[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauteil mit einem Bestandteil aus Stahl, bei dem der Stahl
unter anderem mit Bor (im folgenden auch "B") legiert ist. Insbesondere betrifft die
Erfindung ein Befestigungsmittel wie beispielsweise eine Schraube oder eine Mutter.
[0002] Für Bauteile aus Stählen, insbesondere hochfeste und ultrahochfeste Bauteile, wird
häufig Bor als kostengünstiges Legierungselement zur Verbesserung der Durchhärtbarkeit
eingesetzt. Mit Bor legierte Stähle sind beispielsweise in der
WO 2021/009705 A1 und der
WO 2008/142275 A2 beschrieben.
[0003] Bauteile aus Bor-legierten Stählen, wie beispielsweise Schrauben oder Muttern, zeigen
jedoch im Randbereich häufig einen Härteabfall, insbesondere bis in eine Tiefe von
300 µm unterhalb der Oberfläche, wodurch die Anwendbarkeit für hochfeste und ultrahochfeste
Produkte, wie beispielsweise hochfeste und ultrahochfeste Schrauben, eingeschränkt
ist. Dies betrifft insbesondere Bor-legierte Stähle nach isothermer Wärmebehandlung
wie bainitischer Wärmebehandlung oder isothermer Salzbadvergütung.
[0004] Üblicherweise wird Stählen, die Bor enthalten, zusätzlich Titan und Aluminium zulegiert,
um Bor im gelösten Zustand zu halten und nicht in Form von Nitriden, Karbiden, Karbonitriden,
Siliziden oder Oxiden auszuscheiden. Dies ist jedoch nicht ausreichend, um die oben
beschriebene Härteinhomogenität im Randbereich zu vermindern.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den Härteabfall im Randbereich
von Bauteilen aus einem konventionellen Bor-legierten Stahl zu verringern.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Bauteil mit einem Bestandteil aus Stahl gemäß
Anspruch 1, einem Stahl gemäß Anspruch 8 und einem Verfahren zur Herstellung gemäß
Anspruch 9. Weitere Merkmale, Ausführungsformen sowie Vorteile ergeben sich aus den
abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den Figuren.
[0007] Ein Aspekt der Erfindung betrifft ein Bauteil mit einem Bestandteil aus Stahl, wobei
der Stahl
0,30 - 0,50 Gew.-% C,
0,05 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,8 Gew.-% Si,
0,3 - 1,5 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,40 Gew.-% V,
0,0008 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,35 Gew.-% Al,
0,0001 - 0,0200 Gew.-% N,
0,01 - 0,08 Gew.-% Ti,
0,0030 - 0,0800 Gew.-% Zr,
optional 0,01 - 0,20 Gew.-% Mo,
optional 0,01 - 0,50 Gew.-% Ni,
optional 0,01 - 0,50 Gew.-% Cu,
optional 0,001 - 0,010 Gew.-% Ca,
und den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
umfasst.
[0008] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bauteils
mit einem Bestandteil aus Stahl, umfassend die Schritte:
- Bereitstellen des Stahls mit der vorstehend genannten Zusammensetzung,
- anschließendes Formen eines Bauteils mit einem Bestandteil aus dem Stahl und
- optional Wärmebehandeln.
[0009] Überraschenderweise wirkt die erfindungsgemäße Zusammensetzung, insbesondere das
dem B-haltigen Stahl zugesetzte Zirkonium in dem erfindungsgemäßen Bauteil mit einem
Bestandteil aus Stahl dem Härteabfall im Randbereich entgegen, insbesondere wenn der
Bestandteil aus Stahl wärmebehandelt ist. Ein weiterer überraschender Vorteil des
erfindungsgemäßen Bauteils mit einem Bestandteil aus Stahl ist die verbesserte Beständigkeit
gegenüber Wasserstoffversprödung. Überraschenderweise lassen sich durch das dem B-haltigen
Stahl zugesetzte Zirkonium deutlich höhere Festigkeiten erreichen, insbesondere im
Vergleich zu analog zusammengesetzten B-haltigen Stählen ohne Zirkonium.
