Mediums
7 abgerakelt wird.
[0021] Hinter der Kante 143 hat das vergleichmäßigte, fließfähige Medium 8 sein gewünschtes
Auftragsgewicht. Die abgerakelte, überschüssige Menge 9 des überschüssigen, fließfähigen
Mediums 7 wird als Überschuss an dem konvexen Bereich 142 abgeführt und aufgefangen.
[0022] Fig. 2 zeigt eine Vorderansicht im Schnitt einer zweiten Ausführungsform durch die
Vorrichtung, mit dem Kammersystem 1 in der 6-Uhr-Position, dem Abstreifer 14 in der
3-Uhr-Position und der Gegenwalze 13 in der 9-Uhr-Position.
[0023] Die zweite Ausführungsform unterscheidet sich gegenüber der ersten Ausführungsform
nur durch die Anordnung der Gegenwalze 13. Ansonsten ist die Vorrichtung der zweiten
Ausführungsform identisch mit der ersten Ausführungsform.
[0024] In Fig. 2 ist auch dargestellt, dass die Gravurwalze 12 drehbar gelagert ist und
sich um eine Drehachse 121 in Richtung des dargestellten Pfeiles, also gegen den Uhrzeigersinn
drehen kann. Die Gravurwalze 12 weist eine Oberfläche 122 auf, in der parallel zueinander
verlaufende Gravurrillen 15 ausgebildet sind. Ein Abschnitt der Oberfläche 122 zwischen
dem Kammersystem 1 und der Gegenwalze 13 ist ein Übertragungsabschnitt 123, auf dem
das vergleichmäßigte, fließfähige Medium 8 zu dem Trägersubstrat 11 transportiert
wird, auf dem das vergleichmäßigte, fließfähige Medium 8 mit Hilfe der Gegenwalze
13 aufgebracht werden soll.
[0025] In der zweiten Ausführungsform ist der Abstreifer 14 ein Teil einer feststehenden
Abstreifeinrichtung 140, die einen im Wesentlichen runden Querschnitt aufweist. Der
im Wesentlichen runde Querschnitt hat einen kleinsten Radius r unmittelbar hinter
einer 9-Uhr-Position der Abstreifeinrichtung in Richtung ihrer 12-Uhr-Position und
nimmt über 360° kontinuierlich zu, so dass der größte Radius R an der 9-Uhr-Position
vorliegt. Dadurch ist am Umfang der Abstreifeinrichtung 140 eine Schulter 141 ausgebildet,
die den Abstreifer 14 bildet. Der Abstreifer 14 umfasst aufgrund des zunehmenden Radius
einen konvexen Bereich 142, der an der Schulter 141 in einer scharfen Kante 143 endet.
[0026] Die Abstreifeinrichtung 140 und somit auch der Abstreifer 14 ist verstellbar angeordnet.
In Fig. 2 ist die Verstellbarkeit und die Verstellrichtung durch einen Doppelpfeil
angegeben. Durch eine Verstellung der Abstreifeinrichtung 140 kann der Abstand zwischen
dem Abstreifer 14 und der Gravurwalze 12 verändert werden. Diese Veränderung erzeugt
einen Spalt 16 mit verstellbarer Spaltbreite zwischen der Oberfläche 122 der Gravurwalze
12. Der Spalt 16 hat eine Geometrie, die sich aus der Oberfläche 122 der Gravurwalze
12 und dem Umfang der Abstreifeinrichtung 140 ergibt. Durch die beiden kreisbogenförmigen
Oberseiten verjüngt sich der Spalt 16 bis zur scharfen Kante 143 und weist an der
scharfen Kante 143 die geringste Spaltbreite auf.
[0027] Eine Steuereinrichtung (nicht dargestellt) steuert das Kammersystem 1 so, dass dieses
das überschüssige, fließfähige Medium 7 vom Kammersystem 1 in einem Überschuss auf
die Oberfläche 122 der Gravurwalze 12 überträgt. Das überschüssige, fließfähige Medium
7 weist also ein größeres Auftragsgewicht auf, als das am Ende beim Auftrag auf das
Trägersubstrat 11 vorliegen soll. Durch Einstellung der Spaltbreite des Spalts 16
mit Hilfe der verstellbaren Abstreifeinrichtung 140 kann das gewünschte Auftragsgewicht
zum Auftrag auf das Trägersubstrat 11 eingestellt werden. Das überschüssige, fließfähige
Medium 7 bewegt sich auf dem Übertragungsabschnitt 123 durch den vorher eingestellten
Spalt 16, so dass die überschüssige Menge 9 des überschüssigen, fließfähigen Mediums
7 abgerakelt wird. Hinter der Kante 143 hat das vergleichmäßigte, fließfähige Medium
8 sein gewünschtes Auftragsgewicht. Die abgerakelte, überschüssige Menge 9 des überschüssigen,
fließfähigen Mediums 7 wird als Überschuss an dem konvexen Bereich 142 abgeführt und
aufgefangen.
