[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Perforationspistolenrohr und eine Perforationspistole
mit einem Perforationspistolenrohr.
[0002] Perforationspistolen, die auch als Perforating Guns oder PerfGuns bezeichnet werden,
werden verwendet, um Bohrlöcher für die Erdöl- und Erdgas-Förderung zu aktivieren.
Dabei wird mittels einer gezielten Sprengung das umliegende Gestein im Bohrloch zerstört,
um durchlässiger für das Fluid, das heißt Erdöl oder Erdgas, zu werden. Das Außenrohr
der Perforationspistole wird auch als Hohlträger oder Hollow Carrier bezeichnet. Das
Außenrohr hat die Aufgabe die Perforationspistole bei der Sprengung zu halten und
darf dabei nicht zerstört werden oder sich maßgeblich verformen, um ein Verstopfen
des Bohrlochs zu verhindern. Dazu ist eine hohe Widerstandsfähigkeit des Außenrohrmaterials
gegen die extremen Belastungen erforderlich.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher eine Perforationspistole und insbesondere
ein Perforationspistolenrohr zu schaffen, dass diesen Belastungen zuverlässig standhält.
[0004] Gemäß einem ersten Aspekt wird diese Aufgabe gelöst durch ein Perforationspistolenrohr,
das dadurch gekennzeichnet ist, dass das Rohr aus einer Stahllegierung besteht, die
neben Eisen die folgenden Legierungselemente, angeben in Massenprozent, umfasst:
| C |
0,12-0,22% |
| Si |
0,3-1,0% |
| Mn |
1,0-4% |
| Cr |
0,5 - 2% |
| Mo |
0,1 - 1%, |
| V |
0,05 -0,2% |
| Ti |
0,02-0,1% und |
| B |
0,001 - 0,01% |
und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen, und dass das Rohr eine Streckgrenze, R
P0,2,im Bereich von 750 bis 1100 MPa aufweist.
[0005] Das Perforationspistolenrohr wird auch als Rohr bezeichnet. Die Stahllegierung wird
im Folgenden auch als Werkstoff oder Legierung bezeichnet. Gehaltsangaben von Legierungselementen
sind in Massenprozent angegeben, werden aber gegebenenfalls nur mit Prozent bezeichnet.
Als erschmelzungsbedingte Verunreinigungen werden unvermeidbare Verunreinigungen bezeichnet,
die beim der Herstellung der Legierung auftreten.
[0006] Als Perforationspistolenrohr wird erfindungsgemäß ein Rohr einer Perforationspistole
bezeichnet. Insbesondere stellt das Perforationspistolenrohr vorzugsweise das äußere
Rohr einer Perforationspistole dar und kann auch als Hollow Carrier bezeichnet werden.
Im Folgenden wird die Perforationspistole auch als PerfGun oder Perforating Gun bezeichnet.
Das Rohr ist bevorzugt nahtlos aus einem Vollblock oder Hohlblock beispielsweise durch
einen üblichen Stoßbankprozess oder das bekannte Mannesmann-Walzverfahren sowie ggf.
einem Streckreduzierwalzen hergestellt.
[0007] Das erfindungsgemäße Rohr weist eine Streckgrenze R
P0,
2 von mindestens 750 MPa, insbesondere im Bereich von 800 bis 1100 MPa auf. Vorzugsweise
weist das Rohr eine Streckgrenze, R
P0,
2, im Bereich von 850 bis 1050 MPa auf. Diese Streckgrenzen-Werte können mit dem erfindungsgemäß
verwendeten Werkstoff erzielt werden. Somit wird durch die Erfindung eine Erhöhung
des Widerstandes der Legierung und damit des Rohres gegen Versagen bei hochdynamischer
Belastung, insbesondere bei der Explosion erzielt. Zudem weist das Rohr vorzugsweise
eine hohe Festigkeit auf, die groß genug ist, um dem Umgebungsdruck der PerfGun vor
der Explosion zu widerstehen.
[0008] Vorzugsweise weist das Rohr eine Zugfestigkeit R
m von mindestens 1100 MPa vorzugsweise bis maximal 1400 MPa auf.