[0010] Insbesondere in Befestigungsmitteln, welche meist hohe und häufig auch dynamische
axiale Spannungen aufweisen, ist die Verbesserung der Härte im Randbereich und auch
das Vermindern einer Wasserstoffversprödung besonders vorteilhaft, da die Befestigungsmittel,
welche beispielsweise Schrauben oder Muttern sein können, für viele Baugruppen essenziell
sind. Ein Versagen eines Befestigungsmittels kann dabei drastische Folgen für Mensch
oder Maschine haben, wie beispielsweise bei einer Brückenschraube, einer Fahrwerksschraube,
einer Motorkopfschraube oder ähnlichem. Die Erfindung kann somit auch ein Fahrzeug,
einen Motor, einen Zylinderkopf, eine Fahrwerksanordnung oder eine Batterieanordnung
mit einem erfindungsgemäßen Bauteil, insbesondere einem Befestigungsmittel, betreffen.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Bauteil einen Bestandteil
aus Stahl auf, wobei der Stahl aus folgenden Komponenten besteht:
0,30 - 0,50 Gew.-% C,
0,05 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,80 Gew.-% Si,
0,3 - 1,5 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,40 Gew.-% V,
0,0008 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,35 Gew.-% Al,
0,0001 - 0,0200 Gew.-% N,
0,01 - 0,08 Gew.-% Ti,
0,0030 - 0,08 Gew.-% Zr,
optional 0,01 - 0,20 Gew.-% Mo,
optional 0,01 - 0,50 Gew.-% Ni,
optional 0,01 - 0,50 Gew.-% Cu,
optional 0,0010 - 0,0100 Gew.-% Ca,
und den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen.
[0012] Weiter bevorzugt betrifft die Erfindung ein Bauteil mit einem Bestandteil aus Stahl,
wobei der Stahl
0,30 - 0,48 Gew.-% C,
0,2 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,70 Gew.-% Si,
0,3 - 1,4 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,38 Gew.-% V,
0,0010 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,30 Gew.-% Al,
0,0010 - 0,0180 Gew.-% N,
0,012 - 0,07 Gew.-% Ti,
0,0040 - 0,0600 Gew.-% Zr,
optional 0,01 - 0,18 Gew.-% Mo,
optional 0,01 - 0,45 Gew.-% Ni,
optional 0,01 - 0,40 Gew.-% Cu,
optional 0,0010 - 0,0090 Gew.-% Ca, und den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
umfasst. Bevorzugt besteht der Stahl aus den oben genannten Komponenten.
[0013] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Bauteil
mit einem Bestandteil aus Stahl, wobei der Stahl
0,30 - 0,46 Gew.-% C,
0,3 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,60 Gew.-% Si,
0,3 - 1,3 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,35 Gew.-% V,
0,0012 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,25 Gew.-% Al,
0,0020 - 0,0150 Gew.-% N,
0,014 - 0,060 Gew.-% Ti,
0,0050 - 0,0500 Gew.-% Zr,
optional 0,01 - 0,16 Gew.-% Mo,
optional 0,01 - 0,40 Gew.-% Ni,
optional 0,01 - 0,30 Gew.-% Cu,
optional 0,0010 - 0,0080 Gew.-% Ca,
und den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
umfasst. Bevorzugt besteht der Stahl aus den oben genannten Komponenten.
[0014] In der am meisten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein Bauteil mit
einem Bestanteil aus Stahl bereitgestellt, wobei der Stahl
0,34 - 0,42 Gew.-% C,
0,45 - 0,90 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,02 - 0,50 Gew.-% Si,
0,60 - 1,00 Gew.-% Cr,
0,08 - 0,25 Gew.-% V,
0,0012 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,25 Gew.-% Al,
0,0025 - 0,0090 Gew.-% N,
0,015 - 0,060 Gew.-% Ti,
0,0050 - 0,0500 Gew.-% Zr,
optional 0,01 - 0,16 Gew.-% Mo,
optional 0,01 - 0,40 Gew.-% Ni,
optional 0,01 - 0,30 Gew.-% Cu,
optional 0,0010 - 0,0060 Gew.-% Ca,
und den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
umfasst. Bevorzugt besteht der Stahl aus den oben genannten Komponenten.
[0015] Mit den oben genannten bevorzugten und besonders bevorzugten Zusammensetzungen für
den Stahl lässt sich der Härteabfall im Randbereich der Bauteile besonders effektiv
verringern. Zudem wird die Wasserstoffversprödung des Stahls stark reduziert.
[0016] Die Komponenten Mo, Ni, Cu und Ca sind optional, d.h. sie können unabhängig voneinander
nicht enthalten sein oder, wenn sie enthalten sind, können sie unabhängig voneinander
in den angegebenen Mengen von beispielsweise 0,01 - 0,20 Gew.-% Mo, 0,01 - 0,50 Gew.-%
Ni, 0,01 - 0,50 Gew.-% Cu und/oder 0,0010 - 0,0100 Gew.-% Ca im Stahl enthalten sein.
Die Komponenten Mo, Ni Cu und Ca sind in einer bevorzugten Ausführungsform unabhängig
voneinander im Stahl enthalten. Es ist somit bevorzugt, dass der Stahl 0,01 - 0,20
Gew.-% Mo, 0,01 - 0,50 Gew.-% Ni, 0,01 - 0,50 Gew.-% Cu und/oder 0,0010 - 0,0100 Gew.-%
Ca enthält, weiter bevorzugt 0,01 - 0,16 Gew.-% Mo, 0,01 - 0,40 Gew.-% Ni, 0,01 -
0,30 Gew.-% Cu und/oder 0,0010 - 0,0080 Gew.-% Ca umfasst.
