(19)
(11) EP 4 190 935 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.06.2023  Patentblatt  2023/23

(21) Anmeldenummer: 21212558.7

(22) Anmeldetag:  06.12.2021
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
C22C 38/02(2006.01)
C22C 38/22(2006.01)
C22C 38/28(2006.01)
C21D 9/08(2006.01)
C22C 38/04(2006.01)
C22C 38/24(2006.01)
C22C 38/32(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
C22C 38/02; C22C 38/04; C22C 38/22; C22C 38/24; C22C 38/28; C22C 38/32; C21D 2211/002; C21D 9/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71) Anmelder: Benteler Steel/Tube GmbH
33104 Paderborn (DE)

(72) Erfinder:
  • ENGEL, Waldemar
    33104 Paderborn (DE)
  • ROSE, Leonhard
    33178 Borchen (DE)
  • HALFPAP, Christopher
    33106 Paderborn (DE)

(74) Vertreter: Cullinane, Marietta Bettina 
Df-mp Dörries Frank-Molnia & Pohlman Patentanwälte Rechtsanwälte PartG mbB Theatinerstraße 16
80333 München
80333 München (DE)

   


(54) PERFORATIONSPISTOLENROHR UND PERFORATIONSPISTOLE


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft ein Perforationspistolenrohr, das dadurch gekennzeichnet ist, dass das Rohr aus einer Stahllegierung besteht, die neben Eisen die folgenden Legierungselemente, angeben in Massenprozent, umfasst:
C 0,12 - 0,22%
Si 0,3 - 1,0%
Mn 1,0 - 4%
Cr 0,5 - 2%
Mo 0,1 -1%,
V 0,05 -0,2%
Ti 0,02 - 0,1% und
B 0,001 - 0,01%
und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen, und
dass das Rohr eine Streckgrenze, RP0,2, im Bereich von 750 bis 1100 MPa aufweist. Zudem wird eine Perforationspistole mit einem solchen Perforationspistolenrohr beschrieben.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Perforationspistolenrohr und eine Perforationspistole mit einem Perforationspistolenrohr.

[0002] Perforationspistolen, die auch als Perforating Guns oder PerfGuns bezeichnet werden, werden verwendet, um Bohrlöcher für die Erdöl- und Erdgas-Förderung zu aktivieren. Dabei wird mittels einer gezielten Sprengung das umliegende Gestein im Bohrloch zerstört, um durchlässiger für das Fluid, das heißt Erdöl oder Erdgas, zu werden. Das Außenrohr der Perforationspistole wird auch als Hohlträger oder Hollow Carrier bezeichnet. Das Außenrohr hat die Aufgabe die Perforationspistole bei der Sprengung zu halten und darf dabei nicht zerstört werden oder sich maßgeblich verformen, um ein Verstopfen des Bohrlochs zu verhindern. Dazu ist eine hohe Widerstandsfähigkeit des Außenrohrmaterials gegen die extremen Belastungen erforderlich.

[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher eine Perforationspistole und insbesondere ein Perforationspistolenrohr zu schaffen, dass diesen Belastungen zuverlässig standhält.

[0004] Gemäß einem ersten Aspekt wird diese Aufgabe gelöst durch ein Perforationspistolenrohr, das dadurch gekennzeichnet ist, dass das Rohr aus einer Stahllegierung besteht, die neben Eisen die folgenden Legierungselemente, angeben in Massenprozent, umfasst:
C 0,12-0,22%
Si 0,3-1,0%
Mn 1,0-4%
Cr 0,5 - 2%
Mo 0,1 - 1%,
V 0,05 -0,2%
Ti 0,02-0,1% und
B 0,001 - 0,01%
und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen, und dass das Rohr eine Streckgrenze, RP0,2,im Bereich von 750 bis 1100 MPa aufweist.

[0005] Das Perforationspistolenrohr wird auch als Rohr bezeichnet. Die Stahllegierung wird im Folgenden auch als Werkstoff oder Legierung bezeichnet. Gehaltsangaben von Legierungselementen sind in Massenprozent angegeben, werden aber gegebenenfalls nur mit Prozent bezeichnet. Als erschmelzungsbedingte Verunreinigungen werden unvermeidbare Verunreinigungen bezeichnet, die beim der Herstellung der Legierung auftreten.