[0009] Vorzugsweise weist das Rohr ein Streckgrenzenverhältnis R
e/R
m von weniger als 0,9, vorzugsweise von weniger als 0,87, weiter vorzugsweise von 0,8
oder 0,7 auf.
[0010] Vorzugsweise weist das Rohr eine Bruchdehnung von mehr als 10%, vorzugsweise mehr
als 16% auf.
[0011] Das Rohr weist vorzugsweise ein luftgehärtetes, bainitisches Gefüge auf. Hierdurch
liegen an dem Perforationspistolenrohr Eigenschaften vor, die den Beanspruchungen
der Perforationspistole Rechnung tragen. Vorteile gegenüber konventionell vergüteten
Perforationspistolenrohren sind neben dem reduzierten Energieaufwand durch die eingesparten
Wärmebehandlungsschritte Härtungsglühen und Anlassen.
[0012] Als bainitisches Gefüge wird vorzugsweise ein Gefüge bezeichnet, das mindestens 70
Flächenprozent Bainit aufweist. Das Gefüge kann darüber hinaus Martensit, Austenit
und/oder Ferrit aufweisen. Das erfindungsgemäße Rohr wird vorzugsweise nach einer
Wärmebehandlung an Luft gehärtet. Hierbei wird vorzugsweise eine Kühlrate von 4 bis
6 K/s, vorzugsweise 5 K/s verwendet.
[0013] Vorzugsweise wurde das Rohr nach dem Lufthärten zumindest einem Kaltumformschritt
unterzogen. Hierdurch kann die Versetzungsdichte erhöht werden. Die Kaltumformung
stellt vorzugsweise ein Richten des Rohres dar. Dadurch kann insbesondere die Streckgrenze
des Perforationspistolenrohres weiter erhöht werden.
[0014] Das Perforationspistolenrohr kann mehrere, insbesondere lokal begrenzte Abschnitte
reduzierter Wanddicke aufweisen, die als Sollbruchstellen dienen. Diese lokal begrenzten
Abschnitte stellen vorzugsweise punktuelle oder kreisförmige Abschnitte dar. Vorzugsweise
weist das Rohr zumindest eine Sollbruchstelle in Form einer verringerten Wanddicke
auf. Die Sollbruchstelle kann insbesondere eine runde Vertiefung an der Außenseite
oder der Innenseite des Rohres sein. Die lokal begrenzten Abschnitte, das heißt die
Sollbruchstellen, sind in dem Perforationspistolenrohr dazu vorgesehen, bei Zündung
von in das Perforationspistolenrohr eingebrachten Zündladungen Wandöffnungen an dem
Perforationspistolenrohr auszubilden. Aufgrund des großen Energieaufnahmevermögens
der erfindungsgemäßen Stahllegierung, aus der das Perforationspistolenrohr besteht,
kann beim Zünden der Zündladungen sichergestellt werden, dass das Perforationspistolenrohr
nicht zerbirst. Lediglich die Bereiche der verringerten Wandstärke werden durchtrennt
und so die Perforation des umgebenden Gesteins ermöglicht.
[0015] Bei der erfindungsgemäßen Legierung liegt Kohlenstoff in einem Bereich zwischen 0,12
und 0,22 Ma% vor. Durch Kohlenstoff wird eine Aufhärtung des Werkstoffs gewährleistet.
Ist der Kohlenstoffgehalt zu gering, das heißt liegt dieser insbesondere unterhalb
von 0,12%, ist die Festigkeit der Legierung zu gering, das heißt kann die für die
Beanspruchungen eines PerfGuns erforderliche Festigkeit nicht erreicht werden. Ist
der Kohlenstoffgehalt hingegen zu hoch, das heißt liegt dieser über 0,22 Ma%, ist
die Schweißeignung des Werkstoffes und damit des PerfGuns, das aus dem Werkstoff hergestellt
ist, beeinträchtigt. Mit dem erfindungsgemäß enthaltenen Kohlenstoff kann zudem eine
Festigkeit des Werkstoffes erzielt werden, bei der die Zugabe von teuren Legierungselementen,
wie beispielsweise Molybdän, zur Festigkeitssteigerung bereits in geringen Mengen
ausreichen kann. In einer Ausführungsform liegt der Kohlenstoffgehalt der Legierung
zwischen 0,15 - 0,22%, vorzugsweise 0,17 und 0,2 Ma%. In diesem Bereich können die
oben genannten Effekte des Kohlenstoffs besonders gut genutzt werden, beziehungsweise
dessen negative Einflüsse begrenzt werden.