[0017] Zirkonium ist im Stahl des erfindungsgemäßen Bauteils ein Mikrolegierungselement,
d.h. es entfaltet schon in sehr geringen Mengen, insbesondere auch unterhalb von 0,05
Gew.-% eine Wirkung. Auch Bor, Titan und Vanadium sind Mikrolegierungselemente. Das
Zirkonium wirkt in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung im Zusammenspiel mit den
anderen Legierungselementen. Überraschenderweise wird durch das Zirkonium eine homogenere
Verteilung des Bors im Stahl über den gesamten Querschnitt erreicht, insbesondere
eine homogenere Verteilung auch im Randbereich. Das Zirkonium wirkt so insbesondere
dem Härteabfall im Randbereich entgegen und führt zu einer Verminderung der Wasserstoffversprödung.
[0018] Des Weiteren wurde im Rahmen der Erfindung gefunden, dass der Härteabfall im Randbereich
der Bauteile besonders effektiv verringert werden kann, wenn das Verhältnis von (Zr
+ Ti + Al) zu N in einem Bereich von 2,7 bis 150, weiter bevorzugt 2,8 bis 130, besonders
bevorzugt 3 bis 100 liegt. In die vorgenannte Formel werden die jeweiligen Gewichtsprozente
von Zr, Ti, Al und N eingesetzt.
[0019] Das erfindungsgemäße Bauteil mit einem Bestandteil aus Stahl ist vorzugsweise ein
Befestigungsmittel, besonders bevorzugt gewählt aus der Gruppe bestehend aus Schrauben,
Muttern, Nieten, Bolzen und Ketten.
[0020] Unter einem Bestandteil aus Stahl im Sinne der Erfindung kann insbesondere verstanden
werden, dass zumindest ein Teil des Bauteils, also ein Volumenbereich, aus Stahl ausgebildet
ist. Bevorzugt ist es, dass der Bestandteil aus Stahl ≥ 80 Gew.-%, weiter bevorzugt
≥ 90 Gew.-%, besonders bevorzugt ≥ 95 Gew.-% des Bauteils ausmacht. Dies bedeutet,
dass das Bauteil ≥ 80 Gew.-%, weiter bevorzugt ≥ 90 Gew.-%, besonders bevorzugt ≥
95 Gew.-% aus Stahl besteht. Hierdurch kann eine besonders gute mechanische Festigkeit
des Bauteils, insbesondere des Befestigungsmittels, erreicht werden. Besonders bevorzugt
ist es, um die mechanische Festigkeit zu steigern, wenn der Bestandteil aus Stahl
einstückig ist. Unter "einstückig" kann insbesondere verstanden werden, dass zumindest
der einstückige Teil in einem Umformprozess geschaffen worden ist und/oder zusammenhängend
ist.
[0021] Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Bauteil ein hochfestes oder ultrahochfestes
Bauteil, insbesondere mit Festigkeiten über 1000 MPa, bevorzugt über 1200 MPa, besonders
bevorzugt 1200 - 1900 MPa. Bevorzugte hochfeste und ultrahochfeste Bauteile sind hochfeste
oder ultrahochfeste Schrauben, Muttern, Kettenantriebe, Umformbauteile und/oder Strukturbauteile.
Weiter oder alternativ bevorzugt ist das erfindungsgemäße Bauteil, insbesondere das
hochfeste oder ultrahochfeste Bauteil, bevorzugt ein geschweißtes Bauteil, ein additiv-gefertigtes
Bauteil oder ein einsatzgehärtetes Bauteil.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist in dem erfindungsgemäßen Bauteil
mit einem Bestandteil aus Stahl der Bestandteil beziehungsweise der Stahl wärmebehandelt,
eine sogenannte Vergütung, beispielsweise durch eine Salzbadvergütung, um ein bevorzugtes
Gefüge einzustellen. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Gefüge des Stahls
≥ 70 Vol.-%, weiter bevorzugt ≥ 80 Vol.-%, besonders bevorzugt ≥ 90 Vol.-% bainitisch
und/oder martensitisch, insbesondere nach einer Vergütung wie beispielsweise einer
Wärmebehandlung. Der Anteil der Gefüge in Volumenprozent kann beispielsweise in mikroskopischen
Aufnahmen von Schliffbildern ermittelt werden, da die Flächen im Durchschnitt über
mehrere Schliffbilder die Volumina widerspiegeln. Dazu werden in mehreren Schliffbildern
die Flächen ermittelt und das arithmetische Mittel gebildet. Da die Dichten der Gefüge
des Stahls relativ ähnlich sind, ist es auch bevorzugt, dass das Gefüge des Stahls
≥ 70 Gew.-%, weiter bevorzugt ≥ 80 Gew.-%, besonders bevorzugt ≥ 90 Gew.-% bainitisch
und/oder martensitisch ist. Auch bevorzugt ist der Anteil an Austenit (Restaustenit)
≤ 20 Vol.-% oder Gew.-%, insbesondere ≤ 10 Vol.-% oder Gew.-%. Diese Gefüge verleihen
dem erfindungsgemäßen Bauteil eine besonders hohe Festigkeit und Zähigkeit. Sie können
einer hohen und auch häufig dynamischen axialen Spannung ausgesetzt werden. Vor der
Vergütung ist das Gefüge des erfindungsgemäßen Bauteils vorzugsweise ≥ 90 Vol.-% ferritisch
und/oder perlitisch. Bevorzugt ist das Gefüge des erfindungsgemäßen Bauteils vor der
Vergütung ≥ 90 Gew.-% ferritisch und/oder perlitisch.