[0006] Als Perforationspistolenrohr wird erfindungsgemäß ein Rohr einer Perforationspistole bezeichnet. Insbesondere stellt das Perforationspistolenrohr vorzugsweise das äußere Rohr einer Perforationspistole dar und kann auch als Hollow Carrier bezeichnet werden. Im Folgenden wird die Perforationspistole auch als PerfGun oder Perforating Gun bezeichnet. Das Rohr ist bevorzugt nahtlos aus einem Vollblock oder Hohlblock beispielsweise durch einen üblichen Stoßbankprozess oder das bekannte Mannesmann-Walzverfahren sowie ggf. einem Streckreduzierwalzen hergestellt.

[0007] Das erfindungsgemäße Rohr weist eine Streckgrenze RP0,2 von mindestens 750 MPa, insbesondere im Bereich von 800 bis 1100 MPa auf. Vorzugsweise weist das Rohr eine Streckgrenze, RP0,2, im Bereich von 850 bis 1050 MPa auf. Diese Streckgrenzen-Werte können mit dem erfindungsgemäß verwendeten Werkstoff erzielt werden. Somit wird durch die Erfindung eine Erhöhung des Widerstandes der Legierung und damit des Rohres gegen Versagen bei hochdynamischer Belastung, insbesondere bei der Explosion erzielt. Zudem weist das Rohr vorzugsweise eine hohe Festigkeit auf, die groß genug ist, um dem Umgebungsdruck der PerfGun vor der Explosion zu widerstehen.

[0008] Vorzugsweise weist das Rohr eine Zugfestigkeit Rm von mindestens 1100 MPa vorzugsweise bis maximal 1400 MPa auf.

[0009] Vorzugsweise weist das Rohr ein Streckgrenzenverhältnis Re/Rm von weniger als 0,9, vorzugsweise von weniger als 0,87, weiter vorzugsweise von 0,8 oder 0,7 auf.

[0010] Vorzugsweise weist das Rohr eine Bruchdehnung von mehr als 10%, vorzugsweise mehr als 16% auf.

[0011] Das Rohr weist vorzugsweise ein luftgehärtetes, bainitisches Gefüge auf. Hierdurch liegen an dem Perforationspistolenrohr Eigenschaften vor, die den Beanspruchungen der Perforationspistole Rechnung tragen. Vorteile gegenüber konventionell vergüteten Perforationspistolenrohren sind neben dem reduzierten Energieaufwand durch die eingesparten Wärmebehandlungsschritte Härtungsglühen und Anlassen.

[0012] Als bainitisches Gefüge wird vorzugsweise ein Gefüge bezeichnet, das mindestens 70 Flächenprozent Bainit aufweist. Das Gefüge kann darüber hinaus Martensit, Austenit und/oder Ferrit aufweisen. Das erfindungsgemäße Rohr wird vorzugsweise nach einer Wärmebehandlung an Luft gehärtet. Hierbei wird vorzugsweise eine Kühlrate von 4 bis 6 K/s, vorzugsweise 5 K/s verwendet.

[0013] Vorzugsweise wurde das Rohr nach dem Lufthärten zumindest einem Kaltumformschritt unterzogen. Hierdurch kann die Versetzungsdichte erhöht werden. Die Kaltumformung stellt vorzugsweise ein Richten des Rohres dar. Dadurch kann insbesondere die Streckgrenze des Perforationspistolenrohres weiter erhöht werden.

[0014] Das Perforationspistolenrohr kann mehrere, insbesondere lokal begrenzte Abschnitte reduzierter Wanddicke aufweisen, die als Sollbruchstellen dienen. Diese lokal begrenzten Abschnitte stellen vorzugsweise punktuelle oder kreisförmige Abschnitte dar. Vorzugsweise weist das Rohr zumindest eine Sollbruchstelle in Form einer verringerten Wanddicke auf. Die Sollbruchstelle kann insbesondere eine runde Vertiefung an der Außenseite oder der Innenseite des Rohres sein. Die lokal begrenzten Abschnitte, das heißt die Sollbruchstellen, sind in dem Perforationspistolenrohr dazu vorgesehen, bei Zündung von in das Perforationspistolenrohr eingebrachten Zündladungen Wandöffnungen an dem Perforationspistolenrohr auszubilden. Aufgrund des großen Energieaufnahmevermögens der erfindungsgemäßen Stahllegierung, aus der das Perforationspistolenrohr besteht, kann beim Zünden der Zündladungen sichergestellt werden, dass das Perforationspistolenrohr nicht zerbirst. Lediglich die Bereiche der verringerten Wandstärke werden durchtrennt und so die Perforation des umgebenden Gesteins ermöglicht.