[0016] Silizium liegt erfindungsgemäß in einer Menge von 0,3 - 1,0 Ma%, vorzugsweise 0,3
- 0,9 Ma% vor. Durch die Zugabe von Silizium in diesem Bereich kommt es bei der erfindungsgemäßen
Legierung zu einer Erhöhung der Festigkeit durch Mischristallverfestigung. Zudem wird
auch durch Silizium eine Erhöhung der Durchhärtbarkeit des Werkstoffes und dadurch
Erhöhung der Festigkeit erzielt. Die Wirkung von Silizium ist hierbei allerdings schwächer
als von Chrom oder Mangan. Daher sind erfindungsgemäß mindestens 0,3 Ma% Silizium
in der Legierung enthalten. Ist der Siliziumgehalt zu gering, wird die geforderte
Festigkeit des Perforationspistolenrohres nicht erreicht. Ist der Siliziumgehalt zu
hoch, entstehen vermehrt Seigerungen und damit verbunden die Gefahr von Rissen während
der Aushärtung oder Kaltverarbeitung. Der Siliziumgehalt liegt bei der erfindungsgemäßen
Legierung daher bei maximal 1,0 Ma%. In einer Ausführungsform liegt der Siliziumgehalt
der Legierung zwischen 0,4 und 0,85 Ma%, vorzugsweise zwischen 0,5 und 0,7 Ma%. In
diesen Bereichen können die oben genannten Effekte des Siliziums besonders gut genutzt
werden, beziehungsweise dessen negative Einflüsse begrenzt werden.
[0017] Mangan ist erfindungsgemäß in einer Menge von 1,0 - 4 Ma%, vorzugsweise 1,2 - 3,5
Ma% in der Legierung enthalten. Durch die Zugabe von Mangan wird die Durchhärtbarkeit
des Werkstoffes erhöht und eine Erhöhung der Festigkeit erzielt. Durch die Zugabe
von Mangan in der angegebenen Menge werden zudem lufthärtende Eigenschaften des Werkstoffes
erzielt. Weiterhin trägt Mangan zur Erhöhung der Festigkeit durch Mischristallverfestigung,
die auch als Solid Solution Strengthening bezeichnet wird, bei. In einer Ausführungsform
liegt der Mangangehalt der Legierung zwischen 1,4 und 3,0 Ma%, bevorzugt zwischen
1,6 und 2,5 Ma%, insbesondere zwischen 2,0 und 2,3 Ma%. In diesen Bereichen können
die oben genannten Effekte des Mangans besonders gut genutzt werden.
[0018] Chrom liegt erfindungsgemäß in einer Menge im Bereich von 0,5 bis 2 Ma% vor. Hierdurch
wird zum einen die Erhöhung der Durchhärtbarkeit des Werkstoffes und die Erhöhung
der Festigkeit erzielt. Zum anderen werden durch die Zugabe von Chrom in der angegebenen
Menge lufthärtende Eigenschaften erzielt. Die Menge von Chrom ist erfindungsgemäß
auf maximal 2 Ma% beschränkt. Bei einem höheren Chromgehalt kann es zur Ausscheidung
von Chromcarbiden und dadurch zu einer Verschlechterung der Schweißeinung kommen.
In einer Ausführungsform liegt der Chromgehalt der Legierung zwischen 0,5 und 1,5
Ma%, beispielsweise zwischen 1,0 und 1,8 Ma% und insbesondere von 1,3 und 1,5 Ma%.
In diesem Bereich können die oben genannten Effekte des Chroms besonders gut genutzt
werden, beziehungsweise dessen negative Einflüsse begrenzt werden.
[0019] Molybdän ist erfindungsgemäß in der Legierung in einer Menge von 0,1 bis 1 Ma% enthalten.