[0023] Weiter bevorzugt ist das erfindungsgemäße Bauteil ein umgeformtes Bauteil. Unter
einem umgeformten Bauteil ist insbesondere ein Bauteil zu verstehen, welches mittels
eines Umformschrittes, insbesondere einem Kaltumformverfahren, umgeformt wurde. Gerade
bei einem Umformbauteil ohne eine Wärmebehandlung ist die Verminderung einer Wasserstoffversprödung
vorteilhaft, denn bei umgeformten Bauteilen besteht bereits ein gewisses Maß an Sprödigkeit
durch die aufgestauten Waldversetzungen (z. B. zwei oder mehr Versetzungen, die auf
unterschiedlichen Gleitebenen quer oder senkrecht aufeinander auflaufen).
[0024] Ein oben genanntes Strukturbauteil im Sinne der Erfindung liegt insbesondere dann
vor, wenn es sich bei dem Bauteil um ein lasttragendes Bauteil handelt. Dieses Strukturbauteil
verfügt insbesondere über zwei Lasteinleitungsabschnitte, welche vorteilhafterweise
lasteinleitende Strukturen, wie z.B. Montageausnehmungen oder -durchbrüche, aufweisen,
und einen zwischen den Lasteinleitungsabschnitten angeordneten Übertragungsbereich,
welcher eine Last, insbesondere eine Biegelast und/oder Zuglast, von dem einem Lasteinleitungsabschnitt
auf den anderen Lasteinleitungsabschnitt übertragen kann und/oder überträgt.
[0025] Die Verbesserung der Beständigkeit gegenüber Wasserstoffversprödung wird darauf zurückgeführt,
ohne erfindungsgemäß daran gebunden zu sein, dass in dem Bauteil zusätzliche Anbindungsstellen
von diffusiblem Wasserstoff in der Mikrostruktur, insbesondere einer wärmebehandelten
Mikrostruktur des Stahls geschaffen werden, insbesondere durch ausscheidungsbildende
Elemente wie Al, Cu, Mo, V, Zr, Ti, B mit C, N, O, Si und/oder aufgrund des durch
Wärmebehandlung eingestellten Gefüges.
[0026] Wie oben beschrieben ist das erfindungsgemäße Bauteil mit einem Bestandteil aus Stahl
in einer bevorzugten Ausführungsform ein Befestigungsmittel. Die erfindungsgemäßen
Befestigungsmittel können insbesondere kraftschlüssige Befestigungsmittel sein, wie
Schrauben, Bolzen oder Muttern. Kraftschlüssige Befestigungsmittel zeichnen sich insbesondere
dadurch aus, dass diese einen Gewindeabschnitt zum Verspannen oder Befestigen aufweisen,
insbesondere mit einem Außengewinde oder einem Innengewinde. Beispielsweise kann der
Gewindeabschnitt daher ein Außengewinde oder ein Innengewinde sein. Vorteilhafterweise
ist dieser Gewindeabschnitt dabei in einem Bestandteil des Befestigungsmittels eingebracht,
welcher aus Stahl ist. Zweckmäßigerweise kann das Befestigungsmittel einen Schaftbereich
aufweisen. Dieser Schaftbereich kann angrenzend zu dem Gewindeabschnitt und/oder einem
Antriebsbereich, insbesondere einem Kopf, des Befestigungsmittels ausgebildet sein.
Vorzugsweise kann der Schaftbereich gewindelos ausgebildet sein und/oder als ein zylindrischer
Abschnitt ausgebildet sein. Der Durchmesser des Schafts kann dabei größer, geringer
oder gleich dem Gewindedurchmesser im Gewindeabschnitt sein. Bei den Schrauben handelt
es sich vorteilhafterweise um hochfeste oder ultrahochfeste Schrauben.
