[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Handhaben von Störungen in Flurförderzeugen,
insbesondere in fahrerlosen Transportsystemen, welche mit wenigstens einer Sensoreinheit
zum Erfassen der Umgebung des Flurförderzeugs ausgerüstet sind, sowie ein System zum
Durchführen eines derartigen Verfahrens.
[0002] Flurförderzeuge und insbesondere fahrerlose Transportsysteme, die zu einem autonomen
oder halb-autonomen Betrieb in Logistikeinrichtungen eingerichtet sind, sind in jüngerer
Zeit mit einer Mehrzahl von Sensoreinheiten ausgerüstet worden, die einerseits zur
Verhinderung von Unfällen dienen, beispielsweise Laserscanner, die eine im Wesentlichen
horizontale Scan-Ebene knapp über dem zu befahrenden Untergrund zur Detektion von
Personen und Ähnlichem aufspannen, sowie ebenfalls Sensoreinheiten mit der Fähigkeit,
dreidimensionale Daten zu liefern, wie beispielsweise Time-of-Flight(ToF)-Sensoreinheiten,
die zur Erfassung der Umgebung und zur Navigation entsprechender Flurförderzeuge eingesetzt
werden, sowie zur Verhinderung von Unfällen des Flurförderzeugs mit in der Nähe befindlichen
Personen oder Objekten.
[0003] Sofern nun in einem regulären Betrieb des entsprechenden Flurförderzeugs ein Hindernis
detektiert wird, welches beispielswese als störendes bewegliches oder unbewegliches
Objekt definiert sein kann, das sich in einem entsprechenden Überwachungsbereich der
jeweiligen Sensoreinheit nicht aufhalten darf, also beispielsweise eine Abweichung
einer dem Flurförderzeug zur Verfügung stehenden Karte darstellt oder eine geplante
Route blockiert, müssen üblicherweise Maßnahmen getroffen werden, um einen negativen
Einfluss des Hindernisses auf den Betrieb des Flurförderzeugs auszuschließen.
[0004] Jedoch muss es sich bei einem derart erkannten Objekt nicht notwendigerweise um ein
problematisches Hindernis handeln, beispielsweise da in üblichen Logistikeinrichtungen
im Normalfall auch Bereiche vorhanden sind, welche auch von weiteren Flurförderzeugen
bzw. Personen in Form von Fußgängern benutzt werden dürfen. Sollte dementsprechend
eine Person detektiert werden, die gerade einen Fahrbereich kreuzt, so kann es sich
hierbei auch um einen vorgesehenen Normalzustand handeln, wobei sich jedoch für das
Flurförderzeug auch dieser zunächst einmal als ein Hindernis und damit als eine Störung
darstellt, gemäß welcher der Fahrbereich belegt oder blockiert ist, und aufgrund derer
geeignete Gegenmaßnahmen getroffen werden müssten.
[0005] Dementsprechend würde in einem solchen Beispiel einer erkannten Person bzw. auch
eines weiteren Flurförderzeugs, die den vorgesehenen Fahrbereich des betreffenden
Flurförderzeugs kreuzen, eine Fehleranalyse erforderlich werden, obwohl es sich in
dem genannten Beispiel lediglich um eine unproblematische und temporäre Situation
handelt, die sich von alleine wieder beheben würde, sobald die Person bzw. das weitere
Flurförderzeug den Fahrbereich des hier betrachteten Flurförderzeugs wieder verlassen
hat.
[0006] Demzufolge ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Handhabung
von Störungen in Flurförderzeugen bereitzustellen, welches in der Lage ist, derartige
temporäre und somit unproblematische Störungen in einer verbesserten Weise zu behandeln
und damit insgesamt einen effizienteren Betrieb derartiger Flurförderzeuge zu ermöglichen.