Durch die Zugabe von Molybdän kann die Durchhärtbarkeit des Werkstoffes weiter gesteigert
werden und die Erhöhung der Festigkeit erzielt werden. Zudem kann durch Molybdän,
wie auch durch Vanadium, die Anlassbeständigkeit verbessert werden. Schließlich bewirkt
Molybdän eine Reduzierung der Neigung zur Versprödung bei einer thermischen Beanspruchung,
die auch als Tempering Embrittlement bezeichnet wird. Insbesondere kann eine 500°C-Versprödung
vermieden werden. In einer Ausführungsform liegt der Molybdängehalt der Legierung
zwischen 0,1 und 0,7 Ma%, beispielsweise zwischen 0,14 und 0,7 Ma%, insbesondere zwischen
0,17 und 0,3 Ma%. In diesem Bereich können die oben genannten Effekte des Molybdäns
besonders gut genutzt werden, beziehungsweise dessen negative Einflüsse begrenzt werden.
[0020] Vanadium liegt erfindungsgemäß in Mengen von mindestens 0,05 bis 0,2 Ma% vor. Durch
die Zugabe von Vanadium in diesen Mengen kann die Anlassbeständigkeit erhöht werden.
Zudem wird eine Verschlechterung der mechanischen Kennwerte, insbesondere der Festigkeits-
und Verformungskennwerte, nach thermischer Beanspruchung durch Bildung von Vanadiumkarbonitride
reduziert. Zudem wird durch die gezielte Zugabe von Vanadium die Lufthärtbarkeit der
Legierung unterstützt. In einer Ausführungsform liegt der Vanadiumgehalt der Legierung
zwischen 0,05 und 0,15 Ma%, vorzugsweise zwischen 0,06 und 0,15 Ma%. In diesem Bereich
können die oben genannten Effekte des Vanadiums besonders gut genutzt werden, beziehungsweise
dessen negative Einflüsse begrenzt werden.
[0021] Titan ist in einer Menge im Bereich von 0,02 - 0,1 Ma% enthalten. Durch die Zugabe
von Titan kann gegebenenfalls in der Legierung vorliegender Stickstoff, der beispielsweise
bei Verzicht auf eine Vakuumentgasung in der Legierung vorliegen kann, abgebunden
werden. Somit wird die Bildung von Bornitriden verhindert und die Wirkung von Bor,
insbesondere die härtbarkeitssteigernde Wirkung, kann genutzt werden. Ist in der Legierung
weniger als 0,02 Ma% Titan enthalten oder kein Titan vorhanden, würden Bornitride
entstehen und dadurch könnte die härtbarkeitssteigernde Wirkung des Bors nicht mehr
genutzt werden. In einer Ausführungsform liegt der Titangehalt der Legierung zwischen
0,03 und 0,1 Ma%, vorzugsweise zwischen 0,04 und 0,08 Ma%. In diesem Bereich können
die oben genannten Effekte des Titans besonders gut genutzt werden, beziehungsweise
dessen negative Einflüsse begrenzt werden.
[0022] Bor ist erfindungsgemäß in einem Bereich von 0,001 - 0,01 Ma% in der Legierung enthalten.
Hierdurch wird die Erhöhung der Durchhärtbarkeit des Werkstoffes weiter gesteigert.
In einer Ausführungsform liegt der Borgehalt der Legierung zwischen 0,001 und 0,006
Ma%, vorzugsweise zwischen 0,0015 und 0,0025 Ma%. In diesem Bereich können die oben
genannten Effekte des Bors besonders gut genutzt werden,
[0023] Mit der erfindungsgemäßen Legierung wird somit ein anlassbeständiger Werkstoff geschaffen,
der zudem die Aufhärtung des Werkstoffes gewährleistet, eine erhöhte Festigkeit aufweist
und dennoch geschweißt werden kann. Zudem weist der Werkstoff eine erhöhte Durchhärtbarkeit
auf, wodurch sich die Festigkeit weiter erhöht. Weiterhin weist die erfindungsgemäße
Legierung auch lufthärtende Eigenschaften auf und die Versprödungsneigung ist reduziert.