[0027] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Bauteil eine
hochfeste oder ultrahochfeste Schraube. Unter einer hochfesten Schraube wird eine
Schraube mit einer Zugfestigkeit von mindestens 800 MPa verstanden. Hochfeste Schrauben
sind beispielsweise Schrauben der Festigkeitsklassen 8.8, 10.9 und 12.9. Insbesondere
entsprechen die Festigkeitsklassen der Erfindung dabei der ISO 898-1 in ihrer im Januar
2021 gültigen Fassung. Unter einer ultrahochfesten Schraube wird eine Schraube mit
einer Zugfestigkeit insbesondere von mindestens 1200 MPa und/oder vorteilhafterweise
von mindestens 1400 MPa verstanden. Ultrahochfeste Schrauben sind beispielsweise Schrauben
der Festigkeitsklassen 12.8, 12.9, 14.8, 14.9, 15.8, 15.9, 16.8, 16.9, 17.8 und 12.8U,
12.9U, 14.8U, 14.9U, 15.8U, 15.9U, 16.8U, 17.8U. Eine hochfeste Schraube ist eine
Schraube, die mindestens hochfest ist, sie kann aber auch ultrahochfest sein. Vorzugsweise
handelt es sich um eine hochfeste oder ultrahochfeste Schraube mit einer Festigkeit
über 1000 MPa. Die Schraube kann dabei einen Kopf mit Werkzeugangriffsflächen aufweisen,
wobei diese Werkzeugangriffsflächen insbesondere einen Innen- oder einen Außensechskant
miteinander ausbilden.
[0028] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Stahl, umfassend, vorzugsweise bestehend
aus,
0,30 - 0,50 Gew.-% C,
0,05 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,8 Gew.-% Si,
0,3 - 1,5 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,40 Gew.-% V,
0,0008 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,35 Gew.-% Al,
0,0001 - 0,0200 Gew.-% N,
0,01 - 0,08 Gew.-% Ti,
0,0030 - 0,0800 Gew.-% Zr,
optional 0,01 - 0,20 Gew.-% Mo,
optional 0,01 - 0,50 Gew.-% Ni,
optional 0,01 - 0,50 Gew.-% Cu,
optional 0,0010 - 0,0100 Gew.-% Ca,
und den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen.
[0029] Die im Zusammenhang mit dem Bestandteil beschriebenen, bevorzugten Ausführungsformen
sind auch für den Stahl als solchen bevorzugt. Es ist eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung, dass der Stahl
0,30 - 0,48 Gew.-% C,
0,2 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,70 Gew.-% Si,
0,3 - 1,4 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,38 Gew.-% V,
0,0010 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,30 Gew.-% Al,
0,0010 - 0,0180 Gew.-% N,
0,012 - 0,07 Gew.-% Ti,
0,0040 - 0,0600 Gew.-% Zr,
optional 0,01 - 0,18 Gew.-% Mo,
optional 0,01 - 0,45 Gew.-% Ni,
optional 0,01 - 0,40 Gew.-% Cu,
optional 0,0010 - 0,0090 Gew.-% Ca,
und den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen umfasst. Bevorzugt besteht der
Stahl aus den oben genannten Komponenten.
[0030] Weiter bevorzugt ist ein Stahl, umfassend
0,30 - 0,46 Gew.-% C,
0,3 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,60 Gew.-% Si,
0,3 - 1,3 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,35 Gew.-% V,
0,0012 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,25 Gew.-% Al,
0,0020 - 0,0150 Gew.-% N,
0,014 - 0,060 Gew.-% Ti,
0,0050 - 0,0500 Gew.-% Zr,
optional 0,01 - 0,16 Gew.-% Mo,
optional 0,01 - 0,40 Gew.-% Ni,
optional 0,01 - 0,30 Gew.-% Cu,
optional 0,0010 - 0,0080 Gew.-% Ca,
und den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen.
Besonders bevorzugt besteht der Stahl aus den oben angegebenen Komponenten.
[0031] Am meisten bevorzugt ist ein Stahl, umfassend
0,34 - 0,42 Gew.-% C,
0,45 - 0,90 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,02 - 0,50 Gew.-% Si,
0,60 - 1,00 Gew.-% Cr,
0,08 - 0,25 Gew.-% V,
0,0012 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,25 Gew.-% Al,
0,0025 - 0,0090 Gew.-% N,
0,015 - 0,060 Gew.-% Ti,
0,0050 - 0,0500 Gew.-% Zr,
optional 0,01 - 0,16 Gew.-% Mo,
optional 0,01 - 0,40 Gew.-% Ni,
optional 0,01 - 0,30 Gew.-% Cu,
optional 0,0010 - 0,0060 Gew.-% Ca,
und den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
umfasst. Bevorzugt besteht der Stahl aus den oben genannten Komponenten.