[0007] Zu diesem Zweck erfasst das erfindungsgemäße Verfahren zum Handhaben von Störungen
in Flurförderzeugen, insbesondere in fahrerlosen Transportsystemen, welche mit wenigstens
einer Sensoreinheit zum Erfassen der Umgebung des Flurförderzeugs ausgerüstet sind,
die folgenden Schritte:
- während eines regulären Betriebs des Flurförderzeugs, dauerhaftes Überwachen der Umgebung
mittels der wenigstens einen Sensoreinheit;
- Überprüfen der derart erhaltenen Sensordaten auf ein Vorliegen eines Hindernisses;
- bei einem Feststellen eines Hindernisses, Auslösen einer Zeitnahme, wobei während
der Zeitnahme der Betrieb des Flurförderzeugs sowie das Überwachen der Umgebung weitergeführt
wird,
- wobei, wenn während einer vorbestimmten Zeitspanne nach dem Auslösen der Zeitnahme
das Hindernis nicht mehr festgestellt wird, die Zeitnahme beendet und der Betrieb
des Flurförderzeugs fortgeführt wird, und wenn nach der vorbestimmten Zeitspanne nach
dem Auslösen der Zeitnahme das Hindernis weiterhin festgestellt wird, das Flurförderzeug
in einen Störungsmodus versetzt wird.
[0008] Dementsprechend erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren eine Betrachtung von temporären
Störungen in einem Überwachungsbereich eines Flurförderzeugs in einer derartigen Weise,
dass erst nach einer vorbestimmbaren Zeitspanne tatsächlich ein Störungsmodus des
betreffenden Flurförderzeugs ausgelöst wird, sodass hierdurch die Möglichkeit geschaffen
wird, temporäre Störungen, die insbesondere vorgesehenen Abläufen und Zuständen in
Logistikeinrichtungen mit Mischbetrieb entsprechen können, nicht unmittelbar zu einem
Eintreten des Störungsmodus des Flurförderzeugs führen müssen. Hierbei können als
feststellbare Hindernisse beispielsweise unerwartete Objekte im Erfassungsbereich
der wenigstens einen Sensoreinheit, Abweichungen einer bekannten und dem Flurförderzeug
zur Verfügung stehenden Karte eines befahrbaren Bereichs oder einfach entsprechende
Ausgaben der wenigstens einen Sensoreinheit herangezogen und ausgewertet werden.
[0009] In einer Weiterbildung der vorliegenden Erfindung kann in dem erfindungsgemäßen Verfahren
bei einem Feststellen eines Hindernisses zusammen mit dem Auslösen der Zeitnahme das
Flurförderzeug in einen Warnungsmodus versetzt werden, und wenn während der vorbestimmten
Zeitspanne nach dem Auslösen der Zeitnahme das Hindernis nicht mehr festgestellt wird,
der Warnungsmodus aufgehoben werden.
[0010] Sowohl der Störungsmodus als auch der Warnungsmodus können jeweils ein Anzeigen von
Daten an einer Anzeigevorrichtung umfassen, welche die Störung bzw. Warnung repräsentieren.
Hierbei kann es sich um eine einzelne oder auch gesonderte Anzeigevorrichtungen zum
Anzeigen der Daten bezüglich der Störung bzw. Warnung handeln.
[0011] Ferner kann der Störungsmodus ein Stoppen des Flurförderzeugs und/oder ein Melden
der Störung an eine zentrale Verwaltungseinheit umfassen. Entsprechend kann der Warnungsmodus
ein Einschränken wenigstens einer Betriebsfunktion des Flurförderzeugs und/oder ein
Verlangsamen des Flurförderzeugs umfassen. Das Stoppen des Flurförderzeugs in dem
Störungsmodus kann beispielsweise infolgedessen ausgelöst werden, dass in der Tat
ein stationäres und nicht temporäres Hindernis in einem vorgesehenen Fahrweg des Flurförderzeugs
festgestellt wird, sodass zur Vermeidung einer Kollision ein Anhalten des Flurförderzeugs
unweigerlich erforderlich ist, während das Einschränken wenigstens einer Betriebsfunktion
in dem Warnungsmodus beispielsweise eine Reduktion einer Maximalgeschwindigkeit oder
ähnliches umfassen kann, um gegebenenfalls das Auftreten von Gefahrensituationen zu
verringern und im Fall, dass letztlich tatsächlich eine Störung ermittelt wird, eine
entsprechende Reaktion zu vereinfachen.