Schließlich weist die erfindungsgemäße Legierung eine hohe Temperaturbeständigkeit
auf. Durch die in der erfindungsgemäßen Legierung vorliegenden geringen Gehalte von
Chrom, Vanadium sowie Molybdän, sind zudem die Kosten reduziert.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform besteht die Stahllegierung, angegeben in Massenprozent,
aus:
| C |
0,17 - 0,20% |
| Si |
0,5 - 0,7% |
| Mn |
1,7 - 2,2% |
| Cr |
0,6-1,4% |
| Mo |
0,1-0,2% |
| V |
0,05 - 0,10% |
| Ti |
0,03 - 0,08% |
| B |
0,0010 - 0,0030% |
[0025] Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen. Ein erfindungsgemäßes Rohr
aus dieser Stahllegierung weist eine Streckgrenze Re von mindestens 800 MPa - im gerichteten
Zustand sogar mehr als 850 MPa - und eine Zugfestigkeit Rm von mindestens 1150 MPa
und ein Streckgrenzenverhältnis R
e/R
m von weniger als 0,80 auf.
[0026] Gemäß einer Ausführungsform besteht die Stahllegierung aus, angegeben in Massenprozent:
| C |
0,18% |
| Si |
0,6% |
| Mn |
2,1% |
| Cr |
0,6-1,4% |
| Mo |
0,1-0,2% |
| V |
0,07% |
| Ti |
0,05% |
| B |
0,0020% |
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
[0027] Die folgenden Stahllegierungen haben sich als besonders geeignet erwiesen:
Legierung 1:
| C |
0,18% |
| Si |
0,6% |
| Mn |
2,1% |
| Cr |
1,4% |
| Mo |
0,2% |
| V |
0,07% |
| Ti |
0,05% |
| B |
0,0020% |
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
Legierung 2:
| C |
0,18% |
| Si |
0,6% |
| Mn |
2,1% |
| Cr |
0,6% |
| Mo |
0,2% |
| V |
0,07% |
| Ti |
0,05% |
| B |
0,0020% |
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
Legierung 3:
| C |
0,18% |
| Si |
0,6% |
| Mn |
2,1% |
| Cr |
0,6% |
| Mo |
0,1% |
| V |
0,07% |
| Ti |
0,05% |
| B |
0,0020% |
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
[0028] Die erfindungsgemäß verwendete Legierung kann zusätzlich zu den angegebenen Legierungselementen
mindestens eins der folgenden Legierungselemente in den in Massenprozent angegebenen
Bereichen aufweisen:
| AI |
0,03 - 0,05% |
| Ni |
max. 0,2% |
| Cu |
max. 0,22% |
| Sn |
max. 0,02% |
| P |
max. 0,015% |
| S |
max. 0,003% |
| N |
max 0,014%. |
[0029] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Perforationspistole, die
dadurch gekennzeichnet ist, dass diese ein erfindungsgemäßes Perforationspistolenrohr
umfasst. Vorzugsweise stellt das Perforationspistolenrohr das äußere Rohr des Perforationspistolenrohres
dar.
[0030] Vorteile und Merkmale, die bezüglich des erfindungsgemäßen Perforationspistolenrohr
erläutert werden, gelten - soweit anwendbar - auch für die Perforationspistole und
umgekehrt und werden gegebenenfalls nur einmalig erläutert.
[0031] Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beiliegenden Zeichnungen erneut erläutert.
Es zeigen:
Figur 1: eine schematische Darstellung einer Perforationspistole mit einem Perforationspistolenrohr.
[0032] In Figur 1 ist schematisch eine Ausführungsform der Perforationspistole 1 gezeigt.