[0032] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Bauteils.
Zur Herstellung werden einem Stahl zunächst in bekannter Weise die einzelnen Legierungselemente
zulegiert. Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Bauteils mit einem
Bestandteil aus Stahl umfasst die Schritte:
- Bereitstellen eines Stahls mit der vorstehend beschriebenen Zusammensetzung,
- anschließendes Formen eines Bauteils mit einem Bestandteil aus dem Stahl und
- optional Wärmebehandeln.
[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Bauteils mit einem Bestandteil
aus Stahl umfasst in einer bevorzugten Ausführungsform die Schritte:
- a) Bereitstellen eines Stahls mit der vorstehend beschriebenen Zusammensetzung
- b) Walzen, insbesondere thermomechanisches Walzen des Stahls
- c) Herstellen eines Drahtes oder einer Stange des Stahls,
- d) optional GKZ-Glühen,
- e) Drahtziehen,
- f) Umformen und
- g) optional Wärmebehandeln.
[0034] Die oben genannten Schritte werden in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt. In
jedem Schritt wird das aus dem unmittelbar davorliegenden Schritt erhaltene Produkt
weiterverarbeitet.
[0035] Das bevorzugte erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil einer ressourcenschonenden
und kosteneffizienten Prozessroute, da beispielsweise ein Walzdraht direkt verarbeitet
werden kann, ohne dass dazwischen ein GKZ-Glühen erforderlich ist. Es kann so die
Einstellung eines Ferrit-Perlit-Gefüges im Walzdrahtzustand mittels TM-Walzen (thermomechanisches
Walzen) erreicht werden. Bevorzugt wird im Schritt b) ein thermomechanisches Walzen
durchgeführt. Besonders bevorzugt ist ein thermomechanisches Walzen bei dem das Material
mit einer Endformtemperatur in einem Bereich von Ar
3 - 50 °C und + 100 °C gewalzt wird, wobei Ar
3 in Fe-C Diagramm als Austenit-proeutektoide Umwandlungstemperatur bezeichnet wird.
Besonders bevorzugt wird dabei ein Gefüge überwiegend aus Ferrit und Perlit erzeugt,
insbesondere mit mittlerer Sekundärkorngroße 8 oder feiner nach ASTM E112.
[0036] Im Schritt d), dem optionalen GKZ-Glühen, ist es bevorzugt, dass der Stahl für 6
- 10 Stunden, beispielsweise 8 Stunden, mit einer Haltetemperatur von 700 - 750 °C,
beispielsweise 735 °C, geglüht wird und so ein Gefüge aus Ferrit und kugeligem Zementit
erhalten wird.
[0037] An das Umformen und/oder die optionale Wärmebehandlung können sich weitere Schritte
anschließen, insbesondere ein Vergütungsschritt, wobei die bekannten Vergütungen von
Stählen in Frage kommen. Alternativ oder zusätzlich bevorzugt kann ein Vergütungsschritt
auch während und/oder zeitgleich mit dem Wärmebehandlungsschritt erfolgen. In anderen
Worten kann das Vergüten und das Erwärmen in einem Schritt gemeinsam erfolgen.
[0038] Das Gefüge des Bestandteils aus Stahl ist nach dem Walzen im Schritt b), insbesondere
einem thermomechanischen Walzen, und vor dem Wärmebehandeln in Schritt f) vorwiegend
ferritisch-perlitisch, bainitisch, und/oder ein Mischgefüge. Vorzugsweise ist das
Gefüge des Stahls ≥ 80 Vol.-%, besonders bevorzugt ≥ 90 Vol.-% ferritisch-perlitisch,
bainitisch und/oder ein Mischgefüge. Nach dem Wärmebehandeln ist das Gefüge des Bestandteils
in einer bevorzugten Ausführungsform vorwiegend martensitisch und/oder bainitisch,
wie oben beschrieben. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Gefüge des Bestandteils
aus Stahl im erfindungsgemäßen Bauteil ≥ 70 Vol.-%, weiter bevorzugt ≥ 80 Vol.-%,
besonders bevorzugt ≥ 90 Vol.-% bainitisch oder martensitisch, wie oben beschrieben.
Weiter ist es bevorzugt, dass das Gefüge des Stahls im Randbereich, insbesondere der
Bereich von der Oberfläche des Bestandteils aus Stahl bis zu einer Tiefe von 15 µm,
bevorzugt bis zu 12 µm, besonders bevorzugt bis zu 10 µm, gemessen senkrecht von der
Oberfläche des Bestandteils aus Stahl, überwiegend ferritisch und/oder perlitisch
ist, bevorzugt ≥ 80 Vol.-%, besonders bevorzugt ≥ 90 Vol.-% ferritisch und/oder perlitisch.