[0012] Alternativ oder zusätzlich kann auch bereits in dem Warnungsmodus das Flurförderzeug
bei einer entsprechenden Annäherung an ein festgestelltes Hindernis langsamer werden
und schließlich zum Stehen kommen, wobei die momentane Geschwindigkeit des Fahrzeugs
und die Position des festgestellten Hindernisses derart berücksichtigt werden können,
dass das Fahrzeug in jedem Fall in einem ausreichenden Abstand vor dem Hindernis zum
Stillstand gebracht werden kann. Dementsprechend könnte das Fahrzeug bei einem Übergang
in den Störungsmodus auch bereits angehalten haben, sofern ein entsprechendes Abbremsen
während des Warnungsmodus ausgelöst wurde. Bei einem Melden der Störung an die zentrale
Verwaltungseinheit, also beispielsweise ein Leitsystem oder einen Leitstand, kann
dort ferner der Ort des detektierten Hindernisses bezogen auf das Fahrzeug angezeigt
werden, was in gleicher Weise auch für ein Anzeigen des Hindernisses an einer Anzeige
des Flurförderzeugs selbst gilt.
[0013] Dementsprechend kann in einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
das Flurförderzeug bei einem Feststellen eines Hindernisses zunächst in den Warnungsmodus
eintreten und anschließend nach der vorbestimmten Zeitspanne in den Störungsmodus
übergehen, wobei während dieses gesamten Vorgangs die Geschwindigkeit davon verringert
werden kann, so dass das Fahrzeug ggf. mit entsprechendem Abstand vor dem Hindernis
zum Stillstand kommt. Indem in dieser Ausführungsform der Warnungsmodus noch nicht
zu der zentralen Verwaltungseinheit kommuniziert wird, sondern erst der Störungsmodus,
wird an der zentralen Verwaltungseinheit entsprechend eine Warnung und damit eine
möglicherweise nur temporäre Störung einem Bediener davon noch nicht mitgeteilt. Ebenfalls
kann eine Warnung an einer der angesprochenen Anzeigevorrichtungen nur mit minimaler
Größe oder Priorität angezeigt werden und eine Störung mit maximaler Größe, beispielsweise
über eine komplette Anzeige.
[0014] Eine weitere Möglichkeit zur Anzeige der entsprechenden Informationen kann darin
bestehen, dass an der zentralen Verwaltungseinheit lediglich angezeigt wird, dass
sich ein entsprechendes Fahrzeug in dem Störungsmodus befindet und wo in sich das
Fahrzeug in der Logistikeinrichtung momentan aufhält, während gleichzeitig an einer
Anzeigevorrichtung an dem Fahrzeug selbst der Ort des Hindernisses relativ zu dem
Fahrzeug und/oder eine entsprechende Sensoreinheit angezeigt wird, welche das Hindernis
erfasst hat. Somit kann ein Bediener von der zentralen Verwaltungseinheit die Information
erhalten, dass ein Fahrzeug im Störungsmodus an einer bestimmten Position vorliegt,
sich zu dem Fahrzeug bewegen und anschließend auf der Anzeigevorrichtung des Fahrzeugs
weitere Informationen über die Position des Hindernisses und/oder die betreffende
Sensoreinheit erhalten.
[0015] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein System zum Durchführen
eines derartigen Verfahrens, umfassend ein Flurförderzeug, insbesondere ein fahrerloses
Transportsystem, welches mit wenigstens einer Sensoreinheit zum Erfassen der Umgebung
des Flurförderzeugs ausgerüstet ist, sowie eine Steuereinheit, welche dem Flurförderzeug
zugeordnet ist oder mit dem Flurförderzeug in Datenkommunikation steht, wobei das
Flurförderzeug dazu eingerichtet ist, von der Steuereinheit in einen Störungsmodus
und gegebenenfalls einen Warnungsmodus versetzbar zu sein, wenn das Vorliegen eines
Hindernisses für die vorbestimmte Zeitspanne festgestellt wird. Hierbei sei darauf
hingewiesen, dass in dem Fall, dass die Steuereinheit dem Flurförderzeug selbst zugeordnet
ist, diese auch in einer zentralen Steuerung des Flurförderzeugs integriert sein kann,
sodass die Entscheidung über das Eintreten des Störungsmodus und gegebenenfalls Warnungsmodus
unmittelbar von der zentralen Steuerung des Flurförderzeugs selbst vorgenommen werden
kann und die entsprechenden Schritte auf derselben Hardware ausgeführt werden können.