Die Perforationspistole 1 umfasst ein Perforationspistolenrohr 10, das auch als Hollow
Carrier bezeichnet werden kann. Das Perforationspistolenrohr 10 stellt vorzugsweise
ein nahtloses Rohrelement dar. In dem Perforationspistolenrohr 10 sind lokal begrenzte
Bereiche 100 mit einer verringerten Wandstärke eingebracht. Die lokal begrenzten Bereiche
100 weisen jeweils eine kreisförmige Fläche auf. Die Bereiche 100 sind über die Länge
des Perforationspistolenrohres 10 verteilt. In dem Perforationspistolenrohr 10 ist
eine Zündeinheit 11 mit Zündladungen eingebracht. Durch die Zündeinheit 11 wird das
explosive Material der Zündladung gezündet und dadurch zum einen die Bereiche 100
des Perforationspistolenrohres 10 geöffnet und zum anderen das umliegende Material,
beispielsweise Gestein, perforiert.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Perforationspistole
- 10
- Perforationspistolenrohr
- 100
- Bereich geringerer Wandstärke
- 11
- Zündeinheit
1. Perforationspistolenrohr,
dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr aus einer Stahllegierung besteht, die neben Eisen die folgenden Legierungselemente,
angeben in Massenprozent, umfasst:
| C |
0,12 - 0,22% |
| Si |
0,3 - 1,0% |
| Mn |
1,0 - 4% |
| Cr |
0,5 - 2% |
| Mo |
0,1 - 1%, |
| V |
0,05 -0,2% |
| Ti |
0,02 - 0,1% und |
| B |
0,001 - 0,01% |
und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen, und
dass das Rohr eine Streckgrenze, R
P0,
2, im Bereich von 750 bis 1100 MPa aufweist.
2. Perforationspistolenrohr nach Anspruch 1, wobei das Rohr ein luftgehärtetes, bainitisches
Gefüge aufweist.
3. Perforationspistolenrohr nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Rohr eine Streckgrenze,
RP0,2, im Bereich von 850 bis 1050 MPa aufweist.
4. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Rohr eine Zugfestigkeit
Rm von mindestens 1100 MPa vorzugsweise bis maximal 1400 MPa aufweist.
5. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Rohr ein Streckgrenzenverhältnis
Re/Rm von weniger als 0,9, vorzugsweise von weniger als 0,87, weiter vorzugsweise von 0,8
oder 0,7 aufweist.
6. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Rohr eine Bruchdehnung
von mehr als 10%, bevorzugt von mehr als 13%, insbesondere mehr als 16% aufweist.
7. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Rohr nach der
Herstellung zumindest einem Schritt des Richtens unterzogen wurde.
8. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Rohr zumindest
eine Sollbruchstelle in Form einer verringerten Wanddicke aufweist.
9. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Kohlenstoffgehalt
im Bereich von 0,15 - 0,22 %, insbesondere 0,17 - 0,20% liegt.
10. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der Siliziumgehalt
im Bereich von 0,4 bis 0,85%, vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 0,7% liegt.
11. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der Mangangehalt
im Bereich von 1,4 bis 3,0%, vorzugsweise im Bereich von 1,6 bis 2,5%, insbesondere
zwischen 2,0 bis 2,3 % liegt.
12. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der Chromgehalt
im Bereich von 0,5 - 1,8%, vorzugsweise im Bereich von 1,0 bis 1,8%, insbesondere
von 1,3 bis 1,5% liegt.
13. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Molybdängehalt
im Bereich von 0,14 - 0,7%, vorzugsweise im Bereich von 0,17 bis 0,3% liegt.
14. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei der Vanadiumgehalt
im Bereich von 0,05 - 0,15%, vorzugsweise im Bereich von 0,06 bis 0,15% liegt.
15. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei der Titangehalt
im Bereich von 0,03 - 0,1%, vorzugsweise im Bereich von 0,04 bis 0,08% liegt.
16. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei der Borgehalt im
Bereich von 0,001 - 0,006%, vorzugsweise im Bereich von 0,0015 bis 0,0025% liegt.
17. Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stahllegierung besteht aus, angegeben in Massenprozent:
| C |
0,17 - 0,20% |
| Mn |
1,7 - 2,2% |
| Si |
0,5 - 0,7% |
| Cr |
0,6-1,4% |
| V |
0,05 - 0,10% |
| B |
0,0010 - 0,0030% |
| Ti |
0,03 - 0,08% |
| Mo |
0,1-0,2% |
Rest Eisen und erschmelzungsbedingte Verunreinigungen.
18. Perforationspistole, dadurch gekennzeichnet, dass diese ein Perforationspistolenrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 17 umfasst.
19. Perforationspistole nach Anspruch 18, wobei das Perforationspistolenrohr das äußere
Rohr des Perforationspistolenrohres darstellt.