[0015] Bei der erfindungsgemäßen Legierung liegt Kohlenstoff in einem Bereich zwischen 0,12 und 0,22 Ma% vor. Durch Kohlenstoff wird eine Aufhärtung des Werkstoffs gewährleistet. Ist der Kohlenstoffgehalt zu gering, das heißt liegt dieser insbesondere unterhalb von 0,12%, ist die Festigkeit der Legierung zu gering, das heißt kann die für die Beanspruchungen eines PerfGuns erforderliche Festigkeit nicht erreicht werden. Ist der Kohlenstoffgehalt hingegen zu hoch, das heißt liegt dieser über 0,22 Ma%, ist die Schweißeignung des Werkstoffes und damit des PerfGuns, das aus dem Werkstoff hergestellt ist, beeinträchtigt. Mit dem erfindungsgemäß enthaltenen Kohlenstoff kann zudem eine Festigkeit des Werkstoffes erzielt werden, bei der die Zugabe von teuren Legierungselementen, wie beispielsweise Molybdän, zur Festigkeitssteigerung bereits in geringen Mengen ausreichen kann. In einer Ausführungsform liegt der Kohlenstoffgehalt der Legierung zwischen 0,15 - 0,22%, vorzugsweise 0,17 und 0,2 Ma%. In diesem Bereich können die oben genannten Effekte des Kohlenstoffs besonders gut genutzt werden, beziehungsweise dessen negative Einflüsse begrenzt werden.

[0016] Silizium liegt erfindungsgemäß in einer Menge von 0,3 - 1,0 Ma%, vorzugsweise 0,3 - 0,9 Ma% vor. Durch die Zugabe von Silizium in diesem Bereich kommt es bei der erfindungsgemäßen Legierung zu einer Erhöhung der Festigkeit durch Mischristallverfestigung. Zudem wird auch durch Silizium eine Erhöhung der Durchhärtbarkeit des Werkstoffes und dadurch Erhöhung der Festigkeit erzielt. Die Wirkung von Silizium ist hierbei allerdings schwächer als von Chrom oder Mangan. Daher sind erfindungsgemäß mindestens 0,3 Ma% Silizium in der Legierung enthalten. Ist der Siliziumgehalt zu gering, wird die geforderte Festigkeit des Perforationspistolenrohres nicht erreicht. Ist der Siliziumgehalt zu hoch, entstehen vermehrt Seigerungen und damit verbunden die Gefahr von Rissen während der Aushärtung oder Kaltverarbeitung. Der Siliziumgehalt liegt bei der erfindungsgemäßen Legierung daher bei maximal 1,0 Ma%. In einer Ausführungsform liegt der Siliziumgehalt der Legierung zwischen 0,4 und 0,85 Ma%, vorzugsweise zwischen 0,5 und 0,7 Ma%. In diesen Bereichen können die oben genannten Effekte des Siliziums besonders gut genutzt werden, beziehungsweise dessen negative Einflüsse begrenzt werden.

[0017] Mangan ist erfindungsgemäß in einer Menge von 1,0 - 4 Ma%, vorzugsweise 1,2 - 3,5 Ma% in der Legierung enthalten. Durch die Zugabe von Mangan wird die Durchhärtbarkeit des Werkstoffes erhöht und eine Erhöhung der Festigkeit erzielt. Durch die Zugabe von Mangan in der angegebenen Menge werden zudem lufthärtende Eigenschaften des Werkstoffes erzielt. Weiterhin trägt Mangan zur Erhöhung der Festigkeit durch Mischristallverfestigung, die auch als Solid Solution Strengthening bezeichnet wird, bei. In einer Ausführungsform liegt der Mangangehalt der Legierung zwischen 1,4 und 3,0 Ma%, bevorzugt zwischen 1,6 und 2,5 Ma%, insbesondere zwischen 2,0 und 2,3 Ma%. In diesen Bereichen können die oben genannten Effekte des Mangans besonders gut genutzt werden.