[0016] Insbesondere kann dem Flurförderzeug eine Anzeigevorrichtung zugeordnet sein, welche
dazu eingerichtet ist, eine Störung repräsentierende Daten in dem Störungsmodus anzuzeigen
und/oder eine Warnung repräsentierende Daten in dem Warnungsmodus anzuzeigen. Hierbei
kann zusätzlich zu der reinen Anzeige hinsichtlich eines Vorliegens einer Störung
und gegebenenfalls Identifizierung eines entsprechenden Hindernisses beispielsweise
auch an eine Anleitung für manuelle Tätigkeiten zum Beheben der entsprechenden Störung
gedacht werden.
[0017] Alternativ oder zusätzlich kann die Steuereinheit einer von dem Flurförderzeug entfernten
zentralen Verwaltungseinheit zugeordnet sein, welche wiederum eine Anzeigevorrichtung
umfassen kann, welche dazu eingerichtet ist, in dem regulären Betrieb und/oder dem
Warnungsmodus und/oder dem Störungsmodus entsprechende Daten über das Flurförderzeug
anzuzeigen. Hierbei kann es sich beispielsweise um ein Leitsystem handeln, welches
insbesondere für eine zentrale Steuerung bzw. Koordination von mehreren autonomen
Flurförderzeugen vorgesehen sein kann und welches eine Anzeige umfasst, auf welcher
einem menschlichen Benutzer eine Karte der betreffenden Logistikeinrichtung zusammen
mit Hinweisen über den regulären Betrieb, den Warnungsmodus und/oder den Störungsmodus
einzelner Flurförderzeuge angezeigt werden können. In diesem Zusammenhang kann neben
dem Leitsystem, welches die Steuerung der Fahrzeug und die übergeordnete Kommunikation
verantwortet, auch ein Leitstand zum Einsatz kommen, also eine Client-Instanz, wie
beispielsweise ein Arbeitsplatz eines Lagerleiters oder ähnliches, mittels welchem
das ordnungsgemäße Funktionieren des Systems überwacht werden kann. Hierbei können
die beiden Instanzen auf einer einzelnen oder getrennten Hardware-Einheiten laufen.
[0018] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung einer Ausführungsform davon noch deutlicher, wenn diese zusammen mit
den beiliegenden Figuren betrachtet wird. Diese zeigen im Einzelnen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen Systems zum Durchführen eines Verfahrens
zum Handhaben von Störungen in Flurförderzeugen;
- Figur 2
- eine mögliche Anzeige an einer Anzeigevorrichtung, welche dem Flurförderzeug selbst
zugeordnet ist, im Fall einer festgestellten Stö-rung; und
- Figur 3
- eine mögliche Anzeige an einer Anzeigevorrichtung einer zentralen Verwaltungseinheit
in einem Fall, in welchem sich ein Flurförderzeug in einem Störungsmodus befindet.
[0019] Figur 1 zeigt zunächst ein erfindungsgemäßes System zum Durchführen eines Verfahrens
zum Handhaben von Störungen in Flurförderzeugen, welches ganz allgemein mit dem Bezugszeichen
10 bezeichnet ist.
[0020] Hierbei umfasst das System 10 das eigentliche Flurförderzeug 12, welches insbesondere
als fahrerloses Transportsystem ausgeführt sein kann und zu diesem Zweck eine Steuereinheit
14 und wenigstens eine Sensoreinheit 16 umfasst. Zudem ist dem Flurförderzeug 12 eine
Anzeigevorrichtung 18 zugeordnet, auf welcher für einen menschlichen Bediener entsprechende
Anzeigen zum Behandeln von Warnungen oder Störungen angezeigt werden können. Hierbei
ist zu beachten, dass zusätzlich eine entfernte zentrale Verwaltungseinheit 20 vorgesehen
ist, welche ebenfalls mit einer Steuereinheit 22 und einer Anzeigeeinheit 24 ausgerüstet
ist und mit dem Flurförderzeug 12 in Datenverbindung steht, wie durch das Bezugszeichen
26 angedeutet ist.
[0021] In der gezeigten Ausführungsform kann es sich bei der entfernten zentralen Verwaltungseinheit
20 beispielsweise um ein Leitsystem als zentrale Steuereinheit und/oder einen Leitstand
handeln, an welchem ein menschlicher Bediener eine Mehrzahl von Flurförderzeugen 12
überwachen und ihren Betrieb gegebenenfalls steuern und koordinieren kann. Hierbei
kann die zentrale Verwaltungseinheit in der oben beschriebenen Art und Weise beispielsweise
lediglich dann informiert werden, wann ein Fahrzeug in den Störungsmodus übergeht,
während ein Warnmodus eines Fahrzeugs noch nicht an die zentrale Verwaltungseinheit
übermittelt werden muss.