Bezugszeichenliste
[0028]
- 1
- Kammersystem
- 2
- Vorlauf in das Kammersystem
- 3
- Rücklauf aus dem Kammersystem
- 4
- Hauptkammer
- 5
- Vorkammer
- 6
- Drossel
- 7
- Überschüssiges, fließfähiges Medium
- 8
- Vergleichmäßigtes, fließfähiges Medium
- 9
- Abgerakelte Menge
- 10
- Übertragenes, fließfähige Medium
- 11
- Trägersubstrat
- 12
- Gravurwalze
- 13
- Gegenwalze
- 14
- Abstreifer
- 15
- Gravurrillen
- 16
- Spalt
- 121
- Drehachse
- 122
- Oberfläche
- 123
- Übertragungsabschnitt
- 140
- Abstreifeinrichtung
- 141
- Schulter
- 142
- konvexer Bereich
- 143
- scharfe Kante
- r
- kleiner Radius
- R
- großer Radius
Zusammenfassung
[0029] 1. -Vorrichtung und Verfahren zum gleichmäßigen Aufbringen eines fließfähigen Mediums
auf eine bewegte Oberfläche.
[0030] 2.1 Die bekannten Vorrichtungen zum Auftragen von fließfähigen Medien, wie zum Beispiel
Kammersysteme in Verbindung mit einer Gravurwalze sind in ihrem Auftragsgewicht eingeschränkt.
Zwar kann das Auftragsgewicht in einem bestimmten Bereich variiert werden, der Bereich
ist nach oben aber durch die mögliche Überfüllung der Gravurwalze und den Druckverhältnissen
in der Kammer an sich begrenzt. Bei hohen Auftragsgewichten wird die Beschichtung
ungleichmäßig und es werden auch Gravurwalzen mit einem großen Füllvolumen benötigt.
Das benötigte Füllvolumen kann durch entsprechende Geometrien der Rillen der Gravurwalze
erzielt werden, aber auch hier sind fertigungstechnische Grenzen gesetzt. Solche hergestellten
Gravurwalzen neigen aufgrund der notwendigen Spiralrillengravur zu einer Förderwirkung
des fließfähigen Mediums zu einer Seite der Walze. Was ebenfalls zu einer ungleichmäßigen
Beschichtung führt.
[0031] 2.2 Die neue Vorrichtung ist in der Lage auch hohe Auftragsgewichte zu realisieren.
Unter Verwendung eines Kammersystems (1), einer Gravurwalze (12) und einem Abstreifer
(14) werden hohe gleichmäßige Auftragsgewichte erzielt, indem das Kammersystem (1)
mehr fließfähiges Medium dosiert (7) als für die Beschichtung notwendig und der Abstreifer
(14) die Beschichtung dann auf der Gravurwalze (12) vergleichmäßigt. Die Verschiebung
des Auftragsgewichtes aufgrund der Spiralförderwirkung der Gravurwalze wird ebenfalls
ausgeglichen.
[0032] 2.3 Diese Vorrichtung kann für alle Beschichtungsaufgaben mit einem fließfähigen
Medium angewendet werden. Es ist besonders für den Bereich der wässrigen Beschichtungen
geeignet, da diese zum Aufschäumen neigen. Hier kann das Kammersystemen ideal eingesetzt
werden und der Abstreifer garantiert die Gleichmäßigkeit der Beschichtung bei höheren
Auftragsgewichten, wie sie zum Beispiel bei Klebebandanwendungen benötigt werden.
1. Vorrichtung zum Auftragen eines fließfähigen Mediums (7; 8) mit einem Kammersystem
(1), welches das fließfähige Medium (7; 8) mit einem ersten Auftragsgewicht auf eine
drehbare Walze (12) überträgt, und mit einer Abstreifeinrichtung (14; 140), wobei
die Abstreifeinrichtung (14; 140) in einem verstellbaren Abstand parallel zur Walze
(12) angeordnet ist und das überschüssige, fließfähige Medium (7) abrakelt, derart,
dass ein vergleichmäßigtes, fließfähiges Medium (8) in Drehrichtung hinter der Abstreifeinrichtung
(14; 140) ein zweites Auftragsgewicht aufweist, das geringer ist als das erste Auftragsgewicht,
wobei das vergleichmäßigte, fließfähige Medium (8) mit Hilfe einer Gegenwalze (13)
auf ein Trägersubstrat (11) übertragen wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Walze eine Gravurwalze (12) ist und die Gravurwalze (12) und die Gegenwalze (13)
dazu geeignet sind, in die gleiche Drehrichtung zu drehen, und ein Spalt 16 zwischen
der Gravurwalze (12) und der Abstreifeinrichtung (14; 140) eine Geometrie hat, die
sich aus einer kreisbogenförmigen Oberfläche (122) der Gravurwalze (12) und einer
kreisbogenförmigen Oberfläche der Abstreifeinrichtung (140) ergibt, wobei sich der
Spalt (16) durch die beiden kreisbogenförmigen Oberseiten bis zu einer scharfen Kante
(143) am Umfang der Abstreifeinrichtung (14; 140) verjüngt und an der scharfen Kante
(143) die geringste Spaltbreite aufweist.
2. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kammersystems (1), die Abstreifeinrichtung (14; 140) und die Gegenwalze (13)
um die Gravurwalze (12) herum positioniert sind.
3. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifeinrichtung (14; 140) eine drehbare Walze ist.
4. Vorrichtung nach dem Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifeinrichtung (14; 140) eine feststehende Walze mit einer Rakelleiste ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine weitere Walze vorgesehen ist, die dazu geeignet ist, das vergleichmäßigte,
fließfähige Medium (8) auf das Trägersubstrat (11) zu übertragen.
1. Device for applying a flowable medium (7; 8) with a chamber system (1) which transfers
the flowable medium (7; 8) with a first application weight to a rotatable roller (12),
and with a scraper (14; 140), wherein the scraper (14; 140) is arranged at an adjustable
distance parallel to the roller (12) and scrapes off the excess flowable medium (7)
in such a manner that a homogenized flowable medium (8) in the direction of rotation
behind the scraper (14; 140) has a second application weight which is smaller than
the first application weight, wherein the homogenized flowable medium (8) is transferred
to a carrier substrate (11) with the aid of a counter roller (13), characterized in that the roller is an engraving roller (12) and the engraving roller (12) and the counter
roller (13) are suitable for rotating in the same direction of rotation and a gap
(16) between the engraving roller (12) and the scraper (14; 140) has a geometry which
results from a circular-arc-shaped surface (122) of the engraving roller (12) and
a circular-arc-shaped surface of the scraper (140), wherein the gap (16) tapers through
the two circular-arc-shaped top sides to a sharp edge (143) on the circumference of
the scraper (14; 140) and has the smallest gap width at the sharp edge (143).
2. Device according to Claim 1, characterized in that the chamber system (1), the stripper (14; 140) and the counter roller (13) can be
positioned as desired around the engraving roller (12).
3. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the scraper (14; 140) is a rotatable roller.
4. Device according to Claim 1 or 2, characterized in that the scraper (14; 140) is a fixed roller with a doctor blade.
5. Device according to one of the preceding claims, characterized in that at least one further roller is provided which is suitable for transferring the homogenized
flowable medium (8) to the carrier substrate (11).
1. Dispositif d'application d'un fluide (7 ; 8) pouvant couler, comprenant un système
de chambre (1) qui transfère le fluide (7 ; 8) pouvant couler avec un premier poids
d'application sur un rouleau rotatif (12) et comprenant un dispositif de raclage (14
; 140), dans lequel le dispositif de raclage (14 ; 140) est disposé parallèle au rouleau
(12) à une distance réglable et racle le fluide (7) pouvant couler superflu de telle
sorte qu'un fluide (8) pouvant couler uniforme présente dans le sens de rotation derrière
le dispositif de raclage (14 ; 140) un second poids d'application qui est plus faible
que le premier poids d'application, dans lequel le fluide (8) pouvant couler uniforme
est transféré sur un substrat porteur (11) à l'aide d'un contre-rouleau (13),
caractérisé en ce que
le rouleau est un rouleau de gravure (12) et le rouleau de gravure (12) et le contre-rouleau
(13) sont appropriés pour tourner dans le même sens de rotation, et une fente (16)
entre le rouleau de gravure (12) et le dispositif de raclage (14 ; 140) présente une
géométrie qui résulte d'une surface (122) en arc de cercle du rouleau de gravure (12)
et d'une surface en arc de cercle du dispositif de raclage (140), dans lequel la fente
(16) se rétrécit à travers les deux surfaces en arc de cercle jusqu'à une arête vive
(143) sur le pourtour du dispositif de raclage (14 ; 140) et présente la largeur de
fente la plus faible sur l'arête vive (143).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le système de chambre (1), le dispositif de raclage (14 ; 140) et le contre-rouleau
(13) sont positionnés tout autour du rouleau de gravure (12).
3. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de raclage (14 ; 140) est un rouleau rotatif.
4. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le dispositif de raclage (14 ; 140) est un rouleau fixe avec une baguette de racle.
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins un rouleau supplémentaire est prévu, qui est approprié pour transférer le
fluide (8) pouvant couler uniforme sur le substrat porteur (11) .