[0018] Chrom liegt erfindungsgemäß in einer Menge im Bereich von 0,5 bis 2 Ma% vor. Hierdurch wird zum einen die Erhöhung der Durchhärtbarkeit des Werkstoffes und die Erhöhung der Festigkeit erzielt. Zum anderen werden durch die Zugabe von Chrom in der angegebenen Menge lufthärtende Eigenschaften erzielt. Die Menge von Chrom ist erfindungsgemäß auf maximal 2 Ma% beschränkt. Bei einem höheren Chromgehalt kann es zur Ausscheidung von Chromcarbiden und dadurch zu einer Verschlechterung der Schweißeinung kommen. In einer Ausführungsform liegt der Chromgehalt der Legierung zwischen 0,5 und 1,5 Ma%, beispielsweise zwischen 1,0 und 1,8 Ma% und insbesondere von 1,3 und 1,5 Ma%. In diesem Bereich können die oben genannten Effekte des Chroms besonders gut genutzt werden, beziehungsweise dessen negative Einflüsse begrenzt werden.

[0019] Molybdän ist erfindungsgemäß in der Legierung in einer Menge von 0,1 bis 1 Ma% enthalten. Durch die Zugabe von Molybdän kann die Durchhärtbarkeit des Werkstoffes weiter gesteigert werden und die Erhöhung der Festigkeit erzielt werden. Zudem kann durch Molybdän, wie auch durch Vanadium, die Anlassbeständigkeit verbessert werden. Schließlich bewirkt Molybdän eine Reduzierung der Neigung zur Versprödung bei einer thermischen Beanspruchung, die auch als Tempering Embrittlement bezeichnet wird. Insbesondere kann eine 500°C-Versprödung vermieden werden. In einer Ausführungsform liegt der Molybdängehalt der Legierung zwischen 0,1 und 0,7 Ma%, beispielsweise zwischen 0,14 und 0,7 Ma%, insbesondere zwischen 0,17 und 0,3 Ma%. In diesem Bereich können die oben genannten Effekte des Molybdäns besonders gut genutzt werden, beziehungsweise dessen negative Einflüsse begrenzt werden.

[0020] Vanadium liegt erfindungsgemäß in Mengen von mindestens 0,05 bis 0,2 Ma% vor. Durch die Zugabe von Vanadium in diesen Mengen kann die Anlassbeständigkeit erhöht werden. Zudem wird eine Verschlechterung der mechanischen Kennwerte, insbesondere der Festigkeits- und Verformungskennwerte, nach thermischer Beanspruchung durch Bildung von Vanadiumkarbonitride reduziert. Zudem wird durch die gezielte Zugabe von Vanadium die Lufthärtbarkeit der Legierung unterstützt. In einer Ausführungsform liegt der Vanadiumgehalt der Legierung zwischen 0,05 und 0,15 Ma%, vorzugsweise zwischen 0,06 und 0,15 Ma%. In diesem Bereich können die oben genannten Effekte des Vanadiums besonders gut genutzt werden, beziehungsweise dessen negative Einflüsse begrenzt werden.

[0021] Titan ist in einer Menge im Bereich von 0,02 - 0,1 Ma% enthalten. Durch die Zugabe von Titan kann gegebenenfalls in der Legierung vorliegender Stickstoff, der beispielsweise bei Verzicht auf eine Vakuumentgasung in der Legierung vorliegen kann, abgebunden werden. Somit wird die Bildung von Bornitriden verhindert und die Wirkung von Bor, insbesondere die härtbarkeitssteigernde Wirkung, kann genutzt werden. Ist in der Legierung weniger als 0,02 Ma% Titan enthalten oder kein Titan vorhanden, würden Bornitride entstehen und dadurch könnte die härtbarkeitssteigernde Wirkung des Bors nicht mehr genutzt werden. In einer Ausführungsform liegt der Titangehalt der Legierung zwischen 0,03 und 0,1 Ma%, vorzugsweise zwischen 0,04 und 0,08 Ma%. In diesem Bereich können die oben genannten Effekte des Titans besonders gut genutzt werden, beziehungsweise dessen negative Einflüsse begrenzt werden.