[0022] Es sei an dieser Stelle festgehalten, dass die beiden Steuereinheiten 14 und 22 des
Flurförderzeugs 12 bzw. der entfernten zentralen Verwaltungseinheit 20 die Schritte
des erfindungsgemäßen Verfahrens in unterschiedlichen Varianten der vorliegenden Erfindung
einzeln oder koordiniert zusammenwirkend durchführen können, also beispielsweise die
Zeitnahme im Fall eines Feststellens eines Hindernisses oder das Überführen des Flurförderzeugs
12 in einen Störungs- oder Warnungsmodus.
[0023] Figur 2 zeigt nun eine mögliche Anzeige an der Anzeigevorrichtung 18 des Flurförderzeugs
12 in einem Fall, dass nach Ablauf der vorbestimmten Zeitspanne nach dem Auslösen
der Zeitnahme auf ein anhaltendes Feststellen eines Hindernisses mittels der Sensoreinheit
16 hin eine Störung festgestellt wird. Hierbei ist für einen menschlichen Bediener
in einer schematischen Ansicht das Flurförderzeug 12 sowie die Sensoreinheit 16 zusammen
mit dem geplanten Fahrweg W des Flurförderzeugs 12 und zwei Hindernissen H in einer
schematischen Draufsicht dargestellt, wobei ferner ein Hinweis an den menschlichen
Bediener zum Beheben der Störung angezeigt wird, nämlich, dass dieser das Hindernis
entfernen soll.
[0024] In ähnlicher Weise zeigt Figur 3 eine mögliche Anzeige an der Anzeigevorrichtung
24 der zentralen Verwaltungseinheit 20, welche in einer schematischen Draufsicht die
Gesamtheit einer zu überwachenden Logistikeinrichtung zeigt, welche beispielsweise
Stationen A und B, Ladestationen L1 und L2 sowie im vorliegenden Fall zwei Flurförderzeuge
12' und 12" enthält.
[0025] Hierbei befindet sich das erste Flurförderzeug 12' in einem normalen Betriebszustand,
nämlich für ein Laden in der Ladestation L1, während sich das zweite Flurförderzeug
12" momentan in einem Störungsmodus befindet, welcher mittels eines entsprechenden
Piktogramms P für den menschlichen Bediener visualisiert wird und welcher darauf zurückzuführen
ist, dass ein Hindernis durch eine Sensoreinheit 16 des Flurförderzeugs 12" erfasst
worden ist und für eine vorbestimmte Zeitspanne dauerhaft festgestellt wurde. In ähnlicher
Weise könnte ein entsprechendes Piktogramm ebenfalls angezeigt werden, wenn anstelle
eines Hindernisses eine andere Art von Störung in einem der Flurförderzeuge festgestellt
wird, beispielsweise ein mittels einer entsprechenden Sensoreinheit festgestelltes
Hardware-Problem in dem Fahrzeug.
[0026] In diesem Zusammenhang könnte eine weitere ergänzende Funktionalität darin bestehen,
dass bei einem Anwählen des Piktogramms, beispielsweise durch ein Anklicken an einem
Touchscreen oder eine vergleichbare Eingabe, weitere Hinweise angezeigt werden, beispielsweise
dass die Ursache der Störung ein Hindernis ist und ggf. wo sich dieses Hindernis relativ
zu dem Fahrzeug befindet.
[0027] Wie bereits angesprochen, hat somit das zweite Flurförderzeug 12" das Hindernis festgestellt
und eine entsprechende Zeitnahme ausgelöst, und die vorbestimmte Zeitspanne nach dem
Auslösen der Zeitnahme ist auch erreicht worden, sodass das Hindernis H als Störung
klassifiziert worden ist und sich das Flurförderzeug 12" momentan in einem Störungsmodus
befindet.
[0028] Wird das Hindernis entfernt, so könnte sowohl in dem Warnungsmodus als auch dem Störungsmodus
das entsprechende Fahrzeug seine Fahrt ohne weiteren manuellen Eingriff fortsetzen.
Alternativ könnte jedoch auch vorgesehen werden, dass wenigstens der Störungsmodus
durch einen Mitarbeiter der Logistikeinrichtung aktiv quittiert werden muss, bevor
die Fahrt fortgesetzt werden kann.