Der Stahl unterhalb der oben genannten Tiefen, d.h. unterhalb einer Tiefe von 15 µm,
bevorzugt unterhalb einer Tiefe von 12 µm, besonders bevorzugt unterhalb einer Tiefe
von 10 µm hat vorzugsweise das oben beschriebene Gefüge, d.h. vorzugsweise ≥ 70 Vol.-%,
weiter bevorzugt ≥ 80 Vol.-%, besonders bevorzugt ≥ 90 Vol.-% bainitisch oder martensitisch.
[0039] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hat der Bestandteil aus Stahl
im Randbereich, insbesondere in einer Tiefe von 30-100 µm, bevorzugt 50-150 µm, gemessen
von der Oberfläche senkrecht zur Oberfläche des Bestandteils aus Stahl, eine Vickers-Härte
von ≥ 350 HV 0,5, weiter bevorzugt ≥ 400 HV 0,5, besonders bevorzugt ≥ 430 HV 0,5,
insbesondere ≥ 450 HV 0,5.
[0040] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hat der Bestandteil aus
Stahl in einer Tiefe von 30 - 100 µm, bevorzugt 40 - 120 µm, besonders bevorzugt 50
- 150 µm, gemessen von der Oberfläche senkrecht zur Oberfläche des Bestandteils aus
Stahl, eine Vickers-Härte, die weniger als 150 HV 0,5 unter der Vickers-Härte HV 0,5
des Bestandteils aus Stahl in einer Tiefe von 300 - 400 µm liegt, insbesondere in
einer Tiefe von 400 µm, besonders bevorzugt in einer Tiefe von ¼ des Durchmessers
des Bestandteils aus Stahl. Dies beschreibt den erfindungsgemäß bevorzugten, verminderten
Härteabfall im Randbereich des Stahls im Vergleich zum Kernbereich. Weiter bevorzugt
hat der Bestandteil aus Stahl in einer Tiefe von 30 - 100 µm, bevorzugt 40 - 120 µm,
besonders bevorzugt 50 - 150 µm, gemessen von der Oberfläche senkrecht zur Oberfläche
des Bestandteils aus Stahl, eine Vickers-Härte, die weniger als 100 HV 0,5, weiter
bevorzugt weniger als 60 HV 0,5, insbesondere weniger als 30 HV 0,5, unter der Vickers-Härte
HV 0,5 des Bestandteils aus Stahl in einer Tiefe von 300 - 400 µm liegt, ebenfalls
gemessen von der Oberfläche in die Tiefe des Bestandteils aus Stahl, senkrecht zur
Oberfläche des Bestandteils aus Stahl, insbesondere in einer Tiefe von 400 µm, besonders
bevorzugt in einer Tiefe von % des Durchmessers des Bestandteils aus Stahl.
[0041] Die Erfindung betrifft auch ein Bauteil mit einem Bestandteil aus Stahl, erhältlich
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren. Vorteilhafterweise kann das Bauteil und/oder
der Bestandteil aus Stahl auch die vorgenannten Merkmale in Hinblick auf das Verfahren
aufweisen.
[0042] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen
oder in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung
zu verlassen. Die genannten Vorteile von Merkmalen oder von Kombinationen mehrerer
Merkmale sind lediglich beispielhaft und können alternativ oder kumulativ zur Wirkung
kommen. Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen der Erfindung
oder von Merkmalen von unterschiedlichen Patentansprüchen ist abweichend von den gewählten
Rückbezügen der Patentansprüche möglich.
[0043] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Figuren weiter erläutert.
Fig. 1 zeigt den Härteverlauf im Randbereich einer erfindungsgemäßen Schraube.
Fig. 2 zeigte den Härteverlauf im Randbereich einer Schraube des Standes der Technik.
[0044] In Fig. 1 ist die Härte des Stahls abhängig vom Randabstand, gemessen senkrecht zur
Oberfläche, einer erfindungsgemäßen Schraube zu sehen und es zeigt sich, dass nur
ein geringer Härteabfall vorliegt.
[0045] In Fig. 2 ist der Härteverlauf des Stahls im Randbereich einer bainitisch wärmebehandelten
B-legierten Schraube zu sehen, wobei ein herkömmlicher B-legierter Stahl eingesetzt
wurde. Es ist zu sehen, dass im Randbereich ein deutlicher Härteabfall in Verbindung
mit einer größeren Härteabfalltiefe vorliegt, gemessen senkrecht zur Oberfläche der
Schraube.
[0046] Das obige Beispiel gemäß Fig. 1 und das Vergleichsbeispiel gemäß Fig. 2 zeigt somit
den vorteilhaften Effekt der erfindungsgemäßen Stahlzusammensetzung in dem Bauteil
mit einem Bestandteil aus Stahl.
1. Bauteil mit einem Bestandteil aus Stahl,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl
0,30 - 0,50 Gew.-% C,
0,05 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,8 Gew.-% Si,
0,3 - 1,5 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,40 Gew.-% V,
0,0008 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,35 Gew.-% Al,
0,0001 - 0,0200 Gew.-% N,
0,01 - 0,08 Gew.-% Ti,
0,0030 - 0,0800 Gew.-% Zr,
optional
0,01 - 0,20 Gew.-% Mo,
0,01 - 0,50 Gew.-% Ni,
0,01 - 0,50 Gew.-% Cu,
0,0010 - 0,0100 Gew.-% Ca,
den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
umfasst.
2. Bauteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl
0,30 - 0,46 Gew.-% C,
0,3 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,60 Gew.-% Si,
0,3 - 1,3 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,35 Gew.-% V,
0,0012 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,25 Gew.-% Al,
0,0020 - 0,0150 Gew.-% N,
0,014 - 0,060 Gew.-% Ti,
0,0050 - 0,0500 Gew.-% Zr,
optional
0,01 - 0,16 Gew.-% Mo,
0,01 - 0,40 Gew.-% Ni,
0,01 - 0,30 Gew.-% Cu,
0,0010 - 0,0080 Gew.-% Ca,
den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
umfasst, bevorzugt daraus besteht.
3. Bauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass (Zr + Ti + Al) / N in einem Bereich von 2,7 bis 150, bevorzugt von 3 bis 100 liegt.
4. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bestandteil aus Stahl in einer Tiefe von 30 - 100 µm, gemessen von der Oberfläche
senkrecht zur Oberfläche des Bestandteils aus Stahl, eine Vickers-Härte aufweist,
die weniger als 150 HV 0,5 unter der Vickers-Härte HV 0,5 des Bestandteils aus Stahl
in einer Tiefe von 400 µm liegt.
5. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil ein Befestigungsmittel ist, bevorzugt gewählt aus der Gruppe bestehend
aus Schrauben, Muttern, Nieten, Bolzen und Ketten.
6. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl zumindest 90 Gew.-% des Bauteils ausmacht und/oder das Bauteil hochfest
oder ultrahochfest ist, bevorzugt mit einer Zugfestigkeit von 1200 - 1900 MPa.
7. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gefüge des Stahls nach einer Vergütung ≥ 90 Vol.-% bainitisch und/oder martensitisch
ist.
8. Bauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gefüge des Stahls ohne Vergütung ≥ 90 Vol.-% ferritisch-perlitisch ist.
9. Stahl, umfassend
0,30 - 0,50 Gew.-% C,
0,05 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,8 Gew.-% Si,
0,3 - 1,5 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,40 Gew.-% V,
0,0008 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,35 Gew.-% Al,
0,0001 - 0,0200 Gew.-% N,
0,01 - 0,08 Gew.-% Ti,
0,0030 - 0,0800 Gew.-% Zr,
optional
0,01 - 0,20 Gew.-% Mo,
0,01 - 0,50 Gew.-% Ni,
0,01 - 0,50 Gew.-% Cu,
0,0010 - 0,0100 Gew.-% Ca,
den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen.
10. Stahl nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl
0,30 - 0,46 Gew.-% C,
0,3 - 1,3 Gew.-% Mn,
0,001 - 0,015 Gew.-% P,
0,001 - 0,015 Gew.-% S,
0,01 - 0,60 Gew.-% Si,
0,3 - 1,3 Gew.-% Cr,
0,005 - 0,35 Gew.-% V,
0,0012 - 0,0050 Gew.-% B,
0,02 - 0,25 Gew.-% Al,
0,0020 - 0,0150 Gew.-% N,
0,014 - 0,060 Gew.-% Ti,
0,0050 - 0,0500 Gew.-% Zr,
optional
0,01 - 0,16 Gew.-% Mo,
0,01 - 0,40 Gew.-% Ni,
0,01 - 0,30 Gew.-% Cu,
0,0010 - 0,0080 Gew.-% Ca,
den Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
umfasst, bevorzugt daraus besteht.
11. Verfahren zur Herstellung eines Bauteils nach einem der Ansprüche 1 bis 8, umfassend
die Schritte
- Bereitstellen eines Stahls mit einer Zusammensetzung gemäß einem der Ansprüche 1
- 3
- Formen eines Bauteils mit einem Bestandteil aus dem Stahl und
- optional Wärmebehandeln.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die Schritte umfasst
a) Bereitstellen eines Stahls mit einer Zusammensetzung gemäß einem der Ansprüche
1 - 3,
b) Walzen, insbesondere thermomechanisches Walzen des Stahls,
c) Herstellen eines Drahtes oder einer Stange des Stahls,
d) optional GKZ-Glühen,
e) Drahtziehen,
f) Umformen und
g) optional Wärmebehandeln.