[0022] Bor ist erfindungsgemäß in einem Bereich von 0,001 - 0,01 Ma% in der Legierung enthalten. Hierdurch wird die Erhöhung der Durchhärtbarkeit des Werkstoffes weiter gesteigert. In einer Ausführungsform liegt der Borgehalt der Legierung zwischen 0,001 und 0,006 Ma%, vorzugsweise zwischen 0,0015 und 0,0025 Ma%. In diesem Bereich können die oben genannten Effekte des Bors besonders gut genutzt werden,

[0023] Mit der erfindungsgemäßen Legierung wird somit ein anlassbeständiger Werkstoff geschaffen, der zudem die Aufhärtung des Werkstoffes gewährleistet, eine erhöhte Festigkeit aufweist und dennoch geschweißt werden kann. Zudem weist der Werkstoff eine erhöhte Durchhärtbarkeit auf, wodurch sich die Festigkeit weiter erhöht. Weiterhin weist die erfindungsgemäße Legierung auch lufthärtende Eigenschaften auf und die Versprödungsneigung ist reduziert. Schließlich weist die erfindungsgemäße Legierung eine hohe Temperaturbeständigkeit auf. Durch die in der erfindungsgemäßen Legierung vorliegenden geringen Gehalte von Chrom, Vanadium sowie Molybdän, sind zudem die Kosten reduziert.

[0024] Gemäß einer Ausführungsform besteht die Stahllegierung, angegeben in Massenprozent, aus:
C 0,17 - 0,20%
Si 0,5 - 0,7%
Mn 1,7 - 2,2%
Cr 0,6-1,4%
Mo 0,1-0,2%
V 0,05 - 0,10%
Ti 0,03 - 0,08%
B 0,0010 - 0,0030%


[0025] Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen. Ein erfindungsgemäßes Rohr aus dieser Stahllegierung weist eine Streckgrenze Re von mindestens 800 MPa - im gerichteten Zustand sogar mehr als 850 MPa - und eine Zugfestigkeit Rm von mindestens 1150 MPa und ein Streckgrenzenverhältnis Re/Rm von weniger als 0,80 auf.

[0026] Gemäß einer Ausführungsform besteht die Stahllegierung aus, angegeben in Massenprozent:
C 0,18%
Si 0,6%
Mn 2,1%
Cr 0,6-1,4%
Mo 0,1-0,2%
V 0,07%
Ti 0,05%
B 0,0020%
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.

[0027] Die folgenden Stahllegierungen haben sich als besonders geeignet erwiesen:
Legierung 1:
C 0,18%
Si 0,6%
Mn 2,1%
Cr 1,4%
Mo 0,2%
V 0,07%
Ti 0,05%
B 0,0020%
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
Legierung 2:
C 0,18%
Si 0,6%
Mn 2,1%
Cr 0,6%
Mo 0,2%
V 0,07%
Ti 0,05%
B 0,0020%
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
Legierung 3:
C 0,18%
Si 0,6%
Mn 2,1%
Cr 0,6%
Mo 0,1%
V 0,07%
Ti 0,05%
B 0,0020%
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.

[0028] Die erfindungsgemäß verwendete Legierung kann zusätzlich zu den angegebenen Legierungselementen mindestens eins der folgenden Legierungselemente in den in Massenprozent angegebenen Bereichen aufweisen:
AI 0,03 - 0,05%
Ni max. 0,2%
Cu max. 0,22%
Sn max. 0,02%
P max. 0,015%
S max. 0,003%
N max 0,014%.


[0029] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Perforationspistole, die dadurch gekennzeichnet ist, dass diese ein erfindungsgemäßes Perforationspistolenrohr umfasst. Vorzugsweise stellt das Perforationspistolenrohr das äußere Rohr des Perforationspistolenrohres dar.

[0030] Vorteile und Merkmale, die bezüglich des erfindungsgemäßen Perforationspistolenrohr erläutert werden, gelten - soweit anwendbar - auch für die Perforationspistole und umgekehrt und werden gegebenenfalls nur einmalig erläutert.

[0031] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beiliegenden Zeichnungen erneut erläutert. Es zeigen:

Figur 1: eine schematische Darstellung einer Perforationspistole mit einem Perforationspistolenrohr.