1. Verfahren zum Handhaben von Störungen in Flurförderzeugen (12), insbesondere in fahrerlosen
Transportsystemen, welche mit wenigstens einer Sensoreinheit (16) zum Erfassen der
Umgebung des Flurförderzeugs (12) ausgerüstet sind, das Verfahren umfassend:
- während eines regulären Betriebs des Flurförderzeugs (12), dauerhaftes Überwachen
der Umgebung mittels der wenigstens einen Sensoreinheit (16);
- Überprüfen der derart erhaltenen Sensordaten auf ein Vorliegen eines Hindernisses
(H); und
- bei einem Feststellen eines Hindernisses (H), Auslösen einer Zeitnahme, wobei während
der Zeitnahme der Betrieb des Flurförderzeugs (12) sowie das Überwachen der Umgebung
weitergeführt wird;
wobei, wenn während einer vorbestimmten Zeitspanne nach dem Auslösen der Zeitnahme
das Hindernis (H) nicht mehr festgestellt wird, die Zeitnahme beendet und der Betrieb
des Flurförderzeugs (12) fortgeführt wird, und wenn nach der vorbestimmten Zeitspanne
nach dem Auslösen der Zeitnahme das Hindernis (H) weiterhin festgestellt wird, das
Flurförderzeug (12) in einen Störungsmodus versetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei bei einem Feststellen eines Hindernisses (H) zusammen mit dem Auslösen der Zeitnahme
das Flurförderzeug (12) in einen Warnungsmodus versetzt wird und wenn während der
vorbestimmten Zeitspanne nach dem Auslösen der Zeitnahme das Hindernis (H) nicht mehr
festgestellt wird, der Warnungsmodus aufgehoben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
wobei der Störungsmodus ein Anzeigen von Daten, welche die Störung repräsentieren,
an einer Anzeigevorrichtung (18, 24) umfasst.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Störungsmodus ein Stoppen des Flurförderzeugs (14) und/oder ein Melden der
Störung an eine zentrale Verwaltungseinheit (20) umfasst.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
wobei der Warnungsmodus ein Anzeigen von Daten, welche die Warnung repräsentieren,
an einer Anzeigevorrichtung (18, 24) umfasst.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
wobei der Warnungsmodus ein Einschränken wenigstens einer Betriebsfunktion des Flurförderzeugs
(14) und/oder ein Verlangsamen des Flurförderzeugs (14) umfasst.
7. System (10) zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
umfassend:
- ein Flurförderzeug (12), insbesondere ein fahrerloses Transportsystem, welches mit
wenigstens einer Sensoreinheit (16) zum Erfassen der Umgebung des Flurförderzeugs
(12) ausgerüstet ist; und
- eine Steuereinheit (14, 22), welche dem Flurförderzeug (12) zugeordnet ist oder
mit dem Flurförderzeug (12) in Datenkommunikation (26) steht;
wobei das Flurförderzeug (12) dazu eingerichtet ist, von der Steuereinheit (14, 22)
in einen Störungsmodus und ggf. einen Warnungsmodus versetzbar zu sein, wenn das Vorliegen
eines Hindernisses (H) für die vorbestimmte Zeitspanne festgestellt wird.
8. System (10) nach Anspruch 7,
wobei dem Flurförderzeug (12) eine Anzeigevorrichtung (18) zugeordnet ist, welche
dazu eingerichtet ist, eine Störung repräsentierende Daten in dem Störungsmodus anzuzeigen
und/oder eine Warnung repräsentierende Daten in dem Warnungsmodus anzuzeigen.
9. System (10) nach Anspruch 7 oder 8,
wobei die Steuereinheit (22) einer von dem Flurförderzeug (12) entfernten zentralen
Verwaltungseinheit (20) zugeordnet ist, welche eine Anzeigevorrichtung (24) umfasst,
welche dazu eingerichtet, in dem regulären Betrieb und/oder dem Warnungsmodus und/oder
dem Störungsmodus entsprechende Daten über das Flurförderzeug (12) anzuzeigen.
10. System (10) nach Anspruch 9,
wobei es sich bei der zentralen Verwaltungseinheit (20) um ein Leitsystem handelt,
welches insbesondere für eine zentrale Steuerung von mehreren autonomen Flurförderzeugen
(12', 12") vorgesehen ist.