[0032] In Figur 1 ist schematisch eine Ausführungsform der Perforationspistole 1 gezeigt. Die Perforationspistole 1 umfasst ein Perforationspistolenrohr 10, das auch als Hollow Carrier bezeichnet werden kann. Das Perforationspistolenrohr 10 stellt vorzugsweise ein nahtloses Rohrelement dar. In dem Perforationspistolenrohr 10 sind lokal begrenzte Bereiche 100 mit einer verringerten Wandstärke eingebracht. Die lokal begrenzten Bereiche 100 weisen jeweils eine kreisförmige Fläche auf. Die Bereiche 100 sind über die Länge des Perforationspistolenrohres 10 verteilt. In dem Perforationspistolenrohr 10 ist eine Zündeinheit 11 mit Zündladungen eingebracht. Durch die Zündeinheit 11 wird das explosive Material der Zündladung gezündet und dadurch zum einen die Bereiche 100 des Perforationspistolenrohres 10 geöffnet und zum anderen das umliegende Material, beispielsweise Gestein, perforiert.

Bezugszeichenliste



[0033] 
1
Perforationspistole
10
Perforationspistolenrohr
100
Bereich geringerer Wandstärke
11
Zündeinheit



Ansprüche

1. Perforationspistolenrohr, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr aus einer Stahllegierung besteht, die neben Eisen die folgenden Legierungselemente, angeben in Massenprozent, umfasst:
C 0,12 - 0,22%
Si 0,3 - 1,0%
Mn 1,0 - 4%
Cr 0,5 - 2%
Mo 0,1 - 1%,
V 0,05 -0,2%
Ti 0,02 - 0,1% und
B 0,001 - 0,01%
und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen, und
dass das Rohr eine Streckgrenze, RP0,2, im Bereich von 750 bis 1100 MPa aufweist.
 
2. Perforationspistolenrohr nach Anspruch 1, wobei das Rohr ein luftgehärtetes, bainitisches Gefüge aufweist.
 
3. Perforationspistolenrohr nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Rohr eine Streckgrenze, RP0,2, im Bereich von 850 bis 1050 MPa aufweist.
 
4. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Rohr eine Zugfestigkeit Rm von mindestens 1100 MPa vorzugsweise bis maximal 1400 MPa aufweist.
 
5. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Rohr ein Streckgrenzenverhältnis Re/Rm von weniger als 0,9, vorzugsweise von weniger als 0,87, weiter vorzugsweise von 0,8 oder 0,7 aufweist.
 
6. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Rohr eine Bruchdehnung von mehr als 10%, bevorzugt von mehr als 13%, insbesondere mehr als 16% aufweist.
 
7. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Rohr nach der Herstellung zumindest einem Schritt des Richtens unterzogen wurde.
 
8. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Rohr zumindest eine Sollbruchstelle in Form einer verringerten Wanddicke aufweist.
 
9. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Kohlenstoffgehalt im Bereich von 0,15 - 0,22 %, insbesondere 0,17 - 0,20% liegt.
 
10. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der Siliziumgehalt im Bereich von 0,4 bis 0,85%, vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 0,7% liegt.
 
11. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der Mangangehalt im Bereich von 1,4 bis 3,0%, vorzugsweise im Bereich von 1,6 bis 2,5%, insbesondere zwischen 2,0 bis 2,3 % liegt.
 
12. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der Chromgehalt im Bereich von 0,5 - 1,8%, vorzugsweise im Bereich von 1,0 bis 1,8%, insbesondere von 1,3 bis 1,5% liegt.
 
13. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Molybdängehalt im Bereich von 0,14 - 0,7%, vorzugsweise im Bereich von 0,17 bis 0,3% liegt.
 
14. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei der Vanadiumgehalt im Bereich von 0,05 - 0,15%, vorzugsweise im Bereich von 0,06 bis 0,15% liegt.
 
15. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei der Titangehalt im Bereich von 0,03 - 0,1%, vorzugsweise im Bereich von 0,04 bis 0,08% liegt.
 
16. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei der Borgehalt im Bereich von 0,001 - 0,006%, vorzugsweise im Bereich von 0,0015 bis 0,0025% liegt.
 
17. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Stahllegierung besteht aus, angegeben in Massenprozent:
C 0,17 - 0,20%
Mn 1,7 - 2,2%
Si 0,5 - 0,7%
Cr 0,6-1,4%
V 0,05 - 0,10%
B 0,0010 - 0,0030%
Ti 0,03 - 0,08%
Mo 0,1-0,2%
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
 
18. Perforationspistole, dadurch gekennzeichnet, dass diese ein Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 17 umfasst.
 
19. Perforationspistole nach Anspruch 18, wobei das Perforationspistolenrohr das äußere Rohr des Perforationspistolenrohres darstellt.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht